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#126 RE: Presseberichte von 23.07.2017 11:35

Vermisste Familie aus Drage
Familienhaus in Niedersachen steht vor dem Verkauf

Drage, Niedersachsen, Familie, Polizei
dpa/P. KörnerDas Wohnhaus der verschwundenen Familie aus Drage soll bald verkauft werden.
Samstag, 22.07.2017, 22:20

Das Haus der im Sommer vor zwei Jahren verschwundenen Familie Schulze aus dem niedersächsischen Ort Drage könnte demnächst verkauft werden. Das teilte die Polizei am Freitag mit.
„Wir haben in der vergangenen Woche die polizeilichen Siegel von der Haustür entfernt, weil wir das Gebäude nach Abschluss der Ermittlungen nicht mehr brauchten“, sagte ein Polizeisprecher. Das Gebäude sei bereits geräumt worden, hatte die „Bild“-Zeitung zuvor berichtet.

Anschließend solle die Immobilie zum Verkauf freigegeben werden, meldete auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

Der Anwalt und Nachlasspfleger für den verstorbenen Marco Schulze, Karsten Grosinski, erklärte der „Bild“-Zeitung: „Mit dem Abwesenheitspfleger der Frau und Tochter habe ich abgewogen, dass es aus wirtschaftlicher Sicht mehr Sinn macht, das Haus zu verkaufen als es weiter instand zu halten“. Das Geld werde auf einem Konto eingefroren, bis die Erbfolge geklärt ist.

Polizei geht von erweitertem Suizid aus
Die Familie war im Sommer 2015 verschwunden. Der 41 Jahre alte Vater war am 22. Juli zuletzt lebend gesehen und wenige Tage später tot aus der Elbe geborgen, mit einem Betonklotz am Körper. Er war ertrunken. Seine damals zwölf Jahre alte Tochter und die 43-jährige Mutter blieben verschwunden. „Wir gehen weiter von einem erweiterten Suizid, also einem Familiendrama aus“, sagte der Polizeisprecher.

http://www.focus.de/panorama/welt/vermis...id_7386878.html

#127 RE: Presseberichte von 23.11.2017 08:42

TV-Kolumne „Stern TV“
Jahre nach mysteriösem Verschwinden: Tochter schreibt noch immer an Sylvia

Vor über zwei Jahren verschwand Familie Schulze von heute auf morgen spurlos. Während die Leiche von Vater Marco aus der Elbe geborgen wurde, ist bis heute völlig unklar, was mit Ehefrau Sylvia und der gemeinsamen Tochter Miriam geschah. Ihre Spur verliert sich an einem Mühlenteich.
Ermittler gehen davon aus, dass der Familienvater Suizid beging und schließen auch nicht aus, dass er Frau und Tochter vorher das Leben nahm.

Bei „Stern TV“ sprach am Mittwochabend Sylvia Schulzes 26-jährige Tochter, Sabine Zunker, über das Familiendrama. Noch immer schreibe sie ihrer Mutter Nachrichten im Facebook-Messenger, gesteht die junge Frau: „Es gibt manchmal Dinge, die möchte man der Mama gerne sagen“, so ihre Erklärung.
Für das plötzliche Verschwinden der Familie hat auch sie trotz langem Überlegen keine logische Erklärung. Marco Schulz, der der Partner ihrer Mutter war, seitdem Zunker elf Jahre alt war, hat sie als guten Vater in Erinnerung, zu dem sie ein freundschaftliches Verhältnis pflegte.

Ihre Halb-Schwester Miri sei ein „volles Papa-Kind“ gewesen. Der Vater habe ihr einfach keinen Wunsch abschlagen können. So habe Schulze beispielsweise am Wochenende im Stall mitgearbeitet, damit sie dort umsonst Reitunterricht bekam.
Auch an das letzte Mal, dass sie ihre Mutter und ihren Stiefvater sah, erinnerte sich Zunker bei „Stern TV“. „Ich hab gemerkt, dass zwischen den beiden was nicht stimmt“, so die 26-Jährige. Sie habe jedoch nicht geglaubt, dass es sich um etwas „Großartiges“ gehandelt habe, auf das sie die Familie hätte ansprechen sollen.

Dass psychische Probleme ihren Stiefvater Marco Schulze möglicherweise in einen erweiterten Suizid trieben, hält Zunker für sehr unwahrscheinlich. Dafür habe er das Leben viel zu sehr geliebt, sagt sie.
Obwohl manches dafür spricht, dass der 41-Jährige für das Verschwinden von Sylvia und Miriam Schulze verantwortlich ist, empfindet Zunker keinen Groll gegen ihn.

weiter hier
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus...id_7884334.html
23.11.17

#128 RE: Presseberichte von Christine 23.11.2017 10:15

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Rest des Presseartikels von dem o. g. Artikel


Dieser Fall ist „total schwierig“
„Ich werde niemals sowas wie Hass oder schlechte Gefühle gegen ihn hegen können“, so die 26-Jährige. Sie habe Schulze als einen Mann gekannt, der seine Familie liebte. „Wenn Menschen verzweifelt sind, machen sie auch Dinge, die nicht zu ihnen passen“, so Zunker weiter.
Auch der ehemalige Leiter der Sonderkommission im Fall Schulze, Michael Düker, war am Mittwochabend bei Steffen Hallaschka im Studio. Aufgrund der Tatsache, dass Marco Schulzes Leiche mit einem Betonklotz an den Füßen aus der Elbe geborgen wurde, glaubt er, dass der Familienvater nach einem mutmaßlichen Suizid vermutlich nie gefunden werden wollte.

Mittlerweile hat die Soko die Ermittlungen vorerst eingestellt: Weil es einfach keine weiteren Spuren mehr gibt. Dieser Fall ist „total schwierig“, so Düker. Für die Angehörigen bleibt zu hoffen, dass er trotzdem irgendwann aufgeklärt wird.

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus...id_7884334.html

#129 RE: Presseberichte von wetterfrosch 23.11.2017 23:38

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23. November 2017 10:35 Uhr

Tochter der verschwundenen Familie bei stern TV

Was geschah mit Sylvia und Miriam Schulze?

Mutter Sylvia, Vater Marco und die 12-jährige Miriam Schulze verschwanden vor mehr als zwei Jahren aus unerfindlichen Gründen aus Drage. Kurz darauf wurde Marco Schulze tot in der Elbe gefunden, von Mutter und Tochter fehlt bis heute jede Spur. Bei stern TV sprach die zweite Tochter der Familie über die Tragödie und Spekulationen.

Sabine Zunker kann noch immer nicht glauben, was passiert sein soll: Ihre Mutter Sylvia (43), ihr Stiefvater Marco (41) und ihre 12-jährige Schwester Miriam Schulze waren von mehr als zwei Jahren aus ihrem Haus in Drage (bei Hamburg) verschwunden, ohne Vorzeichen, ersichtlichen Grund. Und ohne Abschied. Eine Woche später fand man Marco Schulze tot in der Elbe. Von Mutter und Tochter fehlt bis heute jede Spur. Für Sabine Zunker ist das schwer zu ertragen, noch immer muss sie weinen, wenn sie von ihrer Schwester spricht: "Ich habe sie geliebt. Sie war lebhaft, lustig, quirlig!" Die 26-Jährige hat seit mehr als zwei Jahren keine Familie mehr – und weiß noch immer nicht, was passiert ist. Sie wünsche sich so sehr irgendeine Gewissheit. "Ich hoffe, dass sie bald mal gefunden werden, damit ich sie nach Hause holen kann. An einen Ort, an dem ich trauern kann, an dem ich überhaupt anfangen kann zu trauern."

War es ein erweiterter Suizid?

Was ist an jenem 22. Juli 2015 passiert? Eine Theorie der Polizei: Marco Schulze könnte seiner Tochter Miriam und seiner Frau Sylvia das Leben genommen haben, bevor er selbst Suizid beging. Doch es gibt auch Zweifel: "Die Familie wurde uns als sehr harmonisch dargestellt", sagt Chefermittler Michael Düker, der die "Soko Schulze" damals leitete. "Es ist der Eindruck entstanden, dass es sich um einen liebevollen Familienvater handelte." Sabine Zunker hat das genauso empfunden, sagt sie. Die heute 26-Jährige ist die Tochter von Sylvia Schulze aus einer früheren Beziehung. Ihre Mutter war jahrelang alleinerziehend, bevor sie Marco Schulze traf. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sei nicht immer einfach gewesen. Doch selbst die damals Elfjährige habe bemerkt, dass die neue Beziehung ihrer Mutter, die sich zuvor habe alleine durchkämpfen müssen, guttat. "Da kam jemand in ihr Leben, der ganz viel Verständnis reingebracht hat", erzählt Sabine Zunker. Auch für sie selbst als Stieftochter: Marco Schulze sei auf eine sehr freundschaftliche Art auf sie zugekommen und habe schnell das Vertrauen von Sabine gewonnen. Als ein Jahr später die kleine Miriam zur Welt kam, sei ihr Stiefvater in seiner neuen Vaterrolle völlig aufgegangen. Das Familienglück schien perfekt. Zwischen Marco und seiner Tochter Miriam entstand eine besonders enge Bindung. Miriam wuchs zu einem fröhlichen Mädchen heran, ihre große Leidenschaft waren die Pferde. Ihr Vater half an den Wochenenden sogar auf dem Pferdehof aus, damit seine Tochter dort umsonst reiten konnte. Ihre Eltern meldeten Miriam zu einer Reiterferienwoche an, das Paar buchte Urlaub – nichts deutete darauf hin, dass sich bald alles ändern würde.

