Tödlicher Unfall mit Fahrerflucht: Polizei erhöht Fahndungsdruck Ein junger Fußgänger wird nachts im Landkreis Regensburg totgefahren und liegengelassen. Die Ermittler gehen Dutzenden Spuren nach und durchsuchen ein ganzes Dorf. Nun soll ein Speziallabor neue Hinweise liefern.
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Andreas Wenleder Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am 13.09.2024 um 07:30 Uhr.
In der Nacht auf den 4. September macht sich ein 24-Jähriger vom Volksfest in Sünching im Landkreis Regensburg zu Fuß auf den Heimweg. Er läuft auf der Verbindungsstraße Richtung Riekofen – den sicher hinter einer Leitplanke verlaufenden Geh- und Radweg benutzt er offenbar nicht.
Was danach passiert, hat die Polizei mithilfe von Unfallgutachtern versucht zu rekonstruieren: Demnach fuhr ein noch unbekannter Fahrer von Sünching nach Riekofen. Das Fahrzeug prallt auf der unbeleuchteten Straße gegen den jungen Mann. Dieser stirbt noch an der Unfallstelle.
Intensive Fahndung beginnt Seitdem läuft die Suche nach dem oder der Fahrerflüchtigen auf Hochtouren. Die Polizei hat eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Gutachter wurden eingeschaltet, Befragungen in den umliegenden Ortschaften durchgeführt, Videoaufnahmen in der Umgebung ausgewertet, der Unfallort intensiv abgesucht. Teile oder Splitter hat das Unfallfahrzeug am Tatort nicht hinterlassen.
Direkte Rückschlüsse auf den Fahrzeugtyp sind deshalb fürs Erste nicht möglich. Die Polizei gehe aufgrund der Verletzungen des 24-Jährigen und des Unfallbilds aber von einem Auto aus, möglicherweise auch von einem SUV – jedenfalls nicht von einem Lkw, sagt Josef Neft. Er ist der stellvertretende Leiter der Ermittlungsgruppe. Das Auto hat wohl Beschädigungen an der Frontseite, wohl auch an der A-Säule oder an der Windschutzscheibe.
Fahrer muss Unfall bemerkt haben Der Unfall sei ein Ereignis, das auch ihn nicht unberührt lasse, sagt Neft. Wegen der Tragik, auch für die Angehörigen, aber auch wegen der Fahrerflucht. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand und auch den Aussagen unserer Sachverständigen gehen wir davon aus, dass der Fahrer den Aufprall auf jeden Fall bemerkt hat", so der Polizist. Dementsprechend sei der Personaleinsatz und das Interesse, den Fall aufzuklären.
Durchsuchungen in Nachbardorf Der Fall hat auch die Menschen in der Gegend schockiert. Die Ermittler hoffen auf Hinweise der Bevölkerung. So werden unter anderem Autos mit möglicherweise passenden Schäden gemeldet. Am Mittwoch hat die Polizei mit 30 Einsatzkräften 180 Autos im kleinen Ort Dengling inspiziert – also so gut wie alle im Dorf.
Bald könnte sich die Suche nach dem Unfallauto aber auch wieder eingrenzen. Auch wenn am Unfallort keine Splitter oder ähnliches gefunden wurden, hinterlässt ein schwerer Aufprall immer Spuren. Diese minimalen Abreibungen werden aktuell von einem Speziallabor ausgewertet. In ein bis zwei Wochen könnte das Ergebnis vorliegen, hofft Neft.
Laborergebnis soll weiterhelfen Im Idealfall steht dann die Farbe des Pkw fest, was die Suche eingrenzen würde. Den Fahndungsdruck will die Polizei bis dahin weiterhin hochhalten. Die Aufklärungsquote sei in vergleichbaren Fällen hoch.
An den Unfallfahrer richten die Ermittler den Appell, sich zu stellen. Eine Mithilfe bei der Aufklärung wirke sich in der Regel positiv für den Beschuldigten aus, so die Polizei.
Flüchtiger Todesfahrer von Riekofen: Polizei weitet Fahndung aus Ein 24-jähriger Mann wird nachts von einem Auto erfasst und stirbt. Der Fahrer flüchtet. Fünf Wochen nach dem Unfall ist der Todesfahrer noch immer nicht gefasst. Nun sucht die Polizei in einem größeren Umkreis mit Plakaten.
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Norbert Bauer Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am 09.10.2024 um 13:30 Uhr.
Fünf Wochen nach dem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht Anfang September bei Riekofen im Kreis Regensburg ist der Fahrer immer noch nicht gefunden worden. Am Dienstag hat die Polizei damit begonnen, in der Region Plakate mit Details zu dem Unfall zu verteilen. Und zwar nicht nur in der Oberpfalz, wo der Unfall passiert ist, sondern auch in Niederbayern.
Fahndungsdruck soll zum Täter führen Damit soll laut einem Sprecher zum einen der Fahndungsdruck erhöht werden, zum anderen hofft die Polizei damit auf weitere Zeugenhinweise. Der Unfall passierte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, den 4. September. Ein 24 Jahre alter Fußgänger wurde von einem Fahrzeug erfasst. Er starb noch an der Unfallstelle. Der Unfallfahrer fuhr einfach weiter.
