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 Betreff des Beitrags: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 15. November 2014, 20:35:20 
 
Ein Rendezvous ohne Wiederkehr
Aktualisiert: 09.03.2009 - 23:50

Im Badezimmer lag noch ihr Bikini, in der Küche das benutzte Geschirr. Vor der Tür stand ihr Auto, im Keller das Fahrrad. Und im Kühlfach war das Eis, das sie ihren Kollegen versprochen hatte.

Die ganze Wohnung wirkte so, als käme Bettina Trabhardt (45) jeden Moment zurück. Darauf jedoch wartete ihre verzweifelte Familie umsonst – seit nunmehr elf Jahren. Das Schicksal der Münchner Krankenschwester ist einer jener seltenen Vermisstenfälle, die sich in all den Wochen, Monaten und Jahren niemals klären ließ. Am Abend des 12. August 1997 verließ die attraktive Frau in bester Stimmung ihr Wohnhaus. Seitdem wurde sie nie mehr gesehen.

Ein neuer Job in der kardiologischen Abteilung der Internistischen Klinik Dr. Müller in Thalkirchen hatte die aus dem Raum Rosenheim stammende Krankenschwester im Mai 1997 nach München geführt. Erst sechs Wochen vor ihrem Verschwinden war sie auf der anderen Seite der Isar im grünen Münchner Villenviertel Harlaching in ihre neue Wohnung in der Gufidauner Straße eingezogen. Sie fühlte sich dort wohl, hatte sich auch an ihrer neuen Arbeitsstelle gut eingelebt. Nur der Mann fürs Leben – der fehlte ihr noch.

Mit 45 Jahren hatte diese gestandene, selbstbewusste und kontaktfreudige Frau klare Vorstellungen von ihrem Mister Wonderful. Sie ging gern aus, war öfter im Biergarten Menterschwaige oder am Nockherberg und auch mal im Harlachinger Nachtlokal „Pilshahn“ in der Otkerstraße (Untergiesing) zu Gast. Bei neuen Bekanntschaften achtete sie stets auf ein gepflegtes Äußeres und vor allem auf gute Umgangsformen. Mit genau solch einem, schon etwas älteren Gentleman war sie beim Nobel-Italiener „Trattoria Antica“ in Harlaching gesehen worden. Doch bis heute weiß die Kripo nicht, wer dieser Mann war.

Am 12. August sah eine Nachbarin, wie sich Bettina Trabhardt zunächst im Garten und dann auf ihrem Balkon sonnte. Ihr erzählte die 45-Jährige, dass sie abends noch in den Biergarten gehen wolle. Tatsächlich hatte sie nachmittags bei einem Freund eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und ihm einen gemeinsamen Biergartenbesuch vorgeschlagen. Als er gegen 20 Uhr zurückrief, war Bettina schon weg.

Um 19 Uhr hatte sie – auch das sah die Nachbarin – bereits das Haus verlassen. Beschwingt und sehr elegant im „kleinen Schwarzen“ (Top oder Kleid mit Spaghettiträgern) war sie zu Fuß davongegangen – eigentlich viel zu schick gekleidet für einen Biergartenbesuch. Weil sie ihre Pläne geändert und stattdessen ein romantisches Rendezvous hatte? Am nächsten Tag um 10.30 Uhr warteten ihre Kollegen vergeblich auf sie. Das war völlig untypisch für die 45-Jährige, die als äußerst zuverlässig und korrekt galt. Sie hatte auch in den folgenden Tagen keinen einzigen Termin abgesagt.

Ihre Schwester und ihr Schwager brachen nach dem alarmierenden Anruf aus der Klinik sofort ihren Frankreich-Urlaub ab und erstatteten Vermisstenanzeige. Die beiden befragten Bettinas gesamten Bekanntenkreis und verbrachten viele Stunden in ihrer Wohnung auf der Suche nach irgendeinem Hinweis. Sie zwangen sich sogar – mit schlechtem Gewissen – ihr Tagebuch zu lesen. Fehlanzeige. Bettina hatte darin zum letzten Mal drei Tage vor ihrem Verschwinden ein paar persönliche Gedanken über zwei Bekannte und einen geplanten Urlaub im Oktober notiert.

Tief besorgt sagte ihr Schwager Ende August: „Bettina hat keinerlei Großstadterfahrung und – leider – auch überhaupt keine Angst. Sie ist sehr resolut und würde ohne Weiteres allein nachts durch den Park laufen.“

Weder die Familie noch die Mordkommission konnten je ergründen, was der Krankenschwester in jener Nacht zum 13. August 1997 zugestoßen ist. Nach Abwägung aller Erkennnisse bestehen für die Polizei kaum noch Zweifel daran, dass Bettina Trabhardt das Opfer eines bis heute unbekannten Mörders wurde.


Am Tag ihres Verschwindens bekam Bettina Trabhardt um 17 Uhr einen Anruf. Im gesamten Bekanntenkreis konnte nie nachvollzogen werden, wer dieser Anrufer war. Die Polizei sieht jedoch möglicherweise einen Zusammenhang zu Bettina Trabhardts Verabredung am Abend, die sie ganz offensichtlich hatte.

Als sie ihre Wohnung in der Gufidauner Straße verließ, hatte sie Schlüssel, Ausweis und Tränengas-Spray in einer wahrscheinlich kleinen, schwarzen Ledertasche bei sich. Diese Gegenstände sind nie gefunden worden – ebenso wie ihr bernsteinfarbener Anhänger an der langen Goldkette und ein ovaler, auffälliger Goldring mit schwarzen und weißen Perlen sowie Zirkoniasplittern. Unter Telefon 089/2910-0 ist die Mordkommission München für Hinweise erreichbar.

Quelle: tz


http://www.tz.de/muenchen/stadt/ein-ren ... 62506.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 15. November 2014, 20:36:25 
 
11. Mai 2010 02:41
Morde in München
Drei Frauenleichen: zwei Morde und ein Suizid

Drei Frauen sind in den 90er Jahren in München auf mysteriöse Weise verschwunden, zumindest eine ist ermordet worden. Geklärt werden konnte bislang keiner der Fälle. Die Arbeitsgruppe "Frauenmorde" meldet jetzt Ergebnisse: Die Ermittler glauben zu wissen, wer der Mörder von Kristin Harder ist und was es mit dem Verschwinden von Sonja Engelbrecht und Bettina Trabhardt auf sich hat.

Von Von Christian Rost

Noch im März schloss die Polizei bei ihren Ermittlungen nichts aus - der Mord an Kristin Harder 1991, das spurlose Verschwinden von Sonja Engelbrecht 1995 und Bettina Trabhardt 1997 könnten in Verbindung stehen, hieß es damals. Jetzt ist man sich sicher: "Es handelt sich nicht um einen Serienmörder, der in München umgeht", sagte der Chef der Mordkommission, Josef Wilfling, der SZ. Die Ermittlungen hätten keine Zusammenhänge zwischen den Fällen ergeben.

Wilfling glaubt vielmehr, dass der letzte Begleiter von Kristin Harder die 28-Jährige auf dem Gewissen hat - und dieser Mann kommt für die anderen Taten nicht in Frage. "Wir führen ihn als Beschuldigten im Fall Harder."

Es handelt sich um einen heute 38 Jahre alten Akademiker. Momentan könne man ihm den Mord nicht zweifellos nachweisen.

Eine zwölfstündige Vernehmung des Mannes im Frühjahr - gegen die er später auch in den Medien protestierte - hatte die Polizisten noch nicht weiter gebracht. Offenbar verfügen sie jetzt über neue Erkenntnisse, die sich möglicherweise aus einer Zeugenaussage ergaben. Eine Frau deutete in einem Anruf an, das "Mordhaus" zu kennen. Von dem Verdächtigen wurde eine DNA-Probe genommen.

Die 28 Jahre alte Kristin Harder war am 12. Dezember 1991 spurlos verschwunden. Sie hatte ihren mutmaßlichen Mörder in der Gaststätte Frundsberg kennen gelernt. Zusammen gingen sie ins Nachtcafé.

Der Beschuldigte sagte aus, dort hätte er sich verabschiedet, Kristin habe noch ins Schumann's gewollt. Seither fehlte von ihr jede Spur. Bis ein Jahr später ein abgetrenntes Bein im Wald von Neubiberg und ein abgesägter Arm in der Wasserkraftanlage Altheim gefunden wurden. Bein und Arm waren vor dem Abtrennen tiefgekühlt worden.

Keinen Hinweis bekam die Polizei lange Zeit zum Schicksal der 1995 verschwundenen Sonja Engelbrecht, obwohl 130 Spuren ausgewertet und 150 Zeugen vernommen worden waren. Die 19-jährige Fachoberschülerin war am 11. April 1995 mit ihrem Begleiter, dem damals 17 Jahre alten Schüler Robert S., gegen 2.30 Uhr von einer Party zum Stiglmaierplatz gegangen.

Sonja wollte von einer Telefonzelle aus ihre Schwester anrufen. Robert S. lief unterdessen zur einfahrenden Trambahn. Weder ihre Schwester noch ihre Eltern hörten je wieder von hier. Die Polizei geht, anders als Sonjas Eltern, "aufgrund der sachlich betrachteten Fakten davon aus, dass Sonja tot ist".

Ermordet von einem bislang unbekannten Mann: Nach mehreren Fernsehsendungen, die zuletzt über den Fall Engelbrecht berichteten, gingen einige Hinweise bei der Mordkommission ein. Es hätten sich mehrere Frauen gemeldet, die in der Tatnacht von einem Mann angesprochen worden seien. Nach diesem Unbekannten wird derzeit gefahndet. Details dazu gibt die Polizei nicht bekannt. Nur so viel: Chef-Ermittler Wilfling hofft, "den Fall Engelbrecht in ein oder zwei Monaten abschließen" zu können.

Neue Erkenntnisse gibt es offenbar auch im Fall der am 17. August 1997 verschwundenen Krankenschwester Bettina Trabhardt. Die 45-Jährige verließ ihre Wohnung in der Gufidauner Straße in Harlaching gegen 19 Uhr. Eine Nachbarin, die sie getroffen hatte, beschrieb sie als "elegant gekleidet und bestens gelaunt".

Angeblich wollte Bettina Trabhardt in einen Biergarten. Entweder wurde sie abgeholt oder sie benutzte ein öffentliches Verkehrsmittel. Auch Bekannte beschrieben sie als "offen und kontaktfreudig", weshalb die Polizei auch lange Zeit von einem Verbrechen ausging.

Vielleicht war das Fassade, wie Kriminalrat Wilfling es andeutet. Er sieht den Fall heute völlig anders: Es handele sich vermutlich um einen Suizid. Die Leiche aber wurde nie gefunden.


http://www.sueddeutsche.de/muenchen/mor ... d-1.736315


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Dezember 2017, 00:56:02 
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Registriert: Dienstag, 19. Mai 2015, 22:37:53
Beiträge: 3717
Die Serienmördertheorie

Drei Frauen verschwinden zwischen 1991-1997 in München auf mysteriöse Weise. Kristin Harder (28) im Dezember 1991, Sonja Engelbrecht (19) im April 1995 und Bettina Trabhardt (45) im August 1997. Alle drei Frauen haben sich in den 90er Jahren im Münchner Nachtleben aufgehalten und lediglich bei Kristin Harder konnte einwandfrei attestiert werden, dass ein Kapitalverbrechen vorlag.

Im Jahr 1992, ca. ein Jahr nach Kirstin Harders Verschwinden, fand man ein abgetrenntes Bein im Wald von Neubiberg und ein abgesägter Arm in der Wasserkraftanlage Altheim, wo die Rechtsmedizin später die Identität von Kirstin Harder feststellen konnte.

Betrachtet man die geographische Entfernung hinsichtlich des Verschwindens und der mögliche letzte Aufenthaltsort der Frauen, Kirstin Harder (Schumann’s Gastronomie, Maximilianstraße 36, München), Sonja Engelbrecht (Stiglmaierplatz, München) und Bettina Trabhardt, (englischer Garten, München) so fällt nicht nur dem ortskundigen Münchner sehr schnell auf, dass es sich um ein überschaubares Areal handelt, wo nur wenige Kilometer Luftlinie zwischen liegen.

Am 13.05.1992, kurz nachdem man Teile des Torsos von Kirstin Harder fand, meldete sich eine anonyme Anruferin bei der Polizeiinspektion Neuperlach und erklärte in einem ca. 20-minütigen Gespräch, sie wisse wo sich das Mordhaus befindet und könnte es der Polizei zeigen.

Völlig unverständlich, dass die Dienstelle Neuperlach diesen Anruf zunächst nicht ernst nahm und nicht einmal versuchte dieses Gespräch zu lokalisieren und mitzuschneiden , sowie eine Tonbandaufnahme der Stimme der Frau anzufertigen, die man später ohne weiteres in einer Sendung wie Aktenzeichen XY ungelöst hätte publizieren können.

Diese Fahrlässigkeit und Nichtbeachtung des Anrufes, sowie zeitnahes Handeln, hat vielleicht zwei weiteren Frauen oder sogar noch mehr das Leben gekostet, wenn die anonyme Anruferin wirklich etwas wusste und es sich tatsächlich um einen Serienmörder gehandelt haben dürfte.
Link zu einem weiterführenden Bericht der Merkur Online: Kristin Harder: Kennt Zeugin das Mordhaus?

Der Täter dürfte sehr vertrauenswürdig, gutaussehend, eloquent, gebildet gewesen sein, der bei seinen Taten weder Empathie, noch Mitleid mit seinen Opfern zeigte, sowie mit durchdachter Intelligenz und brutaler Kälte später vorgegangen ist. Eine Art deutscher Ted Bundy, der aufgrund seines Charismas sich durchaus bewusst gewesen ist, wie er auf Frauen wirkte und der sich dadurch schnell das Vertrauen von Frauen erschlich. Die Münchner Presse verwendete dazu später u.a. auch den Begriff “ Womanizer“.

Ein Täter, der einen Masterplan in der Tasche hatte und im Münchner Nachtleben aktiv gewesen ist und sich ganz gezielt Frauen aussuchte, welche in sein Beuteschema passten. Ein Mensch, der möglicherweise keinerlei dissoziale Verhaltensauffälligkeiten im alltäglichen Leben/Beruf zeigte, sowie sehr akribisch bei der Spurenbeseitigung vorging und über Ortskenntnisse verfügte. Hatte er bei seiner ersten Tat (Kristin Harder) noch Mühe bei der Spuren-und Leichenbeseitigung, so könnte er bei den darauf folgenden Taten rational durchdachter vorgegangen sein, um keinerlei Rückschlüsse auf seine Identität zu zulassen.

Die Polizei schloss im Mai 2010 nach intensiven Ermittlungen die Taten eines Serienmörders aus und teilte in einer Pressemitteilung mit, dass keinerlei Zusammenhang zwischen den drei verschwundenen Frauen bestehe.

http://sonja-engelbrecht.de/tag/bettina-trabhardt


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