Seite 3 von 3
#51 RE: Presseartikel von Christine 14.10.2017 10:45

avatar

Neuer Krimi von Jan Seghers

Wie Kommissar Marthaler den Fall Tristan löst
Veröffentlicht am 13.10.17 um 14:01 Uhr

Vor fast 20 Jahren wurde Tristan ermordet - von wem, ist noch immer unbekannt. Der Frankfurter Krimi-Autor Jan Seghers hat den Fall für sein neues Buch nun als Vorlage genommen und lässt Kommissar Marthaler das Rätsel lösen.
Von Christoph Scheffer (hr-iNFO)

Jan Seghers taucht gerade auf aus dem Tunnel. Bis zu 18 Stunden am Tag hat er in den letzten Wochen geschrieben. Das sei die "gruseligste und zugleich die beglückendste" Zeit in der Arbeit an einem Buch, sagt Seghers: "Dann stehen die Figuren alle auf festen Beinen, haben im Buch schon ein richtiges Leben hinter sich und dann laufen sie oft von ganz alleine."

Im Mittelpunkt steht natürlich wieder Kommissar Robert Marthaler, der einen alten Mordfall wieder aufgreift: Ein Junge ist vor fast zwanzig Jahren brutal ermordet und verstümmelt worden, der Täter wurde nie gefasst. Nicht zufällig erinnern die Umstände an den Frankfurter Fall Tristan. Immer wieder greift Seghers solche ungelösten Fälle auf und lässt sie von seinen Krimi-Ermittlern aufklären. Noch während Robert Marthaler die alten Ermittlungsakten studiert, geschieht ein Doppelmord, bei dem wieder Kinder grausam zu Tode kommen. Kommissar Marthaler erkennt den Zusammenhang und geht beide Fälle zusammen an.
Unterstützung bekommt Marthaler dabei von einer neuen Kollegin aus Wiesbaden, Kizzy Winterstein. Die Polizistin ist ihrer Herkunft nach Jüdin und Romni zugleich und zudem eine sehr extravagante Frau, die dem "manchmal unglaublich bräsigen und langsamen" Marthaler - so Jan Seghers über seine Hauptfigur - etwas Feuer unter dem Hintern machen soll.
Doch nicht nur die Fälle haben reale Vorbilder, auch die Beschreibung der Schauplätze in Frankfurt und anderswo stimmt bis ins letzte Detail. Der passionierte Radfahrer Jan Seghers fährt immer wieder durch die Stadt, um auch die Atmosphäre vor Ort, die Gerüche und kleine Begegnungen in sich aufzunehmen. "Wenn man sich die Mühe macht, sich an einen Ort zu begeben", weiß er, "fängt er selbst an, Geschichten zu erzählen."
"So viel Wirklichkeit wie möglich"
Immer wieder haben die Krimis von Jan Seghers auch aktuelle politische Bezüge. Deshalb gebe es auch politische Figuren, sagt Seghers, ohne dass er mit ihnen politische Botschaften platzieren wolle. "Botschaften wiegen zu schwer in einer Erzählung, die liegen dann wie ein Stein in der Geschichte." Ihm gehe es darum, "so viel Wirklichkeit wie möglich" in seine Krimis hineinzubringen und dazu gehöre natürlich auch die Politik.
Quelle: hessenschau.de

http://www.hessenschau.de/kultur/buchmes...ristan-100.html

#52 RE: Presseartikel von wetterfrosch 12.11.2017 21:10

avatar

26.03.2013

"Weltweit kein vergleichbarer Fall"

Der brutale Mord ist unvergessen, auch weit über den Frankfurter Westen hinaus : Heute vor 15 Jahren starb der damals 13 Jahre alte Schüler Tristan Brübach.

Frankfurt - Der Täter wurde nie gefasst, und es sieht auch nicht so aus, als würde er je gefasst: Anderthalb Jahrzehnte nach der Bluttat gibt es keine neuen Hinweise. Ein Ermittler ist noch mit dem Fall beschäftigt: Kriminalhauptkommissar Uwe Fey geht Hinweisen nach, wenn es welche gibt, ist übrig geblieben von den 150 Polizisten, die direkt nach dem Mord in einer Sonderkommission mit Hochdruck an dem Fall arbeiteten, die auch ein Jahr nach dem Fund der Leiche neue Hoffnung schöpften, als Tristans Rucksack samt einer tschechisch beschrifteten Deutschlandkarte in einem Waldstück bei Niedernhausen gefunden wird.

Kinder finden die Leiche

Tristan Brübachs Leben war nicht einfach, so viel wird den Ermittlern damals klar, als sie nach dem Tod des 13-Jährigen nach möglichen Hinweisen auf seinen Mörder suchen. Die Mutter war seit drei Jahren tot, Tristan lebte bei seinem Vater, der Vollzeit arbeitete, und bei der Großmutter. Es war der letzte Schultag vor den Osterferien, Tristan Brübach hatte die Meisterschule in Sindlingen frühzeitig verlassen – angeblich wegen Rückenschmerzen. Gegen 14 Uhr wird der Junge mit dem blonden Pagenschnitt am Höchster Bahnhof das letzte Mal lebendig in der Peter-Bied-Anlage gesehen. Gut anderthalb Stunden später finden zwei spielende Kinder den grausam zugerichteten Körper des Jungen in Liederbach-Tunnel: Die Kehle bis zum Rückgrat durchtrennt, die Hoden entnommen, aus den Oberschenkeln hat der Täter große Fleischstücke geschnitten. Tristan wurde bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und gewürgt, bevor ihm die Kehle aufgeschnitten wurde. Den Leichnam lässt der Mörder im Liederbach ausbluten. Die Tat ist ein Werk von solcher Brutalität, dass selbst Experten davon sprechen, es gebe weltweit keinen vergleichbaren Fall.

Hat Tristan seinen Mörder gekannt? Die Schule habe er geschwänzt, heißt es, andere wollen wissen, dass er Kontakt zu Kleindealern gehabt hätte in den Stunden, in denen er rund um den Höchster Bahnhof herumgestreunt sei als Schlüsselkind. Tristan lebte in keinem gesichtslosen Wohnblock, sondern in einem schmalen Haus an der Liederbacher Straße, Fachwerk-Nachbarschaft, fern von dem, was man als sozialen Brennpunkt bezeichnet. Er habe unter Älteren gelitten, die ihn hin und wieder "abgezogen" hätten, beraubt.

Vielleicht war alles nur ein Zufall, ein grausiger Zufall, eine Begegnung, die so willkürlich war, dass der Mörder bis heute unentdeckt geblieben ist. Zumindest ist es der Frankfurter Polizei in der größten Ermittlungsaktion ihrer Geschichte nicht gelungen, den Täter zu finden. Spuren gibt es viele, Hinweise gibt auch die Grausamkeit der Tat. Hausdurchsuchung bei einem Metzger im Vordertaunus, immer wieder Hinweise auf Fremdenlegionäre oder Bürgerkriegsveteranen vom Balkan. Mehr als 21 000 Spuren werden abgearbeitet, 70 000 Fingerabdrücke von 7000 Personen genommen, von allen Männern in Höchst und Unterliederbach, die zur Tatzeit zwischen 15 und 45 Jahren alt sind. Der Liederbach wird aufgestaut, das Bachbett abgesucht. Einen verschmierten blutigen Fingerabdruck, kaum verwertbar, hat der Täter auf einem Schulheft Tristans hinterlassen, das mit Büchern und anderen Heften nahe der Leiche lag. Der Rucksack selbst taucht dann erst ein Jahr später wieder auf, in dem Wald bei Niedernhausen. Eine Untersuchung ergibt, dass die Leichenteile wohl nicht darin transportiert worden waren.

Messer gefunden

Nicht weit vom Rucksack entfernt liegt ein Elektrokocher tschechischen Fabrikats und – ein Messer. Das Messer, das finden die Ermittler schnell heraus, kann nicht die Tatwaffe sein. Tschechische Arbeiter, die in der Nähe des Fundorts an der ICE-Trasse bauen, werden überprüft – ohne Erfolg. Auch der Fingerabdruck führt nicht weiter. Er wird weltweit abgeglichen, sogar mit den Fingerabdrücken von Selbstmördern verglichen, sollte der Täter sich selbst gerichtet haben. Fehlanzeige.

Fernsehfahndungen in "Aktenzeichen XY – ungelöst", "Fahndungsakte" und in entsprechenden Sendungen in Tschechien und der Slowakei bringen viel Resonanz, aber keine brauchbaren Spuren. Osteuropa bleibt aber immer ein Thema: Unweit des Tatorts, an der Nordseite des Höchster Bahnhofs, hat eine Außenstelle des Zolls ihren Sitz, ist Anlaufstelle für osteuropäische Fernfahrer. "Vielleicht hat einer von ihnen Tristans Mörder als Anhalter nach Höchst gebracht", lautet damals ein Ansatz des zuständigen Kommissariats K 11 der Frankfurter Kriminalpolizei

Wahrscheinlich ist der Mörder längst ganz woanders, als die Polizei in Frankfurt nach ihm sucht. Oder doch nicht? Am 8. Oktober 1999 wird Tristans Grab auf dem Höchster Friedhof geschändet; ein Unbekannter gräbt in der Nacht gut 1,20 Meter tief, ohne auf den Sarg zu stoßen. Die Blumen hat er fein säuberlich ausgestochen, die Erde auf eine Plane geschippt – wie um alles danach wieder zu schließen, ohne dass jemand etwas bemerkt. Tristans Großmutter findet das Grab ihres ermordeten Enkels aufgewühlt vor, als sie es besuchen will. Die Polizei glaubt indes nicht, dass der Grabschänder der Mörder ist; sie spricht von einem "psychisch gestörten Einzelgänger".

