Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 17. November 2012, 20:27:37 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 11020
Dieses Thema ist nur für Presseberichte

Bitte aus rechtlichen Gründen bitte mit Angabe der Quelle

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 19. November 2012, 11:11:58 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 11020
Yogtze-Fall
Der so genannte YOGTZE-Fall (auch „BAB-Rätsel“ genannt) bezeichnet den ungeklärten Tod eines arbeitslosen Lebensmitteltechnikers aus dem Siegerland am 26. Oktober 1984. In Zusammenarbeit mit der ermittelnden Kripo Hagen strahlte die Fernsehserie Aktenzeichen XY in der Sendung vom 12. April 1985 einen Filmbeitrag über den Fall aus. Er gilt als einer der mysteriösesten Kriminalfälle der deutschen Geschichte und ist bis heute ungeklärt.

Inhaltsverzeichnis
1 Vorgeschichte (gemäß XY)
2 Auffindesituation
3 Ermittlungen

Vorgeschichte (gemäß XY)

Günther Stoll, ein stellungsloser Lebensmitteltechniker aus Anzhausen, fühlte sich 1984 bereits über einen längeren Zeitraum hin verfolgt. Ohne weitere Präzisierungen sprach er des Öfteren von „denen“, die ihm etwas antun wollten, zuletzt am 25. Oktober 1984, als er kurz vor 23 Uhr in Anwesenheit seiner Ehefrau etwas apathisch in einem Sessel des gemeinsamen Schlafzimmers sitzend rief: „Jetzt geht mir ein Licht auf!“ Daraufhin schrieb er die sechs Buchstaben „YOG'TZE“ (möglicherweise handelte es sich anstelle des Großbuchstabens G auch um die Ziffer 6) auf einen Zettel, strich diese aber sofort wieder durch.
Anschließend begab sich Stoll auf den Weg zu seiner Lieblingskneipe in Wilnsdorf, wo er bald darauf eintraf. Er bestellte ein Bier, fiel dann aber ohne vorherige Anzeichen rücklings von seinem Barhocker, wobei er sich eine Gesichtsverletzung zuzog. Er erschien zu diesem Zeitpunkt nicht alkoholisiert.
Nach dem Vorfall verließ Stoll das Lokal und fuhr mit seinem blauen VW Golf I weiter. Innerhalb der nächsten zwei Stunden sah ihn niemand. Um 1 Uhr morgens erschien Stoll in Haigerseelbach, wo er aufgewachsen war, zu einem nächtlichen Besuch bei einer alten Frau, die als sehr religiös galt und in direkter Nachbarschaft seines Elternhauses wohnte. Das spätere Opfer drängte auf ein Gespräch mit der Dame und sagte ein „fürchterliches Ereignis“ für diese Nacht voraus. Aufgrund der nächtlichen Stunde wies sie den etwas verwirrt wirkenden Mann, den sie seit seiner Kindheit kannte, jedoch ab. Anschließend verlor sich seine Spur wieder für rund zwei Stunden.

Auffindesituation

Um 3 Uhr morgens entdeckten zwei LKW-Fahrer den verunfallten VW Golf Günther Stolls im Graben auf der A 45 kurz vor der Ausfahrt Hagen-Süd. Beide sagten später unabhängig voneinander aus, sie hätten eine Person um den Wagen herumlaufen sehen, die sie für verletzt gehalten hätten. Um Hilfe zu leisten, hielten sie an und riefen von einer Notrufsäule aus die Polizei. In dem Wagen lag – vollkommen nackt – der schwer verletzte Günther Stoll, der noch bei Bewusstsein war. Er berichtete den Männern, es seien vier weitere männliche Personen im Wagen gewesen, die „einfach abgehauen“ seien. Stoll starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Ermittlungen

