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#1 RE: Presseartikel von Christine M. 14.11.2012 19:48

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Dieses Thema ist nur für Presseberichte

#2 RE: Presseartikel von Christine 16.11.2012 22:59

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Dieser Fall ist leider an Grausamkeit nicht zu überbieten.

Es ist jetzt am Anfang leider viel zu lesen, für die, die mit dem Fall noch nicht so vertraut sind.

Im nasskalten Liederbach-Tunnel massakrierte ein Killer den 13-Jährigen, ließ den Körper des sterbenden Schülers ausbluten, verstümmelte die Kinderleiche. Jetzt gibt es eine neue Spur vom dem irren Kindermörder! Wer kennt diesen Hasenscharten-Mann mit den stahlblauen Augen?

26. März ´98: Tristan verlässt um 13.30 Uhr die Meisterschule. Um 15.20 Uhr wird der Fünftklässler zuletzt lebend gesehen. Im Park am Höchster Busbahnhof. Um 17.08 Uhr der Leichenfund!

Die perverse Vorgehensweise des Mörders – einmalig in der Kriminalgeschichte: Der Täter prügelt Tristan durch wuchtige Hiebe ins Gesicht bewußtlos, dann schneidet er ihm die Kehle durch. Ein Ermittler: „Den Leichnam ließ der Mörder erst im Liederbach ausbluten. Dann zog er Tristan im Tunnel die Unterhose runter, setzte einen tiefen Schnitt oberhalb des Schambeines. Der Mörder schnitt den Hodensack auf und entnahm beide Hoden. Dann trennte er an Gesäß und Oberschenkel Muskelfleisch heraus.“

Die Mordkommission überprüfte Tausende, machte Speichel-Serientests, sortierte 20 000 Spurenträger – kaum Erfolg. Bis auf einen blutigen Fingerabdruck!

Jetzt haben K11-Fahnder sich erneut durch die 360 (!) Aktenordner des Mordfalls gearbeitet. Dabei stießen sie immer wieder auf den Mann mit dem Pferdeschwanz... Zwar hatten Kripo-Fahnder bereits ´98 alle Langhaarigen überprüft, doch dieser Mann blieb verschwunden.

Anhand von 3 „glaubhaften Zeugen“ konnte jetzt dieses Phantombild beim LKA erstellt werden.

Der Tristan-Mörder ist ca. 175 cm, 20-30, ungepflegt, hager, blasses Gesicht, Narbe oder Hasenscharte an der Oberlippe.

Das Bild – vermutlich die letzte Chance vom K11 den Killer zu fassen.

20 000 Euro Belohnung: 3 069 / 755-51108.
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Hier noch einmal der ganze Fall:

Tagesablauf von Tristan Brübach am Todestag, 26.03.1998

Am 26.03.1998 verließ der Vater von Tristan, Bernd Brübach, gegen 04:30 Uhr die Wohnung und ging zur Arbeit. Tristan stand wie üblich alleine auf, um zur Schule zu gehen. Gegen 08:00 Uhr rief Tristan seinen Vater auf der Arbeitsstelle an, weil er über Rückenschmerzen klagte und nicht zur Schule gehen wollte. Sein Vater konnte ihn allerdings dazu bewegen, doch in die Schule zu gehen und später den Hausarzt aufzusuchen. Tristan telefonierte um diese Zeit mit seinem Vater aus einer zur Wohnung nahegelegenen Telefonzelle. Nach dem Telefonat traf Tristan zufällig seinen Freund Boris. Beide fassten den Entschluss, vor der Schule nochmal eine Zigarette zu rauchen. Dadurch verspätete sich Tristan und kam erst zur 2. Stunde, gegen 09:00 Uhr, in den Unterricht.

Seine Klassenlehrerin bestätigte, dass Tristan bis ca. 13:30 Uhr durchgängig in der Schule war. Tristan nahm am Unterricht und am gemeinsamen Mittagessen (12:30 Uhr - 13:15 Uhr) teil. Nach dem Mittagessen fragte Tristan die Klassenlehrerin, ob er zum Arzt gehen könnte, weil er starke Rückenschmerzen hatte. Dabei gab Tristan an, am Tag zuvor vom Baum gefallen zu sein. Tatsächlich hat er sich mit seinem Freund Maik mit Steinen beworfen, wobei Tristan durch einen Steinwurf am Rücken verletzt wurde. Die Lehrerin stimmte dem Arztbesuch zu und Tristan verließ gegen 13:30 Uhr die Schule.

Eine Mitschülerin einer anderen Klasse hat Tristan gesehen, als er an der Haltestelle Allesinastraße, in Höhe der Schule, in den Bus stieg und in Richtung Bahnhof Höchst fuhr. Er nahm wie immer, auf der hinteren Rückbank im Bus Platz.

Zwischen 14:00 Uhr und 14:20 Uhr wurde Tristan von seinem Freund Boris im Bus fahrend gesehen. Boris saß zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Bus und versuchte Tristan auf sich aufmerksam zu machen. Tristan nahm jedoch die Zeichen von Boris nicht wahr. Um seinen Freund zu treffen, verließ Boris seinen Bus und versuchte auf einem kürzeren Weg den Bahnhof Höchst zu erreichen. Dabei rannte er durch die Höchster Fußgängerzone, die der Bus auf einem längeren Weg umfahren muss. Doch als Boris am Höchster Bahnhof ankam, fand er Tristan nicht und ging nach Hause.

Ein Schüler der Hostatoschule sah Tristan auf seinem Nachhauseweg gegen 14:15/14:25 Uhr am Höchster Bahnhof, als er alleine auf einer Bank saß.

Letztmals lebend gesehen, wurde Tristan gegen 15:20 Uhr, als er auf einer Bank in einer parkähnlichen Anlage, in der Nähe vom Höchster Busbahnhof saß. Aufgrund seiner Tierliebe kam er dabei mit einer Hundehalterin ins Gespräch, die ihren Hund ausführte. Nachdem die Hundehalterin ihren Weg fortsetzte und sich dabei nochmal umschaute, stellte sie fest, dass auf der Bank neben Tristan zwei männliche, vermutlich ausländische, Personen saßen.

Etwa um 15:30 Uhr spielten drei Jugendliche auf dem Spielplatz hinter dem Anwesen Adelonstraße 31, als sie sich entschlossen zum Bahnhof Höchst zu gehen, um mit dem Bus zum Sportplatz zu fahren. Um ihren Fußweg abzukürzen, wollten die drei Kinder durch den Tunnel des Liederbaches gehen. Als die den Tunnel betreten hatten, sahen sie einen Mann, der sich über einen Gegenstand auf dem Betonsockel beugte. Die Kinder beobachteten den Mann etwa zwei Minuten und entschlossen sich dann für den längeren Fußweg um den Tunnel herum. Durch die weiteren Ermittlungen dürfte feststehen, dass diese drei Kinder den Mörder von Tristan bei seiner Tat beobachtet haben, wobei sie allerdings die Tat nicht als solche erkannt haben. Bei den Vernehmungen der drei Kinder hat sich eine brauchbare Täterbeschreibung herkristallisiert, die allerdings noch nicht zur Identifizierung geführt hat.

Die Meldung vom Leichenfund ging bei der Polizei erst gegen 17:08 Uhr ein. Ein Kinderbetreuer einer in Tatortnähe liegenden Kindertagesstätte wurde von zwei Kindern informiert, dass im Tunnel eine Leiche liegen würde. Die beiden Kinder spielten ebenfalls auf dem Spielplatz hinter der Adelonstraße 31 und trafen dort auf die zuvor erwähnten Jugendlichen. Etwa eine halbe Stunde später (ca. 16:00 Uhr), nachdem die drei Jugendlichen mit dem Bus zum Sportplatz fahren wollten, entschlossen sich die beiden Kinder ins Kinderhaus auf die andere Seite der Bahnschienen zu gehen. Auch die beiden nahmen die Abkürzung durch den Tunnel des Liederbaches. Dort fanden sie auf dem Betonsockel die Leiche von Tristan. Die beiden Kinder erzählten dem Betreuer im Kinderheim von ihrem schrecklichen Fund. Nachdem der Betreuer sich vom Wahrheitsgehalt überzeugt hatte, verständigte er die Polizei.

#3 RE: Presseartikel von Christine 16.11.2012 23:00

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Biographie von Tristan

Tristan war das einzige Kind der Eheleute Iris und Bernd Brübach. Er wurde am 03.10.1984 in Frankfurt geboren und wuchs in den Frankfurter Stadtteilen Höchst und Unterliederbach auf.

Im Jahre 1995 verstarb seine Mutter. Bernd Brübach mußte als alleinerziehender Vater seine Vollzeitbeschäftigung beibehalten, um die Lebenshaltungskosten der Familie bestreiten zu können.

Tristan entwickelte sich trotz des tragischen Verlustes der Mutter relativ gut und altersgerecht.
Bernd Brübach wurde durch Tristans Großmutter unterstützt, die dem Jungen zusätzlichen Halt gab.
Tristan besuchte zuletzt die 5. Klasse der Meisterschule in Frankfurt-Sindlingen, auf die er kurz zuvor vonder Walter-Kolb-Schule in Frankfurt-Höchst gewechselt war.

Tristan versuchte, körperliche Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen oder älteren Jugendlichen zu vermeiden, wurde aber dennoch häufig von diesen angegriffen, teilweise sogar beraubt.

Da Tristan schon früh selbständig werden mußte, bewegte er sich trotz seiner 13 Jahre auch ziemlich selbständig in Höchst. Dabei könnte es zu flüchtigen Kontakten zu Personen der sogenannten "Szene" gekommen sein, ohne daß man Tristan deshalb als Angehöriger des kriminellen Milieus bezeichnen könnte.
Er erscheint eher so, daß Tristan seinem Mörder zufällig begegnete. Allerdings kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden, daß Tristan bereits zuvor einmal mit seinem späteren Mörder zusammentraf.
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10.000 Männer ließen Fingerabdrücke vergleichen

Die Polizei kann im Fall Tristan auf eine beachtliche Zahl kalter Spuren und Fahndungs-Misserfolge zurückblicken. Als Schlag ins Wasser erwies sich der Massentest unter der jüngeren männlichen Bevölkerung mehrerer Stadtteile. Mehr als 10.000 West-Frankfurter sollten ihre Fingerabdrücke mit einem Print vergleichen lassen, den der Täter auf einem später zufällig im Wald gefundenen, mit Blut getränkten Schulbuch Tristans hinterlassen hatte. Der Täter musste sich in Höchst gut ausgekannt haben, denn die Abkürzung durch den unterirdischen Kanal kennen nur Einheimische.

Abgesehen von der hohen Fluktuation in einer großstädtischen Bevölkerung stießen die Polizisten auch an rechtliche Grenzen. Schon unter den gut 4600 ins Visier genommenen Bewohnern der beiden dem Tatort nächsten Stadtteile Höchst und Unterliederbach weigerten sich 54, an der freiwilligen Aktion teilzunehmen. Die Staatsanwaltschaft prüfte und fand keinen rechtlichen Ansatz, wie gegen diese Personen weiter ermittelt werden konnte. Vom Massentest erst gar nicht erfasst wurden tausende Pendler, die jeden Tag auf dem Höchster Bahnhof umsteigen und die ebenfalls in die tausende gehenden Beschäftigten des nahen Industrieparks Höchst.

Auch der "Kannibale von Rotenburg" wurde befragt
Nach menschlichem Ermessen haben die Ermittler kaum etwas unversucht gelassen, den grausamen Fall zu lösen. Neben dem weltweiten Abgleich der Fingerspur haben sie unter anderem den verurteilten "Kannibalen von Rotenburg", Armin Meiwes, befragt. Auch unter dessen dubiosen Internet-Bekanntschaften wurde nach dem Täter gesucht. Eine Familie geriet in den Fokus, weil die Mutter eines Jungen zu häufig auf einer Tristan-Seite im Internet herumklickte - aus Angst, ihr Kind könne auch einmal Opfer eines derartigen Täters werden, wie sie hinterher glaubhaft versicherte. Ebenfalls erfolglos blieb der kriminaltechnisch äußerst anspruchsvolle Versuch, aus dem Fingerabdruck-Fragment kleinste Genspuren des Täters zu isolieren.

Letzte Hoffnung "Aktenzeichen XY"

Ermittler Fey hat die Fingerabdruck-Karteien inzwischen links liegengelassen und sich den übrigen rund 10.000 Spuren gewidmet. Seine vorläufig letzte Hoffnung stützt sich auf zwei Zeugenaussagen, die er in der am 4. April ausgestrahlten ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" präsentieren will. Gesucht wird ein Mann, der seine Haare zur Tatzeit als Pferdeschwanz trug. Ein Mädchen hatte einen solchen Mann im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in der Nähe des Tatorts gesehen. Eine Woche später hatte ein ähnlich beschriebener Unbekannter in einer Rechtsanwaltskanzlei in Frankfurt-Höchst um rechtlichen Beistand gebeten. Die Damen der auf Wirtschaftssachen spezialisierten Kanzlei gaben dem abgerissen wirkenden Bittsteller mit einer operierten Hasenscharte die Adresse eines Strafrechtlers. Dort wurde der Mann allerdings nie gesichtet. "Möglicherweise handelt es sich um denselben Mann, der als Täter oder wichtiger Zeuge in Frage kommt", erklärte Fey.

Wollte der Mörder ein Kriegstrauma verarbeiten?

In die Ermittlungen wurden auch das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und eine Anwerbestelle für Fremdenlegionäre eingeschaltet. In mehreren osteuropäischen Staaten wurden Nachforschungen angestellt, vor allem in Tschechien, denn im Rucksack des Jungen, der ein Jahr nach dem Mord in einem Waldstück entdeckt wurde, fanden die Beamten eine Deutschlandkarte in tschechischer Sprache. Wegen des Verletzungsbildes halten es die Ermittler offenbar für möglich, dass es sich bei dem Mörder um einen traumatisierten Soldaten handelt.

Täter womöglich unauffällig
Die Beamten schließen aber keine Möglichkeit aus. Man dürfe nicht erwarten, dass man bei einer ungewöhnlichen Tat auch auf einen ungewöhnlichen oder ausgeflippten Täter stoße, erklärte ein Analytiker des Bundeskriminalamts in Wiesbaden gegenüber "Spiegel TV". Oft stelle sich im Nachhinein heraus, dass Menschen die solche Taten begehen, eher unauffällig sind.

Also vielleicht ein netter Nachbar? Oder doch ein Schwerstkrimineller mit langem Vorstrafenregister? Ob Tristan seinen Mörder kannte, ob der Tatort zufällig war oder gezielt ausgesucht wurde, all dies bleiben auch nach all den Jahren noch offene Fragen in einem Mordfall, der selbst für hartgesottene Kriminalisten alles andere als gewöhnlicher Alltag ist.

#4 RE: Presseartikel von Christine 16.11.2012 23:01

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BITTE NICHT LESEN WER SCHWACHE NERVEN HAT

Ich setze euch auch mal den Rest hier hinein..... bisher war ich mir nicht sicher, ob ich soll oder nicht. Ich denke aber, das jeder ruhig wissen sollte, was für ein Monster den kleinen Tristan umgebracht hat.
Also bitte jetzt nur weiterlesen, wer denkt es ist ok für ihn.



SPIEGEL TV Magazin (Sonntag, 23.10 Uhr, RTL) ist es jetzt gelungen, Einblick in die Ermittlungsakten zu bekommen, und zeigt bisher unveröffentlichte Bilder und Akten. Autor Oliver Becker sprach mit Fahndern wie dem mittlerweile pensionierten Leiter der Mordkommission Rudolf Thomas. Kripo und Staatsanwaltschaft erhoffen sich durch die Zusammenarbeit neue Hinweise auf den Täter.

Laut Tatort-Befundbericht der Kripo vom 26. März entdeckten Kinder um 15.45 Uhr im Liederbach-Tunnel Tristans verstümmelten Leichnam. Der inzwischen verschlossene Tunnel wurde 1937 erbaut und diente seit Jahrzehnten vielen Schülern als Abkürzung zwischen dem Hoechster Bahnhof und einer Grünanlage mit Spielplatz.

