Belohnung im Cold Case Zeynep erhöht: Aktenzeichen XY: Neue Hinweise zu zwei Raubüberfällen 03.12.2025 | 18:43
Eine Woche nach Aktenzeichen XY gibt es neue Hinweise, vor allem zu zwei brutalen Raubüberfällen. Beim Cold Case der getöteten Zeynep wurde die Belohnung deutlich erhöht.
Welche Hinweise sind seit der Sendung vom 26. November eingegangen? Wie ist der Stand der Ermittlungen? Fabian Puchelt (LKA Bayern) über neue Erkenntnisse und mögliche Ermittlungserfolge.
03.12.2025 | 5:02 min Nach "Aktenzeichen XY... Ungelöst" vom 26. November 2025 erläutert Fabian Puchelt vom LKA Bayern die aktuellen Erkenntnisse.
Raubüberfall auf Villa: Familie angegriffen und gefesselt An Pfingstsonntag wurden ein Geschäftsmann und seine Familie Opfer eines Raubüberfalls in ihrer Villa in Altenstadt-Illereichen, als sie von einem Restaurantbesuch zurückkehrten. Die Täter attackierten und fesselten ihre Opfer.
Nachdem die Bande im Haus nicht die erhoffte große Menge an Bargeld fand, erbeuteten sie, was ihnen in die Hände fiel: Schmuck- und Dekorationsstücke, Kleidung, Geldbörsen und Mobiltelefone. Nach zwei Stunden floh die Bande in einem Kombi.
Wir haben eine Beschreibung für eine Waffe.
Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass bei dem Überfall eine Walther PPK benutzt wurde. Dieses Modell ist auch bekannt als "Dienstwaffe" von Actionfilm-Agent James Bond.
Die aktuelle Sendung thematisierte unter anderem den Mord an einem fünfjährigen Mädchen. Alle Informationen zu den Fällen der Sendung finden Sie unter: faelle-aktenzeichenxy.de.
26.11.2025 | 90:50 min Zudem benutzte ein Täter gelbe Haushaltshandschuhe und trug sie auf eine ganz bestimmte Art und Weise: Er hatte sie am unteren Ende so umgeschlagen, dass keine Flüssigkeit über den Arm laufen kann.
"Im Studio haben sich mehrere Leute gemeldet, die gesagt haben, dass man genau diese Art und Weise im Reinigungsgewerbe trägt", erläutert Puchelt.
Aktenzeichen XY vom 26.11.2025: Raubüberfall auf Villa: Familie angegriffen und gefesselt Ein Geschäftsmann und seine Familie wurden in ihrer Villa in Altenstadt-Illereichen Opfer eines Raubüberfalls. Als die Familie vom Restaurantbesuch kam, wurden sie angegriffen. mit Video 90:50
91-Jähriger stirbt nach Überfall Im Februar 2024 drangen zwei Täter in das Haus eines allein lebenden 91-Jährigen in Delligsen-Kaierde in Niedersachsen ein. Sie fesselten ihn und forderten Geld, erbeuteten aber nur etwa 150 Euro, Schmuck und eine Sammlung von Ansteckabzeichen. Ein Jahr später starb der alte Mann an den Folgen des Überfalls.
Zum Phantombild des Täters gingen nach der XY-Sendung mehr als 50 Hinweise ein. Ein Ex-Häftling von der JVA in Bremen erklärte sogar, er habe mit dem Täter zusammen eingesessen, erläutert Puchelt - möglicherweise ein ganz entscheidender Hinweis.
Er konnte ziemlich genaue Angaben machen, auch den Vornamen.
Aktenzeichen XY vom 26.11.2025: Schwerer Raubüberfall auf 91-Jährigen in Niedersachsen Im Februar 2024 drangen zwei Täter in das Haus eines allein lebenden 91-Jährigen ein, fesselten ihn und forderten Geld. Ein Jahr später starb er an den Folgen des Überfalls. mit Video 90:50
Cold Case: Fünfjährige Zeynep ermordet Der Fall aber, der die Zuschauer am meisten bewegt hat, war der Mord an der fünfjährigen Zeynep: 1986 verschwand das Mädchen aus der elterlichen Wohnung am Ortsrand von Neuenrade in Nordrhein-Westfalen. Am nächsten Morgen wurde sie in der Nähe halb entkleidet und erstochen aufgefunden.
Auch nach mehr als 39 Jahren setzt die Kripo Hagen alles daran, den Mord an dem Mädchen aufzuklären. Im Studio meldeten sich viele Zuschauer, die die Belohnung erhöhen wollten, die Staatsanwaltschaft hatte 5.000 Euro ausgesetzt.
