Nach zwölf Jahren rollt die Kripo den Fall um die vermisste Banksekretärin Nancy Förster wieder auf.
Um 16.38 Uhr stempelte Nancy Förster ihre Zeitkarte, mit den Worten „bis morgen“, verabschiedete sie sich von ihrem Chef. Das war am 9. September 1998. Seither fehlt von der damals 29-Jährigen jede Spur.
Nun rollt die Kripo den Fall der vermissten Banksekretärin aus Königs Wusterhausen wieder auf. „Mittlerweile müssen wir von einem Tötungsverbrechen ausgehen“, sagt Kriminalhauptkommissar Falk Küchler (35), der nach über zwölf Jahren die Akte Nancy Förster wieder öffnete.
Die wenigen Spuren werden nun mit neuesten kriminaltechnischen Methoden untersucht. Außerdem klebten die Mord-Ermittler Suchplakate. „Wir hoffen auf neue Hinweise, und dass sich nun auch solche Zeugen melden, die damals ihre Beobachtungen nicht für wichtig hielten.“
An jenem Septembermittwoch 1998 hatte Nancy Förster ihre Arbeitsstelle, die Berliner Volksbank am Charlottenburger Kaiserdamm 86, verlassen, um zu einer Notarin in der Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg) zu fahren.
Dort war sie mit ihrem Noch-Ehemann verabredet, kam aber nie an. Ihren grünen Toyota Carina fand die Polizei später vor der Bank. Da der Ehemann für die Zeit des Verschwindens kein Alibi hatte, galt er damals als Hauptverdächtiger.
Nachzuweisen war ihm nichts. Allerdings seien 90 bis 95 Prozent der Tötungsdelikte Beziehungstaten, erläutert Küchler. Er geht daher davon aus, dass der Täter in Nancy Försters weiterem Umfeld zu suchen ist, und er glaubt fest, dass er ihn auch nach zwölf Jahren noch überführen kann.
Sekretärin ermordet? - Seit 1998 wird Nancy Förster vermisst
(XY vom 16. März 2011) 1998: Nancy Förster, 29 Jahre alt und Mutter einer neunjährigen Tochter, lebt in Scheidung. Sie will sich von ihrem Ehemann endgültig trennen. Beide haben deshalb am 9. September 1998 einen Termin beim Notar. Kurz bevor Nancy Förster ihren Arbeitsplatz, die Volksbank in Berlin-Charlottenburg, um 16.38 Uhr verlässt, führt sie noch ein Telefonat mit einer unbekannten Person. Zum Termin um 18 Uhr im Stadtteil Prenzlauer Berg erscheint sie nicht.
Untergetaucht? Ermordet? Alle Suchmaßnahmen bleiben ohne Erfolg. Nur der Toyota der Vermissten wird gefunden. Er steht an derselben Stelle, an der Nancy Förster ihn am Morgen vor ihrem Verschwinden abgestellt hatte - vor dem Gebäude der Volksbank.
Die Polizei geht zunächst davon aus, dass die Frau ihr Lebensumfeld freiwillig verlassen hat. Bald aber verdichten sich die Anzeichen für Mord. Nancy Förster dürfte den Täter gekannt haben. Die Polizei durchleuchtet jetzt noch einmal das gesamte Umfeld, auch hinsichtlich möglicher Tatmotive. Die Aufklärungschance ist heute womöglich besser als vor 13 Jahren. Mitwisser könnten sich an die Polizei wenden, weil Gründe für ihr bisheriges Schweigen inzwischen entfallen sind.
Personenbeschreibung: Nancy Förster war bei ihrem Verschwinden 29 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, schlank und hatte blondes Haar mit Dauerwelle. Sie trug ein dunkelblaues Jackett mit Reißverschluss, eine Bluse, ein blaues Halstuch aus Seide, eine schwarze Wildlederhose und dunkle Schuhe mit Absatz.
Verschwundene Gegenstände:
- grüne Ledergeldbörse, darin: Personalausweis, Kreditkarten und 100 DM Bargeld;
- Autoschlüssel mit auffälligem Anhänger in Form eines Kinderschuhs, weiß mit buntem Muster (Werbegeschenk der Berliner Volksbank).
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.
FRANKFURT (ODER). Sie verschwand vor zwölfeinhalb Jahren. Das letzte Lebenszeichen hinterließ sie mit ihrer Stechkarte. Mit ihr verließ Nancy Förster am 9. September 1998, um genau 16.38 Uhr, ihren Arbeitsplatz, die Berliner Volksbank am belebten Kaiserdamm in Charlottenburg. Seitdem fehlt von der 29-jährigen Bankkauffrau aus Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) jede Spur. Niemand hat sich gemeldet, der sie danach noch gesehen hat. Die Suche der Polizei blieb erfolglos, der Vermisstenfall kam zu den Akten. Bis zum Dienstag dieser Woche. Da wurden in Berlin und Königs Wusterhausen an die 100 Fahndungsplakate aufgehängt. "Wir haben den Fall wieder aufgerollt", sagte gestern Falk Küchler, der Leiter des Kommissariats "Schwere Kriminalität" des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder).
