#1 RE: Presseberichte von 06.08.2015 18:38

Punker im Kampfanzug - Wer erstach Thomas Hummel?

(XY vom 15. Juni 2011)
Frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit: Ein Ingenieur wird in Dresden hinterrücks erstochen. Zeugen fällt die Kleidung des Täters auf: Kampfanzug und Stiefel. Auf der Flucht wird der Mann unmaskiert gesehen. Er hat einen Irokesenschnitt, ist offenbar ein Punk. Die Ermittlungen der Kripo verlaufen im Sande. Doch Jahre später meldet sich eine Zeugin. Sie behauptet, den Täter zu kennen und erzählt eine erstaunliche Geschichte.

Dresden, 18. März 1991. Morgens gegen 6.15 Uhr verlässt der 26-jährige Ingenieur Thomas Hummel seine Wohnung. Er geht zur nächsten Straßenbahnhaltestelle, um zu einem Lehrgang zu fahren. Es sind nur wenige hundert Meter. Auf den Straßen im Stadtteil Laubegast herrscht der übliche Berufsverkehr. Auch Kinder sind um diese Zeit auf dem Weg zur Schule.

Punk mit Irokesenschnitt
Ein großer maskierter Mann in einem auffälligen Kampfanzug nähert sich Thomas Hummel von hinten und greift ihn unvermittelt an. Mehrere Zeugen sehen, wie der Mann mit einem Messer auf Thomas Hummel einsticht. Der Verletzte schleppt sich noch einige Meter weiter, bricht zusammen und stirbt wenige Minuten später. Der Täter flüchtet. Zeugen sehen ihn ohne Maskierung: ein Mann mit auffälligem buntem Irokesen-Haarschnitt. Die Kripo ermittelt im Punker-Milieu, das in jenen Jahren in Dresden auflebt, kommt jedoch hier nicht weiter.

12 Jahre nach der Tat ruft eine Zeugin bei der Kripo Dresden an. Sie kenne den Täter. Sie melde sich erst jetzt bei der Polizei, weil sie früher auch zur Punker-Szene gehört habe. Damals seien Kontakte zur Polizei für sie noch tabu gewesen. Was sie zu Protokoll gibt, hält die Kripo für glaubwürdig. Danach ist der Täter am Morgen nach dem Mord im Café "Planwirtschaft" in Dresden-Neustadt aufgetaucht, wo sich die Zeugin mit Freundinnen aufgehalten hatte. Er legte ihnen gegenüber ein wirres Geständnis ab. Er habe einen Mann getötet. Dabei zeigte er kurz ein blutiges Messer und verschwand.

Wer ist "Steini"?
Etwa zeitgleich mit dieser Aussage werden Spuren an der Kleidung des Opfers mithilfe der damals neuen DNA-Analyse untersucht. Ergebnis: Es gibt eine Blutanhaftung, die nicht vom Opfer, sondern vom Täter stammt.
2004 kann ein weiterer Zeuge ermittelt werden. Er meint, in dem Mann mit dem Irokesenschnitt einen Punker mit dem Spitznamen „Steini“ zu erkennen. Damit beginnen umfangreiche Ermittlungen, die in DNA-Untersuchungen bei mehreren hundert ausgewählten Personen gipfeln. Bis heute haben sie aber nicht zum Täter geführt.


Täterbeschreibung
Der Täter war 1991 etwa 18 Jahre alt (heute also Ende 30), etwa 1,90 Meter groß. Er hatte eine markante Nase sowie einen in unterschiedlichen Farben gefärbten "Irokesenkamm", an den Seiten sehr kurz geschnitten, aber nicht glatt rasiert. Der Mann trug eine gefleckte Tarnjacke, eine olivfarbene Kampfanzugshose, schwarze Stiefel sowie ein dunkelgraues Dreieckstuch. Insgesamt wirkte er sehr ungepflegt. Vielleicht wuchs er im Bereich Erfurt, Gera, Gotha auf, denn er sprach mit thüringischer Einfärbung. 1990 wurde er auf dem Dresdner Rummel gesehen und war damals 16,17 Jahre alt. Er kam wohl nach Dresden wegen der Punker-Szene und war wohl ein Einzelgänger, der unter anderem in Abrisshäusern übernachtete. Er hatte eine geringe Bildung, keine Lehrstelle, eine wirre Sprechweise. Er suchte Arbeit und verkehrte unter anderem im Café "Planwirtschaft" in der Dresdner Neustadt. Sein Spitzname war ein sogenannter "Schmutzigkeitsbegriff" wie "Abwasch" oder "Gosse".

