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#51 RE: Presseartikel von Christine 19.02.2013 15:18

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Koblenz
Thema Finanzen im Horchheimer Doppelmordprozess
Im Prozess um den Doppelmord von Koblenz Horchheim ging es heute im Wesentlichen um die finanzielle Situation des getöteten Ehepaares und der Familie der Angeklagten. Die Anklage wirft der 46jährigen Schwiegertochter vor, ihr Schwiegereltern aus Hass und Habgier getötet zu haben. Nach Aussage eines Kriminalbeamten besaßen die Getöteten fünf Häuser im Wert von weit über einer Millionen Euro. Es habe eine Lebensversicherung, Bankguthaben und ein Aktiendepot gegeben und Hinweise auf ein Konto in der Schweiz. Der getötete Vater soll den Sohn und seine Familie immer wieder finanziell unterstützt haben. Mit Privatdarlehen, aber auch indem er ihm beispielsweise auch schon einmal das Heizöl für ein Jahr bezahlt habe. Ohne die Unterstützung der Eltern wäre die Familie des Sohnes "in eine gewaltige finanzielle Schieflage" geraten. So der Beamte wörtlich. Auch andere Zeugen sagten am Vormittag aus, dass die Familie der Angeklagten in Geldnöten war.


http://www.swr.de/nachrichten/rp/koblenz...ml#meldung97698

#52 RE: Presseartikel von 19.02.2013 20:35

19.02.2013, 19:59 Uhr

Doppelmord-Prozess: Landgericht misstraut Spürhunden

Koblenz - Bei der Fahndung nach dem Bluttäter von Koblenz-Horchheim setzte die Polizei auf Spezialspürhunde - und sorgte damit in der Öffentlichkeit für viele Diskussionen.


Wie können Hunde über Hunderte Kilometer Spuren verfolgen? Auf viel befahrenen Autobahnen? Gut ein halbes Jahr nach der Tat? Jetzt hat das Landgericht Koblenz im Prozess gegen die mutmaßliche Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) erklärt: Die Richter werden dem Einsatz der Spürhunde bei ihrer Urteilsfindung keine Bedeutung zumessen - auch weil der Bundesgerichtshof derartige Hundeeinsätze kritisch sehe.

Henrike Schemmer soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ermordet haben. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus der Eheleute ein und erstach beide.

Am elften Prozesstag sagte der Koblenzer Kriminalpolizist (52) als Zeuge aus, der die Fahndung nach dem Täter anfangs leitete. So schilderte er den Hundeeinsatz: Im Februar 2012 nehmen Polizisten zwei Geruchsproben. Die eine von einem rätselhaften Hausschlüssel, den sie am Boden vor der Haustür der Opfer fanden.

Die andere von einer Einstichstelle im Nachthemd der Getöteten. Beides muss der Täter berührt haben, glauben die Fahnder. Sie nehmen die Hunde an die Leine, halten ihnen die Geruchsproben vor die Nase und beobachten, wohin die Tiere die Spur verfolgen. Sie laufen auf die Bundesstraße 49. Der Hundeführer, mehrere Polizisten und eine Staatsanwältin folgen ihnen. Da die Tiere nicht Hunderte Kilometer laufen können, packt sie der Hundeführer hinter der ersten Ausfahrt ins Auto und fährt sie zur nächsten. Dort beobachtet er, ob die Tiere von der Straße "abbiegen" oder weiterlaufen. Die Hunde folgen der Spur auch über die Autobahnen 3 und 2 Richtung Oberhausen - und Haren.

Die Polizei setzte auf eine weitere umstrittene Methode zur Tätersuche: Sie wollte Henrike Schemmer hypnotisieren. Die hatte im Verhör behauptet, ihre Schwiegermutter habe ihr kurz vor der Tat von einem Schlüssel erzählt, den sie verloren hatte. Sie erinnere sich aber nicht mehr genau. Da der Täter vielleicht mit einem Schlüssel ins Haus der Opfer kam, wollte die Polizei mehr über den verlorenen Schlüssel erfahren. Sie schlug der Angeklagten vor, sich von einem Experten hypnotisieren zu lassen. Vielleicht könne sie sich dann besser erinnern. Aber: Sie lehnte ab. Der Prozess geht heute weiter.

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,557312.html

#53 RE: Presseartikel von Christine 19.02.2013 23:11

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19.02.2013, 22:53 Uhr
Doppelmord-Prozess: Landgericht misstraut Spürhunden
Koblenz - Bei der Fahndung nach dem Mörder von Koblenz-Horchheim setzte die Polizei auf Spezialspürhunde – und sorgte damit in der Öffentlichkeit für viele Diskussionen.


Wie können Hunde über Hunderte Kilometer Spuren verfolgen? Auf viel befahrenen Autobahnen? Gut ein halbes Jahr nach der Tat? Jetzt hat das Landgericht Koblenz im Prozess gegen die mutmaßliche Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) erklärt: Die Richter werden dem Einsatz der Spürhunde bei ihrer Urteilsfindung keinerlei Bedeutung zumessen – auch weil der Bundesgerichtshof derartige Hundeeinsätze kritisch sehe.
Henrike Schemmer soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ermordet haben. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus der Eheleute ein und erstach beide.
Am elften Prozesstag sagte der Koblenzer Kriminalpolizist (52) als Zeuge aus, der die Fahndung nach dem Täter anfangs leitete. So schilderte er den Hundeeinsatz: Im Februar 2012 nehmen Polizisten zwei Geruchsproben. Die eine von einem rätselhaften Hausschlüssel, den sie am Boden vor der Haustür der Opfer fanden. Die andere von einer Einstichstelle im Nachthemd der Getöteten. Beides muss der Täter berührt haben, glauben die Fahnder. Sie nehmen die Hunde an die Leine, halten ihnen die Geruchsproben vor die Nase und beobachten, wohin die Tiere die Spur verfolgen. Sie laufen auf die Bundesstraße 49. Der Hundeführer, mehrere Polizisten und eine Staatsanwältin folgen ihnen. Da die Tiere nicht Hunderte Kilometer laufen können, packt sie der Hundeführer hinter der ersten Ausfahrt ins Auto und fährt sie zur nächsten. Dort beobachtet er, ob die Tiere von der Straße „abbiegen“ oder weiterlaufen. Das Prozedere dauert Stunden. Die Hunde folgen der Spur auch über die Autobahnen 3 und 2 in Richtung Oberhausen – und Haren. Nicht nur das Gericht hält wenig vom Hundeeinsatz, auch Johann Schwenn, Henrike Schemmers Anwalt. Der frotzelte: „Das ist Hokuspokus! Oder wie der Einsatz einer Wünschelrute!“
Die Polizei setzte auf eine weitere umstrittene Methode zur Tätersuche: Sie wollte Henrike Schemmer hypnotisieren. Die hatte im Verhör behauptet, ihre Schwiegermutter habe ihr kurz vor der Tat am Telefon von einem Schlüssel erzählt, den sie verloren hatte. Sie könne sich aber nicht mehr genau erinnern. Da der Täter möglicherweise mit einem Schlüssel ins Haus der Opfer kam, wollte die Polizei mehr über den verlorenen Schlüssel erfahren. Sie schlug der Angeklagten vor, sich von einem Experten hypnotisieren zu lassen. Vielleicht könne sie sich dann besser erinnern. Aber: Sie lehnte ab.

Die Angeklagte soll die Tat verübt haben, um an das Vermögen der Schwiegereltern zu gelangen. Laut einem Polizisten besaßen die getöteten Eheleute fünf Häuser „im Wert von weit über 1 Million Euro“. Sie unterstützten die Familie ihres Sohnes seit 2007 mit 120?000 Euro und gaben ihr zins- und fristlose Darlehen über weitere 50?000 Euro. Der Prozess geht am Mittwoch weiter.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#54 RE: Presseartikel von 20.02.2013 20:12

20.02.2013, 19:41 Uhr

Mordprozess: Henrike Schemmer hatte Panik vor Spürhunden

Koblenz - Die mutmaßliche Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) saß in ihrem Haus im Emsland und erwartete ihre Festnahme. Sie wusste: Die Polizei verfolgte mit Spezialhunden eine Spur in ihre Richtung und kam immer näher. Sie schimpfte über die "Viecher", angeblich weil sie fürchtete, unschuldig in Tatverdacht zu geraten.
Hier gehts zur Bilderstrecke

"Aufgrund eines Hundes verurteilt zu werden - das ist bitter!"

Das war im Februar 2012. Jetzt, ein Jahr später, hat das Landgericht Koblenz im Doppelmordprozess 16 Telefonate zwischen Henrike Schemmer und ihrem Ehemann abgespielt, die von der Polizei heimlich aufgezeichnet wurden. Fünf Richter, ein Staatsanwalt, ein Gutachter, zwei Anwälte, die Angeklagte und rund 80 Zuhörer lauschten drei Stunden lang Gesprächen über Brokkolipizza und TV-Krimis, Jobprobleme und Schlafzimmerlampen. Doch die mutmaßliche Doppelmörderin sprach mit ihrem Mann auch häufig über die Tätersuche der Polizei.

Die Bluttat: Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und erstach beide. Sie bestreitet die Tat.

Ab August 2011 verdächtigte die Polizei die 46-Jährige, die Tat verübt zu haben. Sie zeichnete deren Telefonate mit ihrem Mann auf. Das Protokoll einiger Gespräche:

Im Sommer beschwert sie sich gegenüber ihrem "Schatz": "Du hast immer deine Depri-Stimme!" Und: "Ich bin die Einzige, die sich hier zusammenreißt für alle. Das Leben geht weiter!"


In einem späteren Gespräch sagt der Ehemann, er habe " komische Gedanken im Kopf". Es geht um Stimmen, die eine Zeugin in der Tatnacht hörte. Und um die Frage, wie viele Täter es waren. Sie sagt: "Es ist nicht gut, wenn dir so was durch den Kopf spukt." Sie empfiehlt ihm, an das Hier und Heute zu denken, nicht an die Tat. Er: "Ja, lassen wir das." Sie: "Ich will dich nicht mundtot machen. Ich will, dass du das im Innersten begreifst."

Am 8. Februar erfährt sie, dass die Polizei mit Spezialhunden auf Autobahnen mutmaßliche Täterspuren verfolgt - von Koblenz in Richtung Norden, Richtung Haren. Am gleichen Tag sagt sie zu ihrem Mann: "Ich habe ein schlechtes Gefühl." Und: "Lieber wäre es mir gewesen, die Hunde wären Richtung Frankfurt gelaufen." Seine Antwort: "Das kann ich mir vorstellen." Später fällt sie ihm ins Wort: "Lass uns nicht am Telefon darüber reden!" Sie fürchtet, dass ihre Telefonate abgehört werden.

