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#26 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von Christine 21.08.2015 14:47

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Hast Recht, das du dagegen Schritte eingeleitet hast. Denn so geht es ja nun doch nicht.

#27 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 22.08.2015 13:23

Verhandlungstag Freitag der 21.08.2015 09:00 Uhr

Der Vorsitzende stellt zunächst die Anwesenheit fest. Anschließend stellen Küster und Hänkel 2 Beweisanträge auf Ladung von Zeugen/innen die bei der Polizei angegeben haben Britta Beauvais nach dem 16.02 noch gesehen zu haben.

Anschließend sagt der bereits angekündigte Häftling aus der JVA Darmstadt aus. Das einzige was an seiner Aussage mehr oder weniger interessant ist, ist dass der Angeklagte mal einen Brief bekommen habe , woraufhin er angefangen habe zu weinen , und gesagt habe:

Zitat
Meine Frau schreibt mir nicht mehr, sie ist tot.



Der Zeuge wird auch relativ schnell entlassen ( 09:20), anschließend gibt die Kammer bekannt, dass sie nun beabsichtige KHK S. zur Vernehmung des Angeklagten zu befragen. Küster fragt nach wie das mit dem Verwertungswiderspruch aussieht, und die Kammer verkündet, dass sie diese Frage nicht im Wegen des Zwischenbescheids ( sprich vor Verkündung eines Urteils ) entscheiden werde . Die Kammer führt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs und des 1 Strafsenats des Bundesgerichtshofs an, wonach der Angeklagte kein Recht dazu habe , dass sein Verwertungswiderspruch bereits im Rahmen des Zwischenbescheids entschieden werde, und auch darauf keinen Befangenheitsantrag stützen kann.

Küster widerspricht daraufhin der Vernehmung des Kriminalbeamten , es ergeht Vorsitzendenanordnung dass der Zeuge vernommen werden soll. Dafür möchte Küster sodann gemäß § 239 StPO einen Gerichtsbeschluss, der auch nach 5 minütiger Unterbrechung ergeht. Danach sagt der Zeuge S. aus

Zunächst geht es um die Festnahme von Herrn Beauvais in der Vitos Klinik S. sagt aus er sei am Morgen der Festnahme zum ersten mal mit dem Fall Beauvais betraut worden, bis dahin sei der Zuständige Sachbearbeiter KHK L. gewesen. Lang habe Rücksprache mit 2 Staatsanwälten gehalten gehalten , dass man Herrn Beauvais zu einer Erkennungsdienstlichen Behandlung ( ED Behandlung ) in PP bringen würde. Die Verteidigung bittet bereits hier um das Fragerecht.

Küster. Um was ging es genau , als sie Herrn Beauvais auf die Wache gebracht haben
S: Soweit ich weiß, um eine ED Behandlung und gewährung rechtlichen Gehörs.
Küster: Ist Herrn Beauvais bereits da die vorläufige Festnahme erklärt worden , weil
dann hätte der Weg sie ja nicht in Kommissariat führen dürfen, sondern zum
Haftrichter
S: Also von mir ist er nicht festgenommen worden. Was der Sinn der Fahrt in die Vitos Klinik
war, weiß ich nur durch den Kollegen Lang

Dem Zeugen wird sodann der Erste Satz der Beschuldigtenvernehmung des Herrn Beauvais vorgehalten

Zitat
Guten Morgen Herr Beauvais , sie sind ja soeben vorläufig durch meinen Kollegen S. festgenommen worden [...]



Auch auf mehrfache nachfrage der Verteidiger ändert sich die Aussage von S. nicht

Anschliend gibt es um 11:00 Uhr einehalbe Stunde Unterbrechung weil ein Mitglied der Richterbank andere dienstliche Aufgaben wahr zu nehmen hat . Die Verhandlung wird pünktlich um 11:30 fortgesetzt

Es geht dann um den Inhalt der Vernehmung. Dazu wird das Video der Vernehmung in einzelen Teilen dem Zeugen vorgespielt.

Zum Inhalt
Britta sei es am Abend nach dem Besuch bei ihren Eltern nicht gut gegangen. Er habe für sie beide gekocht, man habe sich dann zum Essen vor den Fernseher gesetzt. Irgendwann habe Britta ihn gefragt, ob er nocheinmal mit ihr spazieren gehe , und man sei dann nach Eltville an den Rhein gefahren. Es sei wohl nach 0:00 Uhr gewesen, da seien sie auf einen Anleger gegangen, er auf die linke Britta auf die Rechte Seite. Auf einmal habe er ein platschen gehört und habe sich umgedreht. Britta sei im Wasser gewesen, und sei Richtung Flussmitte geschwommen. Er habe gerufen, Britta was machst du da, komm zurück , doch sie habe nur gesagt er soll sie in Ruhe lassen. SChuhe und Jacke hätte sie am Anleger zurück gelassen. Auf einmal sei sie weg gewesen. Er habe ihr nicht helfen können , weil er nicht gut bis gar nicht schwimmen könne, und habe auch keine Hilfe holen können, weil niemand in der Nähe gewesen sei, und er sein I Phone zuhause gelassen habe.

Er erzählt dann mehr oder weniger von sich aus, dass er versucht habe alles zu verschleiern ( dass wusste die Kripo eh schon ) . Emails die angeblich seine Frau geschrieben habe hätte er sich selbst geschrieben, auch habe er selbst 1000€ vom Konto seiner Frau abgehoben. Dazu passen auch die google suchen die er unternommen hat , beispielsweise:
" Leiche im Rhein gefunden 2014 " oder " Wie lange werden Aufzeichnungen von Geldautomaten gespeichert ? "

Die Schuhe habe er in seinem Früheren Wohnort im VContainer eines Real Marktes entsorgt die Jacke bei Karstadt. Die Jacke wird später im Mülleimer gefunden. Der Container des Real Marktes wurde kurz vor Eintreffen der Kripo geleert, eine Verfolgung bis nach Bremen ( wo die Stücke sortiert werden ) fördert zwar Wanderschuhe zu tage deren Beschreibung aber nicht passt, und auch die Suche nach DNA an den Schnürsenkeln fördert keine DNA von BB zutage.

Auch gibt der Angeklagte zu , mehrere Affären gehabt zu haben. Das seien jedoch alles lediglich sexuelle Kontakte gewesen, geliebt habe er nur seine Frau.

Anschließend wird der Zeuge noch zur Auswertung von Handydaten des Angeklagten vernommen

Da man diese zu spät angefragt habe, hätten sich lediglich die Standortzeiten vom ab dem 18.02. ermitteln lassen. Wo das Handy also in der Nacht von BBs vermeindlichem Tode war weiß niemand.

Dann wird die Reiseroute nach Frankreich rekonstruiert.

Der Angeklagte ist zunächst in die völlig falsche Richtung nach Nordenstadt gefahren und hatte dort einen Aufenthalt von ca 8 Minuten. ( Die Verteidigung wird später darauf hinweisen , dass es ja auf der Autobahn Richtung Kaiserslautern keine Tankstellen gäbe und dass es daher ja durchaus sein könne dass er erst noch getankt habe. ) Das Auto fährt dann weiter Richtung Saarbrücken, in der Wähe wird der nächste Stopp zwischen 06:13 und 07:53 eingelegt . Dort werden dann Nachrichten aus Flirtprofilen beantwortet , und ein Auslandspass fürs Handynetz gekauft.

Zunächst habe man gedacht , der Angekalgte habe dort eine Frühstückspause eingelegt allerdings würden die dort liegenden Raststätten nicht durch diesen Funkmasten abgedeckt. Daraufhin habe man sich die Umgebung näher angesehen und festgestellt dass er dort mehrer Teiche und Seen gäbe die meisten hätten jedoch aufgrund der Funkzellenauswertungen nicht gepasst.


Dann wird der Zeuge zu Suchmaßnahmen befragt
Man habe schon 1 Tag nach der Festnahme im Rhein suchen wollen allerdings sei dass den Tauchern zu gefährlich gewesen wegen Strömung usw. Das ganze habe sich dann bis Anfang Mai verschoben. Bei der Suche seien zwar mehere Gegenstände gesichtet worden, aber nichts mit Verfahrensbezug

Anschließend geht es mit der Befragung durch die Verteidigung weiter. Im groben geht es darum, wer dafür verantwortlich ist, dass Vermerke über Zeugen (die von der Kripo nie ofizell vernommen wurden ) die BB nach dem 16.02 noch gesehen haben wollen erst 1 1/2 Jahre später zur Akte mit den Unterlagen zu Neuen Ermittlungsergebnissen zur Akte gereicht wurden ( Antw: Keine Ahnung kann ich aber nachfragen ) , wer entschieden hätte welche Zeugen vernommen worden seien und welche nicht ( Das macht jeder Kripobeamte selbst ) und warum die bereits erwähten Zeugen nicht vernommen worden seien ( Antw. Sie sind vernommen worden, allerdings machte es für uns keinen Unterschied ob wir ein Vernehmungsprotokoll [ Anm der Redaktion: Also eine mehr oder weniger wörtliche Widergabe der Vernehmung ] oder aber einen Vermerk ( Anm der Redaktion : also lediglich eine Zusammenfassung der Aussage] fertigen.

Die Verteidigung beschwert sich deshalb darüber, weil die genaue Befragung nun im Rahmen der HV machen müsse, die 1 1/2 Jahre später stattfindet , was sich auf das Gedächniss der Zeuginnen ja nicht gerade positiv auswirken würde.

Anschließend geht es um 13:15 in die Mittagspause, die um 14:00 Uhr endet. Es ist eine 52 jährige Berliner Zeugin erschienen. Der Vorsitzende gibt bekannt, dass er ja im Vorfeld mit ihr telefoniert habe, und sie wünsche dass die Öffentlichkeit für die Dauer ihrer Vernehmung ausgeschlossen werde, da dinge aus ihrem Sexualleben erörtert würden ( Anm der Redaktion: Es handelt sich offensichtlich um eine der Frauen mit der E B via Internet sexuelle Kontakte hatte) . Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage schließen sich dem Wunsch an die Verteidigung gibt keine Stellungnahme ab. Der Vorsitzende erklärt der Zeugin dann dass aufgrund von Art 5 der Verfassung die Presse nur bei besonderen Umständen ausgeschlossen werden könne, die aber hier nicht vorlägen. Er weißt allerdings darauf hin, dass die Presse dann dafür zu sorgen habe durch ihre Berichterstattung die Persönlichkeitsrechte der Zeugin nicht zu verletzten. Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück und verkündet 5 Minuten später den Ausschluss der Öffentlichkeit mit Ausnahme von Gerichtsreporter Degen ( auf dessen Bericht der hier eingestellt wird, ich bezüglich des Inhalts der Zeugenaussage verweise ) und Referendarinnen der Verteidigung.

Die Öffentlichkeit bleibt für ca 1 Stunde ausgeschlossen und wird dann wieder in den Saal gerufen: Der Vorsitzende gibt bekannt, dass der eigentlich noch geplante Zeuge KHK L. ins Büro geschickt wurde, und man vereinbart habe ihn telefonsich zu kontaktieren falls er noch vernommen werden solle . Im Hinblick auf die fortgeschrittene Zeit ( Anm der Redaktion es ist gerade mal 15:13 ) werde der Zeuge aber auf den nächsten Prozesstag ( Montag 24.08.2015 13:00 Uhr ) um 13:40 geladen. Weiterhin sei für diesen Tag noch eine franz. Arbeitskollegin des Angeklagten geladen. Der Termin am 02.09 entfalle aufgrund unüberwindbarer Dienstlicher Verpflichtungen einer Richterin der Kammer, am 08.09 kämen dann nochmal 2 Sachverständige zur Videoanlage .
Weiterhin würden seitens der Kammer weitere Verhandlungstermine bestimmt werden

Die Verhandlung endet sodann um 15.30 und wird am Montag dem 24.02.2015 13.00 Uhr fortgesetzt

#28 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 24.08.2015 22:42

Vom heutigen Verhandlungstag wird es keinen Live Bericht geben, da ich beim Düsseldorfer Salafistenprozess war

#29 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 21.10.2015 21:20

Mittwoch der 21.10.2015
09:03 bis 18:50

Befangenheitsanträge ,ein durch Zuschauer bedrohter Zeuge der sich zuvor noch von der Vertreterin der Nebenklage beleidigen lassen musste, sind nur einige Neuerungen im Strafprozess gegen Emanuel Beauvais in Wiesbaden der heute fortgesetzt wurde


Beginn war um 09:00 Uhr. Die Kammer übergab den Verfahrensbeteiligten eine Lichtbildmappe , zu dem Gutachten des Sachverständigen Dr Rammsthaler der im Laufe des heutigen Vormittags gehört wurde.


Die Verteidigung gibt sodann noch Stellungnahmen zu Beweisanträgen der Nebenklage ab

Den Antrag vom letzten Sitzungstag (vgl Presseberichterstattung vom letzten Verhandlungstag der hier beigefügt werden wird ) beantragt Sie als offensichtlich unbegründet zurückzuweisen da es sich bei dem Antrag um Zivielrechtliche Erwägungen handele die ein Strafgericht nicht interessieren.

Es entwickelt sich eine heftige Debatte in der auch der letzte der Zuschauer begreift dass es der Nebenklage darum geht mit ihren Erwägungen ein Mordmotiv zu konstruieren und dem Angeklagten Habgier nachzuweisen , wodurch durch den einfachen Totschlag der angeklagt ist ein Mord werden könnte. Rechtlich gesehen ist das natürlich ( wie alles was die Nebenklage von sich gibt) absolut unhaltbar ( ) , zumal die rechtlichen Gesichtspunkte auch von der Presseberichterstattung falsch wiedergegeben worden sein sollen.


Weiterhin sei der Antrag der Nebenklage auf Ladung der Zeugen L. P. ( Prostituierte in Frankreich bei der der Angeklagte mehrfach gewesen sein soll ) zurückzuweisen weil die behauptete Beweistatsache so behandelt werden könne als seie sie war. Die Zeugin könne ( außer dem Umstand das der Angeklagte sie mehrfach besucht habe was nicht bestritten werde ) keine Angaben zur Tatvorwurf machen. Die Nebenklage wolle diese Zeugin ( das ergebe sich bereits aus dem Antrag selbst ) lediglich aus voyeuristischen Gründen laden . Sollte die Zeugin trotzdem gehört werden sollen , besteht die Verteidigung auf eine Vernehmung in Frankreich


Nach der Stellungnahme der Verteidigung verzichtet die Staatsanwaltschaft auf diese Zeugin ( sie hatte sich zuvor dem Antrag der NEbenklage angeschlossen )

Der Vorsitzende gibt sodann bekannt , dass man die Zeugin mehrfach versucht habe zu laden, dass aber aus Terminsgründen nicht so einfach sei, die Zeugin jetzt verfügbare Termine mitgeteilt habe, und die Verfahrensbeteiligten eimal nachschauen sollten ob sie an einem dieser Tage zur Verfügung stehen könnten



Es wurde dann gegen 9:30 , für 30 Minuten unterbrochen weil die geladene Zeugin H. aus Wiesbaden bh. ( Gartengestalterin vgl Prozessbericht vom 15.08.2015 ) noch nicht anwesend war

Nach der Unterbrechung wird die Zeugin hereingerufen, und machte Angaben zu dem Auftrag und ihren Eindrücken der Beauvais
Ihre Aussage lässt sich wie folgt zusammenfassen

1) Der Umgang der beiden miteinander war so liebevoll wie sie es selten gesehen hat
2) Bei Entscheidungen zur Gestaltung des Gartens waren beide gleichberechtigte Partner
3) Britta Beauvais war auffallend launisch. Im einen Moment konnte sie sich für eine Idee begeistern , im anderen hat sie eben jeene Idee sofort agressiv nieder gemacht
4) Britta Beauvais schien von Vorgängen in der Natur nicht viel Ahnung gehabt zu haben . Beispielsweise habe sie sich darüber beschwert , dass der von der Gartenarchitektin auf ihrem Grundstück gepflanzte " Kirchblütenbaum " nicht das ganze Jahr über blühe und dass sie( BB) das fertig mache
5) E. Beauvais war lockerer im Umgang und verstand auch ( offensichtlich ganz im Gegensatz zu seiner Frau Humor.
Nach dem Kinderwunsch der beiden gefragt schildert die Zeugin.
Beide haben sich Kinder gewünscht aber wenn ich mir BB so ansehe ist es eine göttliche Fügung dass es bis dahin nicht dazu gekommen ist. Darauf fängt der Angeklagte an zu weinen

Der nächste ist der Sachverständige Dr Rammsthaler vom RM INstitut der UNi Homburg / Saarder auf Antrag der NKl Aussagen zur Entstehung von Blutspuren am Bosch Multitooolgerät ( vgl Bericht vom 15.07 und 14.08.2015)
machen soll. Sein Gutachten belastet und entlastet den Angeklagten in gleichem Maße und lässt sich wie folgt zusammenfassen

1) Es ist , wie von der Verteidigung behauptet, absolut unmöglich sich mit diesem Gerät selbst versehentlich so zu verletzten , dass die vorgefundene Spurenlage auch nur im Ansatz erklärbar wäre.

2) Eine absichtliche Selbstverletzung schliest der Gutachter ebenfalls aus.

3) Die Spurenlage lässt sich nicht dadurch erklären ( im übrigen ist das Gerät dazu ungeeignet) dass mit diesem Gerät Gewebe durchtrennt worden ist. Mit diesem Gerät lassen sich nur Knochen zerteilen , was zur Spurenlage passen kann aber nicht die einzige Erklärung sein MUSS

4) Wäre die Leiche im Keller zerteilt worden, hätte sich ZWINGEND Blutspuren auf dem Boden befinden müssen. Für den Gutachter ist ein 100 % erfolgreiches entfernen von Blutspuren ( sprich dass auch das Luminol keine sichtbaren Spuren mehr anzeigt) nahezu UNMÖGLICH. So habe man ( in einem anderen Versuch ) bei einer minimal mit Blut besudelten Wand 4 mal dick drüber streiche damit auch das Luminol keine Blutantragungen mehr angezeigt habe

Die Nebenklage fragt dann noch ob es theoretisch möglich sein könnte, dass der gesamte Raum vorher mit Plastikfolie ausgelegt worden sein könnte( dazu käme nur ein Raum in Betracht , und betragtet man sich diesen dann auf den von Christine mit Datum vom 24.06.2015 07:22 eingestellten Bildern die den Raum im Hintergrund zeigen sieht man was das für ein Aufwand gewesen wäre , und ob dann nicht keine Blutspuren zu erwarten seien . Der Sachverständige führt sodann aus dass die zwar theoretisch Möglich seie man dann aber mehrere Lagen aufbringen und in einem irsinnig großen Bereich abkleben müsste

