#1 RE: Presseberichte von 20.11.2014 13:00

20. November 2014 | 10.39 Uhr
Düsseldorf

Mordfall Susanne Lucan wird wohl nie gelöst

Düsseldorf. Am Dienstag war ihr Geburtstag. Zehn Jahre ist es her, dass sie ihn zum letzten Mal gefeiert hat. Zehn Jahre, in denen so vieles hätte geschehen können. Ihre Freundinnen haben geheiratet. Kinder bekommen. Karriere gemacht. Susanne Lucan hatte ähnliche Träume. Die endeten zwei Tage nach ihrem 27. Geburtstag mit tödlichen Schlägen auf ihren Kopf. Heute jährt sich der noch immer ungeklärte Mord zum zehnten Mal.

Von Stefani Geilhausen


Der Mann, den Susanne damals liebte, ist im Dezember vom Verdacht des Mordes an Susanne freigesprochen worden, der seit der Tat über ihm geschwebt hatte.

Es war, neun Jahre nach dem Mord, ein Freispruch im Zweifel für den Angeklagten. Susannes Mutter Inge hat seit jenem 20. November 2004 lebenslang. Genaugenommen seit dem Tag danach, denn gnädige 24 Stunden lang hatte sie an ihrem Urlaubsort in Tunesien sich ihr einziges Kind bei einer fröhlichen Party vorgestellt, die Susanne an jenem Abend geben wollte.

Dass die eingeladenen Freunde vor der Tür standen, deren Schloss durch einen abgebrochenen Schlüssel blockiert war, hat sie nicht geahnt. Auch nicht, dass ein unerfahrener Polizist beim Anblick der blutüberströmten Leiche einen "Suizid durch Kopfschuss" an die Leitstelle meldete und ein Kripomann später bei der forschen Suche nach der vermeintlichen Waffe den Tatort so veränderte, dass auch Forensiker später das Geschehen nicht mehr beweiskräftig nachvollziehen konnten.

Inge Meuter ist krank geworden über den Kummer und das grausame Rätsel, das Susannes Mörder hinterließ: Warum? Warum Susanne? Warum an diesem Abend? Warum auf diese Art? Neun Jahre hat es gedauert, bis die Staatsanwaltschaft glaubte, die von der Polizei ermittelten Indizien mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Methoden vor Gericht beweisen zu können. Am Ende hatte aber auch der Ankläger Zweifel an der Schuld des Angeklagten.

Susannes Mutter hat noch immer keine Antworten auf die Fragen, die sie quälten. Sie hat gelernt, damit zu leben. Es bleibt die Trauer und der Zorn darüber, dass es der Polizei nie gelungen ist, das Verbrechen aufzuklären. Nichts kann ihr Susanne zurückbringen, sagt sie. Wer immer ihr Kind getötet hat, müsse mit der Schuld und dem Wissen leben. Sie selbst aber wird wohl nie Frieden finden, so lange sie nicht weiß, was in jener Nacht zu dem grausamen Tod ihrer Tochter führte.

Quelle: RP

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dues...t-aid-1.4681326

#2 RE: Presseberichte von 20.11.2014 13:01

PROZESS UM MORD AN SUSANNE LUCAN
„Uns bleiben Zweifel“
11.12.2013 | 21:00 Uhr

Düsseldorf. „Der Angeklagte wird freigesprochen.“ Als Richter Rainer Drees gestern diese Worte spricht, sind sie keine Überraschung. Dieses Urteil im Prozess um den Mord an Susanne Lucan war so erwartet worden. Damit schließt die Justiz mit dem Fall ab. Die brutale Tat aus dem Jahr 2004 wird ungelöst und ungesühnt bleiben, falls nicht noch etwas Unerwartetes geschieht. Fertig werden muss damit jetzt Inge Meuter, die Mutter von Susanne Lucan.

Sie bleibt gefasst, denn auch sie hatte kein anderes Ergebnis erwartet. Dabei hat „der sinnlose Mord“ an ihrer Tochter sie all die Jahre umgetrieben. „Die Tat hat auch mein Leben zerstört“, sagte sie nach dem Plädoyer ihres Anwalts. Sie glaube, den Täter zu kennen: „Wenn du das warst, Thomas, musst du mit der Schuld leben“, spricht sie den Mann an, den sie jahrelang als Schwiegersohn betrachtet hat. Und den sie auch lange gegen den Mordverdacht verteidigt hat. Auf ihre Ansprache reagiert er nicht.

Staatsanwalt Christoph Kumpa hatte Thomas S. (39) angeklagt, seine Ex-Freundin Susanne Lucan in der Nacht auf den 20. November 2004 in ihrem Bett erschlagen zu haben. Er habe den Druck nicht mehr ausgehalten, zwischen ihr und seiner neuen Freundin zu stehen. Doch auch Kumpa hat erklärt, nach dem Prozess sei er nicht mehr von Thomas S.’ Täterschaft überzeugt. Er hat ebenfalls Freispruch gefordert.

Als Richter Drees das Urteil verkündet, zuckt dem Angeklagten nur ganz kurz ein Lächeln im Mundwinkel. Mehr ist ihm die Erleichterung nicht anzusehen, nach neun Jahren endlich das Damoklesschwert einer drohenden Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen Mordes los zu sein.

„Wir konnten nicht feststellen, dass der Angeklagte Susanne Lucan getötet hat. Uns bleiben Zweifel“, erklärte Rainer Drees in der Urteilsbegründung. Schon vor einer Woche hatte das Gericht das in einer Zwischenbilanz deutlich gemacht. Es stelle sich die Frage, wer sonst Susanne Lucan getötet habe. „Wir haben darauf keine konkrete Antwort“, so Drees.

Aber bei Zweifeln an der Täterschaft müsse man freisprechen. „Das mag Sie ratlos machen“, wandte er sich an Inge Meuter. Aber das sei eine Errungenschaft des Rechtsstaats. Ausdrücklich lobte er ihr Verhalten während des Prozesses. „Wir waren beeindruckt, wie sachlich Sie geblieben sind.“ Und er hoffe, Sie finde einen Weg, „irgendwie mit dem Geschehen zu leben“.

Sie sagt nach dem Prozess mit Tränen in den Augen: „Ich hoffe, dass ich abschließen kann. Noch neun Jahre halte ich nicht aus.“ Und kündigt im nächsten Atemzug an: „Ich gebe jetzt keine Ruhe. Jedes Jahr werde ich weiter an sie erinnern.“ Dass der Mann, den sie für den Täter hält, nicht ins Gefängnis muss, „interessiert mich nicht. Das hilft mir auch nichts. Ich will meine Tochter wieder haben.“

Für Thomas S. fängt jetzt ein neuer Lebensabschnitt an. Ein Angehöriger wartet vor der Saaltür auf ihn, umarmt ihn. Gemeinsam gehen sie davon.

http://www.derwesten.de/staedte/duesseld...-id8763581.html

#3 RE: Presseberichte von 20.11.2014 13:02

FREISPRUCH IM MORDFALL LUCAN
Mutter Inge Meuter sagt: „Er war es!“


DÜSSELDORF –
Überraschend kam der Freispruch für niemanden. Auch Inge Meuter (65), die Mutter der getöteten Susanne Lucan (27), war vorbereitet. Auch wenn sie den Ex-Freund ihrer Tochter, Thomas S. (39) für den Täter hält. Sie sprach ihn am Mittwoch vor dem Urteil direkt an. „Du hast auch mein Leben zerstört. Jetzt musst Du mit der Schuld leben.“

Thomas S. reagierte wie immer im Prozess: Er verzog keine Miene. Auch als der Freispruch kam, nur ein tiefes (erleichtertes?) Ausatmen. Richter Rainer Drees kann Thomas S. Version vom letzten Abend mit Susanne nicht widerlegen. Demnach hat er sie lebend verlassen.

Alle Spuren von ihm in der Wohnung sind damit erklärt. „Ein Mann, der zwischen zwei Frauen steht. Das hat die Ermittlungen begleitet. Dabei hat er sich selbst ins Zentrum des Tatverdachts gerückt. Warum sollte er das tun?“

Und: „Das eine klingt so wahrscheinlich wie das andere. Wir haben ernsthaft in Erwägung gezogen, dass Susanne Lucan von einer anderen Person getötet wurde.“ Als Trost für die Mutter: „Sie haben sich ihre Meinung gebildet. Wir hinterlassen sie ratlos.“

Trotzdem zeigt er seinen Respekt vor der gefassten Mutter, die „ohne Theatralik mit der Situation umgegangen ist.“ Sein Wunsch: „Wir hoffen, dass es Ihnen irgendwann gelingt, mit dem Geschehen abzuschließen.“

http://www.express.de/duesseldorf/freisp...8,25597724.html

#4 RE: Presseberichte von Christine 14.09.2016 14:43

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#5 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.12.2017 00:16

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11. Dezember 2013 | 11.45 Uhr

Düsseldorf
Mordfall Lucan: Freispruch für den Ex-Freund

Düsseldorf . Neun Jahre nach dem Mord an Susanne Lucan hat das Landgericht am Mittwoch den früheren Freund des Opfers freigesprochen. "Wir müssen ernsthaft in Erwägung ziehen, dass Susanne Lucan von einer uns unbekannten Person getötet wurde", sagte der Vorsitzende Richter Rainer Drees. Von Stefani Geilhausen

Dass ein Unbekannter in der Tatnacht in die Wohnung an der Benzenbergstraße eingedrungen sei, um die damals 27-Jährige in ihrem Bett zu erschlagen, sei "so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto", hatte zuvor Anklagevertreter Christoph Kumpa festgestellt. Aber: "Jede Woche wird im Lotto gewonnen - ich kann es nicht ausschließen." Der Staatsanwalt hatte deshalb selbst Freispruch für den 39-Jährigen beantragt.

"Folgenschwere Panne"

Die wichtigsten Indizien, auf die sich seine Anklage stützte, sind im Hauptverfahren entkräftet worden. So ließ sich etwa die Todeszeit nicht auf eine Zeit eingrenzen, in der der Angeklagte nachweislich am Tatort war. Nicht nur zweifelt das Gericht an der Methodik des vorgelegten Gutachtens; auch die zugrundeliegenden Fakten sind nicht eindeutig zu ermitteln, weil der Tatort verändert worden war.

"Wenig spurenschonend", so der Richter, sei dort von der Polizei nach einer Schusswaffe gesucht worden, weil durch die Fehleinschätzung eines Streifenbeamten die Ermittler zunächst von einem Suizid durch Erschießen ausgegangen waren. Der Staatsanwalt sprach in diesem Zusammenhang von einer "folgenschweren Panne".

"Wenn du es warst, wirst du damit leben müssen"

Die Mutter des Opfers, der Richter und Staatsanwalt in ihren Erklärungen großen Respekt für ihre "beeindruckende Sachlichkeit" zollten, wandte sich direkt an den Angeklagten. "Wenn du es warst, wirst du damit leben müssen", sagte Inge Meuter. Ihr Anwalt Jochen Strauß hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Nebenklage zwar die Unschuld des Angeklagten bezweifelt, aber akzeptiere, dass dies für eine Verurteilung nicht ausreiche.

Verteidiger Rüdiger Deckers war mit dem Ausgang zufrieden. Für Thomas S., "über dem neun Jahre dieses Damoklesschwert schwebte", sei das Urteil "eine große Befreiung".
Inge Meuter verließ das Gericht ratlos. Seit neun Jahren fragt sie sich, was in der Nacht zum 20. November 2004 zum brutalen Tod ihres einzigen Kindes geführt hat. Eine Antwort hat sie nicht bekommen.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dues...d-aid-1.3880081

#6 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.12.2017 00:42

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Ermittlungen im Mordfall Lucan - Eine Chronik

19. November 2004
Susanne Lucan wollte an diesem Samstag mit Freunden ihren 27. Geburtstag zu Hause nachfeiern. Ihre Freunde, die mit Geschenken vor der Tür standen, wurden unruhig, als Susanne nach mehrmaligem Klingeln nicht öffnete. Sie riefen die Polizei, die ließ die Tür der Erdgeschosswohnung an der Benzenbergstraße von der Feuerwehr öffnen. Die junge Frau wurde erschlagen in ihrem Schlafzimmer gefunden. Der Staatsanwalt, Hans-Rainer Kleinert, beschreibt, Lucan sei mit "einem stumpfen“ Gegenstand erschlagen worden. Am selben Abend wird die "Mordkommission Benzenberg“ unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Dietmar Wixfort gegründet. 16 Polizisten gehören zur Kommission. Die Staatanwaltschaft setzt damals eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro aus.

