#1 Verden/Loccum - Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Rosenrot 29.10.2016 15:37

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48-Jähriger war bereits wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt

Mordfall Judith Thijsen: Tatverdächtigem drohte Sicherheitsverwahrung
19.04.16

Judith Thijsen wurde im vergangenen September umgebracht.

Der 48-jährige Straftäter, der auf einem Freigang aus dem Maßregelvollzug in Bad Rehburg im September Judith Thijsen getötet haben soll, wäre nach der Verbüßung seiner Haftstrafe und Beendigung seiner Therapie in Sicherheitsverwahrung gekommen.

Er war bereits wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt. Das Landgericht Aurich hatte den Mann im Jahr 2012 zu knapp fünf Jahren Haft verurteilt sowie eine Unterbringung in einer Entziehungsklinik und anschließend in der Sicherheitsverwahrung angeordnet. Zunächst war der Mann nach der Verurteilung für elf Monate in einem regulären Gefängnis im Justizvollzug untergebracht worden. Im Januar 2013 folgte die Verlegung in den Maßregelvollzug, der neben der Strafe auch eine Therapie beinhaltet. In Bad Rehburg sollte die Alkoholsucht des Tatverdächtigen behandelt werden. Hier soll er im vergangenen Herbst auf einem Freigang Judith Thijsen umgebracht haben. Seit Donnerstag sitzt der 48-Jährige deshalb in Untersuchungshaft.


Seit Ende 2014 durfte er die Klinik in Bad Rehburg auch unbegleitet mehrmals verlassen. Eine externe Kommission aus mehreren Psychologen und Ärzten hatte dem damals zugestimmt. Auch die Staatsanwaltschaft in Aurich habe keine Erkenntnisse gehabt, die gegen eine entsprechende Lockerung sprachen, erklärt deren Pressesprecherin und Oberstaatsanwältin Dr. Katja Paulke gegenüber dieser Zeitung. Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung seien die Richtlinien des Maßregelvollzuges anzuwenden gewesen, da die Sicherheitsverwahrung erst im Anschluss daran erfolgt wäre.


Zuständig für den Maßregelvollzug ist das Sozialministerium. Erfolgt sei die Genehmigung der Vollzugslockerung durch die Vollzugsleitung des Maßregelvollzugszentrums Bad Rehburg nach vorheriger prognostischer Einschätzung und Befürwortung durch ein externes dreiköpfiges forenisisch-psychiatrisch erfahrenes Prognoseteam sowie mit Zustimmung der zuständigen Vollstreckungsbehörde, erklärt Uwe Hildebrandt, Pressesprecher des Ministeriums auf BlickPunkt-Nachfrage. Während der gesamten Unterbringungsdauer sei bei dem Tatverdächtigen sowohl innerhalb der Maßregelvollzugseinrichtung wie auch bei seinen Vollzugslockerungen kein Regelverstoß festgestellt worden. Jede Vollzugslockerung werde im therapeutischen Prozess vor- und nachbereitet. „Dies gilt auch für die Lockerungen, die der Tatverdächtige erhalten hat“, betont Hildebrandt.

Das Mordopfer war am 12. September vergangenen Jahres das letzte Mal lebend gesehen und am 20. September von Spaziergängern im Klosterwald Loccum tot aufgefunden worden.

#2 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Rosenrot 29.10.2016 15:38

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#3 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Rosenrot 29.10.2016 15:41

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Umfangreiche Informationen zu dem Mord an Judith Thijsen sind hier zu finden:

//ungeloeste-kriminalfaelle.forumprofi.d....php?topic=3145

#4 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Rosenrot 16.01.2017 18:51

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Kreiszeitung, 16. Januar 2017


Prozess gegen verurteilten Sexualstraftäter wird fortgesetzt
Mordfall Judith T.: Psychologe sagt aus

16.01.17

Verden/Bad Rahburg - Von Wiebke Bruns. Ein Psychologe aus dem niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum Bad Rehburg wurde am Montag als sachverständiger Zeuge in dem Mordprozess am Landgericht Verden gehört. Einer seiner Patienten, der Angeklagte Jörg N., soll im September 2015 die 23 Jahre alte Studentin Judith T. im Loccumer Klosterwald ermordet haben.