Sodann soll der nächste Sachverständige vernommen werden, der Anhand der Krankenunterlagen der BB Ausführungen dazu gemacht hat ob anhand der Unterlagen mit dem baldigen Ableben BB zu rechnen gewesen sei. Die Verteidigung kündigt sodann einen Antrag betreffende dieses Zeugen an, den sie nach 5 minütiger ( durch den Vorsitzenden angeordneter )( Unterbrechung stellen darf

Nach der Unterbrechung lehnt Rechtsanwalt Küster namens und im Auftrage seines Mandanten den Sachverständigen Dr Gall aus Mainz wegen der Besorgnis der Befangenheit ab

Zur Begründung führt er aus, dass der Sachverständige ( obwohl ihm angeblich nicht die Ermittlungsakten sondern nur Auszüge der Krankenunterlagen vorgelegt worden seien ) die bisherigen Vermutungen dass BB tot sei in seine Arbeitshypothese aufgenommen habe,

Nebenklage und Staatsanwaltschaft beantragen den Antrag abzulehnen, und Rechtsanwältin Sauer Kopic führt an dass selbst die Verteidigung in Person von Herrn Küster in seiner HAftbeschwerde vom Tode BB ausgehe. Dies wird von Ra Hänkel niur trocken mit den passenden Worten

1
 
Der Herr Küster wird hier aber nicht wegen Befangenheit abgelehnt
 

kommentiert


Anschließend gibt es wieder 30 Minuten nach denen der SV informatorisch befragt wird. Er gibt an von den Ermittlungsakten nichts erhalten zu haben, nur Auszüge aus Krankenunterlagen. Den Umstand dass BB tot sei schließe er aus einem Schreiben der Kammer an Ihn dass dann auf Leinwand projeziert und Auszugsweise verlesen wird. Darin ist tatsächlich vom Tode der BB die Rede

Anschließend gibt es wieder 10 Minuten Beratungspause nach denen RA Küster und RA Hänkel eine weitere Stellungnahme abgeben , die ich aber da ich meine Parkscheibe umstellen musste nicht gehört habe

Danach geht es in die Mittagspause, nach der die Kammer den Befangenheitsantrag der Verteidigung zurückweist

Küster beantragt widerum 10 Minuten unterbrechung und stellt sodann ein erneutes Ablehnungsgesuch gegen den Sachverständigen dass sich diesmal darauf begründet dass der Sachverständige in einer Sitzungspause bereits Zuschauern auf dem Flur das Ergebnis seines Gutachtens mitgeteilt habe.

Der Sachverständige wird sodann informatorisch befragt, und gibt an , dass Ergebniss seines Gutachtens nicht zuvor mitgeteilt zu haben. Er habe sich lediglich mit einem Zuschauer unterhalten den er seit Jahren aus beruflichen Gründen kenne, nicht aber über das Verfahren


Küster wird gefragt ob er diesen Zuschauer konkret benennen könne und er zeigt auf den Vertreter des Weißen Rings im Zuschauerraum wird aber von einem anderen Zuschauer ( der Ihn zuvor offensichtlich über die Gespräche des SV mit Zuschauern informiert hat ) darüber informiert dass es sich dabei nicht um den Betreffenden handelt

Küster bittet um Sitzungspause , und verlässt gemeinsam mit dem betreffenden Zuschauer den Saal . Nach offensichtlich kurzer Beratung der beiden beantragt Küster diese Person als Zeugen zu laden was die Kammer auch macht.

Es erscheint sodann im Zeugenstand der 24 jährige Zeuge J. Sch., der zunächst sehr barsch von der Nebenklage mit " Ach unser Dauerzeuge " begrüßt wird, was mehr als verwundert , denn da ich ihn sehr gut kenne, weiß ich, dass er noch nie im Leben vor einem Wiesbadener Gericht ( und schon gar in Beisein der Person die sich hier Anwältin schimpt) vernommen wurde. Dies wird auch richtigerweise von der Verteidigung gerügt

Er macht daraufhin folgende Angaben:
Er habe vor der Mittagspause den Saal mit einem Weiteren Zuschauer ( Herrn Dr M.) gesprochen der ihm berichtet habe , er werde nun das Gericht verlassen. Der Zeuge habe ihn daraufhin gefragt warum er denn nicht noch bleibe das Gutachten sei doch spannend, woraufhin er erwidert habe, er kenne das Ergebniss bereits.

Der Zeuge wird sodann vorläufig entlassen, woraufhin im ZUschauerraum eine Dame sagt er wird noch sehen was er von seiner Aussage hat, was aber die Verfahrensbeteiligten offensichtlich nicht mitbekommen haben.

Der Vorsitzende unterbricht erneut die Sitzung und bekommt dann die Telefonnumer des Dr M vom Zeugen genannt , und wird daraufhin sofort telefonisch geladen

Nach der Unterbrechung wird Herr Dr M vernommen, der jedoch angibt nicht mit dem SV über diese Themen gesprochen zu haben , sondern dass er sich lediglich aufgrund des Verhaltens der Verteidigung habe denken können , dass die Verteidigung mit dem Ausgang des Gutachtens nicht sonderlich zufrieden sei, was ja auf das Ergebniss schließen lasse

Nach erneuter Unterbrechung wird auch dieser Befangenheitsantrag abgelehnt.

Es erscheint sodann der SV Dr GAlle aus Mainz der zusammengefasst folgendes aussage

1) Die ihm übermittelten Krankenunterlagen und die darin erhaltenen Ergebnisse lassen ein baldiges Ableben der Britta Beauvais aufgrund der in ihnen festgestellten Krankheiten als unwahrscheinlich erscheinen


Der Sachverständige wird sodann entlassen und es erscheint der Zeuge KHK L. der zu den Auswertung von Appel Geräten befragt wird . Seine Aussage lässt sich wie folgt zusammenfassen


1) Der Angeklagte hat nach der fraglichen Tat immer wieder nach Begriffen wie:
" Vermisste Personen " " Wann kann man einen Erwachsenen vermisst melden "
" Hausverkauf mit Hypothek " gesucht

2) Weiterhin hat sich der Angeklagte im Zeitraum kur vor und kurz nach der Tat massenhaft auf Flirtportalen Pornoseiten , Erotikcamseiten herumgetrieben

3) Nach dem MM Verschwinden der BB ( eine Feststellung auf die die NKL soviel wert legt dass sie sämtliche Beteiligte 40 Minuten lang damit nervt ) sind kein Sucheinträge nach Dekoration mehr gesucht worden ( was davor allerdings auch offensichtlich eher selten der Fall war )

4) Im Hause des Angeklagten wurden unmengen benutztes Malerflies gefunden

Die Sitzung wird daraufhin unterbrochen und mit einem kurztermin am 30.10.2015 09:00 bis 12.30 fortgesetzt

#30 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 30.10.2015 13:04

atum 30.10.2015
Beginn 09:10
Ende : 10:10

Heute war ein eher unspektakulär kurzer Tag im Beauvais Verfahren. Die Verhandlung begann damit dass der Vorsitzende mitteilte dass der für den Vormittag geladene Zeuge Rechtsanwalt K ( vgl Pressebericht vom vorletzten und Live Bericht vom letzten Verhandlungstag) abgeladen wurde , da er sich im Ausland befände. Sodann wurde das Programm für die weiteren Sitzungstage erörtert:

18.11 Rechtsanwalt K.
Sachverständiger Fiedler ( Zuordnungen von Computerverbindungen)

24.11 Auf Antrag der Verteidigung ein Oberstaatsanwalt a.d. dessen Namen ich leider
nicht verstand

03.12 Soll Oberstaatsanwalt Hermann Trosien eine Stellungnahme zur Vernehmung
des erwähnten Oberstaatsanwalts a.d abgeben-

Die Verteidigung gab sodann noch eine Stellungnahme nach § 257 Absatz 2 Strafprozessordnung zur Vernehmung der Zeugin H. vom letzten Sitzungstag ab, die wesentlichen die von mir im Prozessbericht vom letzten Sitzungstag widergegebenen Aspekte umfasste. Dabei kam nocheinmal ein Aspekt zur Sprache den ich zu dieser Zeugin schon wieder ganz vergessen hatte, nämlich dass die Zeugin sich professionelle Hilfe geholt hat, um so besser zu erfahren wie sie mit Britta Beauvais umgehen soll.

Anschliesend wurde eine Kriminalbeamten des K 31 gehört, dass primär die Aufgaben eines Kriminaldauerdienstes wahrnimmt, und somit in Abwesenheit des K11 ( das ja originär für den Vermisstenfall Beauvais zuständig wäre ) für die Hinweisannahme zuständig war. Dabei ergaben sich wenig interssante Aspekte. Nur ein kleiner Umstand zeigt wie desinteressiert die Kammer ist

Die Verteidigung befragte die Zeugin, ob es heute noch möglich sei zu rekonstruieren wieviele Hinweise zum Vermisstenfall BB eingegangen seien was von der Zeugin bejaht wurde. Küster fragte sodann die Kammer ob sie dieser Frage ( nämlich wieviele Hinweise konkret eingegenagen seien ) von Amts wegen Gedenke nachzukommen was Bonck verneint , dafür befürfe es eines konkreten Antrags der Verteidigung. Das ist in sofern interessant als dass es Hinweise darauf gibt dass zumindest K11 mehreren Hinweisen nicht nachgegangen ist, und ( da die Vermisstenakte nicht durchpaginiert sind) derzeit nicht gesagt werden lkann ob die entsprechenden Akten zumindest jetzt ( nachdem sie es mind 19 Monate lang nicht waren ) vollständig zur Hauptakte gelangt sind

Die Zeugin wird sodann entlassen und es wird eine ehem Praktikantin des k11 in den Zeugenstand gerufen deren Vernehmung allerdings nichts neues brachte

Die Verhandlung wurde sodann unterbrochen und wird an folgenden Terminen fortgesetzt

18.11 14:00 Uhr
24.11 13:00 UHr
03.12 09:00 Uhr
17.12 09:00 Uhr

#31 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 05.02.2016 13:13

Heute morgen wurde das Verfahren fortgesetzt

Zunächst wurden die von der Verteidigung beim letzten Termin gestellten Beweisanträge, Aussagepsychologische Beurteilung zweier Zeugen, Sachverständigengutachten dazu das auf den Fliesen kein Blut gefunden wurde und das es unmöglich ist, mit Zementschleierentferner Blut in dieser Menge zu vernichten, sowie erneute Aussage des SV Prof Galle (vgl. Prozessbericht vom 21.10.2015) wegen Bedeutungslosigkeit abgewiesen.

Danach wurde bekannt, das die Verteidigung beantragt hatte, einen Darmstädter Psychiater beizuziehen zum Beweis der Tatsache, das spätestens im Januar 2014 bei BB konkrete Suizidgefahr vorgelegen habe.

Die Kammer will diesem Antrag nachkommen, beabsichtigt aber dazu die SV Müller (die den Angeklagten auf die Schuldfähigkeit untersucht) damit zu beauftragen.
Dem wurde nicht widersprochen.
Das Gutachten diesbezüglich soll dann am 22.02.2016 um 13 Uhr 30 dem nächsten Fortsetzungstermin erstattet werden.

Einem Beweisantrag der Verteidigung folgend wurden dann noch KHK Lange und SV Fiedler vernommen, die darstellten welche Websiten der Angeklagte um den Tatzeitraum aufgerufen habe.

Dabei handelte es sich um folgende Seiten:

https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=knochen+zerkleinern ( 08.02.2014)
http://www.barf-fuer-hunde.de/forum/view...php?f=4&t=2191( 08.02.2014)

Weiterhin hat sich der Angeklagte am 14.02 folgende Videos angesehen:

https://www.youtube.com/watch?v=LM77u2WKFd4#
https://www.youtube.com/watch?v=yxLqwI6cWKY

Außerdem hat der Angeklagte den Suchbegriff Würgegriff mehrfach nach der Tat verwendet.

Der Verteidigung ging es darum darzustellen, das sich der Angeklagte bereits seit 2011 für Kampfkunst interessiere, das Beweise auch auf einem Laptop geführte Suchbegriffe nach Judokleidung. Das sei, so KHK Lange durchaus richtig, allerdings habe der fragliche Laptop zu dieser Zeit noch einer anderen Person gehört.

Sowohl Fiedler, als auch Lange wurden sodann entlassen und die Sachverständige Dr. Müller zur Schuldfähigkeit des Angeklagten befragt.

Daran konnte ich allerdings nicht mehr teilnehmen weil ich einen anderen Termin beim LG Limburg warzunehmen hatte (der dann allerdings ausgefallen ist).

