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#101 RE: Presseberichte von Christine 26.06.2017 13:49

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6.06.2017
Pressekonferenz im Fall Tanja Gräff


Nach dem Auffinden der sterblichen Überreste der bis zum 11.05.2015 vermissten Trierer Studentin Tanja Gräff hatten Staatsanwaltschaft Trier und Polizei Trier die Medien in Pressekonferenzen am 12.05. und 09.07.2015 über den jeweiligen Stand des Verfahrens informiert. Inzwischen sind weitere Ermittlungen geführt und die Ermittlungsergebnisse analysiert und bewertet worden. Über das Ergebnis werden Staatsanwaltschaft und Polizei Trier in einer Pressekonferenz am

Mittwoch, 28. Juni 2017, 14:00 Uhr,

im Besprechungsraum der
Staatsanwaltschaft Trier,
Christophstraße 1,
54290 Trier,

unterrichten. Hierzu laden wir die Vertreterinnen und Vertreter der Medien ein.


gez. Fritzen
Leitender Oberstaatsanwalt

#102 RE: Presseberichte von 27.06.2017 15:54

„Da ist etwas passiert, das aus dem Ruder gelaufen ist“
Von Birgit Reichert | Stand: 15:11 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten

Ein Vermisstenfall an der Mosel hat in zehn Jahren viele Menschen bewegt. Was lange wie ein Mord aussah, wird nun wohl als tragisches Unglück in die Akten eingehen. Oder etwa doch nicht?

Tanja Gräff war plötzlich verschwunden, im Dunkel einer lauen Sommernacht wie vom Boden verschluckt. Nach einem Fest der Hochschule Trier am 7. Juni 2007 kehrte die 21 Jahre alte Studentin nicht mehr in ihr Elternhaus im nahen Dorf Korlingen zurück. Jahrelang beschäftigte das mysteriöse Verschwinden der jungen Frau mit dem strahlenden Lächeln auf den Suchplakaten Polizei und Öffentlichkeit – als Kriminalfall. Vor gut zwei Jahren wurden zufällig die sterblichen Überreste von Gräff am Fuß einer steilen Felswand in Trier gefunden. Nun dürfte die Staatsanwaltschaft die Akte Gräff schließen – und wohl als Unfall ablegen.

Das erwartete offizielle Ende der Ermittlungen soll als juristischer Schlussstrich die langjährige Ungewissheit beenden, auch wenn Fragen offen bleiben sollten. Dass der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen für diesen Mittwoch eine Pressekonferenz anberaumt hat, um die abschließende Analyse der Ermittlungsergebnisse zu erläutern, ist dem öffentlichen Aufsehen geschuldet, das der Fall überregional erregt hat.

Mit großem Aufwand waren die Strafverfolger anfangs auf die Suche nach Gräff und ihrem vermeintlichen Mörder gegangen. Denn jahrelang ging die Polizei davon aus, dass die Lehramtsstudentin Opfer eines Verbrechens geworden sei. Polizeihundertschaften durchkämmten mehrfach die Wälder rund um die Hochschule, Hubschrauber mit Wärmesensoren flogen auf der Suche nach Gräffs Leiche die Mosel entlang, Leichenspürhunde sollten Witterung aufnehmen.

3000 Hinweise – und keine Spur

Auf der Jagd nach einer Spur suchten Taucher Mosel, Teiche und einen Stausee in Luxemburg ab, rund 6000 Fotos der Hochschulparty wurden gesichtet. Dutzende Zeugen antworteten einer Sonderkommission, per „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wurde nach Männern gefahndet, die angeblich zuletzt mit Gräff gesehen worden waren. Nichts. „Sämtliche Spuren im Fall Tanja Gräff verliefen leider im Sande“, sagte der damalige Leiter der Ermittlungskommission, Christian Soulier. Zig Aktenordner legte die Polizei im Laufe der Jahre an, ging 3000 Hinweisen und „Spuren“ nach. Aber keine Spur von Tanja.

ARCHIV - Ermittler der Polizei Trier führen am 10.06.2015 in Trier (Rheinland-Pfalz) mit lebensgroßen Puppen ein Sturzexperiment durch. Mit den Dummys wird der Absturz von Tanja Gräff an einer steilen Felswand in verschiedenen Szenarien nachgestellt. Die sterblichen Überreste von Gräff waren am 11. Mai unterhalb des 50 Meter hohen roten Felsens gefunden worden. (zu dpa
Bis dann am 11. Mai 2015 Waldarbeiter am Fuß einer Felswand in unmittelbarer Nähe der Hochschule mit Rodungsarbeiten begannen – und auf Knochen und Kleidungsstücke stießen. Fast acht Jahre nach jener schicksalhaften Partynacht hatte man endlich per Zufall die sterblichen Überreste von Tanja Gräff gefunden. An der bis dahin zugewucherten, unzugänglichen Stelle war damals nicht am Boden gesucht worden.

Für die Mutter war es eine große Erleichterung, sie konnte ihre Tochter endlich beisetzen. Neben dem Grab ihres Mannes, Tanjas Vater, der 2013 gestorben war. Und wieder liefen die Ermittlungen mit Vollgas an – jetzt um zu klären, wie die Studentin ums Leben gekommen war. Schnell war klar, dass die Studentin den 50 Meter hohen Felsen hinuntergestürzt war. Mit lebensgroßen Puppen wurde das „Sturzgeschehen“ vom Felsenhöhenweg in die Tiefe nachgestellt.

Dann kam der Befund der Rechtsmediziner. Gräff hat sich beim Sturz am Felsen tödliche Verletzungen zugezogen. Und der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Mainz, Professor Reinhard Urban, stellte fest: „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass eine Gewalteinwirkung von dritter Hand stattgefunden haben könnte.“ Gräff sei zunächst 26 Meter tief abgestürzt und mit gebrochener Wirbelsäule tot in einer Astgabel hängen geblieben. Nach und nach lagen ihre sterblichen Überreste schließlich am Boden.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten weiter wegen eines möglichen Tötungsdelikts. Denn offen blieb, ob Gräff möglicherweise in den Tod gestoßen wurde oder verunglückte. Seit Januar 2016 hat die Staatsanwaltschaft deshalb den Abschlussbericht der Sonderkommission und alle weiteren Akten zum Todesfall erneut ausgiebig geprüft.


Ob am Ende jemals geklärt werden kann, was in jener Nacht oberhalb des Felsens geschah, ist fragwürdig. Die Mutter der Toten glaubt jedenfalls nicht mehr daran. „Was da passiert ist, werden wir nicht mehr erfahren“, hatte Waltraud Gräff vor wenigen Wochen zum zehnten Todestag ihrer Tochter gesagt. „Da ist irgendetwas passiert, das aus dem Ruder gelaufen ist.“

Die Fragen um das Schicksal ihrer Tochter lassen sie nicht los. Am Grab hat sie zwischen kleinen roten Röschen einen weißen Stein in Herzform abgelegt, auf dem „In Liebe“ steht. Und ein kleines steinernes Buch aufgestellt: „Du bist unserem Herzen ganz nah.“

https://www.welt.de/vermischtes/article1...laufen-ist.html

#103 RE: Presseberichte von wetterfrosch 28.06.2017 17:07

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Kein Nachweis für Fremdeinwirkung

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren im Fall der toten Studentin Tanja Gräff ein

Mittwoch, 28.06.2017, 14:38

Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Ermittlungsverfahren im Fall der toten Studentin Tanja Gräff am Mittwoch eingestellt. Es gebe keinen Hinweis auf Fremdeinwirkung, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer Pressekonferenz am Mittwoch mit.

„Die Ermittlungen haben keine belastbaren Hinweise erbracht, dass Tanja einer Straftat zum Opfer gefallen ist“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Mittwoch in Trier. Der tödliche Sturz der 21-Jährigen von einer rund 50 Meter hohen Felswand sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Unfall gewesen.

„Alles ausermittelt“

Es gebe keine Ansatzpunkte für weitere Ermittlungen. „Es ist aus unserer Sicht alles ausermittelt worden“, sagte Fritzen. Auch wenn die Einzelheiten des Geschehens letztlich ungeklärt geblieben seien. Die Studentin war vor zehn Jahren nach einer Sommer-Fete an der Hochschule Trier spurlos verschwunden. Die Ermittler waren zunächst lange davon ausgegangen, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden war.

Im Mai 2015 waren ihre sterblichen Überreste unterhalb einer Klippe unweit der örtlichen Fachhochschule entdeckt worden. Die Rechtsmediziner hatten bereits bei ihrer Untersuchung der Überreste keine Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen gefunden. Doch die Familie der jungen Frau sowie deren Anwalt sahen noch viele ungeklärte Fragen.

Der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm, kritisierte die Entscheidung: Die Einstellung des Verfahrens sei „bedauerlich und nicht nachvollziehbar“. Es gebe noch Hinweise, denen nicht nachgegangen worden sei – manches sei noch nicht ausermittelt. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass Tanja Gräff Opfer eines Verbrechens wurde.

Im Video: Diese Dinge fanden Ermittler rund um die Leiche von Tanja Gräff

http://www.focus.de/panorama/welt/kein-n...id_7294173.html

#104 RE: Presseberichte von wetterfrosch 28.06.2017 23:15

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Nach Aktenschließung

Gräff-Anwalt erhebt schwere Vorwürfe

Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Juni 2017 um 14:17

(tom/TJ/müs) - Die Trierer Staatsanwaltschaft hat das "Verfahren wegen eines Tötungsdelikts zum Nachteil von Tanja Gräff" eingestellt. Das teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit.

Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden am tödlichen Sturz der Studentin vom so genannten "Roten Felsen" in Trier im Juni 2007. "Die Spuren sind ausermittelt. Es gibt keine Hinweise auf eine Straftat, es gibt kein Motiv und auch sonst nichts, was auf eine Straftat hindeutet", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen.

Gräff-Anwalt nicht einverstanden

Der Anwalt der Familie Gräff, Detlef Böhm, erhob nach der Pressekonferenz schwere Vorwürfe.

"Ich finde es bedauerlich, dass die Ermittlungen eingestellt wurden." Anders als Polizei und Staatsanwaltschaft ist er der Überzeugung, dass Tanja Gräff nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen ist. "Tanja lebte in gefestigten Verhältnissen", sagte er und kritisierte die Polizei und Staatsanwaltschaft: "Es wurde nicht ausreichend und in alle Richtungen ermittelt, es gibt noch viele Ansätze."

Dass das Verfahren irgendwann wieder aufgenommen wird, ist nicht aussichtslos. Fritzen: "Das ist natürlich möglich, wenn wir neue Hinweise oder Erkenntnisse bekommen." Böhm will das nicht glauben: "Die Ermittlungen werden erst dann wieder aufgenommen, wenn man der Staatsanwaltschaft den Täter auf einem Tablett serviert."

"Nur schwer zu verkraften"

Für die Mutter von Tanja Gräff sei die Einstellung des Verfahrens nur schwer zu verkraften, so Böhm. "Es ist sehr schwierig für sie, weil sie vielleicht nie erfahren wird, was mit ihrer Tochter passiert ist."

Vor zehn Jahren war die damals 21-jährige Studentin spurlos verschwunden. Mit einem Großaufgebot von Polizeibeamten war die Gegend monatelang abgesucht worden - vergeblich. 2015 wurden ihre sterblichen Überreste zufällig am Fuß einer Felswand gefunden. Offenbar war die junge Frau eine Felswand von 50 Metern Höhe herabgestürzt und hatte sich dabei tödlich verletzt.

https://www.wort.lu/de/lokales/nach-akte...5e74263e13c31e8

#105 RE: Presseberichte von 20.07.2017 19:39

Todesfall Tanja Gräff Jetzt wird gegen einen Ex-Kommissar ermittelt

Hat ein Trierer Ex-Kommissar Dienstgeheimnisse im Fall Tanja Gräff verraten? Es geht um eine Spur in dem mysteriösen Fall, die angeblich nicht intensiv genug verfolgt wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.


Verrat von Dienstgeheimnissen?

Auslöser der Ermittlungen ist ein Artikel, der im Mai 2015 im Bonner Generalanzeiger erschienen ist. Darin wird der Fall "Tanja Gräff" noch einmal akribisch aufgerollt. Es werden Uhrzeiten genannt, Personen, mit denen Tanja in der Nacht ihres spurlosen Verschwindens unterwegs gewesen sein soll. Darunter ist auch ein Mann, der unter den Ermittlern offenbar "Spitzbart" genannt wird. Später wird daraus die so genannte "Spitzbartspur". Im dem Artikel taucht auch ein seit 2012 pensionierter Kommissar des Trierer Polizeipräsidiums auf, der im Fall "Tanja Gräff" ermittelt hatte. Dieser Ex-Kommissar ist der Meinung, dass bei den Ermittlungen einiges schief gelaufen ist und nicht allen Spuren nachgegangen wurde. Unter anderem, dass die "Spitzbartspur" nicht weiter verfolgt wurde. Es habe ein Phantombild des Mannes gegeben, das aber nie veröffentlicht worden sei. Ähnlich hatte sich der frühere Polizist zuvor auch schon in einem Leserbrief geäußert.
Computer sichergestellt

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Koblenz gegen den Ex-Kommissar. Es geht um die Frage, ob der ehemalige Polizist möglicherweise Dienstgeheimnisse verraten hat. Bei dem Mann war Ende vergangenen Jahres eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt worden. Dabei wurde sein Computer beschlagnahmt auf dem sich zahlreiche Dateien befinden. Ob diese etwas mit dem Fall "Tanja Gräff" zu tun haben ist nicht bekannt. Es werde noch einige Zeit dauern, diese alle auszuwerten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Möglicherweise seien danach noch weitere Ermittlungen nötig. Zunächst hatte der Fall bei der Trierer Staatsanwaltschaft gelegen. Diese hatte ihn dann aber an die Koblenzer Kollegen abgegeben, um dem Anschein einer Voreingenommenheit vorzubeugen, hieß es aus der Trierer Behörde.
Ein rätselhafter Tod

Ende Juni hatte die Staatsanwaltschaft Trier die Ermittlungen im Todesfall Tanja Gräff eingestellt. Trotz umfangreicher Ermittlungen in einem bisher nicht da gewesenen Ausmaß sei kein Hinweis auf ein Verbrechen gefunden worden. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Tanja Gräff durch einen Unfall ums Leben gekommen sei und die 21-Jährige ohne Einwirkung von Dritten von der Felswand in der Nähe der Hochschule gestürzt sei, sagte der leitende Trierer Oberstaatsanwalt damals.

https://www.swr.de/swraktuell/rp/trier/t...yody/index.html

#106 RE: Presseberichte von Christine 16.09.2017 09:38

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Der Fall Tanja

Der rätselhafte Tod der Studentin Tanja Gräff aus Trier

Unfall oder Mord?

VIDEO

Tanja Gräff verschwand am frühen Morgen des 07.06.2007 nach dem Besuch des Sommerfestes der Fachhochschule Trier spurlos – am 11.05.2015, 8 Jahre nach ihrem Verschwinden, wurden ihre sterblichen Überreste knappe 800 Meter von der Fachhochschule an dem roten Felsen aufgefunden.

TV-Beitrag des WDR: „Mord ohne Täter – Der rätselhafte Tod der Tanja Gräff“

Dieser Videobeitrag ist bis jetzt (06/17) die letzte Zusammenfassung aller Ereignisse von der Abfahrt zum Sommerfest bis hin zum Auffinden der sterblichen Überreste.

Wie die Staatsanwaltschaft Trier auf der Pressekonferenz vom 28.06.2017 mitteilte, wird der Tod von Tanja als Unfall gewertet – der Fall ist nunmehr abgeschlossen.

Dem Interessierten bieten wir hier die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen.

http://derfalltanja.de/

#107 RE: Presseberichte von wetterfrosch 16.12.2017 23:36

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Der Fall Tanja

Der rätselhafte Tod der Studentin Tanja Gräff aus Trier

Niederschrift der Pressekonferenz über die abschließenden Ermittlungsergebnisse vom 28.06.2017

Während der abschließenden Pressekonferenz wurden die Gründe, die zur Einstellung des Verfahrens führten, erläutert. An dieser Stelle wurde versucht, anhand des durch den Volksfreund veröffentlichten Aufzeichnung der Pressekonferenz den gesamten dort verlautbarten Text schriftlich wiederzugeben, dort, wo die Stimme nicht verstanden werden konnte, wurden ___ eingesetzt.
Gesicherter Verlauf in der Nacht vom 06. auf den 07.06.2007

Hier wird extra auf den Ablauf eingegangen, weil dieser aus der Sicht der ermittelnden Behörden wichtig dahingehend erscheint, was passiert ist.

http://derfalltanja.de/niederschrift-der...m-28-07-2017/3/

#108 RE: Presseberichte von Christine 17.12.2017 08:21

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Gesicherter Verlauf in der Nacht vom 06. auf den 07.06.2007

Hier wird extra auf den Ablauf eingegangen, weil dieser aus der Sicht der ermittelnden Behörden wichtig dahingehend erscheint, was passiert ist.

Am Abend des 06.06.2007, das war der Mittwoch vor Frohenleichnahm diesen Jahres, fuhr die Mutter von Tanja Gräff ihre Tochter zum Parkplatz der Universität Trier. Tanja Gräff stieg dort gegen 20:30 Uhr aus. Frau Gräff wusste von ihrer Tochter, dass sie beabsichtigte, einen Mitstudenten zu treffen, den sie in der Uni kennengelernt hatte.

Am gleichen Tag um die Mittagszeit war Tanja Gräff zu einer Mitstudentin und Freundin nach Luxemburg gefahren. Auch der Freundin hatte Tanja erzählt, dass sie einen jungen Mann kennengelernt habe mit dem sie eine Beziehung aufbauen wolle. Tanja Gräff hatte ihrer Freundin auch erzählt, dass es sich an diesem Abend anlässlich des FH-Festes entscheiden solle, ob man zusammen komme. Tanja sei sich allerdings noch nicht sicher gewesen, ob der Mitstudent (Person A) die gleichen Interessen gehabt habe.

Tanja Gräff traf sich, nachdem sie das Fahrzeug ihrer Mutter verlassen hatte mit mehreren Personen, u.a. mit dem A in der Wohnung eines mit A befreundeten Studenten, die Person B.

Die Wohnung lag in der Nähe der UniversitätAm Trimmelter Hof. In dieser Wohnung waren weitere Freunde und Bekannte von A und B, dort wurde vor-gefeiert und dabei auch ausgiebig Alkohol konsumiert, von allen Anwesenden, auch von Tanja Gräff. Tanja Gräff lerne an dieser Abend, dass haben Zeugenvernehmungen ergeben, einen Großteil der Personen erst an diesem Abend kennen.

Gegen 23:30 Uhr fuhren dann 6 Personen dieser Gruppe mit dem Bus in die Innenstadt von Trier und stiegen an der Basilika aus. Zu dieser Gruppe gehörten auch Tanja Gräff und Person A. Die Gruppe ging von dort aus zu Fuß zur Treviris-Passage, dort nahm man einen Shuttlebus, der zum FH_Gelände fuhr. Der Rest der Gruppe, der sich in der Wohnung des Studenten B eingefunden hatte, kam später nach.

Der Student A, also der angehende Freund, war mit einem Freund auf dem FH-Fest verabredet, der Person C. Dieser Freund traf gegen 0:30 Uhr dort ein und wurde von dem A und Tanja Gräff am Eingang abgeholt.

Diese Ursprungsgruppe aus der Wohnung des Studenten B blieb den Abend über auf dem Fest als Kern zusammen, wobei einzelne Personen in der grpßen Menschenmenge auf dem Fest zeitweise den Kontakt zu der Gruppe verloren haben.

Zwischen 3:00 Uhr und 3:30 Uhr ging man gemeinsam zum Parkdeck der FH, dort lief bessere Musik – dort verlor man sich dann aus den Augen. Zurück blieben die Person C und Tanja Gräff.

Der A versuchte in der Zeit zwischen 3:26 Uhr und 3:35 Uhr mehrfach den C und Tanja Gräff telefonisch zu erreichen. Am Parkdeck, wo sich die beiden aufhielten war jedoch ein Mobilempfang nicht möglich.

C konnte den A dann erst wieder um 3:48 Uhr telefonisch erreichen. A saß zu diesem Zeitpunkt bereits im Shuttlebus, der in Richtung Innenstadt gefahren wurde. Zu der Zeit waren der C und Tanja Gräff noch auf dem Festgelände und gingen in grober Richtung Bushaltestelle FH.

In der Menschenmenge auf dem Fest verlor dann der C Tanja Gräff für einen kurzen Moment aus den Augen. Er ging ein Stück zurück und sah dann Tanja Gräff bei einer ihm unbekannten Person stehen. Er sprach sie an und sagte ihr, dass er den Bus nehmen wolle. Daraufhin mischte sich die unbekannte Person ein und antwortete ihm mit den Worten: „Eh, lass die Tanja in Ruhe“. Wer diese Person war konnte bis heute nicht ermittelt werden. Der C ging daraufhin alleine zur Bushaltestelle und nahm dort den Shuttlebus.

Um 3:53 Uhr sandte Tanja Gräff dann eine SMS an den A mit dem Inhalt: „A, wo bist DU?“. Um 4:00 Uhr, nachdem er die SMS gelesen hatte, rief er Tanja Gräff an. Er teilte ihr mit, dass er bereits auf dem Weg in die Stadt sei. Tanja Gräff habe, so die Angabe von A, hierauf mit einer gewissen Verstimmung reagiert. A hat das mit dem Wort kratzig beschrieben und „ein bisschen sauer, weil wir schon weg waren“, so hat er das in seiner Vernehmung damals gesagt. Tanja Gräff teilte dem A mit, dass sie nachkommen wolle. Man vereinbarte dann einen Treffpunkt in der Innenstadt. Bei diesem Telefonat, dessen genaue Uhrzeit sich anhand der Verbindungsdaten nachvollziehen lässt, wurde Tanja von 3 Zeugen beobachtet die alle Tanja Gräff kannten und nach dem Telefonat mit ihr ins Gespräch kamen. Nach den Angaben der Zeugen wirkte Tanja Gräff aufgeregt und wollte wissen, wie sie am schnellsten in die Stadt zum Nikolaus-Koch-Platz kommen könne.

Ein letztes Telefonat von Tanja Gräff fand um 4:13 Uhr statt.

Sie telefonierte wieder mit A und der A teilte Tanja Gräff mit, dass er entgegen der ursprünglichen Absprache mit 2 weiteren Freunden auf dem Weg zum Bahnhof sei um von dort ein Taxi zu nehmen, man wolle wieder in die Wohnung des Studenten B Am Trimmelter Hof fahren.

Aufgrund der technischen Auswertung steht fest, dass sich Tanja Gräff zu dieser Zeit 04:13 Uhr noch in der Funkzelle befand, deren Ausdehnung insbesondere das Gelände der FH, aber auch den Höhenmeter um den roten Felsen, wo die Absturzstelle liegt, abdeckt. Sie hatte den Bereich also nicht in Richtung Innenstadt verlassen. Nach 04:13 Uhr gibt es dann kein Lebenszeichen mehr von Tanja Gräff. Es gibt keine Zeugen, sie sie definitiv danach gesehen haben, es fand auch keine Kommunikation mehr zu ihrem Mobiltelefon statt, die nächste Anwahlversuche fanden erst dann am Nachmittag gegen 15:00 Uhr statt. Zu diesem Zeitpunkt war das Mobiltelefon nicht mehr erreichbar.

Zwar gab es im Laufe der Ermittlungen Aussagen von verschiedenen Zeugen, die an verschiedenen Örtlichkeiten verschiedene Beobachtungen zu Personen gemacht hatten, bei denen es sich nach dem ersten Anschein um Tanja Gräff gehandelt haben könnte bzw. die Tanja Gräff ähnlich gesehen haben sollen – diese Spuren sind alle eingehend überprüft und ermittelt worden, es konnte aber in keinem Fall verifiziert werden, dass es sich tatsächlich um Tanja Gräff gehandelt hat. Belastbare Rückschlüsse auf den wahren Geschehensablauf nach 04:13 Uhr ließen sich aus diesen Beobachtungen nicht herleiten. Die Einzelheiten des Geschehensablaufes nach 04:13 Uhr sind daher im Ergebnis ungeklärt. Unsere Schlussfolgerungen hierzu schließen im Wesentlichen auf den objektiven Funden am Fundort der Leiche und deshalb möchte ich jetzt im Anschluß auf die Ermittlungen die diesbezüglich getätigt worden sind eingehen.

Besonderheit der Ermittlungen

Die Besonderheit der Ermittlungen im vorliegenden Verfahren ist, dass die Leiche rund 8 Jahre unentdeckt blieb. Dies, obwohl vielfach und mit großem Aufwand und großem Personaleinsatz nach ihr gesucht wurde. Das FH-Gelände sowie der angrenzende Wald wurden mehrfach durch Kräfte von Feuerwehr und Polizei und unter Einsatz von Suchhunden abgesucht. Es kam zu einer Vielzahl von Einsätzen des Polizeihubschraubers mit Einsatz der Wärmebild- und Videokamera. Auch an vielen anderen Stellen, weil man ja nichts gefunden hat, wurde gesucht, auch in Luxemburg.

Insgesamt wurden 63 Landschaftsgebiete, Gewässer und Objekte abgesucht und durchsucht. Hierzu gehörten auch Tauchereinsätze, das Ablassen von Teichen und das Absuchen ganzer Flussabschnitte mit Sonargeräten. Es kamen Leichenspürhunde und Maintrailerhunde zum Einsatz, alles blieb erfolglos.

Weil man nicht wusste, wo Tanja Gräff verblieben ist und was überhaupt passiert sein könnte, war es äußerst schwierig, zielgerichtete Ermittlungen zu führen. Man hatte keinen Tatort, keinen möglichen Tathergang, keine Leiche – eigentlich nichts. Vor diesem Hintergrund musste in alle Richtungen ermittelt werden und es wurden dann Ermittlungsmaßnahmen in einem bis dahin beispiellosen Umfang in Gang gesetzt.

Es wurde eine Sonderkommission eingesetzt von Juli 2007 bis zum Jahresende 2007 die aus etwa 60 Personen bestand. Im Januar 2008 wurde diese SK dann aufgelöst und eine Ermittlungskommission „FH“ eingesetzt, die dann bis zum Januar 2009 die noch ungeklärten Spuren und neue Ermittlungsansätze abarbeitete. Diese EK bestand aus 10 ständigen Mitarbeitern der Kriminaldirektion, die immer wieder von Beamten unterstützt wurden. Die Ermittlungen wurden in alle Richtungen geführt. […] Insgesamt gingen bei der Polizei bis zum Auffinden der sterblichen Überreste mehr als 2000 Hinweise ein, die zur Anlage von 800 Spurenakten führten, die alle überprüft wurden. Bei allen Ermittlungen wurden jedoch keine belastbaren Hinweise auf den Verbleib von Tanja Gräff gefunden und keine Hinweise auf einen konkreten Bestehensablauf der stattgefunden haben könnte.

Nachdem man im Jahr 2010 nach Auffassung aller eingesetzten Beamten weder offene Spuren noch sonstige Ermittlungsansätze vorlagen, beauftragte die Polizeiführung Trier in Absprache mit der Staatsanwaltschaft erfahrene Ermittlungsbeamte des Polizeipräsidiums Trier damit, alle Spuren noch einmal zu überprüfen. Dahinter stand die Überlegung, dass bisher nicht mit dem Fall befasste Beamte bei der Neubewertung mit einem unverfälschten Blick an die Sache herangehen und vielleicht neue Ermittlungsansätze gewinnen würden. Die Ermittlungsgruppe wertete über 1 Jahr sämtliche Spuren ___ neuer Ansätze aus. Auch sie kam jedoch nicht zu weiteren Ergebnissen.

Bewegung kam dann in die Ermittlungen erst wieder nach dem Auffinden der sterblichen Überreste im Mai 2015. Ab diesem Zeitpunkt gab es zu ersten Mal objektive Befunden aufgrund derer konkrete Schlussfolgerungen möglich waren und aufgrund derer konkrete Ermittlungen durchgeführt werden konnten.

Der Fundort, die Leiche und die aufgefundenen persönlichen Gegenstände wurden wissenschaftlich untersucht, zum Teil durch Kriminaltechnik, zum Teil durch externe Sachverständige. Die bereits vor dem Auffinden der Leiche zusammengetragenen Ermittlungsergebnisse und Spuren wurden sämtlich in der Kenntnis des Fundortes überprüft. Außerdem gingen nach dem Fund ca. 100 neue Hinweise ein, die ebenfalls alle überprüft wurden. Wesentliche Ergebnisse dieser Untersuchungen und insbesondere der technisch-wissenschaftlichen Untersuchung waren ja bereits Gegenstand der Pressekonferenz, die wir im Juni 2015 abgehalten hatten, an der auch der Rechtsmediziner Prof. Dr. Urban teilgenommen hatte. Ich beschränke mich daher auf die Ergebnisse, die aus unserer Sicht maßgeblichen Untersuchungen zusammenzufassen.

http://derfalltanja.de/niederschrift-der...m-28-07-2017/3/

#109 RE: Presseberichte von Christine 17.12.2017 08:24

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Teil 2


Rechtsmedizinisches Gutachten

Zentrale Bedeutung bei der Bewertung des Falles ist sicherlich das rechtsmediziniesche Gutachten des Instituts der Rechtsmedizin Main. Das kommt zu folgendem Ergebnissen:
Das an der Fundstelle aufgefundene Skelett war fast vollständig erhalten. Festgestellte knöcherne Verletzungen, die sich überwiegend im Bereich der Wirbelsäule und der Rippen befanden, wurden vom Sachverständigen ausschließlich einem Sturzgeschehen aus großer Höhe zugeordnet. Todesursächlich sei sehr wahrscheinlich eine Aterienverletzung im Halswirbelbereich gewesen. Der Tod sei sofort oder binnen kurzer Zeit eingetreten, so der Sachverständige. Werkzeugspuren oder sonstige Hinweise auf eine Gewalteinwirkung durch dritte Hand, also knöcherne Defekte, die nicht einem Sturz zugeodnet werden konnten, befanden sich an den Skelettteilen nicht. Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung anhand des Skeletts waren nicht feststellbar.

Sturzrekonstruktion

Dann wurde mit recht großem Aufwand kurz nach dem Auffinden eine Sturzrekonstruktion durchgeführt im Bereich des Felsens oberhalb der Auffindestelle durch Fallversuche mit Dummies. Diese Versuche wurden von Beamten der Kriminaldirektion Trier in Zusammenarbeit mit dem BKA und dem rechtsmedizinischen Institut Mainz ausgewertet um Erkenntnisse über den Absturzort zu erlangen. Ergebnis dieser Rekonstruktion war oder ist: Es steht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass Tanja Gräff in der Nacht ihres Verschwindens von dem Gelände oberhalb der Fundstelle den Felsen hinabstürzte. Die theoretische Möglichkeit, sie könne irgendwie von unten herangetragen worden sein, kann ausgeschlossen werden.

Zu dem Gelände ist dabei folgendes zu sagen: Oberhalb der Fundstelle führt ein Wanderweg, in Trier als so genannter Felsenweg bekannt, entlang der roten Felsen. Dieser Weg ist mit einem Metallzaun zum Abhang hin abgesichert. Der Zaun bestand bereits im Jahr 2007 und ist 1,20 m hoch. Er besteht aus massiven Metallstangen und dazwischen einem Drahtgitter. Vom Zaun bis zur Felskante sind es ca. 3,50 m. Dieser Geländebereich vor dem Zaun ist relativ steil und gefährlich. Bei einer Ortsbesichtigung fanden sich im Bereich hinter dem Zaun Trampelpfade. Von der FH aus kommend beginnt der am Wanderweg befindliche Zaun ca. 100 Meter vor der Absturzstelle und auch dort sind bereits Trampelpfade zu erkennen, die hinter dem Zaun entlang zur Felswand führen. Es ist daher davon auszugehen, dass dieser absturzgefährdete Bereich häufiger von Personen besucht wird.

Kleidung

Weiter zentraler Bedeutung kommt auch der sichergestellten Kleidung Tanja Gräffs zu. Die aufgefundenen Kleidungsstücke wurden von der Kriminaltechnik des LKA begutachtet. Ein Teil der Kleidung – insbesondere Bereiche mit Baumwollanteilen – waren bereits verrottet in Folge der langen Liegezeit. An der restlichen Bekleidung wurden aber keine Gewebedefekte festgestellt, die auf ein Werkzeug wie beispielsweise ein Messer hindeuten könnten. Der Gürtes der Hose war geschlossen, auf der Innenseite der geschlossenen Gürtelschnalle befand sich ein deutlicher Abdruck eines … Hosenknopfes. Es fand sich auch ein verschlossener Reißverschluss. Beides lässt darauf schließen, dass auch die Hose zum Zeitpunkt des Sturzgeschehens ordnungsgemäß verschlossen war. Auch die Unterwäsche war geordnet ohne Beschädigungen. Im Ergebnis ist deshalb hier festzustellen, dass bei der Begutachtung aller aufgefundenen Bekleidungsstücke keinerlei Spuren festgestellt werden konnten, die auf ein Gewaltdelikt hindeuten. der Zustand der Kleidungsstücke – geschlossene Hose, geschlossener Gürtel, geordnete Unterwäsche – lassen auch keine Anhaltspunkte für ein mögliches versuchtes oder vollendetes Sexualdelikt zu.
Auch am Schmuck, den Tanja Gräff trug, wurden keine gewaltsamen, auf Gewalteinwirkung zurückzuführende Beschädigungen festgestellt.

Likörfläschchen

Eingehen möchte ich noch auf die Likörfläschchen. An der Fundstelle konnten neben den Knochenteilen 10 leere Fläschchen der Marke Berentzen und ein Reagenzglas mit Schraubverschluss sichergestellt werden. Aus den Ermittlungen wissen wir, dass Tanja Gräff solche Fläschchen an diesem Abend in einer Stofftasche mitführte. 9 dieser kleinen Fläschchen lagen eng beisammen, so dass ausgeschlossen ist, dass sie einzeln von oben herunter geworfen worden sein könnten. Die Lage korrespondierte mit der Aufbewahrung in der inzwischen verrotteten Stofftasche. Die Fläschchen wurden alle, insbesondere im Verschlussbereich, auf das Vorliegen von DNA untersucht. Das Ergebnis war negativ. Es wurde nichts gefunden. Bei einer Substanzbestimmung konnten in dem aufgefundenen Reagenzglas Reste von Ethanol nachgewiesen werden. Eine Untersuchung des Inhalts der Berentzen Fläschchen ergab, dass diese spirituosen-ähnliche Inhaltsstoffe enthielten. Ausgeschlossen werden konnte, dass sich in den Behältnissen Rückstände von Betäubungsmitteln, Arzneimitteln, KO-Tropfen befunden haben. Die Untersuchung hat keine Anhaltspunkte für eine Straftat erkennen lassen.

Zu den Spuren und Hinweisen

Die erneute Überprüfung der alten Spuren und die der neuen Spuren und den Hinweisen hat im Ergebnis keine weitere Aufklärung des relevanten Geschehens nach 04:13 Uhr erbracht. Viele alte Spuren waren von vornherein mit dem Fundort unvereinbar, bedurften daher keine weiteren Ermittlungen. In anderen Spurenakten wurden hingegen weitere umfangreiche Ermittlungen, Vernehmungen usw. durchgeführt. Ich kann an dieser Stelle nicht auf die Spuren im Einzelnen eingehen, dies würde schon angesichts der Vielzahl der unterschiedlichen Spuren den Rahmen einer Pressekonferenz sprengen. […] Ich beschränke mich daher an dieser Stelle auf das Ergebnis.

Die Spuren sind nach einhelliger Auffassung der Ermittler sämtlich ausermittelt. Belastbare Hinweise auf eine Straftat haben sich aus keiner der Spuren und Hinweise ergeben. Zwar haben im Rahmen einzelner Spuren verschiedene Zeugen verschiedene Situationen in der späten Nacht geschildert, an denen Personen beteiligt waren, bei denen es sich ihrer Auffassung nach um Tanja Gräff gehandelt haben könnte, es konnte jedoch in keinem Fall verifiziert werden, dass es sich tatsächlich um Tanja Gräff handelte. Anhaltspunkte, dass Tanja Gräff in Begleitung war, als sie sich an der Absturzstelle aufhielt oder als sie zur Absturzstelle gegangen ist, haben sich nicht ergeben.

Zum Fortgang des Verfahrens

Nachdem die Sonderkommission ihre Arbeit beendet hatte fertigte sie einen zusammenfassenden Bericht. Diese und das gesamte Aktenmaterial wurden im Januar 2016 der Staatsanwaltschaft zur Prüfung übergeben. In der Folgezeit wurden dann die Akten durch zwei sachleitende Staatsanwälte, einer von ihnen ist Herr Dr. Samel, der das Verfahren von Beginn an bearbeitet hat, auf weitere Ermittlungsansätze überprüft. Weitere Ermittlungsansätze sind dabei nicht gefunden worden.

Dem Rechtsanwalt von Frau Gräff, Herrn Rechtsanwalt Böhm, ist Gelegenheit gegeben worden zum Ergebnis der Ermittlung der Sonderkommission Stellung zu nehmen. Das hat er auch getan und Anregungen für einige weitere Ermittlungen gegeben. Diese sind alle eingehend geprüft worden und einigen der Anregungen ist nachgegangen worden ohne das sich hieraus weitere Aufklärung ergeben hat. Anderen ist nicht nachgegangen worden, weil sie nach Auffassung der Ermittlungsbeamten keinen weiteren Kenntnisgewinn versprochen haben. Nachdem auch die Prüfung abgeschlossen war, hat die Staatsanwaltschaft in der letzten Woche am 22.06.2017 die abschließende Verfügung getroffen, und diese dem Rechtsanwalt von Frau Gräff mitgeteilt.

Ergebnis der Ermittlungen im Fazit des gesamten ermittelten Bereiches

Nach Analyse und Bewertung aller Ermittlungsergebnisse ergibt sich übereinstimmend die Auffassung des Fachkommissariats und der Staatsanwaltschaft völlig überein Folgende:
Im vorliegenden Fall wurde seit 2007 wegen eines möglichen Kapitaldeliktes ermittelt. Das wegen eines Tötungsdeliktes und nicht nur in einer Vermisstensache ermittelt wurde, hat seinen Ursprung in erster Linie darin, dass Tanja Gräff nach dem FH-Fest verschwunden war, dass es aber andererseits keinen Hinweis dafür gab, dass sie sich aus ihrem persönlichen Umfeld aus Dauer aus eigener Veranlassung entfernen wollte. Ihr spurloses Verschwinden war also schlichtweg nicht erklärbar und in dieser Situation lag die Annahme, die könnte Opfer eines Verbrechens geworden sein, nahe.

Bis zu ihrem Auffinden wurden dann, wie ich es schon gesagt habe, mehrere 100 Spuren überprüft. Diese Überprüfungen erbrachten jedoch sämtlich keinen konkreten Hinweis auf ein Tötungsdelikt. Auch nach dem Auffinden der Leiche an dem roten Felsen wurde weiter ermittelt, ob der Sturz möglicherweise auf ein Tötungsverbrechen zurückführt. Die Ermittlungen konnten zwar nicht alle Fragen klären, es sind Fragen offen geblieben.

So ist ungeklärt, welchen Weg Tanja Gräff nach ihrem letzten Telefonat um 04:13 Uhr genommen hat, ungeklärt ist, aus welchem Grund sie den Weg in Richtung der späteren Absturzstelle gegangen ist und ungeklärt ist vor allem, wie es zu dem Absturz genau kam.

Der Geschehensablauf nach dem letzten Lebenszeichen Tanjas um 04:13 Uhr konnte mithin trotz den umfangreichen Ermittlungen nicht abschließend geklärt werden. Aber die nach dem Auffinden der Verstorbenen erhobenen objektiven Befunde am Tatort und die weiteren Ermittlungen im ___ ergaben keine Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen.

An dem aufgefundenen Skelett wurden keine Spuren einer Gewalteinwirkung von dritter Hand festgestellt, auch an der aufgefundenen Kleidung wurden keine Beschädigungen festgestellt, die auf eine gewaltsame Einwirkung einer unbekannten Person hindeuten. Aus dem ordnungsgemäßen Zustand der Kleidung, der geschlossenen Hose, dem geschlossenen Gürtel und der unbeschädigten Unterwäsche ergeben sich keine Anzeichen für ein mögliches Sexualdelikt.

An der Absturzstelle wurden laagegerecht falst alle persönlichen Gegenstände gefunden, die Tanja Gräff mit sich geführt hatte. Bei einem möglichen vorausgegangenen Kampfgeschehen wäre aber zu vermuten, dass die persönlichen Gegenstände am Ort des Kampfes zurückgeblieben wären, zumindest einzelner persönliche Gegenstände dort zurückgeblieben wären oder Bekleidungsstücke entsprechende Anzeichen einer Kampfhandlung aufweisen würden. Das alles war hier nicht der Fall.

Ganz wesentlich für die Bewertung ist auch, die Ermittlungen haben keinen Hinweis auf eine Vortatssituation erbracht, aus der ein mögliches Motiv hergeleitet werden könnte, Tanja Gräff den Felsen hinab zu stürzen. Es gab keinen Hinweis auf einen Streit oder eine Meinungsverschiedenheit mit irgendeiner Person auf dem Fest oder davor, keinen Hinweis auf eine Situation, aus der möglicherweise ein sexuelles Motiv entstanden sein könnte und auch sonst keine Hinweise auf irgendein nachvollziehbares Motiv für eine solche Tat.

Alleine unterwegs zur Absturzstelle

Es ergaben sich auch keine tatsächlichen Hinweise dafür, dass Tanja Gräff den Weg zur Absturzstelle oder an der Absturzstelle in Begleitung war. Im Übrigen erscheint es auch, was auf den ersten Blick vielleicht überraschend klingt, keinesfalls fernliegend, dass Tanja Gräff zur Absturzstelle gegangen sein könnte.

Eine Psychologin der LKA die ab 2011 in die Ermittlungen mit eingebunden worden war, wurde nach dem Fund der Leiche beauftragt, anhand den Aussagen von Angehörigen, Freunden und Bekannten und anhand den Erkenntnissen über den Verlauf des FH-Festes eine psychologische Analyse zur Person Tanja Gräff durchzuführen.

Sie kam in ihrer Analyse zu dem Ergebnis, dass sich Tanja Gräff insbesondere wegen ihrer Absichten um den Studenten A, mit dem sie zusammenkommen wollte, und der gefühlten Zurückweisung, als er vorgezogen hatte, die Nacht mit seinen Freunden ausklingen zu lassen in einem psychisch labilen Zustand befunden haben dürfte. Die junge Frau sei allein und angetrunken auf der FH-Fete zurückgeblieben. Diese Zurückweisung bzw. Kränkung könnte dann, so die Psychologin, als Anlasssituation gewirkt haben, in Richtung der roten Felsen zu gehen um dort allein zu sein. Hierzu kommt die Alkoholisierung, die emotionssteigernd wirken könne. Das Gelände an der Absturzstelle mit Blick über die Stadt nach Osten wirke anlockend auf Menschen, die den Sonnenaufgang oder die Aussicht über das Moseltal erleben wollten. Die Alkoholisierung könne dazu geführt haben, mögliche Gefahrenssituationen zu unterschätzen und sich auf der Gelände jenseits des Zaunes zu begeben. und sich so in eine lebensbedrohliche, lebensgefährliche Situation zu bringen.

Die psychologische Expertise stellt dabei um das klarzustellen selbstverständlich keinen Beleg dafür dar, dass es so gewesen ist, sie zeigt aber, dass die auf den ersten Blick fernliegende anmutende Handlungsweise vom FH-Fest ausgehende „falsche“ Richtung, also nicht in die Stadt zu laufen, psychologisch durchaus erklärbar und nachvollziehbar ist.

Nach Bewertung all dieser Umstände ist nach unserer Auffassung mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der tragische tödliche Sturz auf einem Unfallgeschehen beruht.


Ergebnis

Schlussendlich ist im Ergebnis nach alledem festzuhalten:

Es haben sich trotz umfangreicher Ermittlungen keine Anhaltspunkte für ein wie auch immer geartetes Fremdverschulden am Tode von Tanja Gräff ergeben.
Es bestehen keine weiteren erfolgsversprechenden Ermittlungsansätze um die Hintergründe des Absturzes von Tanja Gräff weiter zu klären.
Das Verfahren ist aus diesen Gründen nach § 170 Absatz 2 StPO eingestellt worden.

Quelle (mit Videoaufzeichnung der Pressekonferenz): http://www.volksfreund.de

http://derfalltanja.de/niederschrift-der...m-28-07-2017/3/

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