"Wir sind überzeugt, dass Nancy Förster einem Tötungsverbrechen zum Opfer gefallen ist. Wir sind aber auch optimistisch, den Fall lösen zu können." Das mysteriöse Verschwinden der Frau gehört zu den sogenannten Altfällen, die die Ermittler nach und nach aufarbeiten. Dabei werden damals sichergestellte Spuren mit neuesten wissenschaftlichen Methoden untersucht. Welche Spuren das sind, dazu schwieg Küchler gestern. "Wir schauen uns auch noch mal die Ergebnisse der damals geführten Ermittlungen genau an", erklärte der 35-jährige Kriminalhauptkommissar lediglich. "Die Polizei bittet um Mithilfe", ist auf den DIN A5 großen Plakaten zu lesen.
Darauf zu sehen ist ein Foto von Nancy Förster, einer attraktiven, lebenslustigen Frau mit blonden Naturlocken. Die Fahndungsaufrufe hängen am Kaiserdamm, dort wo sie gearbeitet hat, sie hängen auch in der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Dort hatte Nancy Förster am Tag ihres Verschwindens um 18 Uhr einen Notartermin, zusammen mit ihrem getrennt von ihr lebenden Ehemann. Es sollte um die Gütertrennung für die Scheidung gehen. Alles schien im Vorfeld geregelt. "Es gab offenbar auch keinen Streit um das Sorgerecht der Tochter", sagte Küchler. Doch bei dem Notar kam die als zuverlässig geltende Frau nie an. Der Ehemann wartete umsonst. Die Plakate hängen aber auch in Neue Mühle, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen. Dort hatte Nancy Förster zuletzt mit ihrem neuen Lebensgefährten und ihrer Tochter gelebt. "Wir schließen einen Suizid und einen Unfall definitiv aus", sagte Küchler. Unwahrscheinlich sei auch, dass Nancy Förster ihren gewohnten Lebensraum freiwillig verlassen habe.
"Sie war gerade zur Chefsekretärin aufgestiegen. Zuhause gab es auch keine Probleme. Sie hatte ein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter", sagte der Kriminalist. Der Lebensgefährte hatte damals die Vermisstenanzeige aufgegeben. Später war der Ehemann vorläufig festgenommen, aber "zeitnah wieder entlassen worden". Fest steht, dass Nancy Förster von der Arbeit noch telefoniert hat. "Wir fahren jetzt los", soll sie gesagt haben. "Wir wissen nicht, wen sie angerufen hat", sagte Küchler. Zuletzt habe sie in der Bank mit ihrem Chef gesprochen, sich von ihm verabschiedet. Am Kaiserdamm stieg Nancy Förster nicht in ihr Auto.
Den grünen Toyota Carina fand die Polizei später - sorgfältig geparkt auf dem Mittelstreifen vor der Bank. Dass sich Zeugen melden werden, davon ist der Kriminalhauptkommissar überzeugt - auch nach so langer Zeit. "Die junge Frau war sehr hübsch. Sie muss damals jemandem aufgefallen sein", sagte er. Küchler denkt an Zeugen, die sich bisher keine Gedanken gemacht haben, als sie Nancy Förster vielleicht vor der Bank in ein Auto haben steigen sehen. Vielleicht ist sie aber auch zur U-Bahn gelaufen. Falk Küchler ist überzeugt, dass der Täter irgendwo im näheren oder weiteren Umfeld von Nancy Förster zu finden ist. "90 bis 95 Prozent aller Tötungsdelikte sind Beziehungstaten", sagte er.
Getötet nach der Arbeit Nancy Förster verließ am 9. September 1998 um 16.38 Uhr ihren Arbeitsplatz bei der Berliner Volksbank am Kaiserdamm. Seitdem wird sie vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. Die 29-Jährige war 1,72 groß und schlank, sie hatte blonde Naturlocken und blau-graue Augen. Bekleidet war sie mit einer blauen Jacke, einem blauen Seidentuch, einer schwarzen Wildlederhose und dunklen Absatzschuhen.
Polizei rollt den Fall der verschwundenen Sekretärin auf Vermisste Nancy F. ermordet?
Von Claudia Keikus
p05.03.11, 00:00 Uhr
Berlin - Auch den mysteriösen Vermissten-Fall Nancy Förster will die Polizei mit neuen Spuren klären. Die Chefsekretärin der Berliner Volksbank ist seit 12 Jahren spurlos weg.Nancy Förster verschwand im September 1998. Die damals 29-jährige verließ am 9. September ihr Büro an der damaligen Volksbank-Zentrale am Kaiserdamm. Von dort aus wollte sie zu ihrem Anwalt an der Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg), um sich mit ihrem Noch-Ehemann Thorsten wegen der Scheidung zu treffen. Nancy Förster kam nie an. Während der monatelangen Ermittlungen, geriet sogar Nancys Mann unter Verdacht (KURIER berichtete). Am Ende verlief alles im Sande.Jetzt wurden die wenigen alten Spuren mit neuer Technik untersucht. Zwischenzeitlich glauben die Ermittler sogar, dass die in Königs Wusterhausen lebende Nancy Förster (eine damals 9-jährige Tochter) ermordet wurde.An der ehemaligen Volksbank-Zentrale wurden bereits neue Suchplakate zum jetzigen Mord-Fall Nancy Förster aufgehängt.------------------------------BU: Fahndungs-Plakate im Schaufenster. Die Polizei sucht Zeugen.
Polizei hofft auf neue Hinweise im Fall Nancy Förster, von der seit 1998 jede Spur fehlt.
Als sie verschwand, war Nancy Förster 29 Jahre alt. Seit dem 9. September 1998 ist sie verschwunden. Diesen Monat würde sie 42 Jahre alt, doch dass sie noch lebt, ist unwahrscheinlich. „Wir gehen heute von einem Tötungsdelikt aus“, sagt Kommissar Falk Küchler aus Frankfurt Oder.
Routinemäßig hat das Kommissariat für schwere Kriminalität den fast 13 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufgerollt. „Wir hoffen, dass sich Leute melden, die damals nicht mit der Polizei gesprochen haben“, sagt Küchler. Dazu wurden in Königs Wusterhausen Plakate aufgehängt, die ein Bild und eine Beschreibung der Vermissten zeigen.
Aussichtslos sei es nicht, neue Hinweise zu bekommen, sagt Küchler. Ein ähnlicher Fall – der Mord an der 1997 in Frankfurt/Oder verschwundenen Heike Nagler – sei im Jahr 2008 nach elf Jahren doch noch aufgeklärt worden, so der Polizist.
Nancy Förster hatte am 9. September 1998 um 16.38 Uhr ihre Arbeitsstelle bei der Berliner Volksbank verlassen. An dem Nachmittag hatten sie und ihr getrennt lebender Ehemann einen Termin beim Notar wegen ihrer Scheidung. Dort kam Nancy Förster aber nie an. Ihr Auto, ein grüner Toyota Corolla, wurde später in der Nähe der Bank gefunden.
Ein erster Verdacht gegen den Ehemann war damals fallengelassen worden. Mit ihm hatte Nancy Förster ein Haus im Königs Wusterhausener Ortsteil Neue Mühle bewohnt, bevor sie im selben Ort mit einem neuen Lebensgefährten zusammenzog. Sie hinterließ eine damals neunjährige Tochter.
Nancy Förster war 1,72 Meter groß und schlank. Sie hatte schulterlange, naturblonde Locken und blau-graue Augen.
1998: Nancy Förster, 29 Jahre alt und Mutter einer neunjährigen Tochter, lebt in Scheidung. Sie will sich von ihrem Ehemann endgültig trennen. Beide haben deshalb am 9. September 1998 einen Termin beim Notar. Kurz bevor Nancy Förster ihren Arbeitsplatz, die Volksbank in Berlin-Charlottenburg, um 16.38 Uhr verlässt, führt sie noch ein Telefonat mit einer unbekannten Person. Zum Termin um 18 Uhr im Stadtteil Prenzlauer Berg erscheint sie nicht.
Untergetaucht? Ermordet? Alle Suchmaßnahmen bleiben ohne Erfolg. Nur der Toyota der Vermissten wird gefunden. Er steht an derselben Stelle, an der Nancy Förster ihn am Morgen vor ihrem Verschwinden abgestellt hatte - vor dem Gebäude der Volksbank.
Die Polizei geht zunächst davon aus, dass die Frau ihr Lebensumfeld freiwillig verlassen hat. Bald aber verdichten sich die Anzeichen für Mord. Nancy Förster dürfte den Täter gekannt haben. Die Polizei durchleuchtet jetzt noch einmal das gesamte Umfeld, auch hinsichtlich möglicher Tatmotive. Die Aufklärungschance ist heute womöglich besser als vor 13 Jahren. Mitwisser könnten sich an die Polizei wenden, weil Gründe für ihr bisheriges Schweigen inzwischen entfallen sind.
Personenbeschreibung:
• Nancy Förster war bei ihrem Verschwinden 29 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, schlank und hatte blondes Haar mit Dauerwelle. •Sie trug ein dunkelblaues Jackett mit Reißverschluss, eine Bluse, ein blaues Halstuch aus Seide, eine schwarze Wildlederhose und dunkle Schuhe mit Absatz.
•- Autoschlüssel mit auffälligem Anhänger in Form eines Kinderschuhs, weiß mit buntem Muster (Werbegeschenk der Berliner Volksbank).
Belohnung:
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.
Zuständig:
Kripo Frankfurt/Oder, Telefon: 0335 / 561 31 16 Hinweise nimmt die Polizei unter 0700/33 33 03 35 entgegen. Der Aufruf findet sich auch unter www.polizei.brandenburg.de im Internet.