Was geschah am 22. Juli 2015 in Drage?

Am letzten Schultag vor den Sommerferien blieb Miriam zu Hause, weil sie starke Bauchschmerzen hatte. Marco Schulze hatte sich frei genommen und kümmerte sich um seine Tochter. Seine Frau Sylvia fuhr zu ihrer Arbeit in der Bäckerei eines Supermarkts. Am Nachmittag bekam sie dort eine Nachricht von ihrem Mann, dass es Miriam schlechter gehe und sie nach Hause kommen solle. Sylvia Schulze verließ ihre Arbeitsstelle am 22. Juli gegen 16:20 Uhr. Danach verliert sich ihre Spur.

Zwei Tage später galt die Familie als vermisst. Polizisten durchsuchten das Haus der Schulzes, Hundertschaften mit Spürhunden durchkämmten die Umgebung. Ohne Erfolg. Der Verbleib der Familie blieb völlig unklar – bis eine Spaziergängerin eine Woche später einen leblosen männlichen Körper in Lauenburg in der Elbe entdeckte, 20 Kilometer von Drage entfernt. Es war die Leiche von Marco Schulze. Die Polizei konnte auch ermitteln, dass sich der 41-Jährige an einem 25 Kilogramm schweren Betonklotz befestigt hatte, den er von einer nahe gelegenen Baustelle nahm. Fremdeinwirkungen ausgeschlossen. Der ehemalige Soko-Leiter Michael Düker vermutet, dass Marco Schulze nicht damit gerechnet hatte, dass seine Leiche vom Elbgrund aufsteigen würde: " Wir glauben, dass er vermutet hat, dass er unten bleiben würde und nie gefunden worden wäre." Die Polizei ging schnell von einem geplanten, erweiterten Suizid aus, dass Marco Schulze seine Frau und Tochter mit in den Tod genommen hatte. Für Sabine Zunker ist das kaum vorstellbar, da dies in keiner Weise zu ihren eigenen Erinnerungen an ihren Stiefvater passe: "Ich habe versucht, mich in ihn hineinzuversetzen, seine Gedanken zu fassen. Ich habe mir überlegt: Was müsste mir passieren, damit ich so etwas überhaupt denke? Mir ist nichts eingefallen, gar nichts", so die 26-Jährige.

Leichen noch immer nicht gefunden

Drei Wochen nach dem Fund von Marco Schulze meldete sich eine Zeugin, die die Familie am Tag ihres Verschwindens am Seppenser Mühlenteich bei Buchholz gesehen haben will – nicht weit von Sabine Zunkers Wohnort entfernt. Kurz darauf fanden Spürhunde der Polizei tatsächlich Spuren der Drei am Ufer des Teichs, nur Marco Schulzes Spur führte von dort auch wieder weg. Taucher der Polizei suchten den morastigen Mühlenteich zwei Tage lang ab, fanden jedoch nichts. Laut Michael Düker erschwerte der Morast am Ufer die Suche, da dort alles versinken würde. Und: Das rekonstruierte, enge Zeitfenster spräche gegen die Theorie, dass sich die Leichen von Miriam und Sylvia Schulze in dem Teich befinden. Denn Marco Schulze hatte an jenem Tag um 17:25 und um 19:33 Uhr vom Festnetz zu Hause zwei Telefonate geführt. Für die Tat blieben ihm somit knapp zwei Stunden. Allein die Fahrtzeit von Drage zum Seppenser Mühlenteich und zurück beträgt etwa anderthalb Stunden. "Abzüglich der Fahrzeiten hätte Marco Schulze nur 30 Minuten gehabt, um die Tat zu vollenden, also um zwei Menschen zu töten, sie entsprechend zu verpacken, zu beschweren und ins Wasser zu bringen. Er selbst wäre zudem auch in diesem Morast eingesunken. Es gab keinerlei Spuren in seinem Fahrzeug, die auf eine Verschmutzung oder Ähnliches hindeuten", so Ermittler Michael Düker.

Der Fall gibt den Ermittlern bis heute große Rätsel auf. Warum sollte Marco Schulze die Leichen so sorgfältig verstecken, wenn er sich danach ohnehin das Leben nehmen will? Und was ist sein mögliches Motiv? Für Sabine Zunker sind das quälende Fragen, die sie sich jeden Tag aufs Neue stellt. Dennoch könne sie keinen Hass auf ihren Stiefvater empfinden, sagt sie: "Ich werde niemals Hass oder schlechte Gefühle für ihn hegen können. Das geht gar nicht", so die 26-Jährige. Ihre einzige Erklärung: "Eventuell war er so belastet und verzweifelt, dass das Päckchen auf seinen Schultern nicht länger tragbar war. Und wenn Menschen verzweifelt sind, machen sie auch Dinge, nicht zu ihnen passen. Vorstellen kann ich es mir nicht – aber es scheint trotzdem so zu sein."

https://www.stern.de/tv/verschwundene-fa...nd-7705444.html

#130 RE: Presseberichte von wetterfrosch 21.01.2018 13:56

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Stand: 19.01.2018 10:53 Uhr

Schulzes Haus darf verkauft werden

Drage. Das Haus der verschwundenen Familie Schulze in Drage kann jetzt verkauft werden. Dies teilte Amtsgericht Winsen mit. Die entsprechenden Erklärungen des Nachlasspflegers und des Abwesenheitspflegers bezüglich eines Kaufvertrags seien genehmigt. Die drei Mitglieder der Familie Schulze waren unter ungeklärten Umständen im Jahr 2015 spurlos verschwunden. Die Leiche des Familienvaters wurde kurze Zeit später in der Elbe gefunden. Über den Verbleib von Frau und Tochter gibt es bis heute keinerlei Anhaltspunkte.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersac...meldung164.html

#131 RE: Presseberichte von wetterfrosch 04.02.2018 22:40

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Homepage der Tochter von Sylvia Schulze

http://sabinezunker.simplesite.com/438471312

#132 RE: Presseberichte von wetterfrosch 19.05.2018 23:20

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Bleibt ein großes Rätsel

Berliner Journalistinnen produzieren Hörfunk-Dokumentation über die verschwundene Familie Schulze
thl. Drage. Seit fast drei Jahren gelten Sylvia und Miriam Schulze aus Drage als vermisst. Die Chance, dass die beiden noch leben, ist beinahe gleich Null. Das sehen auch Lydia Herms und Johanna Steiner so. Die beiden Journalistinnen aus Berlin sind gerade dabei, das Schicksal der Familie Schulze im Rahmen einer Radiodokumentation aufzuarbeiten. Dafür haben sie sich für zwei Wochen in einer Ferienwohnung in Drage eingemietet. "Nach allem, was wir wissen und recherchiert haben, gehen wir von einem erweiterten Suizid aus", sagen die beiden Frauen. Erweiterter Suizid heißt, dass Vater Marco Schulze erst Frau und Tochter getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen hat.
"Wir sehen uns nicht als Sensationsreporterinnen, die diesen Fall aufbauschen, gar lösen wollen. Vielmehr interessiert uns die Leerstelle, die das Verschwinden einer Familie in der Umgebung hinterlässt", begründen die beiden Journalistinnen ihre Motivation. "Denn das Verschwinden ist ein Phänomen, das den Angehörigen einen emotionalen Abschluss verwehrt." Der Fall sei ein großes Rätsel. "Egal welche Hypothese man aufstellt, wie es sich abgespielt haben könnte, am Ende bleiben immer Fragezeichen", sagt Johanna Steiner.

Die beiden Frauen interviewen Nachbarn, Familienangehörige, Ermittler und viele weitere Personen. Auch WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Lipinski, der von Anfang an und als erster Reporter über den Fall Schulze berichtet hat, stand den beiden Frauen Rede und Antwort. Wie hat er von dem Verschwinden Kenntnis erhalten? Wieivel Raum hat der Fall redaktionell, aber auch bei ihm persönlich eingenommen? Wie sehr beschäftigt ihn der Fall auch heute noch?

