#1 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 17:14

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Hier bitte nur Presseberichte posten - mit Quellenangabe

#2 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 17:22

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13.01.1999
KEINE HEIßE SPUR IM MORDFALL KOPSCH / MITSCHÜLER TRAUERN UM ELFJÄHRIGE
Blumen vor Jessicas Haustür
Von Matthias Gebauer

Kerzen, Blumen und ein selbstgemaltes Bild erinnern am Eingang vom Wohnhaus von Jessica Kopsch an die elfjährige Schülerin. Immer wieder kommen Mitschüler von der Mark-Twain-Oberschule an der Schillingstraße vorbei und legen Blumen an die Eingangstür. Die meisten Jugendlichen können den Tod ihrer Schulkameradin immer noch nicht fassen. "Wir stellen uns immer wieder die Frage nach dem Warum", so eine Mitschülerin. "Wir hatten gemeinsam mit den Eltern noch bis zum Schluß gehofft." Die Ermittlungen der Polizei standen am Dienstag noch am Anfang. "Wir verfolgen zur Zeit leider noch keine heiße Spur", so Chefermittler Thomas Scherhant. Die Recherchen richten sich jetzt auf die Morgenstunden am 28. Oktober 1998. An diesem Tag verschwand Jessica auf dem Weg aus ihrem Elternhaus. "Wir wissen mittlerweile sicher, daß Jessica nicht auf dem Weg zur Schule war", so Scherhant. Grund für diese Annahme ist, daß Jessica ihren Schulrucksack zu Hause ließ. "Außerdem ging das Mädchen genau in die Gegenrichtung und wurde an der Scharnweber Straße und am Eichborndamm gesehen", so Scherhant. Bisher seien nur einige "unbrauchbare Hinweise" von Bürgern eingegangen. Parallelen werden geprüft Die Ermittlungen setzen dort an, wo nach dem Verschwinden bereits begonnen wurde: Anwohner werden befragt, Jessicas Foto gezeigt. Die Polizei vermutet, daß Jessica ihren Mörder bereits kannte und an diesem Morgen vielleicht sogar zu ihm ging. Ein Sexualdelikt scheint sicher, da die Leiche nur mit Socken bekleidet nackt gefunden wurde. Auch Parallelen zu anderen Kindermorden bundesweit werden geprüft. So weist neben etwa fünf anderen ein Fall im Jahre 1994 Gemeinsamkeiten auf. Damals wurde die neunjährige Marina E. tot und ebenfalls nackt, nur mit Socken bekleidet, auf einem Dachboden in Adlershof gefunden, nachdem sie mehrere Wochen vermißt war. Bisher gibt es auch hier keine heiße Spur. "Wir prüfen auch noch mehrere andere Fälle", so ein Beamter. Am Fundort bei Morl hatten die Beamten noch bis Montag Spuren gesichert. "Leider ist die Spurenlage jedoch sehr schlecht, da die Leiche bereits so lange dort lag", so ein Ermittler. Sicher ist, daß der Fundort nicht der Tatort ist. Die Todesursache steht noch nicht fest. "Die Leiche ist so stark verwest, daß die Feststellung noch einige Tage dauern kann", so ein Beamter. Die Fahnder gehen davon aus, daß sich der Täter gut ausgekannt haben muß. Außerdem werden der Plastiksack, in dem die Leiche verpackt war, und ein darum gewickelter Strick untersucht. Die Kripo in Halle arbeitet mit, um eventuelle Verdächtige zum Beispiel ehemalige Mitarbeiter der Kiesgrube zu ermitteln. Auch an der Leiche wird weiter nach Spuren, wie Materalien unter den Fingernägeln, gesucht.


http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ke...90,9577708.html

#3 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 17:32

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Jessica "Shorty" Kopsch: 28. Oktober 1998: An diesem Tag verschwindet die elfjährige Jessica Kopsch, von ihren Mitschülerinnen mit dem Spitznamen "Shorty" bedacht, aus Berlin-Reinickendorf. Gegen 7 Uhr hat sie die elterliche Wohnung verlassen, um zur Schule zu gehen. Rätselhaft ist, dass die Haustür nicht einfach nur zugezogen, sondern abgeschlossen ist. Auch die Schultasche steht noch im Kinderzimmer, die Pausenbrote liegen auf dem Tisch. Seitdem verliert sich ihre Spur.
Die besorgte Mutter, Martina Kopsch, alamiert um 13 Uhr die Polizei. Zwei Tage später wird in der Presse eine Vermißtenanzeige aufgegeben. Suchtrupps durchkämmen die Umgebung. Spürhunde werden eingesetzt. Lautsprecherwagen fahren durch die Straßen, und auch in der Schule und im Freundeskreis werden Ermittlungen durchgeführt. Zwei Klassenkameraden ist Jessica offensichtlich noch begegnet, jedoch in entgegengesetzter Richtung zum üblichen Schulweg. Später wird man sich fragen, ob sie vielleicht jemanden treffen wollte. "Ich hab das Gefühl, dass meine Tochter tot ist", sagt Martina Kopsch kurz darauf. "Ich fürchte, dass sie Opfer eines Sexualverbrechers wurde."
Einige Tage stiftet ein unbekannter Zeuge Verwirrung. Über Dritte übermittelt er, Jessica würde es gut gehen, sie wolle nicht mehr nach Hause. Eine Belohnung von 5000 DM wird zur Klärung des Schicksals der Elfjährigen ausgesetzt. Aber es nützt alles nichts. Die Hoffnungen sind vergebens. Der Hund eines dreiundzwanzigjährigen Wanderes spürt im Januar 1999 in der Nähe einer Kaolingrube bei Morl im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) eine stark verweste, skelettierte Kinderleiche auf. Bis auf die bunten Strümpfe nackt, in einem Plastiksack verschnürrt, mit Erde zugeschüttet. Die inneren Organe fehlen.In einem plizierten Verfahren gelingt es den Rechtsmedizinern, die Fingerabdrücke wieder sichtbar zu machen und mit denen von Jessica zu vergleichen. Es gibt keinen Zweifel: Bei der Leiche handelt es sich um die seit Oktober verschwundene Elfjährige, deren große leidenschaft Zeichnen und Inline-Skating gewesen ist. Die Organe sollen jedoch nicht vorsätzlich entnommen, sondern durch Tierfraß entfernt worden sein. Und noch eines scheint sicher. Der Fundort der toten Jessica ist nicht der Tatort. Vier bis acht Wochen soll sie dort gelegen haben.
Die Berliner Mordkommission teilt mit, dass von einem Sexualverbrechen auszugehen sei. Auch davon, dass der Täter die Umgebung gut kennen muss, denn Fremde würden die stillgelegte Kaolingrube, 20 Kilometer von der Autobahn Berlin-Nürnberg entfernt, schwerlich finden. Nur Spazoergänger oder Hundebesitzer sind in dieser einsamen und verlassenen Gegend manchmal unterwegs. Also der ideale Ort, eine Leiche zu verscharren.
Auch in Berlin-Reinickendorf reagieren Angst, Trauer, Entsetzen und Wut. Ein Pizzabäcker, bei dem Jessica ab und zu eine Pizza gekauft hat, meint, den Täter müsse man umbringen. Auch in Jessicas Schule, der Marl-Twain-Gundschule, wird getrauert. Während im Hauseingang von Jessicas Wohnung Kerzen brennen, Blumen liegen und ein Zettel die Frage "Warum?" aufwirft, laufen die Ermittlungen der Mordkommission auf Hochtouren. Jedoch ohne eine heiße Spur zu haben.
Immer stärker kommen die Beamten zu der Schlußfolgerung, dass sich Jessica am Tag ihres Verschwindens vermutlich mit dem Mörder getroffen hat. Dem stimmt aich der Polizeipyschologe Adolf Gallwitz, Experte von Täter-Profilen, zu: "Es ist nicht auszuschließen, dass sie sogar mit ihm verabredet war. Die meisten Täter haben lange vor dem Verbrechen das Vertrauen von Kindern erschlichen." Die Belohnung zur Aufklärung des Kindesmordes wird auf insgesamt 30.000 DM erhöht. Davon stellt alleine ein rheinischer Unternehmer, selbst Vater zweier Kinder, 10.000 DM zur Verfügung. Bis zum Februar 1999 sind 187 Hinweise bei der ermittelnden Mordkommission eingegangen, die sich im März auf 317 erhöhen. Aber noch immer gibt es keinen konkreten Tatverdächtigen.
Am 4. Februar wird Jessica "Shorty" Kopsch in einem weißen Sarg bedeckt mit einem signierten T-Shirt der Eishockeymannschaft "Berlin-Capitals", deren Fan sie war, auf dem Dankesfriedhof in Reinickendorf beerdigt. Pfarrer Klaus Ruch wischt sich bei der Grabrede die Tränen aus den Augen. "Ein Grab macht traurig", sagt er zum Schluß. "Dieses Kindergrab macht zornig."
Über die Todesursache sowie den genauen Ermittlungsstand gibt die Mordkommission auch im März 1999 noch keine Auskunft. Die Suche nach Jessicas Mörder geht weiter.


http://www.survior.de/kinderschicksale-5.html

#4 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 17:55

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Veröffentlicht am 4. September 2012

Sex-Mord an Jessica Kopsch – Polizei ermittelt wieder

Der 4. November 1998. Dieser Tag hat sich tief in meine Erinnerung gebrannt. Ich stand mittags vor dem braunen verlotterten Altbau in der Reinickendorfer Schillingstraße und hatte Schwierigkeiten meinen Finger auf den Klingelknopf zu pressen. Zu groß war das Leid, das mir nach ein paar Stufen entgegenschlagen würde. Ich war auf dem Weg zu den Eltern von Jessica Kopsch. Einem seit einer Woche verschwundenen elfjährigen Mädchen. Was ich damals schon ahnte wurde zweieinhalb Monate später grausame Gewissheit – die Schülerin war ermordet worden.

Martina, die Mutter des Mädchens öffnete mir die Tür. Sie war damals 36 Jahre, genauso alt wie ich. Ihre Augen waren rot von den vielen Tränen, die sie seit Jessicas Verschwinden vergossen hatte. “Ich dachte, so was passiert nur den anderen”, erzählte sie mir mit matter Stimme. Martina hatte etliche Beruhigungspillen geschluckt um nicht durchzudrehen, um Kraft für ihre anderen Kinder zu haben. Auch sie fürchtete zu der Zeit, dass Jessica tot sein könnte. Sie hatte einen Albtraum in der Nacht vom 3. auf dem 4. November. “Ich habe meine ‘Shorty’ (Jessicas Kosename) gesehen, ihre Kehle war durchgeschnitten”, sagte sie. Ich war tief erschüttert. “Eine Mutter fühlt, wenn was nicht stimmt.” Martina hoffte so sehr, dass sie sich täuschen würde. Sie tat es aber nicht!

Dass Jessica zu Hause weggelaufen war, glaubte eigentlich nie jemand. Dafür hätte die Schülerin keinen triftigen Grund gehabt. Für Jessica Verschwinden am 28. Oktober 1998 gab es mehrere Theorien: Eine Verabredung mit einem Unbekannten. Aber dafür war das Mädchen eigentlich noch zu jung. Auch, dass ein Bekannter oder Verwandter sie unter einem Vorwand aus der Wohnung gelockt haben könnte, wurde in Erwägung gezogen. Nur eines ist auf jeden Fall sicher: Jessica war an dem Morgen alleine in der Wohnung, ihre Eltern schon auf der Arbeit. Und, sie hat sich nicht auf den Weg zur nahen Mark-Twain-Grundschule gemacht. Ihr Ranzen lag mittags unberüht in ihrem Zimmer.

Am 9. Januar 1999 wurde die Befürchtung von Jessicas Mutter wahr. Ein Dogge buddelte in einer ehemaligen Tongrube nahe Halle an der Saale die Leiche des Kindes aus. Jessica war seit Wochen tot.Tierfrass, Verwesung. Wann sie starb konnte nicht mehr festgestellt werden, nur, dass die Tat ein abscheuliches Sex-Verbrechen war. Ihr Mörder hatte sie in zwei grüne Müllsäcke gewickelt. Sie war nackt, bis auf ihre blauen Strümpfe mit dem eingestrickten Hercules-Motiv.

Weder die großabgelegte Polizeisuche, noch eine Überprüfung von mehr als 50 bekannten Kinderschändern im Raum Halle konnte das Sex-Verbrechen klären. Jetzt hat die Polizei den Fall Jessica Kopsch aufgerollt. “Aktenzeichen XY…ungelöst” berichtet am Mittwoch (5. September 2012, ZDF) über den 14 Jahre alten Sex-Mord.


http://blogs.berliner-kurier-online.de/thriller/?p=2450

#5 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 18:26

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Neue Hoffnung im Fall Jessica
VON KATRIN LÖWE, 06.09.12, 13:49h, aktualisiert 07.09.12, 12:49h

Die elfjährige Jessica Kopsch verschwand in Berlin, ihre Leiche wurde bei Halle gefunden.

MORL/BERLIN/MZ. Hoffnung? Die wollte er nie aufgeben. „Sonst könnte ich die Arbeit nicht machen“, sagt Jan Merkel damals. Als dieser Satz Ende 2001 fällt, sind schon drei Jahre seit dem Verschwinden der elfjährigen Jessica Kopsch aus Berlin-Reinickendorf vergangen. Und knapp drei, seit ein Spaziergänger ihre Leiche in der Nähe von Halle fand.


Jetzt, weitere elf Jahre später, steht Kriminaloberkommissar Merkel vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) im Studio von Deutschlands bekanntester Fahndungssendung, „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Er hat neue Hoffnung, den Mord an dem Mädchen doch noch klären zu können. Damals seien Abstriche von Jessicas Leiche entnommen und gesichert worden - Abstriche, in denen es nun gelang, männliche DNA zu sichern. Aus ermittlungstaktischen Gründen, heißt es, soll das nicht näher erklärt werden. Aber: „Wir gehen davon aus“, so Merkel, „dass es die DNA von Jessicas Mörder ist.“


Grausiger Fund an Kaolingrube


Zurück ins Jahr 1998: Am 28. Oktober verlässt die elfjährige Jessica kurz nach sieben Uhr morgens das Haus. Bis heute ist ein Rätsel, wo das Mädchen mit dem Spitznamen „Shorty“ hinwollte, ob es verabredet war. Den Schulranzen lässt es zu Hause, zwei Mitschüler sehen Jessica noch auf einem Weg, der genau entgegengesetzt ihrer Grundschule liegt. Dann verliert sich ihre Spur und nichts bringt die Ermittler weiter. Nicht zig Befragungen, nicht die 15000 von Jessicas Eltern verteilten Suchplakate, nicht deren flehentliche Appelle an mögliche Entführer. Von dem Mädchen fehlt jede Spur. Bis zum 9. Januar 1999.


Es ist ein Sonnabend, an dem ein 22-Jähriger aus Morl (Saalekreis) an der stillgelegten Kaolingrube des Ortes mit seiner Dogge spazieren geht. Das Tier ist unruhig, beginnt an einem Erdwall zu wühlen, bringt zwei grüne Plastiksäcke mit grauenvollem Inhalt zu Tage: die stark verweste, von Tieren angefressene Leiche eines Mädchens. Ermittler in Halle zucken zusammen. Seit Ostersamstag 1998 wird in der Saalestadt die 13-Jährige Mandy Schmidt vermisst. Ist es ihre Leiche? Die Frage lässt sich noch am gleichen Abend durch einen Vergleich mit Mandys Zahnarztunterlagen beantworten: nein. Es ist, weiß man wenig später, Jessica aus Berlin.

Schnell steht auch fest: Jessica wurde vergewaltigt und ermordet, aber der Fundort ist nicht der Tatort. Die Leiche ist in Morl, 200 Kilometer südlich von Reinickendorf, vor Wochen abgelegt worden. Zufall? Von der Autobahn 9 bis zur Grube sind es 19 Kilometer. Die Überprüfung auch hiesiger Sexualstraftäter bleibt ergebnislos. Bis heute schließen Ermittler weder Berlin noch den Raum Halle als Herkunftsort des Mörders aus.


Nahrung scheint letzterem ein Anruf zu geben, der jetzt noch während der „Aktenzeichen“-Sendung eingeht: Eine Frau will aufgrund des Leichen-Fundortes Parallelen zu einem Fall aus dem Raum Halle sehen, der sich 2011 abgespielt haben soll. Es habe Hinweise zu verschiedenen, auch geklärten Tötungsdelikten in der gesamten Region gegeben, relativiert Thomas Scherhant, Leiter der 7. Berliner Mordkommission, am Donnerstag. Ob davon etwas „passt“, werde geprüft. Grundsätzlich habe es mit halleschen Kollegen über Jahre einen Austausch gegeben, sobald Parallelen auffielen.


„Wir haben immer weiter ermittelt“, sagt Scherhant. Nur Hinweise, die kamen nach etwa drei Jahren nicht mehr. Bis Mittwochabend. Zehn gingen ein, werden nun geprüft.

Den Bezug zu Halle behalten die Ermittler im Auge. Scherhant geht bis heute davon aus, dass es ihn irgendwie geben muss. „Natürlich kann auch ein in Panik geratener Täter aus Versehen dort gelandet sein“, sagt er. Das aber sei so wahrscheinlich „wie ein Sechser im Lotto“. Ein „rein Berliner“ Täter, glaubt er, hätte sich der Leiche in den nahen Brandenburger Wäldern entledigt - viel zu groß wäre sonst das Risiko gewesen, entdeckt zu werden.


Jetzt hofft die Polizei, dass neue Hinweise - für entscheidende ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt - sie weiterbringen. In der DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamts, in der der genetische Fingerabdruck von rund 760000 Straftätern gespeichert ist, hat es noch keinen Treffer gegeben. Ein Massengentest sei derzeit nicht geplant, so Scherhant. „In so einem Fall würde ich ihn aber grundsätzlich auch nicht ausschließen.“



Durchbruch nach Jahren


Es wäre nicht das erste Mal, dass Ermittlern auch nach Jahren dank modernster DNA-Analysen noch der entscheidende Durchbruch gelingt. Der Mord an der siebenjährigen Maria Juhl aus Haldensleben (Börde) im Jahr 1995 wurde nach zehn Jahren und einem Massengentest geklärt. Mit neuen Untersuchungsmethoden war es gelungen, DNA aus einem Haar ohne Wurzel zu sichern, die zum Täter führte - und zu dessen späterer Verurteilung. In Hessen wurde erst in diesem Sommer ein 40 Jahre alter Mord per DNA-Analyse geklärt.


Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch bei Jessicas Eltern. Kurz vor der Sendung hat LKA-Mann Merkel sie noch besucht.


http://www.mz-web.de/servlet/ContentServ...d=1346909166419

#6 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 18:35

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MORDFALL JESSICA K.
14 Jahre nach Mord: DNA-Spur entdeckt
03. September 2012 18:09 Uhr, B.Z. | Aktualisiert 18:09
Vor 14 Jahren wurde die 11-Jährige Jessica K. vergewaltigt und ermordet. Jetzt wurde männliche DNA-Spur gefunden.

Sie wäre jetzt eine junge Frau, hätte vielleicht gerade ihr Studium beendet. Jessica K. aus Reinickendorf wurde als 11-Jährige vergewaltigt und getötet, ihren Mörder fand man bis heute nicht. Nach gut 14 Jahren hat die Kripo nun eine Spur!

Damals hatten Ermittler von dem bereits stark verwesten Körper Abstriche genommen. Daraus extrahierte die Kriminaltechnik jetzt eine männliche DNA-Spur. In den Datenbanken gab es bisher allerdings noch keinen Treffer.

Im Oktober 1998 war Jessica Kopsch auf dem Weg zu ihrer Schule in Reinickendorf spurlos verschwunden. In einer Kiesgrube bei Halle fand man fünf Wochen später die in einer Plastiktüte verpackte Leiche. „Wir haben den Fall nie zu den Akten gelegt“, sagt Jan Merkel von der 1.Mordkommission. Die Ermittler erhoffen sich nach der Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ am Mittwoch im ZDF neue Hinweise zu dem Fall.


http://www.bz-berlin.de/tatorte/14-jahre...cle1534668.html

#7 RE: Presseberichte von Christine 11.02.2013 18:51

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Verschwunden und ermordet - Mordfall Jessica wird wieder aufgerollt

(XY vom 5. September 2012)
Ihren Grabstein ziert ein Orca. Wale waren Jessicas Lieblingstiere. Das blonde Mädchen aus Berlin-Reinickendorf wurde nur elf Jahre alt. Jessica verschwand am Mittwoch, dem 28. Oktober 1998. Zweieinhalb Monate später wurde sie ermordet aufgefunden. 200 Kilometer entfernt, in Halle an der Saale.

Eigentlich sollte Jessica zur Schule gehen, doch nach dem Verlassen des Elternhauses schlug sie die entgegengesetzte Richtung ein. Den Unterricht zu schwänzen, sah ihr nicht ähnlich. Ihren Schulranzen hatte sie nicht dabei. Gegen 8 Uhr wurde sie zum letzten Mal lebend in der Nähe ihrer Wohnung gesehen. Trotz aller Suchaktionen gelang es nicht, das verschwundene Mädchen zu finden.

Schreckliche Entdeckung
Zweieinhalb Monate später, am Samstag, dem 9. Januar 1999, wurde ihre Leiche in einer aufgelassenen Kaolin-Grube in der Nähe von Morl bei Halle an der Saale gefunden. Sie war in zwei grüne Müllsäcke gewickelt. Die Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden. Sicher ist jedoch, dass Jessica Kopsch Opfer eines Sexualverbrechens wurde.

Fehlende Gegenstände:
- Jacke mit Aufschrift "Off Shore", "Speed" und „Powerboat“;
- weiße Hose mit dünnen schwarzen Streifen;
- Schlüsselbund mit Anhänger in Form eines Eishockey-Pucks, Logo der Berliner Eishockeymannschaft "Berlin Capitals".

Fragen nach Zeugen:
- Wer hat Jessica Kopsch am Tag des Verschwindens, dem 28. Oktober 1998, in Höhe des Hauses Eichborndamm 14 in Berlin-Reinickendorf gesehen?
- Wer weiß, ob sich Jessica am Tag ihres Verschwindens mit jemandem treffen wollte?
- Wer hat am Leichenfundort, der Kaolin-Grube Möderau/Morl bei Halle an der Saale, Beobachtungen gemacht?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: LKA Berlin, Telefon 030 / 4664 911 701


http://www.e110.de/index.cfm?event=page....kcid=7&id=59813

#8 RE: Presseberichte von 13.01.2016 10:55

Mi 13.01.2016 | 20:15 - 21:00
-
Täter- Opfer - Polizei extra!
Homepage der Sendung
Spektakuläre Kriminalfälle aus Berlin und Brandenburg (2/2)

Auch in der zweiten Folge von "Täter – Opfer – Polizei extra!" werden vier spektakuläre Fälle noch einmal beleuchtet. Moderator Uwe Madel präsentiert die Fälle auf neue Weise mit teils unveröffentlichten Informationen und Fahndungsansätzen. Die Fälle der zweiten Sendung im Überblick: +++ Mordfall: Jessica Kopsch +++ Rätselhafter Mord an Burak B. +++ "Headset - Bande" festgenommen +++ Aktuell: Geldautomaten Sprengung +++
Zu den Fällen der zweiten Sendung

Mordfall Jessica Kopsch
Die damals 11-jährige Jessica Kopsch verschwand an einem Oktobertag 1998 – ihre Leiche wurde Monate später in einer Tongrube in Sachsen-Anhalt gefunden. Immer wieder haben die Ermittler versucht herauszufinden, weshalb das Mädchen an jenem Morgen nicht zur Schule ging, sondern völlig in sich gekehrt durch die Straßen in Berlin-Reinickendorf lief. Ihr Mörder ist noch immer auf freiem Fuß.

https://www.rbb-online.de/taeteropferpol...6563423647.html

#9 RE: Presseberichte von wetterfrosch 06.03.2018 21:54

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Festnahme im Fall Stephanie (†10)

Wird der Mord an Jessica nie aufgeklärt?

B.Z.

6. März 2018 08:41 Aktualisiert 16:45

Nach 26 Jahren wurde der mutmaßliche Mörder von Stephanie Drews (10) gefasst. Bis Dienstagmorgen gab es Hoffnung, dass der Fall auf die Spur des Mörders von Jessica führen könnte. Dem ist aber nicht so.

Laut Staatsanwaltschaft soll Hans-Joachim G. aus Berlin-Reinickendorf Stephanie getötet haben, um einen sexuellen Missbrauch an ihr zu vertuschen. Bis Dienstagvormittag war offen, ob dieser Fall die Ermittler auf die Spur von Jessicas Mörder bringen könnte. Dienstagmittag wurde allerdings bekannt, dass der Verdächtige zu diesem Zeitpunkt schon eine mehrjährige Haftstrafe wegen anderer Sexualdelikte verbüßte. Wird der Fall Jessica also nie geklärt?

? Rückblick: Oktober 1998. Auf ihrem Schulweg verschwindet Jessica Kopsch (11) an der Reinickendorfer Zobeltitzstraße. Sie liegt keine drei Kilometer von der Wohnung entfernt, in der jetzt Lkw-Fahrer Hans-Joachim G. (65) festgenommen wurde.

Fünf Wochen nach ihrem Verschwinden wurde die Leiche des Mädchens in einer Grube für weiße Tonerde bei Halle (Sachsen-Anhalt) gefunden. Sie lag in einer Plastiktüte. Jessica war vergewaltigt und dann getötet worden.

Damals hatten Fahnder von dem bereits stark verwesten Körper Abstriche genommen. 14 Jahre später konnten Kriminaltechniker eine männliche DNA-Spur extrahieren. Der Abgleich mit den Datenbanken ergab damals keine Treffer.

Der Fall Stephanie Drews

Mehr als 26 Jahre lebte Stephanies Mörder unbehelligt. Exakt 9689 Tage nach dem Mord stürmte ein SEK am Sonntagmorgen die Wohnung von Hans-Joachim G. (65) in Reinickendorf.

Der bundesweit tätige Lkw-Fahrer wird verdächtigt, das damals 10-jährige Mädchen im Sommer 1991 in Weimar (Thüringen) verschleppt und anschließend ermordet zu haben. Der gebürtige Thüringer sitzt in Untersuchungshaft, hat laut Ermittlern ein Teilgeständnis abgelegt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

? Rückblick: Es ist der 24. August 1991. Ein Mann spricht im Weimarer Ilm-Park Stephanie an. Die Polizei kann später rekonstruieren, dass der Unbekannte dem Kind 50 D-Mark bot, wenn es ihm Schloss Belvedere zeigt.

Zwei Tage später wird Stephanies Leiche gefunden. Der zerschmetterte Körper lag unterhalb der 53 Meter hohen Teufelstalbrücke bei Hermsdorf. Vermutlich hatte das Mädchen noch gelebt, als es von der Brücke gestoßen wurde. Die Fahndung verlief im Sande.

2017 rollte die Polizei den Fall aber neu auf, setzte 5000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Ein Zeuge erinnerte sich schließlich an einen Transporter und Teile des Kennzeichens. Diese führten jetzt offenbar zu Hans-Joachim G. nach Berlin.

Angetrocknetes Blut am einem Schrank in seiner Wohnung

Der mutmaßliche Kindermörder lebte allein in einer Zwei-Zimmer Wohnung an der Holzhauser Straße. Sonntagmorgen kurz nach 8 Uhr rückte das SEK aus Jena an, öffnete die verbarrikadierte Tür mit einer Kettensäge und überwältigte den Mann, der bei Nachbarn als höflich, freundlich und unauffällig gilt. In der Wohnung fanden die Ermittler viele Schmerz- und Beruhigungstabletten, unter dem Bett jede Menge DVDs.

Im DHL-Lkw von Hans-Joachim G., der am Wochenende, wenn er zu Hause war, immer vor der Tür geparkt war, werden ein Kinderfedermäppchen und weiße Handschuhe sichergestellt.

Zuletzt war G. am Samstag beim Wochenendeinkauf gesehen worden (Wurst, Käse, Tomaten, Ketchup, Klopapier). In der Wohnung fand man nach der Festnahme angetrocknetes Blut am Schrank und auf der Erde.

Bereits wegen Missbrauchs verurteilt

Der Mann hat Anfang der 1990er Jahren bereits mehrere Sexualstraftaten im Raum Jena und Weimar begangen. Das Landgericht Gera habe den Mann 1996 wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, sagte der Leiters der Staatsanwaltschaft Gera, Thomas Villwock. Die habe der Beschuldigte auch abgesessen.

Nach „MDR“-Recherchen betrug die Strafe sechs Jahre und sechs Monate. Danach sei er in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen, aus dem er 2013 entlassen worden sein soll. Somit ist ein Zusammenhang zwischen Hans-Joachim G. und dem Fall Jessica so gut wie ausgeschlossen.

https://www.bz-berlin.de/berlin/reinicke...essica-geklaert

#10 RE: Presseberichte von wetterfrosch 31.03.2018 23:15

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Jessica hatte ihren Ranzen zu Hause gelassen

Von Matthias Bieder | Veröffentlicht am 04.08.2000

Am 9. Januar 1999 wurde das Mädchen aus Reinickendorf bei Halle ermordet und vergewaltigt aufgefunden.

Bis zuletzt hatten sie noch ein wenig Hoffnung. Dass ihre jüngste Tochter nur auf Trebe ist. Vielleicht ausgerissen, wegen einer schlechten Schulnote. Dass sie irgendwann wieder zurückkommen würde. Doch die Hoffnung von Thomas und Martina Kopsch wurde am 9.Januar 1999, nach monatelangem Warten, jäh zerstört. Der Hund eines Spaziergängers fand in einer Grube auf dem Gelände eines Kaolin-Tagebaus in der Nähe von Halle die stark verweste und in einen Plastiksack verpackte Leiche ihrer elfjährigen Tochter Jessica. Sie trug nur noch ihre Söckchen.

Zum letzten Mal hatten die Eltern ihre "Shorty", so Jessicas Kose-Name, am 28.November 1998 gesehen. Gegen 7 Uhr hatte das Mädchen die elterliche Wohnung in der Reinickendorfer Schillingstraße verlassen. Ihr Ziel, die nahe gelegene Mark-Twain-Grundschule, erreichte sie jedoch nicht. Ob sie überhaupt dorthin wollte, ist bis heute unklar. Denn Jessica hatte ihren Schulranzen zu Hause gelassen, war deshalb auch nicht noch einmal zurückgekehrt. Die späteren Ermittlungen der Polizei ergaben, dass das Mädchen am Morgen ihres Verschwindens noch zweimal von Zeugen gesehen worden war. Weit ab vom Schulweg. "Wir gehen davon aus, dass Jessica an diesem Morgen eine ihr bekannte Person aufgesucht oder getroffen hat. Das könnte ihr Mörder gewesen sein", sagte ein Ermittler Monate später.

Mit groß angelegten Polizeiaktionen wurde im Winter 1998 in der gesamten Umgebung nach der verschwundenen 11-Jährigen gesucht. Ganze Polizeihundertschaften durchkämmten den Volkspark Rehberge, der Polizeipräsident lobte 5000 Mark für Hinweise aus. Plakate wurden gedruckt und
im ganzen Bundesgebiet verteilt. Die Kosten für die wochenlangen Suchaktionen gingen in die Hundertausende. Ganz Berlin sorgte sich um das verschwundene Mädchen, und die Journalisten gaben sich bei der Familie die Klinke in die Hand. Hin und wieder gab es obskure Hinweise. Zeugen glaubten, Jessica in der U-Bahn oder auf einem Spielplatz gesehen zu haben. Eine Bekannte der Familie gab bei der Polizei an, ein Unbekannter habe sie auf der Straße angesprochen und ihr gesagt, Jessica gehe es gut. Doch die Ermittlungen führten jedesmal ins Nichts. Insgesamt gingen während dieser Zeit rund 350 Hinweise bei der Polizei ein. Doch der Verbleib von Jessica Kopsch blieb bis zum 9. Januar 1999 unklar.

Die Obduktion ihrer Leiche ergab, dass Jessica vor ihrem Tod vermutlich sexuell missbraucht worden war. Zudem soll Jessicas Mörder die Leiche des Mädchens aufgeschnitten und ausgeweidet haben. "Es fehlten alle inneren Organe", zitierte eine Berliner Tageszeitung einen Ermittler. Diese waren nach Angaben der Quelle chirurgisch genau entfernt worden. Die Staatsanwaltschaft dementierte. Schließlich wurde Jessica unter großer Anteilnahme auf einem Reinickendorfer Friedhof bestattet. Ein Delphin, ihr Lieblingstier, ziert ihren Grabstein.

Für die 7.Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes hat der Fall Jessica Kopsch nach über einem Jahr immer noch Priorität. "Wir bleiben weiter an dem Fall, haben einige Mitarbeiter nur für die Ermittlungen im Fall Jessica abgestellt. Sobald in Deutschland eine ähnliche Sexualstraftat bekannt wird, sind wir da dran", sagte ein Ermittler gegenüber der WELT. Die Eltern, Martina und Thomas Kopsch, versuchen dagegen, wieder Frieden zu finden. "Wir geben keine Auskunft mehr", sagt die Mutter. Der Schmerz über den Tod ihrer Tochter steht ihr immer noch ins Gesicht geschrieben.

Die 7. Mordkommission nimmt weiterhin Hinweise zum Fall Jessica Kopsch entgegen. Telefon: 69 932 781

https://www.welt.de/print-welt/article52...e-gelassen.html

#11 RE: Presseberichte von wetterfrosch 14.04.2018 00:20

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1999: Mädchenleiche in der Kaolin-Grube Grausiger Fund

Von SILVIA ZÖLLER

p15.01.14, 11:08 Uhr

Halle (Saale)/MZ - Es gibt keine ausgebaute Straße dorthin. Die ehemalige Kaolin-Grube zwischen Morl und Brachwitz im Saalekreis ist ein Ort, der fast nur Naturfreunden, Spaziergängern und Hundebesitzern bekannt ist. Und ein Hundebesitzer war es auch, der am Samstag, 9. Januar 1999, dort einen grausigen Fund machte. Sein Hund war unruhig geworden und hatte an einem Erdwall gescharrt, der erst wenige Monate vorher aufgeschüttet worden war. Entdeckt hatte er einen grünen Plastiksack, in dem eine Mädchenleiche versteckt war. Der 22-jährige Hundehalter rannte sofort nach Hause und alarmierte die Polizei.

Nach fast 15 Jahren ist der Mörder des Mädchens immer noch nicht gefasst. Schnell war anhand von Fingerabdrücken klar, dass es sich bei der Leiche um die elfjährige Jessica Kopsch aus Berlin-Reinickendorf handelt, die im Oktober 1998 spurlos verschwunden war. Und von Anfang an gingen die Ermittler davon aus, dass das Kind nicht in Morl, sondern an einem anderen Ort getötet wurde, vermutlich schon in Berlin. Doch woher kannte der Täter die abgelegenen Kaolin-Gruben bei Morl?

„Das kann auch einfach Zufall sein, dass die Leiche hierher gebracht wurde“, sagt Klaus Wiechmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle.

Da klar war, dass der Fall aus Berlin stammt, übernahm auch die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Bis heute erfolglos: „Es gibt keine neuen Erkenntnisse“, bedauert Martin Steltner, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Im vergangenem Jahr hatte sich auch die Hoffnung auf neue Hinweise durch die Ausstrahlung eines Beitrages zum Fall Jessica Kopsch in der Fernseh-Sendung „Aktenzeichen XY Ungelöst“ zerschlagen, ergänzt Steltner. Einen Erfolg haben sich die Berliner Behörden auch nie von einem Massengentest erhofft, selbst wenn es 2012 gelang, aus damals entnommen Abstrichen von Jessicas Leiche männliche DNA zu sichern. „Wonach sollen wir bei einem Massenspeicheltest suchen?“, fragt Steltner. Der Täterkreis lässt sich nicht eingrenzen, auch nicht regional.

Vieles an dem Fall Jessica ist seltsam. Das Mädchen hatte am Morgen des 28. Oktober 1998 das Haus verlassen - aber ihren Schulranzen und das Pausenbrot in der Wohnung liegen lassen. Zwar wurde sie noch auf der Straße gesehen, doch in ihrer Schule kam sie nie an. Die Mutter alarmierte noch am gleichen Tag die Polizei, Suchtrupps durchkämmten die Umgebung - erfolglos.

Aber zwei Klassenkameradinnen von Jessica meldeten sich: Sie haben ihre Freundin auf dem Schulweg getroffen, doch Jessica ging in der entgegengesetzten Richtung und nicht zur Schule. Nach ihren Angaben hatte die Polizei ein Phantombild angefertigt, mit dem nach einem 30 bis 40 Jahre alten, sehr großen und hageren Mann gefahndet wurde. Der Mann, so die Polizei damals, könne etwas zum Verschwinden von Jessica sagen - oder aber auch ihr Mörder sein.

Auf alle Fälle, so die Ermittler damals, gehe die Mordkommission davon aus, dass der Täter aus dem näheren Umfeld des Mädchen stammen muss und dass Hintergrund des Mordes eine Sexualstraftat war: Jessicas Leiche wurde nur mit Söckchen bekleidet gefunden. Auch das Phantombild brachte keine neuen Erkenntnisse. Ebenso wenig wie Plakate, die deutschlandweit aufgehängt wurden, noch die Aussetzung einer Belohnung von 20 000 Mark, noch die Rasterfahndung, noch die Überprüfung von bekannten Sexualstraftätern. Die Schlüssel, die Jessica beim Verlassen des Hauses bei sich hatte und auch ihre schwarze Reißverschlussjacke sind niemals wiedergefunden worden.

Bis heute ist auch nicht eindeutig geklärt, warum im toten Körper des Kindes die inneren Organe fehlten. Die Gerichtsmedizin in Halle hatte die Obduktion der Leiche vorgenommen und damals festgestellt: Es sei nicht auszuschließen, dass die Organe entnommen worden sind, da es klare Trennlinien zu den noch vorhandenen Organen gibt.

In Berlin wurde die Leiche ein zweites Mal untersucht - und die Experten glaubten mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen zu können, dass Wildfraß die Ursache ist. Da ist sich der hallesche Staatsanwalt Klaus Wiechmann nicht so sicher: „Das ist nicht nur mit Tierfraß alleine zu erklären.“ Möglich sei auch, dass Organe entnommen wurden und es daneben später zusätzlich Wildfraß gegeben habe.

Der Fall Jessica hat viele Fragezeichen. Dennoch hoffen die Ermittler, eines Tages den Täter überführen zu können, der irgendwann im Winter 1998/99 die Leiche des Kindes in der Kaolingrube bei Morl versteckt hat.

https://www.mz-web.de/halle-saale/1999--...er-fund-1577700

#12 RE: Presseberichte von wetterfrosch 23.09.2020 00:03

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Brandenburg

Ermordete Jessica Kopsch beigesetzt

04.02.1999

(dpa). Die im Herbst ermordete Jessica Kopsch ist am Mittwoch in Berlin beigesetzt worden. Rund 100 Menschen nahmen an der Trauerfeier und der Beerdigung im Bezirk Reinickendorf teil. Das elfjährige Mädchen war am 28. Oktober vergangenen Jahres verschwunden. Anfang Januar war ihre Leiche in einer Tongrube bei Halle entdeckt worden. Bislang gingen in dem Mordfall nach Angaben von Justizsprecherin Michaela Blume 230 Hinweise bei den Ermittlern ein. Eine heiße Spur gebe es nicht.

https://www.neues-deutschland.de/artikel...beigesetzt.html

#13 RE: Presseberichte von wetterfrosch 23.09.2020 00:14

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13.01.99

Berliner Schülerin fiel vermutlich einem Sexualverbrecher in die Hände - Todesursache nicht bekannt

Die Polizei ist sicher: Jessica kannte ihren Mörder

dpa/ap Berlin - Im Eingang des Hauses Schillingstraße 34 brennen Kerzen. Ein Nachbar legt Blumen nieder. "Warum?" steht auf einem Zettel. Die Nachbarn in Berlin-Reinickendorf sind schockiert, sie verspüren Wut und Hilflosigkeit. Eine Elfjährige wurde ermordet, vermutlich von einem Sexualverbrecher.

Man kannte das Opfer: Jessica Kopsch, die in der Bäckerei einkaufte und ab und zu mit ihrer Freundin in der Pizzeria eine Pizza holte. "Das war ein ganz normales, sehr ruhiges Mädchen", sagt Samir Al-Baghdadi (17), der Pizzabäcker. Beate Scheele vom Party-Service hat Angst: "Jetzt kann man seine Kinder ja nicht mehr zur Schule schicken."

Die Schüler und Lehrer der Mark-Twain-Grundschule hatten bis zuletzt gehofft, daß Jessica wieder auftauchen würde. Am Montag kam die traurige Nachricht, daß die Tote, die in einer stillgelegten Kaolingrube bei Halle (Sachsen-Anhalt) gefunden wurde, die seit zweieinhalb Monaten vermißte Schülerin ist. Schulleiterin Verena Thamm sagt: "Die Kinder müssen das erst verarbeiten. Jetzt ist Ruhe notwendig."

Am Morgen ihres Verschwindens, am 28. Oktober 1998, war Jessica nicht zur Schule, sondern in entgegengesetzte Richtung gegangen. Zeugen bestätigen das. Wollte sie jemanden besuchen oder treffen, vielleicht ihren Mörder? Die Polizei ist überzeugt, daß sie ihn gekannt hat.

Eine zehnköpfige Mordkommission der Berliner Polizei hat die Ermittlungen übernommen, die zunächst parallel in Berlin und Halle geführt wurden. Bisher kennt man weder die Todesursache noch das Tatwerkzeug.

Zu Hause in der Schillingstraße ist es still geworden. Martina Kopsch (36) weint und schweigt. Ihr Mann Thomas (38) erzählt, daß sie Jessica "Shorty" nannten; denn sie war die Jüngste. Ihre älteren Geschwister Jennifer und Sven, Lehrling in Kiel, sind 13 und 17 Jahre alt.

Vor einer Woche, da hat der Vater noch an das große Wunder geglaubt. "Jemand wollte Jessica in Hennigsdorf gesehen haben", sagt der Bauarbeiter. "Dieses Hoffen, warum kann man das nicht lassen? Wir saßen hier, hofften und beteten. Und da war Shorty schon tot, verscharrt in dem Plastiksack." Die Familie wird von Polizeipsychologen betreut. Sie führen die Eltern und Jennifer ins Freie, fahren sie zu einem Platz, an dem sie mit ihrer Trauer allein sein können.

https://www.abendblatt.de/archiv/1999/ar...en-Moerder.html

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