Als die Fahnder Ende Februar den Hundeeinsatz fortsetzen, sagt sie zu ihrem Mann: "Die verfolgen sicher meine Spur. Dann müssten die morgen kommen! Wäre schön, wenn du heute erreichbar bleibst."


Mitte 2012 nahm die Polizei Henrike Schemmer nach siebenstündigem Verhör fest. Laut dem Gericht meldeten sich inzwischen weitere Zeugen, die sie in der Tatnacht gesehen haben wollen. Der Prozess geht am Dienstag weiter.

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...html#articletop

#55 RE: Presseartikel von Christel 27.02.2013 09:38

Doppelmord-Prozess: Angeklagte wurde beim Einkauf festgenommen

Koblenz - Als ihr vorerst letzter Tag in Freiheit endete, erzählte sie plötzlich von Schützenvereinen und Reitställen – und hörte nicht mehr auf. Es war der 22. Mai 2012: Der Koblenzer Kriminalpolizist Thomas Lauxen (42) verdächtigte Henrike Schemmer (46), eine Doppelmörderin zu sein, ihre Schwiegereltern erstochen zu haben.

Er erklärte ihr an jenem Tag vor einem Edeka-Markt im emsländischen Haren: Sie sind festgenommen. Henrike Schemmer reagierte mit einem Monolog. Auf der rund 45-minütigen Fahrt zum Polizeirevier plauderte sie über Pferde und das Leben als Nicht-Emsländer im Emsland.

So schilderte der Kriminalpolizist am 13. Verhandlungstag im Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz die Festnahme von Henrike Schemmer. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und erstach beide. Sie bestreitet die Tat.

Eigentlich wollte die Angeklagte am Tag ihrer Festnahme wohl mit ihrer Familie grillen, im Supermarkt noch schnell einkaufen. Doch es kam anders. Der Koblenzer Kriminalpolizist und seine Kollegin haben sie an dem Tag sieben Stunden lang vernommen – von 18.23 Uhr bis 01.40 Uhr. Die 46-Jährige verstrickte sich in Widersprüche, widerrief nach mehreren Stunden den Großteil ihrer Aussage und erklärte: „Ich habe kein Alibi.“ Schließlich ließ sie den Kopf hängen und sagte: „Ich kann nicht mehr.“ Die Polizisten beendeten die Vernehmung.

Zwei Gutachter – eine Psychologin und ein Psychiater – haben untersucht, ob die Angeklagte während der sieben Stunden überhaupt aussagetüchtig und vernehmungsfähig war. Ihr Fazit: Ja, sie war es. Die Gutachter konnten die Vernehmung vom Mai 2012 gut nachvollziehen, da sie mit Zustimmung der Angeklagten auf Video aufgenommen worden war. Die Psychologin erklärte, die Angeklagte war die ganze Zeit über aufmerksam, gedanklich geordnet und verständlich in der Sprache – auch als ihr die Polizisten klarmachten, dass sie ihrer Aussage nicht glaubten. Der Psychiater betonte, er habe bei der Angeklagten keine Anzeichen für Müdigkeit beobachtet, kein Gähnen, keinen Sekundenschlaf. Beide Gutachter resümierten: Henrike Schemmer war in der Vernehmung nicht übermüdet.

Die Angeklagte hatte während der sieben Stunden keinen Rechtsbeistand. Sie versuchte ihren Anwalt anzurufen, erreichte ihn aber nicht. Jetzt kritisierten ihre Verteidiger im Prozess, dies liege daran, dass die Vernehmung erst um 18.23 Uhr begann. Da seien Anwaltsbüros eben geschlossen. Die beiden Polizisten erwiderten: Eigentlich hätte die Vernehmung früher beginnen sollen, aber die Angeklagte machte an jenem Tag spontan einen Ausflug in die Niederlande und kam erst spät zurück. Außerdem hätte sie einen anderen Anwalt anrufen können, habe dies aber abgelehnt. Der Prozess geht am Mittwoch weiter.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,560848.html

#56 RE: Presseartikel von Christel 28.02.2013 09:56

28.02.2013, 09:25 Uhr

Doppelmord-Prozess: Auch Ehepaar will verdächtigen BMW gesehen haben

Koblenz - Sie „recherchierte“ in ihrem Gehirn, befragte ihr „moralisches Gewissen“, dachte „tiefgründig“ nach. Jetzt ist die Rentnerin (68) sicher: Sie hat den BMW der mutmaßlichen Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) am mutmaßlichen Tattag in Koblenz gesehen.

Auch ihr Mann (72) will ihn gesehen haben. Beide merkten sich angeblich zufällig dessen Kennzeichen – eineinhalb Jahre lang.

Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und tötete beide. Die 1,90 Meter große Frau bestreitet die Tat. Und sie bestreitet, dass sie zur Tatzeit in Koblenz war.

Der Doppelmordprozess am Landgericht Koblenz gegen Henrike Schemmer läuft seit Dezember. Bereits im Januar hatte ein Motorradfahrer (46) behauptet, den BMW an jenem Julitag in Tatortnähe gesehen zu haben. Dessen Kennzeichen lautete EL – RS – 566. Der Mann konnte es sich angeblich so merken: „EL“ erinnerte ihn an den Ort Ellwangen, wo er schon oft war. „RS“ sei eine Abkürzung des Autoherstellers Ford, die er kenne. „566“ habe er sich nicht ganz gemerkt, nur „56“. Damit verbinde er den 5. Juni, seinen Geburtstag.

Jetzt, am 14. Prozesstag, hat ein Rentnerpaar aus dem Raum Koblenz ausgesagt, den BMW der Angeklagten am mutmaßlichen Tattag ebenfalls in Tatortnähe gesehen zu haben. Die Frau erzählte folgende Geschichte: Sie fuhr am 2. Juli 2011 mit ihrem Mann nach Neuwied zum Einkaufen, stellte ihren nagelneuen Mercedes am Kaufland ins Parkhaus und merkte sich das Kennzeichen eines BMW. Denn er stand in der Nähe, und sie hatte Angst, dass er ihren Mercedes beim Ausparken beschädigt. EL – RS – 566 merkte sie sich so: „EL“ steht für Emsland, „RS“ sind die Initialen einer Verwandten, „5“ ist der Monat ihres Hochzeitstages und „66“ ihre Hausnummer. Als sie vom Einkaufen zurückkam, sah sie die auffallend große BMW-Fahrerin mit zwei Kindern. Sie fragte ihren Mann über die Fahrerin: „Ist das eine Frau oder ein Mann?“ Antwort: „Eine Frau, die hat einen Busen.“ Dann fuhr die Rentnerin schnell davon. Begründung: Eine Frau mit Kindern sei oft unaufmerksam und könnte ihren Mercedes am Kotflügel erwischen.

Am 7. Juli 2011 sah die Frau den BMW laut ihrer Aussage erneut. Sie war damals in Neuwied auf dem Deichstadtfest, fuhr später mit ihrem Mann über die B 42 nach Hause und sah den Wagen im Vorbeifahren in Koblenz am Café Novum. Es war dämmrig, sie fuhr etwa Tempo 60. Aber sie ist sicher: Es war dieser BMW. Und sie ist sicher, dass es der 7. Juli war. Weil sie sich Doppelzahlen gut merken kann, weil Deichstadtfest war und weil sie ihren Mann auf der Fahrt nach dem Datum fragte. Ende Januar 2013 sah sie in der RZ ein Bild von Henrike Schemmer – und erkannte in ihr angeblich die BMW-Fahrerin aus Neuwied. Sie ging zur Polizei, berichtete von ihren Beobachtungen. Ihr Mann bestätigte diese.

Die Frau behauptete, sie sei ganz sicher, dass der BMW ein Viertürer war. Doch die Polizei fahndete nach einem Zweitürer. Die Anwälte der Angeklagten kritisierten: Es sei an jenem Café unmöglich, nachts im Vorbeifahren ein Kfz-Schild zu erkennen. Außerdem sei die Rentnerin bei der Polizei noch sehr unsicher gewesen, ob sie am 7. Juli das Deichstadtfest besuchte. Jetzt sei sie sich aber angeblich ganz sicher. Die Frau erwiderte, sie habe eben noch einmal „tiefgründig“ nachgedacht.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#57 RE: Presseartikel von 05.03.2013 17:50

28.02.2013, 10:52 Uhr
» Region » RZ Koblenz

Doppelmord-Prozess: Auch Ehepaar will verdächtigen BMW gesehen haben

Koblenz - Sie „recherchierte“ in ihrem Gehirn, befragte ihr „moralisches Gewissen“, dachte „tiefgründig“ nach. Jetzt ist die Rentnerin (68) sicher: Sie hat den BMW der mutmaßlichen Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) am mutmaßlichen Tattag in Koblenz gesehen.

Auch ihr Mann (72) will ihn gesehen haben. Beide merkten sich angeblich zufällig dessen Kennzeichen – eineinhalb Jahre lang.

Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und tötete beide. Die 1,90 Meter große Frau bestreitet die Tat. Und sie bestreitet, dass sie zur Tatzeit in Koblenz war.

Der Doppelmordprozess am Landgericht Koblenz gegen Henrike Schemmer läuft seit Dezember.

Bereits im Januar hatte ein Motorradfahrer (46) behauptet, den BMW an jenem Julitag in Tatortnähe gesehen zu haben. Dessen Kennzeichen lautete EL – RS – 566. Der Mann konnte es sich angeblich so merken: „EL“ erinnerte ihn an den Ort Ellwangen, wo er schon oft war. „RS“ sei eine Abkürzung des Autoherstellers Ford, die er kenne. „566“ habe er sich nicht ganz gemerkt, nur „56“. Damit verbinde er den 5. Juni, seinen Geburtstag.

Jetzt, am 14. Prozesstag, hat ein Rentnerpaar aus dem Raum Koblenz ausgesagt, den BMW der Angeklagten am mutmaßlichen Tattag ebenfalls in Tatortnähe gesehen zu haben.

Die Frau erzählte folgende Geschichte:
Sie fuhr am 2. Juli 2011 mit ihrem Mann nach Neuwied zum Einkaufen, stellte ihren nagelneuen Mercedes am Kaufland ins Parkhaus und merkte sich das Kennzeichen eines BMW.

Denn er stand in der Nähe, und sie hatte Angst, dass er ihren Mercedes beim Ausparken beschädigt. EL – RS – 566 merkte sie sich so: „EL“ steht für Emsland, „RS“ sind die Initialen einer Verwandten, „5“ ist der Monat ihres Hochzeitstages und „66“ ihre Hausnummer.

Als sie vom Einkaufen zurückkam, sah sie die auffallend große BMW-Fahrerin mit zwei Kindern.

Sie fragte ihren Mann über die Fahrerin: „Ist das eine Frau oder ein Mann?“ Antwort: „Eine Frau, die hat einen Busen.“ Dann fuhr die Rentnerin schnell davon. Begründung: Eine Frau mit Kindern sei oft unaufmerksam und könnte ihren Mercedes am Kotflügel erwischen.

Am 7. Juli 2011 sah die Frau den BMW laut ihrer Aussage erneut.

Sie war damals in Neuwied auf dem Deichstadtfest, fuhr später mit ihrem Mann über die B 42 nach Hause und sah den Wagen im Vorbeifahren in Koblenz am Café Novum.

Es war dämmrig, sie fuhr etwa Tempo 60. Aber sie ist sicher: Es war dieser BMW.
Und sie ist sicher, dass es der 7. Juli war.

Weil sie sich Doppelzahlen gut merken kann, weil Deichstadtfest war und weil sie ihren Mann auf der Fahrt nach dem Datum fragte.

Ende Januar 2013 sah sie in der RZ ein Bild von Henrike Schemmer – und erkannte in ihr angeblich die BMW-Fahrerin aus Neuwied. Sie ging zur Polizei, berichtete von ihren Beobachtungen. Ihr Mann bestätigte diese.


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,561622.html

#58 RE: Presseartikel von Christine 13.03.2013 13:25

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@Trustwho hat das im Net gefunden

Ich möchte es euch nicht vorenthalten:

Gedicht Hexenjagd
XY ungelöst hat berichtet, eigentlich war es eher gedichtet, ein Ehepaar wurde hingerichtet,
die Blutspuren waren gesichtet, die Schemmers medial vernichtet, das Motiv blieb ungelichtet.

Oma Waltraud und Opa Heinrich wurden angeblich bereits am 7.7.11 erstochen,
mit einem Haustür~Schlüssel war der Killer eingebrochen, dafür ist dieser einzulochen.

Die Schwiegertochter ist es aber nicht gewesen,
Sie ist kein Hexen~Wesen mit Zauber~Besen !

Henrike Schemmer ist nicht in der Nacht von Haren
350km nach Horchheim und wieder zurück gefahren.

Die Maintrailer~Hunde haben sich verrochen,
die Frau mit roten Haaren hat nichts verbrochen.

Mehr als ein halbes Jahr später,
riechen auch Spür~Köter auf 300 Tausend Meter keine Täter.

In der Hexen~Nacht habe die Zeugin ihre leise Männerstimme gehört,
im Schlaf wurde diese von der heimtückischen Mörderin unerhört gestört.

Um Zeugen auszuloten wurden für weitere Schoten 10 Tausend Euro geboten,
Rufmord in allen Moden ist verboten, Idioten töteten die Untoten wie Kojoten auf leisen Pfoten.

Auf einem Besen sei sie geflogen, Raum und Zeit habe sie verbogen,
bei ihrer Vernehmung habe die Hexe Spekulatius mit Drogen belogen und betrogen.

Es ist in aller Munde, die Tunte ist mit dem Teufel im Bunde,
deshalb heulten die Hunde in der Todesstunde und sprachen wie ein guter Kunde.

Auch nahe der Becherhöllstraße in Lahnstein soll die Hexe gesehn worden sein,
angeblich tanzte sie in der Tatnacht dort mit ihrem Besen ganz allein am Rhein im Mondenschein.

Die Hexen~Nacht der Henrike Schemmer wird immer länger und auch der Wünschelrutengänger
war ein schlechter Hexenfänger, um Mitternacht ertranken 2 Tage vor Neujahr in der Lahn zwei junge Männer .

Um ihre Zauberkraft zu beweisen, muß man eine Hexe gefesselt ins kalte Wasser schmeißen,
nach Hexenberg soll sie auf einen Besen reisen und dort mit Krähen kreisen, erklärt der Theologe Meisen.

Die Theorie über Hexen-Wesen habe ich wohl gelesen,
doch ich kam zum Schluß, der Glaube an Hexerei ist Stuß.

Der Regisseur von „Hessen lacht zur Fassenacht“,
hat sich den Ritt auf dem Hexen~Besen nur ausgedacht.

Am Morgen nach der Hexen~Nacht war das tote Ehepaar noch am Leben,
3 Zeugen haben dies doch der Polizei am 11.7.11 zu Protokoll gegeben.

Die Untoten haben gesprochen und schienen gar nicht erstochen,
warum haben die Nachbarn nix gerochen, auch Hexen tun nur mit Wasser kochen ?

Leichengeruch ist bereits nach 2 bis 3 Tagen,
nicht mehr zu ertragen, wenn Sie meinen Magen fragen.

Also, laßt Henrike endlich frei, Aschermittwoch ist vorbei,
es sei wie es sei, es ist einerlei, Hexen fliegen auf der A3 nur im April und Mai.

Wie hoch ist der Kollateralschaden, laßt uns mal raten ?
für die Bluttaten gibt's 1 Millionen faden Schmorbraten aus dem Tante~Emma~Laden.


http://www.yasni.de/ext.php?url=http%3A%...ds=1&badwords=1

#59 RE: Presseartikel von Christine 19.03.2013 13:20

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19.03.2013, 13:06 Uhr

Koblenzer Doppelmord-Prozess: Urteil fällt wohl erst im Mai
Koblenz - Der Prozess um die Bluttat von Horchheim geht weiter: Henrike Schemmer (46), die ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer erstochen haben soll, muss sich am Mittwoch wieder vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Mit einem Urteil ist so bald nicht zu rechnen.

Der Prozess gegen Henrike Schemmer (hier mit ihrem Anwalt) geht am Mittwoch weiter.
DPA
Die Richter werden voraussichtlich erneut Telefongespräche der Angeklagten abspielen, die von ?der Polizei heimlich mitgeschnitten wurden. Der Prozess läuft seit 18. Dezember. Am Mittwoch ist bereits der 15. Verhandlungstag. Danach wird der Prozess noch mal für knapp drei Wochen unterbrochen.
Bisher sind vier weitere Prozesstage anberaumt: 9. April, 12. April, 30. April und 15. Mai. Somit fällt das Urteil wohl frühestens in knapp zwei Monaten.
Die Staatsanwaltschaft wirft Henrike Schemmer Doppelmord vor. Die 46-Jährige soll ihre Schwiegereltern heimtückisch getötet haben, außerdem aus Habgier und niedrigen Beweggründen. Ihr droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.
Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren (Emsland) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus der Schwiegereltern ein und tötete beide. Sie bestreitet die Tat.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,570929.html

#60 RE: Presseartikel von Christine 19.03.2013 13:26

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19.03.2013, 13:06 Uhr

Wie läuft der Koblenzer Doppelmord-Prozess? Eine Zwischenbilanz
Koblenz - Wer tötete die Koblenzer Eheleute Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer? War es ihre Schwiegertochter? Hat Henrike Schemmer das Paar erstochen, um an dessen Erbe zu gelangen – und davon mit ihrer Familie zu leben? Vor dem 15. Verhandlungstag am Mittwoch ist es Zeit für eine erste Bestandsaufnahme.

Schemmer-Gräber im Ruhewald bei Braubach: Die Schwiegertochter soll das Ehepaar ermordet haben.
HARTMUT WAGNER
Die 46-Jährige steht seit Dezember vor dem Landgericht Koblenz. Tatvorwurf: Doppelmord aus Habgier. Morgen geht der spektakuläre Prozess nach drei Wochen Pause weiter. Eine erste Bestandsaufnahme:
Die Bluttat: Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz-Horchheim, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein – und erstach sie. Zwei Tage später melden sie und ihr Mann der Polizei, dass sie das tote Paar soeben entdeckt haben. Die Tatwaffe, wahrscheinlich ein Messer, wurde nie gefunden. Die Ermittler schließen deshalb aus, dass es Suizid war.
Der Schlüssel: Die Polizei fand am Tatort einen Schlüssel zum Haus der Toten – im Freien, direkt neben der Haustür. Ein Beamter sagte später: „Er lag dort fast wie auf dem Präsentierteller." Henrike Schemmer, die selbst einen Hausschlüssel besaß, behauptete, ihre Schwiegermutter habe ihr kurz vor der Tat von einem verlorenen Schlüssel erzählt. Sie erinnere sich aber nicht mehr genau. Da der Täter mit einem Schlüssel ins Haus gekommen sein soll, wollten die Polizisten mehr erfahren. Sie schlugen der Angeklagten vor, sich von Experten hypnotisieren zu lassen, um ihre Erinnerung so vielleicht aufzufrischen. Aber: Die Angeklagte lehnte ab.
Das Verhör: Die Polizei nahm Henrike Schemmer im Mai 2012 fest – und vernahm sie sieben Stunden lang. Die 46-Jährige bestritt die Tat: „Ich bin kein geldgeiles Luder!" Aber sie verstrickte sich in Widersprüche und gab schließlich zu, kein Alibi zu haben. Sie schilderte nacheinander drei Versionen der Tatnacht. Erstens: Am 7. Juli war sie bis 21.30 Uhr bei ihrer Nachbarin beim Kaffeetrinken. Dann fuhr sie ihren BMW zu einer Werkstatt, da er am nächsten Morgen repariert werden sollte. Um 21.45 Uhr ging sie wohl zu Bett. Dort wurde sie um 23.45 Uhr von einer ihrer Töchter gesehen. Um 6.30 Uhr wurde sie wach und führte ihre Hunde aus. Zweitens: Sie war bis etwa 21 Uhr bei ihrer Nachbarin. Dann fuhr sie mit ihrem BMW zu einem Netto-Markt, um Zigaretten zu kaufen. Doch der Laden war geschlossen – und plötzlich sprang ihr BMW nicht mehr an. Sie lief nach Hause, ging schlafen. Am Morgen lief sie wohl zurück, holte den BMW und brachte ihn zur Werkstatt. Drittens: Sie wollte sich in jener Nacht selbst töten, mit dem BMW gegen einen Brückenpfeiler rasen. Sie fuhr zu Hause los – wohin genau, wisse sie aber nicht mehr. Jedenfalls Richtung Norden, nicht Richtung Süden, nicht Richtung Koblenz.

Der Prozess: Es ist ein zäher Indizienprozess. 14 Verhandlungstage sind vorbei, doch Henrike Schemmer sagte nur einen einzigen Satz: „Ich werde schweigen." Auch ihr Mann (48), der Sohn des getöteten Paares, schwieg vor Gericht. Ebenso ihre drei Töchter (18, 15, 15), ihre Mutter (74) und ihre Schwester (50). Sie alle beriefen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Sie sagten nichts, obwohl sie vielleicht wichtige Beobachtungen gemacht haben.
Die Zuhörer: Zu Beginn der Prozesstage begrüßt der Vorsitzende Richter Ralf Bock die rund 80 Zuhörer. Die antworten mit einem schallenden „Guten Morgen!". Sie warten oft stundenlang vor dem Saal, kämpfen um jeden freien Platz. Manche reisen viele Kilometer an, nehmen eigens Urlaub, debattieren bis spät in die Nacht. Einen Prozess mit so großem öffentlichen Interesse gab es in Koblenz seit Jahren nicht.
Die Anwälte: Die Angeklagte lässt sich von Johann Schwenn und Julia von Dreden verteidigen. Promi-Anwalt Schwenn, der einst Gregor Gysi, Jan Ullrich und Jörg Kachelmann vertrat, teilt im Prozess gern aus. Er beanstandet Fragen der Staatsanwälte und lässt zugleich wissen, dass er nicht deren Assistent sei. Mal motzt er über „feuilletonistische Betrachtungen" eines Zeugen, mal über das „Gequatsche" und „Geschnatter" der Zuhörer. „Dauerhuster" verlangt er des Saales zu verweisen, das Gericht sei zum Husten der falsche Ort.
Die Zeugen: Bisher sagten im Prozess gut 60 Zeugen und Gutachter aus. Fünf Ergebnisse: Erstens wurden im Haus der Toten keine DNA-Spuren der Angeklagten gefunden. Zweitens: Mehrere Bekannte der Toten beteuerten, diese noch am 8. Juli in Koblenz gesehen zu haben. Doch ein Mediziner obduzierte die Leichen. Sein Fazit: Die Zeugen irren wohl, das Paar muss am 8. Juli bereits tot gewesen sein. Drittens: Ein Motorradfahrer und ein Rentnerpaar wollen den BMW der Angeklagten am mutmaßlichen Tatabend in Tatortnähe gesehen haben. Sie merkten sich angeblich dessen Kfz-Schild – und meldeten sich gut ein Jahr nach der Tat bei der Polizei. Viertens: Die Nachbarin, die mit der Angeklagten an jenem Juliabend Kaffee trank, behauptete, sie sei später von der Angeklagten gefragt worden, ob sie ihr beim Beschaffen eines Alibis helfen könne. Fünftens: Zwei Polizisten sagten aus, die Angeklagte habe nach dem Auffinden der Leichen erschüttert gewirkt. Einer erinnerte sich: „Sie schrie, war kaum zu beruhigen."

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,571043.html

#61 RE: Presseartikel von Christine 21.03.2013 13:05

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21.03.2013, 12:33 Uhr

Koblenzer Doppelmord-Prozess: Sohn der Opfer verdächtigte Drogenhändler

Koblenz - Der spektakuläre Doppelmord-Prozess um den Tod der Koblenzer Eheleute Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer – jetzt wurde öffentlich, wie deren Sohn (48) sich die Bluttat erklärte: Er verdächtigte Männer aus dem Drogenmilieu, die seine Eltern kurz vor der Tat im Frankreichurlaub kennengelernt haben könnten.


Vielleicht hätten sie seine Eltern heimlich als Drogenkuriere missbraucht und später getötet, als sie die Ware wiederhaben wollten. Der Sohn wunderte sich, weil am Tatort keine Schublade durchwühlt, kein Geld und kein Schmuck gestohlen wurden.
Der 48-Jährige verlor durch die Bluttat von Horchheim seine Eltern und – zumindest vorläufig – auch seine Ehefrau Henrike Schemmer (46). Sie ist die Angeklagte im Doppelmord-Prozess am Landgericht Koblenz und sitzt seit Mai 2012 in Haft.
Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus der Opfer ein – und erstach beide. Die Angeklagte bestreitet die Tat. Und auch der 48-Jährige glaubt offenbar an deren Unschuld. Er äußerte den Verdacht, dass seine Eltern durch Drogenhändler getötet wurden, bereits im September 2011.
Damals telefonierte er mit einem Bekannten – die Polizei schnitt das Gespräch mit, das Gericht spielte es jetzt im Prozess vor. So könnte es laut dem Sohn zur Bluttat gekommen sein: Seine Eltern waren kurz zuvor in Frankreich im Urlaub. Vielleicht erzählten sie dort einem Unbekannten, dass sie bald wieder abreisen. Dieser Unbekannte war Drogenhändler und packte den Eltern ein Paket unters Auto. Damit fuhren sie nichts ahnend nach Koblenz. Dann, als der Täter das Paket abholen wollte, muss die Situation eskaliert sein.
„Das ist die einzige Story, die schlüssig ist für mich", sagte der Sohn am Telefon. Ob er noch heute diese Ansicht vertritt, ist unklar. Er verweigerte vor Gericht die Aussage.
Am 15. Prozesstag spielte das Gericht fünf Stunden lang 26 Telefonate vor, die die Polizei heimlich aufzeichnete. Die Gespräche zwischen der Angeklagten und ihrem Mann schildern Szenen einer Ehe. Es geht um Nudeln mit Tomatensoße, um Probleme mit Heizkörpern, einen verschollenen Surfanzug und Streit mit den Töchtern.
Die Angeklagte verfolgte das Abspielen der Gespräche mit gesenktem Kopf. Sie musste ertragen, dass fünf Richter, zwei Staatsanwälte, 80 Zuhörer und ein Pressevertreter Einblick in ihr Privatleben erhielten.
In einem Telefonat behauptet der Sohn, sein Vater sei am Tatabend wohl noch gar nicht im Bett gewesen, bevor ihn der Täter im Bad erstach. Doch der Vorsitzende Richter Ralf Bock widersprach jetzt in diesem Punkt: Nach seiner Ansicht zeigen die Tatortbilder vom Bett des Vaters, dass dort kurz zuvor jemand aufgestanden sein muss. Der Prozess geht am 9. April weiter.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,572054.html

#62 RE: Presseartikel von 25.03.2013 14:27

Opfer als Kurier missbraucht?

Haren: Sohn verdächtigt Drogenhändler im Doppelmord-Prozess von Koblenz

Koblenz/Haren. Im spektakulären Doppelmord-Prozess um den Tod der Koblenzer Eheleute Waltraud (68) und Heinrich (75) S. wurde jetzt öffentlich, wie deren Sohn (48) sich die Bluttat erklärte: Er verdächtigte Männer aus dem Drogenmilieu, die seine Eltern kurz vor der Tat im Frankreichurlaub kennengelernt haben könnten.

Um Licht ins Dunkel des Mordfalls von Koblenz zu bringen, suchte die Polizei mit Plakaten Zeugen. Diese verteilte sie auch in Haren (Foto): Archivfoto: Mammes

Vielleicht hätten sie seine Eltern heimlich als Drogenkuriere missbraucht und später getötet, als sie die Ware wiederhaben wollten. Der Sohn wunderte sich, weil am Tatort keine Schublade durchwühlt, kein Geld und kein Schmuck gestohlen wurden.

Der 48-Jährige verlor durch die Bluttat von Horchheim seine Eltern und – zumindest vorläufig – auch seine Ehefrau. Die 46-Jährige ist Angeklagte im Doppelmord-Prozess am Landgericht Koblenz und sitzt seit Mai 2012 in Haft (wir berichteten ). Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren ( 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus der Opfer ein und erstach beide.

Die Angeklagte bestreitet die Tat. Und auch der 48-Jährige glaubt offenbar an deren Unschuld. Er äußerte den Verdacht, dass seine Eltern durch Drogenhändler getötet wurden, bereits im September 2011. Damals telefonierte er mit einem Bekannten – die Polizei schnitt das Gespräch mit, das Gericht spielte es jetzt im Prozess vor.

So könnte es laut dem Sohn zur Bluttat gekommen sein:
Seine Eltern waren kurz zuvor in Frankreich im Urlaub. Vielleicht erzählten sie dort einem Unbekannten, dass sie bald wieder abreisen.

Dieser Unbekannte war Drogenhändler und packte den Eltern ein Paket unters Auto. Damit fuhren sie nichts ahnend nach Koblenz. Dann, als der Täter das Paket abholen wollte, muss die Situation eskaliert sein. „Das ist die einzige Story, die schlüssig ist für mich“, sagte der Sohn.

Ob er noch heute diese Ansicht vertritt, ist unklar. Er verweigerte vor Gericht die Aussage.
Telefonate aufgezeichnet

Am 15. Prozesstag spielte das Gericht fünf Stunden lang 26 Telefonate vor, die die Polizei heimlich aufzeichnete. Die Gespräche zwischen der Angeklagten und ihrem Mann schildern Szenen einer Ehe. Es geht um Nudeln mit Tomatensoße, um Probleme mit Heizkörpern, einen verschollenen Surfanzug und Streit mit den Töchtern. Die Angeklagte verfolgte das Abspielen der Gespräche mit gesenktem Kopf. Sie musste ertragen, dass fünf Richter, zwei Staatsanwälte, 80 Zuhörer und ein Pressevertreter Einblick in ihr Privatleben erhielten.

In einem Telefonat behauptet der Sohn, sein Vater sei am Tatabend wohl noch gar nicht im Bett gewesen, bevor ihn der Täter im Bad erstach. Doch der Vorsitzende Richter widersprach jetzt in diesem Punkt: Nach seiner Ansicht zeigen die Tatortbilder vom Bett des Vaters, dass dort kurz zuvor jemand aufgestanden sein muss.

Der Prozess geht am 9. April weiter.

http://www.noz.de/lokales/70317498/haren...ess-von-koblenz

#63 RE: Presseartikel von Christine 06.04.2013 14:12

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06.04.2013, 11:00 Uhr

131 U-Häftlinge warten in Koblenz auf ihr Urteil - unter ihnen Henrike Schemmer
Koblenz - 131 Männer und Frauen warten derzeit in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz auf den Beginn ihres Prozesses oder auf dessen Ende – unter ihnen Henrike Schemmer. Wie sieht der Alltag im Gefängnis auf der Karthause aus?


INGO SCHNEIDER
Am 22. Mai des vergangenen Jahres wurde die 46-Jährige in Untersuchungshaft genommen, weil sie verdächtigt wird, im Juli 2011 ihre Schwiegereltern in Koblenz-Horchheim getötet zu haben. Nach einer Pause geht der Prozess, der in Koblenz so intensiv wie kein anderer verfolgt wird, am kommenden Dienstag mit dem nächsten Verhandlungstag weiter.
Doch wie sieht es in der U-Haft aus? Wie verbringen die Häftlinge ihre Tage? Im Gespräch mit JVA-Leiter Josef Maldener und Richter Alexander Walter, Pressesprecher des Koblenzer Landgerichts, hat sich die RZ über die Haftbedingungen und das Leben hinter Gefängnismauern informiert.
Und gerade für Untersuchungshäftlinge kann sich das über sehr große Teile in den etwa acht bis neun Quadratmeter großen Zellen abspielen.
„Es gilt für sie die Unschuldsvermutung", erklärt Maldener den wichtigsten Unterschied zu den Strafhäftlingen. Sie sind nicht verurteilt, sondern aufgrund eines dringenden Tatverdachts und weiterer Umstände – wie Flucht- oder Verdunkelungsgefahr – in Haft, während das Verfahren gegen sie läuft. Und das bedeutet zum Beispiel, dass für sie keine Arbeitsverpflichtung gilt.
Zwar haben die Häftlinge das Recht auf eine Stunde Hofgang am Tag. Wer das aber nicht in Anspruch nimmt, muss seine Zelle nur zu Gerichtsterminen und Ähnlichem verlassen, kann aber sonst für sich bleiben.
Die U-Haft, so Maldener, ist eine große Belastung. Gibt es ein rechtskräftiges Urteil, weiß ein Strafgefangener, was ihn erwartet. Die U-Haft bedeutet aber große Unsicherheit, viele Sorgen und Nöte – und viel Zeit, darüber nachzudenken.
Von unserem RedaktionsleiterIngo Schneider


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,578421.html

#64 RE: Presseartikel von Christel 10.04.2013 11:10

10.04.2013

Fall Schemmer: Familie lebte in Angst

Koblenz - Henrike Schemmer (46) soll eine Doppelmörderin sein - und ihre Schwiegereltern heimtückisch erstochen haben. Aber: Sie bestreitet dies. In den Monaten nach der Bluttat von Koblenz-Horchheim schilderte sie mehrfach, dass sie Angst vor dem Täter habe, unter Panikattacken litt und deshalb sogar den Beerdigungstermin ihrer Schwiegereltern geheim hielt.

Die 46-Jährige muss sich wegen Doppelmordes vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus von Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein - und erstach beide. Sie soll die Tat verübt haben, um Zugriff auf deren beträchtliches Erbe zu erhalten.

Am 16. Prozesstag wirkte die 46-Jährige niedergeschlagen, ihr Blick war traurig, ihr Gesicht eingefallen. Die Ehefrau und Mutter dreier Töchter sitzt seit gut zehn Monaten hinter Gittern - und muss befürchten, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt zu werden.

Das Gericht spielte am Dienstag erneut gut 30 Telefonate von Henrike Schemmer und deren Mann ab, die von der Polizei bis zur Festnahme der Angeklagten heimlich aufgezeichnet wurden. Es ging um Fahrten in die Schweiz, ein überzogenes Konto sowie Reinigung und Verkauf des Tatorthauses. In Telefonaten mit einer Freundin und einem Polizisten erzählte Henrike Schemmer, ihre Familie habe befürchtet, der Täter sei ein Psychopath. Darum habe sie die Beerdigung der Schwiegereltern nicht öffentlich gemacht. Sie habe Angst gehabt, dass der Täter bei der Beisetzung auftaucht und sich daran "aufgeilt". Auch nach ihrer Festnahme sagte die Angeklagte bei der Polizei, sie habe Panik gehabt, weil der Täter noch frei herumlaufe.

In Gesprächen mit Bekannten beklagte die 46-Jährige: Das Schlimmste sei, dass die Polizei zu wenig Einblick in ihre Ermittlungen gebe. "Weißt du, wenn du davon was hörst, hast du das Gefühl, die machen was." Die Angeklagte schimpfte auch über die Zeitung in ihrem Wohnort: "Über jeden Pups steht da was drin, wenn jemand mal einen Dackel überfährt ..." - aber nichts über die Koblenzer Bluttat.

Mit der Arbeit der Polizei war die Angeklagte gar nicht zufrieden. Sie berichtete am Telefon von einem Spezialisten, der die Polizeiakten analysierte. Sein Fazit: Der Täter muss sich von den Opfern massiv in seiner Existenz bedroht gefühlt haben. Dazu die Angeklagte: "Absoluter Blödsinn!" Ihre Schwiegereltern hätten keine Existenz bedroht.

Nach der Bluttat renovierte Henrike Schemmer mit ihrer Familie ihr ganzes Haus. Neues Esszimmer, neues Wohnzimmer, neue Kinderzimmer. "Kein Raum ist mehr so, wie er mal war", sagte sie am Telefon. Es sollte ein Neuanfang sein, der die Trauer erträglicher mache. Der Prozess geht am Freitag weiter.

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,580304.html

#65 RE: Presseartikel von Christine 13.04.2013 14:37

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13.04.2013, 13:17 UhrStartseite » Region
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Koblenzer Doppelmord-Prozess: Tochter plauderte beim Abendbrot
Koblenz - Neue Zeugenaussage zur Koblenzer Bluttat: Sie ist die älteste Tochter (18) von Henrike Schemmer (46) – der Angeklagten im spektakulären Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz. Sie verweigerte im Gerichtssaal die Aussage. Sie wollte nicht sagen, welche Erinnerung sie an die mutmaßliche Tatnacht hat.

Die 46-jährige Angeklagte Henrike S. steht vor dem Koblenzer Landgericht zwischen ihren Anwälten Johann Schwenn (links) und Julia von Dreden.
Aber: Sie machte wohl eine wichtige Beobachtung – und die kam jetzt ans Licht. Die Tochter soll einer Bekannten (50) beim Abendbrot beiläufig erzählt haben, dass ihre Mutter in der mutmaßlichen Tatnacht erst um 6 Uhr morgens nach Hause kam. Dies hat die Bekannte am 17. Prozesstag ausgesagt.
Henrike Schemmer soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ermordet haben. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Horchheim, drang ins Haus der Eheleute ein – und erstach beide.
Wo war die Angeklagte in der mutmaßlichen Tatnacht? Sie sagt im Prozess kein Wort. Doch nach ihrer Festnahme 2012 machte sie bei der Polizei eine siebenstündige Aussage. Erst erklärte sie, sie sei nachts zu Hause gewesen, gegen 21.45 Uhr zu Bett gegangen und morgens gegen 6.30 Uhr aufgestanden. Doch als sie merkte, dass die Polizisten ihr nicht glauben, änderte sie ihre Aussage. Sie behauptete plötzlich, sie wollte sich in jener Nacht töten, mit dem Auto gegen einen Brückenpfeiler rasen. Sie sei zu Hause losgefahren, wohin, wisse sie nicht mehr.
Dass Henrike Schemmer in jener Julinacht nicht zu Hause war, hat deren Tochter offenbar bemerkt. Die 18-Jährige soll am 8. Juli 2011 – wenige Stunden nach der mutmaßlichen Tatnacht – mit einem Freund (18) und dessen Mutter zu Abend gegessen haben. Laut Aussage der Mutter erzählte die 18-Jährige dabei: Die Angeklagte sei in der Nacht zuvor erst um 6 Uhr morgens nach Hause gekommen. Sie habe eine Freundin besucht und sich „verquatscht“. Als die 18-Jährige dies erzählt haben soll, konnte sie noch nicht wissen, dass wahrscheinlich in jener Nacht ihre Großeltern erstochen wurden – und ihre eigene Mutter deshalb vor Gericht kommen würde. Grund: Die Leichen des Ehepaares Schemmer wurden erst am 9. Juli 2011 entdeckt.
Im Prozess sagte auch der Freund der 18-Jährigen aus. Kurios: Als er bei der Polizei vernommen worden war, machte er laut Protokoll eine ähnliche Aussage wie seine Mutter. Er las und unterschrieb dieses nach eigenen Angaben auch. Aber: Im Prozess erklärte er, er habe das Gespräch zwischen seiner Mutter und der 18-Jährigen gar nicht gehört. Seine Mutter habe ihm später nur erzählt, was die 18-Jährige über die Angeklagte gesagt haben soll. Der Prozess geht am 30. April weiter.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,581969.html

#66 RE: Presseartikel von Christine 29.04.2013 13:11

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29.04.2013, 09:37 Uhr

Liebesgrüße an Henrike Schemmer

Koblenz - Liebesbotschaften an mutmaßliche Doppelmörderin: Henrike Schemmer (46) soll ihre Schwiegereltern in Koblenz mit großer Brutalität erstochen haben - aber ihr Mann (48) und ihre drei Töchter (18, 15, 15) schreiben ihr in einer Zeitungsanzeige: "Wir lieben dich von Herzen." Sie preisen sie als "... die beste Mama der Welt!!!". Offenbar steht die Familie voll hinter Henrike Schemmer, trotz des furchtbaren Vorwurfs gegen sie.

Die 46-Jährige ist die Angeklagte im spektakulären Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz. Sie sitzt seit Mai 2012 in Untersuchungshaft - seither veröffentlichte ihre Familie immer wieder bunte "Glückwunschanzeigen" in der Meppener Tagespost, einer Lokalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung. Sie erscheint im emsländischen Haren, dem Wohnort der Angeklagten. Ende 2012 schrieb die Familie: "Liebste Mama, an Silvester denken wir ganz doll an dich und hoffen, dass du in 2013 wieder bei uns bist!" Weitere Anzeigen erschienen zu Adventssonntagen und zu Weihnachten, zum Valentinstag und zu Ostern. Fast alle Anzeigen zierte ein rotes Herz.
Henrike Schemmer droht eine lebenslange Haftstrafe. Laut der Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren rund 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein - und erstach beide. Sie bestreitet die Tat.
Der Prozess gegen die Familienmutter läuft seit Dezember. Am 6. Februar sollten ihr Mann und ihre Töchter aussagen. Sie betraten der Reihe nach den Gerichtssaal, setzten sich auf den Zeugenstuhl - aber sie weigerten sich, Fragen zu beantworten. Sie beriefen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Fünf Tage später wünschten sie der Angeklagten "alles Gute zum Valentinstag". Die Anzeige zeigt eine rote Rose und 40 rosarote Herzchen.
Die Angeklagte sitzt in der Justizvollzugsanstalt Koblenz. Erhält sie dort die Liebesbotschaften ihrer Familie überhaupt? Das ist nicht bekannt. Aber es wäre zumindest möglich. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt die Gefängnisleitung: Jeder Häftling kann eine Tageszeitung abonnieren.
Der Doppelmordprozess geht morgen weiter. Es wird der 18. Verhandlungstag sein. Möglicherweise spielt das Gericht zwei Gespräche vor, die von der Polizei heimlich mitgeschnitten wurden. Ein weiterer Verhandlungstag ist für den 15. Mai anberaumt. Ob der Prozess an diesem Tag zu Ende geht, ist unklar.

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,589463.html

#67 RE: Presseartikel von Christine 02.05.2013 09:53

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02.05.2013, 09:42 Uhr

Doppelmord-Prozess dauert länger: Psychiater untersucht Henrike Schemmer
Koblenz - Der Doppelmordprozess um die Bluttat von Koblenz-Horchheim dauert länger als geplant.
Grund: Die Angeklagte Henrike Schemmer (46) hat Anfang der Woche entschieden, dass sie sich im Gefängnis von einem Psychiater begutachten lässt.

Die 46-jährige Angeklagte Henrike S. steht vor dem Koblenzer Landgericht zwischen ihren Anwälten Johann Schwenn (links) und Julia von Dreden.
Dies teilten ihre Anwälte am 18. Prozesstag am Landgericht Koblenz mit. Außerdem stellten sie Beweisanträge. Das Gericht soll unter anderem prüfen lassen, ob der BMW, den die Angeklagte in der mutmaßlichen Tatnacht gefahren haben soll, überhaupt einsetzbar war für eine Fahrt zum Tatort. Bisher war der 15. Mai als letzter Prozesstag geplant.
Bis dahin kann der Psychiater das Gutachten aber nicht erstellen. Darum sind weitere Prozesstage nötig. Henrike Schemmer soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer heimtückisch ermordet haben, außerdem aus Habgier und niedrigen Beweggründen.
Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von Haren (Niedersachsen) rund 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein – und erstach beide. Dann soll sie zurück nach Haren gefahren sein. Sie bestreitet die Tat, verstrickte sich aber nach ihrer Festnahme im Polizeiverhör in Widersprüche.
Die Anwälte von Henrike Schemmer betonten im Prozess, dass der BMW zur mutmaßlichen Tatzeit möglicherweise einen Motorschaden hatte und nicht geeignet war, die 700 Kilometer lange Strecke Haren-Koblenz-Haren zu fahren. Sie begründeten dies mit der Aussage eines Mechatronikers aus Haren, der den BMW schon mehrfach reparierte.
Er hatte im Prozess ausgesagt, dass er das Auto Anfang Juli 2011 zur Reparatur bekam. Es sei nur auf drei Zylindern gelaufen und für lange Strecken nur schwer einsetzbar gewesen.Die Anwälte von Henrike Schemmer wollen im Prozess weitere Zeugen vernehmen.
Darum geht es: Die Angeklagte fuhr am 9. Juli 2011 mit ihrer Familie zu ihren Schwiegereltern – und fand deren Leichen. Später sagte sie bei der Polizei, der Besuch in Koblenz sollte eine Überraschung sein, da die Schwiegermutter Geburtstag hatte. Jetzt wollen die Anwälte zwei Zeuginnen befragen, um zu belegen, dass die Schwiegermutter an ihrem Geburtstag seit Längerem eine Familienfeier geplant hatte. Die Schwiegermutter soll darüber mit den Zeuginnen gesprochen haben.
Der Prozess geht am 15. Mai weiter. Wann die zusätzlichen Verhandlungstage stattfinden, ist unklar.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,590740.html

#68 RE: Presseartikel von Christine 05.05.2013 17:25

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05.05.2013, 12:16 Uhr

Fragen und Antworten: Wie sieht der Alltag in der U-Haft in der JVA-Koblenz aus
Koblenz - Der Prozess gegen Henrike Schemmer erregt seit dem vergangenen Jahr die Gemüter in Koblenz und macht sie damit zur derzeit "prominentesten" Insassin der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Koblenz. Aber sie ist natürlich nicht die Einzige, die dort auf ihr Urteil wartet.

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider
Die JVA Koblenz ist das zuständige Gefängnis für den gesamten Landgerichtsbezirk Koblenz, den größten in Rheinland-Pfalz. 131 U-Häftlinge, 121 Männer und 10 Frauen, sitzen dort derzeit ein. Über deren Haftbedingungen und das Leben in der U-Haft sprach die RZ mit JVA-Chef Josef Maldener und Richter Alexander Walter, Pressesprecher des Landgerichts Koblenz.
Wann wird ein Beschuldigter in Untersuchungshaft genommen?
"Erforderlich ist zunächst ein dringender Tatverdacht", erklärt Walter. Es muss darüber hinaus aber auch ein Haftgrund vorliegen: eine Flucht, Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr. Bei Schwerkriminalität können die Anforderungen an den Haftgrund geringer ausfallen.
Ab wann ist eine U-Haft möglich?
Jederzeit, sobald die oben genannten Voraussetzungen vorliegen. Die Entscheidung darüber trifft der Ermittlungsrichter.
Was unterscheidet die U-Haft von der Strafhaft?
Rechtlich gesehen gibt es einen gravierenden Unterschied: Während der Strafgefangene rechtskräftig verurteilt ist, ist es der U-Häftling nicht. "Es gilt die Unschuldsvermutung", betont Maldener. Das bedeutet, dass zum Beispiel für den U-Häftling noch keine Resozialisierungsversuche unternommen werden können. Für ihn besteht auch keine Arbeitspflicht in der Anstalt - anders als für den Strafgefangenen.
Was bedeutet die große Zahl der U-Häftlinge für den Gefängnisalltag?
Sie sind auf jeden Fall der problematischere Teil der Insassen. Ihre Situation ist geprägt von einer großen Unsicherheit über die eigene Zukunft, von Sorgen und Nöten, berichtet Maldener. Die Strafhäftlinge landen nur dann in Koblenz, wenn ihre Strafe höchstens drei Monate beträgt. Für sie sind für den Moment die Fakten geschaffen - anders als für die U-Häftlinge. "Viele ziehen sich zurück, beschäftigen sich intensiv mit ihrer eigenen Situation", berichtet der JVA-Chef. Aus allen gesellschaftlichen Schichten stammen sie, die Straftaten decken alles ab, was das Strafgesetzbuch zu bieten hat. Für die Vollzugsbeamten bedeutet das: "Wir müssen immer gewappnet sein, um besonderen Situationen begegnen zu können."

Wie sieht der Tagesablauf aus?

Fragen und Antworten: Wie sieht der Alltag in der U-Haft in der JVA-Koblenz aus
Um 6 Uhr werden die Gefangenen geweckt. Frühstück gibt es in der Zelle - so wie die anderen Mahlzeiten. Wie sich der Tag weiter gestaltet, ist für die Gefangenen sehr unterschiedlich, je nachdem ob sie einer Arbeit in der JVA nachgehen, Sport treiben, Zeit im Gemeinschaftsraum und auf dem Hof in Anspruch nehmen. Wer all das nicht tut, verbringt im schlechtesten Fall den ganzen Tag in der Zelle.
Wie sehen die Zellen aus?
Acht bis neun Quadratmeter groß sind sie. Der Regelfall sind Einzelzellen. Wenn so der Platz nicht ausreicht, werden Zellen aber auch doppelt belegt, vorrangig mit den Gefangenen, die lieber Gesellschaft haben wollen. Eine Doppelbelegung, so Maldener, ist aber nur in Zellen mit abgetrennter Toilette erlaubt. In der Zelle gibt es zudem einen Tisch, einen Stuhl, einen Spind, ein Bücherregal, ein Waschbecken und einen Mülleimer.
Dürfen die Gefangenen persönliche Dinge mit ins Gefängnis nehmen?
In begrenztem Maße: Uhren, Fotos, Brillen und Ähnliches können mitgebracht werden. Einschränkungen gibt es vor allem für Elektronikgeräte: Einen Fernseher zum Beispiel kann man mieten oder kaufen, nicht aber den eigenen mitbringen, da eine ausreichende Überprüfung der Geräte nicht zu leisten wäre, berichtet Maldener.
Können Gefangene einkaufen?
Ja, über den Kaufmann der JVA kann vieles beschafft werden, von Zigaretten über Hygieneartikel bis zu Büchern und DVDs - allerdings keine, die ab 18 Jahren zugelassen sind. Wer bedürftig ist, erhält ein Taschengeld - was der JVA-Chef auch völlig in Ordnung findet. Jeder Mensch brauche ein gewisses Maß an individuellem Freiraum und die Möglichkeit, seine Bedürfnisse, die über eine Grundversorgung hinausgehen, abzudecken. Im März betrug das maximale Taschengeld für Gefangene 32,60 Euro.
Was gibt es für U-Häftlinge zu tun?
Sie müssen nicht arbeiten, können es aber, wenn eine Stelle frei ist. Arbeit gibt es etwa in der Küche, in Werkstätten, in der Wäscherei und in der Bekleidungskammer. Für die Tätigkeiten, die auf der Karthause anfallen, werden zwischen 8,73 und 11,64 Euro für einen 7-Stunden-Arbeitstag bezahlt.

Fragen und Antworten: Wie sieht der Alltag in der U-Haft in der JVA-Koblenz aus
Grundsätzlich bleiben die Häftlinge in ihren jeweiligen Wohnbereichen untereinander. So werden zum Beispiel mögliche Komplizen voneinander getrennt. Kontakte gibt es ansonsten aber durchaus, zum Beispiel im Gemeinschaftsraum, in dem die Gefangenen gewisse Zeiten verbringen können. Oder beim Sport, beim Hofgang, der jedem Gefangenen eine Stunde am Tag zusteht, bei der Arbeit, beim Gottesdienst oder Ähnlichem mehr.
Dürfen Häftlinge telefonieren, Briefe schreiben, Besuche empfangen?
Zwei Stunden Besuch dürfen U-Häftlinge pro Monat empfangen. Solange es keine Beschränkungen durch das Gericht gibt, können sie Briefe schreiben und erhalten. Allerdings werden diese in der Regel kontrolliert. Wer eine Telefonerlaubnis hat, darf mit festgelegten Gesprächspartnern telefonieren - überwacht oder nicht, je nachdem.
Wie lange kann die U-Haft dauern?
Grundsätzlich bis zur Rechtskraft des Urteils, erklärt Landgerichtssprecher Walter. Länger als sechs Monate darf die U-Haft aber nur dauern, wenn besondere Gründe vorliegen, etwa wenn die besondere Schwierigkeit oder der Umfang der Ermittlungen ein Urteil zu dem Zeitpunkt noch nicht zulassen.
Wird bei einer Verurteilung die Zeit der U-Haft angerechnet?
Ja, nicht aber auf eine lebenslange Freiheitsstrafe, so Walter. Und: "In Ausnahmefällen kann das Gericht anordnen, dass die Anrechnung ganz oder zum Teil unterbleibt, wenn sie im Hinblick auf das Verhalten des Verurteilten nach der Tat nicht gerechtfertigt ist."
Und was passiert, wenn das Verfahren mit einem Freispruch endet?
Dann hat der Freigesprochene Anspruch auf eine Haftentschädigung von (in der Regel) 25 Euro pro Hafttag - und eventuell weitere Ansprüche, etwa wegen Verdienstausfalls.


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#69 RE: Presseartikel von Christine 16.05.2013 13:20

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16.05.2013, 11:39 Uhr

Neue Zeugenaussagen im Koblenzer Doppelmord-Prozess: Bluttat bleibt rätselhaft
Koblenz - Die Bluttat an den Koblenzer Eheleuten Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer bleibt rätselhaft: War der Besuch bei den getöteten Rentnern, bei dem die verdächtige Schwiegertochter und ihr Mann die Leichen der beiden fanden, eine Überraschung oder nicht?

Die 46-jährige Angeklagte Henrike S. steht vor dem Koblenzer Landgericht zwischen ihren Anwälten Johann Schwenn (links) und Julia von Dreden.
Die mutmaßliche Doppelmörderin Henrike Schemmer (46) behauptete bei der Polizei, dass sie am 9. Juli 2011 zum Haus ihrer Schwiegereltern in Koblenz-Horchheim fuhr und deren Leichen entdeckte. Sie sei mit ihrer Familie aus dem Emsland angereist, um die Schwiegermutter zu deren Geburtstag zu überraschen. Sie habe den Besuch zwei Tage zuvor mit ihrem Schwiegervater vereinbart. Aber: Jetzt haben im Doppelmordprozess am Landgericht Koblenz zwei Zeuginnen erklärt, dass Waltraud Schemmer längst von einem Familienbesuch wusste. War der angebliche Überraschungsbesuch also gar keine Überraschung?
Der Prozess läuft seit Dezember, es gab bisher 19 Verhandlungstage. Laut der Staatsanwaltschaft fuhr die Angeklagte Henrike Schemmer am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, erstach ihre Schwiegereltern – und fuhr sofort zurück nach Haren.
Zunächst sagte am Mittwoch eine Rentnerin (68) aus. Sie war eine Nachbarin der Eheleute, sprach oft mit ihnen über Gartenarbeit. Am 6. Juli soll Waltraud Schemmer ihr erzählt haben: „Am Samstag haben wir ein Familienfest." Sie soll gesagt haben, dass ihr Sohn kommt – und abfällig ergänzt haben, dass ihre Schwiegertochter auch komme. Die Zeugin beteuerte, sie sei sich 100-, nein 1000-prozentig sicher, dass ihre Aussage der Wahrheit entspricht.
Als Zweite sagte die einstige Friseurin (46) von Waltraud Schemmer aus: Die Getötete sei seit sechs Jahren ihre Kundin gewesen. Sie habe ihr mehrfach gesagt, dass sie ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Schwiegertochter habe. Und sie habe ihr einige Tage vor der Tat erzählt, dass ihr Sohn zu ihrem Geburtstag kommt. Beide Zeuginnen sagten im Prozess auf Antrag von Henrike Schemmers Anwälten aus.
Im Prozess sagte auch ein Kfz-Gutachter aus. Es ging um die Frage, ob der BMW der Angeklagten in der mutmaßlichen Tatnacht für die 700 Kilometer lange Strecke Haren–Koblenz–Haren einsetzbar war. Denn eine Werkstatt musste in dem Wagen kurz nach der Tat eine defekte Zündkerze austauschen. Laut dem Gutachter wäre es nicht möglich gewesen, die gesamte Strecke mit einer defekten Zündkerze zu fahren, ohne einen Motorschaden zu verursachen.

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,597106.html

#70 RE: Presseartikel von Christine 01.06.2013 19:43

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24.01.2013, 11:40 Uhr

Doppelmord-Prozess: Nachbarin spionierte Verdächtige aus

Koblenz - Lauschangriff in der Eisdiele: Um die Bluttat am Ehepaar Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer in Koblenz-Horchheim aufzuklären, hat die Polizei einen bisher unbekannten Spitzel eingesetzt – die Nachbarin und Freundin der angeklagten Schwiegertochter.


Dies wurde jetzt im Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz bekannt. Im Mai 2012 ließ sich die 45-Jährige von den Ermittlern mit einer Wanze „verkabeln“ und traf sich mit der mutmaßlichen Doppelmörderin Henrike „Rike“ Schemmer (46) in einer Eisdiele.

Sie eröffnete ihr, dass sie bei der Polizei aussagen muss.

Mehr ist über das Gespräch bisher nicht bekannt. Aber die Polizei schnitt alles mit. Brisant: Im Prozess berichtete die Nachbarin, dass die Angeklagte bereits vor dem Treffen in der Eisdiele versucht hatte, sie zu überreden, ihr ein falsches Alibi zu geben.

Laut Anklage fuhr die Angeklagte am Abend des 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein und erstach sie. Bei der Polizei verstrickte sie sich in einem siebenstündigen Verhör in Widersprüche.

Schließlich sagte sie über die mutmaßliche Tatnacht: „Ich habe kein Alibi.“

Die Nachbarin und die Angeklagte waren rund zwei Jahre gut befreundet. Sie wohnten in Haren Tür an Tür, trafen sich zum Kaffeeklatsch, machten gemeinsam Familienausflüge zu Trödelmärkten.

Aber seit dem Treffen in der Eisdiele und der Festnahme Henrike Schemmers wenig später, ist alles anders.

Der Ehemann der Angeklagten führt seither eine Art „Psychokrieg“ – das berichtete die Nachbarin im Prozess. Der Mann habe sie mehrfach abgepasst, wenn sie zur Garage ging oder im Garten arbeitete. Er stelle sich dann in ihr Blickfeld, sage kein Wort und starre sie an.

Als die Nachbarin – Hochsteckfrisur, Strickjacke, gemütliche Figur – den Gerichtssaal betritt, ignoriert sie die Angeklagte, setzt sich auf ihren Stuhl und beginnt zu erzählen:

In den Tagen vor der Tat habe sie sich mehrfach über die Angeklagte gewundert. Weil sie plötzlich zum Frühaufsteher wurde, mit dem BMW ihres Mannes fuhr und einen Überraschungsbesuch bei ihren verhassten Schwiegereltern vereinbarte. „Die Schwiegereltern mochte sie absolut nicht!“, erzählte die Nachbarin.

Sie habe am Nachmittag vor der mutmaßlichen Tatnacht mit der Angeklagten Kaffee getrunken. Wie lange, konnte sie nicht genau sagen, bis kurz vor 20 oder 22 Uhr. Jedenfalls habe sie zwischen 22 und 23 Uhr den Müll rausgebracht – und da sei der BMW weg gewesen. Als die Nachbarin vom Tod der Schemmers erfuhr, befürchtete sie sofort, dass „Rike“ etwas damit zu tun hat.

http://news.feed-reader.net/163503-doppe...im.html#8384293

#71 RE: Presseartikel von 04.06.2013 08:54

04.06.2013, 06:19 Uhr


Doppelmordprozess: Henrike Schemmer wollte Alibi

Koblenz. Henrike Schemmer (47) soll ihre Schwiegereltern erstochen haben – und offenbar wollte sie von ihrer ältesten Tochter (18) ein Alibi: Jetzt, am 20. Tag im spektakulären Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz, haben die Richter die Aufnahme eines Gesprächs der Angeklagten abgespielt.

Die Polizei hatte es im Auto der Frau heimlich mitgeschnitten. In dem Gespräch schärfte sie ihrer Tochter wohl ein, dass sie von ihr ein Alibi braucht. Darüber hätten sie beide ja schon mal gesprochen. Und das müsse für immer unter ihnen bleiben.

Die Angeklagte soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer aus Habgier ermordet haben. Laut Anklage fuhr sie am 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz und erstach beide.

Die Polizei zeichnete das Gespräch im April 2012 auf: An jenem Tag fährt die Angeklagte mit ihrer Tochter im Auto. Man hört Fahrgeräusche, aus dem Radio dröhnen Gesänge von Adele und U2. Mutter und Tochter streiten. Es geht um einen Arzttermin. Die Tochter will diesen nicht wahrnehmen. Nach zehn Minuten kommt das Gespräch plötzlich auf das Alibi.

Einen Monat später wurde Henrike Schemmer festgenommen. Das Gespräch über das Alibi bestand nur aus wenigen Sätzen – aber die Polizei nahm es offenbar sehr ernst. Das zeigte das Verhör der Angeklagten nach ihrer Festnahme. Es wurde gefilmt und im Prozess gezeigt.

Die Angeklagte schilderte darin, wie sie in der mutmaßlichen Tatnacht schlafen ging – und ihre älteste Tochter sie zufällig gegen 23.45 Uhr im Bett sah.

Später konfrontierte Ermittler Thomas Lauxen die Angeklagte mit dem Gespräch auf der Autofahrt 2012. Er warf ihr vor, sie habe ihre Tochter benutzt, um sich ein Alibi zu beschaffen.

Die Anwälte der Angeklagten beantragten jetzt, die ZDF-Serie „Aktenzeichen XY“ vom 6. Juni 2012 vor Gericht abzuspielen. In der Sendung, die auf dem Internetportal YouTube zu sehen ist, zeigt Ermittler Lauxen, mit welchem BMW (Farbe, Kennzeichen) und auf welcher Route die Angeklagte in der mutmaßlichen Tatnacht unterwegs gewesen sein könnte. Und: Er fragte, wer sie zufällig gesehen hat.

Später – im September 2012 und im Januar 2013 – sagten drei Zeugen bei der Polizei aus, die den BMW der Angeklagten in der mutmaßlichen Tatnacht in Tatortnähe gesehen haben wollen. Sie hatten erstaunliche Detailkenntnisse.

Die Anwälte der Angeklagten halten es für möglich, dass die Zeugen – ein Ehepaar und ein Motorradfahrer – durch die TV-Sendung in ihrer Aussage beeinflusst wurden.

Der Prozess geht am 19. Juni weiter.


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,605307.html

#72 RE: Presseartikel von Christine 20.06.2013 13:31

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20.06.2013, 09:55 Uhr
Koblenzer Doppelmord-Prozess: Angeklagte klagt über Weltschmerz

Koblenz - Fortsetzung im spektakulären Koblenzer Doppelmord-Prozess: Vor dem Landgericht berichtete ein Psychiater über seine Begegnungen mit der Angeklagten, die ihre Schwiegereltern ermordet haben soll. Sie klagte demnach über Weltschmerz und sprach von Suizidabsichten,

Die 46-jährige Angeklagte Henrike S. steht vor dem Koblenzer Landgericht zwischen ihren Anwälten Johann Schwenn (links) und Julia von Dreden.
Sie wollte sich angeblich wieder mal das Leben nehmen, nachts auf die Autobahn fahren, einen Unfall verursachen. Aber: Alles ging schief. Erst sprang ihr BMW nicht an, dann nahm sie mit ihrem Dacia eine falsche Autobahnauffahrt – schließlich warf sie ihre Suizidpläne über den Haufen. Vielleicht sollte es ja nicht sein.
Vielleicht war das alles ein Zeichen für das Leben. Sie fuhr zurück zu ihrem Haus nach Haren, zu ihren Töchtern und ihrem Jack Russell Terrier. Sie kuschelte sich mit dem Tier um 1 Uhr ins Bett und schlief ein.
So schilderte Henrike Schemmer (47) kürzlich einem Psychiater, wie sie die Nacht auf den 8. Juli 2011 erlebt haben will. Sie steht seit Dezember vor dem Landgericht Koblenz, weil sie ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer in jener Julinacht heimtückisch erstochen haben soll. Laut Anklage fuhr sie mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) rund 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus des Paares ein und erstach beide.
Am 21. Prozesstag berichtete Dr. Gerhard Buchholz (57) über seine stundenlangen Gespräche mit der Angeklagten. Der Psychiater, der auch den Krufter Dreifachmörder und den „Horror-Vater" im Missbrauchsfall in Fluterschen begutachtet hatte, schilderte die Angeklagte als eine Frau, die sich nach eigener Aussage seit ihrem zwölften Lebensjahr mit Suizidgedanken befasste. Ein Grund sei ihr Vater gewesen, der sie mit „Psychoterror" niedermachte und demütigte. Wenn sie für etwas zu lange brauchte, soll er sie angeschnauzt haben: „Mach schneller, du Spasti!"
Schon als Kind habe sie in Suizidabsicht Tabletten gesammelt oder sich die Pulsadern aufgeschnitten. Auf ihrer Schulter säßen ein Engelchen und ein Teufelchen – der eine schwärme vom Leben, der andere rate zum Tod. Sie habe von ihren Suizidgedanken nur sehr wenigen Menschen erzählt. Und sie wollte nicht zum Arzt, weil sie befürchtete, dass dort zu viel Kindheitserinnerungen hochkommen. Ihr sei erst in der Haft bewusst geworden, dass sie vielleicht an Depressionen leidet.
In den Tagen vor jener Julinacht 2011 hatte die Angeklagte laut dem Gutachter das Gefühl, sie sei es nicht wert weiterzuleben. Der ganze Weltschmerz sei auf sie eingestürzt. Sie schrieb keinen Abschiedsbrief, weil sie einen Unfall vortäuschen wollte. Bevor sie losfuhr, habe sie einer Tochter gesagt, sie besuche in Köln eine Freundin. Aber sie habe vergessen, dieser Freundin den Besuch anzukündigen. Und sie fuhr versehentlich nicht Richtung Köln, sondern Richtung Norden nach Leer.

Laut dem Gutachter gibt es kein Anzeichen dafür, dass die Angeklagte – falls sie die Tat verübte – in der Tatnacht vermindert schuldfähig war.Am 14. Prozesstag hatte ein Ehepaar behauptet, es habe den BMW der Angeklagten einige Tage vor der Tat in Neuwied gesehen, ebenso in der Tatnacht in Tatortnähe. Jetzt erklärte das Gericht, dass es zumindest den Wahrheitsgehalt der Aussage der Frau bezweifle.
Henrike Schemmer sitzt seit Mai 2012 in Untersuchungshaft. Im Gespräch mit dem Gutachter beteuerte sie erneut ihre Unschuld. Sie habe im Dezember einen Zusammenbruch erlitten, die Haft sei ein Albtraum. Der Prozess geht am 27. Juni weiter. Dann halten die beiden Staatsanwälte wohl ihr Plädoyer.

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...html#articletop

#73 RE: Presseartikel von Christine 27.06.2013 13:26

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27.06.2013, 12:17 Uhr

Koblenzer Doppelmord-Prozess auf Zielgerade: Anklage vor Plädoyer

Koblenz - Mehr als sechs Monate nach dem Auftakt kommt der Koblenzer Doppelmord-Prozess auf die Zielgerade. Am heutigen Donnerstag könnte die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren gegen die 47 Jahre alte Angeklagte aus Haren im Emsland vor dem Landgericht plädieren.


Der Frau wird vorgeworfen, im Juli 2011 nach Koblenz gefahren zu sein und ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau in deren Haus erstochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie dies aus Habgier tat.
Die Angeklagte bestreitet die Tat. In dem langwierigen Verfahren sind zahlreiche Zeugen vernommen worden. Geladen waren auch ihr Mann, ihre drei Töchter sowie ihre Mutter. Sie sagten jedoch nicht aus.

Update 10.45 Uhr: Wie RZ-Gerichtsreporter Hartmut Wagner im Laufe des Vormittags berichtete, hält die Staatsanwaltschaft Henrike Schemmer für schuldig. Staatsanwältin Andrea Maier plädiert seit mehr als einer Stunde. Später mehr auf rhein-zeitung.de

Update 12.15 Uhr: Mittagspause am Landgericht - am Nachmittag wird weiter plädiert.

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,615387.html

#74 RE: Presseartikel von wolke 27.06.2013 18:03

27.06.2013, 16:55 Uhr

Koblenzer Doppelmord-Prozess: Staatsanwältin fordert lebenslange Haft für Henrike Schemmer

Koblenz. Im spektakulären Koblenzer Doppelmordprozess hat die Staatsanwältin lebenslange Haft für Henrike Schemmer (47) gefordert. Nach Überzeugung der Staatsanwältin hat die Angeklagte ihre Schwiegereltern im Juli 2011 in deren Haus in Koblenz-Horchheim erstochen, weil sie an deren Erbe wollte.

Die Staatsanwältin geht davon aus, dass die Angeklagte die Morde heimtückisch und aus Habgier verübte. Sie beantragte in ihrem Plädoyer die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Die Staatsanwältin erklärte, die getöteten Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer hinterließen ein Erbe im Gesamtwert von 1,7 Millionen Euro. Ihre Schwiegertochter bestreitet, die Tat begangen zu haben. Am 2. Juli plädieren die Verteidiger der Angeklagten. Das Urteil wird für den 5. Juli erwartet.

Staatsanwältin Andrea Maier blickte in ihrem mehr als vier Stunden langen Plädoyer auf die monatelange Beweisaufnahme zurück. Es gebe zwar keine objektiven Spuren am Tatort, die die Täterschaft der Schwiegertochter belegten, dafür liege aber eine Vielzahl an Indizien vor. Wenn man die einzelnen Puzzleteile zusammensetze, entstehe ein Gesamtbild, demzufolge die Täterschaft zweifellos feststehe, sagte Maier.

So habe es am Haus der Opfer keine Spuren eines gewaltsames Eindringens gegeben, auch sei nicht nach Wertgegenständen gesucht worden. Das spreche gegen einen Raubüberfall, und die Angeklagte habe einen Schlüssel für das Haus besessen. Zudem sei der Wagen ihres Mannes - des Sohnes der Getöteten -, mit dem sie von Haren nach Koblenz gefahren sein soll, von einem Zeugen in der Tatnacht nahe der Rhein-Mosel-Stadt gesehen worden.

Die Angeklagte habe kein glaubwürdiges Alibi und ein Motiv - das Erbe. Die Finanzlage der Familie der 47-Jährigen sei angespannt gewesen. Die Schwiegereltern hätten sie seit Jahren finanziell unterstützt, vor der Tat Zeugen zufolge aber darüber nachgedacht, die Zahlungen einzustellen.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Vor der Verhaftung der Schwiegertochter hatte die Polizei allein zweimal in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ zu Zeugenaussagen aufgerufen. Zudem war in der Umgebung des Tatorts mit Spürhunden nach der Tatwaffe gesucht worden. dpa/haw

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,615637.html

#75 RE: Presseartikel von Christine 27.06.2013 18:08

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27.06.2013, 16:55 Uhr

Koblenzer Doppelmord-Prozess: Staatsanwältin fordert lebenslange Haft für Henrike Schemmer
Koblenz. Im spektakulären Koblenzer Doppelmordprozess hat die Staatsanwältin lebenslange Haft für Henrike Schemmer (47) gefordert. Nach Überzeugung der Staatsanwältin hat die Angeklagte ihre Schwiegereltern im Juli 2011 in deren Haus in Koblenz-Horchheim erstochen, weil sie an deren Erbe wollte.


Die Staatsanwältin geht davon aus, dass die Angeklagte die Morde heimtückisch und aus Habgier verübte. Sie beantragte in ihrem Plädoyer die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Die Staatsanwältin erklärte, die getöteten Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer hinterließen ein Erbe im Gesamtwert von 1,7 Millionen Euro. Ihre Schwiegertochter bestreitet, die Tat begangen zu haben. Am 2. Juli plädieren die Verteidiger der Angeklagten. Das Urteil wird für den 5. Juli erwartet.

Staatsanwältin Andrea Maier blickte in ihrem mehr als vier Stunden langen Plädoyer auf die monatelange Beweisaufnahme zurück. Es gebe zwar keine objektiven Spuren am Tatort, die die Täterschaft der Schwiegertochter belegten, dafür liege aber eine Vielzahl an Indizien vor. Wenn man die einzelnen Puzzleteile zusammensetze, entstehe ein Gesamtbild, demzufolge die Täterschaft zweifellos feststehe, sagte Maier.

So habe es am Haus der Opfer keine Spuren eines gewaltsames Eindringens gegeben, auch sei nicht nach Wertgegenständen gesucht worden. Das spreche gegen einen Raubüberfall, und die Angeklagte habe einen Schlüssel für das Haus besessen. Zudem sei der Wagen ihres Mannes - des Sohnes der Getöteten -, mit dem sie von Haren nach Koblenz gefahren sein soll, von einem Zeugen in der Tatnacht nahe der Rhein-Mosel-Stadt gesehen worden.

Die Angeklagte habe kein glaubwürdiges Alibi und ein Motiv - das Erbe. Die Finanzlage der Familie der 47-Jährigen sei angespannt gewesen. Die Schwiegereltern hätten sie seit Jahren finanziell unterstützt, vor der Tat Zeugen zufolge aber darüber nachgedacht, die Zahlungen einzustellen.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Vor der Verhaftung der Schwiegertochter hatte die Polizei allein zweimal in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ zu Zeugenaussagen aufgerufen. Zudem war in der Umgebung des Tatorts mit Spürhunden nach der Tatwaffe gesucht worden. dpa/haw

http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...rid,615637.html

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