Fahnder Fey versucht, das Übersehene zu entdecken, neue Ansätze zu finden. Wie 2006, acht Jahre nach der Tat, als er ein Phantombild präsentieren konnte, das einen blonden Mann mit Pferdeschwanz und verunstalteter Oberlippe zeigte: Ein Mädchen hatte einen solchen Mann in der Nähe des Tatorts gesehen, und ein Mann mit diesem Aussehen war eine Woche nach der Tat in einer Anwaltskanzlei mit den Worten "Ich hab’ Scheiße gebaut" aufgetaucht. Der Pferdeschwanzträger wurde damals weggeschickt – und kam nie wieder. Ob der Mann auf dem Phantombild tatsächlich etwas mit der Tat zu tun hat, weiß keiner.

(Holger Vonhof)

http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hoc...l;art690,171116

#53 RE: Presseartikel von Christine 26.12.2017 11:30

avatar

Ermittlungen im Serienmordfall

"Vielleicht kommt da noch ein Knaller ans Licht"

Veröffentlicht am 25.12.17 um 15:49 Uhr

Auch nach rund eineinhalb Jahren laufen die Ermittlungen im Fall des mutmaßlichen Massenmörders Manfred Seel weiter. Chef-Ermittler Frank Herrmann spricht im Interview darüber, wie er weiterhin hofft, den Fall zu klären.

Etwa zehn ungeklärte Morde meist an Prostituierten vom Frankfurter Drogenstrich soll der Familienvater Manfred Seel begangen haben. Den Verdächtigen können die Ermittler nicht mehr befragen, er starb 2014. Seine Angehörigen fanden in der Garage des 67-Jährigen in Schwalbach (Main-Taunus) eine zerstückelte Frauenleiche und brachten so die Ermittlungen ins Rollen. Chef-Ermittler Frank Herrmann schildert im Interview, welche Spuren auf der Klarinette Seels gefunden wurden, was das für den Fall Tristan bedeutet und warum ein Ende der Ermittlungen derzeit nicht absehbar ist.

Haben die Ermittlungen die Hypothese Serienmord erhärtet? Es ging ja um bis zu zehn Fälle.

Herrmann: Wir haben weiterhin die begründete Annahme, dass unsere Hypothese Serienmord stimmt. Es sind in jedem Fall viele kleinste Puzzleteile gefunden worden, die belegen, dass Seel damit in Zusammenhang stehen könnte. Objektive Beweise fehlen aber nach wie vor.

Ein außergewöhnlicher Fall in der Serie könnte der Mord an dem Frankfurter Schüler Tristan im Jahr 1998 gewesen sein. Dafür haben sie aber keine Belege gefunden, oder?

Herrmann: Im Fall Tristan hat sich der Verdacht am wenigsten weiter erhärten lassen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es doch eine Verbindung zu Seel gibt. Wir konnten auf der Klarinette des Beschuldigten nur Spuren von drei Fingern finden. Das heißt aber noch nicht, dass von den anderen sieben keiner zum Fall Tristan gepasst hätte. Die in den Medien oftmals thematisierte Klarinette war denkbar ungeeignet, um Fingerspuren zu sichern. Sie war in einen Flanelllappen eingewickelt und gut gereinigt worden. Alle Knöpfe und Bedienelemente waren abgewischt.


Was ist aus dem Verdacht geworden, dass Manfred Seel auch außerhalb des Frankfurter Raums gemordet hat?

Herrmann: Wir haben nichts gefunden, was es wahrscheinlich erscheinen lässt, dass Seel außerhalb des Rhein-Main-Gebiets tätig gewesen ist. Es gibt in den Einzelheiten keine vergleichbaren Fälle im Bundesgebiet oder in Europa. Und außer mit seiner Familie war Seel auch nie länger verreist oder weg von zu Hause.

Es wurde ja auch über einen möglichen Mittäter spekuliert. Haben Sie dafür Belege gefunden?

Herrmann: Ein Mittäter ist nach wie vor möglich. Das war auch der Grund dafür, dass wir so tief in die Ermittlungen eingestiegen sind. Denn gegen einen Toten ermitteln wir ja nicht mehr. Wir haben aber bisher nichts gefunden. Wenn es einen Mittäter gab, so ist dieser möglicherweise auch schon tot.

Rund 260 Hinweise aus der Bevölkerung sind nach ihrem Zeugenaufruf im Mai 2016 eingegangen. Kommen immer noch neue Hinweise dazu? Und haben Sie schon alle abgearbeitet?

Herrmann: Allen Hinweisen wurde nachgegangen, die Bearbeitung ist aber noch nicht bei allen Spuren abgeschlossen. Neue kommen nur noch selten und sind eher allgemein.

Womit befassen sich die Ermittler jetzt noch?

Herrmann: Die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen weiter und sind sehr zeitintensiv. Einige Spurenträger sind schwierig, weil sie schon aus den frühen 1970er Jahren stammen. Vielleicht kommt da aber doch noch mal ein Knaller ans Licht.

Wie intensiv ermitteln Sie noch?

Herrmann: Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Arbeitsgruppe wurde zwar aufgelöst, es ermittelt aber die Mordkommission weiter. Fast alle Kollegen vom Anfang sind noch dabei. Die Ermittlungen im Fall Seel treten allerdings natürlich immer wieder wegen aktueller Delikte in den Hintergrund. Sie laufen aber kontinuierlich weiter.

Das Gespräch führte Ira Schaible (dpa)

Sendung: YouFM, 25.12.2017, 11.00 Uhr

Quelle: hessenschau.de

http://www.hessenschau.de/panorama/viell...rrmann-100.html

#54 RE: Presseartikel von wetterfrosch 02.01.2018 20:00

avatar

Warum Tristan sterben musste: "Menschenfischer", der neue Krimi von Jan Seghers[Videoseite]

hauptsache kultur| 02.11.17, 22:45 Uhr

VIDEO und Artikel

Dieser Fall erschüttert ganz Deutschland: 1998 wird die Leiche des dreizehnjährigen Tristan unter einer Brücke im Frankfurter Stadtteil Höchst gefunden. Der Mord löste eine der größten Polizeiaktionen in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus. Doch bis heute ist der Fall ungelöst.

Tristan wurde getötet und bestialisch verstümmelt, zurückgelassen unter einer Brücke im Frankfurter Stadtteil Höchst. Das war 1998. "Dieser Fall schlug ein wie eine Bombe. Das war ein so grausames Verbrechen, was da geschehen war, und ein – nicht nur europaweit, sondern weltweit – so einzigartiges Verbrechen, dass nicht nur die Leute in Frankfurt und Umgebung, sondern eigentlich in ganz Deutschland sehr erschüttert waren", erinnert sich der Frankfurter Krimi-Autor Jan Seghers. Es folgt eine der größten Polizeiaktionen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Doch obwohl es sogar ein Phantombild vom Täter gibt, bleibt der Mord an Tristan Brübach ungelöst – bis heute.

Menschenhändler und brutale Morde

Seghers hat den Mord für sein neues Buch "Menschenfischer" als Vorlage genommen und setzt Kommissar Marthaler auf den Fall an. Alte, ungelöste Fälle sind Marthalers Spezialgebiet. Seine Ermittlungen führen ihn mitten in den finsteren Wald des Rheintals, ganz in die Nähe der berühmten Loreley. Dort sind brutale Menschenhändler aktiv. Seghers vermischt Realität mit Fiktion. Tristan heißt im Buch Tobias und ist nicht das einzige Mordopfer. Die neue Spur führt ins Rheintal, ganz in die Nähe der berühmten Loreley. Dort sind zwei Roma-Jungs verschwunden. Kommissar Marthaler ahnt einen Zusammenhang mit dem Fall von 1998. Und findet eine Spur auf einem Anwesen, das zu einem ehemaligen Schieferbergwerk gehört.

"Ich hatte ein Versteck für die Leichen gefunden"

Jan Seghers nimmt uns mit zu einem nahe gelegenen Stollen. Er hat rund um das Anwesen recherchiert und für seinen Krimi diesen Tatort ausgeguckt: "Als ich anfing zu schreiben, habe ich mir das hier alles angeguckt. Und da war natürlich die Entdeckung dieses Stollens, war natürlich wieder einer kleiner Schatz, den ich gefunden hatte, weil ich wusste, das würde zu der Geschichte der verschwundenen Jungen sehr gut passen. Und ich hatte ein Versteck für die Leichen gefunden", sagt er.

Die beiden Roma-Jungs sind tot. Hier findet Kommissar Marthaler sie - grausam verstümmelt. Jan Seghers alias Matthias Altenburg ist für seine Geschichte extra an den Rhein gefahren und hat sich hier inspirieren lassen. Ein Ort, wie für einen Krimi gemacht: "Für mich ist es immer extrem wichtig, dass ich einen Ort habe, der mir selbst quasi Geschichten erzählt. Und da dieses alte Bergwerk schon vor 40 Jahren stillgelegt wurde und auch danach hier weiter eine Geschichte stattfand – also hier wurde angeblich mal was abgebrannt, hier sind Tote gefunden worden und so weiter – erzählt der Ort eigentlich selbst schon eine Geschichte", so Seghers.

Jan Seghers Krimis sind immer nah an der Wirklichkeit erzählt und doch Fiktion. Eine spannende Gratwanderung: "Ich merke immer, dass meine Fantasie besser in Gang kommt, wenn sie stabilen Boden unter den Füßen hat. Wenn ich irgendeinen Fall aus der Realität habe, den ich zugrunde legen kann. Das ist für mich immer wie ein Sprungbrett."

"Jetzt ist der Fall gestorben"

Und das führt uns jetzt an den berühmten Aussichtspunkt auf der Loreley. Hier kommt es im Krimi zum Showdown am Abgrund. Auch der Kriminalroman stand kurz vor dem Aus: Als Jan Seghers mitten im Schreiben war, wäre der echte Fall "Tristan" fast gelöst worden. Völlig überraschend nach 18 Jahren. "Das hat mir für Momente, für Wochen, eigentlich das Keyboard aus der Hand geschlagen. Also ich wusste nicht mehr recht weiter. Ich saß vor dem Computer und dachte: Jetzt ist der Fall gestorben", sagt er.

