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Bergneustadt: 16.06.2023 | Seniorin (86) von vier Männern in ihrer Wohnung überfallen | Zwei Täter zu Haftstrafen verurteilt | Zwei Mittäter noch flüchtig
Cold Case Raubüberfall mit Bergisch Gladbacher Tatverdächtigem in „Aktenzeichen XY“ Von Claus Boelen-Theile 07.04.2026, 12:01 Uhr
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„Akteneichen XY ungelöst“ stellt am Mittwoch (8. April) einen ungeklärten Raubüberfall mit einem Gladbacher Tatverdächtigen vor.
Ein Bergisch Gladbacher wird verdächtigt im Jahr 2023 eine Frau aus Bergneustadt überfallen zu haben. Weitere Mittäter werden gesucht.
Bei der Aufklärung eines Raubüberfalls auf eine 86 Jahre alte Frau im oberbergischen Bergneustadt vor knapp drei Jahren setzt die Polizei nun auf die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“.
Am morgigen Mittwochabend (8. April) wird der Fall aus dem Jahr 2023 von Moderator Rudi Cerne vorgestellt (ZDF, ab 20.15 Uhr). Was war passiert?
Am Morgen des 16. Juni 2023 hatten vier vermummte Männer an der Tür einer 86 Jahre alten Frau in Bergneustadt geklingelt.
Frau rief um Hilfe Sie gaben vor, Polizisten zu sein. Daraufhin betraten sie die Wohnung, stießen die Seniorin zu Boden, fesselten sie und durchsuchten die Wohnung nach Wertsachen. Während die Täter ihr Opfer gefesselt zurückließen, flüchteten sie in unbekannte Richtung. Nachbarn hörten die Rufe der Frau, eilten ihr zu Hilfe und alarmierten Rettungskräfte und Polizei.
Die 86-Jährige erlitt damals bei dem Überfall leichte Verletzungen. Ein Rettungswagen brachte sie zur Behandlung in ein Krankenhaus, wo sie weiter versorgt wurde. Nach intensiven Ermittlungen und Zeugenhinweisen konnte die Kriminalpolizei schließlich knapp drei Monate später einen damals 43 Jahre alte Tatverdächtigen in Leverkusen festnehmen.
Im August 2024 folgte dann die Festnahme eines zweiten Tatverdächtigen (damals ebenfalls 43 Jahre alt ) in Bergisch Gladbach. Beide Männer konnten überführt werden und wurden später vom Landgericht in Köln zu Haftstrafen verurteilt. Nach wie vor sind jedoch zwei Mittäter weiterhin flüchtig.
BLAULICHT „An Schäbigkeit und Niedertracht nur schwer zu ertragen“ TEILEN
pn; 04.03.2024, 13:00 Uhr
Bergneustadt/Köln – Am Landgericht Köln wurden heute zwei 43-Jährige zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt – Männer hatten im vergangenen Juni mit zwei weiteren Tätern eine Seniorin brutal in ihrer Bergneustädter Wohnung überfallen. Von Peter Notbohm
Die beiden Männer (43), die im vergangenen Juni mit zwei weiterhin unbekannten Flüchtigen eine 86-jährige Frau in Bergneustadt brutal überfallen haben, müssen ins Gefängnis. Jakub A. und Dimitrios E. (Anm.d.Red.: Namen geändert) wurden am Montagvormittag von einem Schöffengericht der 10. Großen Strafkammer am Landgericht Köln zu Freiheitsstrafen von zweieinhalb und fünfeinhalb Jahren verurteilt. Jakub A. wegen Beihilfe zu einem Raub; Dimitrios E. wegen schweren Raubes in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung.
„Wir haben hier eine Tat verhandelt, die aufgrund ihrer Schäbigkeit und Niedertracht nur schwer zu ertragen ist. Der Einsatz an roher Gewalt gegen eine hilflose Seniorin schockiert und macht sprachlos“, eröffnete der Vorsitzende der 10. Großen Strafkammer Dr. Alexander Linke sein Urteil. Der Rechtsstaat habe auf dieses rücksichtslose Verhalten eine Antwort finden müssen, ergänzte der Richter.
Besondere Aufmerksamkeit hatte der Fall erhalten, weil Familienangehörige die Aufzeichnungen der Überwachungskamera am Hauseingang online gestellt hatten. Der Clip ging damals über die sozialen Medien viral, die Veröffentlichung sorgte auf Seiten der Ermittlungsbehörden aber auch für Kritik. Für das Urteil waren die Aufnahmen indessen unerlässlich. Mehrfach stützte sich die Kammer im Rahmen ihrer Urteilsbegründung auf die Bilder, die eine „ziemlich gute Qualität“ gehabt hätten.
Was die Kamera am 16. Juni in Bergneustadt um 8:11 Uhr aufgezeichnet hatte, nannte der Vorsitzende ein „koordiniertes und professionelles Vorgehen“. Vermummt mit Basecaps, schwarzer Kleidung, Sonnenbrillen, Coronamasken und Arbeitshandschuhen waren die vier Männer – die beiden Angeklagten stammen aus Bergisch Gladbach und Leverkusen - ins Oberbergische gefahren und hatte an der von der Straße nicht einsehbaren Haustür geklingelt und „Polizei“ gerufen.
Jakub A. sei in das eigentliche Geschehen nicht involviert gewesen und habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt; er stand mit einem Walkie-Talkie an der Straße Schmiere. Dimitrios E. wurde von der Kammer dagegen als Haupttäter identifiziert. Er war es, der die Tür mit voller Wucht und ohne Vorwarnung aufschlug, als sie einen Spalt weit aufging. „Man hört richtig den Kraftaufwand auf dem Video, das Poltern und die lauten Schreie der Geschädigten“, führte Linke weiter aus.
Anschließend seien die beiden noch flüchtigen Täter ins Haus gestürmt, hätte die Seniorin geknebelt, mit Kabelbindern gefesselt und das Haus durchsucht. Ihre Beute: 3.000 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von etwa 2.000 Euro. Was mit dem Geld und dem Schmuck passiert ist, bleibt unklar. Beide Angeklagten hatten im Laufe des Prozesses angegeben, weder einen Anteil noch die versprochenen 500 Euro von den beiden Mittätern bekommen zu haben.
Die Frau erlitt bei der brutalen Attacke Rissverletzungen an Schienbein und Händen, Hämatome an Armen und Beinen, Prellungen am Kinn sowie ein Schädel-Hirn-Trauma. Die Kammer sprach von einer abstrakt lebensgefährlichen Behandlung, da die zierliche und gebrechliche Frau unkontrolliert gestürzt sei. Auch psychisch ging der Raubüberfall nicht an ihr vorbei. An einem der vorherigen Prozesstage hatte sie ausgesagt, dass sie anfangs nicht wieder nach Hause gewollt und noch heute Angst bei jedem Klingeln habe. Noch während der Urteilsverlesung verließ angesichts der geschilderten Brutalität eine Angehörige unter Tränen den Saal.
Die beiden Angeklagten sind mehrfach vorbestraft, teilweise auch einschlägig, saßen aber noch nie hinter Gittern. Sie hatten zu Prozessbeginn (OA berichtete) Geständnisse über ihre Verteidiger abgelegt und sich jeweils nur als Mitläufer bezeichnet. Die Kammer zweifelte dies stark an: „Der geschilderte Ablauf der Taten war dem Märchenhaften zuzuordnen.“ Dass Jakub A. nicht wirklich gewusst habe, auf was er sich da einlasse, bezeichneten die Richter als lebensfremd und ging von einem vorabgefassten Tatplan aus. Hierfür würden auch die Handyauswertungen sprechen.
Die Strafen entsprachen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die beiden Verteidiger Gerhard Schaller und Gottfried Reims hatten auf eine milde Strafe bzw. eine Bewährungsstrafe plädiert. Während Dimitrios E. in Haft bleibt und ihm zudem die Widerrufung einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung droht, kommt Jakub E. bis zu seinem Haftantritt gegen mehrere Auflagen vorerst wieder auf freien Fuß. Er muss eine Sicherheitsleistung in Höhe von 5.000 Euro hinterlegen, seine Ausweispapiere bei der Staatsanwaltschaft Köln abgeben und sich dreimal wöchentlich bei der Polizei an seinem Wohnsitz in Bergisch Gladbach melden.
Brutalen Überfall gefilmt Wer erkennt die Räuber? (XY-Sendung vom 8. April 2026) Falsche Polizisten überwältigen im Juni 2023 eine 86-jährige Frau in ihrem Haus in Bergneustadt. Verraten die Aufnahmen einer Überwachungskamera die Täter?
Die Gesuchten warten vor der Tür. Links ein Mann mit schwarzer Kappe, blauem Mundschutz, schwarzem Longsleeve und Jeans, sowie Gummihandschuhen. Rechts ein Mann mit schwarzer Kappe, schwarzem Adidas Anzug mit weißen Streifen und hellblauem Mundschutz.
Am 16. Juni 2023 klingelt es gegen 8 Uhr morgens an der Tür der Rentnerin in Bergneustadt. Vor der Tür stehen drei Männer, angeblich Polizeibeamte. Nachdem ihnen die Hausbesitzerin arglos die Tür geöffnet hat, stoßen sie die betagte Frau zu Boden und fesseln sie mit Kabelbindern. Ihren Kopf bedecken sie mit einem Kissenbezug. Die Tat wird von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.
Reiche Beute Die Männer durchsuchen das gesamte Haus und raffen Beute im Wert von mehreren tausend Euro zusammen – überwiegend Bargeld, Schmuck und Uhren. Der Überfall dauert nur wenige Minuten. Die Hausbesitzerin ist während der gesamten Zeit gefesselt. Sie erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Platzwunden am Kopf und einem Bein.
Täterbeschreibung: Einer der Täter konnte in der Zwischenzeit ermittelt werden. Nach zwei weiteren Tatverdächtigen wird gesucht – vermutlich Osteuropäer, etwa 1,80 m groß. Einer der Männer trug Schuhe der Marke „ON“, eine „New Balance“-Jogginghose und eine „Adidas“-Zipp-Jacke.
Fragen nach Zeugen:
Wer erkennt die von der Überwachungskamera aufgenommenen Personen? Wo sind die Männer (siehe Beschreibung und Fotos!) sonst noch aufgetreten – möglicherweise als falsche Polizisten? Wer hat um den 16. Juni 2023 in Bergneustadt verdächtige Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten? Zuständig: Kripo Gummersbach, Telefon: 02261 / 81 99 46 46 (ab 9. April: 02261 / 81 99 0)
Die Gesuchten warten vor der Tür. Links ein Mann mit schwarzer Kappe, blauem Mundschutz, schwarzem Longsleeve und Jeans, sowie Gummihandschuhen. Rechts ein Mann mit schwarzer Kappe, schwarzem Adidas Anzug mit weißen Streifen und hellblauem Mundschutz.