24. November 2004
Die Polizei wendet sich mit Handzetteln an die Öffentlichkeit. Darauf ist ein Bild der 27-Jährigen zu sehen. Sie suchen nach Zeugen, die die junge Frau am Freitag oder Samstag, möglicherweise in Begleitung, gesehen haben oder denen in diesem Zeitraum rund um die Benzenbergstraße 2a etwas aufgefallen ist.

13. Dezember 2004
Noch immer gibt es keine heiße Spur in dem Mordfall. Die Mordkommission, die sich zunächst auf das engere Umfeld der McKinsey-Mitarbeiterin konzentriert hatte, befragt jetzt auch weitläufige Bekannte der Getöteten und ihrer Familie. Konkrete Verdachtsmomente gebe es noch nicht, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

11. Januar 2005
Die Polizei steht weiter ohne verwertbare Spuren da. Susanne Lucan muss ihren Mörder gekannt haben - Türen und Fenster ihrer Wohnung wurden nicht aufgebrochen. Die in der Wohnung gefundenen Fingerabdrücke gehören zum Freundeskreis des Opfers. Jeder wurde überprüft. Alle haben Alibis, keiner ein Motiv. "Wir haben keine Hinweise auf den Täter“, sagt Polizeisprecher Andreas Czogalla. Auch die Tatwaffe, mit der Lucan erschlagen wurde, ist nicht gefunden worden. Polizisten glauben aber nicht an das perfekte Verbrechen.

4. März 2005
Kripochef Jürgen Schneider erklärt: "An diesem Fall wird noch immer mit Hochdruck gearbeitet.“

14. November 2005
Auch ein Jahr nach dem Mord gibt es keine heiße Spur. Dietmar Wixfort, Leiter der Mordkommission: "Wir kennen nicht einmal die Waffe, mit der Lucan erschlagen wurde.“ Die Ermittlungen hatten sich vor allem auf das engere private Umfeld der Sekretärin konzentriert. Wixfort: "Es gibt einige Verdachtsmomente. Aber nichts, was für eine Anklage ausreichen könnte.“ Die Ermittler hoffen auf wissenschaftliche Gutachten zu den wenigen am Tatort gefundenen Spuren. Oder darauf, dass der Täter, der sich womöglich in Sicherheit wiegt, sich selbst verrät.

20. November 2005
Freunde, Verwandte und Familie treffen sich zu einem Gedenkgottesdienst für Lucan. "Ich muss nicht wissen, wer der Täter ist“, sagt Mutter Inge Meuter. "Aber ich muss wissen, was in jenen Stunden passierte.“ Die Polizei hat bisher nur Verdachtsmomente.

7.März 2006
Kripochef Jürgen Schneider sagt: "Wir haben einige viel versprechende Hinweise, die wir derzeit prüfen.“ Erst, wenn es keinen Ermittlungsansatz mehr gäbe, würde der Tod der jungen Frau als ungeklärtes Verbrechen zu den Akten gelegt. Schneider: "Wir haben Anlass zur Hoffnung.“

20. November 2006
Mutter Inge Meuter appelliert an den Unbekannten, endlich zu gestehen. "Solange ich nicht weiß, was geschehen ist, werde ich keinen Frieden finden.“

4.März 2008
Drei Jahre nach dem Mord ist sich die "Mordkommission Benzenberg“ sicher: Es gibt keinen anderen Verdächtigen als den damaligen Freund von Susanne Lucan. Er hatte sie am Abend vor der Tat besucht, er will sich zu ihr ins Bett gelegt haben und gegen 2 Uhr am Morgen gegangen sein. Kurz danach wurde Susanne erschlagen. Die Akte soll in diesen Tagen an die Staatsanwaltschaft übergeben werden, die über eine Mordanklage entscheidet.

20.März 2008
Die Staatsanwaltschaft setzt auf ein neues Gutachten. Spezialisten eines auswärtigen Instituts sollen versuchen, den Todeszeitpunkt der jungen Frau genauer einzugrenzen. Viele Verdachtsmomente gegen Lucans Freund. Doch der Mordakte, die die Kripo kürzlich der Staatsanwalschaft übergab, fehlen eindeutige Beweise. "Das könnte sich ändern, wenn wir den Todeszeitpunkt besser kennen“, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Erst wenn das Ergebnis des bereits vor einiger Zeit in Auftrag gegeben Gutachtens vorliege, wolle er über eine Anklageerhebung entscheiden.

24. Oktober 2008
Die Staatsanwaltschaft sucht nach neuen Beweisen. Für eine Anklage, so Staatsanwalt Christoph Kumpa, reichen die Ermittlungsergebnisse gegen den damaligen Freund von Lucan nicht. Der Anwalt des Verdächtigen hatte deshalb sogar die Einstellung der Ermittlungen angeregt. Die Ermittler setzen auf die Spezialisten beim Landeskriminalamt. Sie sollen nun am Tatort gesicherte, winzige Faserspuren analysieren und so vielleicht doch noch den entscheidenden Beweis finden.

19. November 2007
Für die Mordkommission Benzenberg war Susannes Freund lange Zeit der Hauptverdächtige. "Aber wir haben keine Beweise. Weil er oft in der Wohnung war, sind seine Spuren dort nichts ungewöhnliches“, sagt Dietmar Wixfort, der die Ermittlungen leitet. Ungewöhnlich fand die Mutter, dass der junge Mann, der zu den Gästen gehörte, die am 20. November zu Susannes Geburtstagsparty eingeladen waren, und besorgt die Polizei riefen, als ihnen niemand öffnete, sich den Polizisten als Susannes „Ex-Freund“ vorstellte. "Sie waren seit acht Jahren ein Paar. Es hatte Krisen gegeben. Aber keine Trennung. Kurz vor ihrem Tod waren sie noch zusammen verreist.“

27. November 2008
Staatsanwalt Christoph Kumpa hat zwei aufwändige Gutachten in Auftrag gegeben. Kriminaltechniker sollen anhand von Faserspuren nachweisen, ob der Beschuldigte an der Bluttat beteiligt war. Und: Spezialisten sollen versuchen, herauszufinden, wann genau Susanne starb. Da die Tote erst Stunden nach dem Mord gefunden worden war, ließ sich das bisher nicht genau bestimmen. Der genaue Zeitpunkt aber könnte das Alibi des Beschuldigten sichern oder platzen lassen.

17. November 2009
Die Mutter von Susanne Lucan fordert in einem offenen Brief den Mörder auf, sich zu melden. Die Polizei ist sicher, dass der damalige Freund die Frau ermordet hat. Die Staatsanwaltschaft hat noch keine Anklage erhoben.

12. Februar 2010
Staatsanwalt Christoph Kumpa hat das rechtsmedizinische Institut der Universität Jena beauftragt, den genauen Todeszeitpunkt mit einem neuartigen Verfahren zu bestimmen. Von den herkömmlichen Methoden, die in erster Linie mit der Körpertemperatur eines Leichnams zu tun haben, ist kein sehr konkretes Ergebnis zu erwarten. Deshalb hat Kumpa entschieden, parallel dazu ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben, das auf völlig neuen Methoden basiert. Die thüringischen Forscher arbeiten mit dem Radongehalt des Körpers. Radon wird über die Atmung aufgenommen und verbindet sich als Edelgas nicht mit anderen Elementen. Stoppt die Atmung, bleibt der Radongehalt im Körper konstant. Das ist die Grundlage der neuen Untersuchung, die vor allem dann Erfolg verspricht, wenn wenig Informationen vorhanden sind.

26. April 2011
Das Ergebnis der Forscher aus Jena liegt vor. "Es stützt zwar unser Ermittlungsergebnis, bringt aber noch nicht den entscheidenden Durchbruch“, sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa. Er will noch einmal die gesamte Akte durcharbeiten und auch eine jetzt eingegangene Expertise aus den Labors des Landeskriminalamts prüfen. Ende Mai werde er dann entscheiden, ob die Indizien für eine Mordanklage – und für eine Verurteilung – reichen. Die Kripo, die den Fall vor drei Jahren abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft übergeben hat, glaubt, dass Susannes damaliger Freund sie getötet hat.

19. November 2011
Der Mann, den die Polizei für Lucans Mörder hält, schweigt weiter zu den schweren Vorwürfen. Er hat geheiratet, ist inzwischen Vater geworden. Bei der Mutter der Ermordeten, die ihn wie einen Sohn in ihre Familie aufgenommen hatte, hat er sich seit Susannes Beerdigung nicht mehr gemeldet. Weil alle objektiven Spuren, die von ihm in der Wohnung gefunden wurden, auch daher rühren könnten, dass er als Susannes Partner dort ein und aus ging, hält die Staatsanwaltschaft die Indizienkette noch immer für zu kurz, um eine Anklage zu erheben. Allerdings, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa, "sind die Ermittlungen auch sieben Jahre nach der Tat noch nicht abgeschlossen.“

12. Juni 2012
Fast acht Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Lucan hat die Staatsanwaltschaft neue Ermittlungsansätze – und womöglich zum ersten Mal hat sie auch eine heiße Spur. Ein Großaufgebot der Polizei will gezielt nach der Mordwaffe suchen, mit der die junge Sekretärin in ihrer Wohnung an der Benzenbergstraße in Bilk erschlagen wurde. Der Täter soll sie aus der Wohnung mitgenommen haben, vermuten die Ermittler.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dues...k-bid-1.2867601

#7 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.12.2017 01:10

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Mord an Susanne Lucan könnte ungesühnt bleiben

Katharina Rüth

am 06.12.2013 um 11:37 Uhr

Susanne Lucan wurde im November 2004 erschlagen in ihrem Bett gefunden. Ihr Ex-Freund Thomas S., heute 39, stand immer unter Verdacht. Der Prozess um Lucans Tod gestaltete sich schwierig. Nach einer Zwischenbilanz des Gerichts deuten die Zeichen eher auf Freispruch als auf eine Verurteilung hin.

Düsseldorf.. Die Stimmung ist gespannt, in dem Landgerichtssaal, in dem über den Mord an Susanne Lucan verhandelt wird. Das Gericht hat eine Zwischenbilanz angekündigt. Und lässt auf sich warten. Zum ersten Mal verliert Inge Meuter, die Mutter des Opfers, die Nerven, weint. „Ich weiß ganz genau, dass er es war“, flüstert sie.

Das Gericht ist nicht so entschieden. Sondern stellt dann dar, welche Indizien für Thomas S. als Täter sprechen, aber auch, welche ihn entlasten. Und das sind einige. „Wie wir das
würdigen, werden wir im Urteil sagen“, kündigte der Vorsitzende Richter Rainer Drees an.

Staatsanwalt Christoph Kumpa ist da offener. Die Beweislage könne nur einen Freispruch zur Folge haben: „Wir können die Zweifel nun mal nicht beseitigen.“ Man müsse „in dubio pro reo“ entscheiden. Er sei „von seiner Täterschaft nicht überzeugt“.

Ex-Freund von Anfang an unter Verdacht

Susanne Lucan (27) wurde am 20. November 2004 erschlagen in ihrem Bett gefunden. Ihr Ex-Freund Thomas S., heute 39, stand immer unter Verdacht. Er hatte damals eine neue Freundin, die er aber verschwieg. Erst 2012 wurde Mordanklage erhoben, im September begann der Prozess. Thomas S. hat stets beteuert, Susanne in der vermutlichen Mordnacht lebend verlassen zu haben.

Einige Punkte, die das Gericht angesprochen hat: Susanne Lucan lag im Schlafanzug im Bett. Dass lasse darauf schließen, so Richter Drees, dass sie den Täter kannte und ihm so vertraute, dass sie sich ins Bett legte. Ihre Hausschuhe standen noch im Wohnzimmer. Das lasse auf eine „atypische Situation“ schließen. Aber die Bedeutung sei „ambivalent.“

Ebenso schwer sei zu deuten, dass der Angeklagte am Abend des 20. November 2004 an ihrer Wohnung auftauchte, als andere zu ihrer Geburtstagsparty wollten, zu der er nicht geladen war. Wenn er der Täter war, habe er wohl beim Auffinden der Leiche dabei sein wollen. Doch auch seine Erklärung sei möglich: dass er ihr noch eine Wegbeschreibung für den nächsten Tag geben wollte. Womöglich hatte Susanne Lucan ihn auch einfach noch mal sehen wollen.

Indizien ergeben zum Teil wenig Sinn

Die Jogginghose mit den Blutspritzern beweise auch nichts. Drees hatte durch Ausprobieren festgestellt, dass sie auch auf dem Bett gelegen haben kann. Man hatte zunächst angenommen, der Täter müsse sie getragen haben. Das hätte Thomas S. belastet, der diese Hose stets anzog, wenn er Susanne besuchte. Doch warum habe er sie dann in der Wohnung gelassen? „Das ergibt keinen Sinn“, so Drees.

Auch die Frage des Todeszeitpunktes sei trotz der drei Gutachten nicht zu klären. Sicher sei nur, dass Susanne vor 6.30 Uhr am 20. November 2004 starb. Es gebe aber keinen Nachweis, dass sie vor 2.17 Uhr starb – als Thomas S. die Wohnung nach eigener Angabe verließ.

Der Schlüssel zu ihrer Wohnung war von außen im Schloss abgebrochen, mutwillig. Das habe wohl der Täter getan. Und so verhindert, dass die Leiche zu früh gefunden wird. Andererseits habe er sich auch selbst den Weg versperrt, um vergessene Spuren zu vernichten.

Sein Charakter spricht offenbar gegen die Täterschaft von Thomas S.

Der Charakter des Angeklagten spreche gegen ihn als Täter. Alle Zeugen hätten ihn als zurückhaltend, ja weich beschrieben. Gesagt, dass sie es ihm nicht zutrauen. Er habe sich allen Fragen gestellt, ohne Widersprüche ausgesagt.

Probleme hat das Gericht auch mit dem Motiv: „Es lässt uns ratlos.“ Die Anklage ging davon aus, Thomas S. habe die belastende Situation zwischen zwei Frauen beenden wollen. „Dass es so eskaliert, drängt sich uns nicht auf.“ Dass Susanne Lucan eine Klärung verlangt haben könnte, ergebe „kein Motiv, sie zu erschlagen“, so Drees.

Inge Meuter sieht hier aber doch ein Motiv. Nach der Zwischenbilanz ist sie gelöster. Ihre Tochter habe von der anderen Frau erfahren. Das hatten zwei Freundinnen von Susanne berichtet. Ihre Mutter glaubt, Susanne habe Thomas S. gedroht, seiner neuen Freundin alles zu verraten. Mit einem möglichen Freispruch könne sie aber leben: „Mir war nie wichtig, dass jemand bestraft wird. Ich wollte nur Klarheit. Er muss mit der Schuld leben.“ Am 11. Dezember wird wohl das Urteil folgen.

https://www.derwesten.de/staedte/duessel...-id8739940.html

#8 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.12.2017 01:15

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p16.02.14, 15:29 Uhr

Mutter entsetzt Mordopfer Susanne Lucan ohne Kopf begraben

Düsseldorf - Es ist ein weiterer schwerer Schlag für sie: Inge Meuter (65) musste vor wenigen Tagen erfahren, dass der Schädel ihrer ermordeten Tochter Susanne Lucan (27) schon vor Jahren in der Gerichtsmedizin entsorgt worden ist.

Dass die Leiche ihres Kindes nach dem Mord 2004 ohne Schädel bestattet wurde, hatte Meuter während des Mordprozesses (Ergebnis: Freispruch für den Angeklagten) erfahren.

Damals hatte ihr aber das Gericht versichert, nach dem Prozess könne der Schädel im Grab beigesetzt werden. Was aber nicht passierte. „Ich durfte Susanne nach dem Mord ja nicht sehen, die Kripo hat gesagt, das sei nicht gut für mich“, sagt die Mutter.

Gerichtsmedizinerin Stefanie Ritz-Timme: „Nachdem alles komplett dokumentiert war, wurden die Knochenscherben nach drei Jahren verbrannt. Damals war das das übliche Prozedere.“

https://www.express.de/duesseldorf/mutte...egraben-2925884

#9 RE: Presseberichte von 05.12.2017 17:13

Susanne Lucan ohne Schädel begraben

Sie kommt nicht zur Ruhe. Kaum hat Inge Meuter den Mordprozess gegen den Lebensgefährten ihrer Tochter durchgestanden, der mit einem Freispruch endete, erfährt sie einen neuen, schweren Schlag: Der Schädelknochen ihres ermordeten Kindes ist schon vor Jahren in der Gerichtsmedizin entsorgt worden. Von Stefani Geilhausen

Dass Susanne Lucans Leiche nach dem Mord 2004 ohne Schädel bestattet wurde, hatte die Mutter nicht gewusst. "Ich durfte Susanne nach dem Mord nicht sehen, die Kripo hat aber immer nur gesagt, das sei nicht gut für mich", sagt Inge Meuter. Erst im Herbst hat sie in den Gerichtsakten gelesen, dass der Schädel der Toten asserviert, also in behördliche Verwahrung genommen worden war. Nach dem Prozess, versicherten Staatsanwalt und Gericht, könne sie ihn aber im Grab der Tochter bestatten. Denn auch bei der Justiz ahnte niemand, dass das Asservat längst nicht mehr da war. Das erfuhr Inge Meuter erst vor wenigen Tagen, nachdem sie bereits einen Bestatter beauftragt hatte.

Sie habe größtes Mitgefühl mit der Mutter, sagt Stefanie Ritz-Timme, Leiterin des Instituts für Rechtsmedizin. Als Ärztin und Rechtsmedizinerin stehe für sie aber die tote Tochter noch mehr im Fokus: "Ich bin sicher, dass Frau Lucan wollte, dass wir alles tun, um ihren Mörder zu finden. Das haben wir getan. Und dazu gehörte auch, den Schädel zu untersuchen, den der Mörder zerstört hat."

Susanne Lucan ist im November 2004 mit einem bis heute unbekannten schweren Gegenstand mit solcher Gewalt mehrfach auf den Kopf geschlagen worden, dass Ritz-Timme sagt: "Ich habe noch nie derartige Zerstörungen an einem Schädelknochen gesehen." Ihre Kollegen hatten die zertrümmerten Knochen seinerzeit genauestens untersucht, um Hinweise auf eine mögliche Tatwaffe zu finden.

Nachdem sie sicher waren, dass alles, was der Schädel verraten konnte, dokumentiert und festgehalten war, wurden die Knochenscherben nach drei Jahren verbrannt. "Das war damals das übliche Prozedere im Institut", sagt Ritz-Timme. Inzwischen würden Asservate aus ungeklärten Mordfällen unbefristet aufgehoben. Ein Schaden für die Ermittlungen sei nicht entstanden: "Wenn heute eine Tatwaffe gefunden würde, könnten wir sie dem Verletzungsmuster anhand unserer Dokumentation zweifelsfrei zuordnen."

Die rechtsmedizinische Untersuchung geht für Inge Meuter in Ordnung. "Ich weiß, dass das notwendig war. Aber warum hat mir niemand die Möglichkeit zur nachträglichen Bestattung gegeben? Und warum hat man mir nie gesagt, dass der Schädel nicht im Sarg war?" Seit sie das weiß, fällt es der Mutter noch schwerer, das Grab der Tochter zu besuchen. "Ich habe dann immer so schreckliche Bilder im Kopf." Die sie ebenso quälen wie die ungeklärte Frage nach dem Mörder.

15.02.14
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/dues...n-aid-1.4037921

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