#1 RE: Presseberichte von 17.11.2014 19:43

Claudia hatte die Silvesternacht mit Freunden in Wilstorf auf einer Feier verbracht und sich morgens mit der S-Bahn auf den Heimweg gemacht. An der Haltestelle Neugraben, nur 1,5 km von ihrem Wohnort entfernt, verließ sie um 05:16 Uhr die Bahn.

Von dort aus wollte sie ursprünglich mit einem Bus weiterfahren. Doch dieser fuhr am Neujahrsmorgen nicht. Zwischen 05:30 und 06:00 Uhr und nur etwa 150 Meter vor ihrer Haustür wurde sie von einem unbekannten Mann, der sie offenbar vergewaltigen wollte, mit einem Messer angegriffen und niedergestochen.

Wenige Stunden nach der Tat wurde Claudia auf einem Grünstreifen Ecke Cuxhavener Str. / Fischbeker Weg liegend aufgefunden. Der Täter hinterließ keine Spuren.

Claudia hatte als Kindergärtnerin gearbeitet.

http://true-crime.info/cc/hucke-claudia/

#2 RE: Presseberichte von 17.11.2014 19:46

Hamburgs Mördern auf der Spur
Kripo erhöht den Fahndungsdruck in ungeklärten Fällen - weil sie dank neuer Techniken viele Indizien jetzt erst richtig auswerten kann.

Von Jens Meyer-Odewald

Hamburg. Beim Stichwort "Opa Gnädig" packt selbst hart gesottene Profis im Hamburger Polizeipräsidium das Entsetzen. In der Nacht auf den 31. Mai 1997 wurde der 77 Jahre alte Rentner Herbert Gnädig in seiner Wohnung am Moorburger Elbdeich mit einem glühenden Feuerhaken gefoltert und schließlich erwürgt. Die Polizei fand den Rentner tot - blutüberströmt, mit gefesselten Händen und Füßen, Augen und Mund überklebt. Es war einer der brutalsten Mordfälle in der Hamburger Verbrechensgeschichte.

Der Mörder ist noch immer auf freiem Fuß; die Indizien führten trotz einer Großfahndung zu keinem Erfolg. Jedoch: Er kann sich heute, gut sechs Jahre nach der Tat, weniger denn je in Sicherheit wiegen - dank großer Fortschritte der Wissenschaft. Präzisere kriminaltechnische Untersuchungsmethoden wie der "genetische Fingerabdruck" (DNA) mit Hilfe winzigster Mengen Speichel, Sperma, Haut oder Haar führen dazu, dass selbst jahrelang zurückliegende Kapitalverbrechen aufgerollt werden können. Täter, die bislang glaubten, ungeschoren davonzukommen, geraten zusehends unter Druck: Die Schlinge der Fahnder kann sich jederzeit zuziehen.

Das ist das Ergebnis einer Gesprächsrunde auf Initiative des Hamburger Abendblatts im Polizei-Hauptquartier in Alsterdorf. Die Experten: Peter König, Leiter der Arbeitsgruppe DNA, Jens Asmußen, stellvertretender Leiter der Mordkommission, Dr. Jürgen Wasilewski, Chef der Kriminaltechnik. Die Informationen dieser Experten lesen sich wie eine Kampfansage an Schwerverbrecher: "Altfälle werden aufgearbeitet. Ermittlungserfolge sind nur eine Frage der Zeit."

Durch Hightech erhalten alte Mordfälle "ein Gesicht". Selbst der vorsichtigste Gewaltverbrecher hinterlässt einen unverwechselbaren Stempel. Festgehalten auf Kleidung, an Tassen, Flaschen oder Zigaretten, auf Papier oder Haut. Gesichert in der Asservatenkammer der Staatsanwaltschaft. Während man diesen Stempel einst nicht lesen konnte, kommt nun Licht ins Dunkel. "Mit einer Fehlerquote von 1:20 Milliarden", sagt Kriminalwissenschaftler Wasilewski. Dank der Gentechnik.

Spektakuläre Fahndungstreffer werden keine Ausnahme bleiben. So wie die Ermittlungen in Sachen Regina Fischer: Die damals 20-jährige Verkäuferin war am 23. September 1988 in Wathlingen bei Celle vergewaltigt und erstochen worden. Aus Spermaspuren an der Leiche haben Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Hannover molekulargenetische Spuren gesichert. Jetzt, 15 Jahre nach der Tat, soll ein groß angelegter Speicheltest in Wathlingen und Umgebung die Ermittler auf die richtige Fährte führen.

