#1 RE: Mantrailer Spur von Christine 25.12.2012 09:44

avatar

Bei der Suche nach der Tatwaffe usw. kamen ja Mantrailer Hunde zum Einsatz.

Laut Polizei können sie Spuren auch dann verfolgen, wenn sich die Person innerhalb eines Fahrzeuges befindet!!!!!!

AHA...

Wie jeder weiß hatten Schemmer jun. am Tag ihres Besuches einen Hund dabei (dieser Besuch war übrigens kein Überraschungsbesuch, wie es so gerne dargestellt wird in der Presse)

Was ist, wenn die Mantrailer Hunde die Spur von dem Hund der Schemmer´s aufgenommen und verfolgt haben?

Klar, dann haben die ja angeschlagen und sind in die Richtung gelaufen. Vielleicht waren die Kinder bei der Ankunft in Koblenz ja auch zu diesem Parkplatz, der in dem Video angesprochen wird.

(die Kinder sind ja bei der Ankunft in Koblenz mit dem Hund mal eine Runde drehen gewesen)

Würde im Klartext bedeuten, das die Mantrailer Hunde die Spur von dem Schemmer-Hund verfolgt haben und nicht die vom Täter/den Tätern.

Vielleicht kann ja jemand etwas dazu schreiben, der sich mit dem Thema Mantrailing gut auskennt.

#2 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 11:06

Zitat

Laut Polizei können sie Spuren auch dann verfolgen, wenn sich die Person innerhalb eines Fahrzeuges befindet!!!!!!

AHA...



Lächerlich, das kann man einem Deppen erzählen!

Aber das die Hunde die Spur des Sch-Hundes verfolgt haben - ist wesentlich wahrscheinlicher.

Gute Arbeit!!

#3 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 12:42

Duftspur

Beim Mantrailing werden die Duftmoleküle der Zielperson gesucht, und nicht die Bodenverletzungen wie bei der Fährtenarbeit. Beim Mantrailing wird ein Geruchsträger mit dem Individualgeruch der zu suchenden Person verwendet, um den Hund auf die Spur anzusetzen. Die Qualität des Geruchsträgers ist entscheidend für den Verlauf der Suche.

Ein Mensch verliert ständig Hautschuppen – in jeder Minute Tausende. Die Hautpartikel werden verwirbelt und verstreut, wenn der Mensch sich bewegt. Neben Hautzellen enthalten die Schuppen häufig weitere Bestandteile, beispielsweise Rückstände von Kosmetika. Eine verletzte Person verliert darüber hinaus Blut, das sich dann auf der Spur befindet.[3] Durch das Einwirken von Bakterien auf die menschlichen Zellen entsteht der Geruch, dem der Hund folgt.[4] Menschliche Zellen bleiben über unterschiedlich lange Zeiträume erhalten: Hautzellen etwa 36 Stunden, rote Blutkörperchen dagegen etwa 120 Tage.[3] Das allein begrenzt schon die Haltbarkeit einer Duftspur. Zusätzlich kommen Einflüsse wie Witterung, die schon erwähnten chemischen Substanzen, und weitere Stoffe hinzu, die für eine längere oder kürzere Haltbarkeit der Duftspur verantwortlich sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mantrailing

#4 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 12:43

Die Sache hat sich also lt. o.a. Bericht auch erledigt (Fake).

Mantrailer sind doch Personensuchhunde, also fällt wahrscheinlich auch die Fährtenaufnahme der Sch-Hunde weg?

#5 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 12:52

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt...antrailer-Hunde

hier ein kurzer Auszug:
Doch das Schwierigste an der zweijährigen Ausbildung ist nicht das Training mit den Tieren. Viel wichtiger ist, dass die Hundeführer die Reaktionen ihrer Tiere genau verstehen können. „Wir müssen den Hund richtig lesen lernen“, erklärt Nadine Leifeld. Im Einsatz kann jede noch so kleine Bewegung oder Reaktion des Tieres von Bedeutung sein. Es liegt an der Interpretation der Polizistinnen, wie die Suche nach einer vermissten Person verläuft. „Die Schwierigkeit ist, dass das gleiche Ausdrucksverhalten bei jedem Hund etwas anderes bedeuten kann, und das müssen wir herausfinden“, ergänzt Kristin Strömsdörfer.


Dem entnehme ich, das der Einsatz dieser Mantrailer auch keine 100% Sicherheit gibt.

