#1 RE: Presseberichte von 15.11.2014 19:16

Nicht suchen – kommt nicht wieder“

Der Fall Ingrid Sonnleitner
Aktualisiert: 09.03.2009 - 23:50

Während Ingrid Sonnleitner (18) an jenem kalten Januarnachmittag des Jahres 1983 wie gewohnt im Münchner Postscheckamt an ihrem Schreibtisch saß, ging im österreichischen Salzburg ein Mann auf ein Postamt.

Um 15 Uhr gab er dort einen Brief auf – adressiert an Ingrids Eltern in Laim. Darin befand sich ein kleiner Zettel, auf dem stand: „ihre tochter lebt – aber nicht in brd – nicht suchen – kommt nicht wieder“. Genau eine Stunde später verließ Ingrid an jenem Tag ihren Arbeitsplatz, trat hinaus auf die belebte Sonnenstraße. Und wurde nie wieder gesehen.

So berichtete die tz am 31. Januar 1983 über den mysteriösen Fall.

Gemessen an heutigen Maßstäben von Jugend und Lebensfreude war Ingrid wohl ein etwas altmodisches Mädchen. Dabei war sie ausgesprochen hübsch, zog mit ihrem dichten, braunen Haar und den strahlenden Augen bewundernde Blicke auf sich. Die Eltern jedoch hüteten ihr schönes Kind wie ihren Augapfel. Ingrid war streng katholisch erzogen worden, war sehr religiös und lebte zurückgezogen. Ihr Freizeit-Vergnügen bestand aus gelegentlichen Ausflügen ins Kino und den täglichen Spaziergängen mit Cora, dem Schäferhund der Nachbarin. Sonst jedoch saß die junge Postangestellte abends meist daheim bei ihren Eltern in Laim.

Aber Ingrid wurde zunehmend erwachsen und hatte begonnen, sich aus der elterlichen Umklammerung zu lösen. Denn sie hatte ein Geheimnis: ihren Freund. Mit 40 Jahren war der Elektroniker deutlich älter als sie. Als Ingrid 15 Jahre alt war, hatten sich die beiden kennengelernt. Ihre Eltern verboten die Beziehung. Da trafen sich die beiden heimlich. Der Ingenieur begleitete seine Ingrid öfter in der Tram zur Arbeit. Wenige Tage vor ihrem Verschwinden machten die beiden noch einen Ausflug ins Murnauer Moor. Und der Polizei berichtete der Freund später, dass er fest entschlossen war, Ingrid zu heiraten.


Da jedoch hatte das Schicksal vermutlich schon seinen Lauf genommen. Denn jemand hatte ein Auge auf das sympathische Mädchen geworfen. Und dieser Unbekannte führte Böses im Schilde.

Dabei gewann eine Begebenheit Gewicht, die Ingrid eher belustigt als beunruhigt hatte. Bereits im Oktober und dann noch einmal im Dezember 1982 wurde sie vom Fahrer eines großen, roten BMW angesprochen und regelrecht verfolgt. Er tauchte am Willibaldplatz (Laim), am Hauptbahnhof und auch vor Ingrids Arbeitsplatz im Postscheckamt in der Sonnenstraße auf. Er wollte sie „für Werbefotos“ verpflichten, bot ihr 80 Mark Stundenlohn an. Doch Ingrid hatte seine Angebote stets abgelehnt. Mehr hatte sie ihrem Freund über diesen hartnäckigen Fotografen nicht erzählt.

Am 18. Januar telefonierte Ingrid Sonnleitner von ihrem Arbeitsplatz aus mit ihrem Freund und sagte: „Ich gehe abends mit einer Kollegin ins Kino.“ Ingrid telefonierte an diesem Tag noch ein zweites Mal. Ihre drei Kolleginnen bekamen den Inhalt nicht mit. Doch schien das Gespräch Ingrid nervös gemacht zu haben.

Um 16 Uhr zog sie ihren cremefarbenen Anorak über ihren roten Nicki-Pullover und die Jeans. „Also bis morgen“, sagte sie und verließ das Postscheckamt. Trotz akribischer Fahndung ist es der Kripo damals nicht gelungen, auch nur noch einen Augenzeugen zu finden, der Ingrid an diesem Abend auf der Straße, in der Tram oder im Kino sah. Es war, als habe der Erdboden das Mädchen verschluckt.