Überall in Deutschland werden alte Mordakten wieder geöffnet. Auch in Hamburg. Mut macht der Kriminalpolizei der Fall Mignon Bruderhofer. Die 83 Jahre alte Rentnerin war im August 1997 in ihrer Wohnung in Altona ermordet worden - vermutlich von einem Junkie. Nachdem damals sämtliche Spuren ins Leere führten, brachte ein bisschen Speichel an einem Zigarettenpapier fünf Jahre später die Wende. Die DNA-Formel an einer selbst gedrehten Kippe, unter dem Sofa der Toten entdeckt, wurde mit der DNA-Datei des Bundeskriminalamtes verglichen: Volltreffer! Die Speichelprobe stimmt mit einer weiteren überein, die der Täter einst in Niedersachsen abgeben musste, nachdem man ihn wegen eines Einbruchs festgenommen hatte.

Michael Sch., der sich längst aus dem Drogenmilieu gelöst hatte und mit Freundin und Kind in Berlin lebte, wähnte sich - was den Mord an der Rentnerin betraf - in Sicherheit. Früher wäre er vermutlich entkommen, nun aber rückte die Polizei auf Grund der DNA-Analyse mit einem Haftbefehl an. Sch. gestand und wurde im September 2002 vom Hamburger Landgericht wegen Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Beide Fälle dokumentieren die technische Aufrüstung der Fahnder. Im Fall Regina Fischer ergab die DNA-Probe des Mörders keine Übereinstimmung mit der Datenbank des Bundes in Wiesbaden. Seit 1998 kann dieses technische Wunderwerk genutzt werden. "Darin sind etwa 300 000 Personen mit ihrem persönlichen DNA-Stempel gespeichert", sagt Kriminalhauptkommissar König, "von denen rund 6000 aus Hamburg stammen."

Überwiegend handelt es sich dabei um Gendaten von erfassten Personen, parallel sind aber auch rund 40 000 genetische Angaben über noch nicht geklärte Täterspuren gespeichert. In dem Zentralcomputer wird "nicht jeder Ladendiebstahl" gespeichert; es muss eine "erhebliche Straftat" vorliegen. Faustregel: von schwerem Diebstahl oder gefährlicher Körperverletzung an aufwärts. Hamburgs Polizeipräsident Udo Nagel fordert sogar eine Ausweitung: Jeder Straftäter soll nicht nur seinen Finger-, sondern auch seine DNA-Marke abgeben.

Im Gegensatz zum Fall der Hamburger Rentnerin Mignon Bruderhofer, bei dem der Täter durch Abgleich des Gen-Codes mit dem Bundes-PC identifiziert wurde, müssen in Sachen Regina Fischer viele Personen aus dem Umfeld oder Wohnort der Opfer aufgefordert werden, ihre Speichelproben für die DNA-Markierung freiwillig abzugeben. Doch obwohl der Aufwand beträchtlich ist, nehmen derartige Fälle zu.

1995 wurden in Torgau bei Dresden die 17-jährige Antje Köhler und ihre Cousine Sandy (1) ermordet. Anfang 2003 forderte die Polizei fast 10 000 Männer zwischen 28 und 53 Jahren, die damals in Torgau gelebt hatten, zum Gentest auf.

Ab 1. Juli dieses Jahres mussten 5000 Männer aus Herzberg in Brandenburg Speichel und Fingerabdrücke abgeben. Ebenfalls in Sachen Köhler.
Auf der Suche nach einem Serienvergewaltiger gaben in Bochum-Querenburg 6800 Männer freiwillig Proben ab.

Um einen Mord in Katzenow (Nordvorpommern) aufzuklären, wurden im letzten Monat 4000 Männer zum Test aufgefordert.

Acht Massengentests, die vor dem Jahr 2002 organisiert wurden, erbrachten in vier Fällen den Täter - durch konkrete Deckung mit den DNA-Daten, durch auffälliges Verhalten während der Untersuchung oder durch Geständnis. In Zukunft wird diese Art Sisyphos-Arbeit immer mehr zum gebräuchlichen Mittel polizeilicher Aufklärung. Bei jeder fünften Datenbank-Abfragen ist das Ergebnis positiv.

Je mehr Peter König mit den 13 Kollegen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft DNA Altfälle aufarbeitet, desto größer werden die Erfolgschancen. Rund die Hälfte von einstmals 16 000 Alt-Akten ist erfasst und aufbereitet, so dass man in diesen Fällen die neuen Methoden anwenden kann. Hand in Hand mit den 31 Kollegen der Mordkommission und den 125 Experten aus der Kriminaltechnik ziehen die DNA-Spezialisten das Netz gegen Schwerkriminelle in Hamburg von Tag zu Tag enger.

Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, auch andere Horrorstücke aus der Hamburger Mordgeschichte doch noch erfolgreich abzuschließen. Bei rund 100 Mordfällen in Hamburg pro Jahr und einer Aufklärungsquote von mehr als 92 Prozent ergeben sich allein aus den letzten 20 Jahren weit über hundert offene Fälle. In jedem Fall ist es gut, dass Kleidungsstücke, Fingerabdrücke und andere Indizien in der Asservatenkammer eingelagert wurden - jetzt hilft die Technologie des 21. Jahrhunderts. Wer heute niest oder einen Gegenstand berührt, hinterlässt genug Speichel oder Hautpartikel, um zweifelsfrei DNA-identifiziert zu werden.

"Auch nach vielen Jahren kann kein Täter sicher sein", sagt Jens Asmußen von der Mordkommission. Die Akten Hamburger Verbrechen wie im Fall des "Silvester-Mordes" 1993/94 an Claudia Hucke in Harburg oder des Foltertodes von Herbert Gnädig werden nicht geschlossen. Ganz im Gegenteil: Die Aufklärungschance steigt von Tag zu Tag.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article...f-der-Spur.html

#3 RE: Presseberichte von wetterfrosch 27.09.2017 14:03

avatar

Der Hamburger Sylvester-Mord (01.01.1994)

Daten:

Autor: Zitronenpauke
Eingestellt am: vor 9 Jahren
Persönlicher Bezug: -
Typ: Einzelmord
Mordart: Erstochen

Mordort: Cuxhavener Strasse, Hamburg
Realitätsbezug: Realer Mord
Täter gefasst: Nein
Altersgruppe des Opfers: 15-25 Jahre

Geschlecht des Opfers: Weiblich
Mord ID: 184

Der Hamburger Sylvester-Mord (01.01.1994)

In Wilstorf hatte die 20-jährige mit ihren Freunden den Rutsch ins neue Jahr gefeiert. Am frühen Morgen macht sie sich von dort auf den Weg nach Hause, fährt mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Neugraben. Von dort sind es noch 1,5 Kilometer bis zum Haus ihrer Eltern. Zu Fuß macht sie sich auf den Weg entlang der Cuxhavener Straße. Nur 150 Meter vom Ziel entfernt, wird sie von einem Unbekannten überfallen. Mit dem Ziel, die junge Frau zu vergewaltigen, ersticht der Täter sein Opfer. Ihre Leiche wird kurz darauf in einem Graben in der Nähe der Straße gefunden.

http://www.mordort.de/morddetail/der-ham...__blVllVLOx2HGI

#4 RE: Presseberichte von wetterfrosch 27.09.2017 14:14

avatar

p17.06.11, 09:55 Uhr

Er tötete auch in Hamburg Hamburger Maurer gesteht fünf Frauen-Morde

Von
Olaf Wunder, Mira Frenzel, Thomas Hirschbiegel und Rüdiger Gärtner

Kaltblütig, heimtückisch, gewissenlos: Hans-Jürgen S. tötete junge Frauen wie andere lästige Fliegen. Fast wäre der 63-Jährige damit auch noch durchgekommen. Doch jetzt, Jahrzehnte nach der letzten Tat, wurde eine der spektakulärsten Mordserien Norddeutschlands doch noch aufgeklärt.

Gabriele, Renate, Ilse, Jutta und Angela. So heißen die Opfer. 15, 16, 18 bzw. 22 Jahre alt waren sie, als S. ihr Leben auslöschte. Warum es gerade sie traf? Weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. „Wenn er mit dem Auto unterwegs war und im Vorüberfahren ein Mädchen sah, das ihm gefiel, hielt er an und legte sich auf die Lauer“, so beschreibt Stefan Winkler, Leiter der Mordkomission in Kiel, das Vorgehen des Täters. Dann vergewaltigte er seine Opfer, erdrosselte sie, fuhr die Leichen mit seinem Auto an einen abgelegenen Ort und schmiss sie weg – wie Müll.

Wer ist dieser Mann? 1993 vergewaltigte er in Hamburg eine Prostituierte, bekam dafür ein Jahr auf Bewährung. Sonst trat er polizeilich nicht in Erscheinung. Seine Nachbarn am Eschenweg in Henstedt-Ulzburg, einer Reihenhaussiedlung, kennen ihn als „still, ruhig, unauffällig“. Ein HSV-Fan, das sei er. Und was für einer! Auf seinem Auto, einem alten BMW, prangt ein HSV-Aufkleber. Es gibt HSV-Fähnchen, HSV-Kissen.