Obwohl die Gefährlichkeit des 49-Jährigen in einem früheren Strafprozess festgestellt und die Sicherungsverwahrung angeordnet worden war, durfte der Angeklagte als Freigänger die Einrichtung immer wieder verlassen. Sogar über Nacht durfte er wegbleiben.

Im Jahr 2012 ist Jörg N. wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt sowie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt und in der Sicherungsverwahrung angeordnet worden. Die Unterbringung in der Entziehungsanstalt hatte vor der Sicherungsverwahrung zu erfolgen.
Stimmung schwankte

In Bad Rehburg befand sich Jörg N. nach Verbüßung eines Teils seiner Haftstrafe seit Januar 2013. „Die Behandlung war durch große Ambivalenz bestimmt“, berichtete der Psychologe Klaus Klein, der zu seiner Aussage extra einen Anwalt als Zeugenbeistand mitgebracht hatte. Gegen Ärzte des Maßregelvollzugszentrums wird jedoch nicht ermittelt, erklärte die Erste Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt.

Ab September oder Oktober 2013, so schätzte Klein, habe es begleitete Ausgänge für den 49-Jährigen gegeben. In der Anfangsphase habe der Angeklagte sogar noch eine Partnerin gehabt, die er heiraten wollte. „Wir haben ihm klar gemacht, dass wir das als Störung der Behandlung ansehen“, so Klein.

Nach der Zustimmung eines externen dreiköpfigen Prognoseteams sei Anfang 2015 mit „gestaffelten Lockerungsgewährungen“ begonnen worden. „Da Herr N. sich immer Regelkonform gezeigt hat, ist es hochgefahren worden. „Im Mai 2015 ist mit den ersten Übernachtungsbeurlaubungen bei seiner Mutter in Lingen fortgefahren worden“, berichtete der Zeuge. Spätere Beurlaubungen habe der Angeklagte genutzt, um nach Leer zu fahren. „Er hatte einen hohen Drang diese Übernachtungsbeurlaubungen wahrzunehmen.“
Jörn N. macht Probleme

Im Frühjahr 2015 wurde wegen mangelnder Mitarbeit des Patienten über einen Abbruch der Maßregel nachgedacht. Selbst in dieser „problematischen Phase“, wie Marquardt es nannte, wurden die Lockerungen nicht zurückgefahren. „Nennenswerte disziplinarische Auffälligkeiten“ habe es nicht gegeben, erklärte der Diplompsychologe.

In der Patientenakte der Klinik war als Diagnose „Alkoholabhängigkeit, dissoziale Persönlichkeitsstörung und Störung des Sexualverhaltens“ vermerkt worden.

Die Auffassung der Sachverständigen aus früheren Verfahren und der Staatsanwaltschaft Verden, dass es sich bei dem Angeklagten um einen „Psychopathen mit sexuellem Sadismus“ handelt, teilte der Zeuge nicht.

Jörg N. soll sich auf Vergewaltigung mit Würgen bis zur Bewusstlosigkeit spezialisiert und eine Frauen verachtende Einstellung haben. Der Psychologe des Maßregelvollzugszentrums teilte zumindest die Auffassung, dass es dem Angeklagten bei den früheren Taten um die Ausübung von Macht gegangen seien dürfte. Der 49-Jährige habe sich aber auch selbst in der Opferrolle gesehen: „Opfer seines Lebens, seiner Umstände und der Frauen allgemein.“

Mit der Festnahme wegen Mordverdachts endete der Maßregelvollzug für Jörg N. im April 2016.


https://www.kreiszeitung.de/lokales/nie ... 97540.html

#5 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Rosenrot 10.02.2017 10:55

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Mordprozess: Maßregelvollzugszentrum Bad Rehburg hält Unterlagen zurück

Gericht lässt Klinik nach Patientenakten durchsuchen
09.02.17

Richter
+
© dpa
Anscheinend liegen dem Gericht nicht alle Behandlungsakten des Angeklagten vor.
Verden/Bad Rehburg - von Wiebke Bruns.

Versucht das niedersächsische Maßregelvollzugszentrum Bad Rehburg (MRVZN) nach dem Mord an der 23-Jährigen Judith Thijsen etwas zu vertuschen?