Tristans Leichnam entsetzt die Pathologen

Noch in der Mordnacht, ab 22.50 Uhr, protokolliert das Frankfurter Zentrum für Rechtsmedizin in einer über sechsstündigen Obduktion unter der Sektionsnummer 282/98 ein Verletzungsbild, wie es weltweit kein zweites Mal bekannt geworden ist: Das Gesicht des Opfers ist von großflächigen Hämatomen gezeichnet, Spuren schwerster Gewalteinwirkung, vermutlich Faustschlägen. Bis zur Bewusstlosigkeit würgt der Täter den Jungen danach mit einem Unterarmgriff. Schließlich trennt er ihm hinterrücks die Kehle durch: mit einem einzigen Schnitt, von einem Ohr bis zum anderen, so dass der Kopf beinahe vom Rumpf getrennt wird.

Die Polizei findet um den Fundort der Leiche kaum Blut, da der Täter während der Tat mit seinem Opfer im fließenden Wasser des Liederbachs steht. Tristan kann sich während des Kampfs offenbar kurzfristig befreien. Doch der Mörder holt ihn nach kurzer Flucht im Bachbett wieder ein. Dort findet das Leben des Jungen sein tragisches Ende.

Als der Junge längst tot ist, lässt der Mörder noch immer nicht von dem Kind ab: Er schleift Tristan 28 Meter in die Dunkelheit in der Mitte des Tunnels, schneidet große Hautteile und Muskelgewebe aus dem Ober- und Unterschenkel sowie der Hüfte des Opfers heraus.

. Teil: Der Mörder nimmt sich nach der Bluttat Zeit
Ob sich der Täter nicht um seine Entdeckung während der Tat kümmerte, weil er sich am Tatort sicher fühlte, ob er dabei völlig kaltblütig vorging oder ob er sich an der Mordtat berauschte und seine Umgebung während der Tat einfach vergaß, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Die Frankfurter Ermittler entwickelten zum Verhalten des Täters folgende Hypothese: Nachdem der Täter dem Opfer die Körperteile entnommen hatte, wurde die Leiche von ihm sorgfältig und mit relativ großem Aufwand im Tunnel positioniert.

Statt sich nach dem Mord schnell und einfach vom Tatort zu entfernen und die Leiche nach der Tat einfach liegen zu lassen, hat er sie in besonderer Weise zurechtgelegt. Er nimmt sich sogar die Zeit und bringt einen im Kampf verlorenen Schuh des Opfers vom Eingang zurück in die Mitte des Tunnels. Dort legt er die Leiche in einer schlafähnlichen Haltung auf einen Betonsockel, ganz so, als wolle er Tristan dort aufbahren.

Eine Art der Wiedergutmachung?

Bevor der Täter den Tunnel endgültig verlässt, zieht er Tristan die Jacke über den Kopf, um sein Gesicht zu bedecken. Auch seine Hose zieht er über die schweren Schnittverletzungen an den Beinen wieder nach oben. Zumindest ist der Versuch klar erkennbar, auch wenn es nicht vollständig gelingt.

Tristans Schuhe stellt der Täter schließlich exakt auf die Schnittverletzungen an Hüfte und Oberschenkel, und zwar genau so, dass die schweren Verletzungen durch die Schuhe möglichst verdeckt werden. Sie sollen vermutlich die Nacktheit des geschundenen Körpers bedecken. Zusammen mit dem Versuch, die Hose des Opfers wieder hochzuziehen und das Gesicht mit der Jacke zu bedecken, könnte der Täter so versucht haben, die Persönlichkeit des toten Kindes wiederherzustellen. Die Kriminalwissenschaft kennt dieses Verhalten unter dem Begriff des "un-doing" ("ungeschehen machen"), was auf den Versuch einer Art "Wiedergutmachung" hindeuten könnte.

Der hohe zeitliche und organisatorische Aufwand, den der Täter bei der Positionierung der Leiche im Tunnel betrieb, lässt die Vermutung zu, dass ihm die Positionierung der Leiche ebenso wichtig war, wie die Entnahme der Körperteile selbst. Für die Beurteilung der gesamten Tat folgt daraus, dass die Entnahme der Körperteile und die Positionierung der Leiche als Teil einer gesamten Handlung aufgefasst werden könnte.

Blutiger Fingerabdruck auf dem Schulbuch

Inzwischen liegt den Experten des FBI in Quantico (Virginia, USA) der Fall ebenso zur Begutachtung vor wie den Fahndern von Europol und der "International Crime Scene Conference" in Toronto. Ein blutiger Fingerabdruck, den der Täter am Tatort auf einem Schulbuch des Opfers hinterließ, wurde im führenden Institut für Daktyloskopie in Lausanne aufbereitet und in allen weltweit verfügbaren Datenbanken von Fingerspuren abgeglichen. Ohne Erfolg.

In Frankreich, Tschechien und weiteren Staaten Osteuropas wurde zeitweise ebenso intensiv ermittelt, wie in Deutschland. Die Kripo schickte wegen des ungewöhnlichen Verletzungsbildes Anfragen an das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag und überprüft eine Anwerbestelle für Fremdenlegionäre. Ein Gruppe von Fallanalytikern ("Profilern") des BKA bündelt alle verfügbaren Erkenntnisse, um die Persönlichkeit des Täters zu entschlüsseln: Handelt es sich bei dem Mörder um einen "netten Jungen von nebenan"? Einen Schwerstkriminellen mit entsprechenden Vorstrafen? Oder um einen außer Kontrolle geratenen Soldaten, der in dieser Tat ein nicht verarbeitetes Kriegstrauma durchlebte?

Ab 2002 geben in einer bundesweit einmaligen Reihenuntersuchung mehr als 10.000 Männer der westlichen Frankfurter Stadtteile ihren Fingerabdruck freiwillig ab. Doch trotz des enormen Aufwands - drängende Fragen bleiben bislang ungeklärt: Welche Beziehung bestand zwischen Täter und Opfer? Kannten sie sich womöglich? Hat der Täter den Tatort ausgewählt? Darauf wissen die Fahnder keine Antwort. Bislang.

#5 RE: Presseartikel von Christine 16.11.2012 23:03

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Das hier ist eine Zusammenfassung vom Spiegel

1. Teil: Auf der Spur des Schlächters

Seit neun Jahren rätseln die Fahnder: Was trieb den Mörder von Tristan dazu, sein Opfer so zu verstümmeln? Der Täter hatte den grausam zugerichteten Leichnam des Jungen in einer Frankfurter Unterführung hinterlassen. SPIEGEL TV Magazin hat jetzt die bislang geheimen Ermittlungsakten eingesehen.

Hamburg - Das Leben des 13 Jahre alten Tristan Brübach endet am Nachmittag des 26. März 1998 gewaltsam vor einer Unterführung des Frankfurter Liederbachs im Stadtteil Hoechst. Der Mörder tötet den Schüler, dann schneidet er der Leiche mit einem Messer 20 mal 11 Zentimeter große Gewebe- und Muskelstücke vom rechten Bein und entnimmt dem Opfer anschließend auch noch die Hoden. Der qualvolle Tod und die Verstümmelung der Leiche dauern gut 15 Minuten. Der Mörder entkommt unerkannt. Warum er die Leiche des Kindes so verstümmelte, ist den Fahndern bis heute ein Rätsel.

Seit März 2007 arbeitet ein fünfköpfiges Team der Frankfurter Kripo ("AG Tristan") mit Hochdruck an der erneuten Überprüfung aller Spuren und Hinweise, die es im Fall Tristan je gab. Eine Marathonaufgabe: Inzwischen sind es mehr als 23.000.

SPIEGEL TV Magazin (Sonntag, 23.10 Uhr, RTL) ist es jetzt gelungen, Einblick in die Ermittlungsakten zu bekommen, und zeigt bisher unveröffentlichte Bilder und Akten. Autor Oliver Becker sprach mit Fahndern wie dem mittlerweile pensionierten Leiter der Mordkommission Rudolf Thomas. Kripo und Staatsanwaltschaft erhoffen sich durch die Zusammenarbeit neue Hinweise auf den Täter.

Laut Tatort-Befundbericht der Kripo vom 26. März entdeckten Kinder um 15.45 Uhr im Liederbach-Tunnel Tristans verstümmelten Leichnam. Der inzwischen verschlossene Tunnel wurde 1937 erbaut und diente seit Jahrzehnten vielen Schülern als Abkürzung zwischen dem Hoechster Bahnhof und einer Grünanlage mit Spielplatz.

Tristans Leichnam entsetzt die Pathologen

Noch in der Mordnacht, ab 22.50 Uhr, protokolliert das Frankfurter Zentrum für Rechtsmedizin in einer über sechsstündigen Obduktion unter der Sektionsnummer 282/98 ein Verletzungsbild, wie es weltweit kein zweites Mal bekannt geworden ist: Das Gesicht des Opfers ist von großflächigen Hämatomen gezeichnet, Spuren schwerster Gewalteinwirkung, vermutlich Faustschlägen. Bis zur Bewusstlosigkeit würgt der Täter den Jungen danach mit einem Unterarmgriff. Schließlich trennt er ihm hinterrücks die Kehle durch: mit einem einzigen Schnitt, von einem Ohr bis zum anderen, so dass der Kopf beinahe vom Rumpf getrennt wird.

Die Polizei findet um den Fundort der Leiche kaum Blut, da der Täter während der Tat mit seinem Opfer im fließenden Wasser des Liederbachs steht. Tristan kann sich während des Kampfs offenbar kurzfristig befreien. Doch der Mörder holt ihn nach kurzer Flucht im Bachbett wieder ein. Dort findet das Leben des Jungen sein tragisches Ende.

Als der Junge längst tot ist, lässt der Mörder noch immer nicht von dem Kind ab: Er schleift Tristan 28 Meter in die Dunkelheit in der Mitte des Tunnels, schneidet große Hautteile und Muskelgewebe aus dem Ober- und Unterschenkel sowie der Hüfte des Opfers heraus.

2. Teil: Der Mörder nimmt sich nach der Bluttat Zeit

Ob sich der Täter nicht um seine Entdeckung während der Tat kümmerte, weil er sich am Tatort sicher fühlte, ob er dabei völlig kaltblütig vorging oder ob er sich an der Mordtat berauschte und seine Umgebung während der Tat einfach vergaß, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Die Frankfurter Ermittler entwickelten zum Verhalten des Täters folgende Hypothese: Nachdem der Täter dem Opfer die Körperteile entnommen hatte, wurde die Leiche von ihm sorgfältig und mit relativ großem Aufwand im Tunnel positioniert.

Statt sich nach dem Mord schnell und einfach vom Tatort zu entfernen und die Leiche nach der Tat einfach liegen zu lassen, hat er sie in besonderer Weise zurechtgelegt. Er nimmt sich sogar die Zeit und bringt einen im Kampf verlorenen Schuh des Opfers vom Eingang zurück in die Mitte des Tunnels. Dort legt er die Leiche in einer schlafähnlichen Haltung auf einen Betonsockel, ganz so, als wolle er Tristan dort aufbahren.

Eine Art der Wiedergutmachung?

Bevor der Täter den Tunnel endgültig verlässt, zieht er Tristan die Jacke über den Kopf, um sein Gesicht zu bedecken. Auch seine Hose zieht er über die schweren Schnittverletzungen an den Beinen wieder nach oben. Zumindest ist der Versuch klar erkennbar, auch wenn es nicht vollständig gelingt.

Tristans Schuhe stellt der Täter schließlich exakt auf die Schnittverletzungen an Hüfte und Oberschenkel, und zwar genau so, dass die schweren Verletzungen durch die Schuhe möglichst verdeckt werden. Sie sollen vermutlich die Nacktheit des geschundenen Körpers bedecken. Zusammen mit dem Versuch, die Hose des Opfers wieder hochzuziehen und das Gesicht mit der Jacke zu bedecken, könnte der Täter so versucht haben, die Persönlichkeit des toten Kindes wiederherzustellen. Die Kriminalwissenschaft kennt dieses Verhalten unter dem Begriff des "un-doing" ("ungeschehen machen"), was auf den Versuch einer Art "Wiedergutmachung" hindeuten könnte.

Der hohe zeitliche und organisatorische Aufwand, den der Täter bei der Positionierung der Leiche im Tunnel betrieb, lässt die Vermutung zu, dass ihm die Positionierung der Leiche ebenso wichtig war, wie die Entnahme der Körperteile selbst. Für die Beurteilung der gesamten Tat folgt daraus, dass die Entnahme der Körperteile und die Positionierung der Leiche als Teil einer gesamten Handlung aufgefasst werden könnte.

Blutiger Fingerabdruck auf dem Schulbuch

Inzwischen liegt den Experten des FBI in Quantico (Virginia, USA) der Fall ebenso zur Begutachtung vor wie den Fahndern von Europol und der "International Crime Scene Conference" in Toronto. Ein blutiger Fingerabdruck, den der Täter am Tatort auf einem Schulbuch des Opfers hinterließ, wurde im führenden Institut für Daktyloskopie in Lausanne aufbereitet und in allen weltweit verfügbaren Datenbanken von Fingerspuren abgeglichen. Ohne Erfolg.

In Frankreich, Tschechien und weiteren Staaten Osteuropas wurde zeitweise ebenso intensiv ermittelt, wie in Deutschland. Die Kripo schickte wegen des ungewöhnlichen Verletzungsbildes Anfragen an das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag und überprüft eine Anwerbestelle für Fremdenlegionäre. Ein Gruppe von Fallanalytikern ("Profilern") des BKA bündelt alle verfügbaren Erkenntnisse, um die Persönlichkeit des Täters zu entschlüsseln: Handelt es sich bei dem Mörder um einen "netten Jungen von nebenan"? Einen Schwerstkriminellen mit entsprechenden Vorstrafen? Oder um einen außer Kontrolle geratenen Soldaten, der in dieser Tat ein nicht verarbeitetes Kriegstrauma durchlebte?

Ab 2002 geben in einer bundesweit einmaligen Reihenuntersuchung mehr als 10.000 Männer der westlichen Frankfurter Stadtteile ihren Fingerabdruck freiwillig ab. Doch trotz des enormen Aufwands - drängende Fragen bleiben bislang ungeklärt: Welche Beziehung bestand zwischen Täter und Opfer? Kannten sie sich womöglich? Hat der Täter den Tatort ausgewählt? Darauf wissen die Fahnder keine Antwort. Bislang.

Den Beitrag sehen Sie im SPIEGEL TV Magazin am Sonntag, 10. Juni, um 23.10 Uhr auf RTL.

Sachdienliche Hinweise zum Fall Tristan nimmt die Kripo Frankfurt am Main, Mordkommission K11, unter der Telefonnummer 069-755-51108 entgegen.

#6 RE: Presseartikel von Christine 16.11.2012 23:17

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Spiegel 1998

Mordfall Tristan 19.07.2011 um 23:35

Ein Jahr spaeter schreibt der Spiegel:

Mann mit Narbe und Zopf gesucht
Von Oliver Becker

Vor zehn Jahren tötete und verstümmelte ein Unbekannter den Schüler Tristan Brübach aus Frankfurt. Obwohl der Täter am hellichten Tag zugeschlagen hatte, wurde er nie gefasst. Doch nun hat die Kriminalpolizei eine neue Spur.

Frankfurt - "AG Tristan" heißt die fünfköpfige Sonderkommission der Frankfurter Kriminalpolizei, die seit einem Jahr nun mit Hochdruck alle Spuren und Hinweise überprüft, die es in dem brutalen Mordfall je gab. Eine Marathonaufgabe: Inzwischen sind es mehr als 20.000. Dennoch stießen die Ermittler auf einen rätselhaften Mann, nach dem nun erneut gefahndet wird.

Das Leben des 13 Jahre alten Tristan Brübach endete am Nachmittag des 26. März 1998 gewaltsam vor einer Unterführung des Frankfurter Liederbachs im Stadtteil Hoechst. Der Mörder tötete den Schüler, dann schnitt er der Leiche mit einem Messer 20 mal 11 Zentimeter große Gewebe- und Muskelstücke vom rechten Bein und entnahm dem Opfer anschließend auch noch die Hoden. Der qualvolle Tod und die Verstümmelung der Leiche dauerten gut 15 Minuten. Der Mörder entkam unerkannt.

Laut Tatort-Befundbericht der Kripo vom 26. März entdeckten Kinder um 15.45 Uhr im Liederbach-Tunnel Tristans Leichnam. Der inzwischen verschlossene Tunnel wurde 1937 erbaut und diente seit Jahrzehnten vielen Schülern als Abkürzung zwischen dem Hoechster Bahnhof und einer Grünanlage mit Spielplatz.

Noch in der Mordnacht, ab 22.50 Uhr, protokollierte das Frankfurter Zentrum für Rechtsmedizin in einer über sechsstündigen Obduktion unter der Sektionsnummer 282/98 ein Verletzungsbild, wie es weltweit kein zweites Mal bekannt geworden ist: Das Gesicht des Opfers war von großflächigen Hämatomen gezeichnet, Spuren schwerster Gewalteinwirkung, vermutlich Faustschlägen. Bis zur Bewusstlosigkeit würgte der Täter den Jungen danach mit einem Unterarmgriff. Schließlich säbelte er ihm hinterrücks die Kehle durch: mit einem einzigen Schnitt, von einem Ohr bis zum anderen, so dass der Kopf beinahe vom Rumpf getrennt wird.

Leiche mit großem Aufwand positioniert

Ob sich der Täter nicht um seine Entdeckung während der Tat kümmerte, weil er sich am Tatort sicher fühlte, ob er dabei völlig kaltblütig vorging oder ob er sich an der Mordtat berauschte und seine Umgebung während der Tat einfach vergaß, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Die Frankfurter Ermittler entwickelten zum Verhalten des Täters folgende Hypothese: Nachdem der Täter dem Opfer die Körperteile entnommen hatte, wurde die Leiche von ihm sorgfältig und mit relativ großem Aufwand im Tunnel positioniert (mehr...).

In Frankreich, Tschechien und weiteren Staaten Osteuropas wurde zeitweise ebenso intensiv ermittelt wie in Deutschland. Die Kripo schickte wegen des ungewöhnlichen Verletzungsbildes Anfragen an das Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag und überprüfte eine Anwerbestelle für Fremdenlegionäre. Ein Gruppe von Fallanalytikern ("Profilern") des BKA bündelte alle verfügbaren Erkenntnisse, um die Persönlichkeit des Täters zu entschlüsseln: Handelt es sich bei dem Mörder um einen "netten Jungen von nebenan"? Einen Schwerstkriminellen mit entsprechenden Vorstrafen? Oder um einen außer Kontrolle geratenen Soldaten, der in dieser Tat ein nicht verarbeitetes Kriegstrauma durchlebte?

Ab 2002 geben in einer bundesweit einmaligen Reihenuntersuchung mehr als 10.000 Männer der westlichen Frankfurter Stadtteile ihren Fingerabdruck freiwillig ab. Doch trotz des enormen Aufwands - drängende Fragen bleiben bislang ungeklärt: Welche Beziehung bestand zwischen Täter und Opfer? Kannten sie sich womöglich? Hat der Täter den Tatort ausgewählt? Darauf wissen die Fahnder keine Antwort.

Junger Kerl mit Zopf

Ende März 1998 erschien dann eine 14-Jährige bei der Kripo und machte Angaben über einen Unbekannten, den sie in der Nähe des Tatorts gesehen haben wollte: Ein junger Kerl, das Haar zu einem Pferdeschwanz oder Zopf gebunden. Trotz weiterer Ermittlungen blieb die Identifizierung dieses Mannes unmöglich.

Die intensive Tür-zu-Tür-Befragung im Umkreis des Tatorts lieferte den Ermittlern am 2. April 1998 einen weiteren interessanten Hinweis: Zwei Anwaltsgehilfinnen gaben zu Protokoll, dass sich kurz nach der Tat ein junger Mann in der Kanzlei gemeldet habe. "Nervös und aufgeregt" bat er damals um anwaltlichen Beistand.

In akzentfreiem Deutsch äußerte er sinngemäß folgende Formulierung: Er habe "Mist gebaut" und brauche Rat. Ohne den tatsächlichen Hintergrund dieses Hilferufs zu kennen, schickten die beiden Frauen den Mann zu einem Strafverteidiger.

Darauf verschwand der Mann, dessen Alter, Größe und Gestalt der Beschreibung der ersten Zeugin ähnelte. Auffälligstes Merkmal: Sein langes, dunkleblondes Haar, das er zu einem Zopf oder Pferdeschwanz gebunden trug und eine auffällige Veränderung der Oberlippe, die von einer Vernarbung stammen mag oder eine charakteristische, angeborene Fehlstellung ist.

Der Gesuchte soll zur Tatzeit etwa 20 bis 30 Jahre alt und ungefähr 1,75 Meter groß gewesen sein.

Die Polizei ist nicht sicher, ob es sich bei ihm um den Mörder oder einen Passanten handelt. Doch die Ermittler hoffen, dass er etwas über das Verbrechen weiß.

#7 RE: Presseartikel von Christine 17.11.2012 16:58

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Ungeklärte Mordfälle
Bluttat ohne Beispiel
03.08.2006 · Seit mehr als acht Jahren bemüht sich die Frankfurter Kriminalpolizei, den Mord an dem 13 Jahre alten Schüler Tristan Brübach aufzuklären. Doch das Verbrechen, eines der entsetzlichsten der Kriminalgeschichte, gibt nach wie vor Rätsel auf.
Von THOMAS KIRN
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Seit mehr als acht Jahren bemüht sich die Frankfurter Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt, den Mord an dem 13 Jahre alten Schüler Tristan Brübach aufzuklären. Doch das Verbrechen, eines der entsetzlichsten der Kriminalgeschichte, gibt nach wie vor Rätsel auf. Die Ermittlungen, die nie eingestellt worden sind, wurden zeitweise mit einem kaum noch überbietbaren Aufwand betrieben.

Dreißig Kriminalbeamte, unterstützt von bis zu hundert Kollegen von der Schutzpolizei, gingen mehr als tausend Hinweisen nach und prüften Hunderte von weiteren Spuren. Es wurden Vergleichsfingerabdrücke aller auch nur entfernt in Betracht kommenden Männer in den Stadtteilen Höchst, Sindlingen und Unterliederbach genommen. Es gab ein Jahr nach der am 26. März 1998 im Liederbachtunnel unter den Gleisen des Bahnhofs Höchst verübten Tat einen in dieser Form noch nie dagewesenen Versuch, durch polizeiliche Öffentlichkeitsarbeit neue Hinweise zu erhalten. Dies gelang, doch trotz des Fundes wichtiger Beweisstücke konnte der Täter bis heute nicht gefaßt werden.

Tristan wurde im Liederbachtunnel, der kein öffentlicher Weg war, aber von Kindern häufig als leicht gruselige Abkürzung zwischen Adelonstraße und Adolf-Haeuser-Straße benutzt wurde, zwischen 15 und 15.30 Uhr umgebracht. Die Ermittlungen haben ergeben, daß zwei Jungen, die gegen 15.20 Uhr durch den Tunnel gehen wollten, einen Mann sahen, der sich über etwas beugte. Die Kinder verzichten deshalb auf den Gang durchs Dunkle. Wahrscheinlich haben sie, ohne es zu ahnen, den Mörder bei der Tat gesehen.

Den Kopf fast ganz vom Rumpf getrennt

Das Opfer, der Tatort, die Tageszeit, das Umfeld: Ein Verbrechen spricht seine eigene Sprache. Im Fall Tristan Brübach schrie die Tat durch die Art, wie sie verübt wurde. Der Täter überfiel den Jungen im Tunnel, schlug Tristan mit mächtigen Fausthieben, würgte ihn bis zur Bewußtlosigkeit und trennte dem Kind mit einem Schnitt bis auf die Wirbelsäule den Kopf fast ganz vom Rumpf. Der Schlächter ließ sein Opfer im neben dem Tatort fließenden Liederbach ausbluten und setzte sein Tun auf eine Weise fort, die den Fall als bislang einmalig in der Geschichte der Gewaltverbrechen erscheinen läßt: Er zog die Leiche aus, setzte einen Schnitt oberhalb des Schambeins, öffnete mit dem Messer den Hodensack und entnahm beide Hoden. Aus dem Gesäß und einem Oberschenkel schnitt der Täter große Fleischstücke. Die blutigen Trophäen nahm der Täter mit.

Die Frankfurter Kriminalpolizei und das Bundeskriminalamt haben weltweit Datenbanken vergeblich nach einem gleichartigen Verbrechen durchsucht. Es wurden verschieden akzentuierte Täterprofile erarbeitet. Die Kriminalisten gehen von einem männlichen Täter im Alter zwischen 17 und 27 Jahren aus, der irgendwann vor dem Verbrechen einen nicht sehr bedeutungsvollen Kontakt zu dem Schüler gehabt haben könnte. Tristan, Kind eines alleinerziehenden Vaters, war ein für sein Alter sehr selbständiger und abenteuerlustiger Junge, der sich auch in kleinkriminellen Kreisen bewegt haben könnte, ohne selbst an Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Die Tatausführung, die nach Schätzung der Polizei rund zwanzig Minuten in Anspruch nahm, deutet auf einen außergewöhnlich kaltblütigen Menschen hin - der keine Furcht vor Entdeckung gekannt hat. Er scheint gewisse Erfahrungen aus dem Metzgerberuf zu haben, die Schnitte sind professionell geführt und verraten anatomische Kenntnisse.

Spuren bis nach Tschechien

Nach dem Fund von Tristans Rucksack mehr als ein Jahr nach der Tat führten Spuren über eine tschechische Straßenkarte nach Tschechien, doch es konnte dort kein Täter ermittelt werden. Vorübergehend festgenommen wurde ein reisender Schafhirte aus Frankreich, doch im Lauf der Ermittlungen stellte sich heraus, daß er wegen eines Klinikaufenthalts ein Alibi für die Tatzeit vorweisen konnte.

Verbrechen mit einem derart markanten und komplizierten Handlungsmuster wie der Mord an Tristan werden fast immer von Tätern begangen, die unter psychischem Zwang weitere Taten begehen. Doch diese aus der Erfahrung gewonnene Regel hat sich - zum Glück - in diesem düstersten aller Frankfurter Kriminalfälle nicht bestätigt.

Eine gewisse Hoffnung beziehen die Fahnder daraus, daß bei der breitangelegten Fingerabdruckaktion im Jahr 2002 fast alle von der Polizei gebetenen Männer sich freiwillig zur Verfügung gestellt hatten, ein kleiner Prozentsatz jedoch eben nicht. In diesem Personenkreis gibt es nach Ansicht der Fahnder noch Ermittlungsansätze. Noch schwieriger dürfte sich die Suche nach möglichen Verdächtigen gestalten, die in all der seit dem Mord vergangenen Zeit ihre Lebensumstände verändert, den Beruf gewechselt haben oder umgezogen sind. Die Nachforschungen der Polizei dauern an.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/un...el-1351389.html

#8 RE: Presseartikel von Christine 17.11.2012 17:02

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Wo ist Tristans Mörder? Der grausame Tod des Schülers ist ohne Beispiel in der Kriminalgeschichte – eine Spurensuche

18.11.2002 00:00 Uhr
Von Jürgen Schreiber


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Von Jürgen Schreiber

Niemand hört Tristan schreien. Tausende sind in seiner Nähe, als der Schüler zur Hauptverkehrszeit beim Bahnhof Frankfurt-Höchst ermordet wird. Es ist am 26. März 1998, er ist genau 13 Jahre, fünf Monate und 23 Tage alt.

Der Zeiger in der Wartehalle springt auf 17 Uhr 05: Mit ungläubiger Bestürzung nähern sich die mit jeder erdenklichen Tötungsart vertrauten Beamten der Mordkommission seiner Leiche. Später bürgerte sich in Artikeln der Satz ein, der alles sagen sollte: Das Opfer habe „wie ein abgeschlachtetes Tier dagelegen“. Für die Hinrichtung wählte Tristans Peiniger eine 112 Meter lange Unterführung, die das Gleisfeld quert.

Die Röhre fasst den Liederbach und einen Fußpfad. Der schwarze Trichter, der das Entsetzliche ansaugte, ist ein besonders trostloser Platz zum Sterben. Sofern man die enge, hallende, modrig riechende Finsternis nicht scheute, war der Stollen eine Abkürzung. Ihn zu nehmen kam einer Mutprobe gleich. Der Junge dürfte von dem Schleichweg angezogen und abgeschreckt worden sein wie Kinder, die beim Verstecken mit Angstlust die dunkelste Ecke wählen.

Jeder Fall ist fürchterlich. Aber keiner gleicht diesem Verbrechen, das Rudolf Thomas mit der „Soko Tristan“ immer noch aufzuklären versucht. Der Erste Hauptkommissar, der zur rituellen Gesprächseröffnung in Zimmer 364 des Präsidiums die Pfeife stopft und den Besucher wachsam durch die Brille mustert, fahndet seit über vier Jahren mit bis zu 100 Kollegen nach einem Unbekannten. Von dem weiß er im Grunde nur mit Bestimmtheit: „Er ist in größtem Maße geisteskrank.“

Der Leiter der Mordkommission ist seit dem 18. Lebensjahr Polizist. 30 Jahre dient er beim K11, einem Team von Fahndern, „die schon ziemlich alles gesehen haben“. Was er bei 40 versuchten und vollendeten Morden jährlich an Elend erlebt, reicht für eine Galerie des Schreckens: „abgetrennte Köpfe, Arme, Hände“, der Zustand manches Getöteten ist der Presse nur geschönt zu schildern. Dann kam dieser März-Donnerstag 1998.

Ein dunkles Geheimnis

Der Chef hatte Feierabend, saß daheim in Rödelheim, das Abendessen auf dem Tisch. Eben spielte er mit den schwarzen Katzen Max&Moritz und den Artgenossen Cindy&Bert. Für die Namen Letzterer geniert er sich; man habe sie vom Tierheim übernommen. Da kam der Alarmruf. Unheil lauerte, weit über das Übliche hinaus kündigte sich Abartiges an: „Am Tatort sieht es sehr merkwürdig aus, ein totes Kind, übel zugerichtet!“ Auch Rudolf Thomas wählt in den folgenden Stunden drastische Bilder, „damit Sie verstehen, wovon wir reden“ – von einem Irren, der die Grenze des Sagbaren überschritt.

Von der Wohnung braucht er zehn Minuten bis Höchst. Im Polizeibericht steht, es sei zehn bis zwölf Grad warm gewesen. Zur „relevanten Zeitspanne“ zwischen 15 Uhr 30 und 16 Uhr herrschte gute Sicht. Jedoch nicht am Schauplatz, dem selbst am helllichten Tag zappendusteren Tunnel. Obwohl die Zugänge längst vergittert sind, ist es ein frösteln machendes Areal. Solange dem Täter sein dunkles Geheimnis nicht entrissen ist, geistert der Schatten des unschuldigen Tristan herum, Opfer eines Verbrechens, welches die Staatsanwaltschaft „das schrecklichste der Frankfurter Kriminalgeschichte“ nennt. Vorbei an der Werbung „Leben ist schön“ durchstreift man das Gebiet mit einem Gefühl der Bedrohung, ertappt sich beim Umsehen, denn der gesuchte Irre läuft frei herum. In Kneipen liegen Bierdeckel mit dem Aufdruck „Frankfurt sucht einen Mörder“.

Es gibt keine Zeugen. Sein Freund B. sieht Tristan zuletzt gegen 14 Uhr am Bahnhof. Drei Stunden später findet die Polizei einen Verstümmelten. Im Büro knistert die Luft vor Stille, Rudolf Thomas schildert das unvorstellbare Grauen: Mitten in Höchst (zur fraglichen Zeit verkehrten 16 S-Bahn-Linien, diverse Züge, Dutzende Busse, herrschte dauerndes Kommen und Gehen), war einer mit teuflischer Fertigkeit am Werk. Er zwingt Tristan in einen Unterarmwürgegriff. Noch im Freien zieht er von hinten das Messer mit einem Schnitt von Ohr zu Ohr durch die Bubenkehle, trennt fast den Kopf vom schmächtigen Körper. Beim Gemetzel im Bach läßt er den Schüler in der schwachen Strömung ausbluten. Das knöcheltiefe Rinnsal lief laut Thomas „rot“ vom stoßweise aufschießendem Blut.

Es gab kein Entkommen

Kampfspuren fanden sich nicht. Vor dem Tunnelmund lag ein Zwei- Mark-Stück im Gras. Man mag sich Tristans Angst nicht ausmalen, schutzlos Einsamkeit und Martyrium preisgegeben, wie er war, als der vergehende Nachmittag ihn dem Tod auslieferte. Gleich, ob er den Killer hinter sich schnaufen hörte, gleich, ob der ihn abfing und ins Gebüsch zerrte – es gab kein Entkommen. Rumpelnde Züge hätten jeden Schmerzenslaut übertönt.

Der Kripo bot die von ihr filmreif ausgeleuchtete Gruft gleichzeitig einen Anblick zum Heulen und Speien: Vor dem Hintergrund der mit Graffiti beschmierten Wände lag der Knabe auf dem Rücken. Ein zerbrechlicher, grotesk zugerichteter Leichnam, Beweis für die Perversion seines Peinigers. „Das Entdeckungsrisiko hat den Täter nicht gejuckt. Er ließ sich 20 Minuten Zeit.“ In dieser Spanne macht er sich an ihm zu schaffen, säbelt linksseitig Muskelfleisch ab, entnimmt die Hoden, steckt die Körperteile ein.

Fügt man die jammerwürdigen Details zu einem Bild, sieht man in Tristan das Opfer eines Rituals. Der Fahnder spricht von einer „bestimmten Systematik des Vorgehens", deutlichen Merkmalen des Schächtens, Schlachtens und, in Konsequenz, des Aufessens. Es geschah zwei Tage vor Neumond, wenige Tage vor dem islamischen Opferfest, Fingerzeige für die polizeiliche Annahme: „Der Täter stammt wahrscheinlich aus einem anderen Kulturkreis.“ Das Zerteilen, ein Ausweiden fast am öffentlichen Ort, verglich die Soko weltweit mit anderen Gräueltaten. Es gibt dazu keine Parallele. Thomas kennt das Gesicht des Mörders nicht, aber die Handschrift ist die eines Monsters mit dem Repertoire des Unberechenbaren. Der Mann mit dem Messer muss metzgern können, „er hat gemacht, was er konnte“.

Kriminalisten arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Demnach bewegte sich der Täter von Süd nach Nord durch die Unterführung. Es war Tristans Nachhauseweg. Der Schlächter ging in Richtung von zwei Kindern, die zur fraglichen Zeit zum Tunnel kamen. Im Zwielicht nahmen die beiden eine ihnen unheimliche Gestalt wahr, rannten in Panik vor dem Schattenriss zurück, um Hilfe zu holen. Das dauerte. Zwischenzeitlich stob der Täter Richtung Westen in die Liederbacher Straße, makaber genug Tristans Adresse. Sein Vater kam zu eben dieser Zeit von der Arbeit heim. Niemandem fiel der Flüchtende auf, der nasse Hosenbeine und Schuhe gehabt haben muss wie der Tote.

Rudolf Thomas hat nicht gezählt, wie oft er zum Tatort zurückkehrte, das Feld auf der Suche nach der erlösenden Antwort durchmaß. Oder wie oft er sich mit seinen Leuten über die Farbfotos beugte beim Versuch, das Unbegreifliche zu begreifen. Wie sie erörterten, noch und noch, „haben wir was übersehen?“ 13500 Spuren sind abgearbeitet, der Fall überlagert alles, was ihm kraft Amtes begegnete. Jeder gute Detektiv erlebt die Stagnation als persönliche Niederlage. Er auch. Den Chef plagt die Vorstellung: „Der Täter sitzt vor unserer Nase, und wir sehen ihn nicht. Warum fällt er nicht auf?“

Dem Verfolger ließ er nichts außer „Spur Nummer 1“: einen blutigen Fingerabdruck auf Tristans Deutsch-Sprachbuch. Die Schulsachen lagen verstreut im Gras der „killing zone“, der Täter leerte den Rucksack des Fünftklässlers aus. In einem Heft wischte er die blutige Klinge ab, der Umriss der Waffe mit geriffelter Schneide, Küchenmessern ähnlich, blieb zurück. Erst ein Jahr später taucht der Ranzen 30 Kilometer entfernt in Niedernhausen wieder auf, am Wanderweg zum Eselskopf. Eine tschechische Deutschlandkarte, Preis 6 Euro 50, sowie ein blauer Müllsack waren drin. Aber kein Hinweis auf das Fleisch des Opfers.

Seit dem März-Mord ist für Rudolf Thomas nichts mehr, wie es war. Sicher, es stehen weitere 160 Kapitalverbrechen am Main in der Statistik. Aktuell hat er „ein halbes Dutzend hochkarätiger Mordverfahren gleichzeitig“ auf dem Tisch. Aber kein Tag verging, ohne dass er in Gedanken bei Tristan war, die bohrende Erinnerung „wird man nicht mehr los“. Seine Hartnäckigkeit in der Sache lässt eine Verpflichtung gegenüber dem Gemarterten spüren. Sein Bild prägte sich ihm fotografisch ein. Auch die Sorge vor einer „Rückfalltat“ verlässt ihn nicht, die latente Anspannung wegen des im Tatmuster angelegten Wiederholungszwangs. Ein Albtraum: Der Mörder greift sich erneut Beute.

Alle halten den Atem an

Privat versucht Thomas seinen Gewohnheiten treu zu bleiben, zieht Tomaten, Pap- rika und Gurken im Gewächshaus. Der Kassenprüfer des Schrebervereins „Fuchstanz“ rühmt sich eines grünen Daumens, „das Ge- müse gedeiht prächtig“. Er wandert gern und angelt Hechte und Zander in der Kiesgrube bei Stockstadt, „das entspannt unheimlich“. Während er im Büro von den Hobbys erzählt, eine historische Weltkarte hinter und den Stadtplan an der Wand vor sich, fällt ihm plötzlich ihr Gemeinsames auf. „Ich kann dabei allein bleiben wie meine Katzen.“

Der Erste Hauptkommissar bemüht sich, ruhige Gewissheit auszustrahlen, die ruhige Gewissheit des geduldigen Jägers. Trotzdem ist es, als würden beim Jaulen von Martinshörnern im K11 alle den Atem anhalten, er besonders. Thomas spürt im Ringen mit dem Bösen das Bewusstsein eines Defizits. Der „Horrorfall“, von dem er in starkem Frankfurterisch berichtet, entwickelte sich „zum Super-Gau“. 1998, im Angesicht des Ausgelöschten, meinten sie, „der Fall ist leicht zu lösen“. Unter Profis, erklärt er und schenkt Tee aus dem Keramikkännchen nach, gelte nicht die Devise „Ach, du lieber Gott, wie furchtbar, sondern, wie arbeite ich den Tatort sauber ab.“

Sich vollkommen gefangen nehmen zu lassen von der Arbeit bedeutet nicht, frei von Gefühlen oder innerer Bewegung zu sein. Es ist ein probates Mittel, um das Elend nicht zu nah an sich heranzulassen. Oder der Bitterkeit nachzugeben, die steter Umgang mit der abgewandten Seite des homo sapiens fördern könnte. Sonst müsste man sich das Gehirn zermartern über die Frage „Was ist der Mensch?“ und resignieren in Leid und Kummer. Er beherrscht für sich selbst die Abspaltung perfekt. „Ich habe noch von keinem einzigen Fall geträumt.“

Rein von der Statur her ist er einer mit breiter Brust, scheinbar unerschütterlich, Schnauzer und Bäuchlein wirken vertrauensbildend. Ein starker Willenszug um den Mund, die hartnäckige Bestimmheit des Vortrags bezeugen seine Energie. Der gelernte Starkstromelektriker ging in jungen Jahren nicht zur Bundeswehr, sondern machte Polizeidienst – und blieb. Er stieg vom Revierpolizisten zum K-11-Leiter auf. Thomas legt Wert darauf, ein „echter Frankfurter Bub“ zu sein, von einem Bürgersinn motiviert, für den die Stadt einst bekannt war. Männer, die ihn kennen, berichten, über die Jahre sei bei ihm die zarte Melancholie eines Menschenforschers hinzugekommen. Wie in alten Krimis erhellt im Gespräch das Pfeifenanzünden ab und an sein Gesicht, der Blick schwer, wissend, skeptisch.

Wie war die Lage? „Durch den Tunnel gingen nicht allzu viel Menschen.“ Er dachte, „da finden sich Spuren“. Man legte den Bach trocken, setzte Hunde und Sonden ein. Aus dem Monströsen ergab sich die bei allem Entsetzlichen tröstliche Annahme: „Wir haben es mit einem psychisch Kranken zu tun, der in seiner Auffälligkeit erkennbar ist.“ Die Festnahme schien nur eine Frage der Zeit, „das war der große Irrtum“. Mittlerweile läuft die größte Massenuntersuchung von Fingerabdrücken hierzulande. Es ist der letzte Versuch, in den Zeiten von DNS mit der klassischen daktyloskopischen Reihenuntersuchung den Täter aus der Menge zu fischen. Nötigenfalls sollen in Frankfurts Westen 14400 Personen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren ihre Prints abgeben. Wo immer auf der Welt einschlägige Datenbanken existieren, von Vietnam bis Usbekistan, ist „Tristan-Spur1“ hinterlegt, der wichtigste Beweis zur Identifizierung des Täters. Jeder neue Eingang beim BKA wird mit dem Höchster Fall abgeglichen. „Wenn er irgendwo gerollt wird“ (erkennungsdienstlich behandelt), „haben wir ihn.“ Einmal spürten sie in Frankreich einen Verdächtigen auf, der „zu 99 Prozent“ den Analysen entsprach. Er war am Main gewesen, konnte schlachten. Zur Tatzeit lag er in einer Prager Klinik.

Es gibt viele Hypothesen. Die wichtigste stammt von BKA-Profilern. Ihre Studie siedelt den Psychopathen im Tunnel-Umkreis an, „er lebt in diesem Bereich“. Die Annahme lässt ihn im Radius von einem Kilometer zum Tatort wohnen, entsprechend 15 Gehminuten. Der Einzelgänger ohne festen Partner werde schnell aggressiv und raste aus. Eventuell sei er früher als Tierquäler in Erscheinung getreten.

Diesem vagen Umriss steht das Wissen gegenüber: Sein Opfer liegt auf dem Höchster Friedhof, Feld 11 an der nördlichen Umgrenzung. Tristans letzte Ruhestätte unter Birken, mit drei ewigen Lichtern, von Bodendeckern gesäumt, Plastik-Margeriten in der Vase. Anrührend das steinerne Herz mit silbernen Schmetterlingen auf dem Grab, Symbole von Freude und gaukelnder Leichtigkeit, aber auch Zeichen des Vergänglichen. Die Inschrift, herzzerreißend: „Tristan, geboren 1984, ermordet 1998.“ Vater, Oma, Pfarrer, ein Schulfreund und drei Journalisten folgtem dem weißen Sarg.

Wer war Tristan? Sein Papa sagte in seiner einzigen Sellungnahme, er könne sich nicht vorstellen, dass der Junge „irgendeinem Menschen Anlass gab, ihn so schrecklich umzubringen“. Ihn quält die Frage nach „dem Warum“. Für die Kripo ist der Hübsche mit Engelsgesicht und Pagenschnitt „der klassische Opfertyp“. Klein und schmal, eher für sich. Auf der Gasse kompensierte er Ängstlichkeit durch ein loses Mundwerk. Seine Kluft aus schwarzen Adidas-Hosen, Bomberjacke und Turnstiefeln entsprach dem, was man haben musste. Er entbehrte sonst viel im kurzen Leben, war mit Verlust und Schmerz vertraut. 1995 ging die Mutter in den Freitod, der Vater schaffte, Tristan war ein Schlüsselkind.

„Wir kriegen ihn“

Als hätte sich alles gegen ihn verschworen, leitet eine Notlüge das Ende ein. Am Tattag meldet sich Tristan mit Rückenschmerzen in der Sindlinger Ganztagsschule ab, er müsse zum Arzt. Mit dem blauen 55er-Bus fährt er gegen 13 Uhr 45 die paar Minuten zum Bahnhof Höchst, wo er oft herumstromerte. Dann das letzte Telefonat mit dem Vater und, warum auch immer, Richtung Tunnel. Dort war er mal „gerippt“, ausgeraubt worden. Deshalb bunkerte er seine Zigaretten davor im Gebüsch.

In der Unterführung kreuzt sich schicksalhaft sein Weg mit dem des Mörders. Und von Stund an der des unentwegten Rudolf Thomas mit dem eines Phantoms, dem er sich für die Suche anverwandeln muss. Verschwand der Täter samt sozialem Umfeld ins Ausland? Lieferte ihn die Familie in die Psychiatrie ein? Doch die Polizei hat keinen Zugang zu den Patientendaten, für Thomas „die größte Lücke unserer Ermittlung“.

Er hätte den Beruf verfehlt, würde er „die Flinte ins Korn werfen“. Thomas ist keiner, der sich „von ein paar 1000 Spuren erschlagen lässt“. Der Job förderte eine Beharrlichkeit, die man stählern nennen könnte. Auch nimmt er es nicht als böses Omen, dass sein erster Mordfall anno ’70 trotz des auf der Tatwaffe gefundenen Fingerabdrucks ebenfalls ungeklärt blieb. Dem Ansturm von Zweifeln wehrt er mit Leidenschaft, ohne die er sein aufreibendes Amt nicht aushielte. Mehr noch, er hadert mit sich: „Was mich am meisten ärgert, ist, dass ich ihn noch nicht erwischt habe.“ Also sucht Sisyphos weiter, setzt Bilder zusammen, verwirft sie, formt neue, taucht wieder und wieder in ferne, entlegene Gedankenwelten ein. Er macht sich Mut: „Wir kriegen ihn.“

Mehr als Thomas lieb ist, zwingt ihn sein größter Fall in die Öffentlichkeit. Die merkwürdige Dialektik des Jobs setzt die eigene Bedeutung in ein Verhältnis zur Schwere der Taten. Er, der sich am liebsten ausschweigt, erzählt um der Sache willen Reportern in einer Bescheidenheit von sich, die man Politikern wünschen möchte. Der Kriminalist sitzt in einer anspruchslosen Stube, Schaumstoff quillt aus dem Stuhl. Dirndlmalerei hängt an der Wand, im Schrank steht die grüne Reihe „Leitfaden zur Spurensicherung“. Die Totenmaske einer Ertrunkenen schaut ihm über die Schulter. Das ganze Ambiente drückt aus: Ich stecke meinen Genauigkeitssinn in die Arbeit.

„Toi,toi, toi“, Thomas klopft auf Holz: Der Mörder habe vier Jahre nicht mehr zugeschlagen. Aber wenn er nicht gestorben sei, „ist er ja irgendwo da draußen!“ Er deutet aus dem Fenster hinaus auf die Stadt.

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/wo-is...che/364764.html


Anmerkung

Es gibt mit Sicherheit noch weitere Presseartikel im Internet. Aber da sie sich alle irgendwie wiederholen, verzichte ich darauf, alle diese Artikel hier aufzuführen.

Sollte aber jemand noch einen Bericht finden, in dem andere Fakten stehen, dann bitte hier listen mit Angabe der Quelle.

#9 RE: Presseartikel von VitoScaletta 28.11.2012 16:25

Ich habe, vor einer Woche oder länger, in einem Forum einen Artikel gefunden, den man außerhalb des Forums nicht mehr findet, da er auf der Seite der Frankfurter Neue Presse gelöscht wurde. Der Artikel soll drei Wochen nach der Tat erschienen sein und ein neues Bild über Opfer und Täter zeigen. Ich setz ihn hier mal rein.


"Der Mordfall Tristan Brübach hat drei Wochen nach der Entdeckung des Verbrechens in einem Tunnel des Liederbachs nahe dem Höchster Bahnhof völlig neue Konturen.

Die aus 96 Beamten gebildete Arbeitsgruppe der Polizei hat nach Darstellung des Präsidiums ein anderes Bild sowohl von dem Täter als auch vom Opfer.

Die bisher vertretene Auffassung der Polizei, der 13 Jahre alte Schüler sei ein unauffälliges, unproblematisches Kind gewesen, das von einem psychopathischen Schlächter hingemordet wurde, wird nach unfangreichen Detailermittlungen nicht mehr vorgebracht.

Nach den jüngsten Erkenntnissen der Kriminalpolizei war Tristan Brübach ein Junge, der seine reichlich bemessene Freizeit zwischen Schulende und der abendlichen Heimkehr seines Vaters von der Arbeit auf der Straße verbrachte, der sich häufig am Höchster Bahnhof in einem Milieu von Wasserhäuschenkundschaft, Eckenstehern und Kleindealern aufhielt.

Präsidiumssprecher Peter Öhm teilte gestern mit,

"Hinweisgeber und Auskunftspersonen aus dem Umfeld" des Jungen hätten Tristans Lebensstil als "street life" bezeichnet.

Das Kind sei damit allen Spannungen und Risiken eines "von elterlicher Kontrolle weitgehend unberührten Dreizehnjährigen" ausgesetzt gewesen.

Der Präsidiumssprecher gab auch eine neue Einschätzung des Täters bekannt.

Sie basiert unter anderem auf den Resultaten einer Expertengruppe des wissenschaftlichen Diensts im Bundeskriminalamt (BKA). In die Expertise sind die bisher den Ermittlern über den Mord an Tristan bekannten Daten, eine umfassende Tathergangsanalyse aufgrund des Obduktionsergebnisses und Vergleiche mit ähnlich gelagerten Fällen im In- und Ausland eingegangen.

Nach diesem Gutachten, so hieß es gestern, dürfte es sich um einen nichtdeutschen Täter im Alter zwischen 17 und 27 Jahren handeln, der sein Opfer vermutlich gekannt hat, aber nicht notwendigerweise eine enge Beziehung zu ihm unterhielt. Das Motiv für den Mord sei weiter ungeklärt, Hinweise auf ein Sexualverbrechen gebe es nicht, sagte Öhm. Das Bild eines wahllos vorgehenden psychotischen Täters sei weniger plausibel, weshalb "auch die Gefahr einer Wiederholungstat geringer erscheint".

Tristan Brübach wurde mit durchschnittener Kehle und zahlreichen Stichen im Oberkörper gefunden. Einzelheiten über die Verletzungen hielt die Polizei weiter mit der Erklärung zurück, sie wolle kein Täterwissen preisgeben. Die Leiche lag in einem für den Durchfluß des Liederbachs unter Bahngleisen geführten Tunnel.

Der Fundort der Leiche etwa in der Mitte der Unterführung ist nach den Ergebnissen der Spurensicherung nicht der Tatort.

Allerdings konnte bisher auch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, an exakt welcher Stelle der Schüler umgebracht wurde. Die Mordkommission geht davon aus, "daß Tristan Brübach mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bachlauf des Liederbachs unweit des Fundorts getötet wurde". Der Täter hat nach dieser Auffassung selbst im Wasser gestanden, seine Kleidung, mindestens seine Hosenbeine, wären demnach durchnäßt gewesen, als er den Tunnel verließ.

Bei der Mordkommission und der Arbeitsgruppe im Präsidium

sind bisher mehr als 500 Spuren und Hinweise zum Mordfall Tristan eingegangen, allerdings befindet sich darunter keine sogenannte heiße Spur.

Die Polizei hat gestern öffentlich die Frage gestellt, wer am 26. März nach 14.30 Uhr in Höchst und Unterliederbach eine Person mit nassen Kleidern und Schuhen beobachtet hat."

#10 RE: Presseartikel von Alex79 29.12.2012 10:18

Das ist ein Pressebericht vom 24.04.2010


Steckbrief im Knast

Frankfurt. Ausgerechnet im Gefängnis hängen zurzeit Plakate, mit denen nach dem mutmaßlichen Mörder von Tristan Brübach gefahndet wird.

Mehr als ein Grashalm, an den sich die Fahnder klammern, um doch noch, nach mehr als zwölf Jahren, den Mörder von Tristan Brübach zu finden, sind die Plakate nicht. So schätzt zumindest Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, die Aktion ein. Seit geraumer Zeit hängen in allen Justizvollzugsanstalten der Bundesrepublik Plakate, auf denen die Mitarbeiter gefragt werden, ob sie sich an einen Häftling erinnern können, der dem Phantombild des Mannes mit dem Pferdeschwanz ähnlich sieht.

Das Phantombild war im März 2009 anlässlich des Jahrestags des schrecklichen Verbrechens an dem 13 Jahre alten Schüler erstellt worden. Doch trotz Fernsehausstrahlung kam es zu keinem Durchbruch. Auch der erneute Versuch habe bislang «zu keinem Treffer» geführt, sagt Möller-Scheu. Die Hinweise seien vage, es handele sich nicht um eine heiße Spur. Dass im Gefängnis nach Personen gesucht wird, die sich an den Mann mit Hasenscharte und Pferdeschwanz erinnern, ist kein Zufall. Kurze Zeit nach der Tat war der Verdächtige bei einer Anwaltskanzlei für Wirtschaftsrecht aufgetaucht und hatte erwähnt, er sei im Gefängnis gewesen, habe nun aber wieder etwas angestellt. Die Anwälte schickten ihn zu einem auf Strafrecht spezialisierten Kollegen, in dessen Kanzlei der Verdächtige aber nie erschien. öp

Quelle: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/ste...7597262.de.html

#11 RE: Presseartikel von Christine 24.03.2013 19:03

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Mord an Tristan Brübach
Die losen Enden
23.03.2013 · Vor 15 Jahren wurde das Kind Tristan Brübach ermordet, mitten am Tag, brutal.

Der Fall ist ungeklärt. Ermittler Uwe Fey sagt:
So darf das nicht bleiben.
Von DENISE PEIKERT, FRANKFURT


© FRICKE, HELMUT
In diesem Tunnel am Bahnhof Höchst wurde Tristan vor 15 Jahren Tristan ermordet.

Kriminalermittler Uwe Fey (oben) tut alles, damit der Fall kein ungelöster bleibt.
2010 setzt sich Kriminalhauptkommissar Uwe Fey in sein Auto und fährt nach
Südfrankfreich. Bei der Fremdenlegion dort gibt es einen Mann, für den er sich interessiert.
Ein Söldner im Dienste der französischen Armee. Der in Tschechien war, kurz bevor in Frankfurt

der 13 Jahre alte Tristan Brübach ermordet worden ist.
Der seinen Weg zurück über Frankfurt genommen haben muss, ein Mann, bei
dem vieles passt.
Fey will ihn als Tatverdächtigen vernehmen, ein französisches Gericht hat ihm das erlaubt.
Als er in Perpignan ankommt,
30 Kilometer vor der spanischen Grenze, reicht ein Blick in den Einsatzplan der
Fremdenlegion: Der Söldner hat ein Alibi.

Fey sagt, dass er trotzdem mit dem Mann reden möchte, weil er doch vielleicht
etwas weiß über den schon seit zwölf Jahren ungelösten Fall.
Er darf es nicht. Seine Erlaubnis, Fragen zu stellen, gilt nur für einen Beschuldigten.
Durch das Alibi ist der Fremdenlegionär jetzt aber nur noch Zeuge.
Und eine Zeugenvernehmung, sagen die Franzosen, muss Fey neu beantragen.

So war das: 1141 Kilometer hin, 1141 Kilometer zurück, 20 Stunden Autofahrt.
Keine Antworten.

Wer aufgibt, hat schon verloren
In seinem Büro im Frankfurter Polizeipräsidium verschränkt Uwe Fey seine Arme vor
dem Bauch. Er ist keiner, der mit dem Schicksal hadert. Er ist einer, der einfach sagt,
sein Kollege fliege nicht gerne und deshalb seien sie damals mit dem Auto nach
Frankreich gefahren. Lautes Lachen. Anders könnte Fey das alles auch gar nicht
aushalten. Den Gedanken an den Transporter, den er mit roten Plastikkörben
vollgeladen hatte, 2000 Akten aus dem Gefängnis in Höchst, deren Auswertung
nichts brachte. Die Erinnerung an die 54 Männer,
die sich weigerten, ihre Fingerabdrücke abzugeben, 54 von 4600.
Die Momente, in denen er alles wieder auf Anfang
stellen musste, obwohl er sich gerade noch sicher war, den Mörder zu haben.
Das halbe Jahr, das ihm verlorengegangen ist, weil er in einen Rosenkrieg
verwickelt wurde. Es ist, als würde einer versuchen, Pompeji auszugraben.
Und andauernd bricht der Vesuv wieder aus.

Wer aufgibt, sagt Fey, hat schon verloren.

Die Eisengitter sind längst rostig
Uwe Fey stellt seinen Dienstwagen immer auf der Sperrfläche vor dem Zebrastreifen
am Höchster Bahnhof ab, wenn er zu dem Ort fährt, wo Tristan getötet wurde.
Er schmeißt die Polizeikelle auf den Beifahrersitz. Dann sind es noch 300 Meter
bis zur Böschung, die steil abfällt, hinunter zum Liederbach, der neben dem Bahnhof
durch einen Tunnel fließt. Im Tunnel, auf dem Wandsockel, wurde Tristan damals gefunden,
hingelegt, als schliefe er, mit aufgeschlitzter Kehle und ohne Hoden.

Die Tunneleingänge wurden kurz nach dem Mord an dem Jungen vergittert.
Die Eisenstäbe sind längst rostig. Fey hat einen Schlüssel, um die Tür aufzuschließen,
aber er benutzt ihn nicht oft. Im tropfnassen Schummerlicht gibt es nicht viel zu sehen.
Und Fey kennt sowieso alles. Die Peter-Bied-Anlage, wo Tristan zuletzt gesehen wurde.
Das schmale Haus an der Liederbacher Straße, in dem er gewohnt hat. Den Spielplatz,
auf dem die drei Kinder gespielt haben, die, ohne es zu wissen, einen Mord
beobachtet haben.

Abkürzung durch den Tunnel
Fey ist 51 Jahre alt, seit er 16 ist, ist er bei der Polizei, seit 23 Jahren bei der
Mordkommission. Es gibt ein paar Fälle, die er nicht lösen konnte. So ist das:
Er kann zwar nicht immer beweisen, wer der Mörder ist. Aber er ist immer überzeugt
davon, sagt er, zu wissen, wer der Mörder ist. Bei Tristan weiß er es nicht.

Tristan war an dem Donnerstag im März früher als sonst aus der Schule nach
Hause gegangen, weil er Rückenschmerzen hatte. Zuletzt wurde er um kurz nach
drei in einem Park in der Nähe des Höchster Bahnhofs gesehen. Der Tunnel, durch den
dort der Liederbach fließt, war damals eine Abkürzung, die die Kinder oft nahmen,
um vom Bahnhof nach Unterliederbach zu kommen. Vielleicht entschied sich auch
Tristan am 26. März 1998 dafür. Um halb vier wollten drei andere Kinder durch den
Tunnel gehen, stockten aber, als sie im Dunkel einen Mann bemerkten, der sich über
etwas am Wandsockel beugte. Sie kehrten um.

Der Mörder hinterließ außer Entsetzen nicht viel
Der Mörder, den sie beobachtet hatten, hinterließ Entsetzen, ansonsten aber
nicht viel. Einen verschmierten Abrieb in Tristans Schulbuch, als er sein Messer auf
einer der Seiten abwischte. Einen blutigen Fingerabdruck, von so schlechter
Qualität, dass er mit keiner Datenbank automatisch abgeglichen werden kann.
Tristans Rucksack mit einer DeutschlandKarte auf Tschechisch im Wald bei
Niedernhausen. Die Hoden des Jungen und die Teile seiner Muskeln,
die der Mörder herausschnitt und in dem Rucksack abtransportierte, wurden nie gefunden.

So etwas, sagt Fey, muss aufgeklärt werden.

„Ich hab Scheiße gebaut“
Aber wo sind die losen Enden? Wenn es sie gibt, dann stecken sie irgendwo in den
rund 380 Aktenordnern, die der Fall füllt und in denen 21000 Spuren abgeheftet sind.

Nebeneinandergestellt wären die Ordner 22 Meter lang. 2006 hat Fey sie das
letzte Mal ganz durchgesehen, Seite für Seite, mit der Hoffnung, dass in den acht
Jahren zuvor etwas übersehen worden sein musste. Er fand es.
Ein Mädchen hatte am Liederbach einen Mann mit einem
Pferdeschwanz aus einem Gebüsch kriechen sehen.
Eine Woche nach der Tat, das stand ganz woanders in den Ordnern, war ein Mann
mit Pferdeschwanz in einer Frankfurter Anwaltskanzlei aufgetaucht, verwirrt und mit
den Worten: „Ich hab Scheiße gebaut.“ Und fast gleichzeitig, las der Ermittler
in den Akten, hatte ein Mann mit Zopf in Hofheim einen Jungen in einem
Kindergarten belästigt. Fey fieberte: Meinen die alle denselben?

Jahre nach dem Mord entstand ein erstes Phantombild, von einem hageren Mann
mit blondem Zopf und einer großen Narbe über der Lippe. 2010 wurde das
Bild veröffentlicht.

Die Versager verstecken sich hinter Karriere und Ehrgeiz
Bis heute wurde der Mann, der darauf erfunden wird, nicht gefunden.
Das Bild hängt an Feys Pinnwand und verhöhnt den Misserfolg. Davor steckt
das Bild des ermordeten Jungen, mit halboffenen Augen, gescheiteltem Pony
und mahnt die Aufklärung. Wir kriegen ihn, sagt Fey.

Fey hält nicht viel von den Profilern, wie man sie aus amerikanischen Krimiserien
kennt. Er findet, gesunder Menschenverstand reicht aus. Und der sagt ihm, dass
der Mord an Tristan ein Sexualverbrechen war. Die Leute von der Operativen
Fallanalyse aus Bayern, Spezialisten, eigentlich auch eine Art Profiler, sagten
dasselbe, fügt er hinzu. Das macht Fey selten: Jemanden anführen, um seine
Meinung zu stützen.
„Hinter Karriere, Ehrgeiz und Führungsstreben verstecken sich die eigentlichen
Versager des Lebens“, steht auf einer Karte in seinem Büro. Dieses
Mal spricht er von den Leuten aus Bayern, die seiner Ansicht sind, weil im Mordfall
Tristan Brübach lange Zeit niemand an ein Sexualverbrechen glaubte. Was, fragt
Fey, soll es denn sonst sein? Er redet von dem professionellen Schnitt, den der
Mörder am Schambein von Tristan ansetzte, von der „Schlachtanleitung für
Knaben“, die er im Internet gefunden hat, und davon, dass es ja nur einen Grund
dafür geben könne, warum man Tristans Hoden nie gefunden habe. Und dann
ein Satz wie Sackhüpfen im Schützengraben: „Das Monster ist der nicht.“ Fey
sagt das mit leichtem hessischem Zungenschlag.
Pause. „Unser Täter ist überhaupt nicht auffällig.“

Ist da jemand nervös?
Wie jemanden finden, der nicht auffällt? Von 2002 an haben nahezu alle Männer
zwischen 18 und 49 Jahren, die zur Tatzeit in Höchst und Unterliederbach wohnten,
ihre Fingerabdrücke abgegeben. Fey ist zu jedem hin, der nicht wollte. Vor einem baute
er sich auf: „Ich hole jeden einzelnen Fingerabdruck. Dann sind Sie der Einzige, der
übrig ist, und dann nehme ich Sie fest.“ Zwei Jahre hat das alles gedauert.
54 Männer verweigerten sich. Ein Riesenaufwand. Kein Ergebnis.

Das erste Mal war Fey sich 2003 sicher: Wir haben ihn. Drei Mal am Tag klickte
der Mann, Familienvater, unauffällig, nicht viele Freunde, am Tattag krankgeschrieben,
die Internetseite an, die das Bundeskriminalamt zu dem Fall Tristan eingerichtet
hatte. Drei Mal am Tag, dabei gab es nur selten etwas Neues. Fey dachte:
Ist da jemand nervös? Durchsuchung, Festnahme, das ganze Pipapo, sagt Fey.
„Und dann ist das Ding geplatzt wie eine Seifenblase.“ Die Frau des Mannes
hatte, in Angst um ihren Sohn, damals im Tristan-Alter, immer wieder auf die
Website geklickt. So war das: ganz einfach zu erklären.

Mord wird in Stunden gerechnet
„Meine Alte, diese Drecksau.“ Das war das zweite Mal, dass Fey sich sicher
war, am Frankfurter Flughafen: ein Postdirektor a.D., verheiratet, vier Kinder,
integrer Mann, vom Haus seiner Familie in Höchst kann man das Haus
sehen, in dem Tristan wohnte. Die Frau des Mannes, der inzwischen in den
Vereinigten Staaten lebte, gab Fey die entscheidenden Hinweise:
Dass die Familie genau zur Tatzeit zu Besuch in Frankfurt gewesen sei.
Wen er fragen müsse, um mehr über ihren Mann zu erfahren, der das vielleicht,
bestimmt, O Gott!, gewesen sein könnte. Alles passte. Bis auf den Satz am
Flughafen, den der Mann sofort sagte, als sie ihn bei einem Besuch in Frankfurt
festnehmen wollten. Was wie ein fertiges Puzzle ausgesehen hatte, zerbröselte zu
einer gutgestrickten Intrige: Der Mann war zur Tatzeit auf einem Kongress in
Brasilien, seine Frau hatte Zeugen bestochen, damit die Fey das erzählten,
was sich so passend anhörte. So war das: Die Frau wurde wegen Verleumdung zu
einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, Fey verlor ein halbes Jahr Zeit.
Ein halbes Jahr! Wo doch bei Mord eigentlich nur in Stunden gerechnet wird,
den 48 ersten, in denen die Spuren noch frisch, die Erinnerungen der Zeugen
noch klar sind.

Von 150 Beamten, die nach Tristans Tod ermittelt haben, ist nur Fey übrig geblieben.

Normalerweise. Bis vergangene Woche haben sie im Polizeipräsidium eine
heiße Spur verfolgt, da bekam er Hilfe von den Kollegen. Seit langem sah es
mal wieder so aus, als könnten sie ihn haben. Inzwischen weiß Fey, dass
der verdächtigte Mann unschuldig ist. Schon wieder.


http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mo...n-12125962.html

#12 RE: Presseartikel von VitoScaletta 12.08.2013 22:20

Ein weiterer Artikel aus diesem Jahr über den Fall.

http://www.fnp.de/rhein-main/rhein-mainh...l;art801,132445

#13 RE: Presseartikel von 13.08.2013 09:24

Danke für den Beitrag!


„Weltweit kein vergleichbarer Fall“
Von Holger Vonhof

Vor 15 Jahren starb Tristan Brübach im Betontunnel des Liederbachs
Der brutale Mord ist unvergessen, auch weit über den Frankfurter Westen hinaus: Heute vor 15 Jahren, am 26. März 1998, starb der damals 13 Jahre alte Schüler Tristan Brübach in der Unterführung des Liederbachs westlich des Höchster Bahnhofs.
Höchst.

Der Täter wurde nie gefasst, und es sieht auch nicht so aus, als würde er je gefasst: Anderthalb Jahrzehnte nach der grauenvollen Bluttat gibt es keine neuen Hinweise. Ein Ermittler ist noch mit dem Fall beschäftigt: Kriminalhauptkommissar Uwe Fey geht Hinweisen nach, wenn es welche gibt, ist übrig geblieben von den 150 Polizisten, die direkt nach dem Mord in einer Sonderkommission mit Hochdruck an dem Fall arbeiteten, die auch ein Jahr nach dem Fund der Leiche neue Hoffnung schöpften, als Tristans Rucksack samt einer tschechisch beschrifteten Deutschlandkarte in einem Waldstück bei Niedernhausen gefunden wird.

Tristan Brübachs Leben war nicht einfach, so viel wird den Ermittlern damals klar, als sie nach dem Tod des 13-Jährigen nach möglichen Hinweisen auf seinen Mörder suchen. Die Mutter war seit drei Jahren tot, Tristan lebte bei seinem Vater, der Vollzeit arbeitete, und bei der Großmutter. Es war der letzte Schultag vor den Osterferien, Tristan Brübach hatte die Meisterschule in Sindlingen frühzeitig verlassen - angeblich wegen Rückenschmerzen. Gegen 14 Uhr wird der Junge mit dem blonden Pagenschnitt am Höchster Bahnhof das letzte Mal lebendig in der Peter-Bied-Anlage gesehen. Gut anderthalb Stunden später finden zwei spielende Kinder den grausam zugerichteten Körper des Jungen in Liederbach-Tunnel: Die Kehle bis zum Rückgrat durchtrennt, die Hoden entnommen, aus den Oberschenkeln hat der Täter große Fleischstücke geschnitten. Tristan wurde bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und gewürgt, bevor ihm die Kehle aufgeschnitten wurde. Den Leichnam lässt der Mörder im Liederbach ausbluten. Die Tat ist ein Werk von solcher Brutalität, dass selbst Experten davon sprechen, es gäbe weltweit keinen vergleichbaren Fall. Der Tunnel, ein langes, dunkles Betonloch, führt den Liederbach unter den Gleisen des Höchster Bahnhofs durch. Nach dem Mord wird er mit Stahlgittern geschlossen; bis dahin war er eine bei Kindern beliebte, weil abenteuerliche und gruselige Abkürzung.

Hat Tristan seinen Mörder gekannt? Die Schule habe er geschwänzt, heißt es, andere wollen wissen, dass er Kontakt zu Kleindealern gehabt hätte in den Stunden, in denen er rund um den Höchster Bahnhof herumgestreunt sei als Schlüsselkind. Tristan lebte in keinem gesichtslosen Wohnblock, sondern in einem schmalen Haus an der Liederbacher Straße, Fachwerk-Nachbarschaft, fern von dem, was man als sozialen Brennpunkt bezeichnet. Er habe unter Älteren gelitten, die ihn hin und wieder "abgezogen" hätten, beraubt.

21 000 Spuren verfolgt
In dieser Betonröhre unter dem Gleisvorfeld des Höchster Bahnhofs geschah die grausige Tat. Mit dem Phantombild sucht die Polizei nach einem hageren Mann mit Pferdeschwanz und vernarbter Oberlippe - eventuell einer Hasenscharte - der dort gesehen worden war.
In dieser Betonröhre unter dem Gleisvorfeld des Höchster Bahnhofs geschah die grausige Tat. Mit dem Phantombild sucht die Polizei nach einem hageren Mann mit Pferdeschwanz und vernarbter Oberlippe - eventuell einer Hasenscharte - der dort gesehen worden war.
Vielleicht war alles nur ein Zufall, ein grausiger Zufall, eine Begegnung, die so willkürlich war, dass der Mörder bis heute unentdeckt geblieben ist. Zumindest ist es der Frankfurter Polizei in der größten Ermittlungsaktion ihrer Geschichte nicht gelungen, den Täter zu finden. Spuren gibt es viele, Hinweise gibt auch die Grausamkeit der Tat. Hausdurchsuchung bei einem Metzger im Vordertaunus, immer wieder Hinweise auf Fremdenlegionäre oder Bürgerkriegsveteranen vom Balkan. Mehr als 21 000 Spuren werden abgearbeitet, 70 000 Fingerabdrücke von 7000 Personen genommen, von allen Männern in Höchst und Unterliederbach, die zur Tatzeit zwischen 15 und 45 Jahren alt sind. Der Liederbach wird aufgestaut, das Bachbett abgesucht. Einen verschmierten blutigen Fingerabdruck, kaum verwertbar, hat der Täter auf einem Schulheft Tristans hinterlassen, das mit Büchern und anderen Heften nahe der Leiche lag. Der Rucksack selbst taucht dann erst ein Jahr später wieder auf, in dem Wald bei Niedernhausen. Die Hoden des Jungen und das herausgeschnittene Fleisch werden nie gefunden; eine Untersuchung des Rucksacks ergibt, dass die Leichenteile wohl nicht darin transportiert worden waren. Nicht weit vom Rucksack entfernt liegt ein Elektrokocher tschechischen Fabrikats und - ein Messer.

Das Messer, das finden die Ermittler schnell heraus, kann nicht die Tatwaffe sein. Tschechische Arbeiter, die in der Nähe des Fundorts an der ICE-Trasse bauen, werden überprüft - ohne Erfolg. Auch der Fingerabdruck führt nicht weiter. Er wird weltweit abgeglichen, sogar mit den Fingerabdrücken von Selbstmördern verglichen, sollte der Täter sich selbst gerichtet haben. Fehlanzeige.

Osteuropa im Fokus

Vor 15 Jahren, am 26. März 1998, starb der 13-jährige Tristan Brübach. Er wurde ermordet.
In dieser Betonröhre geschah die schreckliche Tat.
Die fieberhafte Suche nach dem Täter beginnt. Das Plakat im Mai 2002 ruft zur Fingerabdruck-Sammelaktion auf ...
Fernsehfahndungen in "Aktenzeichen XY - ungelöst", "Fahndungsakte" und in entsprechenden Sendungen in Tschechien und der Slowakei bringen viel Resonanz, aber keine brauchbaren Spuren. Osteuropa bleibt aber immer ein Thema: Unweit des Tatorts, an der Nordseite des Höchster Bahnhofs, hat eine Außenstelle des Zolls ihren Sitz, ist Anlaufstelle für osteuropäische Fernfahrer. "Vielleicht hat einer von ihnen Tristans Mörder als Anhalter nach Höchst gebracht", lautet damals ein Ansatz des zuständigen Kommissariats K 11 der Frankfurter Kriminalpolizei.


Wahrscheinlich ist der Mörder längst ganz woanders, als die Polizei in Frankfurt nach ihm sucht. Oder doch nicht? Am 8. Oktober 1999 wird Tristans Grab auf dem Höchster Friedhof geschändet; ein Unbekannter gräbt in der Nacht gut 1,20 Meter tief, ohne auf den Sarg zu stoßen. Die Blumen hat er fein säuberlich ausgestochen, die Erde auf eine Plane geschippt - wie um alles danach wieder zu schließen, ohne dass jemand etwas bemerkt. Tristans Großmutter findet das Grab ihres ermordeten Enkels aufgewühlt vor, als sie es besuchen will. Die Polizei glaubt indes nicht, dass der Grabschänder der Mörder ist; sie spricht von einem "psychisch gestörten Einzelgänger".

Fahnder Fey versucht, das Übersehene zu entdecken, neue Ansätze zu finden. Wie 2006, acht Jahre nach der Tat, als er ein Phantombild präsentieren konnte, das einen blonden Mann mit Pferdeschwanz und verunstalteter Oberlippe zeigte: Ein Mädchen hatte einen solchen Mann in der Nähe des Tatorts gesehen, und ein Mann mit diesem Aussehen war eine Woche nach der Tat in einer Anwaltskanzlei mit den Worten "Ich hab' Scheiße gebaut" aufgetaucht. Der Pferdeschwanzträger wurde damals weggeschickt - und kam nie wieder. Ob der Mann auf dem Phantombild tatsächlich etwas mit der Tat zu tun hat, weiß keiner. Unzählige Internetbeiträge beschäftigen sich mit der Tat, auch das Bundeskriminalamt hat den Fall weiterhin im Internet in seiner Auflistung der größten ungeklärten Mordfälle. Weiterhin sind von der Staatsanwaltschaft Frankfurt 15 000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Fahndung im Internet: http://www.bka.de
Artikel vom 26.03.2013, 00:00 Uhr (letzte Änderung 26.03.2013, 13:50 Uhr)

#14 RE: Presseartikel von Christine 22.11.2013 17:34

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Der Schüler Tristan Brübach wurde am 26. März 1998 brutal ermordet.

Tristan: neues Täterprofil
Von Matthias Gerhart
Der Mord an dem Schüler soll sexuell motiviert gewesen sein - neue Spuren führen nach Hofheim
Die Polizei hat im ungeklärten Mordfall Tristan Brübach ein neues Täterprofil entwickelt: Der Mörder soll bei seiner grausamen Tat sexuelle Motive gehabt haben.

Hofheim.
Auch mehr als 15 Jahre nach dem Mord an Tristan Brübach haben Polizei und Staatsanwaltschaft auf der Suche nach dem Täter nicht aufgegeben. Im Zentrum der Ermittlungen steht nach wie vor der Mann mit Pferdeschwanz und Kappe, den eine 14-jährige an jenem 26. März 1998 aus einem Gebüsch am Höchster Bahnhof herauskommen sah. In der Unterführung des Liederbachs wurde die Leiche des 13 Jahre alten Schülers gefunden. Der Täter hatte ihn erwürgt und ihm den Hals aufgeschnitten. Fleischteile und die Hoden waren aus der Leiche herausgetrennt worden; der Täter muss sie mitgenommen haben.


Gestern präsentierten Kriminalhauptkommisar Uwe Fey und Staatsanwältin Sandra Dittmann nun ein neues Täterprofil, das aus den bisherigen Erkenntnissen über den Mörder erstellt wurde. Wenngleich alle Ermittlungen bislang auch im Sande verlaufen waren, stehe zwischenzeitlich fest, dass der Tod von Tristan weder einen Drogenhintergrund habe noch im Strichermilieu angesiedelt sei, sagte Dittmann. Es sei vielmehr „ein Tötungsdelikt mit eindeutig sexueller Komponente“, dem eine „Störung der sexuellen Präferenz“ beim Täter zugrunde liege. Dafür sprächen die Schnitte an der Leiche und die Entnahme der Hoden, ein Vorgehen, für das es zuvor in ganz Deutschland keine vergleichbare Tat gegeben habe. Nur ein Jahr später wurde im Schwäbischen ein Junge auf die gleiche Weise getötet - dafür sei aber ein Bäckerlehrling verantwortlich gewesen, der mit Tristans Tod nachweislich nichts zu tun hatte, so Fey.
Einschlägig aufgefallen?

Möglich sei auch, dass Tristans Mörder bereits zuvor als Leichenschänder oder mit Tier- und Sadomaso-Pornografie aufgefallen sei. Jedenfalls sei er bei der Tat „zielgerichtet und strukturiert“ vorgegangen, so Dittmann: „Der Mann war zum Tatzeitpunkt zwischen 25 und 35 Jahre alt und führte wohl einen sozial zurückgezogenen Lebensstil. Er hatte aber einen eindeutigen Ortsbezug zum Stadtteil Höchst und zur Umgebung des Bahnhofs“, sagte die Staatsanwältin. Dort hielt sich auch Tristan häufig auf.

Die Ermittlungen beschränken sich mittlerweile aber nicht mehr nur auf Höchst, Unterliederbach und die westlichen Stadtteile, sondern seien auf Hofheim erweitert. Dort war bereits vor Tristans Tod ein 12-Jähriger in der Nähe des Vinzenzheimes mehrfach von einem Mann mit Pferdeschwanz angesprochen und auch nach Höchst mitgenommen worden, wo er von dem Unbekannten am Bahnhof Süßigkeiten erhielt. „Vielleicht sind in jener Zeit auch noch andere Jungen von dem Mann angesprochen worden, die sich erinnern können“, hofft Fey.
Erfahrungen aus anderen Kriminalfällen zufolge gebe es auch immer wieder Zeugen, die Beobachtungen über Jahre zurückhalten, weil sie dann möglicherweise einen Bekannten oder Verwandten belasten würden. „Niemand wird sich längere Zeit unberechtigt diesem Verdacht auszusetzen haben“, so Fey. Anhand eines Fingerabdrucks könne eine Täterschaft in kürzester Zeit ausgeschlossen werden.

100.000 Euro Belohnung

Vielleicht ist aber auch die deutliche Erhöhung der Belohnung ein Anreiz: Von zunächst 15 000 Euro wurde sie durch eine Privatzusage auf zunächst 20 000 Euro angehoben. Mittlerweile sind für die Ergreifung des Täters sogar 100 000 Euro ausgesetzt: Ein weiterer Privatmann aus Süddeutschland hat die Summe entsprechend aufgestockt.
Der „Fall Tristan“ ist auch mit zwei ungewöhnlichen Vorfällen verbunden. Bereits kurz nach der Beerdigung hatte sich ein Mann telefonisch bei der Polizei gemeldet und behauptet, er habe Tristan umgebracht und stehe nun am Höchster Bahnhof. Als die Polizei dort eintraf, war der angeblich 1,80 Meter große und langhaarige Mann verschwunden. Im Oktober 1999 schließlich schlich sich ein Unbekannter an das Grab des Jungen auf dem Höchster Friedhof und trug Teile der Erde fein säuberlich ab. „Der Mann wollte zum Sarg vordringen, wurde aber wahrscheinlich gestört“, so Dittmann. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen und dem Täter gibt, ist nicht bekannt.

Am Sonntag, 24. November, beschäftigt sich auch die Sendung „Spiegel-TV“ bei RTL mit dem Fall. In dem Filmbeitrag (22.50 Uhr) sollen Zeugen und Analytiker der Polizei zu Wort kommen. Die Mordkommission ist unter Telefon (0 69) 75 55 11 08 erreichbar.
Artikel vom 22.11.2
013, 16:21 Uhr (letzte Änderung 22.11.2013, 17:18 Uhr)



http://www.kreisblatt.de/lokales/main-ta...l;art676,689928

#15 RE: Presseartikel von Christine 23.11.2013 14:28

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FRANKFURT MORDFALL TRISTAN
Neuer Versuch im Mordfall Tristan
Von OLIVER TEUTSCH

Die Unterführung am Höchster Bahnhof. Hier wurde der 13-jährige Tristan Brübach grausam ermordet. Foto: Rolf Oeser
Im Fall des vor 15 Jahren grausam ermordeten Schülers Tristan Brübach geht die Frankfurter Polizei von einem neuen Täterprofil aus. Der Stand der Ermittlungserkenntnisse wird am Sonntag bei RTL in der Sendung „Spiegel TV“ ausgestrahlt.

FRANKFURT. –
Wohl kaum ein anderer Fall in der Nachkriegsgeschichte hat die Frankfurter Ermittler so beschäftigt wie der grausame Mord an Tristan Brübach. Der 13-Jährige war im März 1998 in einer Unterführung nahe des Höchster Bahnhofs erstochen und verstümmelt worden. Mehr als 15 Jahre und 20.000 Hinweise später unternehmen die Ermittler einen erneuten Versuch, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Gemeinsam mit einem sogenannten Profiler wurde ein 20-minütiger Dokumentarfilm gedreht, in dem alle bisherigen Ermittlungserkenntnisse zusammengefasst wurden. Der Film wird am Sonntag bei RTL in der Sendung „Spiegel TV“ (22.50 Uhr) ausgestrahlt. In einem weiteren Beitrag soll es zusätzliche Hintergrundinformationen geben. Einge der aus Sicht der Ermittler wichtigen Zeugen haben für den Film ihre Aussagen vor laufender Kamera wiederholt.

Die Ermittler erhoffen sich von den gebündelt und anschaulich aufbereiteten Informationen neue Hinweise aus der Bevölkerung. Es ist gut fünf Jahre nach der Austrahlung des Falls bei Aktenzeichen xx...ungelöst der zweite Versuch, via Fernseher weitere Zeugen zu finden.

Rückschläge und falsche Fährten gab es in dem Fall schon reichlich. Der Tatverdächtige war wahlweise ein französischer Fremdenlegionär, ein entflohener Psychopath oder auch jemand aus Tschechien, weil sich im Rucksack des ermordeten Schülers eine Deutschland-Karte in tschechischer Sprache fand. Im September 2009 sahen die Ermittler sich endlich am Ziel, als in Stuttgart ein Mann gefasst wurde, der den Mord an einem kleinen Jungen im Kreis Böblingen gestand und dem Phantombild eines Täters mit Pferdeschwanz entsprach. Doch sein Fingerabdruck passte nicht zu jenem, den die Ermittler auf dem Schulheft von Tristan gefunden hatten.

Profiler um Mithilfe gebeten
Seit rund zwei Jahren befassen sich Experten des Hessischen Landeskriminalamts (LKA) mit dem Fall. In der Abteilung Operative Fallanalyse wurde erneut, ein Täterprofil erstellt. Die Analytiker untersuchen dabei, ohne den Tatort oder Zeugen zu kennen, nüchtern Fakten. „So ein Neutralitätsaspekt gibt einem noch mal einen anderen Blick auf den Fall“, erläutert LKA-Sprecher Udo Bühler.


Die Polizei erhofft sich im Mordfall Tristan neue Erkenntnisse durch einem Dokumentarfilm, der am Sonntag, 24. November, auf RTL in der Sendung "Spiegel TV" zu sehen sein wird.

Die Beamten baten schließlich den renommierten Münchner Profiler Alexander Horn um Mithilfe. Der 40-Jährige hatte bereits beim Mordfall Dennis und bei der Anschlagserie der NSU Hinweise geliefert. Jetzt wird ein männlicher Einzeltäter gesucht, der 1998 zwischen 25 und 35 Jahren alt war, verstärkt Kontakt zu Kindern sucht, sozial zurückgezogen lebt und zum Tatzeitpunkt einen Bezug zu Höchst oder Hofheim gehabt haben muss. Der Bezug zu Hofheim wird vermutet, weil Kinder des dortigen Vinzenzheims seinerzeit von einem Mann angesprochen wurden, auf den das Phantombild passt.

Die Ermittler sind nicht die einzigen, die der grausame Mord noch immer beschäftigt. Ein Privatmann aus dem Rhein-Main-Gebiet hat die Belohnung zur Ergreifung des Täters um 80.000 auf nunmehr 100.000 Euro aufgestockt. Vielleicht lohnt es sich, am Sonntagabend den Fernseher einzuschalten.


http://www.fr-online.de/frankfurt/frankf...8,25114976.html

#16 RE: Presseartikel von Christine 24.11.2013 18:30

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Neue Spuren im Fall Tristan: Ermittler gehen von Sexualmord aus

Von Daniel Hartung

Der 13-jährige Tristan wurde am helllichten Tag in Frankfurt-Höchst getötet, seine Leiche geschändet. 15 Jahre später ist der Täter noch immer unbekannt. Nun gibt es neue Erkenntnisse, SPIEGEL TV hat die Ermittler exklusiv begleitet.


SPIEGEL TV
Am 26. März 1998 endete das Leben des Schülers Tristan Brübach in einem Tunnel unterhalb des Bahnhofs in Frankfurt-Höchst. Der 13-Jährige wurde ermordet, ihm wurden Teile des Muskelfleischs und die Hoden entfernt. Es folgten enorm aufwendige Ermittlungen: Die Polizei verfolgte mehr als 20.000 Spuren, Tausende Männer aus der Region gaben freiwillig ihren Fingerabdruck, um als Tatverdächtige auszuscheiden.

Bis heute blieb die Fahndung nach dem Mörder erfolglos.
Jetzt geht die Polizei neue Wege. Erstmals präsentiert sie schon länger bekannte Zeugen der Öffentlichkeit. Durch deren Aussagen erhoffen sich die Mordermittler neue Hinweise aus der Bevölkerung. SPIEGEL TV hat die Arbeit der Kriminalisten exklusiv begleitet. Am Sonntagabend (22.50 Uhr, RTL) wird auch erstmals die Stimme eines Mannes präsentiert, der behauptet, Tristans Mörder zu sein.

Renommierte Profiler unterstützen die Frankfurter Ermittler. SPIEGEL ONLINE sprach mit dem Leiter der bayerischen Operativen Fallanalyse, Alexander Horn.

SPIEGEL ONLINE: Herr Horn, der leitende Ermittler in Frankfurt und Sie gehen inzwischen sicher von einem Sexualmord aus. Warum?

Horn: Im Rahmen unserer Fallanalyse haben wir uns natürlich mit der Frage des Kernmotivs beschäftigt. Wir konnten herausarbeiten, dass das Kernmotiv der Tat die Ermöglichung von sexuell abweichenden Phantasien war.

SPIEGEL ONLINE: Um welche sexuellen Phantasien handelt es sich Ihrer Meinung nach?

Horn: Wir können davon ausgehen, dass der Täter die Phantasie hatte, einen pubertären Jungen umzubringen. Warum der Täter Teile seines Muskelfleischs herausschnitt, die Hoden abtrennte, und diese dann offenbar vom Tatort mitnahm, lässt sich nur erahnen. Entweder wollte er sie aufbewahren, um sich daran zu erregen. Oder sie vielleicht auch zu verspeisen.

SPIEGEL ONLINE: Was kann der Tatort über den Täter aussagen?

Horn: Der Tunnel ist interessant, weil er direkt unterhalb des Bahnhofs liegt. Also befinden wir uns in einer extrem hochfrequentierten Gegend. Aber gleichzeitig ist es der einzige Ort, der eine Rückzugsmöglichkeit bietet. Deshalb gehen wir fest davon aus, dass der Täter diesen Ort gezielt ausgesucht hat, um eben dort seine Tat ungestört begehen zu können.

SPIEGEL ONLINE: Der Mord wurde am helllichten Tag verübt. Konnte sich Tristans Mörder so sicher sein?

Horn: Wir glauben, der Täter hat deswegen tagsüber zugeschlagen, weil es in diesem Zeitraum die einzige Möglichkeit ist, an Jungs in diesem Alter heranzukommen. Denn nur zu diesem Zeitpunkt sind sie unterwegs. Sie kommen aus der Schule oder treffen ihre Freunde. Es ist wahrscheinlich eine rein pragmatische Entscheidung des Täters gewesen, zu dieser Zeit die Tat zu begehen, weil er zu dieser Zeit eben auch Opfer finden konnte.

SPIEGEL ONLINE: Ist davon auszugehen, dass der Mörder Tristan schon im Vorfeld als Opfer ausgesucht hat?

Horn: Es kann durchaus sein, dass Tristan und der Täter im Vorfeld Kontakt hatten. Es gab in Frankfurt-Höchst und auch im benachbarten Hofheim zu der Zeit andere Jungen, die im Vorfeld der Tat von einem Unbekannten angesprochen oder zumindest beobachtet wurden. Einige davon haben sich gegenüber SPIEGEL TV geäußert. Es ist aber genauso möglich, dass das Zusammentreffen am Nachmittag des 26. März 1998 der erste Kontakt war, und es dann umgehend zu der Tat gekommen ist.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt die Theorie, dass der Täter potentielle Opfer an der S-Bahn-Station angesprochen hat.

Horn: Von besonderer Bedeutung für diese Ermittlung ist die Spur des sogenannten Zopfträgers. Es kam vor dem Tötungsdelikt an Tristan vermehrt zu Kontaktaufnahmen einer Person, die beschrieben wurde mit einem Zopf, mit einem Pferdeschwanz. Das ist sehr bedeutsam für uns. Es ist davon auszugehen, dass ein Täter, der ein solches Delikt begeht, im Vorfeld versucht, Kontakte herzustellen. Auch mal auszuprobieren: "Wie komme ich denn am besten an diese Kinder ran?"

SPIEGEL ONLINE: Er nimmt in Kauf, dass er von potentiellen Zeugen wahrgenommen wird?

Horn: Ja. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass der Täter offensichtlich kein Problem damit hat, auch in der Öffentlichkeit mit diesen Kindern gesehen zu werden. Es könnte insofern natürlich denkbar sein, dass er polizeilich nicht groß in Erscheinung getreten ist, dass er nicht die Gefahr sah, wiedererkannt zu werden.

SPIEGEL ONLINE: Was lässt sich über die psychische Verfassung des Täters sagen?

Horn: Die Tatbegehung zeigt, dass der Täter extrem kontrolliert vorgegangen ist. Das lässt den Schluss zu, dass er stressresistent ist. Ebenso, dass er genau wusste, was er dort tun wollte. Es ist nicht davon auszugehen, dass es die erste kriminelle Tat des Mannes war. Zwar muss er keinesfalls bereits gemordet haben. Es könnte aber durchaus sein, dass er im Vorfeld schon auf Friedhöfen unterwegs war, oder sich zu Leichenhallen Zutritt verschafft hat.

SPIEGEL ONLINE: Auch Tristans Grab wurde geschändet.

Horn: Im Herbst des Folgejahres nach Tristans Mord hat ein Unbekannter versucht, an die Leiche des Jungen zu kommen. Ob es sich dabei um Tristans Mörder handelt, lässt sich nicht abschließend sagen. Richtig ist aber, dass solche Vorgehensweisen sehr selten sind und dass seinerzeit nur Tristans Grab betroffen war.


SPIEGEL ONLINE: Welche Art von Täter suchen Sie?

Horn: Betrachtet man dieses Delikt, könnte man annehmen, man suche ein Monster. Tatsächlich müssen wir feststellen, dass es sich bei solchen Delikten oft um sehr angepasste Menschen handelt. Dieser Täter setzt zwar sehr außergewöhnliche Verhaltensweisen um, weil sie ihren Ursprung in seinen sexuellen Phantasien finden. Es ist aber gut denkbar, dass er im Alltagsleben sehr unauffällig ist.

Die Belohnung für sachdienliche Hinweise ist auf 100.000 Euro erhöht worden. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer
069-75551188 entgegen.

Sendetermin: SPIEGEL TV Magazin, Sonntag, 22:50 Uhr, RTL


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/sp...s-a-935154.html

#17 RE: Presseartikel von Christine 25.11.2013 18:53

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25. NOVEMBER 2013
MORDFALL TRISTAN BRÜBACH
Mehr als 100 Hinweise
Von OLIVER TEUTSCH

Die Unterführung am Höchster Bahnhof. Hier wurde der 13-jährige Tristan Brübach grausam ermordet. Foto: Rolf Oeser
Im Mordfall Tristan Brübach keimt nach einer Dokumentation bei Spiegel-TV wieder Hoffnung auf, den Täter auch nach 15 Jahren endlich zu finden. Zwei Profiler aus München gehen mit einem neuen Ansatz an das Verbrechen und finden heraus, dass der Täter sogar in der Nachbarschaft leben könnte.


FRANKFURT –
Es ist vielleicht der letzte Versuch, den Mordfall an dem kleinen Tristan Brübach aufzuklären. Ein Dokumentarfilm soll den vielleicht entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung bringen. Einen Hinweis darauf, wer am 26. März 1998 dem 13-jährigen Schüler auflauerte oder ihn an die Unterführung am Höchster Bahnhof lockte, um ihm die Kehle durchzuschneiden und anschließend zu verstümmeln.

Mehr als zwei Millionen Menschen schauten sich am Sonntagabend auf RTL bei Spiegel-TV die rund 20-minütige Dokumentation über die Umstände des brutalen Mordes an. Gut 100 telefonische Hinweise erhielt die Frankfurter Mordkommission bis Montagnachmittag auf einer eigens geschalteten Hotline. „Das ist schon erstaunlich, das da nochmal so viel kommt“, zeigte sich eine Polizeisprecherin überrascht. Was die Hinweise wert sind, werde sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Wie "eine Schlachtung"
Allzu große Euphorie ist wohl fehl am Platz, denn es ist ja nicht so, dass es den Ermittlern bislang an Hinweisen gemangelt hätte. In den vergangenen gut 15 Jahren sammelten die Ermittler mehr als 20.000 Hinweise und ließen wenig bis gar nichts unversucht, dem Täter auf die Spur zu kommen. Bis zu 100 Beamte gehörten einer Sonderkommission an, die sich um die Aufklärung des sehr speziellen Mordes bemühte. Das Problem der Ermittler: Ein Motiv war nicht ersichtlich. Brübach war mit einem tiefen Schnitt in den Hals getötet worden. Anschließend schnitt der Täter Fleisch aus beiden Oberschenkeln und schälte die Hoden des Jungen heraus. Beides nahm er dann vermutlich als Trophäe mit. Die Ermittler waren gleichermaßen geschockt wie ratlos.


Das Mordkommisariat hat in 82 Ländern nach vergleichbaren Fällen geforscht, doch keinen Ansatz gefunden. Ein derartiges Verletzungsbild hat es nirgendwo gegeben. Auch die Vermutung, der Mord sei dem Drogen- oder Strichermilieu zuzuordnen, führten ins Leere. Ein um Rat gebetener Ethnologe am Völkerkundemuseum sprach von einer „Schlachtung“. Das Bundeskriminalamt trug den Fall bei einem Kongress im kanadischen Toronto vor, bei dem Experten für Täterprofile ihr Wissen austauschten. Die Analyse der Profiler aus aller Welt ergab: Der Täter war schon in Behandlung, er hat kein geplantes Verbrechen begangen, den Jungen zufällig getroffen und ihn wie eine „Beute“ genommen. Weitergeholfen hat das nicht.

Jetzt soll der Dokumentarfilm helfen, den der Journalist Daniel Hartung in Zusammenarbeit mit der Operativen Fallanalyse München gedreht hat. Der zweite Film nach der Ausstrahlung des Falles bei Aktenzeichen xy...ungelöst im April 2008. Damals waren 40 letztlich erfolglose Hinweise bei der Polizei eingegangen.

Viele Rätsel im Mordfall
Hinweise an die Polizei
Die Polizei nimmt Hinweise zu dem Fall unter 069-75551108 entgegen.

Doch diesmal wurde der Fall anders aufgezogen. Der konsultierte Profiler Alexander Horn geht ganz klar von einem Sexualverbrechen aus. Horn beschreibt den Täter als „extrem kontrolliert“ und „stressresistent“. Zudem wurden die Zeugen von damals erstmals vor die Kamera geholt. Zentraler Punkt des Films ist das Phantombild eines Mannes, den in den Wochen vor und nach dem Mord erstaunlich viele Menschen in Höchst und Hofheim gesehen haben wollen.

Da schildert ein seinerzeit junger Mann, wie er dem Gesuchten mehrmals buchstäblich begegnet sei, weil dieser immer auf seine Straßenseite gewechselt sei. Eine Nachbarin will den Mann sogar mit Tristan selbst gesehen haben, ein anderer Zeuge berichtet, das Phantom sei Monate nach der Tat nochmal in der Unterführung gewesen. Wie der Gesuchte trotz all dieser Augenzeugen bis heute unentdeckt bleiben konnte, ist eines der vielen Rätsel im Mordfall Brübach.


http://www.fr-online.de/frankfurt/mordfa...8,25137564.html

#18 RE: Presseartikel von Christine 27.11.2013 10:03

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Mordfall Tristan: 200 Hinweise nach TV-Doku
Zuschauer melden sich zum Fall Tristan Brübach
Ein Beitrag auf RTL hat der Polizei rund 200 Hinweise auf den Fall Tristan Brübach gebracht. Was davon verwertbar ist, wird sich nun zeigen.

Höchst.
Nach der Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über den Mordfall Tristan im Sender RTL am Sonntag sind bei der Polizei knapp 200 Hinweise eingegangen. Eine Sprecherin des Frankfurter Präsidiums sagte gestern, dass die Mordkommission die überwiegend telefonisch übermittelten Hinweise „sukzessiv“ abarbeite. Es sei allerdings noch zu früh, um etwas über deren Qualität zu sagen. Ob die erhoffte „heiße Spur“ oder Ansatzpunkte für Ermittlungen dabei sind, ist also noch unklar. RTL hatte am Sonntagabend in der Reihe „Spiegel TV“ eine rund 20-minütige Doku gezeigt, die in Zusammenarbeit mit zwei Profilern der Operativen Fallanalyse München gedreht wurde. Rund 20 000 Hinweise sind in den 15 Jahren seit der Ermordung des Schülers am 26. März 1998 in einem Tunnel des Liederbachs unterhalb des Höchster Bahnhofs bereits bei der Polizei aufgelaufen. Der entscheidende Hinweis war bislang nicht dabei.
Rund zwei Millionen Zuschauer haben den Fernseh-Beitrag am Sonntagabend gesehen. Der grausame Fall bewegt die Menschen noch immer. Zum ersten Mal waren im Filmbeitrag der Vater des ermordeten Schülers sowie Zeugen zu sehen, die Tristan in Begleitung seines mutmaßlichen Mörders gesehen haben wollen. Den neuen Hinweise wird nun im Detail nachgegangen. Zuletzt war der Fall Tristan 2008 bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ ausführlich im Fernsehen behandelt worden. Damals waren 40 Hinweise bei der Kriminalpolizei eingegangen. Der entscheidende Tipp war auch damals nicht dabei gewesen.
Der neue Ansatz der Fahnder ist, dass die Münchner Profiler von einer sexuell motivierten Tat ausgehen. Dem 13 Jahre alten Tristan waren, nachdem der Täter ihm die Kehle durchgeschnitten hatte, Muskelfleisch aus dem Gesäß sowie die Hoden entfernt worden.
Das Phantombild, mit dem nach dem Täter gesucht wird, ist hingegen schon fast fünf Jahre alt. Es zeigt einen hageren Mann mit Pferdeschwanz und einer Narbe an der Oberlippe (möglicherweise einer Hasenscharte), der am Tatort gesehen wurde und mit dem Tristan nach Aussagen einer Zeugin schon in den Wochen zuvor in Höchst und Unterliederbach gesehen worden sein soll. Auch neu ist, dass eine Verbindung nach Hofheim gezogen wird:
Dort soll ein Mann, auf den die Beschreibung passt, sich in den Wochen vor der Tat in der Nähe des Vincenzhauses herumgetrieben und versucht haben, Kontakt zu Kindern aufzunehmen (wir berichteten).

Der Beitrag aus „Spiegel TV“ ist auch im Internet abrufbar: http://www.spiegel.de.

Artikel vom 27.11.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 27.11.2013, 07:59 Uhr)


http://www.kreisblatt.de/lokales/main-ta...u;art676,693415

#19 RE: Presseartikel von VitoScaletta 09.12.2013 13:19

Auch zwei Wochen nach der TV-Ausstrahlung einer Dokumentation über den grausamen Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach ist eine Lösung des Falls nicht in Sicht. Über mangelnde Resonanz auf das Phantombild des mutmaßlichen Täters können sich die Ermittler indes nicht beschweren.

Rund 200 Hinweise erhielt die Frankfurter Polizei auf den ominösen Zopfträger mit Narbe über der Oberlippe. Jeder will den Mann, nach dem die Polizei seit Jahren im Zusammenhang mit dem Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach fahndet, irgendwo schon mal gesehen haben.

Einer der 200 Hinweisgeber ist Stefan H. Er hat das Phantombild in einem FR-Artikel bei Facebook gesehen. „Ich war sehr, sehr schockiert, das Bild hat wie die Faust aufs Auge gepasst“, sagt der 32-Jährige. Der fragliche Mann habe sich vor mehr als 15 Jahren immer auf einem Spielplatz in Hausen rumgetrieben und versucht, sich den Kindern anzunähern. „An seinem rechten Fuß hat er immer ein Messer in einem Lederband getragen“, glaubt H. sich zu erinnern. Der Mann sei regelmäßig mit seinem Fahrrad an der Nidda entlang gefahren, selbst an dessen Vornamen kann sich H. noch erinnern. Auch ein Freund, dem H. das Phantombild schickte, habe ihn wiedererkannt. All dies hat der 32-Jährige der Polizei mitgeteilt.

Der Frankfurter Chefermittler Uwe Fey ist davon nur mäßig begeistert. „Ich bin für jeden Hinweis dankbar“, sagt Fey pflichtschuldig. Seit 2002 befasst er sich mit dem Mordfall Brübach. In den vergangenen elf Jahren hat er unzählige Hinweise auf den ominösen Zopfträger erhalten. Jedem Tipp wird nachgegangen, aber meist gibt es dann nur wenig bis gar keine Ähnlichkeit mit dem Gesuchten.

„Acht bis zehn“ der Hinweise nach der Dokumentation bei Spiegel-TV seien gut gewesen und werden akribisch weiterverfolgt. „Bei einem Hinweis bin ich vom Stuhl hochgesprungen“, verrät Fey. Doch bislang seien er und seine Kollegen in der Sache nicht weitergekommen.


http://www.fr-online.de/frankfurt/mordfa...8,25565516.html

#20 RE: Presseartikel von VitoScaletta 23.03.2014 14:20

http://www.google.de/imgres?client=firef...ed=0CIkBEK0DMBA


Toter Junge gefunden

Frankfurt/Main - Der in Frankfurt ermordete 13 Jahre alte Junge, dessen Leiche am Donnerstag von zwei Kindern gefunden wurde, ist an Würge- und Stichverletzungen gestorben. Dies geht aus dem vorläufigen Obduktionsbericht hervor, teilte die Polizei am Freitag mit. Von Täter fehlte zunächst noch jede Spur. Auch das Tatmotiv liegt im dunkeln.

Der Junge war nach den bisherigen Ermittlungen lebend zuletzt am Donnerstag gegen 14.00 Uhr gesehen worden, als er am Bahnhof Höchst aus einem Linienbus ausstieg. Zwei Kinder hatten die Leiche in einem tunnelartigen Durchbruch unterhalb der Gleisanlagen gefunden. Sie waren zunächst entsetzt weggelaufen und hatten sich erst nach einer guten Stunde einer Erwachsenen anvertraut, die die Polizei verständigte. Die Unterführung ist den Angaben zufolge kein öffentlicher Verkehrsweg, wird jedoch von Fußgängern und spielenden Kindern gerne als Abkürzung genutzt.

Nach ersten Ermittlungen war die Unterführung mit Bachlauf im Frankfurter Stadtteil Höchst nicht der Tatort des mutmaßlichen Mordes. Der Junge, dessen Schulranzen rund 50 Meter vom Fundort seiner Leiche entfernt lag, war dem Polizeisprecher zufolge am Donnerstag nicht in der Schule gewesen. Eine Vermißtenmeldung habe es nicht gegeben. Für Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 20.000 Mark ausgesetzt.



Komischer Artikel. Der Rucksack wurde doch erst ein Jahr später gefunden.

#21 RE: Presseartikel von Christine 23.03.2014 15:58

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Nachtrag:

Der o. g. Presseartikel ist am 27.03.1998 17:23 erschienen.

#22 RE: Presseartikel von VitoScaletta 10.08.2014 22:16

http://archiv.rhein-zeitung.de/on/02/05/...ws/tristan.html

Es gebe zudem eine gentechnisch bedingt auswertbare Spur in Form von Hautpartikeln mit nur drei DNA-Systemmerkmalen. Für einen genetischen Reihentest seien aber mindestens acht erforderlich.

#23 RE: Presseartikel von Zartbitter 16.01.2015 09:54

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Derzeit aktueller Stand: Dez. 2014

09. DEZEMBER 2013
MORDFALL TRISTAN BRÜBACH
Viele Hinweise, keine Lösung
Von OLIVER TEUTSCH

Phantombild des mutmaßlichen Mörders des 13-jährigen Tristan. Der Junge wurden 1998 umgebracht.Foto: Polizei
Auch zwei Wochen nach der TV-Ausstrahlung einer Dokumentation über den grausamen Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach ist eine Lösung des Falls nicht in Sicht. Über mangelnde Resonanz auf das Phantombild des mutmaßlichen Täters können sich die Ermittler indes nicht beschweren.

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Hinweise an die Polizei
Die Polizei nimmt Hinweise zu dem Fall unter 069-75551108 entgegen.

Rund 200 Hinweise erhielt die Frankfurter Polizei auf den ominösen Zopfträger mit Narbe über der Oberlippe. Jeder will den Mann, nach dem die Polizei seit Jahren im Zusammenhang mit dem Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach fahndet, irgendwo schon mal gesehen haben.

Einer der 200 Hinweisgeber ist Stefan H. Er hat das Phantombild in einem FR-Artikel bei Facebook gesehen. „Ich war sehr, sehr schockiert, das Bild hat wie die Faust aufs Auge gepasst“, sagt der 32-Jährige. Der fragliche Mann habe sich vor mehr als 15 Jahren immer auf einem Spielplatz in Hausen rumgetrieben und versucht, sich den Kindern anzunähern. „An seinem rechten Fuß hat er immer ein Messer in einem Lederband getragen“, glaubt H. sich zu erinnern. Der Mann sei regelmäßig mit seinem Fahrrad an der Nidda entlang gefahren, selbst an dessen Vornamen kann sich H. noch erinnern. Auch ein Freund, dem H. das Phantombild schickte, habe ihn wiedererkannt. All dies hat der 32-Jährige der Polizei mitgeteilt.

Der Frankfurter Chefermittler Uwe Fey ist davon nur mäßig begeistert. „Ich bin für jeden Hinweis dankbar“, sagt Fey pflichtschuldig. Seit 2002 befasst er sich mit dem Mordfall Brübach. In den vergangenen elf Jahren hat er unzählige Hinweise auf den ominösen Zopfträger erhalten. Jedem Tipp wird nachgegangen, aber meist gibt es dann nur wenig bis gar keine Ähnlichkeit mit dem Gesuchten.

„Acht bis zehn“ der Hinweise nach der Dokumentation bei Spiegel-TV seien gut gewesen und werden akribisch weiterverfolgt. „Bei einem Hinweis bin ich vom Stuhl hochgesprungen“, verrät Fey. Doch bislang seien er und seine Kollegen in der Sache nicht weitergekommen.



http://www.fr-online.de/frankfurt/mordfa...8,25565516.html

#24 RE: Presseartikel von Christine 31.01.2015 10:31

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31.01.2015

Tristan Brübach

Höchst.
Den Begriff „Profiler“ mag er nicht, ihm ist Zusammenarbeit bei der Auflösung von Kriminalfällen wichtiger: Alexander Horn gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Experten für besonders schwierige polizeiliche Ermittlungen – auch im Fall des 1998 in Höchst ermordeten Schülers Tristan Brübach ist er aktiv. Der „Kriminalreport Hessen“ stellt den Spezialisten der Polizei am Sonntag, 1. Februar, um 19 Uhr im hr-Fernsehen vor; die Wiederholung ist am Tag darauf, Montag, 2. Februar, um 23.30 Uhr zu sehen.

Alexander Horn versucht, Motive und Denkweisen von Mördern zu ergründen. Er leitet die Dienststelle für Operative Fallanalyse der bayerischen Polizei. 30 bis 50 Fälle in ganz Deutschland bearbeiten er und sein Team jedes Jahr. Sie beraten die Ermittler der Polizei vor Ort, auch die Frankfurter Kripo. Der Mordfall Tristan Brübach ist ein Fall, der Alexander Horn bis heute keine Ruhe lässt – es ist einer der bekanntesten hessischen Mordfälle. Der damals 13 Jahre alte Schüler Tristan Brübach wurde im März 1998 im Tunnel des Liederbachs unter den Gleisanlagen des Bahnhofs Höchst bestialisch ermordet. Ihm wurde Fleisch aus dem Oberschenkel geschnitten und die Hoden entnommen.

Viele Spuren wurden in den bald 17 Jahren seit der grausigen Tat verfolgt, viele Täterprofile erstellt, allen vom Alter her infrage kommenden Männern aus Höchst und Unterliederbach die Fingerabdrücke genommen, aber: Der Fall ist bis heute ungeklärt. Alexander Horn gibt im „Kriminalreport Hessen“ ungewöhnliche Einblicke in die Ermittlungsarbeit seiner Abteilung und erklärt, warum es so schwer ist, sich in Mörder hineinzuversetzen, die eine Tat wie den Mord an Tristan Brübach verüben.
(hv)


http://www.kreisblatt.de/lokales/main-ta...;art676,1240607

#25 RE: Presseartikel von 25.02.2015 08:59

Tristan und Bernd Brübach
Mordfall Brübach: Tristans Vater ist tot
25.02.2015

Bernd Brübach verlor seinen Sohn Tristan auf bestialische Art: Der 13 Jahre alte Junge wurde in Höchst Opfer eines brutalen Mordes. Fast 17 Jahre nach der Tat ist der Vater nun verstorben.

Frankfurt. Tristan Brübach wurde 1998 im Höchster Liederbach-Tunnel auf grausame Art ermordet. Der Fall ist bis heute ungeklärt. Im Zentrum der Ermittlungen steht nach wie vor der Mann mit Pferdeschwanz und Kappe, den eine 14-Jährige an jenem 26. März 1998 aus einem Gebüsch am Höchster Bahnhof herauskommen sah.

In der Unterführung des Liederbachs wurde später die Leiche des 13 Jahre alten Schülers gefunden. Der Täter hatte ihn erwürgt und ihm den Hals aufgeschnitten. Fleischteile und die Hoden waren aus der Leiche herausgetrennt worden; der Täter muss sie mitgenommen haben.

Der schreckliche Fall bekommt nun einen weiteren tragischen Aspekt: Tristans Vater Bernd Brübach, der seinen Sohn nach dem frühen Tode der Mutter alleine aufzog, ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Das berichtet die «Bild-Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Mittwoch. Nach Informationen des Blattes ist er bereits Ende letzten Jahres verstorben. Sein Leichnam wurde verbrannt. Auf dem Friedhof Westhausen fand er seine letzte Ruhestätte.

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Mord...;art675,1281502

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