Die mehrteilige Dokumentation soll im Oktober veröffentlicht werden, kostenlos als Podcast. Zudem sind Herms und Steiner noch mit den Sendern NDR und RBB im Gespräch. Die Dauer der Doku soll etwa zwei bis drei Stunden betragen.

Der Fall Schulze

Am 23. Juli 2015 wird die gesamte Familie Schulze aus der Hein-Block-Straße in Drage als vermisst gemeldet. Die Polizei findet im Wohnhaus keine Hinweise auf einen Aufenthaltsort, wohl aber die Geldbörsen der Familie sowie wichtige Papiere. Sofort läuft eine größere Maschenerie mit diversen Suchaktionen an, die aber alle im Sande verlaufen. Auch eine Öffentlichkeits-Fahndung und ein Beitrag in der TV-Sendung "Akzenzeichen xy" bringt keine brauchbaren Hinweise.
Neun Tage nach dem Verschwinden wird Vater Marco Schulze tot aus der Elbe bei Lauenburg gezogen. Die Polizei legt sich schnell fest: Suizid. Mutter Sylvia und Tochter Miriam, die am vergangenen Mittwoch 15 Jahre alt geworden wäre, bleiben bis heute verschwunden.

http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/w...el-d110668.html

#133 RE: Presseberichte von Helios 10.07.2018 10:41

VERMISSTENFALL
Verschwundene Familie von Drage bleibt offener Vermisstenfall
Im Fall der vor drei Jahren verschwundenen Familie Schulze aus Drage bei Harburg bleiben die Akten offen.

10.07.2018


"Wir gehen davon aus, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat", sagte Polizeisprecher Jan Krüger. Gegen Tote werde aber nicht mehr ermittelt. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren kurz nach dem Fund des in der Elbe ertrunkenen Familienvaters geschlossen.

"Das ist jetzt eine Vermisstensache", erklärte er die rechtliche Lage. "Vermisstensachen verjähren grundsätzlich nicht", sagte Krüger. "Erst wenn der Vermisste für tot erklärt oder gefunden wird, werden die Akten geschlossen."

Das Haus der Familie sei wieder bewohnt. Vor einem Jahr hatte die Polizei die Siegel an der Tür des Einfamilienhauses entfernt.

Die Familie Schulze war im Sommer 2015 zu Beginn der großen Ferien in Niedersachsen verschwunden. Am Abend des 22. Juli wurde der 41 Jahre alte Familienvater Marco noch einmal lebend gesehen. Wenige Tage später zog die Feuerwehr ihn bei Lauenburg mit einem Betonklotz am Körper ertrunken aus der Elbe, die Behörden gehen von Suizid aus. Die damals zwölf Jahre alte Tochter Miriam und ihre Mutter Sylvia (43) blieben verschwunden. Krüger: "Immer wieder gibt es Hinweise, aber bislang hat alles ins Leere geführt."

https://www.antenne.com/niedersachsen/ve...l-id159646.html

#134 RE: Presseberichte von wetterfrosch 11.07.2018 13:30

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Mysteriöser Fall an der Elbe Familie verschwindet spurlos – Vater wird tot aufgefunden

p10.07.18, 11:09 Uhr

Drage - Drei Jahre nach dem Verschwinden der Familie sieht in der gepflegten Siedlung an der Elbe fast alles so aus wie damals. Nur die gelben Siegel an der Haustür des schlichten Klinkerbaus fehlen, andere Menschen leben jetzt hier. Ein Zaun wurde aufgestellt, eine kleine Hecke gepflanzt. Lange standen Grablichter vor der Tür, auch die ausgeblichenen Fotos der Verschwundenen sind weg.

Seit dem 22. Juli 2015 gibt es keine Lebenszeichen mehr. Die zwölfjährige Miriam Schulze bleibt am letzten Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen wegen einer Erkrankung daheim, ihre Mutter Sylvia fährt an diesem Mittwoch zur Arbeit bei einem Discounter. Am Abend stellt Familienvater Marco Schulze die Mülltonne vor die Tür, danach wird keiner der drei mehr lebend gesehen.

Miriam hatte mit einer Freundin aus der Siedlung nicht weit von Hamburg einen Reiturlaub geplant, erinnert sich die Mutter des Mädchens. „Unsere Tochter wollte am Samstag mit Miriam in die Reiterferien, sie war ihre beste Freundin“, sagt die Frau, genannt werden möchte sie nicht.

„Marco war ein liebevoller Vater“

„Sylvia hatte schon einen Teil bezahlt.“ Miriams Vater Marco habe auf dem Reiterhof ausgeholfen. „Die beiden haben sich noch am Mittwoch vor dem Haus über die Schule unterhalten und dabei gelacht“, schildert sie die letzte Begegnung der Mädchen an dem warmen Sommertag. „Marco war ein liebevoller Vater“, sagt sie noch.

Sylvia Schulze kommt nicht mehr zur Arbeit, die 43-Jährige gilt als sehr zuverlässig. Eine Kollegin und besorgte Nachbarn alarmieren die Polizei.

„Das war ein Freitag“, erinnert die Mutter von Miriams Freundin. „Wir haben die Polizei am frühen Nachmittag angerufen, fünf Minuten später war sie da.“

Im Haus finden die Beamten nichts. Kurz darauf rücken Polizisten mit Spürhunden an, die Spurensicherung ist im Einsatz. Am Samstag fliegt ein Hubschrauber über die Elbmarsch. Sonarboote und Taucher sind im Einsatz.

Dann, am 31. Juli, wird der Vater in Lauenburg unter einer Brücke ertrunken aus der Elbe gezogen, 25 Kilometer flussaufwärts. Der Tote ist mit einem Betonklotz beschwert, alles spricht für Suizid.

Suizid nach Familienmord

„Wir gehen davon aus, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat“, sagt Kriminalhauptkommissar Jan Krüger. Schon damals war er Polizeisprecher, stand vor den Kameras und Mikrofonen der Journalisten auch aus dem Ausland, sogar die „Times“ hat über den Fall berichtet. „Gegen Tote wird nicht mehr ermittelt“, erklärt er die rechtliche Lage.

Deshalb habe die zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren kurz nach dem Fund der Leiche geschlossen. „Das ist jetzt eine Vermisstensache. Vermisstensachen verjähren grundsätzlich nicht“, sagt Krüger. „Erst wenn der Vermisste für tot erklärt oder gefunden wird, werden die Akten geschlossen.“

Immer wieder wird im Fluss gesucht, auch Monate später noch. Im August 2015 meldet sich eine Zeugin. Sie will die Familie am 22. Juli an einem kleinen See in Holm-Seppensen gesehen haben. Suchhunde finden Geruchsspuren, nur die des Vaters führen wieder weg - gefunden wird nichts. Viele Jogger und Spaziergänger sind am See unterwegs. Schwer vorstellbar, dass dort jemand unbemerkt zwei Menschen töten kann, aber ganz auszuschließen ist es für die Polizei nicht.

Einige Monate später meldet sich die ältere Tochter von Sylvia Schulze aus einer früheren Beziehung zu Wort. Die 25-Jährige geht davon aus, dass ihr Stiefvater Frau und Tochter getötet hat, bevor er in den Fluss gesprungen ist, wie sie einer Zeitschrift sagt. Wegen Trunkenheit am Steuer habe der 41-Jährige den Führerschein verloren.

Die Sonderkommission „Schulze“ ist lange aufgelöst, alle Spuren abgearbeitet. „Eine Zeugin hat ausgesagt, dass sich die Frau möglicherweise von ihrem Ehemann trennen wollte“, hat der frühere Leiter später gesagt. Einen möglichen Auslöser gibt es, doch darüber darf er nicht reden. „Der Tag vor dem Verschwinden war anders als sonst. Irgendetwas hat die Familie bedrückt“, sagt er im Herbst 2015.