Von Beruf ist S. Maurer. Zuletzt hat er bei einer Bausanierungsfirma in Hamburg gearbeitet. S. ist seit 1990 geschieden und Vater zweier Töchter. Bis zu seiner Verhaftung im April lebte er mit seiner Mutter zusammen. Um sie, die alle nur liebevoll „Oma“ nennen, machen sich die Nachbarn jetzt große Sorgen. „Wie wird sie nur damit fertig, was ihr Sohn alles verbrochen hat?“

http://www.mopo.de/hamburg/er-toetete-au...-morde-15202652

#5 RE: Presseberichte von wetterfrosch 27.09.2017 14:15

avatar

#6 RE: Presseberichte von wetterfrosch 27.09.2017 14:19

avatar

Sie haben Hinweise zu diesem Fall?

Die Ermittler im Fall Claudia Hucke suchen Zeugen, die am 01. Januar 1994 oder danach Beobachtungen gemacht haben, die zum Auffinden des Täters führen können. Es stellen sich dahingehend folgende Fragen:

•Wer hat in Tatortnähe im Vorfeld eventuell eine verdächtige männliche Person bemerkt?

•Wer hat jemanden beobachtet oder bemerkt, der mit stark verschmutzter oder gar blutverschmierter Kleidung zum tatrelevanten Zeitpunkt unterwegs war?

•Hat nach der Tat eventuell jemand damit geprahlt und anderweitig Andeutungen gemacht, die auf Täterwissen schließen lassen?

Für Hinweise, die zur Aufklärung dieses Falles führen können, hat die Staatsanwaltschaft eine Auslobung von 5000 Euro ausgesetzt. Bitte wenden Sie sich an die nächste Polizeidienststelle oder nehmen Sie über den folgenden Link Kontakt zu den Ermittlungsbeamten auf:

Polizei HamburgPolizeipräsidium Hamburg

Bruno-Georges-Platz 1
22297 Hamburg
Tel: 040 – 4286-56789
Fax:
Mail:
Web: Kontaktformular Onlinewache

http://true-crime.info/cc/hucke-claudia/

#7 RE: Presseberichte von wetterfrosch 15.04.2018 12:36

avatar

Den Mördern auf der Spur

Von Insa Gall, André Zand-Vakili | Veröffentlicht am 12.02.2006

Rund 280 Tötungsdelikte konnten in den letzten 30 Jahren in Hamburg nicht aufgeklärt werden. Moderne Technik soll jetzt helfen

Hamburgs Polizei liebt schnelle Ermittlungserfolge. Fälle, die binnen weniger Tage aufgeklärt werden können - oftmals, weil der Täter im Umfeld des Opfers zu finden ist. Harte Beweise, vielleicht ein Geständnis, und die Akten können geschlossen werden.

Doch es gibt auch die anderen Fälle, die selbst nach hartnäckigsten Ermittlungen ungeklärt und rätselhaft bleiben. Fälle, die die Fahnder nicht loslassen, sie über Monate, vielleicht Jahre oder sogar Jahrzehnte beschäftigen, auch wenn die Beamten im Polizeialltag längst mit aktuellen Ermittlungen befaßt sind. Obwohl mehr als 90 Prozent aller Tötungsdelikte gelöst werden können, blieben in den vergangenen 30 Jahren rund 280 dieser Fälle in der Hansestadt ungeklärt. Viele davon gehören zu den großen, spektakulären Verbrechen der Stadt.

Etwa der Mord an Claudia Hucke, die vor zwölf Jahren an der Cuxhavener Straße in Neugraben erstochen wurde. Das neue Jahr war damals gerade sechs Stunden alt, als ihre Leiche in einem Graben neben der Straße entdeckt wurde. Die junge Frau war ihrem Mörder nach einer Silvesterfeier in die Arme gelaufen. 500 Spurenakten wurden angelegt, mehr als 500 Verdächtige verhört. "Die Alibis waren gut zu überprüfen, weil sich jeder daran erinnern kann, was er Silvester gemacht hatte", sagte damals ein Beamter.

Trotzdem konnte der Täter nicht gefaßt werden. Die Polizei geht davon aus, daß er die 20jährige mißbrauchen wollte. Vielleicht handelt es sich um einen Triebtäter, der bereits wieder zugeschlagen hat und noch einmal zuschlagen wird. Hier sehen die Ermittler auch heute noch einen Ansatz........

https://www.welt.de/print-wams/article13...f-der-Spur.html

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz