#1 RE: Presseberichte von 17.07.2015 15:08

Mädchen-Mord in Stuttgart
Plagt Täter nach 30 Jahren das Gewissen?
Wolf-Dieter Obst, 17.07.2015 10:00 Uhr

Der Mord an Sabine Hammerich – ein ungeklärtes Verbrechen. Am 17. Juli 1985 hielt Stuttgart den Atem an und bangte mit den Eltern. Ein Drama, das sich über mehrere Jahre zog, ehe die Leiche des Kindes gefunden wurde. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Wie konnte er der Polizei entwischen?


Stuttgart - Ein Mercedes! Nicht, wie all die Jahre geglaubt, ein VW-Bus. Der Mörder war wohl in einem Mercedes unterwegs. „Wenn wir diesen Hinweis zeitnah bekommen hätten“, sagt Josef Kögel, „dann hätte es wohl eine völlig andere Öffentlichkeitsfahndung gegeben, mit ganz anderen Hinweisen.“

Vielleicht könnte der Mörder hinter Schloss und Riegel sitzen. Doch Kögel, heute 80 Jahre alt, 33 Jahre bei der Stuttgarter Mordkommission, zuletzt 1995 Dezernatschef und Vize-Inspektionsleiter, weiß auch: Sabine Hammerich, neun Jahre, aus der Schwabstraße im Stuttgarter Westen, hätte das nicht mehr ins Leben zurückgebracht. Und doch: „Es ist schon frustrierend, dass wir diesen Fall nie aufklären konnten.“

1985

17. Juli: Verschwunden. Sabine verlässt an jenem Mittwoch gegen 18.30 Uhr das Elternhaus an der Schwabstraße, um an einem Automaten am Rosenbergplatz Zigaretten für den Vater zu holen. Eine Sache von Minuten. Doch Sabine, dunkelhaarig, mit gelbem Polokleidchen, kehrt nicht mehr zurück. Der Vater, ein Polizeibeamter, sucht seine Tochter zunächst selbst – und alarmiert um 20.30 Uhr seine Kollegen. Nach einer ersten Aktion in der Nacht sind es tags darauf 600 Polizisten, die Anlagen, Häuser und Wälder im Westen durchkämmen. Es folgen Flugblattaktionen und Aufrufe.

19. Juli: Der Doktor. Eine erste heiße Spur: Eine Mutter berichtet von einem Erlebnis ihrer Tochter, gut eine halbe Stunde vor Sabines Verschwinden. Die ebenfalls Neunjährige wurde von einem Mann angesprochen. Er sei der Kinderarzt Dr. F., müsse Medikamente zum Westbahnhof bringen – ob sie ihm den Weg zeigen könne? Er bietet zehn Mark. Das Mädchen rennt davon, weil es den echten Dr. F. kennt. Der Täter hat seltsam nach vorne gekämmte Haare: „Heute wissen wir ziemlich sicher, dass es sich um eine Perücke handelte“, sagt Josef Kögel.

24. Juli: Das Phantombild. Ein pensionierter Kriminalist fertigt nach Angaben der neunjährigen Zeugin eine Kreidezeichnung von Dr. F. an. Beschreibung: 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank, hellbraune Haare, kariertes Hemd, rote Socken, schwäbisch sprechend. „Wir hatten viele Kinderfantasien, die Wichtigtuerei waren“, sagt Kögel. Doch dieses Mädchen war glaubhaft, weil es die Geschichte am Abend der Mutter erzählt hatte – noch bevor Sabine vermisst wurde.

30. Juli: Die Zwischenbilanz . Die Polizei hat 600 von 900 Hinweisen geprüft. Die Staatsanwaltschaft setzt 5000 Mark Belohnung aus, Privatleute noch 3000 Mark. Die Sonderkommission Sabine hat aber noch ein heißes Eisen im Feuer.

7. November: Der VW-Bus. Erst jetzt gibt die Soko bekannt, dass sie heimlich eine wichtige Spur verfolgt hat. Eine Frau aus Leonberg-Warmbronn hatte gemeldet, dass sie am Tattag von ihrem Fenster im ersten Stock einen VW-Bus mit Pforzheimer Kennzeichen beobachtet habe, der hinter einem Linienbus an einer roten Ampel wartete. Von oben habe sie hinterm Fahrersitz bäuchlings einen nackten Frauenkörper liegen sehen. Die Polizei prüft den Fahrtenschreiber des Busses: „Das war um 19.16 Uhr, das konnte passen“, sagt Kögel. Die Beamten stellen sich ans Fenster, simulieren die Szene. 2500 VW-Busse werden inspiziert. Um den Täter nicht zu warnen, behauptet man, es gehe um eine Unfallflucht. Doch ohne Ergebnis. Kögel hat ohnehin Zweifel: Warum sollte der Täter das Mädchen töten und es dann nackt und offen in einem gut einsehbaren Fahrzeug durch die Gegend kutschieren? Hätte er irgendwo angehalten, dann hätte er doch auch gleich die Leiche loswerden können.

1986

29. Dezember: Der Fund. In Pommersfelden bei Bamberg findet eine Treibjagd statt. Ein Hobbyjäger entdeckt nahe der Staatsstraße 2205 in einem Waldstück eine skelettierte Leiche. Die Kleidung fehlt. Die Kripo Bamberg prüft Vermisstenfälle. Gutachter der Universität Würzburg stellen fest, dass die Leiche mutmaßlich weiblich sei, ­etwa 15 bis 18 Jahre alt. Dazu passt aber nichts. Die Überreste werden dem Bayerischen Landeskriminalamt in München übergeben und dort gelagert.

1987 im Herbst: Die Überraschung. In Bamberg wird eine 17-Jährige vermisst. Die Kripo Bamberg lässt das von den Münchnern abgleichen. Die stellen dabei überraschend fest, dass die Tote von Pommersfelden nur acht bis zwölf Jahre alt war. Auf Stuttgart kommt dennoch niemand.

1988

20. März: Die Wende. Josef Kögel findet das Bamberger Rätsel im BKA-Blatt – und schaltet sofort. „Schon am nächsten Tag bin ich mit Haarproben nach München gefahren“, sagt er. Im Mai erfährt er ein Zwischenergebnis: 90,3 Prozent Wahrscheinlichkeit.

3. Juni: Die Bestätigung. Die Universität Ulm sagt: 99,7 Prozent, dass es Sabine ist.

12. August: Der Abschied. Die Familie beerdigt ihre Tochter. Sabine ist wieder zu Hause, hat nun wenigstens ein Grab.

15. August: Der Neustart. Die Polizei geht erneut an die Öffentlichkeit. 5000 Flugblätter, viele Fragen. Wem ist ein VW-Bus im ­Bereich Bamberg aufgefallen?

2. Dezember: Das TV-Ereignis. „Aktenzeichen XY“ sorgt bundesweit für Aufsehen. Und beschert Kögel eine neue Über­raschung. Es meldet sich ein Mann aus ­Gerlingen und fragt: „Kann man für zu schnelles Fahren auch nach dreieinhalb Jahren bestraft werden?“ Der Gerlinger war am Tatabend ein eiliger Autofahrer unter Termindruck, und die XY-Sendung hatte ihm einen Irrtum bewusst gemacht. Er hatte bis dahin geglaubt, dass Sabine um 19.30 Uhr verschwand – und er zu dieser Zeit bei einem Geschäftstermin war.

Doch es war 18.30 Uhr, und da stand er am Rosenbergplatz an einer roten Ampel. Vor ihm so ein blöder Mercedes-Fahrer, der bei Grün zunächst losfuhr, dann aber grundlos abbremste. Der Gerlinger musste ausweichen und warf dem Fahrer böse Blicke zu. Doch der starrte auf ein Kind auf dem Gehweg – dunkle Haare, gelbes Kleidchen. Sabine! „Wenn wir diesen Hinweis zeitnah bekommen hätten!“, seufzt Kögel. „Aber wer erinnert sich nach so vielen Jahren noch an einen Mercedes?“

2015 17. Juli: Der Ausblick. Der Mörder dürfte heute um die 70 sein. Vielleicht hat sich der Mercedes-Fahrer bisher wegen der VW-Bus-Fahndung in Sicherheit gewähnt. „Vielleicht aber plagt ihn nun im Alter das Gewissen“, sagt Kögel, „da wäre jetzt eine gute Zeit, reinen Tisch zu machen.“

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/in...d356189716.html

#2 RE: Presseberichte von 17.07.2015 15:10

Verschwundenes Mädchen aus Stuttgart-West
Der Mord an Sabine ist bis heute ein Rätsel

Von Christine Bilger 17. Juli 2015 - 13:19 Uhr

Ein Kind will vor 30 Jahren für den Vater Zigaretten holen – und verschwindet Sabine Hammerichs Schicksal bewegt die Menschen im Stuttgarter Westen damals wie heute. Erst jetzt verrät der Soko-Leiter von einst, dass er nach der Sendung "Aktenzeichen XY" einen wertvollen Hinweis bekam.


Stuttgart - An der Straßenecke bleibt der Nachbar von einst stehen. Martin Berger (Name geändert) legt die Hand auf die zugeschmierten Bohrlöcher in der Sandsteinwand, misst mit den Armen den Abstand. „Ob hier der Zigarettenautomat hing?“ fragt er sich. Die Abmessungen stimmen. Dann geht er im Geiste durch, was am 17. Juli 1985 geschah. Berger war damals zwölf Jahre alt. Alt genug, um zu verstehen, dass es Menschen gibt, die Kindern Böses wollen. Aber noch jung genug, Angst wie ein Kind zu haben, als die Nachricht von Sabine Hammerichs Verschwinden die Runde im Westen machte.


Das Schicksal der kleinen Sabine Hammerich jagt auch 30 Jahre später noch fast jedem, der damals im Westen lebte, einen eiskalten Schauer den Rücken hinunter. Der Vater, ein Polizeibeamter, merkt kurz vor seinem Dienstantritt im Revier an der Mönchhaldenstraße, dass er keine Zigaretten mehr hat. Seine Tochter bietet an, neue zu holen. Der Automat ist nur etwa 50 Meter von der Wohnung der Familie an der Schwabstraße entfernt, die Strecke liegt auf Sabines täglichem Schulweg. Sabine zieht los, mit ein paar Markstücken in der Hand – und kommt nie zurück. Eineinhalb Jahre später finden Jäger im Wald bei Bamberg ein Skelett. Erst im August 1988 steht fest: es sind die sterblichen Überreste der Neunjährigen. Bis heute weiß die Polizei nicht, wer sie entführte und umbrachte.

Die Suchaktion ist eine der größten der Stuttgarter Polizei

Am Abend des 17. Juli schlagen die Eltern Alarm. In den kommenden Tagen erlebt der Westen eine Suchaktion, die als eine der größten in der Geschichte der Stuttgarter Polizei gilt. Martin Berger erzählt von damals. Von Kinobesuchen, welche Buslinie man nahm, als es noch keine Stadtbahn gab. Von Läden und Kneipen, die nicht mehr sind, wo sie waren. Eine dreiviertel Stunde erzählt er. Es ist ein schöner Sommerabend, gegen 18.30 Uhr. Ein Abend wie der, an dem Sabine verschwand. 14 Kinder gehen in dieser Zeit ohne Eltern an der Ecke Schwab-/Rosenbergstraße vorbei. Sie holen Pizza, fahren Skateboard, holen Geschwister von der Bushaltestelle ab, schlecken ein Eis an der Tankstelle. Heute wie damals ist es eine belebte Ecke, an der Eltern bedenkenlos ihre Kinder kleine Besorgungen machen lassen können. Dass es einmal nicht gut geht und Sabine auf den wenigen Metern bis zum Zigarettenautomat verschwindet, macht die Westler heute wie damals fassungslos.

„Es lässt mich nicht los“, sagt Josef Kögel, im Jahr 1985 zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Stein Chef der Sonderkommission „Sabine“. Jede Uhrzeit, jedes Datum des Falls hat sich ihm eingeprägt – und der Frust, den Täter nie gefasst zu haben. Am 17. Juli um 18.30 Uhr verschwindet Sabine. Am 29. Dezember 1986 wird das Skelett gefunden. „Davon habe ich am 20. März 1988 erfahren“, rattert Kögel die Daten herunter. Im August 1988 tragen die Eltern und der Bruder Sabine zu Grabe, erst nach der Beerdigung gibt die Polizei bekannt, dass sie identifiziert werden konnte, damit der Kollege und seine Familie in Ruhe Abschied nehmen können.

Im Westen herrscht im Sommer 1985 große Angst

Im Juli 1985 ist eine Stadt in Aufregung, ein Stadtbezirk in großer Angst. Alle Eltern, alle Kinder fürchten sich vor dem Unbekannten. Es gibt einen klaren Hinweis, von dem Josef Kögel auch nach 30 Jahren noch überzeugt ist, dass er zum Täter führt. Ein Mann soll Sabine angesprochen haben. Mit welcher Masche, das legt die Meldung einer anderen Mutter nahe, deren Kind am selben Abend aufgelöst nach Hause kommt: Das Mädchen berichtet von einem Mann, der sie bat, ihr den Weg zum Westbahnhof zu zeigen. Das Kind weiß gleich, dass der Fragesteller nicht die Wahrheit sagt, und widersteht daher seinem Angebot von zehn Mark für ihre Hilfe. Der Fremde stellt sich als Kinderarzt vor. Den Namen kennt das Mädchen, sie ist Patientin bei jenem Arzt im Stadtviertel. Den Mann, der vor ihr steht, kennt sie nicht. Sie reagiert richtig, sagt „Nein“ und geht rasch heim. „Diese Beschreibung ist für uns so wichtig gewesen, weil wir sie bekommen haben, bevor die große Suche losging“, sagt Josef Kögel. Das Mädchen habe noch nicht unter dem Eindruck der Fahndungsaufrufe und der sorgenvollen Suche, der Ängste der Eltern um ihre Sprösslinge in den Tagen nach dem 17. Juli 1985 gestanden. Und: „Kinder sind sehr gute Beobachter, bis auf Größe und Alter sind ihre Beschreibungen sehr zuverlässig“, fügt Kögel hinzu.

Den wichtigsten Zeugenhinweis gab die Polizei nie preis

Doch nicht nur die Beobachtung des Mädchens gibt ihm bis heute die Gewissheit, dass der Entführer und Mörder der Sabine Hammerich jener falsche Kinderarzt gewesen sein muss: „Es gab noch einen zweiten Hinweis, der bis heute nicht öffentlich geworden ist: Ein Zeuge hat die Kontaktaufnahme zwischen Sabine und dem Mann gesehen“, verrät Kögel 30 Jahre später. Der Mann habe sich nach der Sendung „Aktenzeichen XY.?. . ? ungelöst“ gemeldet. „Er stand an der Ampel an der Ecke Rosenberg-/Schwabstraße und hatte es sehr eilig. Als er losfuhr, musste er noch mal bremsen, weil der Autofahrer vor ihm ein Mädchen im gelben Kleid ansprach“, berichtet Kögel von der Zeugenaussage. Der Mann habe sich zunächst nicht gemeldet, weil er sich immer in der Zeit geirrt hatte. „Er musste zu einem Termin und war spät dran, daher wusste er genau, wann er an der Kreuzung war. Nur hatte er sich immer eingebildet, dass der Zeitpunkt der Entführung 19.30 Uhr war.“ Seine Aussage gilt als zentraler Hinweis auf den Täter.

Es gibt noch eine Spur, die verfolgt wurde. Um exakt 19. 16 Uhr sah eine ältere Frau im Leonberger Stadtteil Warmbronn einen VW-Bus mit Pforzheimer Kennzeichen. In dessen Innenraum meint sie einen nackten Kinderkörper gesehen zu haben. „Wir haben alle in Frage kommenden Fahrzeuge überprüft. Es führte zu nichts“, sagt Kögel. Zudem hielten es die Ermittler für unwahrscheinlich, dass sich der Mörder mit dem toten Kind so kurz nach der Tat so unvorsichtig zeigen würde. In den Tagen nach dem Verschwinden der kleinen Sabine Hammerich sucht die Polizei unter Hochdruck. Es sind Bilder, die heute noch gespenstisch wirken: Schwarz-Weiß-Fotos von Feuerwehrtauchern im Feuersee, Polizeibeamte, die an der Schwabstraße Berge von Flugblättern mit dem Phantombild des Mannes verteilen, der sein Haar so seltsam in die Stirn gekämmt haben soll. „Wir haben mit fünf Hundertschaften gesucht. Vom Kräherwald bis zum Waldfriedhof und bis zur Solitude“, sagt Kögel. Dass sie Sabine nicht mehr lebend finden würden, hätten sie bald befürchtet. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, sank mit jeder Stunde. Wenn Kögel an der Straßenecke vorbeifährt, an der Ecke anhalten muss, wo genau neben der Fußgängerampel der Zigarettenautomat hing, denkt er immer an den Fall. Er habe sich damals von einem erfahrenen Kollegen ausquetschen lassen. „Stundenlang hat er mich gefragt: Habt Ihr an dies gedacht, an das. Am Ende wussten wir: Wir haben alles getan“, sagt Kögel. Der Fall habe ihn bis zu seiner Pensionierung 1995 begleitet, fügt er hinzu. Und auch danach war nicht wirklich Schluss: „Ich frage mich heute noch, warum das nicht zu klären war.“ Eine Antwort weiß er nicht.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt...9cb0d566a6.html

#3 RE: Presseberichte von Christine 06.11.2016 14:25

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#4 RE: Presseberichte von wetterfrosch 22.04.2018 19:04

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Ungeklärte Morde in Stuttgart

Sabine Hammerich (9) verlässt am 17. Juli 1985 gegen 18.30 Uhr ihr Elternhaus in der Schwabstraße, um an einem Automaten am Rosenbergplatz Zigaretten für ihren Vater zu holen. Sie kommt nicht zurück. 600 Polizisten durchkämmen Grünanlagen, Häuser und Wälder, es folgen Flugblattaktionen (im Bild) und Aufrufe – ohne durchschlagenden Erfolg. Ein Jäger entdeckt ihre skelettierte Leiche am 29. Dezember 1986 in einem Waldstück bei Bamberg. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/g...dc18b5e650.html

#5 RE: Presseberichte von wetterfrosch 13.08.2020 01:00

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STUTTGART: Tötungsdelikt z. N. von Sabine Hammerich (1985)

Januar 26, 2020

Wer ist der Mörder?

Der Mord an Sabine Hammerich ist bis heute ein ungeklärtes Verbrechen.

Am Mittwoch, dem 17. Juli 1985 hielt Stuttgart den Atem an und bangte mit den Eltern. Ein Drama, das sich über mehrere Jahre zog, ehe die Leiche des Kindes gefunden wurde. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur.

Der Fall: Die neunjährige Sabine verlässt gegen 18.30 Uhr das Elternhaus an der Schwabstraße, um an einem Automaten am Rosenbergplatz Zigaretten für den Vater zu holen. Eine Sache von Minuten. Doch Sabine, dunkelhaarig, mit gelbem Polokleidchen, kehrt nicht mehr zurück. Der Vater, ein Polizeibeamter, sucht seine Tochter zunächst selbst und alarmiert um 20.30 Uhr seine Kollegen. Nach einer ersten Aktion in der Nacht sind es tags darauf 600 Polizisten, die Anlagen, Häuser und Wälder im Westen durchkämmen. Es folgen Flugblattaktionen und Aufrufe.
Am 19. Juli eine erste heiße Spur. Eine Mutter berichtet von einem Erlebnis ihrer Tochter, gut eine halbe Stunde vor Sabines Verschwinden. Die ebenfalls Neunjährige wurde von einem Mann angesprochen. Er sei der Kinderarzt Dr. F. und müsse Medikamente zum Westbahnhof bringen - ob sie ihm den Weg zeigen könne? Er bietet zehn Mark Belohnung. Das Mädchen rennt davon, weil es den echten Dr. F. kennt. Der Täter hat seltsam nach vorne gekämmte Haare, eine Perücke. Am 24. Juli fertigt ein pensionierter Kripomann ein Phantombild des Täters nach Angaben der neunjährigen Zeugin an.



Phantombild aus den Jaht 1985.

So soll der Mann 1985 ausgesehen haben.

Wer kennt den Mann?

Foto: Polizei

Beschreibung des Mannes auf dem Phantombild

•Etwa 40 Jahre alt,

•1,80 Meter groß,

•schlank,

•hellbraune Haare,

•kariertes Hemd,

•rote Socken,

•schwäbisch sprechend.

Am 29. Dezember entdeckt ein Jäger bei einer Treibjagd in Pommersfelden bei Bamberg nahe der Staatsstraße 2205 in einem Waldstück eine skelettierte Leiche. Die Kleidung fehlt.
Die Kripo Bamberg kommt zu dem Schluss, daß es sich um Sabine Hammerich handelt.

Die Familie beerdigt ihre Tochter. Sabine ist wieder zu Hause, hat nun wenigstens ein Grab.

Hinweise an die Kriminalpolizei Stuttgart oder jede andere Polizeidienststelle.

Hier noch ein paar gute Videos zu dem Fall, einmal von einer guten YouTuberin Marshmelli und einmal von Aktenzeichen xy.

https://germanmissing.blogspot.com/2020/...von-sabine.html

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