Die Kinder wurden Opfer eines unüberwindbaren Konfliktes

„Ich vermute, dass es hier aus seiner Sicht einen unüberwindbaren Konflikt zwischen Mann und Frau gegeben hat“, sagt Jan Krüger zu den möglichen Motiven von Marco Schulze nur. „Besonders tragisch wird es dadurch, dass vermutlich auch das Kind diesem Konflikt zum Opfer gefallen ist.“

Krüger ist 40 und seit 18 Jahren bei der Polizei. „Das ist einer der wenigen Fälle, die auch mir als Polizist noch nach Jahren sehr präsent sind“, sagt er. „Das ist ein kleiner Mensch, der von seinen Eltern beschützt werden sollte. Das macht solche Fälle besonders belastend.“

Endloses Gedankenkarussel

„Hier ist die Besonderheit, dass der mutmaßliche Täter sich die Mühe gemacht hat, die beiden Opfer und seinen eigenen Körper verschwinden zu lassen“, betont Krüger. „Hierdurch ist man ständig versucht, sich einen Hergang zu konstruieren, um Rückschlüsse zu ziehen, wo Mutter und Tochter versteckt sein könnten.“

Und die Nachbarin meint: „Es wäre viel einfacher, wenn wir wüssten, was passiert ist - so läuft ein endloses Gedankenkarussell.“ Lange seien die Nachbarn überzeugt gewesen, „dass die beiden noch leben - das hat bestimmt ein Jahr gedauert“, sagt sie. „Die Zeit war schlimm, heute habe ich damit aber weitgehend abgeschlossen.“

So geht es auch anderen. „Es hat lange gedauert, bis Normalität eingekehrt ist“, sagt Gemeindebürgermeister Uwe Harden (SPD). „Es ist lange her, wird aber vielen im Gedächtnis bleiben. Aber das Vergessen beginnt.“

Siegel an der Haustür entfernt

Vor einem Jahr hat die Polizei die Siegel an der Haustür entfernt. „In dem Haus wohnt jetzt ein junges Paar“, sagt die Nachbarin. „Sie haben das Haus gekauft.“

Am Ende ist es ganz einfach, der Auslöser der Tragödie vom Sommer 2015 gar nicht so wichtig. „Was immer das Motiv gewesen sein soll, auch nach drei Jahren: Man kann es nicht verstehen“, sagt die Mutter von Miriams Freundin. „Es ist schön, dass wieder Leben im Haus ist“, meint sie. „So ist es kein Geisterhaus mehr, und man kann ein Stück der Vergangenheit hinter sich lassen.“ (dpa)

https://www.berliner-zeitung.de/panorama...funden-30936582

#135 RE: Presseberichte von Helios 12.07.2018 20:37

Vor drei Jahren ist eine Familie spurlos verschwunden
Der Fall Drage bleibt ein Rätsel
Peer Körner 12.07.2018

https://www.weser-kurier.de/region/niede...id,1748055.html

#136 RE: Presseberichte von wetterfrosch 22.07.2018 23:51

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21.07.2018 13:16 Uhr

Familie Schulze seit drei Jahren verschollen

Vor drei Jahren, am 22. Juli, verliert sich die Spur von Sylvia und Miriam Schulze aus Drage im Landkreis Harburg. Ehemann und Vater Marco Schulze wird eine Woche später bei Lauenburg tot in der Elbe gefunden. Die Polizei geht von einem Familiendrama aus. Die Ermittler glauben, dass der 41-jährige Familienvater erst seine damals 43 Jahre alte Frau und seine zwölf Jahre alte Tochter umbrachte, die Leichen versteckte und sich dann mit einem Betonklotz am Körper in der Elbe ertränkte. Doch weil gegen Tote nicht ermittelt werde, habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren kurz nach dem Auffinden des 41-Jährigen geschlossen, sagte Polizeisprecher Jan Krüger.

"Bislang hat alles ins Leere geführt"

Der Fall sei jetzt eine Vermisstensache. Weil diese nicht verjähren, bleiben die Akten so lange geöffnet, bis Mutter und Tochter gefunden - oder für tot erklärt werden. Laut Krüger erhält die Polizei immer wieder Hinweise zu Sylvia und Miriam Schulze. "Aber bislang hat alles ins Leere geführt."

Mutter kommt nie bei der Arbeit an

Zuletzt gesehen wurden Sylvia und Miriam am 22. Juli, am Tag vor dem Beginn der Sommerferien. Die Tochter unterhielt sich mit ihrer besten Freundin vor dem Haus über die Schule. Mutter Sylvia wurde laut Polizei in der Nähe ihrer Arbeitsstelle bei einem Discounter gesehen. Auf der Arbeit erschien Sylvia Schulze allerdings nicht. Eine Kollegin und besorgte Nachbarn alarmierten die Polizei. Vater Marco stellte am Abend die Mülltonne vor die Tür. Er wurde neun Tage später ertrunken unter einer Brücke in Lauenburg gefunden. Von Sylvia und Miriam Schulze fehlt bis heute jede Spur.

Polizei vermutet Konflikt zwischen Ehepartnern

"Wir gehen davon aus, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat", sagte Krüger. Er vermute, dass es aus Marco Schulzes Sicht einen unüberwindbaren Konflikt zwischen Mann und Frau gegeben habe. "Besonders tragisch wird es dadurch, dass vermutlich auch das Kind diesem Konflikt zum Opfer gefallen ist." Das Besondere an diesem Fall sei, dass der mutmaßliche Täter sich die Mühe gemacht habe, beide Opfer und seinen eigenen Körper verschwinden zu lassen. "Hierdurch ist man ständig versucht, sich einen Hergang zu konstruieren, um Rückschlüsse zu ziehen, wo Mutter und Tochter versteckt sein könnten."

Junges Paar wohnt jetzt im Haus der Schulzes

Das Haus der Familie ist inzwischen wieder bewohnt. Vor einem Jahr hatte die Polizei das Siegel an der Haustür entfernt. Nun lebt dort ein junges Paar. Die Nachbarin ist froh, dass wieder Leben eingekehrt ist. "So ist es kein Geisterhaus mehr, und man kann ein Stück der Vergangenheit hinter sich lassen."

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersac...r,drage444.html

#137 RE: Presseberichte von Christine 23.07.2018 10:00

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Eine Familie verschwindet

Vor 3 Jahren: Mysteriöser Kriminalfall in Drage

Eine Familie aus einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet spurlos. Wenig später wird der Vater tot aus dem Fluss gezogen, seine Ehefrau und die zwölfjährige Tochter bleiben vermisst. Selbst für erfahrene Ermittler ist der Fall etwas Besonderes, auch drei Jahre später.

VON PEER KÖRNER (dpa)
Drei Jahre nach dem Verschwinden der Familie sieht in der gepflegten Siedlung in Drage an der Elbe fast alles so aus wie damals. Nur die gelben Siegel an der Haustür des schlichten Klinkerbaus fehlen, andere Menschen leben jetzt hier. Ein Zaun wurde aufgestellt, eine kleine Hecke gepflanzt. Lange standen Grablichter vor der Tür, auch die ausgeblichenen Fotos der Verschwundenen sind weg.

Seit dem 22. Juli 2015 gibt es keine Lebenszeichen mehr. Die zwölfjährige Miriam Schulze bleibt am letzten Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen wegen einer Erkrankung daheim, ihre Mutter Sylvia fährt an diesem Mittwoch zur Arbeit bei einem Discounter. Am Abend stellt Familienvater Marco Schulze die Mülltonne vor die Tür, danach wird keiner der drei mehr lebend gesehen.

Miriam freut sich auf Reiterferien
Miriam hatte mit einer Freundin aus der Siedlung nicht weit von Hamburg einen Reiturlaub geplant, erinnert sich die Mutter des Mädchens. «Unsere Tochter wollte am Samstag mit Miriam in die Reiterferien, sie war ihre beste Freundin», sagt die Frau. «Sylvia hatte schon einen Teil bezahlt.» Miriams Vater Marco habe auf dem Reiterhof ausgeholfen. «Die beiden haben sich noch am Mittwoch vor dem Haus über die Schule unterhalten und dabei gelacht», schildert sie die letzte Begegnung der Mädchen an dem warmen Sommertag. «Marco war ein liebevoller Vater», sagt sie noch.

Sylvia Schulze kommt nicht mehr zur Arbeit, die 43-Jährige gilt als sehr zuverlässig. Eine Kollegin und besorgte Nachbarn alarmieren die Polizei. «Das war ein Freitag», erinnert sich die Mutter von Miriams Freundin. «Wir haben die Polizei am frühen Nachmittag angerufen, fünf Minuten später war sie da.» Im Haus finden die Beamten nichts. Kurz darauf rücken Polizisten mit Spürhunden an, die Spurensicherung ist im Einsatz. Am Samstag fliegt ein Hubschrauber über die Elbmarsch. Sonarboote und Taucher sind im Einsatz. Dann, am 31. Juli, wird der Vater in Lauenburg unter einer Brücke ertrunken aus der Elbe gezogen, 25 Kilometer flussaufwärts. Der Tote ist mit einem Betonklotz beschwert, alles spricht für Suizid.

«Gegen Tote wird nicht mehr ermittelt»
«Wir gehen davon aus, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat», sagt Kriminalhauptkommissar Jan Krüger. Schon damals war er Polizeisprecher, stand vor den Kameras und Mikrofonen der Journalisten auch aus dem Ausland. Sogar die «Times» hat über den Fall berichtet. Und auch in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ stellte er den Fall vor. «Gegen Tote wird nicht mehr ermittelt», erklärt er heute die rechtliche Lage. Deshalb habe die zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren kurz nach dem Fund der Leiche geschlossen. «Das ist jetzt eine Vermisstensache. Vermisstensachen verjähren grundsätzlich nicht», sagt Krüger. «Erst wenn der Vermisste für tot erklärt oder gefunden wird, werden die Akten geschlossen.»

Immer wieder wird im Fluss gesucht, auch Monate später noch. Im August 2015 meldet sich eine Zeugin. Sie will die Familie am 22. Juli – dem Tag des Verschwindens – an einem kleinen See in Holm-Seppensen gesehen haben. Suchhunde finden Geruchsspuren, nur die des Vaters führen wieder weg – gefunden wird nichts. Viele Jogger und Spaziergänger sind am See unterwegs. Schwer vorstellbar, dass dort jemand unbemerkt zwei Menschen töten kann, aber ganz auszuschließen ist es für die Polizei nicht.

Trennungsgerüchte
Einige Monate später meldet sich die ältere Tochter von Sylvia Schulze aus einer früheren Beziehung zu Wort. Die 25-Jährige geht davon aus, dass ihr Stiefvater Frau und Tochter getötet hat, bevor er in den Fluss gesprungen ist, wie sie einer Zeitschrift sagt. Wegen Trunkenheit am Steuer habe der 41-Jährige den Führerschein verloren.

Die Sonderkommission «Schulze» ist lange aufgelöst, alle Spuren abgearbeitet. «Eine Zeugin hat ausgesagt, dass sich die Frau möglicherweise von ihrem Ehemann trennen wollte», sagte der frühere Leiter später. Einen möglichen Auslöser gibt es, doch darüber darf er nicht reden. «Der Tag vor dem Verschwinden war anders als sonst. Irgendetwas hat die Familie bedrückt», sagte er im Herbst 2015.

Kind in Ehekonflikt hineingezogen
«Ich vermute, dass es hier aus seiner Sicht einen unüberwindbaren Konflikt zwischen Mann und Frau gegeben hat», sagt Jan Krüger zu den möglichen Motiven von Marco Schulze nur. Besonders tragisch wird es dadurch, dass vermutlich auch das Kind diesem Konflikt zum Opfer gefallen ist.»

Krüger ist 40 und seit 18 Jahren bei der Polizei. «Das ist einer der wenigen Fälle, die auch mir als Polizist noch nach Jahren sehr präsent sind», sagt er. «Das ist ein kleiner Mensch, der von seinen Eltern beschützt werden sollte. Das macht solche Fälle besonders belastend.»

Ungewissheit erzeugt endloses Gedankenkarussell
«Hier ist die Besonderheit, dass der mutmaßliche Täter sich die Mühe gemacht hat, die beiden Opfer und seinen eigenen Körper verschwinden zu lassen», betont Krüger. «Hierdurch ist man ständig versucht, sich einen Hergang zu konstruieren, um Rückschlüsse zu ziehen, wo Mutter und Tochter versteckt sein könnten.»

Und die Nachbarin meint: «Es wäre viel einfacher, wenn wir wüssten, was passiert ist – so läuft ein endloses Gedankenkarussell.» Lange seien die Nachbarn überzeugt gewesen, «dass die beiden noch leben – das hat bestimmt ein Jahr gedauert», sagt sie. «Die Zeit war schlimm, heute habe ich damit aber weitgehend abgeschlossen.»


22.07.18 wel

https://www.e110.de/eine-familie-verschwindet/

#138 RE: Presseberichte von Christine 26.11.2018 10:23

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Die Schulzes aus Drage

Wie verschwindet eine Familie so einfach?

Von Dietmar Seher

29.08.2018, 16:55 Uhr

Kann eine komplette, bürgerliche Familie verschwinden? Am Stadtrand von Hamburg ist 2015 genau das passiert. Die Fahnder stehen im Fall Schulze vor einem Rätsel: Polizeihunde haben Geruchsspuren an einem Weier in Niedersachsen gefunden. Doch die passen nur schwer in den möglichen zeitlichen Ablauf einer Mordtat.

Es ist der 22. Juli, ein Mittwoch. In Niedersachsen ist der letzte Schultag vor den großen Ferien. Die zwölfjährige Miriam aus Drage, ein lebensfrohes Kind, ist in der Schule seit Tagen krank gemeldet. Trotz des Unwohlseins chattet sie über Mittag per Whatsapp mit ihrer Freundin. Sie ist, wie viele Mädchen in ihrem Alter, in Pferde vernarrt und für das Wochenende zu einem Reitausflug angemeldet.

Sylvia Schulze, 43, ihre Mutter, verlässt um 16.20 Uhr ihren Arbeitsplatz im Lidl-Markt in Geesthacht. Ihr Mann hatte sie angerufen und gebeten, dass sie vorzeitig kommt. Miriam gehe es nicht so gut. Sylvia fährt mit ihrem grauen Dacia nach Hause in das rot geklinkerte Haus am südlichen Rand der Ortschaft.

Am Nachmittag führt Sylvias Mann Marco, 41, mehrere Telefongespräche von zu Hause aus, darunter um 17.25 Uhr mit dem Reiterhof, auf dem er aushilft, und um 19.33 mit seinem Schwiegervater. Er erzählt ihm zu dessen Erstaunen, Frau und Tochter schliefen bereits. Um 20.58 Uhr meldet sich sein Handy vom Netz ab.

Miriams Chat, Sylvias Heimfahrt und Marcos Telefonate sind die letzten nachvollziehbaren Lebenszeichen von drei Menschen aus der Elbmarsch. Seit diesem frühen Mittwochabend im Sommer des Jahres 2015 hat niemand mehr etwas gehört, das ihnen mit Sicherheit zugeordnet werden kann. Der Fall hat die Rätsel in der jüngeren bundesdeutschen Kriminal-Chronik um ein Kapitel reicher gemacht.

Nur wenige Vermisste tauchen nie wieder auf
300 Personen werden in Deutschland täglich als vermisst gemeldet, sagt die Statistik des Bundeskriminalamtes. Das Schicksal der Hälfte klärt sich innerhalb einer Woche. 80 Prozent der Fälle sind innerhalb von vier Wochen erledigt. Die Mehrheit kehrt in ihr altes Leben zurück oder baut sich anderswo ein neues auf. Manche haben Selbstmord begangen. Es bleibt ein kleiner Teil von Dauervermissten. Die meisten sind männlich, wohl die wenigsten Opfer von kriminellen Handlungen.

Aber dass eine Familie aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und aus einem überschaubaren Wohnort einfach weg ist, von jetzt auf gleich, ohne Spuren? Das ist dann nicht nur lokales Tagesgespräch auf Jahre hinaus. Das erregt weltweit Aufsehen. So ist es 2015 mit den verschwundenen Schulzes aus der 4.000-Seelen-Gemeinde im Speckgürtel südöstlich von Hamburg passiert. 40.000 Einträge registrierte das Internet. Zwei Mal berichtete „XY Ungelöst“. In London beschäftigte es die „Times“.

Seit mehr als drei Jahren gibt es für den Verbleib von Mutter Sylvia und Tochter Miriam keine Erklärung. Die Leiche von Vater Marco trieb eine Woche nach dem Verschwinden tot in der Elbe. Feuerwehrkräfte aus Lauenburg bargen sie am frühen Morgen des 31. Juli. Die Obduktion ergab: Ertrunken, weil ihn ein 25 Kilo schwerer Betonfuß einer Straßensperre, der mit gelben Spanngurten am Körper befestigt war, auf den Grund des breiten Stroms gezogen hatte. Nahe dem Fundort machten Taucher zudem ein silberfarbenes Damenfahrrad aus. Es war das von Sylvia, mit weiteren gelben Spanngurten auf dem Gepäckträger.

Die Polizei in der Elbmarsch hat daraus eine Theorie entwickelt. Sie läuft auf einen „erweiterten Suizid“ hinaus, der bei Beziehungstaten nicht so selten ist: Der Mann hat Frau und Kind getötet und ist anschließend zur Lauenburger Brücke gefahren, mit dem Betonfuß am Körper über das Geländer geklettert und ins Wasser gesprungen.

Gab es einen Ehestreit bei den Schulzes?
Der erfahrene Bremer Profiler und Buchautor Axel Petermann hält Eheprobleme als Motiv für so eine Tat für nicht abwegig: „Es ist leider so, dass manche Männer sich nicht damit abfinden können, wenn es eine Trennung gegen ihren Willen geben soll. Dann töten sie den Partner, um ihn zu behalten, zu bewahren, um ihn niemand anderem zu gönnen“. Auch eine gute Freundin von Sylvia Schulze hat über einen Streit der Eheleute berichtet, der in ihrer Anwesenheit stattfand und bei dem es um eine Trennung ging – samt der Drohung des Ehemannes, sich umzubringen. Die Mutter von Marco ist überzeugt: Ihr Sohn ist unschuldig.

Doch wenn es ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang war: Wieso nahm sich Marco Schulze, der möglicherweise über eine Schusswaffe verfügte, auf diese umständliche, seltene und mit dem viele Kilo schweren Klotz am Bein mühsame Art das Leben? Auch: Wo hat er die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze gelassen? Frau und Tochter werden von der niedersächsischen Polizei bis heute als „vermisst“ geführt, nicht als tot. Tote hat man nie gefunden.

Nicht einmal Indizien für ein schweres Verbrechen können die Fahnder der SoKo Schulze aus der Kreisstadt Winsen sicherstellen, als sie am 24. Juli 2015 gegen Mittag das Haus der Familie durchsuchen. Sie sind vom Arbeitgeber der Frau alarmiert worden, weil sie nicht zum Dienst in der Backstube erschienen ist.

In dem Haus finden sie alles so vor, als sei die Familie nur ein paar Minuten unterwegs. Die Fenster sind gekippt, die Katze wartet hungrig aufs Futter. Geld, Ausweise und wichtige Papiere sind vorhanden. Auch die beiden Autos der Schulzes, ein grüner Opel und der graue Dacia, stehen im Carport. Es fehlen: Jegliche Blut- oder Kampfspuren, zwei Fahrräder und die Handys, die nicht geortet werden können.

Massive Fahndung erbringt keine Spur
Die SoKo löst in den Wochen nach dem Verschwinden eine bundesweite Suche aus. Hundertschaften, unterstützt von Hubschraubern und Leichenspürhunden, durchkämmen die Gegend. In Stove durchwühlen sie den von Schulzes gerne besuchten Elbstrand. Nichts. Auch die Befragung der Nachbarn und Freunde und die Überprüfung der Bankverbindungen ergibt wenig Relevantes. Berichte über eine Überschuldung der Familie und den Verlust eines Teilzeitjobs des Mannes als Speditionsfahrer bleiben zunächst pure Spekulation.

Doch Wochen später, im August 2015, scheint sich alles zu ändern: Eine Zuschauerin sieht einen Fahndungsaufruf bei "XY" und meldet sich noch am Abend der Sendung bei der Polizei. Denn sie war am 22. Juli nachmittags am Seppenser Mühlenteich spazieren. Der Ort liegt 45 Kilometer westlich von Drage.

Was sie erzählt, könnte bedeuten: Die Zuschauerin ist hier Zeugin des Mordgeschehens geworden. Michael Düker, damals Chef der SoKo, berichtet, sie habe im Wald ein paar Minuten entfernt "Geräusche und laute Schreie einer Frau" gehört, Worte wie "Spinnst du?" und "Nein, Papa". Dann ein Plopp wie das Platzen eines Luftballons oder das Zuschlagen einer Autotür.

Vor allem: In dieser Auseinandersetzung ist drei Mal der Spitzname von Sandra K. gefallen, der Tochter aus der ersten Ehe von Sylvia Schulze. Sie wohnt in der Nähe von Holm-Seppensen. Die Mittzwanzigerin wird später in einem Interview mit dem Magazin "Closer" bestätigen: "Mein Spitzname ist gefallen, den sonst niemand kannte."

Die Suchhunde schlagen an
Am Morgen nach der Sendung wird der bis zu fünf Meter tiefe Mühlenteich Schauplatz einer umfangreichen kriminaltechnischen Ermittlung. Die Fahnder schicken ein Sonarboot auf den Grund. Doch während das Boot 17 mögliche Gegenstände im Teich erkennt, nur keine Leichen, und auch die dem Boot folgenden Taucher nichts finden außer Baumstümpfe und Abfall, schlagen die eingesetzten Hunde am Ufer an. Danach ist sicher: Die Schulzes waren hier. Die Geruchsspuren aller drei Familienmitglieder führen zum Teich. Vom Teich weg erkennen die Tiere nur die Fährte von Marco.

Ist der nur 350 Meter lange Seppenser Mühlenteich der Tatort? Hat Marco Schulze hier seine Frau und seine Tochter umgebracht? Hat er die Toten an diesem Platz irgendwie beiseite geschafft, ob versenkt oder vergraben? Die Fährten, die die Suchhunde aufgenommen haben, sprechen zunächst dafür.

Der Kriminalhauptkommissar Düker hat schnell gezweifelt, dass es wirklich so war. Zu viele Spaziergänger hätten an dem kleinen See etwas mitbekommen müssen. Und da ist, so Düker, vor allem „das Zeitfenster von zwei Stunden“. Marco Schulze hätte zwischen seinen beiden Telefonaten am Nachmittag des 22. Juli jeweils 45 Minuten für die Hin- und die Rückfahrt gebraucht – und damit gerade 30 Minuten für den Mord und die Beseitigung der Leichen zur Verfügung gehabt. Geht das in einer so nervlich außerordentlich belastenden Situation?

Der Zeugenbericht und die Spuren vom Mühlenteich sind heute, drei Jahre später, der letzte, fassbare Ermittlungsstand. Der Rest sind Gerüchte, Mutmaßungen, Rand-Informationen. Die Fragen, die sie sich in der Schule stellen, gehören dazu: Warum räumte Frau Schulze Tage vor den Ferien den Schulspind ihrer Tochter aus? Weil sie mit ihr weg wollte? Auch, dass sieben Jahre vorher schon einmal jemand aus Drage spurlos verschwunden ist, der junge Zimmermann Helge Matthies. Nie wieder hat man was von ihm gehört. Und dass noch viel früher, 2004, der Arbeitslose Ulrich Sattler aus der Norderelbe geborgen worden ist, ähnlich an Beton gebunden wie die Leiche Marco Schulzes. Sind da Zusammenhänge? Oder alles nur Zufall?

Fünf Szenarien zum Verschwinden der Schulzes
Das Haus der Familie Schulze hat lange leer gestanden und ist jetzt verkauft. Der Verkaufserlös liegt auf einem Sperrkonto, die verschwundenen Erben von Marco Schulze sind ja nur vermisst und nicht für tot erklärt. In der Elbmarsch bleibt der Fall ein Thema. Die Lokalzeitung Winsener Anzeiger hat fünf Szenarien durchdekliniert.

Szenario 1: Deckt sich mit der Polizeitheorie vom „erweiterten Suizid“. Marco Schulze hat die Familie getötet und danach sich selbst.

Szenario 2: Sylvia Schulze hat ihren Mann umgebracht und sich mit der Tochter ins Ausland abgesetzt.

Szenario 3 und 4: Andere haben Marco Schulze oder seine ganze Familie getötet – warum auch immer.

Szenario 5: Sylvia Schulze wollte sich von Marco trennen. Sie hat sich mit der Tochter Miriam ins Ausland abgesetzt. Marco Schulze hat das nicht verwunden und sich in der Elbe das Leben genommen.

Die Redaktion glaubt: Angesichts der Umstände des Suizids des Mannes kämen eigentlich nur die Möglichkeiten 1 und 5 in Frage: Dass Marco Schulz seine Familie und dann sich selbst tötete – oder sein Selbstmord eine Reaktion auf eine Trennung durch die Frau war.

Für Sandra K., Sylvias Tochter aus erster Ehe, steht der Täter fest: Marco. Er habe Alkoholprobleme gehabt, den Führerschein und den Zweitjob verloren, offenbarte sie. Und er habe als Lagerist in einem Geesthachter Chemiewerk gearbeitet und sei an alle möglichen Substanzen herangekommen, um Tote zu beseitigen. Dennoch: „Ich kannte ihn 13 Jahre lang und habe ihn lieb gehabt. Ich könnte ihn nicht hassen“.

Ganze Familien verschwinden in Mitteleuropa selten spurlos. Erst 2017 ist es wieder vorgekommen. Diesmal waren es ein Elternpaar und zwei Kinder. Die Troadecs aus Orvault nahe der französischen Großstadt Nantes blieben drei Wochen vermisst. Auch Frankreich erlebte in dieser Zeit ein Nerven-Drama: Immer wieder wurden persönliche Dinge der Opfer aufgefunden, von der Krankenkassenkarte bis zu blutverschmierten Handys, das alles an Orten über Hunderte Kilometer verteilt. Dann gestand Pascal Troadec, der Schwager des vermissten Familienvaters, die Tat. Sein Motiv: Ein Erbstreit. Es ging um Goldbarren.

Verwendete Quellen:
Stern, ZDF, Winsener Anzeiger, Closer
Noch mehr "Ungeklärte Kriminalfälle"

https://www.t-online.de/nachrichten/pano...o-einfach-.html

#139 RE: Presseberichte von Christine 26.11.2018 10:26

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"Das ist nicht plausibel"
Gelten seit drei Jahren als vermisst:


Liegen die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze unter der Terrasse? / Polizei sieht keine Anhaltspunkte

thl. Drage. Ist es nur eine wirre Theorie, oder kann wirklich etwas daran sein? Bei der Polizei in Buchholz ist jetzt ein neuer Hinweis auf den möglichen Ablageort der Leichen von Sylvia Schulze und ihrer Tochter Miriam eingegangen. Personen, die sich seit Längerem mit dem Fall beschäftigen, sind der Meinung, dass Vater Marco die beiden unter der Terrasse des Wohnhauses in der Hein-Block-Straße in Drage vergraben haben könnte. Das bestätigt Polizeisprecher Jan Krüger dem WOCHENBLATT auf Nachfrage.
Wie berichtet, fehlt seit dem 22. Juli 2015 von Sylvia (damals 43) und Miriam (damals 12) Schulze jede Spur. Vater Marco wurde am 31. Juli 2015 in Lauenburg tot aus der Elbe geborgen. Laut Polizei ein ganz klarer Suizid. Deswegen geht sie seitdem davon aus, dass der Vater zuerst seine Tochter und seine Frau umgebracht hat und sich danach selbst das Leben nahm. Allerdings sind die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze bis heute nicht aufgetaucht.
Die Terrasse des Schulze-Hauses bestand seinerzeit aus Holzdielen, die auf einer Unterkonstruktion aufgeschraubt waren. Die Hinweisgeberin geht davon aus, dass Marco Schulze damals nachts die Dielen gelöst, ein Loch ausgehoben und die Leichen darin begraben hat. Um Verwesungsgeruch zu überdecken, habe er eine dicke Kalkschicht über die Leichname gekippt, anschließend das Loch wieder verschlossen und die Terrassendielen wieder aufgeschraubt.
Die Polizei glaubt allerdings nicht so richtig an diese Theorie und will deswegen auch keine Suche dort aufnehmen. "Die Terrasse liegt außerhalb der Plausibilität", sagt Jan Krüger. Man habe seinerzeit das Haus und den Garten mit Hunden abgesucht und sogar den Boden im Schuppen aufgegraben.
Ein anderer Fall zeigt aber, dass eine solche Theorie nicht völlig absurd ist: Als 1989 Birgit Meier verschwand, geriet Kurt-Werner Wichmann aus Adendorf schnell als möglicher Täter ins Visier der Ermittler. Doch trotz Hausdurchsuchung fand man damals keine Spur von der Frau. Die Leiche Meiers wurde erst 28 Jahre später gefunden. Sie lag einbetoniert unter der Garage Wichmanns. Kurt-Werner Wichmann, der sich 1993 im Gefängnis erhängte, wird derzeit mit mehreren Dutzend Morden in ganz Deutschland in Verbindung gebracht. U.a. soll er auch die sogenannten Göhrde-Morde begangen haben.

https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/...el-d121840.html

#140 RE: Presseberichte von wetterfrosch 02.03.2020 23:24

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Auf Drage lastet ein Rätsel

von: T. KNOOP und T. RÖTHEMEIER veröffentlicht am
29.12.2015 - 00:00 Uhr


Drage – Der unheimliche Fall der Familie Schulze. Vater Marco († 41) wurde im Juli gefesselt an einen Betonklotz aus der Elbe gezogen. Mutter Sylvia (43) und Tochter Miriam (12) werden seit 159 Tagen vermisst. Die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus.

DOCH AUF DRAGE LASTET EIN RÄTSEL.

https://www.bild.de/regional/hamburg/ver...49552.bild.html

#141 RE: Presseberichte von wetterfrosch 05.05.2020 16:38

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Ein Fall begleitet ihn weiter

29. April 2020

Lüneburg. 29 Stiche in die Brust und den Hals, sieben in den Rücken, Verletzungen im Gesicht – Iris L. war in ihrem Wahn wie explodiert. Das Opfer hatte keine Chance. „Sie war blutverschmiert“, erinnert sich der Hauptkommissar. „Sie sagte, Kai N. habe sie psychisch vergewaltigt, sie habe sich gewehrt.“ Der Mord in der Herberge im Dezember 2002 war der letzte Fall auf der Wache für Michael Düker, danach wurde er Polizeisprecher. Andere Stationen folgten. Spektakuläre Verbrechen.

Er war leitender Ermittler im Fall Schulze in Drage: Vor bald fünf Jahren brachte ein Vater sich um, Tochter und Ehefrau sind bis heute verschwunden. Eine Tragödie, die immer noch Schlagzeilen macht. Trotzdem, die grausamen Bilder aus der Lüneburger Obdachlosenunterkunft sind im Kopf. Wie auch viele andere. Düker kann damit umgehen, er ist ein Mann mit freundlichem Lächeln, jemand, der große Heiterkeit und Ruhe ausstrahlt. Jemand, der von seinen Kollegen und von Journalisten geschätzt wird. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Im Sommer 2015 kam der Fall Schulze

43 Jahre und sieben Monate bei der Polizei. Er hat zig „Verwendungen“, so heißt es bürokratisch, durchlaufen. Verkehrsüberwachung, Kneipenschlägereien, häusliche Gewalt. Er war Schwerverbrechern auf der Spur, als er im Bereich organisierte Kriminalität angedockt war: „Eine Gruppe, die sich darauf spezialisiert hatte, Airbags auszubauen.“ Er wechselte aus Karrieregründen von Lüneburg nach Winsen und Buchholz.

Er war Chef der Verfügungseinheit, die Allzweckwaffe der Polizei: Sie jagt Verkehrssünder, sie begleitet Demonstrationen, unterstützt andere Kollegen. Später dann der Wechsel ins Kommissariat für Gewalt- und Branddelikte. Im Sommer 2015 kam der Fall Schulze. Es war schnell klar, dass die dreiköpfige Familie aus Drage an der Elbe kein einfacher Vermisstenfall war. Nach ein paar Tagen wurde der Leichnam des Vaters aus der Elbe gezogen, er hatte sich an der Brücke in Lauenburg in die Elbe gestürzt. Die Vermutung: Der Mann hatte vorher Frau und Tochter getötet.

Doch wo er die beiden gelassen hat, bleibt bis heute ein Geheimnis. „Wir haben uns früh an die Medien gewandt“, sagt Düker. Denn die Polizei brauchte Hilfe. Es gab viele Anrufe von Bürgern. Einer führte an den Mühlenteich bei Seppensen. Düker hatte überlegt, ihn abzulassen. „Die Hinweise waren zu vage. Wenn wir das gemacht hätten, wäre es zu einem Fischsterben gekommen, Mauern der Befestigung wären eingebrochen.“ So ließ er Taucher ins Wasser, Spürhunde wurden über den kleinen See gefahren. Nichts. Ganz oft nichts.

Hinweise, dass Mutter und Tochter irgendwo im Ausland leben. Südamerika, stinkreich. Doch es gibt keinerlei Belege dafür. Kein Lebenszeichen. Heute sagt Düker: „Wenn sie irgendwann doch gefunden werden, wäre ich gern dabei. Es wäre ein Abschluss. Vor allem für die Angehörigen.“ Denn neben Recht und Gesetz gehe es um die Opfer und ihre Hinterbliebenen. Auch darin liege eine Verpflichtung für die Arbeit der Polizei.

Prägend für Düker waren seine Jahre als Sprecher der Lüneburger Polizei. Er hat Praktika durchlaufen, auch bei der LZ. Das bescherte ihm einen anderen Blick, er verstand, wie Journalisten ticken und was sie wollen. „Die Basis ist Vertrauen“. sagt der 62-Jährige. Es gibt Gespräche „unter drei“: Der Sprecher sagt etwas mehr, als am Ende in der Zeitung steht. Der Reporter, der neben offiziellen Verlautbarungen andere Quellen hat, kennt den Hintergrund und kommt mit seiner Information dann etwas später, um einen Ermittlungserfolg nicht zu gefährden – dafür liefert er die bessere Geschichte, eben weil er mehr weiß.

Ein Erbe bleibt: Düker hat den SMS-Server miterfunden: Per SMS informiert die Polizei Medien, wenn es einen Unfall oder einen Brand gibt. „Da waren wir die ersten in Niedersachsen, andere haben es übernommen“, sagt er durchaus stolz. Die letzten Berufsjahre hat Düker wieder in Lüneburg verbracht, er leitet das Kommissariat für Jugendkriminalität. Zwar freut er sich auf den Ruhestand, doch seine Kollegen werde er vermissen: „Polizeiarbeit ist Teamarbeit, und ich habe hier eine richtig gute Truppe.“

Von Carlo Eggeling

https://www.landeszeitung.de/blog/lokale...ecMnGIAm0h9j7k0

#142 RE: Presseberichte von Tumbleweed 04.07.2020 14:04

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Justiz
Vermisste Personen
Mysteriöser Fall Drage: Mutter und Tochter seit fünf Jahren verschwunden

04.07.2020 09:11 2.169
Mysteriöser Fall Drage: Mutter und Tochter seit fünf Jahren verschwunden

Drage – In einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet im Sommer 2015 eine Familie. Kurz darauf wird der Vater tot aus dem Fluss gezogen. Seine Ehefrau und die zwölfjährige Tochter bleiben verschwunden.
Polizisten suchen am Elbufer nach einer vermissten Frau und ihrer Tocher.
Polizisten suchen am Elbufer nach einer vermissten Frau und ihrer Tocher. © Philipp Schulze/dpa

Auch fünf Jahre später bleiben die Akten offen - doch von Mutter und Tochter gibt es immer noch keine Spur. "Wir vermuten unverändert, dass der Familienvater die beiden umgebracht hat", sagte Jan Krüger, Sprecher der zuständigen Polizeiinspektion Harburg.

Die dreiköpfige Familie war im Sommer 2015 zu Beginn der großen Ferien in Niedersachsen verschwunden. Am Abend des 22. Juli war der 41 Jahre alte Familienvater noch einmal lebend gesehen worden.

Wenige Tage später zog die Feuerwehr ihn bei Lauenburg mit einem Betonklotz am Körper ertrunken aus der Elbe, die Behörden gehen von Suizid aus. Seine damals zwölf Jahre alte Tochter und ihre 43-jährige Mutter blieben verschwunden.

Die für den Fall eingerichtete Sonderkommission ist lange aufgelöst. "Wir haben auch in den vergangenen beiden Jahren gelegentlich Hinweise bekommen, denen wir nachgegangen sind", sagte Krüger. "Aber es war nichts dabei, dass zu einer konkreten Spur geworden ist."

Fall wird erst bei Leichenfund geschlossen

Der Fall sei weiter eine Vermisstensache und verjähre damit grundsätzlich nicht, erklärte er zur rechtlichen Lage. "Erst wenn Mutter und Tochter für tot erklärt oder gefunden werden, würden wir die Akten schließen." Das könne laut Bundesverschollenengesetz nach zehn Jahren geschehen.

Die Tochter war am letzten Schultag wegen einer Erkrankung daheimgeblieben, mit einer Freundin aus der Siedlung hatte sie einen Reiturlaub geplant. Ihre Mutter fuhr noch zur Arbeit bei einem Discounter, am Abend stellte der Familienvater die Mülltonne vor die Tür.

Danach wurde keiner der drei mehr lebend gesehen. Zwei Jahre später wurden die Siegel an der Tür des Einfamilienhauses entfernt, es ist lange wieder bewohnt.


https://www.tag24.de/justiz/vermisste-pe...tochter-1567873

#143 RE: Presseberichte von wetterfrosch 22.07.2020 17:12

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Stand: 20.07.2020 14:34 Uhr - NDR 1 Niedersachsen

Spurlos? Ermittler blickt auf Fall Drage zurück

von Johannes Koch

Bericht und VIDEO:

Michael Düker biegt mit seinem Wagen langsam in ein Neubaugebiet in Drage (Landkreis Harburg) ein. Die Straße führt direkt auf das Haus zu, aus dem vor fünf Jahren die Familie Schulze spurlos verschwand. Mutter Silvia, Vater Marco und Tochter Miriam. Düker wurde damals mit den Ermittlungen beauftragt. Er erinnert sich. "Wir haben alle persönlichen Gegenstände gefunden. Die Autos waren da, die Handtasche der Frau war da. Es fehlte scheinbar nichts", sagt er.

Vater stirbt in der Elbe

Die große Suche beginnt. Taucher suchen in der Elbe, Spürhunde und Hundertschaften der Polizei durchkämmen das Ufer. Die Medien werden informiert. Es dauert eine Woche, bis die Ermittler wenigstens etwas Klarheit haben: In Lauenburg finden Passanten eine Leiche am Elbufer. Es handelt sich um Marco Schulze. Der 41-Jährige hat sich mit einem festgebundenen Betonklotz von einer Brücke gestürzt. Suizid, ist sich die Polizei sicher. Von seiner zwölfjährigen Tochter und der 43 Jahre alten Frau fehlt weiterhin jede Spur.

Was geschah am Mühlenteich?

Hat Marco Schulze seine Tochter und seine Frau umgebracht? "Wir hatten keine Spuren mehr. Wir wussten nicht mehr, wo wir ansetzen können", erinnert sich Ermittler Düker. Ein Zeugenaufruf wird gestartet - mit Erfolg: Eine Zeugin gibt an, die ganze Familie am frühen Abend des Tages vor ihrem Verschwinden gesehen zu haben - am Mühlenteich in Holm-Seppensen. Hunde bestätigten die Spuren, doch Leichen werden von den Polizeitauchern nicht entdeckt.

"Gibt etliche Dinge, die nicht geklärt sind"

Nach der erfolglosen Suche am Mühlenteich wird die Sonderkommission nach und nach verkleinert; im März 2016 schließlich ganz aufgelöst. In Drage kehrt wieder eine gewisse Normalität ein. Heute möchte im Ort kaum noch jemand über das Thema sprechen. Die Erinnerung an Familie Schulze verblasst zunehmend. Drages Bürgermeister, Uwe Harden (SPD) sagt: "Menschen schützen sich mit Verdrängung davor, ständig an unangenehme Dinge erinnert zu werden. Es gibt etliche Dinge, die nicht geklärt worden sind und damit muss man leben."

Für immer ungelöst?

Düker ist jetzt seit zwei Monaten pensioniert. Die verschwundene Familie aus Drage war sein aufsehenerregendster Fall und wird möglicherweise für immer ungelöst bleiben. "Natürlich überlegt man: 'Was könntest du vergessen haben? Was hast du übersehen?' Aber uns ist nichts eingefallen", sagt er. Düker hofft, dass Mutter und Tochter irgendwann gefunden werden. "Ich selbst wäre natürlich gerne am Auffindeort, um dann persönlich auch die letzten Informationen zu erhalten, wo sie liegen und was da möglicherweise passiert ist."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 20.07.2020 | 06:00 Uhr

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersac...schulze272.html

#144 RE: Presseberichte von wetterfrosch 26.09.2020 22:15

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23. Juli 2020 - 10:20 Uhr

Sabine Zunker geht davon aus, dass ihre Mutter und Schwester tot sind

Es ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands, das ungeklärte Schicksal der Familie Schulze aus dem Örtchen Drage in Niedersachsen. Bis heute gibt es keine Spur von der vor fünf Jahren verschwundenen Mutter Sylvia Schulze (damals 43) und ihrer Tochter Miriam (12). Der damals 41-jährige Marco Schulze wurde eine Woche nach dem Verschwinden tot aus der Elbe geborgen. Sabine Zunker, Sylvias ältere Tochter, glaubt nicht, dass Sylvia und Miriam noch leben. "Ich geh davon aus, dass meine Mama sich trennen wollte und dass er das nicht akzeptieren wollte", sagt sie. Mehr dazu – in unserem Video!

Sie hofft, dass die beiden gefunden werden

"Sie würde mir das als Tochter nicht antun, mich seit fünf Jahren im Ungewissen zu lassen", sagt die 29-Jährige. Sie hofft noch immer, dass die beiden gefunden werden. Damit sie einen Ort hat, an dem sie sich verabschieden kann.

Wie Sabine Zunker geht auch die Polizei davon aus, dass Marco Schulze seine Frau und seine Tochter ermordet hat, ehe er sich selbst umbrachte. Offiziell sind die Akten zu dem Fall noch nicht geschlossen, doch ermittelt wird schon lange nicht mehr.

2015 zog die Feuerwehr ihren Stiefvater tot aus der Elbe

Die dreiköpfige Familie war im Sommer 2015 zu Beginn der großen Ferien in Niedersachsen verschwunden. Sabine lebte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr bei ihnen.

Stiefvater hatte einen Betonklotz am Bein

Ein Fahrzeug der Feuerwehr steht am 31.07.2015 bei Hohnstorf/Elbe (Niedersachsen) auf einer Brücke, die über die Elbe nach Lauenburg (Schleswig-Holstein) führt. Im Fall der verschwundenen Familie aus Drage (Niedersachsen) prüft die Polizei einen Zusa

31. Juli 2015: In der Elbe in Lauenburg wird eine männliche Leiche gefunden. Es ist Marco Schulze.

Am Abend des 22. Juli wurde der 41 Jahre alte Familienvater noch einmal lebend gesehen. Wenige Tage später zog die Feuerwehr ihn bei Lauenburg mit einem Betonklotz am Körper ertrunken aus der Elbe, die Behörden gehen von Suizid aus.

Seine damals zwölf Jahre alte Tochter und ihre 43-jährige Mutter sind bis heute verschwunden.

https://www.rtl.de/cms/familie-aus-drage...um-4582255.html

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