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*** Mysteriöse Fälle mit Zweifel an der "Todesursache"
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Kaltenherberg/Eifel: 2020 | Was geschah wirklich mit Jens Salaw (†21) | Warum lag er nackt auf einer Wiese? | Neue private Ermittlungen 11.2025
Was geschah wirklich mit Jens? Kalterherberg. EifelDrei.TV geht der tragischen Geschichte um Jens Salaw auf die Spur, der an Weiberfastnacht 2020 zu Tode kam.
Vor vier Jahren erschütterte das Schicksal von Jens Salaw aus Kalterherberg die ganze Nordeifel. Am Samstag, den 22. Februar 2020 wurde seine Leiche auf einer Wiese im Hoscheiter Venn gefunden. Viele Fragen rund um das Geschehen sind bis heute offen. Auch wenn die Staatsanwaltschaft Aachen die Ermittlungen eingestellt hat - Die Eltern, seine Schwester, sein Bruder und alle seine Freunde warten bis heute auf Antworten, unterstützt von Strafverteidiger Rainer Dietz. Manuela und Helmut Welsch waren im Studio von EifelDrei.TV, um die Geschichte zu erzählen.
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Sachdienliche Hinweise können unter dieser Nummer erfolgen: 0800 99 99 844 (24h). Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.
Tod nach Karnevalsparty Was geschah mit Jens (21)? Seine Eltern glauben nicht an einen Unfall
Rätselhafter Tod nach Karnevalsparty Was geschah mit Jens Salaw? Eltern kämpfen seit fünf Jahren um Antworten
5. Juni 2025 um 20:10 Uhr von Annalena Margies und Nele Hasselbusch Blutige Kratzer. Keine Hose. Ein junger Mann, tot auf einem Feld. Jens Salaw verschwindet nach einer Karnevalsparty spurlos – und wird tot aufgefunden. Die Polizei spricht von einem tragischen Unglück. Doch seine Eltern glauben das nicht. Denn viele Details ergeben für sie bis heute keinen Sinn. „Da läuft jemand rum, der weiß, was passiert ist”, sagt Vater Helmut. Ein Todesfall, der mehr Fragen aufwirft, als Antworten liefert.
Er verschwindet nach einer Karnevalsparty Es ist Weiberfastnacht im Februar 2020, als Jens Salaw aus dem Haus geht – er wird nie wieder zurückkehren. Freunde feiern mit ihm in der Veranstaltungs-Location Tenne in Eichenscheid (Nordrhein-Westfalen). „Es war alles, wie man es sich wünscht, es war gute Laune, man hat getrunken, man hatte Spaß. Es war eigentlich ein perfekter Start in den Tag”, erinnert sich sein Freund Tobias Linden im Gespräch mit RTL. Am späten Abend verlässt Jens die Party, schreibt seiner Mutter noch, dass alles gut sei. Dann verliert sich seine Spur.
Gegen Mitternacht steigt der 21-Jährige in einen Bus, gegen 01.00 Uhr will ihn ein Zeuge nur wenige Minuten von seinem Zuhause entfernt gesehen haben. Kurz darauf ruft Jens seinen Freund Mike an – weinend. Doch bevor er sagen kann, was los ist, bricht das Gespräch ab.
Seine Leiche liegt auf einem Feld Als Jens am Morgen nicht zuhause ist, macht sich seine Mutter erst keine Sorgen. Sie denkt, er habe bestimmt bei einem Freund übernachtet. Doch das Gefühl ändert sich. „Dann habe ich ihn kurz angeschrieben, hab noch geschrieben: Lebste noch?“, erzählt Manuela Welsch. Keine Antwort. Am Abend sucht nicht mehr nur die Familie, sondern auch die Polizei mit Hubschraubern – ohne Erfolg.
Erst anderthalb Tage später findet ein Mitarbeiter eines nahegelegenen Bauernhofs die Leiche von Jens auf einem abgelegenen Feld. „Die Welt, die man bis dato kannte, ist dann praktisch halt zusammengefallen”, erzählt sein Vater Helmut Welsch im RTL-Interview. „Also sie ist mit einem Schlag, ändert sich alles.”
Widersprüche und offene Fragen Die Obduktion ergibt: Verdacht auf Erfrierung bei Alkoholeinfluss. Doch Jens Zustand passt für seine Eltern nicht zu einem Unfall: Er wird ohne Hose gefunden, aber mit einem unbeschädigten rot-weißem Hemd. Der Körper ist übersät mit Kratzern. Auch seine persönlichen Gegenstände fehlen bis heute. Der Anwalt der Familie, Rainer Dietz, erhebt schwere Vorwürfe: „Man recherchiert und sieht in der Akte auf einmal, oder ist die Rede von einem Hirnödem und dann kann man ja Googlen, das ist ja leicht möglich und sieht mögliche Ursachen eines Hirnödems, unteranderem Schädelhirntrauma, stumpfe Gewalteinwirkung. Da wird aber drüber hinweggegangen. “, berichtet er RTL.
Lese-Tipp: Was macht es mit einem Ort, wenn ein Kind für immer verschwindet?
Auch die Suche nach dem 21-Jährigen wirft Fragen auf. Laut Zeugen fliegt ein Hubschrauber auch einen Tag nach seinem Verschwinden über das Feld – wo Jens angeblich schon liegt. Doch in der Akte taucht dieser Flug nicht auf. „Mit der Drohne haben wir jetzt auch die vergleichbare Höhe nachgestellt “, sagt Dietz. Für den Strafverteidiger ist klar: Man hätte Jens sehen müssen. Er wurde erst später dort abgelegt.
Eltern glauben nicht an einen Unfall Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen – doch für die Eltern steht die Zeit still. Jens Zimmer ist noch genau so, wie er es verlassen hat. „Also ich hab manchmal das Gefühl, ja, war jetzt irgendwie eine lange Zeit weg, aber dauert nicht mehr lange, dann ist er wieder da”, sagt Helmut leise. Die Familie gibt nicht auf – sie hofft, dass der Fall neu aufgerollt wird. Denn: Irgendwo da draußen könnte jemand die Wahrheit kennen. „Wir haben das Gefühl, so nach dem Motto, er wartet nur darauf, dass irgendwann die Wahrheit ans Licht kommt.“, sagt Helmut Welsch. „Und dann wäre der Satz gekommen: seht ihr, ich hab’s euch doch gesagt. “ (nha)
Cold Case in Aachen Führte ein "böser Scherz" zu Jens Salaws Tod an Karneval? Von t-online
19.11.2025 - 09:15 Uhr Artikel teilen
Nach einer Karnevalsparty im Jahr 2020 in der Eifel wird ein junger Mann tot aufgefunden. Laut Staatsanwaltschaft erfror er, die Ermittlungen sind längst eingestellt. Private Ermittler liefern neue Hinweise.
Fettdonnerstag am 20. Februar 2020: Der 21-jährige Jens Salaw aus Kalterherberg feiert mit seinen Freunden im Festzelt in Lammersdorf und später in der Eicherscheider Tenne Karneval. Kurz nach Mitternacht am Freitag, dem 21. Februar, fährt er mit dem Bus bis zur Blumgasse in Konzen.
Umschläge mit 14.700 Euro gefunden: Ungeklärtes Verbrechen: Was geschah mit Michael Bonnie? Doch er kommt nicht nach Hause. Seine Mutter schreibt ihm am Morgen eine Nachricht, die sein Handy nicht erreicht. Familie und Freunde machen sich am Freitag auf die Suche nach Salaw, später unterstützt von der Polizei und einem Hubschrauber.
Am Samstagmorgen dann die traurige Gewissheit: Der 21-Jährige wird auf einer Wiese im Hoscheiter Venn tot aufgefunden. Salaw sei betrunken gewesen, habe sich verlaufen und sei dann erfroren, so die Aachener Staatsanwaltschaft. Ein Gewaltverbrechen schließt sie aus, die Ermittlungen werden eingestellt.
Neues Gutachten: Personen soll an Salaws Tod mitgewirkt haben Doch Salaws Familie zweifelt bis heute an der Geschichte. Laut ihr wurden Spuren übersehen, wichtige Zeugen nicht gehört und mögliche Tatmotive nicht geprüft. Sie beauftragt das private Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik aus Duisburg, um den Fall neu aufzurollen.
Deren Ermittler Marius Richter teilt jetzt in Gesprächen mit den Radiosendern "Antenne AC" sowie der "Aachener Zeitung" neue Erkenntnisse mit. Die Ermittler des Instituts prüften die polizeiliche Ermittlungsakte des Falles erneut, um Aspekten nachzugehen, die nicht beachtet oder als nicht relevant bewertet wurden. Die Ergebnisse der Nachermittlungen würden im Anschluss an die Staatsanwaltschaft gehen, diese könnte den Fall dann neu aufrollen.
Das Zwischenergebnis des Gutachtens: Jens Salaw soll nicht eigenverschuldet ums Leben gekommen sein. Aus Recherchen und zahlreichen Zeugenaussagen in seinem näheren Umfeld habe sich ergeben, dass andere Personen an seinem Tod mitwirkten, so Richter.
Verletzungen an Salaws fast nacktem Körper entdeckt Dafür spreche auch, dass Salaw bis auf Socken und Hemd komplett nackt gefunden wurde. Zwar sei es ein übliches Phänomen, dass sich Menschen kurz vor dem Erfrierungstod entkleiden. Salaws Leiche deute allerdings darauf hin, dass er für längere Zeit unbekleidet herumgeirrt sei. Seine restlichen Klamotten sowie Portemonnaie und Schlüssel seien ebenfalls nicht gefunden worden.
An Salaws Körper seien zudem zahlreiche Kratzspuren entdeckt worden. Im Obduktionsbericht stehe auch, dass sein Gehirn stark angeschwollen war – ein sogenanntes Hirnödem. Ursachen dafür könnten theoretisch zwar ein Schlaganfall, eine Infektion oder Vergiftung sowie Sauerstoffmangel sein – diese Möglichkeiten könne man aber quasi ausschließen.
Realistischer seien Schläge gegen den Kopf, etwa mit der flachen Hand, die auch zu Salaws Orientierungslosigkeit beigetragen haben könnten. Gegen 1 Uhr nachts habe der 21-Jährige noch wimmernd und weinend einen seiner Freunde angerufen, was ebenfalls auf seine hilflose Lage hindeuten würde. Der Alkohol sei aber nicht der Grund dafür gewesen, so der Ermittler.
Wurde Jens Salaw in den Tod getrieben? Richter geht nicht davon aus, dass jemand Salaw töten wollte. Er glaubt aber, dass ein "böser Scherz", ein "Racheakt", Jens Salaw in den Tod trieb. Möglicherweise hätten Personen ihm eine Lektion erteilen wollen, so der Ermittler. Dafür gebe es Hinweise und eine mögliche Tatmotivation, die zu dem oder den Tätern führen könnte.
Es seien Namen von Personen bekannt, die allerdings nicht mit den Ermittlern sprechen wollten, sagt Richter. Man habe aber Belege, dass die etwa acht bis neun Menschen, die mit Salaw in Konzen aus dem Bus ausstiegen, mehr über sein Schicksal wissen, als sie der Polizei mitgeteilt hätten. Eine konkrete Tathypothese könne man allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommunizieren.
Laut Richter soll das Gutachten im Dezember abgeschlossen sein. Es werden weiterhin Zeugen gesucht, die Jens Salaw in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2020 gesehen haben oder wissen, warum er in Konzen ausgestiegen ist. Auch Fotos oder Videos aus dem Festzelt in Lammersdorf oder in der Tenne Eicherscheid sind erwünscht – selbst wenn Salaw darauf nicht zu sehen ist. Hinweise kann man per E-Mail an plugge@ifk-nrw.de an das private Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik aus Duisburg schicken. Unter kriminalistik-institut.de kann man zudem Hinweise anonym einsenden.