Fortsetzung 22.02.2016 um 13 Uhr 30 und am 26.02.2016 14 Uhr

#32 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von wetterfrosch 13.02.2016 22:59

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1/2016
Wiesbaden, den 28.01.2016

Strafverfahren mit verschwundener Ehefrau in Schlangenbad-Wambach
Festgelegt wurden die nachfolgend aufgeführten Verhandlungstermine nach dem 5.2.2016, der von 10.30 Uhr auf 9.30 Uhr vorverlegt wurde:

Montag, der 22.02.2016, 13.30 Uhr
Freitag, der 26.02.2016, 14.00 Uhr

Pressesprecherin: Dr. Cornelia Menhofer
E-Mail: pressestelle@lg-wiesbaden.justiz.hessen.de

Telefon (0611) 32 61 - 4120
Telefax (0611) 32 70 61 - 409

2016 Landgericht Wiesbaden . Mainzer Straße 124, 65189 Wiesbaden

https://lg-wiesbaden-justiz.hessen.de/ir...erview=true.htm

#33 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 01.04.2016 18:21

Heute war also der große Tag der Verteidigung

Das Plädoyer der Verteidigung begann Rechtsanwalt Henkel. Da der Saal überfüllt war, konnte ich leider erst nach ca. 30 bis 40 Minuten in den Sitzungssaal.

Hänkel sagte, es gäbe 9 Möglichkeiten was mit Britta Beauvais geschehen sein könnte, die man diskutieren müsse:

1) Sie starb eines natürlichen Todes
2) Sie beging Suizid
3) Der Angeklagte hat sie in Notwehr getötet
4) Der Angeklagte hat sie fahrlässig getötet
5) Es war eine Körperverletzung mit Todesfolge
6) Es war eine vorsätzliche Tötung
7) Es war ein anderer Täter
8 ) Sie ist einfach so abgehauen
9) Es war eine Tötung seitens des Angeklagten, die aber schon vor Versuchseintritt zum Erfolg geführt hat

Möglichkeiten 1,2,3,7,8 schloss Henkel allerdings im Laufe seines Plädoyers aus.
Nun müsse sich die Kammer aber, um ihn verurteilen zu können, absolut sicher sein, welche der anderen Alternativen es gewesen sei.
Da nur einer im Saal wisse, was wirklich geschehen sei, sonst aber keine objektiven Anhaltspunkte vorlägen, wüsste keiner was wirklich passiert sei. Einen bestimmten Sachverhalt aber, der für eine Verurteilung sicher festgestellt werden muss, könne man daher nicht konstruieren, und deshalb sei der Angeklagte nach dem Zweifelsgrundsatz freizusprechen.

Rechtsanwalt Küster nutzte dann seinen Auftrifft um ca. 40 eine ganze Masse von schallenden Ohrfeigen an die Verfahrensbeteiligten und die Presse zu verteilen.

Die Staatsanwaltschaft
Diese habe in ihrem Plädoyer jegliches Augenmaß für die Sache vermissen lassen. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, das das Opfer dem Angeklagten überdrüssig war, und er sie seshalb gezielt getötet habe. Dies gehe an sämtlichen besprochenen Punkten aus der Hauptverhandlung vorbei. Vielmehr hätten sämtliche Zeugen das Bild einer harmonischen Ehe gezeichnet .

Die Nebenklage

Das Plädoyer der Nebenklage sei zu einer Hasspredigt gegen den Angeklagten verkommen. Es seie ungehörig wenn ein Organ der Rechtspflege in ihrem Plädoyer den angeklagten masssiv beleidige ( kleiner Versager mit großem Ego ) .

Die Presse

Die Presseberichterstattung im hiesigen Verfahren sei auf weiten Strecken skandalös gewesen, von einer objektiven Berichterstattung ( zu der die Presse eigentlich verpflichtet ist ) sei man meilenweit entfernt gewesen. Küster vergleicht hierbei die Artikel aus dem WK mit der im Spiegel erschienenen weitaus objektiveren Presseberichterstattung

Die Polizei#
Auch die Polizei seie ihrer Aufgabe alles be und entlastende zu ermitteln nicht nachgekommen . So zitiert Küster aus einem Vermerk der Kripo vom 04.02 indem es um die von den Angeklagten im Tatzeitraum angesehenen Videos ginge.

An einer Stelle hieße es dort
Die von der Verteidigung im Beweisantrag genannten Videos wurden am 16.02.2014 aufgerufen. Es besteht daher die Möglichkeit das der Angeklagte sich diese angesehen habe
2 Sätze weiter unten.

Am selben Abend werden Videos zu Kamptechniken anufgerufen , diese MUSS sich der Angeklagte angesehen haben

Weiterhin habe man 4 Zeugen die den Angeklagten allesamt entlastet haben nicht vernommen.

Alles in allem jedenfalls seie der Angeklagte freizusprechen

#34 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von erroriuris 01.04.2016 19:23

Abschlussbewertung des Falles

Eines kann man sicher sagen, ein faires, offenes rechtsstaatliches Verfahren sieht leider in vielen Punkten anders aus.

Die Presseberichterstattung

Die Presseberichterstattung hat oftmals die Grenzen des guten Geschmacks weit hinter sich gelassen. Wann immer etwas für den Angeklagten belastendes geschah, konnte man sicher sein, das am nächsten Tag ausgeschmückt in den hellsten Farben, im Wiesbadener Kurier lesen zu können.

Wann immer etwas entlastendes besprochen und nachgewiesen wurde (gerade in der Zeit in der es die belastenden Werkzeugfunde noch nicht gab), dies entweder weggelassen (und dafür belastende Punkte auf ein Maximum hochgeschaukelt) oder aber, wenn dann mal ein Sitzungstag für den Angeklagten absolut erfolgreich verlief, und sich sämtliche Beweisbehauptungen der Verteidigung bestätigten, wurde statt einer Berichterstattung des Verhandlungstages, einfach eine Zusammenfassung des Anklagevorwurfs gedruckt.

Leuten wie diesem Schmierfink Degen ist es zu verdanken, das die Justiz zu Unrecht in weiten Teilen der Bevölkerung immer weiter an Ansehen verliert. Wenn das einzige Medium (das sich diesem Monopol auch sehr wohl bewusst ist) berichtet, das sich die Anklagevorwürfe von Tag zu Tag mehr bestätigen (was insbesondere am Anfang eben nicht der Fall war, da war sogar die Diskussion den Haftbefehl aufzuheben, was dann aber nur wegen der gefundenen Säge nicht gemacht wurde), dann braucht man sich eben nicht zu wundern, wenn ein plötzlicher Freispruch (der auch hier nach dem insgesamt sehr guten Plädoyer der Vertedigung noch nicht zu 100% vom Tisch ist) Massenaufstände (wie unlängst in Hanau gesehen) zur Folge hat.

Die Kripo

Die Kripo hat am Anfang ihren A***h nicht in Schwung bekommen, was (zugunsten des Angeklagten) zunächst dazu führte das ganz entscheidende Beweismittel (das Multitoolgerät mit Blutspuren) nicht gefunden wurde.

Erst als die Kammer Anstalten macht, den Haftbefehl (zum 2 Mal) aufzuheben, kommt plötzlich Bewegung in die Schnarchk***e. Und dann kommt es in dem Verfahren eben zu der Situation, das nicht (mehr) über einen ausverhandelten Sachverhalt (wie es eigentlich sein sollte und durchaus auch üblich ist) diskutuert wird, sondern jeden Tag neue Ermittlungsergebnisse kommen.

Das hat zur Folge das ein Angeklagter sich gar nicht richtig auf seine Verteidigung vorbereiten kann. Ein Angeklagter, wird natürlich immer nur das zugeben was man ihm direkt nachweisen kann, und dabei versuchen, sich selbst in das beste Licht zu rücken. Das wird vom Gesetzgeber nicht nur hingenommen, sondern in weiten Teilen auch gewollt. Wie will sich aber ein Angeklagter auf eine Hauptverhandlung vorbereiten, wenn er nicht einmal weiß, was kommt als nächstes.

Die Nebenklage

Das unerträglichste in diesem Verfahren allerdings waren die Sprechdurchfälle der Frau, die sich hier Anwältin der Nebenklage schimpft. Damit ist sie Organ der Rechtspflege, und von einer solchen KAnn man verdammt nochmal erwarten, das sie sich den Regeln nach, angemessen benimmt. Und ein angemessenes Benehmen vor Gericht sieht mit Sicherheit nicht vor einen Angeklagten in derartiger Art und Weise zu beleidigen.

Die Verteidigung hat im Rahmen ihrer Pflichten, alles getan was sie konnte, um Britta Beauvais nicht durch den Dreck zu ziehen. Aber es ist die Aufgabe der Verteidigung, allen möglichen (ihren Mandanten entlastenden) Hinweisen im Rahmen der Hauptverhandlung nachzugehen. Wenn das Nachkommen dieser Verpflichtungen aber von dieser Schande für den Berufsstand genutzt wird, um öffentlich Stimmung gegen den Angeklagten zu machen, ist ein Punkt gekommen, der das erträgliche Maß weit übersteigt.

Ein befreundeter Strafverteidiger hat zu der Frau mal gesagt. "Wenn ich sie reden höre, kann ich gar nicht soviel fressen wie ich kotzen müsste " . Dem ist, auch wenn man sieht, das sich ehemalige, als umgänglich angesehene Arbeitskollegen von ihr lieber meilenweit (soweit das im beengten Sitzungssaal überhaupt möglich ist) von ihr wegsetzten (vgl. Livebericht vom 15. August) nichts hinzuzufügen.

Sorry, aber wer auf der Klaviatur des Rechts nichteinmal fehlerfrei "Alle meine Entchen" spielen kann, hat im Strafrecht nichts verloren, und darf sich auch nicht wundern wenn er sich öffentliche Kritik gefallen lassen muss.

Die Kammer

Die Kammer war über den weitesten Teil der Verhandlung mit Sicherheit bemüht, einen möglichst fairen Prozess durchzuführen. Man ist vielen (auch teilweise unsinnigen Anträgen der Verteidigung) nachgekommen, und hat der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelt, an der Sachaufklärung auch wirklich interessiert zu sein. Insoweit hätte es mit Sicherheit nach dem enttäuschenden Beschluss des OLG keine Kammer gegeben, die das Verfahren gegen den Angeklagten besser hätte durchführen können. Aber auch die beste Kammer kann nur mit dem arbeiten, was ihr von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wird, und das war in diesem Verfahren mit Sicherheit nicht geeignet, einen halbwegs fairen Prozess durchzuführen. Vielleicht wäre die Kammer sogar insoweit gezwungen gewesen, das Verfahren auf Antrag der Verteidigung auszusetzen, das wird aber an anderer Stelle zu würdigen sein.

Eins hätte aber mit Wahrscheinlichkeit dann angestanden, ein Geständnis des Angeklagten in dem er auch den Verbleib von BB genannt hätte.

Das Ergebniss

Die letze spannende Frage in dem Verfahren, was wird es. Ich persönlich glaube weder an die lebenslange Freiheitsstrafe, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde, noch an den von der Verteidigung verlangten Freispruch. Die Kammer wird nach derzeitiger Vermutung zu einer Freiheitsstrafe zwischen 10 und 13 Jahren kommen.

Der Autor übernimmt für sämtliche verbalen Angriffe die volle Verantwortung, das Forum und die Moderatoren sind daran in keinster Weise beteiligt. Sollte also jemand auf die Idee kommen, mich wegen der Äußerungen zur Rechenschaft zu ziehen. Bitte nur zu, aber dann auch an die richtigen.

#35 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von wetterfrosch 17.02.2019 23:06

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Urteil im Prozess „Mord ohne Leiche“ in Wiesbaden: Elf Jahre Haft wegen Totschlags

Von Wolfgang Degen

vor 2 Jahren

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat am Dienstagnachmittag den 40-jährigen Emmanuel B. wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Die Richter sehen es zweifelsfrei als erwiesen an, dass der Geschäftsmann am Abend des 16. Februar 2014 seine Frau Britta im gemeinsamen Haus in Schlangenbad-Wambach getötet hat.

WIESBADEN - Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Wiesbaden hat am Dienstag den 40-jährigen Emmanuel B. wegen Totschlags seiner Ehefrau zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Es bestehe kein Zweifel, dass er spätestens ab dem 16. Februar 2014 geplant habe, die damals 37-Jährige zu töten, so die Richter.

Eine Leiche oder Leichenteile wurden bis heute nicht gefunden. Es spricht aus Sicht des Gerichts vieles dafür, dass Emmanuel B. ihre sterbliche Überreste im Rhein entsorgt hat. Im Prozess hatte Emmanuel B. von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Es war ein Indizienprozess, und das im zweiten Anlauf: Im August 2015 hatte die Schwurgerichtskammer in anderer Besetzung die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Das Oberlandesgericht in Frankfurt hatte im November dann die Eröffnung des Hauptverfahrens angeordnet. Der Ehemann kam ein zweites Mal in Untersuchungshaft.