Der Schwalbacher Rentner Manfred Seel hatte mutmaßlich zahlreiche Prostituierte umgebracht. Das wurde im Frühjahr 2016 bekannt. Das hessische Landeskriminalamt verdächtigte ihn, auch Tristan getötet zu haben: "Dann wurde mir aber relativ rasch klar, dass das alles hinten und vorne nicht stimmen kann. Und dass die Polizei offensichtlich nur aus dem einen Grund – um möglichst große Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung zu erzielen – den Fall Tristan Brübach mit alten Prostituierten-Morden vermischte", so Seghers.

"Die größte Sauerei in seiner Laufbahn"

Die Verknüpfung mit dem Fall Tristan auf einer extra anberaumten Pressekonferenz des LKA: Nach Ansicht von Seghers war sie nur eine öffentlichkeitswirksame Finte, um die Prostituierten-Morde aufklären zu können. Schwere Vorwürfe des Krimiautors: "Als ich das auf der ersten Lesung des noch nicht erschienenen Romans erzählte, kam dann ein Mann auf mich zu, der ein sehr hoher Polizeibeamter in Hessen war. Und dann habe ich ihn gefragt: Was halten Sie von meiner Einschätzung? Und dann hat er gesagt: Ja, das sei eigentlich die größte Sauerei, die ihm in seiner Laufbahn begegnet sei, diese Pressekonferenz."

Fakt ist: Im Fall Tristan wurde mit dem Rentner Manfred Seel eine falsche Spur verfolgt, fast zwei Jahre lang. Erst vor Kurzem gab das die Polizei bekannt. Tristans Mörder ist also immer noch auf freiem Fuß. Zumindest im Krimi "Menschenfischer" wird der Fall aber gelöst. Und zwar ganz anders, als es die echten Ermittlungen annehmen lassen würden.

Jan Seghers hat sein Buch scharfsinnig an der Wirklichkeit entlang geschrieben - und nimmt uns mit auf ein wagemutiges Gedankenspiel.

Autorin: Tanja Küchle

Sendung: hr-fernsehen, Hauptsache Kultur, 2.11.2017, 22:45 Uhr

http://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z...ischer-100.html

#55 RE: Presseartikel von Christine 14.01.2018 08:13

avatar

Gedenkstein

Tristan erhält einen Gedenkort
13.01.2018

VON HOLGER VONHOF
In diesem Jahr wird das Grab von Tristan Brübach auf dem Höchster Friedhof abgeräumt: Es läuft nach 20 Jahren aus. Die Erinnerung wird jedoch bleiben: Tristans Grabstein soll zum Gedenkstein umgewandelt werden.



Auf dem Sockel des Sandstein-Kruzifixes am Höchster Schlossplatz erinnert dieses gerahmte Bild an Tristan Brübach


Höchst.
Die Erinnerung ist lebendig, die Trauer und Fassungslosigkeit noch immer groß: Am 26. März 1998 – vor nun bald 20 Jahren – wurde der 13-jährige Schüler Tristan Brübach von einem bis heute nicht gefassten Täter im Tunnel des Liederbachs unter dem Gleisvorfeld des Höchster Bahnhofs ermordet. Als voriges Jahr bekannt wurde, dass die letzte Ruhestätte Tristans abgeräumt werden soll, versuchten sofort Menschen, einen Weg zu finden, um einen Ort der Erinnerung für Tristan Brübach zu schaffen. Das Bedürfnis ist groß: Vor dem steinernen Kruzifix am Höchster Schlossplatz steht inzwischen seit wohl anderthalb Jahren ein gerahmtes Foto Tristans, vor das immer wieder Blumen gelegt werden.

Platz unter einem Baum

Jetzt ist ein Weg gefunden: Das für die Friedhöfe zuständige Grünflächenamt hat alle, die wegen des Tristan-Grabs aktiv geworden sind, an einen Tisch geholt. „Wir haben eine Einigung erzielt“, sagt der für Friedhofsangelegenheiten zuständige Thomas Bäder. Vereinbart wurde, den Grabstein Tristans mit dem liegenden Herzen im Frühjahr vom bisherigen Erd-Reihengrab zu entfernen und in etwa 80 Meter Entfernung unter einem Baum als Gedenkstein neu zu setzen, so dass das Grab abgeräumt werden könne.

„Der Steinmetz ist schon beauftragt“, sagt Bäder. Von verschiedenen Seiten waren dafür bereits Spenden gesammelt worden (wir berichteten); Cornelia Scherf, die über diese Zeitung um Unterstützung gebeten hatte, ist jetzt involviert – und bedankt sich bei den Spendern. Geschaffen werden solle „ein permanenter Gedenkort ohne größere gärtnerische Gestaltung“, sagt Thomas Bäder. Die Wiese rund um den Stein solle von den Mitarbeitern des Grünflächenamts gepflegt werden. Ein Termin für die Umsetzung sei noch nicht vereinbart; die Aktion sei aber für dieses Frühjahr vorgesehen.

Angehörige verstorben

Das Grab ist nach 20 Jahren abgelaufen und wird deshalb, wie jedes andere abgelaufene Grab, abgeräumt. Tristans Mutter war bereits zum Zeitpunkt seiner Ermordung verstorben; sein Vater und seine Großmutter, die in Unterliederbach gelebt hatte, sind zwischenzeitlich ebenfalls verstorben.

Vor anderthalb Jahren war der als Serienmörder verdächtigte Manfred Seel aus Schwalbach mit der Ermordung Tristans in Verbindung gebracht worden, doch hat sich diese Spur nach neueren Angaben der Polizei nicht erhärtet: Die Prostituiertenmorde, die Seel zur Last gelegt werden, waren geplant; die Ermordung Tristan Brübachs war eine spontane Tat; wahrscheinlich war Tristan ein Zufallsopfer. Im Oktober teilte die Pressestelle der Frankfurter Polizei mit, Seel werde als Täter ausgeschlossen.

Die meisten bezweifeln indessen, dass der Mordfall Tristan Brübach je aufgeklärt und der Täter gefasst wird. Ein anderes ungeklärtes Ereignis ist mit dem Fall verbunden: Im Oktober 1999 schlich sich nachts eine unbekannte Person zum Grab des Jungen und grub bis in 1,20 Meter Tiefe nach dem Sarg, ohne ihn zu erreichen. Der Täter verschwand unverrichteter Dinge; die Polizei vermutet, dass die Person bei ihrer Aktion gestört wurde. Noch immer sind auf Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, 20.000 Euro ausgesetzt – auch 20 Jahre nach der Tat.


http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Tris...;art675,2877543

#56 RE: Presseartikel von wetterfrosch 16.01.2018 11:01

avatar

Mordfall Tristan Brübach

Gedenken an Tristan Brübach

Das Grab des 1998 ermordeten Schülers Tristan Brübach wird abgeräumt. Dafür entsteht eine neue Erinnerungsstätte.

Vor 17 Stunden

FR Frankfurter Rundschau Kommentatorenfotos 2017 Von Georg Leppert
An den vor 20 Jahren ermordeten Schüler Tristan Brübach soll künftig ein Gedenkstein auf dem Friedhof Höchst erinnern. Sein Grab wird – wie bei Ruhestätten dieser Art üblich – demnächst abgeräumt. Das bestätigte am Montag das Grünflächenamt.

Tristans schrecklich zugerichtete Leiche war am 26. März 1998 im Liederbachtunnel am Höchster Bahnhof gefunden worden. Kaum ein Verbrechen beschäftigte die Frankfurter in den vergangenen Jahren mehr. Zumal der Mörder immer noch nicht gefunden wurde.

Bestattet ist Tristan auf dem Friedhof Höchst in einem sogenannten Erd-Reihengrab, und das wird im Frühling, also 20 Jahre nach der Beerdigung, abgeräumt, wie Thomas Bäder vom Grünflächenamt im Gespräch mit der FR erklärte. Anders sähe das bei einem „Wahlgrab“ aus. Da könnten die Angehörigen nach 20 Jahren eine (kostenpflichtige) Verlängerung beantragen. Doch enge Verwandte hat Tristan nicht mehr. Seine Mutter starb früh, sein Vater im Jahr 2015.

Kleine Gedenkstätte am Schlossplatz

Dafür gründete sich eine Initiative, die Tristan ein würdiges Andenken erhalten will. Mit den Mitgliedern setzte sich Bäder nun an einen Tisch und traf eine Einigung: Zwar bleibt das Grab nicht bestehen. Dafür aber soll knapp 100 Meter weiter ein eigener Gedenkort für den Schüler errichtet werden. Dazu sollen der Grabstein und auch eine Platte mit einem Engel von einem Steinmetz versetzt werden, wie Thomas Bäder im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erklärte.

Die Kosten übernimmt die Initiative, die Wiese rund um den Stein soll das Grünflächenamt pflegen. Eine weitere kleine Gedenkstätte für Tristan existiert bereits am Höchster Schlossplatz.

Mörder bislang nicht gefunden

Derweil schwindet von Jahr zu Jahr die Hoffnung der Polizei, den Täter doch noch zu finden. Im Frühling 2016 schien es plötzlich möglich zu sein, den Fall aufzuklären. Zumindest gab es einen Anfangsverdacht gegen den Serienmörder Manfred S. aus Schwalbach, der 2014 verstorben war. Doch Experten zweifelten schnell an dieser These.

S., so ergaben die Ermittlungen, hatte in den Jahren zuvor vor allem Prostituierte getötet. Ein 13 Jahre alter Junge passte nicht in dieses Schema. Anderthalb Jahre, nachdem S. als möglicher Täter genannt wurde, ließ die Polizei diese Theorie offiziell fallen. Seitdem gibt es im Internet wieder eine Öffentlichkeitsfahndung nach Tristans Mörder. Ausgelobt ist eine Belohnung von 20.000 Euro.

http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/fr...ebach-a-1426910

#57 RE: Presseartikel von Christine 22.03.2018 11:00

avatar

Neue Hinweise im Mordfall Tristan Brübach

Veröffentlicht am 21.03.18 um 15:23 Uhr


Es ist in seiner Abscheulichkeit ein weltweit einzigartiges Verbrechen und hatte eine der größten Polizeiaktionen der deutschen Nachkriegsgeschichte zur Folge. Eine neue Spur könnte jetzt Bewegung in den Fall bringen.

Vor genau 20 Jahren, am Donnerstag, den 26. März 1998, wird der 13-jährige Schüler Tristan Brübach ermordet und bestialisch verstümmelt. Kinder entdecken seine Leiche in einem Tunnel entlang des Liederbachs in Frankfurt-Höchst. Der Fall ist bis heute ungelöst.

Eine heiße Spur

Die SOKO Tristan hat mehr als 21.000 Hinweise gesammelt. Es gibt viele Spuren: Zeugen berichten von einem Mann mit Pferdeschwanz. Ein junger Kerl, blond, mit einer auffälligen Narbe an der Oberlippe. Eine neue Spur aus dem Ausland, ein Zeuge, der meint den Mann mit Pferdeschwanz zu kennen, gibt den Ermittlern aktuell neue Hoffnung. Ist dies nun endlich der entscheidende Hinweis? "maintower"-Kriminalreport hat mit Kriminalhauptkommissar Uwe Fey, dem Leiter der Mordkommission, gesprochen.

"Es gibt Leute, möglicherweise Berufsgruppen, die einer gewissen Geheimnispflicht unterliegen oder Verschwiegenheitspflicht, wenn ich jetzt an einen Pfarrer denke, wenn ich an einen Arzt denke, oder auch an Sozialarbeiter, Psychologen. Das sind alles Leute, wo wir möglicherweise unseren Täter finden können. Wenn sich diese Leute bei mir melden würden, die sagen: Das Profil passt, die Psyche passt, das Aussehen passt, ich rufe da mal bei der Polizei an und melde mich, dann wäre ich dankbar", sagt Uwe Fey.

Hinweise bitte an die Mordkommission Frankfurt: 069 75553111 oder an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden: 0611 5513101.

Für Hinweise, die Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Belohnung in Höhe von 15.000 Euro ausgesetzt. Eine weitere Belohnung von 5.000 Euro wurde von einer Privatperson ausgelobt.

Weitere Infos auf den Seiten des Bundeskriminalamts.

http://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z...ristan-106.html

#58 RE: Presseartikel von wetterfrosch 23.03.2018 21:36

avatar

23.03.2018

Fall Tristan

Die Suche nach Tristans Mörder geht auch nach 20 Jahren weiter23.03.2018 Der «Fall Tristan» erschütterte vor 20 Jahren auch viele, die den 13-Jährigen nicht gekannt hatten. Der blonde Junge aus Höchst wurde am hellichten Tag ermordet. Seine Leiche lag in einem Tunnel. Der Täter ist weiterhin unbekannt.

Das Bild des blonden Junge mit dem etwas trotzig-selbstbewussten Blick war vor 20 Jahren in jeder Zeitung, erschien auf allen Fernsehbildschirmen. Tristan Brübach, 13 Jahre alt, aus Frankfurt-Höchst - von einem Unbekannten bestialisch ermordet. Spielende Kinder hatten am späten Nachmittag des 26. März 1998 auf einem Betonsockel im Liederbachtunnel am Höchster Bahnhof die verstümmelte Leiche des Jungen gefunden. Nicht einmal eine Stunde zuvor war Tristan zuletzt lebend gesehen worden. Der grausame Mord an dem Jungen entsetzte viele Menschen weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Der Täter ist bis heute unbekannt.

Mehr als 100 Beamte gingen nach der Entdeckung des ermordeten Jungen Hinweisen, Spuren und Zeugenaussagen nach. «Je mehr Zeit in einem Ermittlungsverfahren vergeht, umso unwahrscheinlicher ist es, Spuren zu finden und zu sichern beziehungsweise die Tat aufzuklären», sagt Chantal Emch, Pressesprecherin der Frankfurter Polizei. «Daher sind insbesondere die ersten polizeilichen Maßnahmen von großer Relevanz und sollten möglichst zeitnah umgesetzt werden.»

Mehr als 23 000 Hinweise

Mehr als 23 000 Hinweise gingen bei den Ermittlern ein, nicht nur unmittelbar nach der Tat, sondern auch in den Folgejahren. In der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY..» wurde über den Fall Tristan berichtet. Die Ermittlungen führten auch ins Ausland; nach Frankreich. Aktuell wird ein Hinweis aus der Schweiz überprüft, so Emch.

Mittlerweile befasst sich der Frankfurter Kriminalhauptkommissar Uwe Fey alleine mit dem Fall Tristan. Bei Bedarf wird er von anderen Beamten unterstützt. Denn Mord verjährt nicht. «Die Technik entwickelt sich immer weiter, es gibt immer wieder neue Erkenntnisse in der Kriminalistik», sagt Emch. Auch nach 20 Jahren werde noch Hinweisen nachgegangen, werden alte Spuren erneut aufgegriffen und überprüft. «Die Frankfurter Kriminalpolizei lässt nichts unversucht, den Mörder zu ermitteln», versichert die Polizeisprecherin.

Da ist zum einen ein mit Tristans Blut gelegter Fingerabdruck, eine der wichtigsten Spuren dieses Falles. Er wird in regelmäßigen Abständen mit vorhandenen Daten abgeglichen - bisher allerdings ohne Erfolg. Bis heute ist zudem rätselhaft, wer nach der Tat im Besitz von Tristans Rucksack war, der erst im März 1999 gefunden wurde.

Hoffnung auf Zeugenaussagen

Auch wenn viele Spuren kalt geworden sind: «Es ist grundsätzlich nicht auszuschließen, dass Menschen nach vielen Jahren ihr Gewissen erleichtern möchten und sich mit ihrem Wissen an die Polizei wenden», sagt Emch. Das könnten Zeugen, der Täter selbst oder aber Menschen sein, die als Ärzte, Anwälte oder Geistliche zum Schweigen verpflichtet sind.

Am Jahrestag von Tristans Ermordung treffen sich auf dem Höchster Friedhof die Mitglieder einer Initiative, die die Erinnerung an Tristan lebendig halten will. Denn alle nächsten Angehörigen von Tristan sind bereits tot, nun läuft die Ruhefrist für das Reihengrab aus. Der Grabstein von Tristan soll unter einem Baum unweit des Grabes, das dann eingeebnet wird, weiter an den Jungen erinnern.

Der Kinderschutzaktivist Michael Fiedler hat mit anderen Mitgliedern der Initiative Spenden für die kleine Gedenkstätte gesammelt. Er kannte Tristan nicht persönlich, aber der Fall geht im nahe. In den vergangenen Jahren besuchte er wiederholt Tristans Grab, um dort eine Kerze anzuzünden, Blumen nieder zu legen und das Grab zu pflegen. «Ich wurde dann immer wieder von Besuchern benachbarter Gräber angesprochen», sagt er. «Da sind viele, die sich noch an Tristan erinnern.» Zum 20. Jahrestag des grausamen Todes von Tristan werde wohl auch eine Gruppe ehemaliger Mitschüler zu der Gedenkfeier kommen.

Dass Tristans Schicksal vielen in Höchst noch gegenwärtig ist, ist auch vor dem gerahmten, mittlerweile von der Witterung gezeichneten Bild zu sehen, das auf dem Höchster Schlossplatz am Sockel eines Sandstein-Kreuzes angebracht wurde. «Für Tristan» steht auf einem weißen Grablicht unter dem Bild. Eine dunkelrosa Rose liegt als Zeichen von Anteilnahme und Erinnerung daneben. «Das ist wie eine Wunde, das darf man nicht vergessen», sagt auch Fiedler. Die Tat, so meint er, ist in Höchst ins kollektive Bewusstsein gerückt. «Es ist ein anhaltendes Entsetzen.»

http://www.fnp.de/rhein-main/Die-Suche-n...;art801,2942562

#59 RE: Presseartikel von wetterfrosch 24.03.2018 00:13

avatar

Pressemeldung: Mord an Tristan Brübach

hr-fernsehen mit Sondersendung

Veröffentlicht am 23.03.18 um 09:47 Uhr

Vor 20 Jahren, am 26. März 1998, wird der damals 13 Jahre alte Schüler Tristan Brübach in Frankfurt-Höchst ermordet. Das hr-fernsehen widmet sich am Montag, 26. März, um 18.20 Uhr in einem monothematischen „Maintower Kriminalreport“ dem Fall.

Bis heute konnte die Polizei den Mordfall nicht aufklären.

In der 30-minütigen Sondersendung mit Robert Hübner kommt Kriminalhauptkommissar Uwe Fey zu Wort. Er berichtet über die langjährigen Ermittlungen: Vom Fund der grausam verstümmelten Leiche in einem Tunnel des Liederbachs, den 21.000 Hinweisen, die die „Soko Tristan“ abgearbeitet hat, und über seinen Wunsch, den Fall noch vor seiner Pensionierung in drei Jahren aufzuklären. Eine neue Spur, über die Uwe Fey in der Sendung erzählt, gibt erneut Hoffnung, den oder die Täter hinter Gitter zu bringen.

Tristans Grab auf dem Höchster Friedhof wurde mittlerweile abgeräumt. Dafür entsteht ein paar Hundert Meter weiter eine neue Erinnerungsstätte: ein Gedenkstein, der am Montag, 20 Jahre nach Tristans Tod, eingeweiht wird. Der „Maintower Kriminalreport“ berichtet auch darüber.