Am Mittwoch wurden die Räume der Einrichtung von der Polizei nach Patientenunterlagen durchsucht. Dies war unmittelbar zuvor von der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden während einer Sitzung in dem Mordprozess gegen Jörg N. angeordnet worden. Anlass dazu hatte die Aussage eines behandelnden Arztes der Einrichtung gegeben. Der Diplompsychologe – bei Namensnennung droht er mit rechtlichen Konsequenzen – musste dem Gericht zum zweiten Mal als sachverständiger Zeuge Rede und Antwort stehen. Dabei ging es erneut um die Frage, wie man im MRVZN zu der Einschätzung gekommen war, dass der Angeklagte kein sexueller Sadist und kein Psychopath sei. So war es in einem früheren Prozess festgestellt und daraufhin die Sicherungsverwahrung des 49-Jährigen angeordnet worden. Weil unabhängig davon eine Alkoholtherapie als erforderlich angesehen worden war, kam der Angeklagte zunächst in den Maßregelvollzug. „Das war auch nur eine Verdachtsdiagnose“, so der Zeuge zu dem Gutachten aus dem damaligen Prozess.

Der Psychologe aus dem MRVZ diagnostizierte „Störungen des Sexualverhaltens“. Wie er dazu gekommen war, wollten insbesondere Gericht und Staatsanwältin wissen. Schlüssig erklären konnte der 60-Jährige es ihnen nicht.

Ab Ende 2014 waren Jörg N. unbegleitete Freigänge gewährt worden. Insgesamt 70 bis 80, schätzte der Zeuge. Bei einem solchen Freigang soll der Angeklagte im September 2015 den Mord begangen haben. Von der Diagnose „Psychopath“ wirkte der Zeuge schlichtweg überrascht. „Ich weiß nicht, wo Sie diese Diagnose her haben“, erwiderte er auf eine Frage der Ersten Staatsanwältin Annette Marquardt. Das entsprechende Gutachten war seinerzeit Grundlage für die Anordnung der Sicherungsverwahrung.

Nebenklagevertreterin Katharina Theuerkaufer fragte konkret nach: „Haben Sie das Gutachten mal gelesen?“ „Ja“, behauptete der Zeuge. Zunehmend schien sich der Verdacht zu bestätigen, dass dem Gericht nicht alle Behandlungsunterlagen des Angeklagten Jörg N. aus dem MRVZN vorliegen. Konkret fehlt die Dokumentation von rund 60 Einzeltherapien. Viermal war die Polizei bereits im MRVZN, um Unterlagen zu beschlagnahmen. Im Vertrauen auf die Herausgabe aller Unterlagen war bislang auf Durchsuchungen verzichtet worden.

„Steht bei Ihnen noch ein Ordner N., den wir nicht haben?“, fragte verständnislos der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk. Eine klare Antwort blieb aus: „Ich war zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung im Urlaub. Ich bin nicht verantwortlich dafür“, so der Zeuge. Die Staatsanwältin beantragte kurz darauf die Durchsuchung.

Nach der Mittagspause wurde die Befragung des Psychologen fortgesetzt – und plötzlich blätterte er in einem mitgebrachten Ordner und konnte konkrete Daten nennen. Nicht nur der Vorsitzende und die Staatsanwältin wirkten fassungslos. Die Juristin beantragte die Beschlagnahmung des Ordners. Der Zeuge gab ihn freiwillig heraus. Wie der Vorsitzende nach einer kurzen Sichtung feststellte, enthielt der Ordner Originaldokumente, woraufhin der gestrige Verhandlungstag vorzeitig beendet wurde.

https://www.blickpunkt-nienburg.de/nienb...ck-7379435.html

#6 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Helios 24.06.2019 07:23

JUDITH (†23) VERGEWALTIGT UND VERSCHARRT
Der Killer meiner Tochter soll lebenslang in den Knast

https://www.bild.de/regional/hannover/ha...19406.bild.html

#7 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von Christine 22.09.2019 17:51

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#8 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von wetterfrosch 11.11.2019 13:51

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Wer war der junge Mann in Begleitung von Judith Thijsen?

Klosterwald-Mord in Loccum: Neue offene Fragen

01.11.19

Verden/Loccum - von Wiebke Bruns. Neue offenen Fragen beschäftigen das Verdener Landgericht im Mordfall Judith Thijsen.

Nachdem die Richter in dem Verdener Landgerichtsprozess es bereits als „erwiesen“ bezeichnet haben, dass Judith Thijsen kurz vor dem vermuteten Todeszeitpunkt noch in Begleitung eines anderen Mannes im Loccumer Klosterwald gesehen worden ist, gibt es neue offene Fragen. Wer war dieser Mann? Und hätte die Zeit für einen Mord durch den Angeklagten Jörg N. dennoch ausgereicht? Letzteres hat die Kammer in einem Beschluss bejaht.

Wie bereits berichtet, glaubt die 8. Große Strafkammer einer Rentnerin, die Judith Thijsen am Nachmittag des 12. September 2015 gesehen haben will. In der Begleitung eines jungen Mannes, nicht des 50 Jahre alten Angeklagten. Die Begegnung soll zwischen 15.45 und 16 Uhr gewesen sein. Der Angeklagte war damals im Maßregelvollzugszentrum Bad Rehburg (MRVZ) untergebracht, hatte aber an dem Tag des Verschwindens der 23-Jährigen unbegleiteten Freigang. Mit Kratzern im Gesicht soll er um zirka 17 Uhr, möglicherweise auch erst 17.30 Uhr in die Einrichtung zurückgekehrt sein. Grundlage dafür sind Vermerke in den Unterlagen des MRVZ über die Kratzer und eine Medikamentenausgabe. Die Kratzer will sich Jörg N. beim Radfahren an einem Gebüsch zugezogen haben, so zumindest soll er es damals erklärt haben. In dem Prozess schweigt er.

Genug Zeit für die Tat

Ermittelt wurde von der Polizei, dass man vom Tatort bis zum MRVZ mit dem Fahrrad bei „gemütlichem Tempo“ 24 Minuten und 17 Sekunden benötigt. „Für die reine Tatbegehung und das Verstecken der Leiche hätten ihm mindestens 30 Minuten zur Verfügung gestanden, stellten die Richter in einem Beweisbeschluss fest und das „wäre in der Zeit möglich gewesen“, so deren Einschätzung.

„Das Entsorgen der Kleidung und des Handys der Getöteten wäre auch auf dem Rückweg möglich gewesen. Eventuell auch erst zu einem späteren Zeitpunkt“, heißt es weiter. Zumal der Angeklagte am nächsten und darauffolgenden Tagen wieder Freigang gehabt habe.

Die Kammer bezog Stellung im Rahmen eines Beschlusses mit dem ein Antrag der Verteidiger Matthias Huse und Torben Werk abgelehnt worden ist. Die Juristen hatten die Zeit als nicht ausreichend für die Tat angesehen. Huse streute aber sogleich neue Zweifel: „Als wahr unterstellt, dass sie an dem 12. September mit einem jungen Mann gesehen worden ist, warum meldet sich dieser Mann nicht?“

Unbekannter junger Mann auf dem Beifahrersitz

Eine berechtigte Frage, denn immerhin scheint der junge Mann Judith Thijsen vertraut gewesen zu sein. Denn eine Nachbarin will die 23-Jährige an diesem 12. September 2015 mittags mit einem Mann auf dem Beifahrersitz bei ihrer Wohnung wegfahren sehen haben. Möglicherweise saß der Unbekannte auch in dem roten Kleinwagen als die 23-Jährige bei einer Tankstelle Tabak besorgen wollte. Der Wagen parkte dabei jedoch so, dass der Beifahrerbereich nicht von einer Überwachungskamera erfasst worden war. Und laut einem Kassenbeleg bezahlte sie um 14.10 Uhr bei Rossmann ihren Einkauf. Ihr roter Fiat Seicento wurde am Abend des 18. September geparkt am Marktplatz in Loccum entdeckt. Und ihr Leichnam am 20. September im Klosterforst.

Der Prozess soll am 15. November fortgesetzt werden.

https://www.blickpunkt-nienburg.de/nienb...W-mlpeidvcLqIsk

#9 RE: Judith Thijsen - mit 23 ermordet von wetterfrosch 11.11.2019 13:55

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