#1 RE: Presseberichte von 13.11.2014 09:34

Mysteriöse Briefe - Wo ist Tanja Mühlinghaus?

(XY-Spezial vom 2. November 2011)
Die Eltern sind verzweifelt. Seit vier endlosen Tagen warten sie auf ein Lebenszeichen von Tanja. Wo ist die 15-Jährige? Geht es ihr gut? Doch dann bekommen die Eltern einen Brief von ihrer Tochter ...

Tanja Mühlinghaus wächst als einziges Kind ihrer Eltern wohlbehütet in Wuppertal auf. Das Mädchen ist auffallend hübsch, geht aufs Gymnasium und verbringt ihre Freizeit mit ihrer großen Leidenschaft: dem Tanzen. Wie viele Teenager in ihrem Alter fühlt sie sich oft unverstanden - immer wieder kommt es zum Streit mit den Eltern.

Erster Hoffnungsschimmer
Am Mittwoch, dem 21. Oktober 1998, hat Tanja erst um 10 Uhr Schule. Um 8.30 Uhr ruft sie noch bei ihrer Mutter im Büro an. Tanja klingt fröhlich und vollkommen normal. Was nach diesem Telefonat passierte, ist bis heute völlig unklar. Fest steht: Tanja war an diesem Tag nicht in der Schule.

Vier Tage nach ihrem Verschwinden endlich ein Lebenszeichen von Tanja. Die Eltern bekommen einen Brief von ihrer Tochter, der im Großraum Düsseldorf abgeschickt worden ist. Darin erbittet sich Tanja eine Auszeit und kündigt an, zwei bis drei Wochen wegbleiben zu wollen.

Letztes Lebenszeichen
Zwei Tage später erreicht die Eltern ein weiterer Brief von Tanja. Diesmal schreibt sie, schon am kommenden Wochenende nach Hause zurückkehren zu wollen. Doch dieses Versprechen löst Tanja nie ein. Bis heute bleibt sie verschwunden.

Personenbeschreibung:
Tanja Mühlinghaus ist am 21. Oktober 1998 15 Jahre alt, auffallend hübsch, 1,73 Meter groß, grün-braune Augen, dunkelblondes, mittellanges Haar, Bauchnabel-Piercing. Am Tag ihres Verschwindens trug sie höchstwahrscheinlich ein schwarzes Oberteil und schwarze Röhrenjeans.

Fragen nach Zeugen:
- Wer hat Tanja Mühlinghaus am Tag ihres Verschwindens oder nach dem 21.Oktober 1998 noch gesehen?
- Wer hatte Kontakt zu Tanja Mühlinghaus in den Tagen vor dem 21.Oktober 1998?

Zuständig: Kripo Wuppertal, Telefon 0202 / 28 40

http://e110.de/index.cfm?event=page.deta...kcid=7&id=56120

#2 RE: Presseberichte von Christine 13.11.2014 13:58

avatar

04.11.2011 10:36

Vermisste Tanja: Polizeisprecher Kresta war Ermittler



In der ZDF-Fahndungsserie Aktenzeichen XY ging es am Mittwochabend unter anderem um den immer noch ungelösten Wuppertaler Vermisstenfall. Die Mutter, Elisabeth Mühlinghaus, Moderator Rudi Cerne (Mitte) und Polizeisprecher und Ermittler Alexander Kresta (rechts) sprachen über das 13 Jahre zurückliegende Verschwinden des Mädchens – fünf Millionen Zuschauer sahen zu.

„Aktenzeichen XY“-Moderator Rudi Cerne sprach auch mit dem damaligen Ermittlungsleiter der Wuppertaler Kripo. Alexander Kresta ist heute Behördensprecher und auch für Solingen zuständig.


Von Andreas Spiegelhauer

Wuppertal. Im Grunde ist es ein Satz, der die TV-Fahndungssendung (Mittwochabend, ZDF) prägt: „Ich bin überzeugt davon, dass sie noch lebt.“ Elisabeth Mühlinghaus sprach diesen Satz vor einem Fünf-Millionenpublikum. Und sie meint ihre Tochter Tanja. Am 21. Oktober 1998 verließ die damals 15-Jährige das elterliche Reihenhaus Im Hölken, wollte angeblich zu ihrer Schule. Doch im Carl-Duisberg-Gymnasium war sie nicht. Es gab noch einen Anruf an die Mutter und Tage später zwei Briefe.

Danach blieb Tanja Mühlinghaus trotz hunderter Zeugenhinweise verschwunden. Doch die Mutter hofft weiter auf ein Lebenszeichen. Am Mittwochabend sollte Aktenzeichen XY helfen.

Moderator Rudi Cerne hatte nicht nur die Mutter eingeladen, sondern sprach auch mit dem damaligen Ermittlungsleiter der Wuppertaler Kripo. Alexander Kresta ist mittlerweile Behördensprecher, aber er bekannte erneut, dass er „diesen Fall nicht einfach abschütteln“ kann. Schon gegenüber unserer Zeitung hatte er von schlaflosen Nächten erzählt, in denen er alle Details nochmals durchgeht, sich Notizen über neue Ermittlungsansätze macht. Einen neuen Ansatz konnte auch Aktenzeichen XY nicht liefern, dafür aber ein Millionenpublikum, das eine Mutter erlebte, die die Hoffnung nicht aufgegeben hat. Und tatsächlich gingen am Mittwoch mehrere Anrufe bei der Kripo in Wuppertal ein. Eine heiße Spur sei nicht dabei gewesen, hieß es. Aber man werde allen Hinweisen nachgehen – wie immer in den vergangenen Jahren.

„Ich bin überzeugt davon, dass sie noch lebt.“

Elisabeth Mühlinghaus, über ihre Tochter Tanja

Elisabeth Mühlinghaus ficht das nicht an. Mit einem Tag Abstand zur Sendung sagte sie am Mittwoch vor ihrem Rückflug nach Wuppertal: „Die Zeit ist noch nicht reif, für ein Wiedersehen mit meiner Tochter.“ Die Mutter geht davon aus, dass ihre Tochter mittlerweile ein eigenes Leben als junge Frau lebt und nicht gefunden werden will: „Ich wäre schon mit einem Lebenszeichen von ihr zufrieden. Aber ich will sie nicht unter Druck setzen.“

Kurz nach Tanjas Verschwinden kamen zwei Briefe bei den Eltern an. „Es geht mir gut“, schreibt die damals 15-Jährige unter anderem, und dass es keinen Sinn habe, nach ihr zu suchen. Sie werde nach ein paar Wochen zurückkehren. Aus den Wochen wurden 13 Jahre. Laut LKA sind die Briefe von Tanja geschrieben und auch zugeklebt worden. Doch die Mutter sagt, dass der Schreibstil nicht zu ihrer Tochter passe. Wurde die 15-Jährige damals gezwungen, die Briefe zu verfassen? Gibt es doch den großen Unbekannten, der das hübsche Mädchen ins Rotlicht-Milieu verschleppt hat? Entsprechende Hinweise, vor allem aus dem Kölner Raum, gab es immer wieder. Nichts war bisher dran.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer (02 02) 2840 entgegen.



http://www.solinger-tageblatt.de/Home/So...292bdc7d279e-ds

#3 RE: Presseberichte von Christine 13.11.2014 14:02

avatar

Tanja Mühlinghaus: Seit zehn Jahren gibt es kein Lebenszeichen von ihr
Von Andreas Spiegelhauer

Vor zehn Jahren verschwand die damals 15-Jährige. Der spektakulärste Vermisstenfall Deutschlands ist noch immer ungelöst.


Vermisst: Tanja Mühlinghaus (linkes Foto) war 15, als sie heute vor zehn Jahren das elterliche Haus Im Hölken verließ. Seither ist sie verschwunden.

Wuppertal. Elisabeth Mühlinghaus steht auf ihrem Balkon und schaut über Wuppertal: "Sie soll frei entscheiden, ob und wann sie wiederkommt." Gemeint ist Tanja, ihre Tochter. Heute vor zehn Jahren machte sich die damals 15-Jährige morgens auf den Schulweg. Ein hübsche Gymnasiastin. Die Mutter hat schöne Fotos an der Wand - Tanja als Ballerina, bei der Kommunion, als Babysitter. Ein scheinbar glückliches Mädchen, mit dem Wunsch in einem Musical mitzuspielen.

"Sie soll frei entscheiden, ob und wann Sie wiederkommt."
Elisabeth Mühlinghaus über ihre Tochter Tanja

Doch seit jenem 21. Oktober 1998 ist Tanja Mühlinghaus verschwunden - nahezu spurlos. Nach Angaben der Eltern verließ die Tochter samt ihrer Schulsachen das elterliche Reihenhaus Im Hölken, wollte mit dem Bus zum Carl-Duisberg-Gymnasium fahren. Eine Latein-Arbeit stand an. Kurz zuvor hatte Tanja noch von zu Hause aus bei der Mutter im Büro angerufen und gebeten, sie später von der Schule abzuholen.

Was zunächst wie der harmlose Ausreißversuch eines Teenagers aussah, wuchs sich zum wohl spektakulärsten Vermisstenfall Deutschlands aus. Es gab hunderte von Zeugenhinweisen, zahllose Berichte in Zeitungen und im Fernsehen. Alexander Kresta kennt alle Facetten des Falls. Damals, vor zehn Jahren, führte er die Ermittlungen der Kripo: "Wir haben mit nahezu allen Leuten aus Tanjas Umfeld gesprochen", sagt Kresta, macht eine kurze Pause und fasst zusammen: "Nichts." Es kommt immer noch vor, dass der gestandene Polizeibeamte nachts wach wird und alle möglichen Ermittlungsansätze durchgeht, aufsteht, sich für den nächsten Morgen Notizen macht.

"Dieser Fall lässt mich nicht los."
Alexander Kresta, Polizei Wuppertal

Da sind beispielsweise die beiden handgeschriebenen Briefe, die kurz nach Tanjas Verschwinden bei den Eltern ankamen. "Es geht mir gut", schreibt Tanja unter anderem, und dass es keinen Sinn habe, nach ihr zu suchen. Sie werde nach ein paar Wochen zurückkehren. Aus den Wochen wurden zehn Jahre.

Es gibt nur eine Gewissheit: Laut LKA sind die Briefe "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" von Tanja geschrieben und auch zu geklebt worden. Eine Erkenntnis, die kaum weiterhilft. Die Mutter sagt, dass der Stil der Schreiben nicht zu ihrer Tochter passe. Wurde die 15-Jährige damals gezwungen, die Briefe zu verfassen? Gibt es doch den großen Unbekannten, der das hübsche Mädchen ins Rotlicht-Milieu verschleppt hat? Entsprechende Zeugenhinweise vor allem aus dem Raum Köln gab es immer mal wieder. Nichts war bisher dran.


Die Ungewissheit bleibt, aber auch die Hoffnung. Elisabeth Mühlinghaus nennt die unglaubliche Geschichte von Natascha Kampusch, die von einem Entführer acht Jahre lang versteckt, vor zwei Jahren gefunden wurde. Der Polizeibeamte Alexander Kresta nickt dazu: "Im Fall Tanja Mühlinghaus scheint alles möglich zu sein."

Trotzdem: Die Folgen für die Eltern sind gravierend. Die Ehe ging über das Verschwinden der Tochter auseinander. Gut drei Jahre lang beließen die Eltern das Zimmer ihrer Tochter, wie es die 15-Jährige heute vor zehn Jahren zurückgelassen hatte - mit Plüschtieren auf dem Bett und Postern an der Wand.

"Macht euch keine zu großen Sorgen."
Tanja Mühlinghaus in einem Brief, der kurz nach ihrem Verschwinden bei den Eltern ankam.

Jetzt hat jeder einen Teil von Tanja zu Hause. Der Vater unter anderem den Kleiderschrank und das Bett, die Mutter hat Tanjas Setzkasten an ihre Wohnzimmerwand gehängt. Elisabeth Mühlinghaus hat gelernt, mit dem Verschwinden zu leben. Sie sagt: "Ich akzeptiere und respektiere ihr Weggehen. Ich habe aufgehört zu warten, aber ich habe immer noch das starke Gefühl, dass sie lebt."

Die Ermittlungen dauern an. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kripo unter der Rufnummer 2840 entgegen.



http://www.wz-newsline.de/lokales/wupper...on-ihr-1.244028

#4 RE: Presseberichte von wetterfrosch 22.10.2017 00:17

avatar

10. November 2016 |

Wuppertalerin seit 18 Jahren verschwunden
Wo ist Tanja?

Wuppertal. 1998 verschwand das 15-jährige Mädchen vom Carl-Duisberg-Gymnasium. Ihre Mutter im Gespräch über ein Leben ohne ihre Tochter. Von Nina Bossy

20. Oktober 1998. Der Tag verlief nicht ungewöhnlich. Tanja ging zur Schule, Elisabeth Mühlinghaus zur Arbeit. Alles ganz normal, zum letzten Mal. Einen Tag später stand die Mutter vor dem Carl-Duisberg-Gymnasium. Tanja hatte zuvor angerufen, wollte später abgeholt werden. Sie kommt nicht. Das Bild von Tanja Mühlinghaus, 15 Jahre alt, geht bald um die Welt. Seitdem bewegt Wuppertal die Geschichte, die Elisabeth Kronauers ganzes Leben umgeschrieben hat. Tanja ist immer noch nicht da.

15 Jahre zuvor, 10. März 1983. Elisabeth Mühlinghaus fühlt sich gut als die erste Wehe einsetzt. Noch am Abend fährt ihr Mann sie ins Krankenhaus. Die 31-Jährige isst vor dem Kreissaal noch ein Brötchen, zwei Stunden später ist ihr Baby auf der Welt. Zarte Haut, winzige Finger, alles dran, versprachen die Ärzte. Ein Mädchen, so klein und perfekt. Tanja.

Zwei Tage, die vor dem größten Glück von Elisabeth Kronauer und vor dem größten Schmerz ihres Lebens liegen. Die heute 64-Jährige sitzt auf ihrem Sofa, in einer Wohnung in Elberfeld, seit anderthalb Jahren trägt sie wieder ihren Mädchennamen. Vom Balkon aus ist der herbstliche Wald zu sehen. Der 10. März und der 20. Oktober sind für sie gesetzt. Dann lässt sie die Szenen passieren. Der Tag bevor ihre Tochter auf die Welt kam und der Tag bevor sie aus ihrem Leben ging. Ein Mantra, seit 18 Jahren.

Tanja Mühlinghaus verschwand und hinterließ zunächst keine Spuren. Einige Tage später erreichten ihre Eltern zwei Briefe. Sucht nicht nach mir, bat sie und versprach: Ich komme in zwei bis drei Wochen wieder. Die Eltern verzweifelten vor Sorge, wollten ihr aber die Zeit geben. Sie warteten bis zum 2. November. Dann traten sie in die Öffentlichkeit und ein Sturm brach los.

Wo ist Tanja? Die Frage bewegte die Bundesrepublik, Menschen auf der ganzen Welt. Das Bild des Mädchens prägte die Stadt. Braune Haare, braun-grüne Augen. Tanja lächelt auf der Vermisstenanzeige. So hübsch. Bei der Polizei gingen Hunderte Hinweise ein. Zu Tanja führte kein einziger. Die Eltern tingelten durch die Schlagzeilen und das Fernsehprogramm. "Komm nach Hause", baten sie immer und immer wieder.

Ihr Schicksal offen gelebt zu haben, hat Elisabeth Kronauer nie bereut. Alles für die Suche getan zu haben, sei entscheidend. "Die Öffentlichkeit hat mir geholfen", sagt sie. Wie soll das auch gehen, den Schmerz, der dir den Atem raubt, vor Freunden und Kollegen zurückhalten? Bis heute spricht sie oft über Tanja, im Privaten und in der Öffentlichkeit. Nur wenn sie manchmal nicht damit rechnet, ihrer Tochter in den Medien zu begegnen, trifft sie der Schmerz unmittelbar. "Ich mache den Computer an und plötzlich schaut Tanja mich an. Dann reißt es mich weg."

Eine Erklärung, was Tanja passiert ist, gibt es keine. Theorien schon. Die Briefe sprechen dafür, dass das Mädchen zunächst freiwillig gegangen ist. Liebeskummer und dann den falschen Menschen verfallen? Ihre Mutter weiß es schlichtweg nicht. Tanja war 15, ein Teenager. Die Vitrine, die früher in ihrem Zimmer stand, steht heute im Wohnzimmer ihrer Mutter und erzählt die Geschichte einer ganz normal heranwachsenden Frau. Parfumflakons, stolz und ordentlich in Reihe gestellt, ein Andenken aus Venedig, eine leere Flasche Sekt.

Bilder, was Tanja passiert sein kann, gibt es keine in Elisabeth Kronauers Kopf. Das kann sie nicht zulassen. Wenn sie Fälle von Natascha Kampusch oder den drei nach zehn Jahren befreiten Frauen aus einem Keller in Cleveland hört, bestätigt sie das in ihrer tiefen Intuition. Alles ist immer noch möglich. Und bis jetzt gibt es keine Leiche.

Wenn Elisabeth Kronauer sich darauf einlässt, sieht sie eine Frau, über 30. Sie ist hübsch, aber gezeichnet. Sie würde ihr Mädchen erkennen. Die Augen und die Stimme. "Ich liebe Tanja immer noch so sehr", sagt sie. "Falls sie heimkommen sollte, braucht sie Zeit, die ich ihr geben werde", verspricht die Mutter in die 18 Jahre lange Abwesenheit.

24. Dezember 1997. Tanja lacht ausgelassen und hängt behutsam Kugel für Kugel an den Baum. An dem Tag ist die Stimmung ausgelassen, die Familie feiert gemeinsam Heiligabend.

Seitdem fand für Elisabeth Kronauer nie wieder Weihnachten statt. Bis vergangenes Jahr. Sie fährt mit ihrem Lebensgefährten in den Baumarkt und sie sieht einen Baum, viel größer als den, den sie sich ausgemalt hat. Sie stellt ihn auf und schmückt ihn. Mit Lametta, wie ihre Mutter es getan hat. Elisabeth Kronauer isst an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen und betrachtet das Licht. Am nächsten Tag kocht sie Gänsebraten. Nur für sich. "Ich habe es so genossen", sagt sie.

In diesem Jahr wird Elisabeth Kronauer nicht bis Heiligabend warten. Anfang Dezember soll der Baum stehen und in diesem Winter möchte sie ihre ganze Wohnung dekorieren. Tannengrün, das nach Weihnachten duftet. "Ich habe mich bis auf zwei Tage im Oktober und zwei Tage im März von Daten gelöst", sagt sie. Auch die Kerzen am Adventskranz wird sie nicht Woche für Woche entzünden. "Das Adventslicht bedeutet Hoffnung. Und wann ich die spüre, entscheide ich."

Tanja ist jetzt schon 18 Jahre weg. Ihre Mutter sagt, sie habe immer wieder die Wahl gehabt. Schwimmen oder untergehen. Elisabeth Kronauer schwimmt.

http://www.wuppertaler-rundschau.de/loka...a-aid-1.6386102

#5 RE: Presseberichte von wetterfrosch 22.10.2017 00:19

avatar

Mittwoch, 13.09.2017 | 16:24 Uhr

Es ist 19 Jahre her. Ein ganz normaler Tag im Oktober 1998. Die damals 15-jährige Tanja Mühlinghaus aus Wuppertal geht zur Schule, ihre Mutter zur Arbeit. Wie so oft. Doch am Nachmittagist alles anders: Tanja kommt nicht nach Hause. Sie ist bis heute verschwunden. Alle Versuche sie zu finden blieben erfolglos. Jahrelang hofft Tanjas Mutter, dass ihre Tochter irgendwann zurückkommt.

Die Geschichte wird am Donnerstag (14. September) vom WDR-Fernsehen in der Reihe „Menschen hautnah“ aufgedröselt. Dabei geht es nicht nur um Tanja, sondern um die Geschichte von Eltern, die in ihrer Verzweiflung alles tun würden, um ihre Kinder wiederzufinden. „Gibt es Menschen, die das schamlos ausnutzen?“, fragen die Autoren Ulf Eberle und Katharina Gugel, denn

14 Jahre nach Tanjas Verschwinden meldet sich ein fremder Mann bei ihrer Mutter und behauptet, Informationen über Tanja zu haben. Die Polizei ermittelt, doch die Spur führt ins Nichts. Vier Jahre später meldet sich der Fremde erneut. Zu der Zeit sitzt er wegen Betrugs und Körperverletzung im Gefängnis. Er schreibt, er wisse, wo Tanja ist. Mit großen Erwartungen fährt Tanjas Mutter zu ihm ins Gefängnis.

Die Sendung wird am Donnerstag (14. September) von 22.40 bis 23.25 Uhr ausgestrahlt.

https://wuppertal-total.de/stadtleben/fa...uehlinghhaus-in

#6 RE: Presseberichte von wetterfrosch 15.10.2018 00:41

avatar

Tanja: Seit 20 Jahren verzweifelt gesucht

von Ulrich Brüne

10. Oktober 2018

Wartet nicht auf mich, hatte Tanja damals ihren Eltern geschrieben. Ich komme in zwei bis drei Wochen wieder. Doch die warteten vergeblich. Vor knapp 20 Jahren, am 21. Oktober 1998, verschwand Tanja Mühlinghaus. Mit 15 Jahren. Ohne eine Spur zu hinterlassen.

Eine Geschichte, die unsere Stadt über Wochen in Atem hielt. Am Vormittag des 21. Oktober hatte Tanja ihre Mutter noch telefonisch gebeten, sie nach Schulschluss vom Carl-Duisberg-Gymnasium abzuholen. Doch am Unterricht hatte sie an diesem Tag schon gar nicht mehr teilgenommen. Und dann kamen die Briefe mit der Bitte, nicht auf sie zu warten.

Bis zum 2. November 1998 warteten die Eltern auf die Rückkehr ihrer Tochter. Dann ging Tanjas Mutter, Elisabeth Kronauer, die nach ihrer Scheidung 2015 wieder ihren Mädchennamen angenommen hat, an die Öffentlichkeit. Wo ist Tanja? Wer hat sie gesehen? Das Bild der hübschen Gymnasiastin prägte das Wuppertaler Stadtbild. Sie lächelte bundesweit von allen Titelseiten und Mutter Elisabeth startete eine monatelange Odyssee durch die bundesrepublikanischen Fernsehsender. „Komm doch endlich nach Hause!“

Alles vergeblich. Trotz vieler Hinweise aus der Bevölkerung: Sie blieb verschwunden. Kein Lebenszeichen. Keine Spur. Was folgte, waren Jahre zwischen Hoffen und Bangen. Jahre voller Verzweifelung. Voller Fragen ohne Antworten. 2014 meldete sich dann plötzlich Patrick O. bei der Familie. Erzählte eine wüste Geschichte: Er kenne Tanja. Sie arbeite in einer Drückerkolonne. Vor kurzem sei sie angeschossen worden. Aber es ginge ihr gut. Er schlug sogar ein Treffen vor, „aus dem dann aber nichts wurde“, erzählte uns jetzt die Familie. Keine Reaktion. Auch Patrick O. blieb plötzlich verschwunden. Seine Spur verlor sich in einer bundesdeutschen Strafvollzugsanstalt. Wohl nur ein übler Trittbrettfahrer!

Zum Frühstück bei der Caritas?

Da war noch Dagmar C., eine ehemalige Mitarbeiterin der Caritas, die sich bei der Familie gemeldet hatte. Sie wollte Tanja in Begleitung eines älteren Mannes bei der kostenlosen Frühstücksausgabe des Wohlfahrtsverbandes gesehen haben. Ein Durchbruch? Vielleicht neue Hoffnung?

Tanja Mühlinghaus wäre am 10. März 35 Jahre alt geworden. Vielleicht ist sie sogar 35 Jahre alt geworden. Irgendwo. Eine hübsche, junge Frau. Glücklich? Ihre kranke Mutter, die jetzt erst einmal nur an sich denken sollte, hat die Hoffnung nie aufgegeben. „Solltest du noch leben, gibt doch einfach nur ein Zeichen“, lässt sie ausrichten. Und alle die, die möglicherweise 20 Jahre lang über den wahren Aufenthalt von Tanja Mühlinghaus geschwiegen haben, sollten endlich reden.

https://wuppertal-total.de/stadtleben/ta...eifelt-gesucht/

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz