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#26 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2013 14:37

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Überraschung im Schemmer Prozess
Im Doppelmordprozess von Koblenz Horchheim haben heute zum ersten Mal Zeugen ausgesagt. Drei Koblenzer behaupten, dass sie das getötete Rentnerpaar nach der bisher angenommenen Mordnacht gesehen haben. Bisher sind die Ermittler davon ausgegangen, dass das Paar im Sommer 2011 in einer Nacht von Donnerstag auf Freitag ermordet worden ist. Die Zeugen wollen die mit ihnen befreundeten Senioren aber noch am Freitagvormittag in der Stadt beim Einkaufen gesehen haben. Zu dieser Zeit war das Rentnerpaar nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht mehr am Leben. Für den jetzt vermuteten Tatzeitraum hat die Angeklagte, laut Staatsanwalt, wohl ein Alibi. Bei einer Polizeivernehmung hatte sie sich mehrfach in Widersprüche verwickelt.


http://www.swr.de/nachrichten/rp/koblenz...ml#meldung97696

#27 RE: Presseartikel von 08.01.2013 18:21

http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=16...1qyk/index.html

Koblenz
Mögliche Wende im Doppelmord-Prozess

Mögliche Wende im Prozess um den Mord an einem Ehepaar in Koblenz-Horchheim: Mehrere Zeugen wollen die beiden Rentner noch nach der mutmaßlichen Mordnacht gesehen haben. Das würde die angeklagte Schwiegertochter entlasten.

Flyeraktion im Fall eines Doppelmordes in Koblenz

Zeugensuche nach Doppelmord

Die 46-jährige Frau steht seit Mitte Dezember vor Gericht. Sie wird beschuldigt, im Sommer 2011 ihre Schwiegereltern in deren Haus im Stadtteil Horchheim aus Habgier erstochen zu haben.

Drei von vier Zeugen gaben jetzt an, dass sie die Getöteten nach der angenommenen Tatzeit beim Einkaufen in der Stadt gesehen hätten. Sollten diese Aussagen stimmen, müsste die Tat zu einem anderen Zeitpunkt verübt worden sein. Für diesen Zeitraum hat die angeklagte Schwiegertochter laut Staatsanwaltschaft aber wohl ein Alibi.
Angeklagte bestreitet die Tat

Die 46 Jahre alte Frau hatte die Tat stets bestritten. Die Anklage wirft ihr vor, ihren damals 75-jährigen Schwiegervater und ihre 68 Jahre alte Schwiegermutter in deren Haus im Stadtteil Horchheim erstochen zu haben. Laut Anklage soll die Frau am Abend des 7. Juli 2011 von ihrem damaligen Wohnort in Haren im Emsland aus nach Koblenz zu ihren Schwiegereltern gefahren sein und die Haustür mit einem Zweitschlüssel geöffnet haben. Der Sohn fand seine Eltern anschließend tot in dem Haus, als er sie besuchen wollte. Die Angeklagte sitzt seit Mai letzten Jahres in Untersuchungshaft.
Gutes Verhältnis zu Schwiegereltern betont

In der polizeilichen Vernehmung hatte die Frau erklärt, sie habe ein gutes Verhältnis zu ihren Schwiegereltern gehabt. Gegen den Vorwurf und das Motiv der Habgier wehrte sie sich vehement. Unter Tränen beteuerte sie: "Wir haben keinen Vorteil davon (...) Wie kann man überhaupt sowas denken".

Der Fall hatte auch bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Gleich zweimal wurde in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" nach Zeugen gefahndet. Die Polizei hatte zudem viele Nachbarn befragt. Die Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden.

#28 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2013 22:32

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05.03.2012, 18:47 Uhr
Doppelmord von Horchheim: Die Polizei gibt die Suche nicht auf
Koblenz - Die Polizei setzt ihre Suche nach Spuren im Doppelmord an dem Ehepaar Waltraud und Heinrich Schemmer fort. Auch am Montag allerdings zunächst ohne ein durchschlagendes Ergebnis, wie Polizei-Pressesprecher Helmut Zirfas bedauert. Zwar wurden einige Kleidungsstücke gefunden – ob die aber den Tätern zugeordnet werden können, muss jetzt geprüft werden.


Es ist die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Das sagen auch die Polizeikräfte selbst, die an diesem Tag an dem Parkplatz unweit der B?42, direkt an der Balthasar-Neumann-Straße in Pfaffendorf, das Gestrüpp durchkämmen. Aber so funktioniert sie eben, die alltägliche Polizeiarbeit.
Die jüngste Spurensuche mit besonders ausgebildeten Hunden (die RZ berichtete) hatte zu dem Parkplatz geführt, an dem am Montagvormittag nun rund 20 Polizisten das Gebüsch systematisch durchsuchen und mit Metalldetektoren überprüfen. „Vielleicht das Tatmesser“, hofft Thomas Lauxen, Hauptsachbearbeiter der mit dem Fall betrauten Soko „Schlüssel“ zu finden. Oder eventuell Kleidungsstücke, die die Täter hier an diesem Parkplatz ins Gebüsch geworfen haben könnten. Oder einen Schutzanzug, der sie vor Spritzern hätte schützen können. „Denn Sie wissen ja, das war eine blutige Tat.“ Deshalb sind am Montag auch drei Spürhunde mit im Einsatz, die besonders auf Leichengeruch und Blut trainiert sind. Wenn die Täter hier an diesem Parkplatz oder im angrenzenden Wäldchen etwas weggeworfen haben, können die Hunde es vielleicht aufspüren.
Es wird konzentriert gearbeitet, nur wenige Sätze werden gewechselt. Einen Einweghandschuh findet einer der Polizisten im Gebüsch, eine völlig verdreckte Kappe ein anderer. Thomas Lauxen tütet alles ein. „Wer weiß“, sagt er. Alles kann wichtig sein. Auch jeder Hinweis, sagt er noch einmal eindringlich. „Wenn also jemand in der Tatnacht, in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli, irgendetwas gesehen hat, ein Fahrzeug, eine Person, irgendwas, was nicht so war wie sonst, der soll sich melden.“
„Hier parken oft Fremde“, sagt ein Anwohner. Manchmal auch „Gestalten“, die ihm nicht ganz geheuer sind. Der Parkplatz ist äußerst verkehrsgünstig gelegen. Von hier aus sind es nur ein paar Meter bis zur B?42. Und durch das hohe Gestrüpp zur Straße hin, die Böschung auf der einen Seite und den Fußweg in ein kleines Wäldchen ist es ein guter Platz, um nicht gesehen zu werden. Ob die Täter hier allerdings wirklich waren, bleibt auch nach der Suchaktion gestern noch völlig unklar.
Die Tatzeit, das ist eins der wenigen Dinge, die die Polizei weiß. Eine Mischung aus gerichtsmedizinischen Daten und der Auswertung von Alltagsgewohnheiten und anderen Umständen lässt die Ermittler sicher sein, dass es irgendwann mitten in der Nacht war, sagt Lauxen vorsichtig. Am Donnerstag waren die 68 und 75 Jahre alten Eheleute noch gesehen worden. Am Samstagabend, als sie von ihrem außerhalb von Koblenz lebenden Sohn gefunden wurden, waren sie schon fast zwei Tage tot. „Aber auch hierbei ist es anders als im Fernsehen“, sagt Lauxen. „Man kann keine ganz genaue Todeszeit angeben, zumindest höchstens auf ein oder zwei Stunden genau.“

Bisher nicht ermitteln konnte die Polizei dagegen, wie der oder die Täter ins Haus kamen. Zweifelsfrei steht nur fest, dass es keine Einbruchspuren gab. „Möglich ist, dass die Täter selbst die Tür aufschlossen“, sagt Lauxen. „Oder es ist auch denkbar, dass sie zu einem früheren unbeobachteten Augenblick ins Haus geschlichen sind und sich dort versteckt haben.“
Von unserer Redakteurin Doris Schneider


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,390722.html

#29 RE: Presseartikel von Christine 09.01.2013 18:36

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Die Papierausgabe der Rheinzeitung vom 09.01.2013



#30 RE: Presseartikel von Christine 09.01.2013 21:38

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09.01.2013, 18:52 UhrStartseite » Region
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Doppelmord von Horchheim: Keine Wende im Mordprozess
Koblenz - Das Landgericht Koblenz ist von den ersten Zeugenaussagen im aufsehenerregenden Doppelmordprozess keineswegs überrascht worden. Wie unsere Zeitung berichtete, hatten im Prozess gegen die Schwiegertochter des getöteten Ehepaars Schemmer drei Koblenzer ausgesagt, die beiden Opfer noch am Freitag, 8. Juli 2011, gesehen zu haben.

Waltraud und Heinrich Schemmer: Die beiden Koblenzer Rentner wurden im Juli 2011 in ihrem Haus in Horchheim getötet. Jetzt wurde ihre Schwiegertochter festgenommen.
POLIZEI KOBLENZ
Laut Anklage lagen die beiden 68 und 75 Jahre alten Rentner zu diesem Zeitpunkt aber schon tot in ihrem Haus, weil sie von ihrer Schwiegertochter in der Nacht getötet wurden.
Prozessbeobachter fragen sich: Sind die Zeugenaussagen entlastend für die wegen Mordes angeklagte Schwiegertochter zu werten? Während vor allem in Internetforen über die angebliche Unfähigkeit der Ermittlungsbehörden spekuliert wird, stellt der Sprecher des Koblenzer Landgerichts, Alexander Walter, auf Anfrage unserer Zeitung klar: "Die Aussagen bei der Polizei in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren sind natürlich Bestandteil der Verfahrensakte und insofern einem später mit dem Strafverfahren befassten Gericht bekannt."
Die drei Koblenzer, eine Rentnerin aus der Altstadt und ein mit ihr befreundetes Ehepaar, hatten ihre Aussagen bei der Polizei bereits zwei Tage nach Bekanntwerden des Tötungsdelikts gemacht. "Wir haben Sonntagabend davon gehört und gleich Montag bei der Polizei angerufen", sagen sie übereinstimmend. Mit dem Zeitpunkt des Treffens seien sie sich ganz sicher.
Unterdessen lassen Aussagen der Nachbarn des getöteten Ehepaars eher auf den früheren Tatzeitpunkt, wie er in der Anklage steht, schließen. Denn die als besonders ordentlich bekannten Frühaufsteher zogen weder am Freitag noch am Samstag ihre Rollläden hoch. dos


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...arid,537160.htm

#31 RE: Presseartikel von Christel 10.01.2013 11:11

10.01.2013, 10:12 Uhr
Doppelmordprozess: Zeugenaussagen zum Tatzeitpunkt waren Gericht schon vor Prozess bekannt

Koblenz - Das Landgericht ist von den ersten Zeugenaussagen im Doppelmordprozess keineswegs überrascht worden. Wie unsere Zeitung berichtete, hatten im Prozess gegen die Schwiegertochter des getöteten Ehepaars Schemmer drei Koblenzer ausgesagt, die beiden Opfer noch am Freitag, 8. Juli 2011, gesehen zu haben. Laut Anklage sollen die Opfer da aber bereits tot gewesen sein.

Demnach lagen die beiden 68 und 75 Jahre alten Rentner zu diesem Zeitpunkt schon tot in ihrem Haus, weil sie von ihrer Schwiegertochter in der Nacht getötet wurden.

Prozessbeobachter fragen sich: Sind die Zeugenaussagen entlastend für die wegen Mordes angeklagte Schwiegertochter zu werten? Während vor allem in Internetforen über die angebliche Unfähigkeit der Ermittlungsbehörden spekuliert wird, stellt der Sprecher des Koblenzer Landgerichts, Alexander Walter, auf Anfrage unserer Zeitung klar: „Die Aussagen bei der Polizei in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren sind natürlich Bestandteil der Verfahrensakte und insofern einem später mit dem Strafverfahren befassten Gericht bekannt.“

Die drei Koblenzer, eine Rentnerin aus der Altstadt und ein mit ihr befreundetes Ehepaar, hatten ihre Aussagen bei der Polizei bereits zwei Tage nach Bekanntwerden des Tötungsdelikts gemacht. „Wir haben Sonntagabend davon gehört und gleich Montag bei der Polizei angerufen“, sagen sie übereinstimmend. Mit dem Zeitpunkt des Treffens seien sie sich ganz sicher.

Unterdessen lassen Aussagen der Nachbarn des getöteten Ehepaars eher auf den früheren Tatzeitpunkt, wie er in der Anklage steht, schließen. Denn die als besonders ordentlich bekannten Frühaufsteher zogen weder am Freitag noch am Samstag ihre Rollläden hoch.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,537407.html

#32 RE: Presseartikel von Christine 15.01.2013 09:42

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Koblenzer Doppelmord-Prozess geht weiter


Zeugen geladen
KOBLENZ (DPA/LRS) - MIT WEITEREN ZEUGEN WIRD HEUTE DER DOPPELMORD-PROZESS VOR DEM LANDGERICHT KOBLENZ FORTGESETZT. GELADEN SIND NACH ANGABEN DES GERICHTS AN DIESEM UND AM FOLGENDEN VERHANDLUNGSTAG AM MITTWOCH UNTER ANDEREM NACHBARN DES GETÖTETEN RENTNEREHEPAARES AUS KOBLENZ-HORCHHEIM SOWIE POLIZEIBEAMTE. ANGEKLAGT IST EINE 46-JÄHRIGE AUS HAREN IM EMSLAND. SIE SOLL IM JULI 2011 IHREN 75-JÄHRIGEN SCHWIEGERVATER UND DESSEN 68 JAHRE ALTE FRAU IN DEREN HAUS ERSTOCHEN HABEN. DIE STAATSANWALTSCHAFT GEHT DAVON AUS, DASS SIE DIE TAT AUS HABGIER UND ALLEINE BEGANGEN HAT. DIE ANGEKLAGTE SELBST SCHWIEG BISLANG IM PROZESS.

HTTP://WWW.WELT.DE/NEWSTICKER/DPA_NT/REG...EN-GELADEN.HTML

#33 RE: Presseartikel von 15.01.2013 14:20

Koblenzer Doppelmord-Prozess: Mieterin hörte nachts "festere Schritte" in der Schemmer-Wohnung

Koblenz - Im Koblenzer Doppelmord-Prozess hat die Nachbarin der Opfer von Geräuschen in der mutmaßlichen Tatnacht berichtet. Die Mieterin aus dem Haus des getöteten Rentner-Ehepaares sagte am Dienstag vor dem Landgericht als Zeugin, sie sei in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2011 von Geräuschen im Erdgeschoss wach geworden.



Dabei habe sie "festere Schritte", eine Frauen- und eine Männerstimme gehört sowie einen "Ausruf des Erschreckens" und eine Art Weinen vernommen. Als es wieder ruhig geworden sei, habe sie weitergeschlafen. Deswegen sei sie der Sache nicht weiter nachgegangen.



Die Frau wohnt im ersten Stock über der Wohnung des getöteten Paares. In dem Prozess ist die 46 Jahre alte Schwiegertochter aus Haren im Emsland angeklagt. Sie soll am Abend des 7. Juli 2011 nach Koblenz gefahren sein, die Tür des Hauses im Stadtteil Horchheim mit einem Schlüssel geöffnet und dann ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau in deren Haus erstochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie die Tat aus Habgier und alleine begangen hat. Sie selbst schwieg bislang zu den Vorwürfen.


Getötete soll sich von Schwiegertochter "zickig" behandelt gefühlt haben

Ein weiterer Nachbar sagte im Zeugenstand, ihm sei aufgefallen, dass am Tag nach dem mutmaßlichen Mord die Rollos an den Fenstern des Paares morgens unüblicherweise geschlossen geblieben seien. Auf einer früheren Grillfeier habe ihr die später getötete Frau einmal gesagt, dass sie von ihrer Schwiegertochter "zickig" behandelt werde.


Mit Hilfe der Aussagen will das Gericht aufklären, was rund um den 7. Juli 2011 geschah. An einem vorangegangenen Verhandlungstag hatten einige Zeugen ausgesagt, sie hätten das Rentner-Paar noch einen Tag nach dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt gesehen. Der Prozess wird an diesem Mittwoch mit weiteren Zeugen - darunter Polizeibeamte - fortgesetzt.
Doppelmord von Horchheim: Keine Wende im Mordprozess

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,539713.html

#34 RE: Presseartikel von Christine 16.01.2013 14:39

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16.01.2013, 14:33
Ehepaar Schemmer getötet: Zeugin hörte nachts Stimmen
Koblenz - Wann wurde das Koblenzer Ehepaar Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer erstochen? Der Doppelmord-Prozess vor dem Landgericht Koblenz läuft seit Mitte Dezember - jetzt hat ein Rechtsmediziner klargestellt: Aus seiner Sicht wurden die Eheleute in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2011 in ihrem Haus in Horchheim getötet.


Möglich sei auch eine Nacht früher. Nicht möglich aber sei es, dass die Eheleute eine Nacht später, vom 8. auf den 9. Juli getötet wurden. Dies schließt er aus den Fäulnisprozessen, die er bei der Obduktion der beiden Leichen feststellte.
Wenn der Mediziner recht hat, irren sich die drei Zeugen, die vorige Woche im Prozess ausgesagt hatten. Sie berichteten, dass sie das Ehepaar noch am Vormittag des 8. Juli in der Koblenzer Altstadt gesehen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Tat bereits in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli ereignete.
Im Prozess ist Henrike Schemmer (46) angeklagt. Sie soll ihre Schwiegereltern unter anderem aus Habgier getötet haben. Bisher hat sie sich vor Gericht nicht geäußert. Bei der Polizei verstrickte sie sich in einem siebenstündigen Verhör in heftige Widersprüche. Schließlich sagte sie über die mutmaßliche Tatnacht: "Ich habe kein Alibi." Und: "Ich wollte mich in der Nacht umbringen." Sie sei darum mit ihrem BMW irgendwohin gefahren, wohin wisse sie nicht.
Laut Anklage fuhr sie am Abend des 7. Juli mit ihrem BMW von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz und verschaffte sich Zutritt zum Haus ihrer Schwiegereltern. Sie drang ins Schlafzimmer ein, erstach den Mann und die Frau - so die Anklage. Dann soll sie zurück nach Haren gefahren sein. Die Tatwaffe wurde nie gefunden.
Bisher ist nur eine Person bekannt, die vielleicht etwas von der Tat mitbekommen hat. Die 36-Jährige wohnte 2011 im Haus der Schemmers zur Miete. Sie hatte ihr Schlafzimmer direkt über dem Schlafzimmer des Ehepaares. So schilderte sie am vierten Prozesstag, wie sie die mutmaßliche Tatnacht, die Nacht zum 8. Juli, erlebte: Sie wacht auf, hört in der Wohnung unten eine Frauenstimme. Sie steigt aus dem Bett, lauscht in die Dunkelheit nach weiteren Geräuschen. Sie fragt sich: Weint da jemand? Oder war es ein "Ausruf des Erschreckens"? Sie hört auch eine Männerstimme und glaubt, dass der Mann die Frau beruhigt. Sie nimmt Bewegungen wahr, feste Schritte. Sie hört, wie jemand eine Zimmertür zuzieht. Dann ist es still. Und sie schläft weiter.
Die Angeklagte und ihr Ehemann riefen am Abend des 9. Juli die Polizei und sagten, dass sie gerade das tote Ehepaar in dessen Wohnung entdeckt haben. Sofort fuhren Einsatzkräfte zum Tatort. Im Prozess schilderte ein Polizist die Angeklagte als "ziemlich mitgenommen" und "unter Schock": "Sie schrie, war kaum zu beruhigen." Eine Ärztin gab ihr eine Beruhigungstablette.

Laut dem Rechtsmediziner starb Heinrich Schemmer an einem Stich in den Hals, 4 Zentimeter breit, 16 Zentimeter lang. Er verblutete, ebenso seine Frau. Sie hatte tödliche Wunden in Lunge, Herz und Hals. Dem Mediziner fiel auf: Die Frau, die bei der Angeklagten besonders verhasst gewesen sein soll, hatte tiefere Wunden als der Mann. Und sie wurden ihr mit deutlich größerer Wucht beigebracht. Der Prozess geht heute weiter.
Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#35 RE: Presseartikel von Christel 16.01.2013 15:00

16.01.2013, 14:50 Uhr

Doppelmord von Horchheim: Keine DNA-Spuren der Schwiegertochter im Opfer-Haus

Koblenz - Nach dem Doppelmord an einem Rentner-Ehepaar in Koblenz sind am Tatort keine DNA-Spuren der angeklagten Schwiegertochter gefunden worden. Das sagte eine Gutachterin und Biologin des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz am Mittwoch vor dem Koblenzer Landgericht.

Lediglich auf einer EC-Karte in einer Handtasche seien geringe Blutspuren der Angeklagten entdeckt worden. Als Zeugen geladen waren am Mittwoch zudem noch Polizisten, die an den Ermittlungen in dem Fall beteiligt waren.

Der Schwiegertochter aus Haren im Emsland wird vorgeworfen, am Abend des 7. Juli 2011 nach Koblenz gefahren zu sein, die Tür des Hauses im Stadtteil Horchheim mit einem Schlüssel geöffnet und dann ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau erstochen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie die Tat aus Habgier und alleine begangen hat.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,540301.html

#36 RE: Presseartikel von Christine 17.01.2013 10:43

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17.01.2013, 09:25 Uhr
Doppelmord-Prozess: Keine DNA-Spur von Angeklagter im Horchheimer Haus
Koblenz - Überraschendes im Koblenzer Doppelmord-Prozess: Henrike Schemmer (46) steht vor dem Landgericht Koblenz, weil sie ihre Schwiegereltern in deren Schlafzimmer erstochen haben soll. Jetzt, am fünften Prozesstag, erklärte eine Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes: Die Ermittler haben am Tatort keinerlei DNA-Spuren der Angeklagten gefunden.


Die Blutspuren und Fingerabdrücke stammen von dem getöteten Ehepaar. Die Herkunft eines Schuhabdruckes ist unklar.
Bis zur Bluttat im Juli 2011 war das Haus von Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein liebevoll gepflegtes Altersdomizil – dann wurde es ein Ort des Schreckens. Ein Mitarbeiter des Erkennungsdienstes der Koblenzer Polizei beschrieb im Prozess, wie er das Haus vorfand: Bereits an der Haustür schlug ihm Verwesungsgeruch entgegen. Am Boden hinter der Tür war ein erster Blutstropfen, weitere waren an der Türinnenseite. Die tote Frau lag im Schlafzimmer im Bett, ihr Mann im angrenzenden Bad. In der Faust hielt er seine zerbrochene randlose Brille, die Gläser voller Blut.
Blut war am Türrahmen, auf den Fliesen und im Waschbecken, auf dem Bett, auf den Kissen und dem Teppich.
Die übrigen Räume des Hauses waren laut dem Polizisten äußerst ordentlich, der Schreibtisch im Büro „wie mit dem Lineal“ geordnet, das Wohnzimmer und die Küche auffallend akkurat. Die Eheleute hatten den Esstisch bereits fürs Frühstück gedeckt, ihre Rucksäcke für einen Buga-Ausflug gepackt.
Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am Abend des 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Niedersachsen 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein und erstach sie. Beide Opfer hatten tödliche Wunden am Hals. Nach der Tat soll die Frau zurück nach Hause gefahren sein zu ihrem Mann und ihren drei Töchtern. Fest steht: Am 9. Juli kam sie mit ihrer Familie zum Haus der Getöteten, um mit Waltraud Schemmer Geburtstag zu feiern. Sie und ihr Mann entdeckten die Leichen und riefen die Polizei.
Für Spekulationen sorgt bis heute „Asservat A.01“ – ein Schlüssel zum Haus der Schemmers, den die Polizei am Tatort fand. Er lag neben der Haustür auf der Erde. Der Erkennungsdienstmitarbeiter sagte im Prozess: „Der Schlüssel lag so, dass wir ihn schnell entdecken konnten, fast wie auf dem Präsentierteller.“ Hintergrund: Es gab am Tatort keine Einbruchspuren, der Täter könnte einen Hausschlüssel gehabt haben. Und: Die Angeklagte berichtete laut der Polizei bereits am 9. Juli, dass ihre tote Schwiegermutter angeblich einen Schlüssel verloren hatte. Dies habe sie ihr einige Tage zuvor am Telefon erzählt.
Die Angeklagte vertraut im Prozess unter anderem Promi-Anwalt Johann Schwenn, der zuletzt im Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann Bekanntheit erlangte. Er attackierte vor Gericht die Polizistin, die die Angeklagte vor deren Festnahme vernommen hatte. Er warf ihr vor, sie habe die Schwiegertochter mit folgender Behauptung konfrontiert und vielleicht stark verunsichert: „In 95 Prozent aller Mordfälle kommen die Täter aus der Familie des Opfers.“ Die Polizistin erklärte, sie erinnere sich nicht, so etwas gesagt zu haben. Darum musste sie auf Antrag des Anwalts die rechte Hand heben und dies beschwören. Der Prozess geht am 22. Januar weiter.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,540582.html

#37 RE: Presseartikel von Christine 22.01.2013 18:21

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Koblenz
Zeuge will Wagen der Angeklagten gesehen haben
Im Doppelmordprozess von Koblenz Horchheim will ein Zeuge den Wagen der Angeklagten in Tatortnähe gesehen haben. Der Koblenzer Handwerker hat heute ausgesagt, dass er in der Tatnacht beinahe mit dem Auto kollidiert sei. Vor Gericht sagte der Mann heute aus, dass er in Tatortnähe mit seinem Motorrad einem dunklen BMW gefährlich nah gekommen sei. Da er selbst für das riskante Fahrmanöver verantwortlich sei, habe er sich das Kennzeichen des anderen Wagens gemerkt. Ganz sicher sei er bei der Buchstabenkombination EL-RS. Nach einem dunklen BMW mit Emsländer Kennzeichen hatte die Polizei gesucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angeklagte mit einem solchen Fahrzeug aus dem Emsland gekommen ist und in Koblenz ihre Schwiegereltern umgebracht hat. Wer am Steuer des dunklen Wagens gesessen habe, das sei für ihn nicht zu erkennen gewesen, so der Zeuge vor Gericht.

http://www.swr.de/nachrichten/rp/koblenz...ml#meldung97698

#38 RE: Presseartikel von Christel 22.01.2013 19:16

22.01.2013, 19:11 Uhr

Mordprozess: Zeuge sah verdächtigen BMW in der Nähe des Tatortes

Koblenz - Er kennt weder das getötete Koblenzer Ehepaar Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer - noch deren Schwiegertochter Henrike (46), die wegen Doppelmordes angeklagt ist. Aber der 46-Jährige könnte im Mordprozess vor dem Landgericht Koblenz eine wichtige Rolle spielen.

Er erklärte am sechsten Prozesstag: Er habe im Tatzeitraum in Tatortnähe in Koblenz einen BMW gesehen, der große Ähnlichkeit mit dem BMW hatte, den die Schwiegertochter laut Anklage in der Tatnacht fuhr. Er sei fast mit dem Auto kollidiert, als er mit etwa Tempo 80 durch eine Rechtskurve auf die Bundesstraße 42 fuhr. Alles sei sehr schnell gegangen. Aber: Er habe sich einen Großteil des Autokennzeichens gemerkt - und gut ein Jahr später der Polizei mitgeteilt.

Das Kfz-Schild des BMW lautete EL - RS - 566. Warum blieb es dem Koblenzer angeblich im Gedächtnis? Der Autoschlosser - Strubbelfrisur, Motorradjacke, Schnürstiefel - erklärte dies so: "EL" erinnerte ihn an den Ort Ellwangen, wo er schon oft vorbeifuhr. Erst später habe er erfahren, dass "EL" für Emsland steht. "RS" sei eine Abkürzung des Autoherstellers Ford, die er von Berufs wegen kenne. Und "566"? Das habe er sich nicht ganz gemerkt, sondern nur "56". Damit verbinde er den 5. Juni, seinen Geburtstag.

Laut Anklage fuhr Henrike Schemmer am Abend des 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Niedersachsen 350 Kilometer nach Koblenz-Horchheim, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein und erstach sie. Bisher schwieg sie vor Gericht. Bei der Polizei verstrickte sie sich in einem siebenstündigen Verhör in Widersprüche. Schließlich sagte sie über die mutmaßliche Tatnacht: "Ich habe kein Alibi." Und: "Ich wollte mich in der Nacht umbringen." Sie sei mit ihrem BMW weggefahren, wohin, wisse sie nicht.

Der Autoschlosser sieht nach eigener Aussage zu Hause nie fern, sondern hört Strawinsky oder Rammstein und liest eines seiner 2000 Bücher. Von dem Mord wusste er lange Zeit nur, "dass da irgendwo jemand umgebracht wurde". Dann habe ihm seine Nachbarin erzählt, dass die Polizei nach einem Kfz-Kennzeichen fahnde. Darum meldete er sich 2012 bei der Polizei.

Der Mann erinnerte sich im Prozess an erstaunlich viele Details jenes 7. Julis 2011 - und sorgte damit für ein Raunen unter den gut 80 Zuhörern im Saal. Seine Aussage: Er war abends bei seiner Mutter im Hunsrück, sprach mit ihr über den Tod seines Vaters. Nebenbei hörte er aus dem Fernseher Nachrichten über Harry Potter, ein Fußballspiel der Frauennationalelf und einen Banker, der eine Hotelmitarbeiterin begrapscht haben soll. Später fuhr der Mann zurück nach Koblenz - wohl etwas zu schnell. Darum kollidierte er in Tatortnähe fast mit dem BMW. Wann genau das war, weiß er nicht. Auch nicht, ob eine Frau oder ein Mann den Wagen steuerte.

Doppelmord-Prozess: Zeuge sah verdächtigen BMW in der Nähe des Tatortes

Aber er habe sich das Kennzeichen gemerkt und zu Hause auf einem Schmierblatt notiert. Hier hakten die Anwälte der Schwiegertochter ein und fragten, warum er bei der Polizei behauptet hatte, sich keine Notizen gemacht zu haben. Die Begründung des Mannes: Er habe das "in einer nicht verwendbaren Form" getan und den Zettel damals wohl längst weggeworfen. Der Prozess geht heute weiter.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#39 RE: Presseartikel von Alia555 23.01.2013 12:21

Koblenz
Zeugin belastet AngeklagteIm Doppelmordprozess von Koblenz Horchheim hat am Vormittag eine Nachbarin der Angeklagten aus dem Emsland ausgesagt. Die Frau sagte vor dem Landgericht, die Angeklagte habe sich an den Tagen vor dem Mord an ihren Schwiegereltern auffallend ungewöhnlich verhalten: Die Zeugin aus dem Emsland beschrieb die Angeklagte als eine Frau mit einem festen Tagesablauf. Sie schlafe gerne aus. In den Tagen vor dem Mord sei sie dagegen immer sehr früh aufgestanden, habe viel geraucht und sei insgesamt sehr nervös gewesen. Der geplante Besuch der Schwiegereltern habe sie überrascht, so die Zeugin. Insbesondere das Verhältnis zur Schwiegermutter sei schlecht gewesen. An den Tage nach dem Mord an ihren Schwiegereltern habe sie sich mehr dafür interessiert, dass die Polizei einen großen Schaden am Tatort angerichtet habe und weniger für ihre toten Angehörigen. Die Nachbarin sagte weiter aus, dass sie und ihr Mann von Anfang an geglaubt hätten, dass die die Angeklagte etwas mit dem Mord in Horchheim zu tun gehabt habe.


http://www.swr.de/nachrichten/rp/koblenz...3lia/index.html

#40 RE: Presseartikel von Christine 23.01.2013 19:24

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Rheinzeitung Papierausgabe v. 23.01.2013



#41 RE: Presseartikel von Christine 24.01.2013 10:43

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24.01.2013, 10:35 Uhr
Doppelmord-Prozess: Nachbarin spionierte Verdächtige aus

Koblenz - Lauschangriff in der Eisdiele: Um die Bluttat am Ehepaar Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer in Koblenz-Horchheim aufzuklären, hat die Polizei einen bisher unbekannten Spitzel eingesetzt – die Nachbarin und Freundin der angeklagten Schwiegertochter.


Dies wurde jetzt im Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz bekannt. Im Mai 2012 ließ sich die 45-Jährige von den Ermittlern mit einer Wanze „verkabeln“ und traf sich mit der mutmaßlichen Doppelmörderin Henrike „Rike“ Schemmer (46) in einer Eisdiele. Sie eröffnete ihr, dass sie bei der Polizei aussagen muss. Mehr ist über das Gespräch bisher nicht bekannt. Aber die Polizei schnitt alles mit. Brisant: Im Prozess berichtete die Nachbarin, dass die Angeklagte bereits vor dem Treffen in der Eisdiele versucht hatte, sie zu überreden, ihr ein falsches Alibi zu geben.
Laut Anklage fuhr die Angeklagte am Abend des 7. Juli 2011 mit ihrem BMW von ihrem Wohnort in Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein und erstach sie. Bei der Polizei verstrickte sie sich in einem siebenstündigen Verhör in Widersprüche. Schließlich sagte sie über die mutmaßliche Tatnacht: „Ich habe kein Alibi.“
Die Nachbarin und die Angeklagte waren rund zwei Jahre gut befreundet. Sie wohnten in Haren Tür an Tür, trafen sich zum Kaffeeklatsch, machten gemeinsam Familienausflüge zu Trödelmärkten. Aber seit dem Treffen in der Eisdiele und der Festnahme Henrike Schemmers wenig später, ist alles anders. Der Ehemann der Angeklagten führt seither eine Art „Psychokrieg“ – das berichtete die Nachbarin im Prozess. Der Mann habe sie mehrfach abgepasst, wenn sie zur Garage ging oder im Garten arbeitete. Er stelle sich dann in ihr Blickfeld, sage kein Wort und starre sie an.
Als die Nachbarin – Hochsteckfrisur, Strickjacke, gemütliche Figur – den Gerichtssaal betritt, ignoriert sie die Angeklagte, setzt sich auf ihren Stuhl und beginnt zu erzählen: In den Tagen vor der Tat habe sie sich mehrfach über die Angeklagte gewundert. Weil sie plötzlich zum Frühaufsteher wurde, mit dem BMW ihres Mannes fuhr und einen Überraschungsbesuch bei ihren verhassten Schwiegereltern vereinbarte. „Die Schwiegereltern mochte sie absolut nicht!“, erzählte die Nachbarin. Sie habe am Nachmittag vor der mutmaßlichen Tatnacht mit der Angeklagten Kaffee getrunken. Wie lange, konnte sie nicht genau sagen, bis kurz vor 20 oder 22 Uhr. Jedenfalls habe sie zwischen 22 und 23 Uhr den Müll rausgebracht – und da sei der BMW weg gewesen. Als die Nachbarin vom Tod der Schemmers erfuhr, befürchtete sie sofort, dass „Rike“ etwas damit zu tun hat.

Sie habe nie mitbekommen, dass die Angeklagte den Tod ihrer Schwiegereltern bedauerte. Aber ihr fiel auf, dass sie vor dem Todesfall „jeden Groschen umdrehen musste“. Inzwischen sei dies anders. Sie profitiere vom Erbe der Schemmers. Sie habe ihr Haus in Haren gemeinsam mit ihrer Familie umgebaut. Und sie habe sich eine Schönheitsoperation gegönnt, eine Bauchfalte entfernt.
Promi-Anwalt Johann Schwenn hinterfragte naturgemäß die Aussage der Nachbarin – und griff zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er veranlasste das Gericht, den Reisekoffer der Frau zu durchsuchen. Er wollte prüfen, ob sie unbekannte Unterlagen zur Vorbereitung auf den Prozesstag genutzt hatte. Doch der Koffer-Check brachte keine neuen Erkenntnisse. Der Prozess geht am 30. Januar weiter.
Von unserem Redakteur Hartmut Wagner


http://www.rhein-zeitung.de/region/koble...html#articletop

#42 RE: Presseartikel von 25.01.2013 15:09

Ich poste hier einmal das Verletzungsmuster des getöteten Ehepaares Schemmer aus Koblenz (falls das hier der falsche Platz ist, bitte löschen)


Herr Schemmer:

Größe 1.78m

Schnittverletzung Hals auf 1.52m höhe

linke Halsseite

4cm breit / 16cm lang

Durchtrennung Drosselvene

weder Kehlkopf noch Halsschlagader wurden getroffen
Verbluten nach Aussen ist Todesart

ob der Schnitt von hinten oder vorne gemacht wurde, kann man nicht sagen

ebensowenig über die Größe oder KRaft des Täters, bei einem scharfen Messer, braucht man keine große Kraft. bei diesen wunden, könnte es auch ein Küchenmesser gewesen sein

BauchStich zu Lebzeiten 8,4cm...könnte auch zusätzlicher Halsstich gewesen sein, weiss es grad nicht mehr

Bauchverletzung spricht für eine Relativbewegung, sprich Täter bzw Messer und Opfer haben sich bei der Tat bewegt, DA der Darm hinaushing...dies deutet auf Bewegung hin

Todeszeitpunkt nicht feststellbar, da Körper und Raumtemperatur übereinstimmten (24Grad)

Fäulnis der Organe

generelle Fäulnis

bei ihm stärker als bei ihr

vermutlich erst Bauchstich, damit er ausser gefecht ist und dann erst Halsschnitt...reichte von linken Ohr über Hals



Frau Schemmer:

Größe 1.70m

Stich in rechte Lungenhälfte 9cm tief in Lunge + Dicke der Brustwand

-> dies wäre schon tödlich

Stich in Herzkammer - Blut muss herausgeblutet (evtl. gespritzt) sein, da in rechter Herzkammer nur noch 50(?)ml Blut waren

-> dies ebenso schon tödlich

Halsschnitt rechte Seite bis zum Halswirbel (tiefe), Halswirbel war quasi das Ende...Stich wurde dort beendet, quasi nur wegen dem Wirbel-Widerstand

Schnitte an beiden Halsseiten

Halssschlagader durchtrennt

Kehlkopf links getroffen, Kehlkopf'lappen' or 'deckel'??? fast vollständig abgetrennt

-> ebenso tödlich

da dadurch Blut in die Lunge gelaufen ist....

Alle Wunden wurden zu Lebzeiten zugefügt. also nicht eine art Hass- bzw. Rachereaktion nach Tod

Abwehrverletzungen am linken Arm, große und tiefe

ebenso an rechter Hand, ebenso größere Stelle

Kerbenbildung durch Stiche am Knochen....zeigt auf große Kraftaufwendung, da ebenso hier wieder 'ende' des stiches durch knochen ist

simples Messer (küche) reicht dafür eigentlich nicht aus, muss mind. 12cm lange Klinge haben, da auch Wirbelsäule getroffen ist

Halsschnitte wurden definitiv im liegen zugefügt

Die Sanitäter sagten aus, dass Frau Schemmer mit bettdecke bedeckt war bis zur nasenspitze, nur Unterschenkel guckten raus. Hochheben der Decke war einfach machbar. haben auch alle gemacht um nach Verletzungen zu schauen. Stich in Herz ging durch Nachtgewand, aber bei Bettdecke hat niemand was gesehen....bzw nicht drauf geachtet. sie sprachen davon dass Arme nach hinten waren....haben es wohl vorgemacht, konnte ich nicht sehen

Herr Schemmer lag auf der rechten Seite. Rechter arm direkt am Körper, unterm Körper. Lag also drauf.

dann nochmal Räumlichkeiten

Schlafzimmer.....links steht das Bett, rechts ist Türe zum Bad. Frau Schemmer lag auf der linken Bettseite....Körper wohl zur Bettmitte gewandt. Herr Schemmer lag mit Körper im Bad, Füße im Schlafzimmer. Blutlachen um Leichen. Alles eingetrocknet. Ein Sanitäter sagte Brille lag neben Herr Schemmer.



bezüglich Behandlung von Rike am Tatort. Sie war sehr aufgeregt. Hat geweint, war aufgelöst....angeblich noch Seelsorger bestellt. Daher Beruhigungstablette. Ob sie die genommen hat, weiß Ärztiin nicht. Notärztin war 36 Jahre alt.

RTW war 21:04 Uhr vor Ort.

Ärztin 21:14Uhr.


zu den Blutflecken

auf dem Boden war es ein etwas größerer Tropfen, könnte vom Messer abgetropft sein
an der Tür waren leichte Spritzer

#43 RE: Presseartikel von eugene1975 27.01.2013 03:47

hallo Gast
Da du auch die stark Spuren verursachenden Verletzungen aufführst, passen die Tatortspuren nicht dazu.

Definitiv ist für diese Verletzungen das Spurenbild nicht passig.

Ob ca.75 senkrecht Abtropfer vom Tatmesser sind? Wohl weniger.

Ein Tatszenario passt aber. Der Täter, groß stark hält WSch vorn am Hals und schwenkt sie von links nach rechts.
Das Blut tropft aus den Arm und Handverletzungen. Erst dann schubst er sie in das Bett und setzt die Halsschnitte, zuletzt den Herzstich. Hierfür passen aber die Spuren nicht wirklich.
lg Eugene

#44 RE: Presseartikel von Christine 30.01.2013 11:42

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Koblenz
Zeugen belasten Schwiegertochter im Doppelmordprozess
Im Prozess um den Doppelmord von Koblenz-Horchheim haben zwei Zeugen die Schwiegertochter des getöteten Rentnerpaares belastet.Die Angeklagte soll einen Auftragsmörder gesucht haben. Von einer aktiven Suche nach einem Auftragsmörder spricht eine Freundin der Schwiegertochter. Sie habe ihren Mann gefragt, ob er jemanden kenne, der ihre Schwiegermutter umbringe. Sie habe ihre Schwiegermutter gehasst. Der Ehemann der 43jährigen Zeugin, die als Domina in einem Bordell arbeitet, stellte das allerdings etwas anders dar. Die Angeklagte habe mehr im Scherz gesagt: "Meine Schwiegermutter ist nur noch nicht tot, weil ich noch keinen Auftragskiller gefunden habe". Beide erklärten allerdings vor dem Koblenzer Landgericht, dass sie der Angeklagten in den Tagen vor der Tat ein Auto entweder leihen oder für sie mieten sollten. Und das obwohl sie ein eigenes Auto habe.


http://www.swr.de/nachrichten/rp/koblenz...3lia/index.html

#45 RE: Presseartikel von Christel 30.01.2013 16:26

30.01.2013, 15:35 Uhr

Doppelmord-Prozess: Angeklagte soll Tötungsabsicht geäußert haben

Koblenz (dpa/lrs) - Die Angeklagte im Koblenzer Doppelmord-Prozess hat Zeugen zufolge schon vor der mutmaßlichen Tat eine mögliche Tötungsabsicht erwähnt. Das sagte ein mit der heute 46-Jährigen befreundetes Ehepaar am Mittwoch vor dem Landgericht.

Nach Angaben der weiblichen Zeugin betonte die Angeklagte mit Blick auf ihre Schwiegermutter des öfteren: „Die könnte ich umbringen.“ Beide hätten solche Äußerungen für eine „besondere, aber bedenkliche Art von Humor“ gehalten.

Der Angeklagten aus Haren im Emsland wird vorgeworfen, im Sommer 2011 ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau in Koblenz erstochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie die Tat aus Habgier und alleine begangen hat. Die Frau selbst schwieg bislang.

Der Mann sagte am Mittwoch im Zeugenstand zudem, er habe die 46-Jährige auf mögliche Konsequenzen solcher Aussagen über die eigenen Schwiegereltern aufmerksam gemacht. „Wenn wirklich mal etwas passiert, können dir solche Sprüche schaden“, will er ihr gesagt haben. Das Paar beschrieb die Angeklagte als einen Menschen, der großen Wert auf materielle Dinge lege. Sie sei etwa unzufrieden mit ihrem Auto gewesen, weil sie es nicht für standesgemäß gehalten habe. Die Familie der Angeklagten hätten zuletzt Geldsorgen geplagt. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,547278.html

#46 RE: Presseartikel von 31.01.2013 07:00

Doppelmord-Prozess: Fragte Henrike Schemmer nach einem Auftragsmörder?

Koblenz - Sie soll ihre Schwiegereltern erstochen, vor allem ihre Schwiegermutter gehasst haben: Henrike Schemmer (46), die am Landgericht Koblenz wegen Doppelmordes angeklagt ist, wollte ihrer Schwiegermutter angeblich bei einem Familienfest Abführmittel ins Essen mischen.
Das Türschild des Hauses in Koblenz-Horchheim, in dem sich im Juli 2011 der schreckliche Doppelmord abspielte. Hier starben Waltraud und Heinrich Schemmer. Polizei und Staatsanwaltschaft verdächtigen die Schwiegertochter der beiden.
Doris Schneider

Sie soll gehofft haben, dass sie bei einem Autounfall stirbt. Sie soll mehrfach gesagt haben: "Die könnte ich umbringen!" Und: Sie soll nach einem Auftragskiller für sie gefragt haben. Dies haben am achten Prozesstag eine Domina (43) und ein Ex-Türsteher (43) ausgesagt. Sie waren lange mit der Angeklagten befreundet.

Die Bluttat von Koblenz-Horchheim: Die 46-Jährige fuhr laut Anklage am Abend des 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort in Niedersachsen 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und erstach sie. Zwei Tage später meldeten sie und ihr Mann der Polizei, dass sie die Toten gefunden haben. In einem langen Verhör verstrickte sich die Frau in Widersprüche. Schließlich sagte sie: "Ich habe kein Alibi."

Etwa zwei Jahre vor der Tat soll es passiert sein: Der Ex-Türsteher, der gelernter Hufschmied ist, arbeitete im Raum Haren in einem Stall. Da fragte ihn die Angeklagte, ob er jemanden kennt, der ihre Schwiegereltern umbringen könne. Er habe aus seiner Türsteherzeit ja vielleicht Kontakte ins Milieu.

Im Prozess erklärte der 43-Jährige: Er habe der Angeklagten klargemacht, dass er mit so etwas nichts zu tun haben will. Er habe das auch nicht ernst genommen, sondern als einen der vielen "derben Sprüchen" der Angeklagten aufgefasst. Er fügte hinzu: "Es passierte ja auch zwei Jahre lang nichts."

Der Humor der Angeklagten ignorierte offenbar alle Grenzen des guten Geschmacks. Sie selbst sagte der Polizei, sie habe mit ihrem Tauchlehrer gewitzelt: "Besorge Du Betonschuhe. Ich sorge dafür, dass meine Schwiegermutter schwimmen kommt." Als sie Geldnot hatte, soll sie ihrer Nachbarin gesagt haben: "Ich habe einen reichen Mann geheiratet. Wenn die Schwiegereltern mal tot sind, haben wir viel Geld." Inzwischen soll sie und ihre Familie das Vermögen der Schwiegereltern geerbt haben.

Die Domina, eine Frau mit kniehohen Stiefeln und schwarzer Kunstpelzjacke, erzählte vor Gericht, wie die Angeklagte auf den Tod ihrer Schwiegereltern reagierte: Sie habe erzählt, wie sie die Leichen fand, habe aber nicht sehr geschockt gewirkt. Doch sie schimpfte über die schleppende Arbeit der Polizei. Denn man müsse das Haus der Toten schnell säubern, um es verkaufen zu können.

Die Domina und der Ex-Türsteher, die miteinander verheiratet sind, erzählten im Prozess: Die Angeklagte bat sie einige Tage vor der mutmaßlichen Tatnacht, ein Auto für sie zu mieten. Sie wollte damit angeblich zu einer Freundin nach Hamburg fahren - und ihr Mann sollte nichts mitbekommen. Doch die Eheleute konnten keinen passenden Wagen besorgen. Sie standen anfangs auch im Verdacht, mit der Bluttat etwas zu tun zu haben. Doch dies bestätigte sich nicht. Der Prozess geht am 6. Februar weiter.



Quelle:
http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,547436.html

#47 RE: Presseartikel von Christine 06.02.2013 18:02

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Koblenz: Führten Geldprobleme zum Doppelmord von Horchheim?
Koblenz - Geldprobleme könnten bei dem brutalen Mord an einem Koblenzer Rentner-Ehepaar im Jahr 2011 eine Rolle gespielt haben. Die Familie der angeklagten Schwiegertochter der getöteten Schemmers habe finanzielle Schwierigkeiten gehabt, sagte ein mit dem Sohn und seiner Frau befreundeter 44-jähriger Zeuge am Mittwoch vor dem Landgericht.


Nach seinem Wissen hätten die Schwiegereltern ihrem Sohn und seiner tatverdächtigen heute 46-jährigen Frau monatlich Geld gegeben. Im Frühjahr 2011, einige Monate vor der Tat, sollen die Zuwendungen gekürzt worden sein.
Als Zeugen geladen waren auch der Mann der Angeklagten sowie ihre drei Töchter. Sie sagten nicht aus.


Der Frau aus Haren im Emsland wird vorgeworfen, im Juli 2011 ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau in deren Koblenzer Haus erstochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie die Tat aus Habgier begangen hat.


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,550819.html

#48 RE: Presseartikel von Christine 06.02.2013 19:17

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06.02.2013, 18:41 Uhr

Doppelmord-Prozess: Familie schweigt vor Gericht

Koblenz - Er hält zu seiner Ehefrau Henrike Schemmer (46) - obwohl sie seine Mutter und seinen Vater erstochen haben soll. Als der 47-Jährige jetzt im Doppelmordprozess vor dem Landgericht Koblenz den Gerichtssaal betrat, hätte er den Richtern erzählen können, ob er etwas über die Bluttat von Koblenz-Horchheim weiß, ob seine Frau die Toten hasste oder an deren Erbe wollte.


Aber: Er sagte kein Wort. Er berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, warf seiner Frau ein Lächeln zu und verschwand wieder. Die 80 Zuhörer im Saal, die ihn anstarrten, ignorierte er nach Kräften.
Die Angeklagte bestritt die Tat bei der Polizei, im Prozess schwieg sie bisher. Laut Anklage fuhr sie am Abend des 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren (Niedersachsen) 350 Kilometer nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich (75) Schemmer ein und erstach beide im Schlafzimmer. Am 9. Juli meldeten sie und ihr Mann der Polizei, dass sie die Toten entdeckt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 46-Jährige unter anderem aus Habgier tötete.
Auch die drei Töchter (18, 15, 15) der Angeklagten kamen am neunten Prozesstag in den Gerichtssaal. Eine nach der anderen erklärte, dass sie keinerlei Fragen des Gerichts beantwortet. Henrike Schemmer fixierte ihre Töchter, verfolgte jede Bewegung, gierte förmlich nach ihren Blicken. Mal erntete sie ein Lächeln, mal eine kalte Schulter. Zum Schluss betrat die Mutter (74) der Angeklagten den Saal. Auch sie verweigerte die Aussage - hauchte ihrer Tochter aber ein schnelles Küsschen zu.
Wo war der Ehemann der Angeklagten in der mutmaßlichen Tatnacht? Er besuchte einen Freund (50) in Neuss. Der schilderte jetzt im Prozess: "Wir aßen Pizza auf dem Balkon und sprachen über Gott und die Welt." Sie hätten Apfelsaft getrunken und Apps auf ihre Handys geladen. Gegen 1.30 Uhr seien sie zu Bett, nach 6.30 Uhr gemeinsam aufgestanden. Ja, der Ehemann hätte die Wohnung nachts unbemerkt verlassen können. Aber er schließe das aus. Er hätte zwar nachts zur Tür hinausgekonnt, aber morgens nicht wieder hinein. Denn er hatte keinen Wohnungsschlüssel.


Das Verhältnis der Angeklagten zu ihren Schwiegereltern soll lange Zeit eher schlecht gewesen sein - und ein paar Monate vor der Bluttat soll es zum Eklat gekommen sein. Ein weiterer Freund (44) des Ehemanns berichtete dazu: Es passierte auf einer Familienfeier, die Schwiegereltern waren in Haren zu Gast. Die Angeklagte ging nachts zur Toilette und will aus dem Gästezimmer gehört haben, dass Waltraud Schemmer deren Familie als "asozial" bezeichnete. Der Ehemann der Angeklagten versuchte, die Wogen dann am nächsten Morgen zu glätten.

Henrike Schemmer schilderte bei der Polizei, wie sie am 9. Juli zum Haus ihrer Schwiegereltern kam, den Hauschlüssel aus ihrer Tasche zog - und sich dabei an einer zerschnittenen EC-Karte eine blutige Fingerwunde zuzog. Doch dem 44-jährigen Freund ihres Mannes erzählte sie eine andere Geschichte. Sie habe sich geschnitten, als sie die Leiche von Heinrich Schemmer untersuchte. Der hatte etwas in der Faust, was sich später als seine randlose Brille herausstellte. Sie habe die Faust geöffnet, dabei sei die Brille kaputt gegangen und sie selbst habe sich verletzt. Der Prozess geht am 13. Februar weiter.


http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...html#articletop

#49 RE: Presseartikel von 14.02.2013 10:26

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,554563.html


Doppelmord-Prozess: Wollte Opfer den Sohn enterben?

Koblenz - Henrike Schemmer (46) soll ihre Schwiegereltern Waltraud (68) und Heinrich Schemmer (75) erstochen haben, um an deren Erbe zu gelangen – und davon mit ihrem Mann und ihren Töchtern zu leben. Jetzt hat dieser Verdacht neue Nahrung erhalten.


Eine Freundin (69) des getöteten Ehepaares berichtete im Doppelmord-Prozess vor dem Landgericht Koblenz, Waltraud Schemmer habe ihr im Mai 2011 erzählt, sie wolle ihren Sohn enterben. Doch dazu kam es bekanntlich nicht. Denn im Juli 2011 wurden die Eheleute Schemmer in ihrem Haus in Koblenz-Horchheim erstochen. Ihre Schwiegertochter soll sie aus Habgier ermordet haben.

Es ist Mittwoch, der zehnte Prozesstag, kurz nach 14 Uhr.
Plötzlich geht in Gerichtssaal 102 ein Aufschrei durch die Zuschauerreihen:
Die 69-Jährige hatte zuvor von ihrer jahrzehntelangen Freundschaft mit dem getöteten Ehepaar erzählt. Von der gemeinsamen Zeit im Ruderklub, von einem gemeinsamen Segeltörn rund um Mallorca, von zufälligen Treffen bei Fahrradausflügen. Bei einem dieser Treffen soll es geschehen sein: Waltraud Schemmer soll ihr im Vertrauen gesagt haben, dass sie ihren Sohn enterben wird.

Warum sollte die Getötete ihrem einzigen Sohn das Erbe vorenthalten? Einen Grund konnte die 69-Jährige nicht nennen, weil sie Waltraud Schemmer nicht danach gefragt habe. „Ich wollte nicht in sie dringen. Das wäre mir aufdringlich erschienen.“ Aber sie äußerte eine Vermutung: Vielleicht störte die Getötete, dass die Familie ihres Sohnes auf zu großem Fuß lebte. Ob der Sohn von dem angeblichen Enterbungsplan wusste, ist unklar.

Die Angeklagte sagte im Prozess bisher nur einen Satz: „Ich werde schweigen.“ Laut Anklage fuhr sie am Abend des 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort in Niedersachsen nach Koblenz, drang ins Haus ihrer Schwiegereltern ein und erstach beide im Schlafzimmer.

Jetzt sagte im Prozess ein Metzger aus, der das getötete Paar jahrelang im Edeka-Markt in der Koblenzer Hohenzollernstraße bediente. Ihm soll Waltraud Schemmer kurz vor ihrem Tod erzählt haben: Sie habe Angst vor ihrer Schwiegertochter, es sei ihr unangenehm, dass sie einen Schlüssel zu ihrem Haus habe. Doch von einer Enterbung ihres Sohnes soll sie nichts gesagt haben.

Sie habe im Gegenteil erklärt: Er werde alles erben.

Im Prozess sagten bereits mehrere Freunde der Angeklagten aus, dass deren Familie vor der Tat in Geldnot war. Eine Freundin berichtete: „Man musste jeden Groschen umdrehen.“ Ein Freund sagte, die Familie musste eines ihrer Pferde verkaufen. Und: Der Sohn der Schemmers habe als Versicherungsvertreter zeitweise so schlecht verdient, dass er nebenbei einem Hufschmied zur Hand ging. Der Prozess geht am 19. Februar weiter.

Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

#50 RE: Presseartikel von Christel 19.02.2013 13:51

19.02.2013, 13:16 Uhr

Schemmer-Prozess in Koblenz: Böse Worte und Fakten zum Thema Geld

Koblenz - Beim heutigen Verhandlungstag im Doppelmordprozess von Vallendar gab es interessante zeugenaussagen, die ein Licht auf die Situation der Familie Schemmer warf. Es ging um böse Äußerungen der angeklagten Schwiegertochter und auch um die finanzielle Situation des getöteten Paares.

So berichtete die Schwester der getöteten Waltraud Schemmer, dass die Angeklagte Henrike Schemmer zwei Jahre vor der Tat ihrer Schwiegermutter ins Gesicht gesagt habe: "Ich kann dich nicht leiden."

Auch bei der Trauerfeier in Koblenz soll Henrike Schemmer der Schwester mehrfach gesagt haben: "Waltraud hat immer Stinkbomben gelegt."

Details zur Vermögenssituation der Getöteten kamen in der Aussage eines Koblenzer Kriminalpolizisten zur Sprache. Der Beamte referierte über die recht gute Finanzlage der alten Geschäftsleute. Sie besaßen fünf Häuser im Wert von "weit über einer Million Euro". Und sie ließen ihren Sohn und seine Frau und Kinder durchaus daran teilhaben: Die Getöteten unterstützten die Familie der Angeklagten seit 2007 mit 170.000 Euro. Gut zwei Drittel des Geldes war geschenkt, der Rest soll als unbefristetes, zinsloses Darlehen geflossen sein.

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_a...rid,557101.html

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