Der Mann ist vermutlich identisch mit einem Punker, der in der Szene unter dem Spitznamen "Steini" bekannt war. Er lebte 1991 in Dresden, hat aber auch in anderen Städten gewohnt (u.a. in Chemnitz, Leipzig, Halle, Bochum, Dortmund, Kassel). Er soll Besucher von Punkkonzerten in ganz Deutschland gewesen sein und saß eventuell auch im Gefängnis. Er fiel durch seine Nase auf, die vermutlich nach einem Bruch deformiert war.

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Dresden, Telefon: 0351/ 483 22 33

http://e110.de/index.cfm?event=page.deta...kcid=6&id=54510



Phantombild: Täter mit Irokesenfrisur



Thomas Hummel

#2 RE: Presseberichte von Christine 06.11.2016 14:26

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#3 RE: Presseberichte von wetterfrosch 17.10.2017 00:02

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02.09.2011

Die Spur führt in die Dresdner Punk-Szene

Wer erstach den Ingenieur Thomas Hummel? Diese Frage stellt sich die Kripo schon seit über 20 Jahren. Zurzeit prüfen die Beamten 167 neue Hinweise.

Von Alexander Schneider

Es ist bisweilen skurril, wenn Polizeibeamte heute Zeugen befragen, die vor 20 Jahren in der Dresdner Punkszene unterwegs waren. Inzwischen hat sich manch früherer Totalverweigerer eine durch und durch bürgerliche Existenz aufgebaut, ist Arzt, Therapeut oder arbeitet als Tätowierer. Andere dagegen leben noch immer den Punk der frühen 90er und haben ihre Ressentiments gegenüber der Polizei beibehalten.

Doch Mord verjährt nicht. Und so kommt es immer wieder vor, dass Kriminalhauptmeisterin Barbara Wehling und Hauptkommissar Torsten Beyer noch heute ihre Fühler in die Punkszene ausstrecken müssen. Dort vermuten sie den Mörder von Thomas Hummel, der am 18.März 1991 in Laubegast auf offener Straße erstochen wurde. Zeugen sahen einen Punk – eine unsaubere Gestalt mit Tarnfleckenjacke, bunten Haaren und Irokesenfrisur – vom Tatort flüchten.

Hummel war ein optimistischer, intelligenter Ingenieur, der als angenehmer Zeitgenosse beschrieben wird. Als er an jenem Morgen zur Arbeit aufbrach, sollte es sein letzter Gang werden. In der Laibacher Straße wurde er gegen 6.15Uhr von seinem Mörder niedergestochen. Die Polizei geht von einem blutigen Kampf aus, bei dem der Täter seinem Opfer fünf Messerstiche zugefügt hatte und selbst verletzt wurde. Hummel verblutete am Tatort. Er wurde 26 Jahre alt.

In der kleinen Stube der beiden Ermittler im dritten Stock der Polizeidirektion sammelt sich nun das gesamte Wissen um den rätselhaften Fall. Es füllt viele Akten: Zeugenaussagen, Gutachten, Phantombilder, DNA-Spuren und dergleichen. Alles, was helfen könnte, den Täter ausfindig zu machen.

167 Hinweise nach „XY“

Seit Juni wachsen die Akten wieder schneller. Da hat das ZDF-Magazin „Aktenzeichen XY…ungelöst“ ausführlich den Mordfall Hummel vorgestellt. In einem 14-minütigen Krimi entführten die Fernsehfahnder ihr Publikum in die frühen 90er. Die Mühe hat sich gelohnt: Nach der Ausstrahlung gingen 167 Hinweise ein. Aus ganz Deutschland.

Darunter waren vielversprechende Tipps, wie die Aussagen mehrerer Gefängniswärter und ehemaliger Gefangener. Und es war auch einiges Bizarre dabei: „Eine Hellseherin vermutete den Täter nach einer Vision irgendwo im Raum Heilbronn“, sagt Torsten Beyer. Sein Blick verrät, dass diese Spur wohl nicht zu den heißesten gehörte. Wieder andere Zuschauer haben noch während der Sendung mal schnell im Internet gegoogelt, um den Fahndern zu erzählen, wo man nach einem Punk mit dem Spitznamen „Steini“ suchen könnte. Dazu fällt selbst Beyer nichts mehr ein.

Inzwischen hat das Duo Wehling/Beyer ein Drittel der neuen Hinweise abgearbeitet. Eine heiße Spur war nicht darunter. Konkrete Angaben zu Personen ließen sich schnell überprüfen – durch einen DNA-Abgleich. Denn die Polizei hat den genetischen Fingerabdruck des Täters. Der konnte zehn Jahre nach der Tat dank der inzwischen verfeinerten Technik von Blutspuren an der Kleidung von Thomas Hummel gewonnen werden.

Die Überprüfung der verbleibenden Hinweise bedarf eines längeren Atems. Wieder spielt die Punkerszene eine Rolle. Es gibt Tipps zu und von altgedienten Punkern oder Leuten, die etwa als Sozialarbeiter Zugang zu der Neustädter Szene hatten – und in all den Jahren nie befragt wurden. Erst kürzlich erhielten die Beamten ein Buch über Dresdner Punker, von dem sie sich weitere Zeugen versprechen, um den alten Mordfall aufzuklären.

Es ist ein schwieriges Geschäft. „Mancher bekommt kalte Füße, wenn wir ihn befragen wollen. Doch andere sind offener. Eine Frau sagte uns: ,Ich hab’ viel Scheiße gebaut – aber bei Mord hört der Spaß auf‘“, sagt Barbara Wehling. Ihre Ermittlungen müssen sie und Kollege Torsten Beyer nach ihrer tägliche Arbeit richten. Aktuelle Todesfälle haben Vorrang.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Mörders von Thomas Hummel führen, wurden 5000 Euro ausgesetzt. Die Polizei bittet Zeugen um Hilfe unter 4832233.

http://www.sz-online.de/nachrichten/die-...ne-2406659.html

#4 RE: Presseberichte von wetterfrosch 17.10.2017 00:06

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30.01.2012

Mord und Totschlag ungeklärt - die Polizei ermittelt weiter

Ein Jahr hat die Polizei bei dem getöteten Baby von Schwarzenberg im Erzgebirge erfolglos nach dem Täter gefahndet. Kein Einzelfall. Doch die ungelösten Tötungsdelikte sind nicht vergessen.

Von Ralf Hübner

Dresden - Die Fahndung geht weiter zur Lokalausgabe Dresden. Die Fahndung geht weiter: In mehr als 20 Fällen von Mord und Totschlag jagt die Polizei in Sachsen seit Jahren vergeblich die Täter. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Jüngster ungelöster Fall ist das getötete Baby von Schwarzenberg im Erzgebirge, das vor etwa einem Jahr in einem Altkleidercontainer gefunden wurde. Bei einem Massengentest hatten die Ermittler etwa 2.150 DNA-Proben genommen und zuletzt im Oktober 2011 in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Gesucht wird die Mutter des Säuglings, eine Frau im Alter zwischen 14 und 46 Jahren. Andere ungelöste Fälle liegen schon Jahrzehnte zurück.