Die Eltern hielten es für undenkbar, dass Ingrid ohne Abschied einfach so gegangen war. Und auch sonst gab es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass Ingrid Sonnleitner plante, sich abzusetzen. Sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass das hübsche Mädchen gegen seinen Willen verschleppt wurde. Von einem Mann, der sie ganz allein für sich haben wollte?

Auf schreckliche Weise erinnert das Vorgehen des Täters an den Fall der Kellerkinder von Amstetten in Österreich. 24 Jahre lang hatte Josef Fritzl (73) seine Tochter und später auch die gemeinsamen Kinder in einen fensterlosen Kerker eingesperrt, um sie ganz allein für sich zu besitzen. Auch er hat Briefe geschrieben, um die Polizei in die Irre zu führen und die Ermittlungen zu erschweren.

Der Täter, der Ingrid entführte, plante sein Verbrechen ebenfalls minutiös. Und empfand wahrscheinlich eine bösartige Lust dabei, mit der Angst der Eltern zu spielen. Am 1. Februar steckte der infame Zwei-Zeiler aus Österreich im Kasten der Sonnleitners in Laim. Die Verzweiflung der Familie kann nur ermessen, wer Ähnliches durchgemacht hat.

Der Brief war das erste und das letzte Lebenszeichen des Täters. Und bis heute weiß außer ihm kein Mensch, was der verschollenen Ingrid Sonnleitner vor 25 Jahren mitten in München zugestoßen ist.

Wer ist der Fahrer des roten BMW?

Die einzig greifbare Spur im mysteriösen Vermisstenfall Ingrid Sonnleitner lieferte der in Salzburg abgeschickte Brief an ihre Eltern. Ein Vergleich der Schrifttypen ergab: Das Schreiben wurde vermutlich auf einer japanischen Schreibmaschine des Typs „Silver-Reed“ oder „Sigma“ getippt.

Die Vernehmung des Freundes der 18-Jährigen brachte die Kripo bis auf den Hinweis auf den Fahrer des roten BMW nicht weiter.

Dass Ingrid Sonnleitner an jenem Abend ein heimliches Rendezvous hatte, ist ebenfalls äußerst unwahrscheinlich. Sie hatte nämlich an diesem Tag ihr Gehalt in Empfang genommen und war nach Einschätzung ihrer Eltern viel zu vorsichtig, um mit so viel Geld in der Tasche einen Unbekannten zu treffen.

So ist die Kripo auch in diesem Fall auf Hinweise von Zeugen angewiesen, die vielleicht etwas wissen, was sie vor 25 Jahren nicht zu sagen wagten. Die Münchner Mordkommission ist unter 089/2910-0 erreichbar.

Das geschah am 18. Januar 1983

Der 18. Januar 1983, an dem Ingrid Sonnleitner verschwand, war ein Dienstag. In den Bergen und in ­Österreich hatten Schneestürme gewütet. Viele Urlauber ­saßen fest. Süditalien, Griechenland und Albanien wurden von heftigen Erdbeben erschüttert. Auf dem Flughafen in Ankara starben bei einer Bruchlandung im Schneesturm 46 Menschen – darunter drei Passagiere aus Bayern und ein Bub (12) aus Schongau.

In München weinte Soraya um ihren Vater (81), der einem Hirnschlag erlegen war. Teeny-Star ­Tommy Ohrner bekam eine Sondergenehmigung und ­durfte schon mit 17 Jahren Auto fahren. Dallas-Fiesling J.R. Ewing war gerade damit beschäftigt, das Familien-Vermögen zu riskieren. Und Sue Ellen und Lucy trugen sich mit Scheidungsgedanken.

Eine Serie von Dorita Plange

Quelle: tz

http://www.tz.de/muenchen/stadt/der-fall...tner-62474.html

#2 RE: Presseberichte von Rosenrot 26.08.2016 11:44

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Um 15 Uhr wurde der Brief in Salzburg aufgegeben. Um 16 Uhr verließ Ingrid ihren Arbeitsplatz in München. Laut Routenplaner benötigt man mit dem Auto von Salzburg nach München 1:50 Minuten über die A8. Es sind 145 km, allerdings eine Strecke mit Steigungen und Gefälle. Im Gebirge und in Österreich hatte es Schneestürme gegeben. Viele Urlauber saßen fest. Aufgrund dieser Umstände ist davon auszugehen, dass die Autofahrt noch viel, viel länger gedauert hat/hätte.

Von der Logik her kann der Mann, der um 15 Uhr den Brief in Salzburg aufgegeben hat, nicht um 16 Uhr in München gewesen sein. Möglich wäre natürlich, dass noch andere Personen involviert waren. Oder dass sich Ingrid in den Zug nach Salzburg gesetzt hat. Aber auch das erscheint mir nicht logisch, denn sie hätte ja abends/nachts irgendwie wieder nach Hause kommen müssen, um am nächsten Tag zu arbeiten (es war Dienstag).

Warum wurde der Brief am 18. Januar abgeschickt zu einem Zeitpunkt, als Ingrid noch arbeitete? Der Plan muss also schon vorhr festgestanden haben.

„ihre tochter lebt – aber nicht in brd – nicht suchen – kommt nicht wieder“. Das ist kein gutes Deutsch!

Irritiert hat mich die Bezeichnung BRD. Es war in Westdeutschland absolut unüblich, 'BRD' zu sagen, so, wie es in der DDR absolut unüblich war, 'DDR' zu sagen. Diese Abkürzungen wurden nur von der anderen Seite verwendet. Also für Westdeutsche war die DDR die DDR, aber nicht für Ostdeutsche. Umgekehrt genauso.

Warum hat Ingrid ihrem Freund gesagt, dass sie mit einer Kollegin ins Kino gehen wollte, wenn das augenscheinlich nicht der Wahrheit entsprach.

Übrigens stammt Sonja Engelbrecht, die 15 Jahre später ebenfalls spurlos verschwand auch aus Laim und ging auch zur selben Schule wie Ingrid. Ich sehe da nicht unbedingt einen Zusammenhang, aber eine auffällige Häufung ist es schon.

#3 RE: Presseberichte von Christine 14.10.2016 14:20

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#4 RE: Presseberichte von wetterfrosch 06.05.2018 18:28

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Chronik

Spurlos verschwunden

Vermisstenfälle. Jährlich gibt es in Salzburg zwischen 100 und 150 Abgängigkeitsanzeigen.
Viele davon betreffen Minderjährige. Ein Großteil der Vermissten taucht nach kurzer Zeit wieder auf.
Manche bleiben aber spurlos verschwunden.

Verschwunden. Ingrid Sonnleitner gilt seit dem 18. Januar 1983 als vermisst. An diesem Dienstag hatten Schneestürme gewütet und in Salzburg ging ein Mann auf ein Postamt. Wie Dorita Plange von der tz-Zeitung aus München berichtet, gab er dort um 15:00 einen Brief an Ingrids Eltern auf, die in Laim bei München leben. Im Kuvert befand sich ein kleiner Zettel mit folgendem Inhalt: „ihre tochter lebt – aber nicht in brd – nicht suchen – kommt nicht wieder“. Eine Stunde später an jenem Tag verließ Ingrid Sonnleitner ihren Arbeitsplatz in München. Danach wurde sie nie wieder gesehen. Die damals 18-Jährige gilt seit gut 25 Jahren als verschleppt. Ingrid, die viel Zeit bei ihren Eltern in Laim verbrachte, hatte ein Geheimnis: Ihren 40-jährigen Freund, den sie heimlich traf. Der Polizei berichtete dieser Freund später, er sei fest entschlossen gewesen, Ingrid zu heiraten. Diese hatte ihm zuvor noch von einem Fahrer eines roten BMW berichtet, der sie bereits im Oktober und Dezember des Jahres 1982 angesprochen hatte und ihr 80 Mark Stundenlohn „für Werbefotos“ angeboten habe. Am 18. Januar 1983 telefonierte Ingrid Sonnleitner von ihrer Arbeitsstelle im Postamt in München aus noch mit ihrem Freund. „Ich gehe abends mit einer Freundin ins Kino“, hatte sie zu ihm gesagt. Danach telefonierte Ingrid noch ein zweites Mal. Ihre Kolleginnen bekamen den Inhalt dieses Gespräches, der sie offensichtlich nervös gemacht hatte, nicht mit. Um 16:00 verließ sie das Postscheckamt. Trotz akribischer Fahndungen der Kripo gibt es bis heute keine Spur der brünetten Frau. Wer der Mann im Salzburger Postamt war, ist bis jetzt ungeklärt.

http://www.echosalzburg.at/index.php?opt...ronik&Itemid=56

#5 RE: Presseberichte von Helios 30.08.2019 11:10

TAG DER VERMISSTEN

Diese drei Fälle halten die Ermittler seit Jahren in Atem - Tauchen die Frauen jemals wieder auf?

Von den vermissten Sonja Engelbrecht, Ingrid Sonnleitner und Bettina Trabhardt fehlt seit vielen Jahren jede Spur. Das geschah bei ihrem Verschwinden.

München - Es sind Geschichten, die einem den kalten Schauer den Rücken hinunterlaufen lassen. Sie handeln von vermissten Kindern, Ehepartnern und Familienmitgliedern. Von heute auf morgen verschwunden. Ohne Begründung, ohne Spur. Die Sorge und die Qual, die betroffene Familien dann erleben, sind nur schwer vorstellbar. Der 30. August soll deshalb an all jene Menschen erinnern, die verschleppt wurden oder aus anderen Gründen wie vom Erdboden verschluckt sind: Heute ist der internationale Tag der Verschwundenen!


Ursprünglich stand eine Organisation aus Costa Rica hinter diesem Gedenktag – Familienangehörige von verschwundenen und ermordeten Personen hatten sich zusammengeschlossen. Das Thema erfasste aber schnell die ganze Welt – unter anderem bei einer Debatte anlässlich der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 21. Dezember 2010. Man beschloss, den 30. August zum offiziellen Gedenktag zu machen, erstmals begangen wurde er im Jahr 2011. Hinter diesem Tag stehen Schicksale, die auch München und Bayern bewegen – wie etwa das Verschwinden einer Mutter und ihrer Tochter, die vor einigen Wochen zum PEP wollten. In der Nähe von Würzburg wird seit zwei Jahren ein inzwischen 17-jähriger Junge vermisst. Es sind Fälle wie diese, über die die tz auf dieser Seite berichtet.

München: Sonja Engelbrecht ist seit 11. April 1995 verschwunden
Ingrid und Harry Engelbrecht quält die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Tochter.
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Ingrid und Harry Engelbrecht quält die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Tochter.© Archiv: Klaus Haag
Er hatte den Abend mit ihr verbracht, begleitete sie zu einer Telefonzelle, stieg in die Tram – und ist der Letzte, der Sonja Engelbrecht je gesehen hat. Die 19-Jährige verschwand in der Nacht zum 11. April 1995 am Stiglmaierplatz spurlos. Mit besagtem Schulfreund war Engelbrecht in ein Lokal an der Schleißheimer Straße gegangen. Gemeinsam besuchten sie später einen Bekannten an der Schellingstraße. Bereits auf dem Weg zur Tram teilte sie ihrem Begleiter mit, dass sie sich verfolgt und beobachtet fühle. Noch heute quält die Eltern Ingrid und Harry Engelbrecht aus München die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Tochter. Über die Jahre entstanden unterschiedliche Theorien: Einer zufolge könnte Engelbrecht geplant haben, per Anhalter nach Hause zu fahren. So könnte sie in das Auto ihres mutmaßlichen Entführers eingestiegen sein. Auch vermutete man, ein Serientäter könnte am Werk sein. Die Polizei schloss dies 2010 aber aus.

München: Mit 18 Jahren verschwand Ingrid Sonnleitner
Ingrid Sonnleitner aus München ist mutmaßlich entführt worden.
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Ingrid Sonnleitner aus München ist mutmaßlich entführt worden.© Polizei
„Ihre Tochter lebt – aber nicht in BRD – nicht suchen – kommt nicht wieder.“ Diese Zeilen steckten am 1. Februar 1983 im Briefkasten der Eltern von Ingrid Sonnleitner. Das erste und letzte Zeichen des Entführers ihrer Tochter. Die 18-Jährige war am 18. Januar 1983 mitten auf der Sonnenstraße verschwunden. Spurlos, ohne Zeugen. Die junge Frau arbeitete im Postscheckamt und wollte nach Feierabend ins Kino gehen, doch dort kam sie nie an. Im Laufe der Ermittlungen gewann eine Begebenheit immer mehr Gewicht: Im Vorjahr war Sonnleitner vom Fahrer eines roten BMW angesprochen und regelrecht verfolgt worden.

München: Bettina Trabhardt wurde im August 1997 zuletzt gesehen
Sie traf sich zu einer Verabredung und kehrte nie zurück. Bettina Trabhardt verließ am Abend des 12. August 1997 ihre Wohnung in Harlaching – seitdem wurde sie nie mehr gesehen.

Bettina Trabhardt galt als furchtlos. Ist ihr das zum Verhängnis geworden?
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Bettina Trabhardt galt als furchtlos. Ist ihr das zum Verhängnis geworden?© Polizei
Laut der Aussage einer Nachbarin machte sie sich an jenem Abend gut gelaunt und elegant gekleidet auf den Weg. Am nächsten Morgen warteten Trabhardts Arbeitskollegen in der kardiologischen Abteilung einer Internistischen Klinik vergeblich auf die 45-Jährige. Für ihren neuen Job war Trabhardt aus dem Raum Rosenheim nach München gezogen. Ihre Wohnung an der Gufidauner Straße bezog sie erst sechs Wochen vor ihrem Verschwinden. „Bettina hat keinerlei Großstadterfahrung und leider auch überhaupt keine Angst. Sie ist sehr resolut und würde ohne Weiteres allein nachts durch den Park laufen“, sagte ihr besorgter Schwager einmal der tz. Mit einem etwas älterem Herrn war sie zudem bei einem Nobel-Italiener in Harlaching gesehen worden.

Seit ihrem Verschwinden sind Jahrzehnte vergangen, die Polizei konnte nie eine Spur zum Aufenthaltsort der Frau finden. Wer der ältere Herr war, weiß man auch bis heute nicht.

München: Till Ramming ist vor zwei Jahren verschwunden
Till Ramming verschwand am 16. September 2017.
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Till Ramming verschwand am 16. September 2017.© Privat
Es ist ein Samstag, als der ­15-jährige Till Ramming sein Elternhaus in Markt Bibart (Mittelfranken) verlässt (merkur.de*) und angeblich zu einem Praktikumstermin aufbricht. Seit diesem Samstag, dem 16. September 2017, ist der Junge nicht heimgekommen. Die Polizei fand heraus, dass er ohne ­Zustimmung seiner Eltern mit dem Zug zu einem Mann nach Niedersachsen fuhr, den er von Online-Spielen her kannte. Das dortige Jugendamt setzte den Burschen mit einer Fahrkarte zurück in den Zug. „Abends hat man ihn noch am Handy erreicht. Er hat mit seiner Mutter telefoniert“, berichtet Vater Erwin Ramming. Es ist das letzte Mal, dass Mama Rosa Maria die Stimme ihres Kindes hört. Till stieg wohl unterwegs aus dem Zug aus, sein Handy ist seither ausgeschaltet. Im Oktober 2017 telefonierte der jetzt 17-Jährige noch einmal mit einem Freund. „Er wollte ihn auch dazu bewegen, nach Niedersachsen zu kommen“, sagt Papa Erwin. Das letzte Lebenszeichen seines Sohnes.

„Früher war er ein begeisterter Angler, bei der Feuerwehr und bei den Schützen. Dann kam die Playstation, und es gab nur noch das Zocken“, sagt Ramming traurig. „Er war einfach weg. Wir können es nicht verstehen. Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder es versteckt ihn jemand, oder er ist tot. Ich muss es einfach so nennen. Ich bin nicht gefühlskalt, aber das Leben muss irgendwie weitergehen.“ Familie Ramming gibt aber die Hoffnung nicht auf: „Sein Zimmer ist immer noch genau so, wie er es verlassen hat. Vielleicht steht er bald ja einfach vor der Tür.“


In München fehlt seit einigen Wochen jede Spur von Maria Gertsuski und ihrer Tochter Tatiana. Sind sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen? Auch der Fall der jungen Flensburgerin Nathalie Minuth geriet in die Öffentlichkeit. Sie wird ebenfalls gesucht. Über beide Fälle hat merkur.de* berichtet.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Sophia Oberhuber

https://www.merkur.de/lokales/muenchen/s...m-12957578.html

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