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Tübingen: 19.04.2025 | Ärztin (68) auf Supermarkt-Parkplatz überfallen und entführt | Phantombild
Nach Entführung auf Tübinger Supermarktparkplatz: Polizei sucht mit Phantombild Vor knapp einer Woche wurde eine Frau auf dem Parkplatz eines Supermarktes mit einem Messer bedroht und entführt. Jetzt sucht die Polizei mit einem Phantombild nach dem Täter.
Teilen Stand 25.4.2025, 14:39 Uhr Markus Beschorner ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen. Von Autor/in Markus Beschorner
Nach der Entführung einer 68-jährigen Frau am letzten Samstag in Tübingen sucht die Polizei nun mit einem Phantombild nach dem Unbekannten. Der Mann hat sein Opfer auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Innenstadt entführt. Er stieg zu der Frau ins Auto, bedrohte sie mit einem Messer und schlug sie. Danach entführte er sie, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft.
Polizei sucht mit Phantombild und Beschreibung Außer dem Phantombild veröffentlichten die Behörden auch eine Beschreibung des Täters. Demnach sei er "mittleren Alters, circa 175 bis 180 Zentimeter groß und von normaler, unauffälliger Statur. Er hat kurze gräuliche, eventuell gelockte Haare und sprach akzentfreies Deutsch.
Zum Tatzeitpunkt trug er eine dunkle Jacke mit Reißverschluss, eine Jeanshose und eine dunkle Wollmütze. Zudem führte er einen hellgrauen Rucksack und mehrere Einkaufstaschen mit Aufschrift bei sich." Hinweise nimmt das Polizeirevier Tübingen unter der Telefonnummer 07071/972-1400 entgegen.
Die 68-jährige Frau ist nach einer Behandlung im Krankenhaus jetzt wieder zu Hause. Mehr Details veröffentlicht die Polizei zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Auch nicht zu den noch laufenden Zeugenvernehmungen.
Entführung auf Supermarktparkplatz: Täter sperrte Frau in Kofferraum Am vergangenen Samstag habe der Tatverdächtige sein Opfer überfallen, als die Frau nach dem Einkaufen in ihr Auto gestiegen sei, meldete die Polizei am Sonntagmorgen.
Sie wurde demnach erst gefesselt und dann auf die Rückbank gedrängt. Anschließend setzte sich der Täter ans Lenkrad und fuhr mit der gefesselten 68-Jährigen an einen noch unbekannten Ort, fernab jeglicher Häuser. Dort sperrte er sie in den Kofferraum ihres schwarzen Kombis.
Später stellte der Täter das Auto vor einer Bank im Tübinger Ortsteil Derendingen ab. Seitdem ist er verschwunden. Die gefesselte und verletzte Frau konnte sich laut Staatsanwaltschaft nach über einer Stunde aus ihrem Kofferraum befreien. Eine Zeugin hatte ihre Rufe gehört und ihr geholfen. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Nächste Aktenzeichen-XY-Sendung Aktenzeichen XY: Vorschau auf die Fälle im November Katrin Jokic 08.10.2025 - 21:45 Uhr , aktualisiert am 15.10.2025 - 10:17 Uhr
Geschlagen und entführt: Auf einem belebten Supermarktparkplatz wird eine Frau in ihrem eigenen Auto verschleppt. Mehr als eine Stunde ist sie ihrem Entführer ausgeliefert.
Überfall beim Einkaufen Fremder raubt Anwältin aus (XY-Sendung vom 5. November 2025) Am helllichten Tage wurde eine Frau auf einem Parkplatz überfallen und entführt. Der gewaltbereite Täter hielt die Frau in ihrem eigenen Auto über eine Stunde gefangen. Schließlich konnte sie sich selbst befreien. Der Täter konnte unerkannt flüchten.
Karsamstag, 19. April 2025, gegen 12.45 Uhr. Eine 68-jährige Anwältin fährt zu einem Tübinger Supermarkt einkaufen. Am Tag vor Ostersonntag sind so gut wie alle Parkplätze belegt, es herrscht reges Treiben. Nachdem sie ihre Einkäufe verladen hat, steigt die Frau in ihr Auto. Sie will wieder zur Klinik zu fahren, wo sich ihr Ehemann nach einem Sturz mehreren Untersuchungen unterziehen muss. Plötzlich steigt ein fremder Mann in ihr Auto und hält ihr mit den Worten „Ich stech‘ dich ab!“ ein Messer an den Hals. Als sich die Frau wehrt, kommt es zum Gerangel. Der Täter schlägt auf sie ein, fesselt sie und verfrachtet sie schließlich auf die Rückbank ihres eigenen Autos. Trotz des geschäftigen Treibens auf dem Parkplatz bekommt niemand etwas davon mit.
Eine Stunde in der Gewalt des Täters Der Täter startet das Auto per Keyless-Go-Knopf und fährt los. Schwer verletzt und gefesselt liegt die 68-Jährige hilflos auf der Rückbank, während der Täter auf einen Fahrradweg nahe der Bundesstraße 28 bei Bühl steuert. Dort bemächtigt er sich der Geldkarten seines Opfers und fordert die zugehörigen Geheimzahlen. Anschließend packt er die Frau von der Rückbank in den Kofferraum des Wagens.
Karte von Tübingen. Darauf eingezeichnet: Der Ort, an dem sich die Entführte befreien konnte.
Als nächstes fährt er mit der Frau im Kofferraum in den Ort Tübingen-Weilheim. Dort befand sich bis 2015 eine Filiale der Kreissparkasse. Bis 2017 gab es dort noch einen Geldautomaten. Doch inzwischen stehen dort Neubauten. Frustriert wendet der Unbekannte den Wagen und fährt in den Tübinger Ortsteil Derendingen. In der Heinlenstraße lässt der Täter sein Opfer im Auto zurück, betritt die dortige Bank-Filiale und hebt zweimal mit der Karte der 68-Jährigen Geld ab. All das wird von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Über eine Stunde ist inzwischen seit der Entführung auf dem Supermarkt-Parkplatz vergangen.
Was der Täter nicht weiß: Das rüstige Opfer hat einen weiteren Autoschlüssel in der Hosentasche. Die Frau schafft es, Knebel und Fesseln zu lösen und per Knopfdruck den Kofferraumdeckel zu öffnen. Passanten helfen der 68-Jährigen sofort. Der Täter bemerkt das durch ein Fenster der Bank. Unbemerkt schaffte er es, die Bank zu verlassen und zu flüchten.
Ein Rucksack der Stadtwerke Tübingen, bei dem das Logo mit blauem Stift angemalt wurde.
Täter ließ einige Gegenstände zurück Vermutlich sollte die Tat an diesem Tag noch weitergehen. Deshalb lässt der Täter unbeabsichtigt einige Gegenstände in dem Fahrzeug des Opfers zurück: – einen Rucksack, der von den Stadtwerken Tübingen stammt; er wurde dort jedoch nie öffentlich verkauft oder vertrieben, sondern ausschließlich an Mitarbeitende verteilt. Das weiße Logo ist aufgestickt und mit einem blauen Stift angemalt worden; – die Verpackung und Bedienungsanleitung für eine Schreckschusspistole, Modell „Röhm RG3“; die Verpackung wurde mit Gewebeklebeband umwickelt.
Phantombild und Kleidung des Gesuchten So soll der Täter ausgesehen haben.
Täterbeschreibung: 45 bis 50 Jahre alt, etwa 1,75 bis 1,80 m groß, normale Statur, kurze, graue Haare, Drei-Tage-Bart, ungepflegte Erscheinung; Tatkleidung (für milde Witterung auffallend warm): dunkle Wollmütze, dunkelblaue Stoffjacke mit Reißverschluss, Jeans, dunkle Schuhe, OP-Maske als Maskierung, die im Gerangel verloren ging. Er war für die Witterung sehr warm angezogen.
Auto des Opfers: schwarzer Audi A6 Avant, Baujahr 2019, getönte Scheiben an den hinteren Fenstern, Tübinger Kennzeichen (TÜ).
Die Verpackung und Bedienungsanleitung einer Schreckschusswaffe Röhm RG3. Die Verpackung wurde mit Klebeband umwickelt.
Fragen nach Zeugen:
Wer hat am Tattag auf dem Supermarkt-Parkplatz im Schleifmühleweg in Tübingen Beobachtungen gemacht und noch nicht darüber mit der Polizei gesprochen? Wer hat am Karsamstag 2025 zwischen 12.45 Uhr und 14 Uhr verdächtige Beobachtungen rund um die genannten Orte gemacht? Wer kann weitere Hinweise zum Aufenthalt des Fahrzeugs und zum Täter geben? Wer meint, den Mann auf dem Phantombild zu kennen? Wer war vor dem 19. April 2025 im Besitz des beschriebenen Rucksacks der Stadtwerke Tübingen oder kann Angaben zu den vom Täter zurückgelassenen Gegenständen machen? Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 2.000 Euro ausgesetzt.