Plakat informiert über Details zum tödlichen Unfall Bei dem Fahrzeug könnte es sich laut Polizei um ein SUV-Modell handeln. Das Auto müsste am rechten Kotflügel, an der Motorhaube und an der Windschutzscheibe beschädigt sein. Außerdem könnten auch an der Beifahrertüre Schäden sichtbar sein, so die Polizei. Die Polizei hat in Ortschaften im Umkreis der Unfallstelle schon zahlreiche Autos überprüft, darunter sämtliche Fahrzeuge in Riekofen.
Tödlicher Unfall bei Riekofen: Polizei hat neue Spur und geht in Offensive 27.08.2025| Kommentare
Philip Hell Redakteur | Lokalredaktion Regensburg
Das Todesrätsel ist noch immer nicht gelöst: Warum musste Vinzenz L. in einer Nacht Anfang September 2024 sterben? Der junge Mann wurde auf der Straße zwischen Sünching und Riekofen im Landkreis Regensburg von einem Fahrzeug erfasst und erlag seinen Verletzungen noch an der Unfallstelle. Vom Fahrer fehlt seit einem Jahr jede Spur. Nun geht die Polizei einmal mehr in die Offensive.
Am Mittwoch stellten Beamte ein riesiges Plakat mit einem Bild des Toten unmittelbar am Unfallort auf. Darauf steht: „Warum musste ich hier sterben?“ Der Unfall jährt sich am 4. September zum ersten Mal und steht in einem engen Zusammenhang mit dem Sünchinger Markt. Dort feierte Vinzenz L. in seiner Todesnacht.
Eine neue Spur nach Unfallflucht bei Riekofen: Polizei sucht nach weißem SUV Am Freitag beginnt eben jenes Volksfest wieder – für die Polizei mit ein Grund, mit dem Plakat in die Offensive zu gehen. Thomas Wagner, Leiter der Polizeiinspektion Wörth, sagt: „Wir haben die Hoffnung, dass Gäste des Marktes an dem Plakat vorbeikommen und vielleicht noch einmal nachdenken und Hinweise geben, die sie bislang noch nicht gegeben haben.“ Aus diesem Grund bieten die Beamten auch einen Infostand am Samstag in Sünching an – siehe Infokasten.
Dabei steht die Polizei vor mehreren Rätseln. Laut Wagner ist bis heute unklar, wo sich der Tote anderthalb Stunden vor dem Unfall aufhielt. Die Beamten suchen nach wie vor nach Hinweisen, wo Vinzenz L. zwischen 23.30 Uhr am Abend des 3. September und 1 Uhr am frühen Morgen des 4. September war. Wohl auch deshalb veröffentlichten die Beamten nun erstmals ein Foto des Toten vom Abend der Tat.
Das zentrale Rätsel in diesem Fall: Wer überfuhr Vinzenz L.? Klar ist: Gegen 1 Uhr muss der Unfall geschehen sein. Recht schnell gaben die Beamten an, dass es wohl ein Geländewagen war, der den jungen Mann erfasst hat.
Nun gehen die Beamten einer neuen Spur nach: Die Polizei sucht nach einem weißen SUV, also einem größeren Auto, das in der Tatnacht auf einem Feldweg entlang der Staatsstraße 2146, also der Strecke zwischen Sünching und Riekofen, unterwegs war. Eine Sprecherin der Polizei betonte auf Nachfrage, dass unklar sei, ob es sich bei dem Fahrzeug um das Auto des Täters oder eines Zeugen handelt. Man habe jedenfalls mehrere Hinweise auf ein solches Fahrzeug bekommen.
Tödliche Unfallflucht: LKA untersucht weiteres Fahrzeug Zugleich sagte die Sprecherin, dass derzeit ein weiteres Fahrzeug vom Landeskriminalamt untersucht wird. Im Zuge des tödlichen Unfalls wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Fahrzeuge von den Spezialisten untersucht – bislang allerdings ohne auf die entscheidende Spur zu stoßen.
Zum Teil sorgten die Untersuchungen auch für böse Gerüchte. Das Fahrzeug eines niederbayerischen Unternehmers wurde von Beamten mitgenommen – Monate später war klar: Der Mann hat gar nichts mit dem Todesdrama zu tun. Da war er allerdings schon Gesprächsthema Nummer eins im Ort. Die Polizei warnte damals vor Gerüchten.
Beamte geben nicht auf Die neue Offensive zeigt indes: Die Beamten lassen nichts unversucht, um denjenigen zu finden, der das Leben von Vinzenz L. ausgelöscht hat – dazu wird die Polizei nun erneut Plakate in Sünching aufhängen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die Polizei erhofft sich dadurch neue Hinweise insbesondere zum Verbleib des Verstorbenen beziehungsweise zur Herkunft des weißen SUV.“ Hinter dem Beamtendeutsch versteckt sich nichts anderes, als die Hoffnung, irgendwann die drängendste aller Fragen zu beantworten: Warum musste Vinzenz L. sterben?