Freunde brachten ihn noch zum Flughafen Mann (59) in Hamburg spurlos verschwunden
06.03.2024 - 13:10 Uhr
Lüdenscheid/Hamburg – Ein mysteriöser Vermisstenfall beschäftigt die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Hamburg.
Seit dem 31. Januar ist ein Mann (59) aus Lüdenscheid spurlos verschwunden. Laut Ermittlern besuchte er Freunde in Holtgast (Niedersachsen), die ihn an dem besagten Mittwoch um 11.30 Uhr noch am Flughafen Hamburg absetzten. Seitdem hat offenbar niemand mehr den Lüdenscheider gesehen.
Laut Polizei ist der Vermisste weder telefonisch erreichbar gewesen noch hätten Bewegungen auf seinen Konten stattgefunden. Auch sämtliche Anlaufstellen und mögliche Aufenthaltsorte habe der 59-Jährige bislang nicht wieder aufgesucht.
Ein Polizeisprecher zu BILD: „Die Gesamtumstände sind sehr merkwürdig. Zumindest liegen uns bislang aber keine Hinweise auf ein Verbrechen vor.“
Der verschwundene Lüdenscheider ist 1,83 Meter groß und schlank. Er hat blaue Augen und eine Glatze. Zuletzt bekleidet war er mit einem dunkelblauen Anorak mit Kapuze sowie einer Jeanshose.
Die Polizei fragt: Wer kann Hinweise zum Aufenthalt oder Verbleib des Vermissten geben? Es wird gebeten, sich telefonisch an diese Rufnummer zu wenden: 02371/9199-0.
************************************************************************* *Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht* Mark Aurel *What goes arount - comes arount * Critical questioning never harms* *********************************************************************************** *Hervorhebung in Kommentaren durch den Verfasser *Äusserungen zu Fällen sind rein spekulativ*
Polizei-Meldung: Gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen in der Gemeinde Holtgast Polizeiinspektion Aurich/Wittmund - 07.04.26 Blaulicht-News: News Reader bietet die neuesten News zu Polizei- und Feuerwehr-Einsätzen aus Ihrer Region. Hier der aktuelle Blaulichtreport der Polizei Aurich.
Aurich/Wittmund Gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen in der Gemeinde Holtgast Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln im Landkreis Wittmund gegen eine 60-jährige Frau und deren Söhne im Alter von 34 und 30 Jahren aus Holtgast wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes zum Nachteil eines 59-jährigen Mannes.
Anfang Februar 2024 erstatteten Angehörige eines Mannes aus dem Sauerland eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Die Anzeigen der Tochter sowie der Ehefrau des damals 59 Jahre alten Mannes gingen nahezu zeitgleich in Lüdenscheid, Chemnitz und aus Minsk (Weißrussland) ein.
Die Polizei in Lüdenscheid übernahm zunächst die Ermittlungen in dem Vermisstenfall, da der Vermisste dort seinen Wohnsitz hatte.
Aufgrund seines letzten bekannten Aufenthaltsortes im Landkreis Wittmund ging in dem Zusammenhang ein Amtshilfeersuchen bei der Polizeistation Esens ein.
Die Ermittlungen ergaben, dass der Vermisste am 28./29. Januar von Minsk über Vilnius, Warschau und Hamburg nach Ostfriesland zu einer Familie in Holtgast gereist war. Über diese Reiseroute hatte er am 31. Januar über Hamburg zu seiner Familie nach Weißrussland zurückreisen wollen.
Mit Unterstützung der Bundespolizei in Hamburg und Behörden in Minsk konnte ermittelt werden, dass der Vermisste die geplante Rückreise offensichtlich nicht angetreten hatte.
Zunächst gab es keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort oder seine Reiseroute.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen durch die Zentrale Kriminalitätsinspektion Osnabrück (ZKI) und den Kriminal- und Ermittlungsdienst des Polizeikommissariats Wittmund ergaben sich Zweifel an den Darstellungen der mittlerweile beschuldigten Familie aus Holtgast hinsichtlich des Verbleibs des Vermissten.
Die vermisste Person und die tatverdächtigen Familienangehörigen kannten sich aus früheren Zeiten aus dem Sauerland. Der Vermisste hatte die Familie aus Holtgast in familiären Angelegenheiten unterstützt; er war der Betreuer des 34-jährigen Sohnes der Familie.
Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass es in diesem Betreuungsverhältnis zu einer Veruntreuung von Geldern gekommen sein soll, was auch zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Vermissten geführt hatte. Unter anderem war der Vermisste zur Festnahme ausgeschrieben.
Durch die Staatsanwaltschaft Aurich wurde im weiteren Verlauf aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen die Familie eingeleitet. Am Sitz der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund wurde in dem Zusammenhang im September 2025 eine Mordkommission eingerichtet.
Im Zuge dieser monatelangen Ermittlungen verdichtete sich der Tatverdacht gegen die Familienangehörigen aus der Gemeinde Holtgast. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich wurde durch den Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Aurich ein Durchsuchungsbeschluss für vier Grundstücke in der Gemeinde Holtgast erlassen und in der letzten Woche intensive, mehrtägige Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt.
Die hiesige Polizei wurde dabei unter anderem von einem Team der niederländischen Polizei unterstützt, das auf Bodenuntersuchungen spezialisiert ist. Bei der Absuche der Grundstücke kamen auch Leichenspürhunde der Polizei und eine Technische Einheit der Bereitschaftspolizei zum Einsatz.
Auf einem Grundstück in Fulkum konnte am Mittwoch durch die Spezialisten der niederländischen Polizei eine Auffälligkeit im Erdreich festgestellt werden. Die Technische Einsatzeinheit nahm daraufhin erste Grabungen vor. Die Leichenspürhunde schlugen an und die Grabungen wurden fortgesetzt. Dies führte zum Auffinden eines männlichen Leichnams.
Die Bergung des Leichnams war sehr aufwendig und dauerte bis in die Nacht. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzkräfte in der Nacht bei der Ausleuchtung des Einsatzortes.
Auch die Rechtsmedizin erschien vor Ort, um den Fundort zu begutachten.
Bei den Einsatzmaßnahmen wurde die Polizei logistisch durch den Bauhof der Samtgemeinde Esens und die Feuerwehr unterstützt. Der Leichnam wurde über die Ostertage in der Rechtsmedizin Oldenburg untersucht und konnte im Nachhinein als der vermisste 59-jährige aus dem Sauerland identifiziert werden. Die Angehörigen des Vermissten wurden über die Ostertage entsprechend informiert erlangten so traurige Gewissheit.
Das Obduktionsergebnis ergab, dass der 59-Jährige durch massive Gewalteinwirkung zu Tode kam. Im Rahmen der weiteren Durchsuchungs- und Ermittlungsmaßnahmen in den Objekten in der Gemeinde Holtgast wurden zudem diverse Spurenträger und Gegenstände sichergestellt, die nun ausgewertet werden.
Aufgrund des Leichenfundes wurden die drei Beschuldigten vorläufig festgenommen. Der 34-Jährige und die 60-Jährige wurden am Donnerstagabend wieder entlassen. Der 30-Jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. Es erging ein Untersuchungshaftbefehl durch den Zentralen Richterlichen Bereitschaftsdienst wegen Verdachts des Mordes zum Nachteil des 59-jährigen Mannes. Der Beschuldigte wurde daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Aurich und der Mordkommission der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund laufen aktuell weiter.
▼ Rückfragen bitte an: Dieser Blaulichtreport stammt aus einer Pressemitteilung der Polizei Aurich. News Reader hat den Text übernommen. Alle Einsätze und Berichte der Polizei Aurich finden sie hier. Weitere aktuelle Meldungen finden Sie auf unserer Startseite oder unserem Nachrichtenüberblick.
Leichenfund in Holtgast-Fulkum: Ermittler sprechen mit Verdächtigem Stand: 08.04.2026 16:47 Uhr Ein 30-Jähriger unter Mordverdacht hat sich nach dem Fund einer Leiche in der Gemeinde Holtgast gegenüber den Ermittlern geäußert. Laut Staatsanwaltschaft Aurich bestreitet er die Tat nicht.
Ein Geständnis hat er den Angaben zufolge aber auch nicht abgelegt. Der 30-Jährige sitze weiter in Untersuchungshaft. In der vergangenen Woche hatten Ermittler nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft vier Privatgrundstücke in der Gemeinde Holtgast im Landkreis Wittmund durchsucht. Bei Grabungen auf einem Grundstück im Ortsteil Fulkum fanden sie den Angaben nach am vergangenen Mittwoch den Leichnam eines 59 Jahre alten Vermissten aus dem Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Er war laut Polizei und Staatsanwaltschaft als Betreuer eines 34-Jährigen tätig gewesen, der gemeinsam mit seiner Mutter in Fulkum lebt.
Mutter und Söhne verdächtigt Nach dem Leichenfund seien die 60-Jährige und ihre beiden Söhne - 34 und 30 Jahre alt - vorläufig festgenommen worden. Der 30-Jährige, wohnhaft in Utgast in der Gemeinde Holtgast, kam in Untersuchungshaft. Die Mutter und ihr älterer Sohn wurden den Angaben nach am Donnerstagabend wieder entlassen. Es liege kein dringender Tatverdacht vor. Die Ermittlungen gegen die drei Beschuldigten dauern an.
Anwohner berichten, dass auch das THW und ein Leichenwagen vor Ort waren. Wonach gesucht wird, wurde nicht bekannt gegeben.
Betreuer galt seit Anfang 2024 als vermisst Angehörige hatten den 59-Jährigen, der seinen Wohnsitz in Lüdenscheid im Sauerland hatte, laut Polizei und Staatsanwaltschaft Anfang Februar 2024 als vermisst gemeldet. Ermittlungen ergaben, dass der Vermisste Ende Januar 2024 von Minsk über Vilnius, Warschau und Hamburg nach Ostfriesland zu einer Familie in Holtgast gereist war. Über diese Reiseroute hatte er den Angaben nach wenige Tage später zu seiner Familie nach Weißrussland zurückreisen wollen. Nach Angaben der Ermittler hatte "der Vermisste die geplante Rückreise offensichtlich nicht angetreten". Schließlich seien Zweifel an den Darstellungen der beschuldigten Familie aus Holtgast hinsichtlich des Verbleibs des Vermissten aufgekommen.
Gelder veruntreut? Vermisster wurde gesucht Das Opfer und die Familie aus Holtgast kannten sich den Angaben nach "aus früheren Zeiten", als der 59-Jährige als Betreuer des jüngeren Sohnes tätig war. In dem Betreuungsverhältnis soll es laut Polizei und Staatsanwaltschaft zu einer "Veruntreuung von Geldern gekommen sein". In diesem Zuge sei auch gegen den ehemaligen Betreuer ermittelt worden. "Unter anderem war der Vermisste zur Festnahme ausgeschrieben", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von Dienstag. Die Staatsanwaltschaft geht einem Sprecher zufolge derzeit davon aus, dass es wegen der veruntreuten Gelder zu einem Streit gekommen war. Es stehe das Mordmerkmal der Habgier im Raum. Im September 2025 sei schließlich eine Mordkommission bei der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund eingerichtet worden. Nach monatelangen Ermittlungen kam es dann in der vergangenen Woche zu den Durchsuchungen der vier Grundstücke in der Gemeinde Holtgast.
"Massive Gewalteinwirkung" führte zum Tod Bei den Durchsuchungen wurden die Ermittler den Angaben nach von einem Team der niederländischen Polizei unterstützt, welches auf Bodenuntersuchungen spezialisiert sei und über entsprechende Ausrüstung verfüge. Nachdem die Spezialisten Auffälligkeiten im Garten feststellten, seien die Grabungen durchgeführt worden. Auch Leichenspürhunde schlugen an. Die Bergung des Leichnams war laut Polizei und Staatsanwaltschaft "sehr aufwendig" und dauerte bis in die Nacht. Das Technische Hilfswerk unterstützte bei der Ausleuchtung des Gartens. Laut Obduktionsergebnis kam der 59-Jährige durch "massive Gewalteinwirkung zu Tode" - gegen den Kopf, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft ergänzte. Nach NDR Informationen soll die Leiche aufgrund des Torfbodens noch gut zu identifizieren gewesen sein. Die Ermittler informierten die Angehörigen des Vermissten am Wochenende.
Bürgermeister kritisierte fehlende Informationen Der Bürgermeister der Gemeinde Holtgast, Gerhard Frerichs (Neue Liste), hatte zuvor kritisiert, dass seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft bis Dienstagmittag kaum etwas zu den Durchsuchungen mitgeteilt wurde. Das habe zu Verunsicherung und Spekulationen in der Gemeinde geführt, so Frerichs. Als Ermittler am vergangenen Donnerstag Kisten aus dem Haus in Fulkum trugen, bestätigten die Behörden zwar, dass sie das Grundstück seit Dienstag durchsuchten. Beim Umgraben des Gartens seien Gegenstände gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Zum Anlass des Einsatzes wurden aber zunächst aus "ermittlungstaktischen Gründen" keine Angaben gemacht, so eine Polizeisprecherin. Ob unter den sichergestellten Gegenständen auch die mutmaßliche Tatwaffe ist, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern - es handle sich um Täterwissen.