Zwei ungeklärte Todesfälle in Zwickau

Im April 1987 wurde die 18-jährige Heike Wunderlich in einem Wald bei Plauen im Vogtland tot gefunden. Sie ist eine von zwei ungeklärten Altfällen der Polizei in Zwickau. Hauptkommissar Enrico Petzold nimmt sich den Fall seit etwa zehn Jahren immer wieder vor - „wenn es die Zeit zulässt“, wie er sagt. Die junge Frau war damals am späten Abend mit ihrem roten Moped auf dem Heimweg, kam dort aber nie an. Am folgenden Tag wurde ihre Leiche gefunden, daneben das Moped. Personalausweis, Schlüsselbund mit silberfarbener Schmuckkette sowie ein schwarzer Ledergürtel fehlten.

1991 wurden die Ermittlungen eingestellt und 1999 wieder aufgegriffen. Mit der damals noch neuen Genanalyse wurden in den Sachen der Toten noch einmal Spuren gesucht - und gefunden. Bei rund 2400 Männern wurde seither der genetische Fingerabdruck überprüft. Bisher ohne Erfolg. „Der Fall ist nicht weggelegt“, versichert Petzold. Der 42-Jährige hat die Hoffnung nicht aufgegeben, den Täter noch zu finden.

Bei der Polizeidirektion Dresden sind sieben Tötungsdelikte ungelöst. „Im vergangenen Jahr hat uns ein Fall von 1991 noch einmal beschäftigt“, berichtet Polizeisprecher Thomas Geithner. Damals war ein 26-Jähriger in Dresden auf offener Straße niedergestochen worden. Es gab viele Zeugen und doch konnte der Täter unerkannt entwischen. Die Staatsanwaltschaft hat 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt, 2011 wandten sich die Ermittler noch einmal in „Aktenzeichen XY...ungelöst“ an die bundesweite Öffentlichkeit. „Etwa 100 Hinweise sind eingegangen. Den Durchbruch hat es aber noch nicht gegeben“, sagt Geithner.

In Nünchritzer Fall von 2004 wird noch ermittelt

Auch den Fall der 66-jährigen Vera Marotz aus Nünchritz haben die Ermittler noch nicht aufgegeben und erst im vergangenen Jahr neue Speichelproben für Gentests genommen. Die Seniorin war lebend zuletzt in der Nacht zum 20. Oktober 2004 auf der Straße zwischen Nünchritz und Grödel bei Riesa an der Elbe mit einem Handwagen gesehen worden. Am folgenden Tag wurde sie mit schweren Kopfverletzungen tot am Straßenrand gefunden. Die Ermittler suchen nach einer jungen Frau, deren genetischen Fingerabdruck sie an der Leiche entdeckten. Möglicherweise hat eine Gruppe Jugendlicher mit dem Fall zu tun, die etwa zur gleichen Zeit auf jener Straße unterwegs gewesen sein soll. „Wir werden diesen Fall schon noch aufklären“, verspricht der Polizeisprecher der Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge, Wolfgang Kießling.

In Görlitz sorgte im Oktober 1997 der Mord an dem Bauunternehmer Christian Michalski für Aufsehen. Der 32-Jährige war von einem Unbekannten mit einem Schuss in die Brust verletzt worden, als er morgens aus dem Haus kam. Mit letzten Kräften schleppte sich der Mann zu einem nahen Polizeirevier, wo er starb. Der Fall sei zwar nicht vergessen, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Aber es gibt derzeit keine konkrete Spur.“

Auf dem Tisch Polizeidirektion Westsachsen liegen noch zwei Altfälle aus den Jahren 1977 und 1984, etwa fünf sind es je im Bereich der Polizeidirektionen Leipzig und Chemnitz-Erzgebirge. Der bekannteste davon ist der sogenannte Torso-Fall von Chemnitz. Im Juli 1993 wurde an der Ortsverbindungsstraße Chemnitz-Erdmannsdorf in einem Wald eine Sporttasche gefunden. Der Tote war ohne Kopf, Arme und Beine. Laut Staatsanwaltschaft Chemnitz gibt es in diesem Fall derzeit „keinerlei neue Erkenntnisse“. (dpa)

http://www.sz-online.de/sachsen/mord-und...iter-47464.html

#5 RE: Presseberichte von wetterfrosch 17.10.2017 00:21

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18.10.2015

Wieso schafft es die Kripo in Sachsen nicht, 30 Morde aufzuklären?

Von Alexander Bischoff

Sachsen - In Sachsen gelten noch immer 30 Tötungsverbrechen als ungeklärt. Die ältesten Fälle, wie der 1987 begangene Mord an der Plauener Stickerin Heike Wunderlich (18), stammen aus DDR-Zeiten. Der jüngste - die Hinrichtung des Anwaltssohnes Diego Morales (23) in Leipzig - aus dem Jahr 2013.......

Mordender Punker bleibt weiter verschollen

Dresden - Der Dresdner Computer-Ingenieur Thomas Hummel (26) wollte am 18. März 1991 zu einem Fortbildungskurs im Hygiene-Museum. Dort kam er nie an:

Er wurde auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle in Laubegast ermordet.

Jugendliche hatten beobachtet, wie ein Punker um 6.15 Uhr auf Hummel einstach, flüchtete. Das Gesicht des Täters (ca. 1,85m) war schwarz vermummt, er hatte einen bunten Irokesenschnitt, trug eine Bomberjacke in Tarnfarben.

Handelte es sich bei dem Mord um eine Beziehungstat?

Wurde Hummel, der sich in einem Bürgerkomitee bei der Auflösung der DDR-Kampfgruppen engagierte, von Stasiseilschaften ermordet?

Und immer wieder führten Spuren in die Punkerszene, mal nach Dortmund, mal nach Thüringen. 2002 meldete sich eine Frau bei der Kripo. Sie wolle den Täter gekannt haben. Es sei „Steini“ und sie habe ihn bei der Bunten Republik Neustadt gesehen.

2003 wurde an der Kleidung von Hummel die mögliche DNA des Täters isoliert. Doch sie war nicht in der zentralen Datenbank gespeichert. 2011 landete der Fall bei „Aktenzeichen XY ungelöst“.

Es gab 167 Hinweise. „Steini“ wurde bisher nicht gefunden.

https://www.tag24.de/nachrichten/ungekla...e-sachsen-20086

#6 RE: Presseberichte von wetterfrosch 17.10.2017 00:25

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Dem Punker auf der Spur

20 Jahre nach Mord in Dresden: Die Luft wird dünn für "Steini"

Schon während der XY-Sendung bekam die Kripo Dresden über 50 Anrufe zu einem 20 Jahre zurückliegenden Mordfall. Wir sind positiv überrascht,“ sagte Hauptkommissar Thomas Geithner aus Dresden. Womit er nicht gerechnet hatte: Selbst aus der Punker-Szene gingen interessante Hinweise ein – zu dem Täter, den sie „Steini“ nannten.

„Wir freuen uns sehr, dass gerade aus dieser Szene Hinweise eingegangen sind. Das zeigt doch, dass wir bei der Aufklärung von solch schweren Straftaten auf Alle zählen können. Ein Dankeschön an das XY-Publikum“, sagte Hauptkommissar Thomas Geithner von der Kripo Dresden schon fast euphorisch nach der Live-Sendung.

1991 wurde der 26-jährige EDV-Ingenieur Thomas Hummel auf offener Straße in Dresden ermordet. Sein Mörder – so die Ermittlungen der Polizei – gehörte der autonomen Szene an und nannte sich vermutlich „Steini“. All die Jahre tappte die Dresdner Polizei im Dunkeln – jetzt scheint der entscheidende Durchbruch möglich.

Mehr zum Fall

Über zahlreiche Hinweise freute sich auch das Bundeskriminalamt, das in einem besonders widerlichen Fall ermittelt. In der Sendung wurde das Foto eines Mannes gezeigt, der sich an einem drei bis neun Monate alten Baby vergangen haben soll. Einige XY-Zuschauer wollen den Mann auf dem Foto erkannt haben und nannten konkrete Namen. Da der Missbrauch vielleicht bis heute anhält setzt die Polizei alles daran, die Hinweise so schnell wie möglich zu bearbeiten und den Mann auf den Bildern zu identifizieren.
Mehr zum Fall

15.06.11 na / wel

http://www.e110.de/dem-punker-auf-der-spur/

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