Die Frau als „Störfaktor“

Vorsitzender Richter Jürgen Bonk legte in der rund zwei Stunden dauernden mündlichen Urteilsbegründung akribisch dar, warum die Indizienkette schlüssig und das Gericht von der Täterschaft überzeugt sei. Die Eheleute hatten sich in Schlangenbad-Wambach ein luxuriöses Haus gebaut und damit einen gemeinsamen Traum verwirklicht. Die in das Haus projizierten Hoffnungen hätten sich aber zerschlagen. Die Beziehung, von außen als Harmonie wahrgenommen, sei zuletzt nur Fassade gewesen.

Der Geschäftsmann, ein französischer Staatsbürger, habe auf Dating-Portalen Kontakt zu zwei Frauen aufgenommen und sich mit ihnen schließlich auch für zeitnahe Treffen verabredet. Das seien die Umstände gewesen, als der Gedanken gereift sei, sich seiner Frau zu entledigen. Am 8. Februar 2014 habe er deswegen mit dem Begriff „Knochen zerkleinern“, und am 14. Februar mit „Würgen“ im Internet nach Informationen gesucht.

Todeszeitpunkt unklar

Einen Todeszeitpunkt konnten die Richter nicht annehmen, nur einen Todeszeitraum – zwischen 16. Februar 2014, 21.14 Uhr und 18. Februar, 3.21 Uhr. Das wichtigste Beweisstück tauchte erst im Prozess auf – ein Werkzeug für Heimwerker. Emmanuel B. hatte es am 17. Februar gekauft. An dem Werkzeug fanden sich Blutspuren seiner Frau. Auf das Werkzeug gespritzt, als mit einem anderen Gegenstand an der Leiche manipuliert worden sei, so das Schwurgericht.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte immer wieder erklärt, dass der Fall ohnehin erst vom Bundesgerichtshof entschieden werde. Sie hatte Freispruch gefordert, Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine lebenslange Freiheitsstrafe.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokale...chlags_16802755

#36 RE: LIVE Berichte während dem Prozess von wetterfrosch 17.02.2019 23:10

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Zum Urteil im Fall "Mord ohne Leiche" in Wiesbaden: Ein Verbrechen und die Legenden

Von Wolfgang Degen
vor 2 Jahren

Neuen Monate lange Verhandlungen mündeten am Dienstagnachmittag in einem Urteil im Fall "Mord ohne Leiche".

WIESBADEN - Die Lippen zusammengepresst. Nach außen keine Regung. Elf Jahre. Verurteilt wegen Totschlags. Emmanuel B. wirkt wie erstarrt. Die Blickrichtung immer nach links. Denn von dort kommen kurz darauf am späten Dienstagnachmittag im Schwurgerichtssaal von der Richterbank die Sätze, die seinen Plan anschaulich nachzeichnen. Seinen Plan eines Verbrechens. Den Plan seiner Legenden und Lügen, um das Verbrechen zu kaschieren.

Aufgelistet wird auch sein zutiefst abstoßender Umgang mit den Schwiegereltern, denen er „Verzweiflung“ vorgespielt hatte. Von ihnen hatte er sich trösten lassen. Er, der ihr Kind, seine Frau, getötet, zerstückelt und die Teile wie Müll entsorgt hat. Er spielt den „am Boden Zerstörten“, weil seine „geliebte“ Britta angeblich plötzlich spurlos „verschwunden“ sei, während er auf „Geschäftsreise“ in Paris gewesen sei. Das Schauspielern sei ein „bewusstes Kalkül“ gewesen, so das Gericht.

"Kein Zweifel" am Totschlag

Nach außen sich „fix und fertig“ gebend, sei er tatsächlich fidel und aktiv gewesen. Im Internet auf Sex-Trips, mit zwei Frauen zeitnah zum Treff verabredet. Gierig auf das, was er „neues Leben“ nannte. Was ist das für ein Mann, der seine Frau tötet, und anschließend von ihrem Konto 1.000 Euro abhebt, mit denen er in Paris eine Prostituierte bezahlt? Ist das nur „eine gewisse Unverfrorenheit“, wie Vorsitzender Richter Jürgen Bonk meint? Und er stellt fest, dass die von der Verteidigung so wortreich reklamierte Harmonie eben nicht bestand: „Die Ehe war zu diesem Zeitpunkt nach Überzeugung des Gerichts perspektivlos und frustrierend.“

Zwei Worte seiner Urteilsbegründung wirken wie eingerammt: „Kein Zweifel.“ Bonk wiederholt sie, als wolle er einem Überhören vorbeugen. „Kein Zweifel“, dass Emmanuel B. seine Ehefrau Britta im gemeinsamen Haus in Schlangenbad-Wambach getötet, dort deren Leiche zerstückelt hatte. Vieles spricht aus Sicht der Richter dafür, dass Teile im Rhein bei Eltville entsorgt wurden. Bis heute wurde kein sterblicher Überrest gefunden. Damit sei den Eltern jede Chance genommen, einen Ort des Abschieds von ihrem einzigen Kind zu haben. „Niemand kann die inneren Qualen der Eltern nachvollziehen“, sagt Vorsitzender Richter Bonk.

Neuen Monate Verhandlungen

Zwei Stunden dauert seine Urteilsbegründung. Fast jeder Satz wirkt wie eine persönliche Ansprache: „Sie planten. Sie hatten vor. Sie haben konstruiert. Sie haben manipuliert. Sie haben getäuscht. Sie haben inszeniert. Alles fügt sich in der Gesamtschau in ein schlüssig nachvollziehbares Geschehen, auch wenn offene Fragen bleiben. Sie werden immer bleiben, so lange Emmanuel B. schweigt: Wie ist Britta ums Leben gekommen? Wann genau?

Rund neun Monate hat die Kammer verhandelt in einem spektakulären Indizienprozess. Kleinteilig, mühsam sich vorantastend, aber auch akribisch suchend. Im sogenannten Ausschlussverfahren hat das Gericht alle in Betracht kommenden denkbaren Möglichkeiten geprüft. Zweifelsfrei sei nur ein Geschehen – das vorsätzliche Töten. Aber kein besonders schwerer Fall nach den Kriterien, die der Bundesgerichtshof verlange. Elf Jahre seien der Tat und der Schuld angemessen, so die Richter.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokale...genden_16805535

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