#6 RE: Mantrailer Spur von Christine 25.12.2012 14:29

avatar

Also in Bezug auf die beiden Artikel sehe ich es so:

Von H.Sch. konnte keine Spur mehr aufgenommen worden sein, da aus zeitlichen Gründen da schon gar keine mehr vorhanden war.

Ja natürlich können Hunde die Spur/Fährte eines Artgenossen aufnehmen. Du hattest noch nie Hunde oder? grins

Beim Mantrailing haben die Hunde entweder die Schemmer-Hund-Spur aufgenommen oder sonst irgendeine andere. Vielleicht ist da kurz vorher ein Hase langgehoppelt!

Was auch immer sie da gerochen haben, die Spur von Henrike Schemmer war es nicht.

Mal ganz allgemein: nur weil ein Hund zum Mantrailing ausgebildet wird, heisst das nicht, das er keine anderen Spuren mehr verfolgen kann, wie zb. Artgenossen usw.

#7 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 14:32

Ich habe das nur auf die Berichte bezogen und da wurde es so dargestellt als das man H. Sch. Spur zurückverfolgt hätte.

Dieses ist ja nun ausgeschlossen - also doch ne Fakenummer!

#8 RE: Mantrailer Spur von Alex79 25.12.2012 19:09

Den Ansatz finde ich sehr interessant

vor kurzem habe ich irgendwo gelesen das diese hundenummer nur inszeniert wurde um die angeklagte nervös zu machen

leider weiß ich aber nicht mehr wo das war

sollte ich es finden setze ich es ins forum

#9 RE: Mantrailer Spur von 25.12.2012 19:31

@Alex

das wäre super! Danke

#10 RE: Mantrailer Spur von eugene1975 25.12.2012 19:41

hello

Über diese "Hundenummer" weiter zu diskutieren ist m.E sinnlos. Wenn schon das Land NRW seit Mitte 2011 da einen Riegel vorgeschoben hat, wussten die warum.

Ob allerdings der Fakeeinsatz - Schrotschüsse loslassen - etwas wirklich gerichtsverwertbares erzeugt hat? Ich denke eher nicht. Damit wurde nur alles das die bewährten Suchhunde betrifft unglaubwürdiger.

lg eugene

#11 RE: Mantrailer Spur von Micha 02.01.2013 01:22

Dass die Maintrailer-Spur rund 8 Monate nach der Tat eine Finte der Polizei war, sollte jedem nach ein bisschen Nachdenken klar sein.

Interessant ist die Aktenzeichen XY Sendung. Dort wird mit dem Polizeikommissar zuallererst die Mantrailer-Spur besprochen, die über Oberhausen hinaus ginge. Erst danach kommt die Pflicht, nämlich die Frage nach Kontakten wärend des Urlaubs der Sch. sen. in Frankreich und die Frage nach dem Schlüsselmäppchen.

D.h. auch dort ging es im wesentlichen darum, eine Reaktion bei Fam. Sch. in Haren zu provozieren, da wahrscheinlich auch zu diesem Zeitpunkt noch abgehört wurden.

#12 RE: Mantrailer Spur von 02.01.2013 11:47

Zitat
D.h. auch dort ging es im wesentlichen darum, eine Reaktion bei Fam. Sch. in Haren zu provozieren, da wahrscheinlich auch zu diesem Zeitpunkt noch abgehört wurden.



Richtig. Der Augenschein liegt ausschliesslich auf dieser Familie

Nachvollziehen kann ich die Aktion mit den Hunden nicht! Da wird ein riesen Apparat aufgeboten obwohl man die Sinnlosigkeit eingeplant hat.

#13 RE: Mantrailer Spur von WhiteAngel 02.01.2013 15:05

avatar

Damit hat nur die Polizei sich unglaubwürdig gemacht

sonst auch gar nichts

Mantrailer machen schon einen guten Job, aber nicht nach so vielen Monaten und schon gar nicht nehmen sie eine Geruchsspur aus einem geschlossenen Fahrzeug wahr

#14 RE: Mantrailer Spur von 02.01.2013 15:53

Na das war doch ein riesen Aufwand mit den Hunden. Für wie blöd hält die Polizei den mündigen Bürger?

Niemand zweifelt die Fähigkeiten der Mantrailer an, aber was hier abgezogen wurde ist einfach nur lächerlich.

#15 RE: Mantrailer Spur von Christine 05.01.2013 16:47

avatar

Das hier ist der Text von dem Link, den Charlie hier eingestellt hat eben. Bevor der Text einmal nicht mehr auffindbar sein sollte, liste ich ihn vorsichtshalber hier:

KOMMENTAR
SHARE ON PRINT SHARE ON EMAIL MORE SHARING SERVICES
Das Urteil des Hundes und seines Sprechers
Bert Steffens | 13. August 2012, 18:02 Uhr | Aktualisiert: 15.09.2012, 06:46
Das Urteil des Paris kennen wir aus der griechischen Mythologie. Dort urteilte der junge Paris über etwas, was einem Urteil nicht zugänglich war und noch heute nicht ist. Dass er dabei zudem einem der Bestechungsangebote der drei weiblichen „Parteien“ erlag, erzählt von der Dummheit des Menschen.


Themen: Freiheitsrechte, Grundgesetz, Grundrechte, Menschenrechte, Rechtsstaat
Beachtung der Grundrechte endgültig „auf den Hund gekommen“

Von

Bert Steffens

Freier Philosoph

Andernach

13.08.2012



Das Urteil des Paris kennen wir aus der griechischen Mythologie. Dort urteilte der junge Paris über etwas, was einem Urteil nicht zugänglich war und noch heute nicht ist. Dass er dabei zudem einem der Bestechungsangebote der drei weiblichen „Parteien“ erlag, erzählt von der Dummheit des Menschen.

Können wir „Das Urteil des Paris“ heute nur noch in zahlreichen Kunstwerken betrachten, so bieten sich Anfang des 21. Jahrhunderts neue mythologische „Urteile“ an – das von Hunden und ihrem jeweiligen Sprecher am anderen Ende der Hundeleine.

Die Rede ist von „Urteilen“ sogenannter „Mantrailer-Hunde“, samt ihrem jeweiligen Hundeführer. Ein solches Paar entscheidet mitunter darüber, ob Beamte der Strafermittlung und später auch Strafrichter, die Rechte eines Bürgers auf körperlicher Freiheit beschneiden. Die Folgen aus solcher Beschneidung: Untersuchungshaft, Anklage, Urteil, langjährige Freiheitsstrafe, Zerstörung des privaten und beruflichen Umfelds und der sozialer Bindungen. So wird einer tatsächlich nicht aufgeklärten Straftat eine weitere hinzugefügt.

Wie ist das möglich? Ganz einfach: Ein Hund erschnüffelt irgendetwas, reagiert und am anderen Ende der Leine „deutet“ der Hundeführer: Hier ist eine „Inividual-Geruchsspur“ des gesuchten Mörders. Hierbei „stützt“ der Hund seine „Erkenntnisse“ auf ein voran gegangenes Beschnüffeln beispielsweise von Teilen der Leibwäsche des vermeintlichen Täters.

Eine kriminaltechnische Untersuchung und Verifizierung der vom Hund vermeintlich wahrgenommenen Geruchsspur findet nicht statt. Hund und Hundeführer ersetzen eine KTU. Mit wissenschaftlich anerkannten Mitteln und Methoden gesicherte und vorlegbare Beweise gibt es nicht. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um das Aufspüren eines beobachtbaren organischen oder anorganischen Materials. Es geht nur um so etwas Flüchtiges, das wir „Geruch“ nennen.

Der einzige „Beweis“ lautet: Ein Hund lügt nicht!“ und „der Hundeführer weiß die Reaktion seines Lieblings zu deuten“.

Lesen Sie unten eine bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eingereichte Beschwerde eines in einer Doppelmordsache unbeteiligten Bürgers, der es nicht ertragen will, dass Grundrechte in Deutschland im steigenden Maße „auf den Hund kommen“.

Lesen Sie auch in Readers Edition die beiden vorangegangenen Essays „Drei Verbrechen in Folge…“ vom 11.06.2012 und vom 19.06.2012 . Im letzterem Essay wurde die Erstattung eíner Strafanzeige angekündigt, auf deren Beantwortung mit der unter wiedergegebenen Beschwerde reagiert wurde.

Der “Fall Schemmer”, von der Polizei „Soko Schlüssel“ genannt, wurde der Öffentlichkeit insbesondere durch zwei Beiträge in „XY ungelöst…“, wie durch mehrfache, aufwendige Spurensuche mittels sogenannter „Mantrailer-Hunde“ bekannt, die auch weiträumig längs von zeitweise gesperrten Autobahnen schnüffelten. Nur – da waren schon seit dem behaupteten Tatzeitraum rd. 7 und 8 Monate (Nacht vom 07. auf 08.07.2011) vergangen. Und: Selbst der Tatzeitraum – so versichern glaubhafte mehrere Zeugen – ist zweifelhaft.

Zuletzt, am 20.07.2012, gab es eine Pressekonferenz der Koblenzer Kripo am Wohnort der des Mordes Verdächtigen in Haren/Ems, ca.350 km vom Tatort Koblenz-Horchheim entfernt. Fahndungsplakate wurden aufgehängt und Flyer wurden verteilt. Eine Belohnung von 10.000 € wurde ausgelobt. Das private und berufliche Umfeld der in Haren wohnenden Familie der Verdächtigten wurde weiter stark beschädigt.

Warum dieser Aufwand? Die Ermittelnden haben ganz offensichtlich nichts in Händen, was eine Klageerhebung rechtfertigen könnte. Ein Kriminalhauptkommissar äußerte am 20.07.2012 in Haren gegenüber der Presse (Neue Osnabrücker Zeitung): „Es gibt noch keinen 100-prozentigen Beweis, der sie überführt.“

Analysiert man das öffentlich gewordenen Handeln der Ermittlungsbehörde, kommt man zum Schluss: Diese hat nach mehr als einem Jahr der Ermittlung überhaupt keine „Beweise“, die einen „dringenden Tatverdacht“ und damit eine Untersuchungshaft seit dem 22.05.2012 rechtfertigen könnten.

Stellt man einerseits die eine reine Hilflosigkeit signalisierenden Veröffentlichungen der Ermittlungsbehörden den andererseits einschneidenden Maßnahme der Untersuchungshaft einer bloß Verdächtigten (nicht „Verdächtigen“) gegenüber, so muss man den Eindruck gewinnen, dass mittels der Untersuchungshaft und des ungeheuren Ermittlungsaufwandes „Beweise“ gewissermaßen – bildhaft gesprochen – “erkocht“ werden sollen. Nun lässt sich aber – um im Bild zu bleiben – aus einem nackten Knochen kein Gulasch herstellen.

Die Arbeitsweise der bisher mit dem „Fall Schemmer“ befassten Amtsträger ist kennzeichnend für den fortschreitenden Verfall der Beachtung von Regeln des Grundgesetzes und der Menschenrechte. Auf die zahlreichen Fälle von fälschlich als „Justizirrtümer“ bezeichneten Fehlurteile der letzten Jahre, muss nicht eigens eingegangen werden. Sie sind allgemein bekannt.

Hier der vollständige Text der Beschwerde des Verfassers:



Staatsanwaltschaft Koblenz

z. Hd. Frau

Gertraud Harnischmacher, OStin

Deinhardpassage 1

56068 Koblenz





Faxbrief-Nr. : 12081201

Empfänger

Fax : 0261 – 1307.38510

Tel. : – 1307.0

E-Mail : stako@genstako.mjv.rlp.de

Seite : 01/7

Anlage(n) : –

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________

Betr.:

Andernach, den 12.08.2012

Ihr Akz.: 2080 Js 36957/12

Meine Strafanzeige vom 23.06.2012 in Sachen der Ermittlungen zum Fall „Mord am Ehepaar Schemmer, KO-Horchheim“ und der Verdächtigten, Frau Henrike Schemmer, z. Zt. in Untersuchungshaft, sonst wohnhaft in 49733 Haren/Ems, Am Kanal 6;

Ihr Bescheid (ohne Unterschrift und Rechtsmittelbelehrung) vom 16.07.2012, Eingang hier am 26.07.2012;

Beschwerde;

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________



Sehr geehrte Frau Harnischmacher,



gegen Ihren o. g. Bescheid lege ich hiermit

Beschwerde

ein.



1. Rechtsbeugung durch Amtsträger in einer Rechtssache mittels Herstellen und Anwenden phantastischer Beweismittel

1.1 Der in der Strafanzeige geäußerte Verdacht von Straftaten im Amt wurde von Ihnen nicht ausgeräumt.

1.2 Eine Beweisbeschaffung durch Schnüffelerkenntnisse von Hunden konnte nicht als gesetzesgemäßes Handeln der verantwortlichen Amtsträger dargelegt werden, denn:

1.2.1 Ihre Formulierung:

„Auch in dem Einsatz der Mantrailing-Hunde ist ein strafbares Verhalten der Ermittlungspersonen nicht zu erkennen.“

beseitigt die strafbare Handlung nicht, zum Nachteil einer – inzwischen in Haft genommenen – Person „Beweise“ einer Straftat künstlich herstellen zu wollen.

1.2.2 Schaffen und/oder gebrauchen Amtsträger in einer Rechtssache zum Nachteil eines Verdächtigten künstliche „Beweise“, so ist dies u. a. schlicht Rechtsbeugung i. S. d. § 339 StGB.

1.3 Dass die hierfür verantwortlichen Amtsträger vorsätzlich künstliche Beweise zum Nachteil eines Verdächtigten herstellen und gebrauchen, beweist bereits die Art und Weise des Einsatzes sogenannter „Mantrailing-Hunde“ – im Weiteren nur mit „Hunde“ bezeichnet - im Strafermittlungsverfahren. Die künstlichen, phantastischen Beweise sind hier die von einem Hund „festgestellten“ bloßen Individual-Geruchsspuren der verdächtigten Person, denn:

1.3.1 Die Strafprozessordnung oder auch andere Gesetze kennen einen „Zeugen Hund“ nicht. In der deutschen Rechtsordnung ist ein Tier zwar keine Sache, aber auch kein Rechtssubjekt, weil es weder natürliche, noch juristische Person sein kann.



2. Ein Hund als verantwortlich Beteiligter im Strafermittlungsverfahren?

2.1 In einem die Elementar-Rechte der Bürger schützenden, weil u. a. auf Artikel 20 Abs. 1 – 3 Grundgesetz ruhenden Rechtsstaat, kann kein Tier, also auch kein Hund „Ermittelnder“, „Sachverständiger“ oder „Zeuge“ sein, auch wenn dieser – wie Hundefreunde immer wieder versichern – „nicht lügt“, denn:

Ein Hund lügt nicht, weil er nichts sagen kann, auch nicht zu seinem Hundeführer, noch kann Letzterer „Beweise“ aus einer nur vom Hund „erkannten“ „Geruchsspur“ vorlegen.

Es ist so wie mit den Sternen: Auch die „lügen“ nicht, weil sie nichts sagen.

2.2 Ein Hund kann durch bloßes Schnüffeln an einer – nach bloßer Meinung des Hundeführers – vermeintlichen Individual-Geruchsspur, keine Form und keine Art eines Beweises im kriminaltechnischen Sinne liefern.

3. Der Hund als „Vorarbeiter“ für die KTU?

3.1 Die besondere Riechfähigkeit eines Hundes kann in einem Strafermittlungsverfahren – wenn es um das Auffinden und die Verwertung einer Individual-Geruchsspur eines Menschen geht – nur als eine Art „Werkzeug“ benutzt werden, wenn spezielle Bedingungen beachtet werden.

3.2 Glaubt man, ein Hund habe eine Individual-Geruchsspur eines Menschen gefunden, ist diese zunächst bloße Annahme nur von Wert, wenn die Geruchsspur kriminaltechnisch gesichert, untersucht und bewertet werden kann. Das bloße „Lesen des Hundeverhaltens“, sprich die freie Bewertung des Verhaltens des Hundes durch einen Hundeführer, ersetzt dies nicht.

Das bedeutet: Ein Hund kann unter besonderen Umständen eine wie immer auch geartete Geruchsspur – auch eine bloße Individual-Geruchsspur eines Menschen – auffinden. Diese kann aber nur dann einen strafprozessualen Wert erhalten, wenn unmittelbar nach deren Auffinden mittels einer Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) an der unverfälschten Geruchsspur Beweise für eine Täterschaft eines konkreten Täters für eine konkrete Straftat festgestellt und gesichert werden konnten.

3.3 Das Bestimmen eines engen Zeitraums, wann eine bloße Individual-Geruchsspur gelegt wurde, ist auch mittels einer KTU nicht möglich.

3.4 Ebenso nicht möglich zu bestimmen ist, ob eine solche Geruchsspur durch den konkreten Menschen selbst oder künstlich mittels vom konkreten Menschen kontaminierten Gegenständen (z. B. Leibwäsche) gelegt worden ist.

3.5 Dass insbesondere ein geschulter Hund organisches oder anorganisches Material gezielt auffinden kann, zeigt beispielsweise der Einsatz von Hunden bei Zollbehörden. Aber: Hier dient nicht eine bloße Geruchsspur, bzw. die bloße Reaktion des Hundes als „Beweis“ einer Straftat, sondern das vom Hund durch sein Verhalten „angezeigte“ und so aufgefundene Material.

4. Beweiswert der Deutung des Hundeführers zum Verhalten seines Hundes bei der Suche nach einer Individual-Geruchsspur eines konkreten Menschen

4.1 Was ein Hundeführer über das bloße Verhalten seines Hundes beim vermeintlichen oder tatsächlichen Auffinden einer Individual-Geruchsspur aussagt, ist noch weniger wert als das eines „Zeugen von Hörensagen“ – es ist nichts wert, denn: „Hörensagen“ entstammt zumindest einer, wenn auch unsicheren Kommunikation zwischen Menschen, nicht aber zwischen Mensch und Tier.

4.2 Daraus folgt: Der Führer eines Hundes kann auf Grund seiner nicht auf Fakten beruhenden, nur persönlichen Deutung der strafrechtlich zudem nichts beweisenden Reaktionen seines Hundes, nicht als Sachverständiger oder Zeuge tätig werden, denn:

4.2.1 Er kann zur Sache weder etwas sachlich Fassbares, noch etwas Beweisbares aussagen, weil sein „Arbeitsmittel Hund“ stumm und so zur Beweisführung oder Herbeiführung einer Sachaussage ungeeignet ist. Ebenso gut könnte der Hundeführer ein Horoskop vorlegen oder bei der verdächtigten Person „Handlesen“ betreiben. Es gibt auch keine wissenschaftliche Fachdisziplin, aus deren Kenntnissen er schöpfen könnte um zu beweisen, was das Verhalten seines Hundes bedeutet.

Seine Aussagen über das Verhalten des Hundes sind phantastische Beweismittel – mehr nicht. Seine Aussagen gehen über bloßes Behaupten nicht hinaus und sind daher ohne Beweiswert.

4.3 So wie die Tatsache, dass ein Hund – auch zur Kenntnis seines Führers – keine Beweise für eine Täterschaft durch bloßes Erschnüffeln einer – ja nur vermeintlichen – Individual-Geruchsspur beschreiben, bezeugen und/oder beschaffen kann, so kann auch kein Hund beispielsweise darüber Mitteilung machen, wann die von ihm – nach Meinung des Hundeführers – „erschnüffelten“ Spuren entstanden sind: Am Tag der Heimreise eines Täters unmittelbar nach seiner Tat oder erst am folgenden Tage auf einem erneuten Heimweg. Gleiches gilt für die jeweiligen Hinwege eines Täters zum Tatort.

4.3.1 Der Hund müsste zudem – wie im hier vorliegenden Fall – auch noch erkennen können, ob die von ihm „ermittelten“ Individual-Geruchsspuren anlässlich familiärer Zuneigung oder in mörderischer Feindschaft hinterlassen wurden, denn: Es ist normal und unvermeidbar, dass Familienagehörige Spuren jeder Art hinterlassen, sei es in Wohnungen verschiedener Familienangehöriger oder auf dem Weg von und zu Familienangehörigen.

4.3.2 Trotzdem sollen den im vorliegenden Fall eingesetzten Hunden „Erkenntnisse“ aus Individual-Geruchsspuren noch nach 7 oder 8 Monaten nach der Tat möglich gewesen sein.

5. Was sagt ein anerkannter Wissenschaftler?

5.1 Es wird auf die Feststellungen des in Deutschland wohl führenden Wissenschaftlers in Sachen Geruchsforschung, Prof. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt, Lehrstuhl für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum verwiesen. Im bereits o. e. Beitrag der MZ „Kann Hund alten Mordfall lösen?“ heißt es:

„Eine wissenschaftlich solide Arbeit zum Mantrailing habe er, schon als Gutachter zu Prozessen gerufen, nicht gefunden.“

6. Was sagen anerkannte Fachleute?

6.1 Der Fachbereichsleiter Diensthundewesen bei der Polizei Hessen, Gerold Günter, meinte zu den Fähigkeiten der sogenannten „Mantrailer-Hunden“, diese

„…können alles – außer fliegen.“

(Siehe Beitrag in der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) vom 06.04.2012 „Kann Hund alten Mordfall lösen?“ (Verfasser Thomas Steinberg)

6.2 Im gleichen Beitrag der MZ wird auch auf die Erfahrungen bekannter US-amerikanischer Spezialisten verwiesen, die einen zuverlässigen Einsatz von sogenannten „Mantrailing-Hunden“ zum Auffinden einer Individual-Geruchsspur eines Menschen innerhalb max. 48 Stunden nach Spurenlegung für vertretbar halten.

6.2.1 Im „Fall Schemmer“ hingegen wurden solche Hunde rund 7 und 8 Monate (!) nach einer denkbaren Spurenlegung großräumig eingesetzt und dies auch noch unter nicht nur zweifelhaften Umständen.

Dies entspricht dem ca. 120-fachen Zeitraum, in dem US-Fachleute noch einen sinnvollen Einsatz von Hunden – nach dem möglichen Entstehen einer Individual-Geruchsspur – maximal für vertretbar halten.

Solch eine Zuschreibung phantastischen Fähigkeiten von Hunden sind eine Groteske, über die man aber in einem Strafermittlungsverfahren oder gar in einem Strafprozess nicht mehr lachen kann.

7. Grobe Verletzung von Grundrechten

7.1 Die Frage im vorliegenden Falle muss lauten: Entscheiden ein bei der Ermittlungsbehörde offensichtlich herrschender Erfolgsdruck und die „Aussagen“ eines Hundes in Verbindung mit der bloßen Meinung des Hundeführers am anderen Ende der Hundeleine, über die Geltung der persönlichen Freiheitsrechte aus Artikel 2 Grundgesetz, wie auch über die Geltung des Artikels 1, Abs. 1 Grundgesetz, demgemäß die Würde des Menschen unantastbar und diese zu schützen die Verpflichtung aller Staatsgewalt (i. S. d. Art. 20 Abs. 2 S. 2 GG korrekter: Organgewalt) ist?

7.2 Kurz und auf den Punkt gebracht, sieht es im vorliegenden Fall so aus:

Die Beachtung grundlegender Rechte aus dem Grundgesetzes, der EMRK und des IPbürgR ist im „Fall Schemmer“ – im doppelten Sinne des Sprichwortes – „auf den Hund gekommen“.

8. Endergebnis:

8.1 Ich halte meine Strafanzeige aufrecht.

8.2 Zwar ist das Bemühen der Kriminalpolizei um Tataufklärung prinzipiell anzuerkennen. Auch soll die oft schwierige Arbeit von Ermittlungsbeamten nicht herabgesetzt oder bestritten werden.

Es gibt aber Handlungsschranken, welche weder durch Wunschvorstellungen, noch durch Gesetzesauslegung, sondern allein durch Gesetzestexte bestimmt werden. So auch im vorliegenden Fall.

8.3 Hier ist die Hilflosigkeit der ermittelten Amtsträger offensichtlich. Die Analyse der bisher von den ermittelnden Amtsträgern selbst öffentlich gemachten Fakten, samt den beiden TV-Auftritten und der jüngsten Fahndungsaktion mit Plakaten und Flyern am Wohnort der verdächtigten Person, zeigt:

Ganz offensichtlich stehen als „Beweise“ zu Lasten der verdächtigten und in Untersuchungshaft genommenen Person, nur strafprozessual wertlose „Individual-Geruchsspuren“ aus dem Einsatz von Hunden zur Verfügung.

8.3.1 Ein dringende Tatverdacht i. S. d. StPO, gleich welchen Verdachtsgrades, ist nicht zu erkennen. Ein anderer Schluss kann nicht gezogen werden, denn: Würden sonst die Ermittelten Amtsträger zu den wie vor beschriebenen, völlig unbrauchbaren, phantastischen „Beweisen“ greifen?

Sicher nicht.

8.4 Die Entlassung der verdächtigten Person, die sich wegen des „Falles Schemmer“ in Untersuchungshaft befindet, ist daher mehr als überfällig.

Zudem: Nur die Einstellung des Verfahrens könnte verhindern, dass die öffentliche Beschädigung des Ansehens der Exekutive und der Justiz jene aus dem „Fall Kachelmann“ noch übersteigt.

Mit freundlichem Gruß



(gez.: Bert Steffens)



http://www.readers-edition.de/2012/08/13...ines-sprechers/

#16 RE: Mantrailer Spur von 05.01.2013 17:07

Die Strafanzeige haben wir doch schon mal hier im Forum`!

#17 RE: Mantrailer Spur von Christine 05.01.2013 17:09

avatar

Ich will den Text hier haben!

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz