#1 RE: Presseberichte von 18.11.2015 15:40

Mord in Bad Dürrheim seit 20 Jahren ungeklärt

Vor 20 Jahren erschütterte ein grausames Verbrechen die Bürger der Kurstadt. Im Kurgebiet wurde am 14. November die 78-jährige Arztwitwe Magda Rall ermordet.

Am Vormittag des nächsten Tages fanden Nachbarn die Tote. Bis heute ist die Tat ungeklärt.

Mit ihren Nachbarn hatte die Witwe vereinbart, dass man sich täglich vormittags anruft. Als der Anruf ausblieb, schaute die Nachbarin in dem Haus im Von-Langsdorff-Weg nach und entdeckte die Tote. Zunächst nahm sie an, dass die Witwe, die im gleichen Jahr eine schwere Herzoperation über sich ergehen lassen musste, eines natürlichen Todes gestorben sei, doch später stellten Notarzt und Polizei fest, dass es sich um ein Verbrechen handelte.

Was sich an jenem 14. November 1995 zwischen 12 und 16 Uhr abgespielt hatte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Nachbarn berichteten, dass Magda Rall gerne die Terrassentür zum Lüften offen stehen ließ. Das Einfamilienhaus liegt direkt am Wald und war damals von Hecken gut vor neugierigen Blicken von der Straße her geschützt.

Deshalb könnte es ein Krimineller auch leicht gehabt haben, unbemerkt wieder das Grundstück zu verlassen. Spuren eines Einbruchs wurden nicht gefunden, also muss der Täterin (ausgeschlossen wird auch nicht, dass es eine Frau war) durch eine offene Tür oder ein offenes Fenster gekommen sein.

Möglicherweise hat die Witwe, deren verstorbener Mann viele Jahre in Schwenningen als Hals-Nasen-Ohren-Arzt praktizierte, ihm auch selbst die Tür geöffnet. Die Tote wies Stichverletzungen an Körper und Hals auf, Verletzungen an der Hand deuteten darauf hin, dass sich das Opfer gewehrt haben muss. Wahrscheinlich war ein Messer die Tatwaffe.

Aufgrund der ungewöhnlich hohen Zahl von 22 Einstichen lag der Schluss für die Ermittler nahe, dass der Täter eine emotionale Beziehung zum Opfer hatte und aus Wut oder Enttäuschung so oft zustach. Der Täter könnte aber ebenso gut jemand sei, der nicht in dieses polizeipsychologische Schema passt. Der Mörder muss zuerst im Wohnzimmer, dann in der Küche zugestochen haben. Die schwer verletzte Frau verblutete dann im Flur.

Die Polizei setzte eine 25-köpfige Sonderkommission ein und ermittelte damals in alle Richtungen, sie nahm auch einen Tatverdächtigen fest, der aber später wieder freigelassen werden musste. Es handelte sich um einen Mann, den die Witwe für Gartenarbeiten stundenweise angestellt hatte. Von ihm fand man auch DNA-Spuren im Haus, was ihm aber nicht zur Last gelegt werden konnte, denn er gehörte als Bediensteter zum Kreis derer, die sich berechtigterweise im Haus aufhalten konnten.

Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei durchkämmte, mit Metallstangen bewaffnet, den Kapfwald, um eventuell eine Tatwaffe zu finden – erfolglos. Möglicherweise wurde das Messer auch an einem anderen Ort entsorgt. Wer also nach 1995 in Bad Dürrheim an einem ungewöhnlichen Ort ein Messer gefunden hat, kann sich auch heute noch bei der Polizei melden. 400 Hinweise wurden bewertet und verfolgt. Die Polizei observierte sogar das Grab der Witwe auf dem Bad Dürrheimer Friedhof, vernahm Lieferanten, die an diesem Tag in der Straße und Umgebung unterwegs waren.

Auch Patienten der Außenwohngruppe einer psychiatrischen Klinik in der Straße wurden befragt. Vor vier Jahren beschäftigte sich ein Beitrag im RTL-II-Fernsehen mit dem ungeklärten Kriminalfall. Wie diese Zeitung damals berichtete, bekam die Polizei nach der Sendung fünf Hinweise, diese brachten aber keine weiteren Erkenntnisse.

Auch die ausgesetzte Belohnung von 5000 Euro konnte niemanden animieren, der Polizei den entscheidenden Hinweis zu geben. Doch die Akte wird auch 20 Jahre nach der schlimmen Tat nicht geschlossen.

Thomas Sebold vom Polizeipräsidium Tuttlingen: „Mord verjährt nicht. Ungeklärte Verbrechen werden deshalb vom Sachbearbeiter, der damals zuständig war, weitergeführt, bis dieser in den Ruhestand geht und dann an den nächsten übergeben.“

Und beim Mordfall Magda Rall ist Kriminalhauptkommissar Alfred König der Sachbearbeiter. Er hat keine neuen Erkenntnisse mehr bekommen. Polizeisprecher Sebold erläutert, dass asservierte Spuren ungeklärter Verbrechen immer mit neuen Spuren verglichen werden.

„Wir nehmen permanent Hinweise entgegen, die Akte wird nicht geschlossen“, so Thomas Sebold. So gibt es trotz aller Anstrengungen der Polizei seit der Tat vor 20 Jahren Spuren, die noch offen sind, etwa der Schuhabdruck im Blut in der Villa im Von-Langsdorff-Weg. Es handelt sich um einen normalen Freizeitschuh, von dem nicht einmal die Größe feststeht, weil nur ein Teilabdruck sichtbar war.

von Hans-Jürgen Eisenmann

http://www.nq-online.de/nq_54_32791-28_M...ungeklaert.html

#2 RE: Presseberichte von Christine 12.01.2017 13:54

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