#1 RE: Presseberichte von 29.03.2016 12:01

Mitwitzer Mordfall belastet Familie des Opfers bis heute

Ein Mord reißt bei den Angehörigen des Opfers tiefe Wunden, die nie ganz verheilen. Besonders schwer traf es die Familie des getöteten Mitwitzers Norbert Ottinger, dessen Mörder nach fast acht Jahren noch immer auf freiem Fuß ist.


von MARCO MEIßNER

Wenn Elsbeth Ottinger und ihr Sohn Jan morgens in ihren Laden gehen, ihre Mitarbeiter begrüßen und die Türen für die Kunden aufschließen, scheint das Alltag für sie zu sein. Doch dieser Schein trügt. Mit Alltag hat das für die Ottingers nichts zu tun - nicht mehr seit dem 13. November 2006. An diesem Tag wurde der Familie der Vater auf brutale Art und Weise entrissen - in eben diesem Geschäft.

Elsbeth Ottingers Fingerspitzen wandern unruhig über den Holztisch, an dem sie vor dem Verbrauchermarkt Platz genommen hat. Um über das Geschehene zu sprechen, wollte sie aus dem Laden raus. Weg vom Tatort. Ein Stück weit Distanz aufbauen. Trotzdem spürt man ihre Betroffenheit. Auch nach siebeneinhalb Jahren sind die Narben tief, die der Verlust ihres Ehemannes hinterlassen hat. Der 61-jährige Filialleiter Norbert Ottinger war von Unbekannten kurz nach Ladenschluss in seinem Markt ermordet worden.

Dass die Zeit alle Wunden heilt, glaubt Elsbeth Ottinger nicht. "Das Verarbeiten dauert länger. Ich bin Jahre nicht ... Scheibchenweise tut man das ..." Sie atmet tief durch, kann den Satz nicht zu Ende führen. Jan, der jüngere der beiden Ottinger-Söhne, greift ihre Gedanken auf und meint: "Die Tat hat Wunden hinterlassen. Man sagt immer, sie würden vernarben. Aber immer wieder werden diese Narben aufgerissen." Daher habe die Familie ihren Verlust bis heute nicht verschmerzt. Und Jan Ottinger - so sehr er um Fassung bemüht ist - hat es wohl am wenigsten getan. Er hat seinen toten Vater im Markt aufgefunden, inmitten all des Blutes. "Ich hatte ihn nochmal hingeschickt", blickt seine Mutter zurück. Weil ihr Mann nicht aus dem Markt zurückgekommen war, hatte sie Befürchtungen, er könnte wieder einen Herzinfarkt erlitten haben.


Grausame Bilder gesehen

"Es war eine Schocksituation", schildert Jan Ottinger seine Eindrücke beim Eintreffen im Laden. Dort fand er seinen Vater nicht mit Herzproblemen vor. "Die Situation war plötzlich eine ganz andere. Ich habe das Blut gesehen. Im nächsten Raum siehst Du dann die Füße ..." Elsbeth Ottinger unterbricht ihren Sohn. Sie erinnert sich an die Worte der Polizeibeamten: "Sie sagten, es sei das Brutalste gewesen, was sie je erlebt hätten."

Susanne Bauersachs, Patin von Jan und Patenkind von Elsbeth Ottinger, hat sich inzwischen mit an den Tisch gesetzt. "Bei Jan wird das nie weggehen", vermutet sie. "Die Bilder, mit denen er konfrontiert war, haben wir ja nicht gesehen." Elsbeth Ottinger nickt und verdrückt sich die Tränen.


Wie ein Spießrutenlauf

Aber nicht nur der schreckliche Anblick hat bei der Familie - insbesondere bei Sohn Jan - tiefe Spuren hinterlassen. Was nach der Tat kam, war ein Spießrutenlauf für den Sohn des Opfers. Er rückte als Tatverdächtiger ins Visier der polizeilichen Ermittlungen. "Das war das Grausamste, was es gibt", erinnert sich seine Mutter. Die Familie habe nicht zur Ruhe gefunden, keine Möglichkeit erhalten, den Tod des Vaters zu verarbeiten. "Wir haben einfach nur noch funktioniert", erklärt Susanne Bauersachs, wie die Ottingers diese schlimme Phase überhaupt durchstehen konnten.


Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätten sie wohl auch nicht die Kraft gefunden, ihr Geschäft drei Tage nach der Bluttat wieder zu öffnen. Doch sie mussten. "Sonst wären wir pleite gewesen", sagt die Mutter. Zu viel Geld habe man in den Laden gesteckt, den die Familie inzwischen seit 20 Jahren betreibt. Und zu wichtig war er ihr. Schließlich sehen die Ottingers darin das Lebenswerk des Vaters, das sie nach langen Überlegungen nicht einfach abhaken wollten.

Dass Jan im Zuge der Ermittlungen mehrfach von der Polizei mitgenommen, das Haus durchsucht und die Familie abgehört worden sei, habe diesen Weg noch viel steiniger gemacht, erzählen die Ottingers. Und der Sohn erinnert sich an die Vernehmungen bei der Polizei, die für ihn einem Martyrium glichen. "Dann war die DNA entschlüsselt, und es war klar, dass ich nicht der Täter war." Von einem Tag auf den anderen war Jan Ottinger aus der Schusslinie der Polizei, doch der Druck der auf ihn eingewirkt hat, ist noch immer zu spüren, wenn er über seine Zeit als Tatverdächtiger spricht. In jedem Blick, in jeder Handbewegung spürt man, wie es in ihm brodelt. "Die Kunden in unserem Laden hatten mehr Feingefühl als die Polizisten", sagt er.


Lebenswerk fortgeführt

Natürlich ließ es sich nicht vermeiden, dass - gerade nach der Hausdurchsuchung - auch die Gerüchteküche in Mitwitz gebrodelt hat, wie Elsbeth Ottinger erzählt. Doch letzten Endes hat die Dorfgemeinschaft zusammengehalten. Auch die Stammkunden sind fast alle wieder in den Verbrauchermarkt gekommen. Das und der familiäre Zusammenhalt haben die Ottingers stark genug gemacht, das Lebenswerk von Vater Norbert fortführen zu können.

Zur Ruhe sind sie aber bis heute nicht gekommen. Ein Mosaikstein fehlt noch, um wieder zu einer gewissen Normalität zu finden. Der Täter.

"Ich bin hundertprozentig überzeugt, das war kein geplanter Mord", sagt Elsbeth Ottinger. Sie denkt, ihr Mann habe sich gewehrt, als die Täter die etwa 38 000 Euro erbeuteten. Sie blickt hinüber zu Susanne Bauersachs. Und die teilt die Meinung ihrer Patin. Sie erinnert sich an Norbert Ottinger als jemanden, der seinem Personal immer gesagt habe, im Ernstfall solle es das Geld herausgeben - aber er selbst wäre dazu wohl nicht so einfach bereit gewesen. Und er war es an jenem Abend ihrer Überzeugung nach auch nicht. "Er war ein Held", beschreibt sie ihn. "Er hat sich in seinem Leben immer wieder aufgerappelt." Doch gerade das könnte ihn an jenem Abend im November 2006 zum Verhängnis geworden sein.


Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen sind laut Jan Ottinger inzwischen offiziell eingestellt. Eine DNA-Spur liefert der Familie noch die Hoffnung, eines Tages vielleicht doch zu erfahren, was genau am 13. November 2006 geschehen ist. Und wer Norbert Ottinger und seiner Familie dieses grausame Schicksal aufgebürdet hat. Susanne Bauersachs weiß auch, was sie dann tun würde: "Unser Wunsch ist es, dass irgendwann der Täter ermittelt wird. Ich möchte diesen Menschen sehen und ihn fragen: Warum?"

http://www.infranken.de/regional/kronach...e;art219,663166

#2 RE: Presseberichte von 29.03.2016 12:02

600 Zeugen, 700 Spuren - aber keine zum Mörder
Aktualisiert: 08.03.09 - 23:43


Mitwitz - Werden sie ihn nie bekommen? Zwei Jahre nach dem Raubmord an dem Filialleiter eines Supermarktes im oberfränkischen Mitwitz (Kreis Kronach) fehlt vom Täter, der Beute von rund 38 000 Euro und den Tatwaffen noch immer jede Spur.

Der 61-jährige Norbert Ottinger war am Abend des 13. November 2006 erschlagen und erstochen worden. Vor dem offenen Tresor fand Ottingers Sohn kurz vor Mitternacht die blutüberströmte Leiche seines Vaters.


Die Sonderkommission Kreisel ließ nichts unversucht. Rund um die Marktgemeinde suchten Taucher 19 Teiche ab – in der Hoffnung, die Tatwaffen, einen Baseballschläger und ein Messer sowie die fünf gestohlenen Geldkassetten zu finden. Auf einer Mülldeponie wurden 100 Tonnen Abfall durchkämmt. „Wir haben mehr als 5000 Leute befragt“, berichtet der Coburger Kripochef Reinhard Müller. Im Frühjahr 2007 rief die Polizei 2300 Männer zu einem freiwilligen Speicheltest auf. Am Tatort hatten die Kriminaltechniker eine DNA-Spur gefunden, die nur vom Täter stammen kannn. Doch auch das umfangreichste Massenscreening, das es bis dahin in ganz Franken gab, brachte die Ermittler nicht weiter.

Auf dem Höhepunkt der Ermittlungen arbeiteten rund 50 Beamte in der Soko. In den ersten zwölf Monaten nach der Bluttat leisteten sie mehr als 26 000 Stunden. Die Überprüfung von mehr als 700 Spuren und die Vernehmungen von rund 600 möglichen Zeugen füllen allein 80 Aktenordner.

Im Mai dieses Jahres gingen erfahrene Beamte, die zuvor nicht in die Ermittlungen eingebunden waren, noch einmal die 25 000 Datensätze durch. Doch auch sie stießen nicht auf eine heiße Spur. Dabei gehen die Ermittler aufgrund ihrer Erkenntnisse davon aus, dass das Opfer seinen Mörder kannte. Das Controlling hatte nur einen Effekt: 20 weitere Aktenordner.

Die Hoffnung, dass die Festnahme des Täters lediglich eine Frage der Zeit sei, hat sich nicht erfüllt. Nach dem anfänglichen Optimismus bei der Suche nach dem Mörder macht sich mehr und mehr Resignation breit. Das Verfahren läuft weiter. Gezielte Ermittlungen werden aber erst wieder aufgenommen, wenn es neue Hinweise oder Spuren gibt. „Es ist nicht so, dass wir jetzt die Akten in den Keller stellen“, erklärt Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein. „Wo wir noch den Hauch einer Chance sehen, werden wir weiter machen.“

http://www.tz.de/bayern/600-zeugen-700-s...rder-71404.html

#3 RE: Presseberichte von 29.03.2016 12:07

Hinweise aus Sendung "Aktenzeichen XY"
03. August 2007


MITZWITZ, LKR. KRONACH. Bereits während der Ausstrahlung der Sendung "Aktenzeichen XY" im ZDF am Donnerstagabend im Zusammenhang mit dem Mordfall Ottinger gingen erste Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Die Fernsehzuschauer wurden gebeten, insbesondere Hinweise zu den noch fehlendem orangefarbenen Softballschläger und den grauen Einsätzen der Registrierkassen zu geben. Bei der Soko "Kreisel" in Coburg und dem Aufnahmestudio in München gingen in der Nacht einige Hinweise ein. Insgesamt muss die Zuschauerresonanz aber als sehr gering bewertet werden. Die Hinweise werden im Laufe des heutigen Freitags überprüft. Eine heiße Spur zeichnet sich derzeit allerdings nicht ab.

Nach dem brutalen Raubmord an dem 61-jährigen Marktleiter Norbert Ottinger im November des vergangenen Jahres in Mitwitz, führte die SOKO Kreisel erstmalig in Oberfranken Ende Februar eine DNA-Reihenuntersuchung zur Aufklärung dieses Verbrechens durch.

Die Oberstaatsanwältin Frau Ursula Haderlein stimmte nun einer Veröffentlichung des Ergebnisses dieser mit einem enormen logistischen Aufwand durchgeführten Aktion zu.

Insgesamt wurden 2270 Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren aufgefordert, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Dieser Einladung kamen bereits am Wochenende vom 23. bis 25. Februar 1691 Personen nach. Weitere 510 Mundhöhlenabstriche konnten in der Folgezeit, teilweise über das gesamte Bundesgebiet verteilt, eingeholt werden.

Zur Auswertung an das Landeskriminalamt nach München gelangten somit 2201 Proben die mittlerweile alle analysiert und typisiert sind. Eine Übereinstimmung mit dem DNA-Muster des Täters konnte jedoch in keinem Fall festgestellt werden.

24 der eingeladenen Männer verweigerten die Abgabe einer Speichelprobe. Gegen sie werden weitere Ermittlungen geführt, um die Beantragung von Beschlüssen beim Amtsgericht Coburg zur erforderlichenfalls zwangsweisen Abgabe eines Mundhöhlenabstriches zu ermöglichen.

Als problematisch erweist sich die Einholung der insgesamt 27 Vergleichsproben von ausländischen Staatsangehörigen, die mittlerweile in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind bzw. von Deutschen, die inzwischen dauerhaft im Ausland leben. Gegen diese Personen, die sich u.a. in Litauen, Polen, Slowenien, USA und China aufhalten, werden die Ermittlungen über das sehr zeitaufwändige Verfahren eines Rechtshilfeersuchens an die jeweiligen Landesregierungen weitergeführt.

18 weitere Personen konnten auf Grund eines wasserdichten Alibis als Täter ausgeschlossen werden.

Obwohl derzeit immer noch die Abarbeitung von verschiedenen Spurenkomplexen läuft, setzt die SOKO Kreisel große Hoffnungen in die Ausstrahlung des Falles in „Aktenzeichen XY“. Der brutale Raubmord wird in einem Filmbeitrag umfassend geschildert und über bislang noch unveröffentlichte Hinweise, mögliche Tatwerkzeuge und Spuren berichtet. In der Sendung ist der Mordermittler der Coburger Kripo anwesend und wird die Zuschauer mit bestimmten Fragen um Hinweise zu dem Fall bzw. zu Gegenständen aus diesem Fall bitten. Die Staatsanwaltschaft Coburg hat bereits zugesichert, dass eingehende Hinweise vertraulich behandelt werden. Die Ausstrahlung der Sendung erfolgt am Donnerstag dem 2. August um 20.15 Uhr im ZDF.

http://www.mittelbayerische.de/polizei/b...-art115454.html

#4 RE: Presseberichte von Christine 06.11.2016 14:23

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#5 RE: Presseberichte von 12.11.2016 08:54

Rückblick auf den Mord in Mitwitz

Nach einem der brutalsten Verbrechen in Mitwitz ist der Täter trotz akribischer Ermittlungen noch immer nicht gefasst: Am Sonntag jährt sich der Mord an Norbert Ottinger zum zehnten Mal.

https://www.np-coburg.de/lokal/coburg/co...rt83423,5200659

#6 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.05.2019 16:34

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22.03.2019

Tag der Kriminalitätsopfer

Diese fränkischen Kriminalfälle sind bis heute ungelöst

Am 22. März ist der Tag der Kriminalitätsopfer. Der Weiße Ring erinnert an das Trauma, unter dem Betroffene oft ein Leben lang leiden. Auch in Franken gibt es ungelöst Fälle, die bis heute großes Aufsehen erregen.

Mord im Supermarkt

Zwei Jahre lang suchte die Sonderkommission "Kreisel" nach dem Mörder von Norbert Ottinger - ohne Ergebnis. Der 61 Jahre alte Betreiber eines Supermarktes im oberfränkischen Mitwitz wurde am 13. November 2006 zum Opfer eines unfassbar brutalen Raubmords. Der Täter lauerte dem Geschäftsmann nach Ladenschluss aus und tötete ihn mit einem Baseballschläger und Messerstichen.

Der Unbekannte entkam mit mehreren Einsätzen aus den Supermarktkassen. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in Coburg verfolgten mit größtmöglichem Aufwand mehr als 700 Spuren. 28 000 Verbindungsdaten von Handys wurden überprüft und von 2250 Männern Speichelproben für einen DNA-Test genommen.

https://www.infranken.de/regional/franke...art58454,663537

#7 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.05.2019 16:38

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10.05.2019, PP Oberfranken

Kripo Coburg ermittelt erneut im Raubmord von Mitwitz

MITWITZ, LKR. KRONACH. Am 13. November 2006 wurde der damals 61-jährige Norbert Ottinger in seinem Einkaufsmarkt im oberfränkischen Mitwitz, Lkr. Kronach, von einem bislang Unbekannten getötet. Zudem erbeutete der Täter aus dem Tresor mehr als 30.000 Euro Bargeld. Trotz intensiver und lang andauernder Ermittlungen konnten die Beamten das Verbrechen damals nicht aufklären. Nun arbeiten erneut Spezialisten der Kriminalpolizei Coburg zusammen mit der Staatsanwaltschaft intensiv an dem „Cold Case“.

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Coburg

Seit Dezember 2018 rollen sieben Beamte der Kripo im Rahmen des Cold-Case-Managements das schwere Gewaltverbrechen erneut auf. Dabei setzen die Polizisten auf neue Ermittlungsansätze, die sich vorwiegend aus der Weiterentwicklung forensischer Methoden, insbesondere im DNA-Bereich, ergeben sowie auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Umfangreiche Fahndungs- Spurensicherungs- und Ermittlungsarbeit

Gleich nach Bekanntwerden des schweren Verbrechens an dem damals 61-Jährigen, der an dem kalten und regnerischen Montagabend des 13. November 2006 in dem Supermarkt durch Messerstiche und Schläge auf den Kopf getötet worden war, leitete die Polizei umfassende Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen sowie eine umfangreiche Spurensicherung ein.
Die Sonderkommission (SOKO) „Kreisel“ nahm mit zahlreichen Beamten die Ermittlungen auf.

Allein im Tatobjekt sicherten Spezialisten der Kripo Coburg und die Tatortgruppe Oberfranken mehrere Tage lang rund 730 Spuren, insbesondere daktyloskopische Spuren, DNA-Spuren und Faserspuren.

Intensive Suchmaßnahmen mit Unterstützung verschiedener Diensthundeführern erfolgten. Einsatzkräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei suchten weitläufiges Gelände ab und oberfränkische Beamte durchforsteten tonnenweise Abfälle. Zudem überprüften Polizeitaucher mehrere umliegende Gewässer nach Beweismitteln.

Weiterhin beschäftigten sich die Kriminalbeamten intensiv mit rund 400 Hinweisen zum möglichen Tatgeschehen. Die Befragungen und Vernehmungen wie auch die Fahndungs- und Suchmaßnahmen führten jedoch bisher zu keiner „heißen Spur“.

Beamte der Operativen Fallanalyse, sogenannte Profiler, des Polizeipräsidiums München unterstützen die Kriminalbeamten bei den umfassenden Ermittlungen.

Die Untersuchung der gesicherten Spuren erfolgte beim Bayerischen Landeskriminalamt und der Rechtsmedizin. Hierbei konnten Fragmente der Täter-DNA, sein genetischer Fingerabdruck, festgestellt werden.

Noch neu im nordbayerischen Raum war die im Frühjahr 2007 erfolgte DNA-Reihenuntersuchung, die die SOKO-Beamten mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte durchgeführt hatten. Zum einmaligen Abgleich mit der am Tatort gesicherten DNA-Spur des Täters entnahmen geschulte Beamten bei über 2.300 Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren Speichelproben.

Die Bevölkerung stellte bereits damals einen wichtigen Part bei den Ermittlungen zur Aufklärung des Verbrechens dar. So wurde die Öffentlichkeit über die Medien zeitnah und fortlaufend über den Ermittlungsstand informiert und um Mithilfe gebeten.

Auch in den Fernsehsendungen „Aktenzeichen XY-ungelöst“ und „Kripo Live“ wurde das Verbrechen dargestellt und mit einem Zeugenaufruf verbunden.

Trotz Ausschöpfung aller Ermittlungsansätze konnte der Raubmord an Norbert Ottinger bislang nicht aufgeklärt werden. Der Verbleib eines orangefarbenen Softballschlägers und der fünf Kasseneinsätze, die der Täter aus dem Tresor entwendet hatten, ist nach wie vor ungeklärt.

Intensive Ermittlungen der EKO „Kreisel - Cold Case“

Das noch ungelöste Gewaltverbrechen lässt der Kripo Coburg bis heute keine Ruhe. Seit Dezember 2018 arbeiten mehrere Ermittler im Rahmen der Ermittlungskommission (EKO) „Kreisel - Cold Case“ in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft erneut intensiv an der Aufklärung der Tat.

In diesem Zusammenhang wurden die Ermittlungsakten der damaligen SOKO „Kreisel“ in den vergangenen Monaten im gesamten Umfang von den Kriminalbeamten zunächst digitalisiert und die rund 400 Ermittlungsansätze einer nochmaligen Bewertung unterzogen. Hierunter befanden sich auch die zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung.

Weiterentwicklung forensischer Untersuchungsmethoden

Die Beamten sichteten und priorisierten außerdem erneut alle der rund 730 am Tatort gesicherten Spuren. Aufgrund der inzwischen fortgeschrittenen forensischen Methoden erfolgt derzeit eine nochmalige Untersuchung der priorisierten Spuren beim Bayerischen Landeskriminalamt und der Rechtsmedizin.

Es ist mittlerweile möglich, auch sehr schwach ausgeprägte DNA-Mengen aus einer molekularbiologischen Spur herauszufiltern. Durch die sensibleren Untersuchungsmethoden hoffen die Kriminalisten nun, ein vollständiges DNA-Muster des Täters zu erhalten. Auch sind nun weiterführende Analysen möglich, um beispielsweise eine Verwandtschaft zwischen dem Täter und anderen Personen nachweisen zu können. Hierzu sind spezielle Untersuchungen im Bereich der Y-Chromosome und im Bereich der Mitochondrien-DNA zur Bestimmung der väterlichen oder mütterlichen Abstammungslinie geplant.

Situation am Tatort könnte eskaliert sein

Zur Erstellung der Tathergangsanalyse wurden die Spezialisten der Operativen Fallanalyse (OFA) des Polizeipräsidiums München mit einbezogen. Anhand der Bewertung der Tatortsituation und der Auffindesituation des Opfers bestätigten die Profiler das bereits zur DNA-Reihenuntersuchung erstellte Täterprofil, auch ein zur Tatzeit jüngerer, nicht volljähriger Täter, wäre denkbar.

Die Cold-Case Ermittler legen daher einen Ermittlungsschwerpunkt auf die Abklärung der damals Jugendlichen und Heranwachsenden, die heute demnach etwa Ende 20, Anfang 30 Jahre alt sind. Zudem ist denkbar, dass der Täter nicht von Beginn an die Tötung des Nobert Ottinger geplant hat, sondern die Zielrichtung zunächst eine Raubhandlung war. Vielmehr kann das „außer Gefecht setzen“ des 61-Jährigen missglückt sein und in der Folge ist die Situation bis hin zur Tötung eskaliert. Ein solcher Hergang müsste strafrechtlich anders als eine geplante Tötung gewertet werden.

Wichtige Mithilfe der Bevölkerung - Belohnung erhöht

Im Rahmen ihrer umfangreichen Ermittlungen werden die Coburger Kriminalbeamten auch erneut Befragungen in der Bevölkerung durchführen. Des Weiteren ist auch die Entnahme von DNA bei Personen, insbesondere bei damals Jugendlichen und Heranwachsenden, die heute Ende 20 bis Anfang 30 Jahre alt sind, vorgesehen.
Das Ziel der Kriminalbeamten ist es, auch im Hinblick auf das Opfer und die Angehörigen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Täter zu identifizieren und das grausame Verbrechen aufzuklären

Die bisher festgesetzte Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, wurde zwischenzeitlich auf 10.000 Euro erhöht.

Zur Aufklärung des Verbrechens setzen Staatsanwaltschaft und Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung.

Für die Ermittler sind im Zusammenhang mit dem Raubmord am Montag, 13. November 2006, im Edeka-Markt Ottinger in Mitwitz, in der Straße „Am Riegel“, insbesondere folgende Fragen von Bedeutung:

•Haben Sie am Tattag zwischen 19.30 bis 23.50 Uhr, in Mitwitz und der Umgebung Beobachtungen gemacht?

•Haben Sie in den Abendstunden nach Geschäftsschluss im Bereich des Einkaufsmarktes eine Person bemerkt, die auffällig schwer beladen war oder mehrere Gegenstände bei sich trug?

•Ist Ihnen auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes oder in der näheren Umgebung in den Abendstunden ein Fahrzeug aufgefallen?

•Können Sie sich an jemanden erinnern, der im zeitlichen Zusammenhang mit der Tat Verletzungen, insbesondere im Bereich der Hände oder im Gesicht, hatte?

•Verfügte jemand nach der Tat über einen größeren Geldbetrag?

•Haben Sie nach der Tat bei jemandem ein verändertes Verhalten bemerkt? (z.B. Persönlichkeitsveränderung, sozialer Rückzug, geänderter Lebensstil, usw.?)

•Gibt es Personen, die sich im Zusammenhang mit dieser Tat psychisch auffällig verhalten oder gar Suizid begangen haben?

•Ist Ihnen bekannt, ob sich nach der Tat jemand plötzlich oder unerwartet nicht mehr in Mitwitz und Umgebung aufgehalten hat?

•Wer könnte Hinweise auf den Verbleib der entwendeten Kasseneinsätze oder auf den orangefarbenen Softballschläger, geben?

Sofern dem Täter nach der Tatbegehung durch eine dritte Person bei der Beseitigung von Beweismitteln oder Tatspuren Hilfe geleistet worden ist, sind derartige Strafvereitelungshandlungen nicht mehr strafrechtlich verfolgbar, da insoweit bereits Verfolgungsverjährung eingetreten ist.

Sachdienliche Hinweise, auch über die obigen Fragen hinaus, nehmen die Cold-Case-Ermittler der Kripo Coburg über das Hinweistelefon unter der Tel.-Nr. 09561/645-640 entgegen. Ihre Angaben können auch vertraulich behandelt werden.

https://www.polizei.bayern.de/news/press...dex.html/296650

#8 RE: Presseberichte von Tumbleweed 17.05.2019 14:43

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17.05.2019
Neue Hinweise im Mitwitzer Mordfall von 2006: Männer müssen DNA-Probe abgeben
Vor gut einer Woche hat die Polizei Oberfranken den Mordfall von Mitwitz neu aufgerollt. Jetzt gibt es erste neue Hinweise. Nächste Woche müssen junge Männer zur DNA-Probe.



https://www.infranken.de/regional/kronac..._nKQSBukS3uiyDc

#9 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.07.2019 16:59

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05.07.2019, PP Oberfranken

Raubmord von Mitwitz - Vollständige Täter-DNA liegt vor

MITWITZ, LKR. KRONACH. Im Rahmen ihrer umfangreichen Ermittlungen liegt den Beamten der EKO Kreisel Cold Case nun das vollständige DNA-Muster des mutmaßlichen Täters des Raubmordes von Mitwitz vor. Hiermit eröffnen sich den Kriminalbeamten neue, erfolgsversprechende Ermittlungsansätze. Die aktuelle DNA-Entnahme bei den zur Tatzeit 16 bis 18 Jahre alten Männern dauert an. Zudem stellt die Mithilfe der Bevölkerung weiterhin einen wichtigen Baustein bei der Aufklärung des Gewaltverbrechens dar.

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Coburg

Am 13. November 2006 tötete der Unbekannte den damals 61-jährige Norbert Ottinger in seinem Einkaufsmarkt in Mitwitz, Lkr. Kronach. Der Täter entwendete zudem aus dem Tresor mehr als 30.000 Euro Bargeld. Trotz intensiver und lang andauernder Ermittlungen konnten die Beamten das Verbrechen damals nicht aufklären.

Seit Dezember 2018 arbeiten die Spezialisten der Kriminalpolizei Coburg zusammen mit der Staatsanwaltschaft intensiv an dem „Cold Case“.

Die Beamten veranlassten beim Bayerischen Landeskriminalamt und der Rechtsmedizin eine Nachuntersuchung verschiedener, damals gesicherter und nun von ihnen priorisierter Spuren.
Da sich vor allem im Bereich der molekulargenetischen Spuren (DNA) im Laufe der Jahre die technischen Möglichkeiten und die wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterentwickelt haben, erhofften sich die Kripobeamten insbesondere durch deren Auswertung neue Ermittlungsansätze.

Neue Ermittlungsansätze durch vollständiges DNA-Muster

Spurensicherungsexperten der Kripo Coburg gelang es nach der Tat im Jahr 2006 neben zahlreichen anderen Mikrospuren, auch eine mit bloßem Auge nicht sichtbare Hautschuppe des Täters zu sichern. Bei den damaligen Untersuchungen im Rechtsmedizinischen Institut, konnte bereits die fragmentarische DNA des Täters extrahiert werden.

Bei der vor kurzem von den Kripobeamten veranlassten weiteren Untersuchung gelang es nun aufgrund neuer speziellerer Untersuchungsmethoden, das vollständige DNA-Muster des mutmaßlichen Mörders zu erhalten.

Das vorliegende vollständige Muster erleichtert die Recherchen nach Übereinstimmungen in internationalen polizeilichen Datenbanken.

Des Weiteren ist es mit der vorliegenden humanbiologischen Spur möglich, weitere Analysen durchzuführen und somit beispielsweise anhand der mitochondrialen DNA Verwandtschaftsverhältnissen zwischen dem Täter und anderen Personen festzustellen.

DNA-Probeentnahmen und Ermittlungen dauern an

Seit einigen Wochen stehen rund 80 der zur Tatzeit 16 bis 18-jährigen Männer im Fokus der Ermittler. Hierfür wird der aktuelle Aufenthaltsort der Personen ermittelt, die Personen vernommen und in diesem Zusammenhang eine Speichelprobe zur einmaligen DNA-Untersuchung und Abgleich mit der am Tatort gesicherten DNA-Spur entnommen. Ein Großteil der Personen konnte bereits angetroffen werden.

Die Auswertung aller Spuren und der Abgleich mit der DNA des mutmaßlichen Täters beim Bayerischen Landeskriminalamt wie auch die weiteren Ermittlungen der EKO Kreisel und der Staatsanwaltschaft Coburg dauern an.

Wichtige Mithilfe der Bevölkerung

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft halten es nach wie vor für denkbar, dass der Täter damals nicht von Beginn an die Tötung des Nobert Ottinger geplant hatte, sondern die Zielrichtung zunächst eine Raubhandlung war und die Situation am Tatort dann eskaliert ist. Dies müsste strafrechtlich anders als eine von vorneherein geplante Tötung gewertet werden.

Die EKO bittet die Bevölkerung auch weiterhin um Mithilfe. Die Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, beträgt 10.000 Euro.

Sachdienliche Hinweise nehmen die Cold-Case-Ermittler der Kripo Coburg über das Hinweistelefon unter der Tel.-Nr. 09561/645-640 entgegen. Die Angaben können auch vertraulich behandelt werden.

https://www.polizei.bayern.de/news/press...dex.html/299452

#10 RE: Presseberichte von Christine 22.09.2019 16:51

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