Die Ermittlungen ergaben, dass die tödlichen Verletzungen des Opfers nicht durch den Unfall verursacht worden waren, sondern Stoll an einem anderen Ort von einem Fahrzeug überfahren, daraufhin in seinen VW Golf gesetzt und dann zum Unfallort (Fundort) gefahren wurde. Stoll muss dabei bereits unbekleidet gewesen sein. Die Beschädigungen an seinem Wagen rührten vom Unfall auf der Autobahn her. Wo die Tat verübt wurde, konnte nicht ermittelt werden.
Ein Rätsel bleibt bis zum heutigen Tage auch die Buchstabenkombination „YOG'TZE“. Die Polizei fand lediglich heraus, dass ein solches Wort in keiner Sprache der Welt existiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yogtze-Fall

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 19. November 2012, 11:32:22 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 11020
Mord an Günther S.
Arbeitstitel : "BAB-Rätsel" aka "YOGTZE"

Inhalt
Dienststelle: Kripo Hagen
Details: höchst mysteriös; unterbewusste Angst; YOGTZE; Bistro "Papillon"; Bier bestellen, dann umfallen; religiöse Frau schläft vor dem Fernseher ein; Sauerlandlinie; verunglückter Wagen; nackt im Auto liegen; Opfer wurde mit fremdem PKW überfahren
Bewertung: ***
Status: ungeklärt
Sprecher : Wolfgang Grönebaum
Belohnung : 3.000 DM
Kommissar im Studio : Oberkommissar Leppler
Tatzeit : Fr. 26.10.84
Beruf des Opfers: arbeitsloser Lebensmitteltechniker
Zitate: Ich halt das nicht mehr aus. Alle sind sie gegen mich. / Jetzt geht mir ein Licht auf!
Songs: Nino De Angelo "Jenseits von Eden" / The Kingston Trio "Hang down your head Tom Dooley"
Gaststätte: Bistro "Papillon" (Wilnsdorf)
Karte: Google Maps

Kompletter Sprechertext
Der Mann mit den Vorahnungen heißt Günther S.. Er wohnt in Anzhausen im Siegerland, ist von Beruf Lebensmitteltechniker, aber ohne Stellung. Der etwas rätselhafte Dialog mit seiner Frau findet statt am Abend des 25.Oktober 1984.
Etwa zur selben Zeit an diesem Donnerstagabend zwischen 20 und 21 Uhr sitzt die alleinstehende Rentnerin Erna H. vor dem Fernseher. Sie wohnt ca. 15 km von Anzhausen entfernt in Haiger-Seelbach, der Gemeinde, in der Günther S. aufgewachsen ist und in der heute noch seine Mutter und seine Geschwister wohnen. Frau H. wird in dieser Nacht noch ein seltsames Erlebnis haben. Auch im nahegelegenen Wilnsdorf in der Gaststätte "Papillon", in der Günther S. gelegentlich verkehrt, wird man sich später sehr genau an diesen Abend erinnern. Und ohne dass sie es zu dieser Zeit wissen können, werden 2 LKW-Fahrer in der kommenden Nacht unfreiwillig in einen äußerst undurchsichtigen Kriminalfall verwickelt.
Günther S. hat seiner Frau in letzter Zeit öfter von seinen Ängsten erzählt, ohne allerdings zu sagen, ob er konkreten Anlass hat, sich vor jemandem zu fürchten. An diesem Abend beschäftigen ihn seine realen oder vielleicht auch eingebildeten Sorgen besonders stark. Frau S. wird später aussagen, dass ihr Mann etwas notiert und danach sofort wieder ausgestrichen hat. Kurz darauf gegen 23 Uhr hat er die Wohnung in Anzhausen dann verlassen. Der Zettel, auf dem Günther S. eine merkwürdige Buchstabenkombination (YOG'TZE, Anm. des Bearbeiters) notiert und gleich wieder durchgestrichen hat, bleibt zurück. Eine Art Vermächtnis, das bis heute nicht entschlüsselt werden konnte.
Wenige Minuten nachdem er zuhause weggefahren ist, besucht Günther S. tatsächlich wie geplant das "Papillon" in Wilnsdorf. Er bestellt sich zwar ein Bier, aber trinken wird er es nicht mehr. Wie vom Blitz getroffen ist Günther S. vom Hocker gestürzt.
In Haiger-Seelbach ist Erna H., wie so oft, auch an diesem Abend vor dem Fernseher eingeschlafen. Es ist schon weit nach 23 Uhr, als die alte Dame dann zu Bett geht, ins Schlafzimmer im 1. Stock ihres Hauses.
Nach dem ungewöhnlich Sturz hält es Günther S. nicht länger in der Gaststätte "Papillon". Er fährt mit seinem blauen VW Golf mit Siegener Kennzeichen davon. Und damit verliert sich zum ersten Mal in dieser Nacht seine Spur. Im Rhein-Main-Gebiet meldet die Polizei an diesem Abend keine besonderen Vorkommnisse. Gegen Mitternacht nähert sich der LKW-Fahrer Holger M. dem Frankfurter Kreuz. Sein Ziel: Das Ruhrgebiet. Das gleiche Ziel hat auch Georg K. mit seinem Lastzug. Er muss nach Dortmund. Auch er wird später auf die Sauerlandlinie abbiegen, die durch das Siegerland und über Hagen ins Ruhrgebiet führt.
Gegen 1 Uhr in dieser Nacht, knapp 2 Stunden nach seinem verunglücktem Besuch im "Papillon", taucht Günther S. dann in seiner Heimatgemeinde Haiger-Seelbach auf. Aber er geht nicht zum Haus seiner Eltern. Er klingelt 2 Türen weiter, bei der alten Frau H.. Die alte Dame gilt im Ort als besonders fromm und religiös.
Niemand kann sich später einen Reim auf Günther S. ungewöhnlichen, nächtlichen Hilferuf machen. Und dann verliert sich zum 2. Mal in dieser Nacht seine Spur.
Um 3 Uhr morgens, also noch einmal 2 Stunden später, nähert sich Georg K. mit sein Lastzug der Autobahn-Ausfahrt Hagen-Süd. Das Siegerland mit den Ortschaften Anzhausen und Haiger-Seelbach hat er schon vor etwa einer Stunde passiert. Wenige 100 Meter vor ihm fährt Holger M. mit seinem LKW. Er sieht als Erster im Scheinwerferlicht einen verunglückten Wagen in der Böschung liegen. Da er im Vorbeifahren auch noch einen Mann erkennt, den er für verletzt hält, entschließt er sich zu halten und zu helfen. Auch Georg K. hält an, um, wenn möglich, Hilfe zu leisten.

