Nach Tod von 16-Jähriger in Friedland: Verdächtiger festgenommen Stand: 29.08.2025 16:42 Uhr
Nach dem Tod einer 16-Jährigen am Bahnhof von Friedland hat die Polizei Göttingen einen 31-jährigen Mann festgenommen.
Er wird verdächtigt, die Jugendliche vorsätzlich gegen einen Güterzug gestoßen zu haben.
Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitag mitteilte, wurde ein Unterbringungsbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag gegen den 31-Jährigen erlassen.
Der Mann mit irakischer Staatsangehörigkeit sei nun in einer Psychiatrie untergebracht. Es bestehe Fluchtgefahr.
Zuvor hieß es, er befinde sich in Untersuchungshaft. Der Staatsanwaltschaft zufolge sind durch Untersuchungen eindeutige DNA-Spuren des 31-Jährigen an der rechten Schulter der Getöteten entdeckt worden.
Der Verdächtige schweige bisher.
Verdächtiger randalierte am Bahnhof Der Vorfall hatte sich am 11. August gegen 16 Uhr ereignet. Die Polizei hatte zunächst von einem Unfall gesprochen. Neuen Informationen der Staatsanwaltschaft zufolge war die Polizei kurz vor der Tat zum Bahnhof gerufen worden, weil der 31-Jährige dort randaliert haben soll.
Nach Ankunft der Beamten hätte der Mann sie zum Bahnsteig geführt, wo die Leiche der 16-Jährigen lag. Gegenüber der Polizei habe der Mann die Tat bestritten und behauptet, die Tote auf dem Bahnsteig gefunden zu haben.
Ein freiwilliger Alkoholtest habe 1,35 Promille ergeben. Da die Beweismittel zur damaligen Zeit nicht ausreichten, war der 31-Jährige am Tattag aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen worden.
Schuldfähigkeit des Verdächtigen wird geprüft Allerdings verhielt sich der 31-Jährige nach Angaben der Staatsanwaltschaft kurz nach seiner Entlassung aggressiv in seiner Unterkunft für Geflüchtete in Friedland (Landkreis Göttingen). Gegen 18.40 Uhr sei die Polizei zur Unterkunft gerufen worden. Anschließend sei der Mann bis Freitag in einer Klinik untergebracht worden.
Der Behörde zufolge wurde bei dem 31-Jährigen in der Vergangenheit eine "paranoide Schizophrenie" diagnostiziert. Seine Schuldfähigkeit werde derzeit geprüft.
Abschiebung des Verdächtigen seit März 2025 möglich Den Angaben zufolge hatte der 31-Jährige Iraker im Dezember 2022 einen Asylantrag gestellt.
Dieser sei abgelehnt worden. Seine Abschiebung nach Litauen ist seit März 2025 möglich, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt habe, verbüßte der Mann Anfang Juli 2025 eine 20-tägige Ersatzfreiheitsstrafe.
Ein Antrag auf Abschiebehaft durch die Ausländerbehörde sei im Juli vom Amtsgericht Hannover abgelehnt worden. Daraufhin hätte sich der 31-Jährige Ende Juli erneut als Asylsuchender in Friedland gemeldet. Zu einer Vorladung sei er nicht erschienen.
Polizei warnte vor Falschmeldungen Die Familie der Auszubildenden aus Heiligenstadt (Landkreis Eichsfeld) hatte sich nach Polizeiangaben an mehrere politische Parteien gewandt, um Unterstützung bei der Aufklärung zu bekommen. Zuletzt hatten laut Polizei Gerüchte zu dem Fall in den sozialen Medien kursiert. Die Beamten hatten daher um Besonnenheit gebeten und vor Falschmeldungen gewarnt.