Und wir sind jetzt bei 16.100 Euro, die zusätzlich zu den 5.000 Euro der Staatsanwaltschaft von privater Seite ausgelobt werden.
Zudem meldeten sich nach der XY-Sendung zwei neue Zeugen, die sich zur Tatzeit 1986 nicht bei der Polizei gemeldet hatten.
Bis heute konnte nicht aufgeklärt werden, wer die damals fünf Jahre alte Zeynep ermordet hat. Warum die Polizei 39 Jahre später mit Aktenzeichen XY neue Hinweise zu dem Fall in Neuenrade sucht.
26.11.2025 | 4:04 min
Bemerkenswert findet Puchelt, dass es bisher keinen einzigen Hinweis aus der türkischen Gemeinschaft gab. Denn im Haus des Mädchens und der Siedlung wohnten damals fast ausschließlich Familien, die aus der türkischen Stadt Bafra stammten. Viele von ihnen waren miteinander verwandt.
"Warum das so ist, wissen wir nicht", sagt Puchelt. Die Ermittler appellieren daher an mögliche Zeugen aus der türkischen Gemeinschaft, sich jetzt endlich bei der Staatsanwaltschaft oder bei der Polizei zu melden und eine Aussage zu machen.
Der Fall "Zeynep": Das Rätsel um das getötete Mädchen aus Neuenrade Märkischer Kreis | Verbrechen
Stand: 02.03.2026, 17:03 Uhr
Der brutale Mord an der fünfjährigen Zeynep Ipek ist nach knapp vierzig Jahren immer noch nicht aufgeklärt. Die Polizei Hagen und die Staatsanwaltschaft setzen jetzt auf neue Ermittlungsansätze und Unterstützung in der Bevölkerung - wer hat Hinweise auf den unbekannten Täter?
Von Florian Dolle
Kapitel: Kapitel1: Das rätselhafte Verschwinden Kapitel2: Zeyneps Tod Kapitel3: Ungeklärte Fragen und schwierige Ermittlungen Kapitel4: Neue Öffentlichkeit für den Fall "Zeynep" Kapitel5: Hoffnung bei der Tätersuche 1. Das rätselhafte Verschwinden Am 14. November 1986 verbringt Zeynep Ipek den Abend mit ihrer Familie in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Ortsrand von Neuenrade. Alles ist wie immer. Gegen 21 Uhr ist Schlafenszeit und Zeyneps Vater bringt die Fünfjährige in ihr Zimmer. Das teilt sie sich mit zwei Geschwistern.
Einige Zeit später steht Zeynep auf und geht offenbar ins Wohnzimmer. Dann wird sie wieder in ihr Bett gebracht. Danach steht sie erneut auf - und verlässt leise, von niemandem bemerkt, die Wohnung. Davon geht die Polizei aktuell aus. Warum sie sich auf den Weg ins Treppenhaus machte, mit wem sie anschließend aus dem Haus ging und wie ein noch unbekannter Täter sie dazu brachte, dass sie sich mit ihm vom Haus entfernte, ist nicht klar.
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Gegen 23 Uhr sei laut den Ermittlern Zeyneps Onkel in die Wohnung gekommen. Er habe vom 14. auf den 15. November dort übernachten wollen. Bevor er sich schlafen legte, habe er einen Blick in Zeyneps Zimmer geworfen. Da sei ihm schon aufgefallen, dass Zeyneps Bett leer war. "Ein fünfjähriges Mädchen schläft ja auch schon mal im Bett der Eltern. Daher hat er sich nichts weiter dabei gedacht", sagt Miriam Polk, die Hagener Staatsanwältin, die den Fall im Herbst 2025 wieder neu aufgerollt hat.
2. Zeyneps Tod Erst gegen 4.30 Uhr am Morgen bemerkt ihre Mutter, dass Zeynep nicht in ihrem Bett liegt. Wenig später, nur ungefähr hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt in einem Waldstück, wird Zeyneps Leiche von einem Suchtrupp aus Polizei und Nachbarn entdeckt. Polk erklärt: "Zeynep hing untenrum nicht bekleidet, mit mehreren Messerstichen im Hals, auf einem Weidezaun." Die Obduktion ergibt, dass keine Vergewaltigung stattgefunden hat. Die Ermittler gehen dennoch von einem Sexualdelikt aus.
Staatsanwältin Miriam Polk in einem Konferenzraum. Sie trägt einen roten Blazer Staatsanwältin Miriam Polk
Dabei sei ein zufälliges Aufeinandertreffen von Täter und Opfer laut Polk am wahrscheinlichsten: "Ich gehe nicht davon aus, dass eine konkrete Verabredung stattgefunden hat. Dafür müsste Zeynep ab 21 Uhr aktiv auf eine Uhr geschaut haben, sich einen Wecker gestellt haben oder Ähnliches. Das ist eher undenkbar."
Bei der Tat hinterließ der Täter nur wenige Spuren: Unter anderem ein Paar Motorradhandschuhe, bei dem der rechte an einem Finger ausgefranst war. Vermutlich aufgrund der Marotte, ihn immer mit den Zähnen auszuziehen.
Die Motorradhandschuhe und das Schweizer-Taschenmesser. Beides wurde am Fundort der toten Zeynep sichergestellt. Die am Tatort sichergestellten Gegenstände
Außerdem wurde die vermeintliche Tatwaffe, ein Schweizer Offiziersmesser, gefunden. Hier ergab sich eine Spur in eine Teestube in Neuenrade, aus der das Messer kurz vor der Tat entwendet wurde. Von der getöteten Zeynep fand man am Tatort ein weißes Ringelsöckchen, das zweite fehlte: "Der Täter könnte die zweite Socke als eine Art 'Trophäe' mitgenommen haben", sagt Staatsanwältin Polk.
3. Ungeklärte Fragen und schwierige Ermittlungen Die Ermittler vernahmen zunächst die Nachbarn und Verwandten von Zeyneps Familie. In der Siedlung am "Winterlit" am Ortsrand von Neuenrade lebten Mitte der 1980er-Jahre vor allem Menschen, die aus der Türkei stammen. Die meisten aus Bafra am Schwarzen Meer. "Ein sehr enges, familiäres Umfeld, in dem die Kinder sich frei bewegen konnten. Die Haustüren und Wohnungstüren standen in der Regel offen, die Mütter haben abwechselnd die Kinder beaufsichtigt, es wurde gemeinsam gekocht", erklärt Miriam Polk.
"Und da war so ein Gespür, das meine Kollegen damals nach Zeyneps Tod hatten, dass die Befragten aus der Community mehr wussten, als sie sagten. Wir hoffen, dass es Menschen gibt, die sich das jetzt anders überlegen", sagt sie. Eine Strafe für Mitwisserschaft sei inzwischen verjährt.
4. Neue Öffentlichkeit für den Fall "Zeynep" Ende November 2025 wurde der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" vorgestellt. Während der Ausstrahlung meldeten sich laut Staatsanwaltschaft mehrere Menschen, die bislang nicht zur Polizei gegangen waren. "Aber den einen Hinweis, der zu einer Festnahme geführt hätte, haben wir bisher nicht bekommen."
Der Ort, an dem Zeynep gefunden wurde. Im Hintergrund ein vorbeifahrendes Auto. Der Tatort vom Fall "Zeynep"
Zeyneps Bruder Hüseyin Ipek wandte sich Ende 2025 an türkische Medien und sagte, dass man seine Verwandtschaft damals stark unter Druck gesetzt habe - der Vater sei eine Nacht eigesperrt worden, der Onkel einen ganzen Monat. Er betonte dabei, dass die Familie selbst nie jemanden aus dem nahen Umfeld verdächtigte.
5. Hoffnung bei der Tätersuche In Deutschland verjährt Mord nicht, sodass die Ermittlungen weiterlaufen werden. Die Belohnung für sachdienliche Hinweise wurde inzwischen - neben den 5000 Euro der Staatsanwaltschaft - durch private Spenden auf 21.000 Euro erhöht.
Ein altes schwarz-weiß Porträt des Opfers. Bielefeld | Nachrichten:
Bielefelder Mordfall wieder aufgerollt: DNA-Analyse bringt neue Spur Mit neuen, moderneren DNA-Methoden überprüfe man derzeit erneut die Asservate. Miriam Polk betont, dass sie "in ständigem Kontakt mit Zeyneps Familie" stünde und "die Familie die Wiederaufnahme der Ermittlungen unterstützt". Zeyneps Bruder sagte gegenüber dem türkischen Medium "Camia Haber": "39 Jahre sind vergangen, aber der Schmerz ist immer noch in uns. Wir wollen, dass es dieses Mal zu einem Ergebnis kommt."
Wer hat in der Nacht vom 14. auf den 15. November 1986 im Bereich Neuenrade verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer einen Hinweis hat, meldet sich bitte bei der Polizeistation Hagen: 02331 9862525.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum YouTube-Video von WDR Lokalzeit MordOrte "Täter hinterlässt Motorrad-Handschuhe" vom 02.03.2026, 17 Uhr.