Nachspiel
Günther S. wurde von den LKW-Fahrern schwer verletzt und splitternackt im Auto vorgefunden, stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Weitere Ungereimtheiten im ohnehin rätselhaften Fall: Günther S. wurde von fremdem Auto an unbekanntem Tatort überfahren - in völlig unbekleidetem Zustand! Erst danach wurde er schwer verletzt in seinen eigenen Wagen geladen und zum späteren Fundort gebracht. Beschädigungen am Golf stammen vom Aufprall neben der Autobahn.
Mysteriöse Buchstabenkombination YOGTZE: Ein solches Wort existiert in keiner Sprache der Welt!


http://rufmichan24.de/index.php?title=Sendung_vom_12.04.1985/Filmfall_1

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. November 2013, 17:46:55 
Offline
***** Top Forenposter *****
Benutzeravatar

Registriert: Sonntag, 23. Juni 2013, 00:11:14
Beiträge: 1583
Mysteriöser Kriminalfall

Der rätselhafte YOG’TZE-Mord

Montag, 12.08.2013, 06:47 · von FOCUS-Online-Experte Klaus Schmeh (Kryptologe)

1984 wurde der Lebensmitteltechniker Günther Stoll ermordet. Kurz vor seinem Tod schrieb er das Wort YOG´TZE auf einen Zettel. Was das zu bedeuten hat, darüber kursieren eine Menge Spekulationen.
Über den Mord an Günther Stoll berichtete seinerzeit die Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Den Beitrag gibt es bei YouTube in Teil 1 und Teil 2. Laut XY hatte sich Stoll vor seinem Tod über längere Zeit hinweg verfolgt gefühlt. Am 25. Oktober 1984 rief er in Anwesenheit seiner Ehefrau: „Jetzt geht mir ein Licht auf!“ Anschließend schrieb er die sechs Buchstaben YOG´TZE auf einen Zettel. Er strich sie sofort wieder durch.

Danach ging Stoll in eine Stammkneipe. Dort brach er zusammen, obwohl er nur wenig getrunken hatte. Um ein Uhr nachts klingelte er bei einer älteren Frau, die ihm als sehr religiös bekannt war. Angesichts der nächtlichen Stunde wies diese ihn ab. Was in den nächsten zwei Stunden passierte, ist nicht bekannt. Um drei Uhr entdeckten zwei LKW-Fahrer Günther Stoll schwerverletzt im Straßengraben. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Polizei fand heraus, dass die tödlichen Verletzungen des Opfers nicht vom Unfall stammten. Stattdessen muss Stoll an einem anderen Ort von einem Fahrzeug überfahren und auf dem Beifahrersitz seines Autos zum Fundort gebracht worden sein.

Ist YOG’TZE eine Verschlüsselung?
Bis heute ist der Fall Stoll ungeklärt. Insbesondere weiß niemand, was YOG´TZE bedeutet. Anscheinend kommt dieses Wort weltweit in keiner Sprache vor. Bisher konnte es auch niemand als Abkürzung identifizieren.

Was bedeutet YOG’TZE? Bisher gibt es keine überzeugende Erklärung. Getreu dem Motto „Wer einen Hammer hat, betrachtet jedes Problem als Nagel“ frage ich mich als nächstes, ob YOG´TZE durch eine Verschlüsselung entstanden sein könnte. Doch leider bietet ein Sechs-Buchstaben-Geheimtext kaum Ansatzpunkte für eine Dechiffrierung. Wenn es sich um eine Buchstabenersetzung handeln sollte, dann käme jedes sechsbuchstabige Wort ohne Buchstabenwiederholung als Klartext infrage – es gibt Hunderte von Möglichkeiten. Da Stoll die sechs Buchstaben spontan aufgeschrieben hat, ist eine komplexere Verschlüsselung unwahrscheinlich.

Hat das spätere Mordopfer stattdessen die Anfangsbuchstaben eines Satzes notiert, den er sich merken wollte? Unter den gegebenen Umständen hälte ich das für eine plausible Erklärung. Allerdings ist das Y im Deutschen als Anfangsbuchstabe sehr selten. Am wahrscheinlichsten wäre noch ein Name oder Spitzname.

YOG’TZE – Jogurt mir Aromastoff oder Funkzeichen?
An weiteren Spekulationen über die Bedeutung von YOG’TZE mangelt es nicht. Doch keine Erklärung erscheint wirklich zwingend. In einem Internet-Forum wies ein Teilnehmer darauf hin, dass TZE für einen naturidentischen Aromastoff steht, der auch für die Jogurt-Herstellung verwendet werden kann. Ist YOG’TZE aus den Wörtern „Jogurt“ und TZE entstanden? In dem Buch „Aktenzeichen XY …ungelöst – Kriminalität, Kontroverse, Kult“ findet man eine weitere mögliche Erklärung: Ersetzt man das G durch eine 6, dann entsteht ein rumänisches Funkzeichen – was auch immer dieses mit dem Fall zu tun haben mag. Am Ende gibt das besagte Buch ein treffendes Fazit: „Der Fall ist den Ermittlern auch heute noch, 20 Jahre danach, ein großes Rätsel.“

http://www.focus.de/wissen/mensch/gastk ... 56596.html

_________________
Meistens belehrt erst der Verlust uns ueber den Wert der Dinge - Arthur Schopenhauer


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 21. September 2014, 21:22:34 
 
ich rate, es heisst, im yoghurt waren insektizide.
yog tze


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 16. März 2017, 17:32:18 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25886
Lokales 01.06.2016 08:50 Drucken Senden


„YOGTZE“-Fall
Rätselhafter Tod weiter ungeklärt
Anzhausen/Hagen. Günter Stoll aus Anzhausen starb 1984 unter mysteriösen Umständen an der Autobahn. Der Fall ist bis heute ungeklärt.

ihm - „Wir hoffen, dass es Asservate gibt, aus denen wir DNA gewinnen können.“ Kriminalhauptkommissar Ulrich Kayser von der Mordkommission Hagen kennt den Fall Günter Stoll zwar nur aus den Akten – 1984 war er noch nicht im Dienst – aber sein Jagdinstinkt ist erwacht. Geweckt durch einen Journalisten, der dem fast vergessenen Todesfall auf der Spur war. Christian Steiger von der Zeitschrift Autobild recherchierte die überaus rätselhaften Umstände des Todes von Günter Stoll. Auch im SZ-Archiv machte er sich kundig.

Überfahrener Günter Stoll lag in seinem Auto
In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober wurde Günter Stoll (34 Jahre) von einem Auto überrollt. Gefunden wurde er in seinem eigenen Golf von einem Lkw-Fahrer. Stoll lag schwer verletzt, blutend und unbekleidet auf dem Beifahrersitz, neben ihm im Fußraum des Fahrersitzes standen ordentlich seine Schuhe.

Warum notierte Günter Stoll „YOGTZE“?
Stoll war verheiratet und Vater einer Tochter, seit einiger Zeit arbeitslos. Die Kripo in Hagen unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Crome rekonstruierte die letzten Stunden des Mannes, der kurz nach seinem Auffinden in einem Hagener Krankenhaus starb. Er hatte Angst, so viel steht wohl fest. Aber wovor, weiß niemand. Seine Frau findet einen Zettel, auf dem er die Buchstabenfolge „YOGTZE“ notiert und dann gleich wieder durchgestrichen hat. Was das bedeutet, weiß keiner. Der Zettel ist verschwunden, die Ehefrau hat ihn in der Todesnacht weggeworfen, sagt sie. Hat es das Blatt mit dem mysteriösen Wort überhaupt gegeben?

Günter Stoll war noch in Wilnsdorf und Haigerseelbach
„Alle sind gegen mich“, hat er seiner Frau gesagt. Kurz vor 23 Uhr am 25. Oktober will er noch von Anzhausen nach Wilnsdorf fahren. In der Kneipe Papillon bestellt er ein Bier und kippt vom Stuhl. Betrunken aber ist er nicht, ergibt die spätere Blutanalyse. Er habe einen Blackout gehabt, sagt er, trinkt einen Orangensaft und einen Schnaps und verlässt die Kneipe. Mit dem Auto fährt er nach Haigerseelbach, wo seine Mutter und seine Brüder wohnen. Er aber klingelt mitten in der Nacht bei einer 76-jährigen Nachbarin und sagt ihr: „Heut Nacht passiert noch was Fürchterliches.“ Sie hält ihn für betrunken und schickt ihn nach Hause.

Beim Fund bei Hagen lebt Günter Stoll noch
Stoll aber kehrt nicht nach Anzhausen zurück, sondern fährt über die Sauerlandlinie Richtung Dortmund. Kurz vor der Abfahrt Hagen-Süd kommt sein Wagen von der Fahrbahn ab und landet total zerstört in der Böschung. Als er gefunden wird, ist der Zündschlüssel abgezogen und liegt auf der Hutablage. Auf dem Beifahrersitz der sterbende Günter Stoll. An seinem Körper kleben Laub und Schmutz. Dem Lastwagenfahrer, der ihn findet, kann er er noch sagen: „Es waren vier dabei.“

Was steckt hinter dem „YOGTZE“-Rätsel?
Die Mordkommission ermittelt, landet aber – trotz einer ausgesetzten Belohnung von 3000 D-Mark – in Sackgassen. Der blonde junge Mann mit dem blutigen Jackenärmel, den der Lastwagenfahrer am Unfallort gesehen hat, blieb verschwunden. Auch der Anhalter, der in der Todesnacht an der Autobahnauffahrt Hagen-Süd eine Mitfahrgelegenheit Richtung Siegen suchte, meldete sich nicht. Warum Günter Stoll so durcheinander war in dieser Nacht, ließ sich nicht klären. Und was das Wort „YOGTZE“ bedeutet, weiß bis heute niemand. Kommissar Kayser kann es schon nicht mehr hören. Ein- bis zweimal im Jahr rufen Leute an, die das „YOGTZE“-Rätsel lösen wollen. Aber nie machen die Ideen Sinn.

Günter Stolls Tod war Thema bei „Aktenzeichen XY“
Selbst Eduard Zimmermann verbuchte nach einem aufsehenerregenden Fernsehbericht bei „Aktenzeichen XY“ keinen Fahndungserfolg. Wie die SZ damals berichtete, war die Resonanz auf die Sendung im April 1985 riesengroß. Über 170 Hinweise aus Deutschland und dem benachbarten Ausland gingen ein. Sogar ein vermeintlicher Tatzeuge meldete sich, aber diese Spur verlief wie alle anderen im Sande.

Auf der Suche nach DNA-Spuren im „YOGTZE-Fall“
Regelmäßig werden ungeklärte Todesfallermittlungen bei der Kripo wieder aus den Tiefen des Archivs geholt. Viele Fälle hat man in den vergangenen Jahren aufklären können – mit Hilfe der DNA-Analyse. Im Fall Günter Stoll waren die Hoffnungen darauf gering, denn im Kommissariat hieß es, dass die Asservate alle „kaputt“ seien. Das aber ist nicht der Fall, wie sich jetzt auf Nachfrage des Journalisten Christian Steiger herausstellte. Die Kleidung des Opfers, Klebefolien, mit denen man Spuren am Körper gesichert hatte, und ein blutiges Stück Kunststoff aus dem Wagen sind noch vorhanden.

Wer hat Günter Stoll wieder ins Auto gesetzt?
Da jemand den schwerverletzten Günter Stoll ins Auto gesetzt haben muss, nachdem er von einem Auto überrollt worden war, ist es wahrscheinlich, dass sich die DNA dieser Person an einem Beweismittel befindet. Ulrich Kayser hat seine Kriminaltechniker darauf angesetzt, verwertbare Spuren an den Asservaten zu finden. Haben sie Erfolg, wird eine DNA-Analyse gemacht. Und dann muss man auf Ermittlerglück hoffen, denn die schönste DNA nützt nichts, wenn sie nicht mit irgendeiner gespeicherten genetischen Spur übereinstimmt. Mit anderen Worten: Ein Mörder von Stoll müsste in irgendeinem Zusammenhang aktenkundig geworden sein, sonst führen die neuen Errmittlungen wieder ins Leere.

Immer neue Theorien über den „YOGTZE“-Fall
Mehrere Wochen wird es dauern, bis Klarheit herrscht. Bis dahin wird Ulrich Kayser weiter damit leben müssen, dass sein Telefon klingelt und ihm jemand neue Theorien über „YOGTZE“ auftischt.

http://www.siegener-zeitung.de/siegener ... e4f7da7-ds


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 03. Juni 2017, 07:36:13 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25886
Bizarrer Fall
Ein nackter Toter, eine rätselhafte Notiz, keine Spur - der mysteriöse "YOG'TZE"-Mord
Der Mordfall "Günther Stoll" ist einer der mysteriösesten in der deutschen Kriminalgeschichte. Er beschäftigt die Polizei in NRW bis heute: Wusste das Opfer vorher, was es erwartet? Und was bedeutet die mysteriöse "YOG'TZE"-Notiz? Die Ermittler hoffen noch immer auf einen Durchbruch.

Ein blauer Golf mit demolierter Motorhaube in einer Böschung neben der Autobahn - das sieht ein LKW-Fahrer im Vorbeifahren im Scheinwerferlicht. Er glaubt an einen Unfall und hält auf dem Seitenstreifen an, um zu helfen. Kurz hinter ihm kommt ein Kollege zum Stehen. Gemeinsam treten Sie an den demolierten Wagen heran. Darin entdecken sie: den sterbenden Lebensmitteltechniker Günther Stoll. Nackt, am Körper kleben Laub und Schmutz.

Die grausige Szene spielte sich in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1984 ab, an der A45 bei Hagen-Süd. Und sie wird die Kripo noch lange beschäftigen, bis heute. Der Fall "Günther Stoll" ist einer der mysteriösesten Mordfälle in der Geschichte der Bundesrepublik und weiterhin nicht aufgeklärt. Doch zu sicher sollten sich der oder die Mörder nicht sein, die Polizei hat noch ein Ass im Ärmel - und wartet darauf, es spielen zu können.

Mord ist Thema bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Das eigenartige Geschehen in den Stunden, bevor Günther Stoll von den beiden LKW-Fahrern gefunden wurde, rekonstruiert die Polizei schon kurz nach dessen Tod weitestgehend - aber entscheidende Informationen fehlen. Am 12. April 1985 wenden sich die Ermittler daher via "Aktenzeichen XY… ungelöst" an Millionen Fernsehzuschauer. Der gut zehnminütige Film stellt das Geschehen am Abend des 25. Oktober 1984, einem Donnerstag, so weit wie möglich nach:

Der 34-jährige Stoll lebt mit seiner Frau zusammen in Anzhausen im Siegerland, er ist arbeitslos. Der gelernte Lebensmitteltechniker wirkt an dem Donnerstagabend wieder einmal nervös, unruhig, nachdenklich. Er sagt zu seiner Frau Sätze wie "Ich halte das nicht mehr aus", "Alle sind sie gegen mich", "Ich habe einfach Angst, dass die mir was antun". Wer sind "die"? Wurde Günther Stoll bedroht? War er paranoid? Hatte er eine Vorahnung? Darauf gibt es bis heute keine Antwort.

Im Laufe des Abends, der Fernseher läuft im Hause Stoll, sagt der 34-Jährige nach langem Grübeln: "Jetzt geht mir ein Licht auf." Er nimmt sich Stift und Papier und notiert sechs Buchstaben: "YOG'TZE". Kurz darauf streicht er seine Notiz wieder durch, wird seine Frau später aussagen. Gegen 23 Uhr zieht er sich seine Wildlederjacke an und verlässt die Wohnung. Er hofft, dass ein Bier im "Papillon", einer Kneipe im benachbarten Ort Wilnsdorf seine Ängste ein wenig lindert. "Bis gleich", sind die letzten Worte an seine Frau.

"Es passiert etwas ganz Fürchterliches"

Wenig später kommt er im "Papillon" an, bestellt das Bier. Bevor er es trinken kann, fällt Günther Stoll vom Barhocker, zieht sich eine Wunde im Gesicht zu. Anderen Gästen der Kneipe sagt er, dass er "weg" war, einen "Aussetzer" hatte. Für den Sturz gibt es keine plausible Erklärung. Stoll verlässt kurz darauf die Kneipe, nach der Verletzung ist ihm die Lust am Bier vergangen. Er setzt sich in seinen blauen Golf und fährt davon.

Gegen ein Uhr in der Nacht taucht der 34-Jährige in seinem Heimatort Haigerseelbach auf, knapp zehn Kilometer von der Gaststätte "Papillon" entfernt. Anstatt seine Mutter zu besuchen, klingelt er zwei Häuser weiter, bei einer Rentnerin, die als sehr gläubig gilt. Sie kommt ans Fenster im ersten Stock ihres Hauses. Stoll will reden, er wirkt verwirrt, ruft ihr zu: "Die Nacht passiert noch was, etwas ganz Fürchterliches." Sie weist ihn ab, er kündigt an, zurück zu seiner Frau nach Anzhausen zu fahren, gut 15 Kilometer, und verschwindet in die Nacht.

Gegen drei Uhr morgens halten die beiden Lastwagenfahrer auf dem Seitenstreifen der A45 bei Hagen-Süd an und machen ihre furchtbare Entdeckung, fast 100 Kilometer von Stolls Wohnort entfernt. Sie sehen kurz vorher im Dunkeln noch eine Person in heller Kleidung um das Auto herumhuschen. Als sie am Wagen ankommen, ist sie aber verschwunden. Günther Stoll, unbekleidet, stöhnt noch, als die beiden LKW-Fahrer an dem demolierten Golf ankommen, mit letzter Kraft teilt er seinen Helfern mit, dass es vier Männer gewesen seien. "Nicht meine Freunde. Sie sind abgehauen, weg. Ich will auch weg", sagt Stoll noch mit letzter Kraft. Was er damit meint, bleibt ungewiss. Auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt Günther Stoll wenig später an seinen schweren Verletzungen.

Die "YOG'TZE"-Notiz beschäftigt die Polizei - bis heute

Ein Unfall? Vielleicht auch, aber nicht nur: Rechtsmediziner stellen später fest, dass Stoll nicht an der Fundstelle verletzt wurde. Er wurde zuvor an einem anderen Ort von einem anderen Fahrzeug überrollt, auch zu dem Zeitpunkt war er schon unbekleidet. Dann wurde er auf den Beifahresitz seines Wagens gesetzt und zum späteren Fundort gefahren, so die Untersuchungsergebnisse.

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, die Zeugensuche beginnt - erfolglos. Ein Anhalter, den Autofahrer in der Nähe des Fundortes bemerkten, meldet sich nicht bei der Polizei. Die Beamten ermitteln auch in der niederländischen Drogenszene, Günther Stoll hatte offenbar Kontakte dorthin - die Untersuchungen bleiben ebenfalls erfolglos. Sie setzen 3000 D-Mark Belohnung für Hinweise aus - ohne Erfolg. Auch die Suche bei "Aktenzeichen XY… ungelöst" verhilft nicht zur Aufklärung - trotz rund 170 Hinweisen. Die Person, die um den Golf herumschlich, wird nie gefunden. Und wie gelangte das Opfer an den Fundort, kilometerweit weg von seinem Zuhause?

Auffällig an dem Fall sind sind vor allem die scheinbaren Vorahnungen von Günther Stoll - aber auch hier kommen die Ermittler nicht voran. Und dann ist da noch die mysteriöse Notiz des 34-Jährigen: "YOG'TZE". Der Zettel allerdings ist verschwunden, seine Frau habe ihn in der Todesnacht weggeworfen, berichtet die "Siegener Zeitung".

Hat es die Notiz überhaupt gegeben?

Der Fall des Günther Stoll kommt nicht zu den Akten

Die Ermittler gehen davon aus und recherchieren. Heraus kommt: Das Wort existiert in keiner Sprache der Welt. Aber es schießen Spekulationen ins Kraut - bis heute: "YO6'TZE" soll ein rumänisches Funkzeichen sein. Wurde die "6" für ein "G" gehalten? Auch diese Vermutung hilft nicht weiter. Steht "YOG" für einen Joghurt mit dem Namen "TZE"? Alles Spekulation. Oder handelt es sich bei "YOG'TZE" um eine verschlüsselte Botschaft? Dann können die Ermittler sie zumindest nicht dechiffrieren.
So bleibt der "YOG'TZE"-Fall bis heute vor allem Eines: einer der mysteriösesten ungeklärten Mordfälle Deutschlands.

Die Ermittler hoffen, das Rätsel um die Vorahnungen Günther Stolls, seine eigenartige Notiz und den bizarren Tod noch irgendwann klären zu können. In dem blauen VW-Golf wurde DNA-Material sichergestellt.

Nachdem es zunächst als verschollen galt, sei es doch in der Asservatenkammer entdeckt worden, erzählt Ulrich Kayser von der Mordkommission Hagen laut "Siegener Zeitung". Neue Hoffnung für die Kripo: Vielleicht taucht die DNA irgendwann, irgendwo noch einmal bei anderen Ermittlungen auf. Bis dahin wird bei der Mordkommission in Hagen auch weiterhin regelmäßig das Telefon klingeln, weil Anrufer glauben, das "YOG'TZE"-Rätsel gelöst zu haben.

Zu den Akten gelegt wird der Tod Günther Stolls jedenfalls nicht. Mord verjährt nie, und so wird auch der "YOG'TZE"-Fall turnusmäßig immer wieder hervorgeholt.

http://www.stern.de/panorama/stern-crim ... e=standard


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 


 
Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de