Quelle: Hessischer Rundfunk

http://www.hr.de/presse/fernsehen/hr-fer...report-118.html

#60 RE: Presseartikel von wetterfrosch 24.03.2018 21:53

avatar

Aanlässlich Tristan's 20.Todestag am 26.03.18 , wird es am kommenden Montag ab 13:00 Uhr eine Gedenkfeier auf dem Höchster Friedhof geben.

Dazu gibt es weitere Sendetermine der Beiträge zu Tristan im Hessischen Rundfunk und der ARD für die kommenden zwei Tage:

25.3. Kriminalreport – 19.00 Uhr (HR)
25.3. hessenschau – 19.30 Uhr (HR)
26.3. hessenschau-kompakt – 16.45 Uhr (HR)
26.3. Brisant – 17.15 Uhr (ARD)
26.3. Maintower – 18.00 Uhr (HR)
26.3. Sondersendung Tristan – 18.25 Uhr (HR)
26.3. hessenschau – 19.30 Uhr (HR)

Am 26.3. wird vormittags auch auf dem Radiosender hr-iNFO ein Beitrag zu Tristan gesendet.

https://www.facebook.com/pg/Mordfall.Tristan/posts/

#61 RE: Presseartikel von Christine 25.03.2018 10:27

avatar

Kommissar Fey und das Rätsel vom Liederbach-Tunnel

Ein Unbekannter tötete den 13-jährigen Tristan - bei keiner anderen Tat fand die Polizei vergleichbare Verstümmelungen. 20 Jahre später sucht der zuständige Frankfurter Ermittler noch immer nach Antworten.

Von Julia Jüttner, Frankfurt am Main

Samstag, 24.03.2018 16:42 Uhr

Uwe Fey sitzt an seinem Schreibtisch im Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Kommissariat 11, und blickt in den Taunus. Seine Laune könnte besser sein. Er ist HSV-Fan. Das Gefühl, das ihn erstmals seit Jahrzehnten beim ersten Spiel der Rückrunde in Augsburg beschlich, hat sich festgesetzt: Der Hamburger Traditionsverein steigt ab.

Fey ist ein zäher Typ, hartnäckig, unverdrossen. Das hat er in den vergangenen Jahren als Anhänger des HSV bewiesen und noch mehr in 40 Jahren als Polizeibeamter. Fast die Hälfte dieser Zeit kämpft er um die Aufklärung eines Verbrechens, das Frankfurt und die Region erschütterte: der Mord an Tristan Brübach, einem 13 Jahre alten Jungen, der am 26. März 1998 in der Nähe des Bahnhofs Frankfurt-Höchst getötet wurde.

Im Mai 2016 sah es so aus, als sei man Tristans Mörder auf die Spur gekommen. Eine andere Ermittlergruppe hatte Manfred Seel im Visier: einen Entrümpler, Familienvater und Serienmörder aus Schwalbach im Taunus. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass Seel zwischen 1971 und 1993 fünf Frauen tötete, verstümmelte, Teile ihrer Leichen aufbewahrte. Seine dunkle Seite flog allerdings erst nach seinem Tod im Sommer 2014 auf.

Seel, ein sadistisch veranlagter Mann mit sexueller Präferenzstörung, schnitt seine Opfer auf, sezierte sie fein säuberlich und entnahm ihnen Organe. Die Vorgehensweise des Tötens, das Verletzungsbild der Opfer, in einem Fall die säuberlich deponierten Schuhe der Toten - all das erinnerte an den Mord an Tristan Brübach.

Der Münchner Profiler Alexander Horn erstellte ein Täterprofil: Manfred Seel hatte sich seine Opfer bewusst ausgesucht; angeschlagene, hilflose, sich selbst überlassene, ausgegrenzte Personen ohne feste soziale Bindungen. Menschen, die nur wenige wirklich vermissten. Leichte Opfer. Auch das eine Parallele zum Fall Tristan Brübach.

Aber tötete der Frauenmörder Seel auch einen 13-jährigen Jungen?

Kommissar Fey hat keine Sekunde an diese Theorie verschwendet. "Das war eine Spur, ein Hinweis, aber der Verdacht hat sich nicht erhärtet", sagt er in seinem Büro und atmet tief durch. "Dass Manfred Seel Tristans Mörder ist, dafür gibt es keinen konkreten Verdacht." Damit bleibt der Fall ungeklärt und einer der wenigen, die Fey bis heute umtreiben.

Gestörte Sexualität

Fey blieb zwar der Anblick Tristans, wie er an jenem 26. März 1998 im Tunnel gefunden wurde, erspart: Die Kehle durchtrennt bis zur Wirbelsäule, Teile des Oberschenkelmuskels herausgeschnitten, die Hoden herausgeschält. Ein Ethnologe sprach von einer "Schlachtung".

Die Tatortfotos aber haben sich Fey, der erst nach einigen Monaten zum Ermittlerteam stieß, derart ins Gedächtnis gebrannt, als wäre er mit dem Erkennungsdienst vor Ort gewesen. Seit 16 Jahren arbeitet er nun federführend die Spuren im Fall Tristan ab, er hat die Bilder immer im Kopf. Tristan war so schlimm zugerichtet, dass er für die Beamten im Einsatz nur über den Namen auf seinen Schulheften zu identifizieren war.

Der Tatort: ein 100 Meter langer Tunnel des Liederbachs, finster und kühl, damals zugewuchert von Gebüschen und Gestrüpp, nur über schmale Trampelpfade erreichbar, die kurzen, steilen Hänge hinunter. Für Kinder war es das ideale Versteck, der perfekte Ort für eine Mutprobe: Wer traut sich in das feuchte, schwarze Loch?

Der Täter überfiel Tristan am helllichten Tag vor dem Tunnel, tötete ihn und ließ ihn im Flußbett ausbluten. Erst danach zerrte er ihn in die Dunkelheit des Tunnels, verstümmelte ihn. Die Tat dauerte nicht länger als 15 Minuten.

Fey und seine Kollegen haben in mehr als 80 Ländern nach vergleichbaren Verbrechen gesucht: Das Verletzungsbild ist weltweit einmalig, so hat noch kein anderer Täter getötet. Die Genitalien und das Fleisch nahm er mit, Analytiker werten es als Zeichen seiner gestörten Sexualität.

Die Mutter hatte sich das Leben genommen

Tristan Brübach lebte nicht weit entfernt im Stadtteil Unterliederbach. Ein aufgeweckter Junge mit trauriger Kindheit. Die Mutter, einst drogensüchtig, hatte sich 1995 das Leben genommen. Der Vater, der 2015 starb, hatte sich für seinen Job in einem Kiosk am Hauptbahnhof aufgerieben. Tristan war viel alleine, tröstete sich mit seinem Kaninchen Hoppelfried, vertrieb sich die Zeit vor seiner Playstation oder streunte auf der Straße herum.

Tristans unstetes Leben bietet Stoff für viele Legenden, die sich die Anwohner rund um den Tatort erzählen. Tristan habe mit Drogen gedealt, seinen jungen Körper an ältere Männer verkauft, vielleicht war er Zeuge krimineller Machenschaften und musste deshalb sterben. Die Leute werden nicht müde, ihre eigenen Ängste in den Fall zu projizieren. Jeder in Frankfurt-Höchst kennt das Verbrechen an Tristan Brübach, jeder meint wahre Details zum Fall zu kennen.

Kommissar Fey und seine Kollegen der Mordkommission 3 ließen nichts unversucht: Sie nahmen von 14.500 Männern aus der Umgebung Fingerabdrücke, arbeiteten etwa 24.000 Spuren und Zeugenaussagen ab; manche haben Fey monatelang beschäftigt. Anhand mehrerer Zeugenaussagen wurde ein Phantombild erstellt: Es zeigt einen Mann mit blondem Pferdeschwanz.

Zwei Mitarbeiter der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Höchst meldeten sich 2008 mit dem Hinweis, der Mann auf dem Phantombild habe dort eingesessen. Fey wertete die Akten aus von Gefangenen, die in Frage kamen und in Höchst inhaftiert waren. Aber er hatte nur Zugriff auf die Unterlagen derer, die auch dort entlassen worden waren. An die Akten der Häftlinge, die im Rahmen ihrer Freiheitsstrafe in ein anderes Gefängnis verlegt worden waren, kam er nicht heran.

Fey schickte an alle rund 400 Justizvollzugs- und Maßregelvollzugsanstalten in Deutschland das Phantombild verbunden mit der Frage, ob dieser Mann inhaftiert sei oder einst war: nicht einmal 80 Anstalten beantworteten seine Anfrage.

Ein Arzt hat einen Tipp, ein Gericht stoppt den Ermittler

Nach einem Fahndungsaufruf bei "Aktenzeichen XY ungelöst" meldete sich ein HNO-Arzt bei Fey und gab ihm den Tipp, er möge alle Krankenhäuser abklappern. Der mögliche Täter, der Zeugenaussagen zufolge beim Sprechen "näseln" sollte, könne eine Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalte haben, so der Arzt. Dies würde bei allen Kliniken registriert. Doch das zuständige Amtsgericht hielt den Eingriff für unverhältnismäßig und lehnte aus Gründen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte den Antrag ab, wonach Fey alle registrierten Patienten hätte überprüfen können.

Viel Zeit investierte der Ermittler auch in eine Frau aus Amerika, die Kontakt zu ihm aufnahm und ihren ehemaligen Ehemann im Verdacht hatte. Sieben Monate lang fütterte sie Fey geschickt mit detaillierten Tipps, bis er herausfand, dass die "gekränkte Ehefrau" ihren Ex aus Rache ans Messer liefern wollte; der Mann hatte mit dem Verbrechen an Tristan nichts zu tun. Die Frau musste ein Bußgeld zahlen wegen falscher Verdächtigungen.

Kommissar Fey ermittelt unbeirrt fort. "Dieser Fall muss geklärt werden!" Es klingt wie ein Hilferuf. "Irgendwas ist nicht richtig gelaufen, sonst hätten wir den Täter." Fey geht davon aus, dass Tristan und sein Mörder eine Beziehung zueinander hatten. "Ob eher lose oder enger, kann ich nicht sagen." Fey macht eine kurze Pause. "Aber ich bin mir sicher: Tristan hat seinen Mörder gekannt."

Der Täter habe gewusst, dass sich Tristan zu dieser Zeit am Höchster Bahnhof herumdrückte; dass man den Jungen dort finden und ihm auflauern konnte. Der Tatort, vor und im Tunnel, "war die versteckteste Stelle am Bahnhof Höchst, die es damals gab", sagt Fey. An jedem anderen Ort in der Umgebung sei das Entdeckungsrisiko größer gewesen.

Eineinhalb Jahre nach Tristans Tod öffneten Unbekannte sein Grab auf dem Friedhof Höchst, legten Erde und Blumen auf eine Plastikplane. War es sein Mörder? Ein Helfer?

20 Jahre nach der Bestattung wird das Grab nun aufgelöst. Eine Bürgerbewegung wird am 26. März wenige Meter von der Grabstelle entfernt einen Gedenkort errichten, wie es bereits einen am Schlossplatz Höchst gibt.

Kommissar Fey unterstützt das Gedenken, betont aber, dass die Polizei nichts damit zu tun habe. Ihn beruhigt es, dass er nicht der Einzige ist, den der Fall Tristan Brübach nicht loslässt. "Der Fahndungsaufruf bleibt bestehen", sagt Fey und blickt aus dem Fenster. Mord verjährt nicht.

http://aktuelle-nachrichten.spdns.de/lin...ederbach-tunnel

#62 RE: Presseartikel von Helios 26.03.2018 09:00

20 Jahre danach
Erinnerung an Tristan Brübachs Schicksal
26.03.2018
VON HOLGER VONHOF

Auch 20 Jahre nach dem fürchterlichen Verbrechen ist der Mord an Tristan Brübach unvergessen. Heute wird sein Grabstein auf dem Höchster Friedhof zum Gedenkstein umfunktioniert.
Vor das Kreuz mit Tristan Brübachs Porträt legen Menschen immer wieder frische Blumen. Der brutale Mord an dem Jungen lässt die Bevölkerung auch 20 Jahre danach nicht los. Vor das Kreuz mit Tristan Brübachs Porträt legen Menschen immer wieder frische Blumen. Der brutale Mord an dem Jungen lässt die Bevölkerung auch 20 Jahre danach nicht los.


Das Grab auf dem Friedhof am Sossenheimer Weg ist nach zwei Jahrzehnten abgelaufen. Doch die Erinnerung an die grausame Tat, die sich am 26. März 1998 im Liederbach-Tunnel unter dem Gleisvorfeld des Höchster Bahnhofs ereignete, ist so lebendig, dass Menschen dagegen protestiert haben: Am Jahrestag des Verbrechens wird Tristans Grabstein zum Gedenkstein. Dafür wird er um etwa 80 Meter auf eine Freifläche versetzt, denn die letzte Ruhestätte, ein Erd-Reihengrab, wird geräumt. Der Stein kommt unter einen Baum. Privatleute hatten dafür Spenden gesammelt (wir berichteten).


Fall Tristan
20 Jahre danach: So sahen die letzten Stunden in Tristan ...
Vor 20 Jahren wurde Tristan Brübach grausam ermordet. Bis heute ist nicht klar, wer den damals 13-jährigen Frankfurter tötete. Das Protokoll der letzten Stunden in Tristans Leben.


Die große Spur ins Leere
Die Ermordung des Jungen, der heute 33 Jahre alt wäre, beschäftigt die Menschen – vielleicht auch deshalb, weil sein Mörder nie gefasst wurde. Die Trauer und Fassungslosigkeit ist noch immer groß: Vor dem steinernen Kruzifix am Höchster Schlossplatz steht seit wohl anderthalb Jahren ein gerahmtes Foto Tristans, vor das immer wieder Blumen gelegt werden.


Der in Frankfurt lebende Krimi-Autor Matthias Altenburg, der unter dem Pseudonym Jan Seghers seine Krimis um den Frankfurter Kommissar Jan Marthaler schreibt, hat den Fall Tristan in seinem jüngsten Werk aufgegriffen. In seinem Krimi „Menschenfischer“ reist Kommissar Marthaler nach Frankreich, wo ihn ein pensionierter und vom Leben gezeichneter Kollege auf eine neue Spur im „widerwärtigsten Verbrechen“ seiner Karriere bringen möchte. Tristan heißt im Buch Tobias, und der Krimi ist keine Nacherzählung des echten Kriminalfalls, sondern ein von ihm inspiriertes fiktives Werk.


Altenburgs Adaption ist eine Herangehensweise, die Empfindungen aufzuarbeiten. Viele Menschen beschäftigen sich noch heute mit dem Fall, recherchieren, schreiben an Büchern, glauben, der Polizei helfen zu müssen. Die hat allerdings bis heute keinen Täter dingfest machen können. Vor anderthalb Jahren war der als Serienmörder verdächtigte Manfred Seel aus Schwalbach mit der Ermordung Tristans in Verbindung gebracht worden, doch hat sich diese Spur nach neueren Angaben der Polizei nicht erhärtet: Die Prostituiertenmorde, die Seel zur Last gelegt werden, waren komplett geplant; die Tat im Liederbach-Tunnel war hingegen die spontane Tötung eines Zufallsopfers, mit großer Brutalität zelebriert: Unter anderem hat der Täter dem Jungen, den er zum Ausbluten ins Wasser gelegt hat, auch die Hoden und ein Stück Oberschenkel-Muskel herausgeschält.

Sondersendung im HR
Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass Seel als Mörder ausgeschlossen werden kann. Und natürlich gibt es Stimmen, die in der von der Polizei selbst konstruierten Verbindung des Prostituiertenmörders zu Tristan einen Versuch sehen, ein möglichst großes Interesse zu generieren – um den Fall vielleicht doch noch zu lösen.


Dass der bestialische Mörder je gefasst wird, das glauben inzwischen die Wenigsten. Auch wenn immer wieder sogenannte „Cold Cases“ neu aufgerollt und mit Hilfe modernster Technik gelöst werden – „kalt“ ist der Fall nie geworden, der zu den spektakulärsten Morden der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte gehört. Seine Präsenz im Bewusstsein der Menschen resultiert auch aus dem bis heute nicht geklärten Geschehen, das sich anderthalb Jahre nach dem Verbrechen ereignete: Im Oktober 1999 schlich sich nachts eine unbekannte Person zum Grab des Jungen auf dem Höchster Friedhof und grub bis in eine Tiefe von 1,20 Metern nach dem Sarg, ohne ihn jedoch zu erreichen. Warum der Täter den Sarg nicht erreichte, ihn aus der Erde holte, was er damit wollte – die Polizei weiß keine Antwort. Sie geht davon aus, dass der Grabschänder bei seiner Arbeit gestört wurde. Noch immer ist auf Hinweise, die zur Ermittlung des Mörders von Tristan Brübach führen, eine Belohnung von 20 000 Euro ausgesetzt – auch noch 20 Jahre nach der Tat.


Das HR-Fernsehen widmet dem Fall heute um 18.20 Uhr einen „Maintower Kriminalreport“. In der 30-minütigen Sendung mit Robert Hübner kommt Kriminalhauptkommissar Uwe Fey zu Wort. Er berichtet über die langjährigen Ermittlungen: vom Fund der grausam verstümmelten Leiche, den rund 21 000 Hinweisen, die die „Soko Tristan“ abgearbeitet hat. Und über seinen Wunsch, den Fall noch vor seiner Pensionierung in drei Jahren aufzuklären.

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Erin...;art675,2943888

#63 RE: Presseartikel von Helios 26.03.2018 14:04

Fragen und Antworten
Der Mordfall Tristan Brübach
Veröffentlicht am 26.03.18 um 08:40 Uhr

20 Jahre nach dem Mord an dem 13-jährigen Tristan in Frankfurt-Höchst ist sein Mörder immer noch nicht gefasst. Was wissen wir heute über den Fall, was macht ihn so besonders - und gibt es neue Spuren?

Was steckt hinter dem Fall Tristan Brübach?
Was macht den Fall so besonders?
Gibt es einen Verdächtigen?
Was ist mit dem Verdacht gegen den mutmaßlichen Serienmörder Manfred Seel?
Gibt es neue Erkenntnisse?
Gibt es noch Angehörige von Tristan?
Wo liegt Tristan begraben?
Was steckt hinter dem Fall Tristan Brübach?
Mordopfer Tristan Brübach
Tristans Mörder ist noch immer nicht überführt. Bild © picture-alliance/dpa
Der 13 Jahre alte Tristan Brübach wurde am 26. März 1998 in einem dunklen Tunnel in der Nähe des Bahnhofs im Frankfurter Stadtteil Höchst grausam ermordet. Der Täter prügelte Tristan bewusstlos, würgte ihn und schnitt ihm die Kehle durch.

Er schnitt dem Jungen Muskelfleisch weg, entfernte die Hoden und nahm sie mit. Auf einem blutigen Schulheft Tristans fanden die Ermittler einen Fingerabdruck, der niemandem zugeordnet werden konnte. Heute, 20 Jahre nach Tristans Tod, ist der Täter immer noch nicht gefasst.

Was macht den Fall so besonders?
Ein Beamter bezeichnete den Fall Tristan als einen der "brutalsten Fälle in Deutschland" in der Nachkriegsgeschichte. Das Kind sei regelrecht geschächtet worden. Das Motiv und das ungewöhnliche Tötungsvorgehen geben bis heute Rätsel auf. Es ist kein anderer Fall bekannt, in dem eine Leiche ein ähnliches Verletzungsbild aufweist.

Der Fall löste Entsetzen und eine der größten Fahndungsaktionen in der Bundesrepublik aus. In Höchst und fünf weiteren westlichen Frankfurter Stadtteilen wurden über 14.000 Männer aufgefordert, ihre Fingerabdrücke abzugeben. Aber nicht alle erschienen, obwohl Ermittler die Betreffenden zu überzeugen versuchten und versicherten, dass die Fingerabdrücke nur für diesen Fall verwendet würden. Die abgegebenen Fingerabdrücke brachten keinen Treffer.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit dem Fall mehr als 20.000 Spuren bearbeitet, bis heute verliefen alle ins Leere.

Gibt es einen Verdächtigen?
In den zwei Jahrzehnten gab es zwischenzeitlich verschiedene Verdächtige. Als Hauptverdächtiger gilt jetzt wieder ein Mann mit blondem Zopf und einer Narbe an der Oberlippe. Er wurde zur Tatzeit an dem Tunnel gesehen, eine Zeugin will Tristan zudem einige Tage zuvor in Begleitung dieses Mannes gesehen haben. Der Gesuchte soll heute zwischen 40 und 60 Jahre alt sein.

Ein Jahr nach der Tat wurde bei Niedernhausen (Rheingau-Taunus) der Rucksack von Tristan gefunden - mit einer Deutschlandkarte auf Tschechisch. Daher wurde auch im Prager Fernsehen gefahndet.

Was ist mit dem Verdacht gegen den mutmaßlichen Serienmörder Manfred Seel?
Wegen der besonderen Grausamkeit, mit der vorgegangen wurde, waren den Ermittlern Parallelen zu dem Fall des mutmaßlichen Serienmörders Manfred Seel aus Schwalbach (Main-Taunus) aufgefallen. In der Garage des Mannes war nach seinem Tod 2014 ein Fass mit Leichenteilen einer zerstückelten Frankfurter Prostituierten gefunden worden.

Der Verdacht, Seel sei auch an dem Tod Tristans beteiligt, ließ sich nicht erhärten. Erschwerend kam hinzu, dass von Seel nur drei Fingerabdrücke erhältlich waren, die man vergleichen konnte.

Gibt es neue Erkenntnisse?
Aktuell gibt es einen neuen Hinweis aus dem Ausland, wie Ermittler Uwe Fey von der Kriminalpolizei Frankfurt dem hr-fernsehen sagte. "Der Mann ist jahrelang mit dem Hinweis schwanger gegangen und hat sich jetzt nach seiner Pensionierung dazu durchringen können, mich anzurufen, beziehungsweise hat sich per E-Mail an mich gewandt." Details dazu wollte Fey, der seit 16 Jahren in dem Fall ermittelt, noch nicht nennen.


"Dem gehe ich nach, auch wenn's jetzt ins Ausland führt." Es sei eine Spur, die er ausermitteln wolle. Ob es sich dabei um einen Hinweis einer Person handelt, die eigentlich einer Verschwiegenheitspflicht unterliegt, weil Pfarrer, Arzt oder Psychologe, ließ er dabei offen. Er hoffe jedoch darauf, dass auch diese Berufsgruppen sich melden, wenn sie Hinweise auf den Täter hätten. "Wenn sich Leute bei mir melden würden, die sagen, das Profil passt, die Psyche passt, das Aussehen passt - dann wäre ich dankbar."

Gibt es noch Angehörige von Tristan?
Nein. Tristans Mutter beging bereits drei Jahre vor dem Verbrechen Selbstmord. Tristans Vater starb 2015 im Alter von 59 Jahren. Er hatte den Jungen nach dem Tod der Mutter allein aufgezogen und den Mord an seinem Kind nie verwunden.

Wo liegt Tristan begraben?
Auf dem Friedhof im Stadtteil Höchst. Weil das Grab des Jungen nun nach 20 Jahren aufgelöst wird, haben engagierte Bürger sich für einen Ort des Gedenkens an Tristan auf dem Friedhof eingesetzt. Dieser soll am Montag an Tristans 20. Todestag eingeweiht werden.

Sendung: hr-fernsehen, maintower kriminalreport, 25.03.2018, 19.00 Uhr

http://www.hessenschau.de/panorama/frage...nkfurt-100.html

#64 RE: Presseartikel von wetterfrosch 26.03.2018 23:54

avatar

26.03.2018 10:35

Berührend! Das geschieht 20 Jahre nach dem Mord mit Tristans (†13) Grab

Frankfurt - Noch immer ist der Mörder von Tristan Brübach (†13) nicht gefasst. 20 Jahre nach der brutalen Ermordung und Verstümmelung des Jungen, soll sein Grab auf dem Friedhof in Frankfurt-Höchst entfernt werden. Ein warmherziger Samariter möchte das Gedenken an Tristan jedoch aufrecht erhalten.

Eines der wohl schlimmsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte in Hessen, hat noch immer keinen Abschluss gefunden. Mit einem langen Schnitt durch den Hals wurde der Junge ermordet, danach entfernte ihm der Täter die Hoden und Muskelfleisch vom Gesäß und dem Oberschenkel. Trotz zahlreicher Spuren, konnte der Mörder nie dingfest gemacht werden.

Am Ende des Jahres soll das Grab des Jungen verschwinden. Dies sei laut Thomas Bäder vom Frankfurter Friedhofsamt eine ganz normale, nicht verlängerbare Frist. Laut hessenschau.de wollen aber einige engagierte Bürger mit einer Gedenkstätte an den ermordeten Teenager erinnern. Dieser befinde sich laut Bäder "unter einem großen Baum, in einem Bereich, der nicht mit Gräbern belegt werden kann".

Die finanziellen Mittel dafür beschaffte Cornelia Scherf aus Eschborn, die ein Spendenkonto einrichtete. Ein weiterer Helfer ist Michael Fiedler, der es sich zur Aufgabe gemacht Gräber von gewaltsam zu Tode gekommenen Kindern zu pflegen. Dafür war dem Taxifahrer auch der Weg aus Hamburg nicht zu weit.

"Ich habe Freunde, die reisen Fußballvereinen hinterher. Das wiederum ist für mich unvorstellbar", sagte der 54-Jährige, der Tristans Grab in den letzten Jahren mehr als acht Mal besuchte."Mir geht die schreckliche Geschichte von Tristan nicht mehr aus dem Kopf", ergänzte Fiedler.

Besonders am Herzen liegt ihm ein Gedenkstein am Grab des Jungen, der zu einem Herz geformt und mit Schmetterlingsflügeln versehen ist. Mit der errichteten Gedenkstätte soll auch nach der Entfernung des Grabes die Erinnerung an Tristan ein stückweit bestehen bleiben.

https://www.tag24.de/nachrichten/frankfu...kstaette-485098

#65 RE: Presseartikel von Christine 13.04.2019 08:48

avatar

Kommissar Fey und das Rätsel vom Liederbach-Tunnel

Ein Unbekannter tötete den 13-jährigen Tristan - bei keiner anderen Tat fand die Polizei vergleichbare Verstümmelungen. 20 Jahre später sucht der zuständige Frankfurter Ermittler noch immer nach Antworten.

Von Julia Jüttner, Frankfurt am Main
Samstag, 24.03.2018 16:42 Uhr


Uwe Fey sitzt an seinem Schreibtisch im Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Kommissariat 11, und blickt in den Taunus. Seine Laune könnte besser sein. Er ist HSV-Fan. Das Gefühl, das ihn erstmals seit Jahrzehnten beim ersten Spiel der Rückrunde in Augsburg beschlich, hat sich festgesetzt: Der Hamburger Traditionsverein steigt ab.

Fey ist ein zäher Typ, hartnäckig, unverdrossen. Das hat er in den vergangenen Jahren als Anhänger des HSV bewiesen und noch mehr in 40 Jahren als Polizeibeamter. Fast die Hälfte dieser Zeit kämpft er um die Aufklärung eines Verbrechens, das Frankfurt und die Region erschütterte: der Mord an Tristan Brübach, einem 13 Jahre alten Jungen, der am 26. März 1998 in der Nähe des Bahnhofs Frankfurt-Höchst getötet wurde.

Im Mai 2016 sah es so aus, als sei man Tristans Mörder auf die Spur gekommen. Eine andere Ermittlergruppe hatte Manfred Seel im Visier: einen Entrümpler, Familienvater und Serienmörder aus Schwalbach im Taunus. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass Seel zwischen 1971 und 1993 fünf Frauen tötete, verstümmelte, Teile ihrer Leichen aufbewahrte. Seine dunkle Seite flog allerdings erst nach seinem Tod im Sommer 2014 auf.

Seel, ein sadistisch veranlagter Mann mit sexueller Präferenzstörung, schnitt seine Opfer auf, sezierte sie fein säuberlich und entnahm ihnen Organe. Die Vorgehensweise des Tötens, das Verletzungsbild der Opfer, in einem Fall die säuberlich deponierten Schuhe der Toten - all das erinnerte an den Mord an Tristan Brübach.
Anzeige

Der Münchner Profiler Alexander Horn erstellte ein Täterprofil: Manfred Seel hatte sich seine Opfer bewusst ausgesucht; angeschlagene, hilflose, sich selbst überlassene, ausgegrenzte Personen ohne feste soziale Bindungen. Menschen, die nur wenige wirklich vermissten. Leichte Opfer. Auch das eine Parallele zum Fall Tristan Brübach.

Aber tötete der Frauenmörder Seel auch einen 13-jährigen Jungen?

Kommissar Fey hat keine Sekunde an diese Theorie verschwendet. "Das war eine Spur, ein Hinweis, aber der Verdacht hat sich nicht erhärtet", sagt er in seinem Büro und atmet tief durch. "Dass Manfred Seel Tristans Mörder ist, dafür gibt es keinen konkreten Verdacht." Damit bleibt der Fall ungeklärt und einer der wenigen, die Fey bis heute umtreiben.

Gestörte Sexualität

Fey blieb zwar der Anblick Tristans, wie er an jenem 26. März 1998 im Tunnel gefunden wurde, erspart: Die Kehle durchtrennt bis zur Wirbelsäule, Teile des Oberschenkelmuskels herausgeschnitten, die Hoden herausgeschält. Ein Ethnologe sprach von einer "Schlachtung".

Die Tatortfotos aber haben sich Fey, der erst nach einigen Monaten zum Ermittlerteam stieß, derart ins Gedächtnis gebrannt, als wäre er mit dem Erkennungsdienst vor Ort gewesen. Seit 16 Jahren arbeitet er nun federführend die Spuren im Fall Tristan ab, er hat die Bilder immer im Kopf. Tristan war so schlimm zugerichtet, dass er für die Beamten im Einsatz nur über den Namen auf seinen Schulheften zu identifizieren war.

Der Tatort: ein 100 Meter langer Tunnel des Liederbachs, finster und kühl, damals zugewuchert von Gebüschen und Gestrüpp, nur über schmale Trampelpfade erreichbar, die kurzen, steilen Hänge hinunter. Für Kinder war es das ideale Versteck, der perfekte Ort für eine Mutprobe: Wer traut sich in das feuchte, schwarze Loch?

Der Täter überfiel Tristan am helllichten Tag vor dem Tunnel, tötete ihn und ließ ihn im Flußbett ausbluten. Erst danach zerrte er ihn in die Dunkelheit des Tunnels, verstümmelte ihn. Die Tat dauerte nicht länger als 15 Minuten.

Fey und seine Kollegen haben in mehr als 80 Ländern nach vergleichbaren Verbrechen gesucht: Das Verletzungsbild ist weltweit einmalig, so hat noch kein anderer Täter getötet. Die Genitalien und das Fleisch nahm er mit, Analytiker werten es als Zeichen seiner gestörten Sexualität.

Die Mutter hatte sich das Leben genommen

Tristan Brübach lebte nicht weit entfernt im Stadtteil Unterliederbach. Ein aufgeweckter Junge mit trauriger Kindheit. Die Mutter, einst drogensüchtig, hatte sich 1995 das Leben genommen. Der Vater, der 2015 starb, hatte sich für seinen Job in einem Kiosk am Hauptbahnhof aufgerieben. Tristan war viel alleine, tröstete sich mit seinem Kaninchen Hoppelfried, vertrieb sich die Zeit vor seiner Playstation oder streunte auf der Straße herum.

Tristans unstetes Leben bietet Stoff für viele Legenden, die sich die Anwohner rund um den Tatort erzählen. Tristan habe mit Drogen gedealt, seinen jungen Körper an ältere Männer verkauft, vielleicht war er Zeuge krimineller Machenschaften und musste deshalb sterben. Die Leute werden nicht müde, ihre eigenen Ängste in den Fall zu projizieren. Jeder in Frankfurt-Höchst kennt das Verbrechen an Tristan Brübach, jeder meint wahre Details zum Fall zu kennen.

Kommissar Fey und seine Kollegen der Mordkommission 3 ließen nichts unversucht: Sie nahmen von 14.500 Männern aus der Umgebung Fingerabdrücke, arbeiteten etwa 24.000 Spuren und Zeugenaussagen ab; manche haben Fey monatelang beschäftigt. Anhand mehrerer Zeugenaussagen wurde ein Phantombild erstellt: Es zeigt einen Mann mit blondem Pferdeschwanz.

Zwei Mitarbeiter der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Höchst meldeten sich 2008 mit dem Hinweis, der Mann auf dem Phantombild habe dort eingesessen. Fey wertete die Akten aus von Gefangenen, die in Frage kamen und in Höchst inhaftiert waren. Aber er hatte nur Zugriff auf die Unterlagen derer, die auch dort entlassen worden waren. An die Akten der Häftlinge, die im Rahmen ihrer Freiheitsstrafe in ein anderes Gefängnis verlegt worden waren, kam er nicht heran.

Fey schickte an alle rund 400 Justizvollzugs- und Maßregelvollzugsanstalten in Deutschland das Phantombild verbunden mit der Frage, ob dieser Mann inhaftiert sei oder einst war: nicht einmal 80 Anstalten beantworteten seine Anfrage.

Ein Arzt hat einen Tipp, ein Gericht stoppt den Ermittler

Nach einem Fahndungsaufruf bei "Aktenzeichen XY ungelöst" meldete sich ein HNO-Arzt bei Fey und gab ihm den Tipp, er möge alle Krankenhäuser abklappern. Der mögliche Täter, der Zeugenaussagen zufolge beim Sprechen "näseln" sollte, könne eine Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalte haben, so der Arzt. Dies würde bei allen Kliniken registriert. Doch das zuständige Amtsgericht hielt den Eingriff für unverhältnismäßig und lehnte aus Gründen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte den Antrag ab, wonach Fey alle registrierten Patienten hätte überprüfen können.

Viel Zeit investierte der Ermittler auch in eine Frau aus Amerika, die Kontakt zu ihm aufnahm und ihren ehemaligen Ehemann im Verdacht hatte. Sieben Monate lang fütterte sie Fey geschickt mit detaillierten Tipps, bis er herausfand, dass die "gekränkte Ehefrau" ihren Ex aus Rache ans Messer liefern wollte; der Mann hatte mit dem Verbrechen an Tristan nichts zu tun. Die Frau musste ein Bußgeld zahlen wegen falscher Verdächtigungen.

Kommissar Fey ermittelt unbeirrt fort. "Dieser Fall muss geklärt werden!" Es klingt wie ein Hilferuf. "Irgendwas ist nicht richtig gelaufen, sonst hätten wir den Täter." Fey geht davon aus, dass Tristan und sein Mörder eine Beziehung zueinander hatten. "Ob eher lose oder enger, kann ich nicht sagen." Fey macht eine kurze Pause. "Aber ich bin mir sicher: Tristan hat seinen Mörder gekannt."

Der Täter habe gewusst, dass sich Tristan zu dieser Zeit am Höchster Bahnhof herumdrückte; dass man den Jungen dort finden und ihm auflauern konnte. Der Tatort, vor und im Tunnel, "war die versteckteste Stelle am Bahnhof Höchst, die es damals gab", sagt Fey. An jedem anderen Ort in der Umgebung sei das Entdeckungsrisiko größer gewesen.

Eineinhalb Jahre nach Tristans Tod öffneten Unbekannte sein Grab auf dem Friedhof Höchst, legten Erde und Blumen auf eine Plastikplane. War es sein Mörder? Ein Helfer?

20 Jahre nach der Bestattung wird das Grab nun aufgelöst. Eine Bürgerbewegung wird am 26. März wenige Meter von der Grabstelle entfernt einen Gedenkort errichten, wie es bereits einen am Schlossplatz Höchst gibt.

Kommissar Fey unterstützt das Gedenken, betont aber, dass die Polizei nichts damit zu tun habe. Ihn beruhigt es, dass er nicht der Einzige ist, den der Fall Tristan Brübach nicht loslässt. "Der Fahndungsaufruf bleibt bestehen", sagt Fey und blickt aus dem Fenster. Mord verjährt nicht.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/t...-a-1199037.html

#66 RE: Presseartikel von Tumbleweed 24.02.2020 08:52

avatar

Mordfall Tristan - Wir vergessen niemals
14 Std. ·

MORDFALL TRISTAN BEKOMMT EIGENE WEBSITE

Endlich ist es soweit: Mordfall-Tristan.de geht online! Ein Jahr lang haben wir daran gearbeitet, eine professionelle Website zu designen, die alle wichtigen Informationen zum "Mordfall Tristan" beinhaltet und auf würdevolle Weise an Tristan erinnert.

Auf unserer Facebook-Seite werden wir weiterhin über Neuigkeiten berichten. Mit der Website jedoch haben wir jetzt die Möglichkeit, alle Inhalte ausführlicher und übersichtlicher zu präsentieren.

Auf Mordfall-Tristan.de findet ihr erstmals ausführliche Informationen zur Ebnung von Tristans Grab, der Gedenkfeier und der Gedenkstätte. Exklusiv für unsere Seite haben wir hochwertige Bilder des Tunnels und der Umgebung angefertigt. Mithilfe eines Übersetzers haben wir unsere Seite außerdem komplett zweisprachig in Deutsch und Englisch designt, damit wir auch international auf den ungelösten Fall aufmerksam machen können.

Nun benötigen wir eure Hilfe! Bitte teilt diesen Beitrag. Bitte zeigt so vielen Menschen wie möglich unsere Seite. Ihr findet außerdem auf fast jeder Unterseite Share Buttons, um die jeweiligen Beiträge über Social Media zu teilen.

Wir haben viel Zeit und Mühe in unsere Website gesteckt - in der Hoffnung, dass der Fall endlich gelöst und Tristans Mörder gefunden wird!

https://mordfall-tristan.de/

https://mordfall-tristan.de/?fbclid=IwAR...ykTXAlZmZ4Kcs5M

#67 RE: Presseartikel von Christine 24.02.2020 13:31

avatar

Die Homepage ist sehr gut geworden. Sehr informativ und übersichtlich gestaltet.

#68 RE: Presseartikel von wetterfrosch 27.09.2020 01:20

avatar

Ungelöst und unvergessen - Episoden

Morgen • 22:00

Ungelöst und unvergessen - Die mysteriösesten Mordfälle Deutschlands

Grausames Verbrechen in Frankfurt: Der 13-jährige Tristan Brübach wird brutal ermordet, sein Körper verstümmelt, aber der Täter nie gefunden. Wer ist zu so einer furchtbaren Tat fähig? Auch der Mörder von Gertrud Kalweit wurde nie gefunden. Im März 1980 wurde sie vergewaltigt und auf brutale Weise umgebracht. Alexandra Rietz und Lydia Benecke beleuchten die Fälle genauer.

https://www.sat1gold.de/tv/ungeloest-und...e-deutschlands3

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz