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#26 RE: Presseberichte von 14.05.2015 07:19

Vermisste Studentin Tanja Gräff Chronologie eines Verschwindens
13. Mai 2015, 22:15 Uhr
Seit Jahren berichtet stern TV über den ungeklärten Fall. Ende April sprach der Reporter mit Tanjas Mutter, die noch einmal auf Mithilfe der Öffentlichkeit hoffte. Nun wurde Tanjas Leiche gefunden.


Vor fast acht Jahren verschwand die damals 21-jährige Studentin Tanja Gräff spurlos, nachdem sie im Juni 2007 das Sommerfest der Fachhochschule Trier besucht hatte. Trotz groß angelegter Suchaktion durch die Polizei, unter anderem mit Hubschraubern und Wärmebildkameras, wurde Tanja Gräff nicht gefunden. Auch die Appelle der Eltern an einen möglichen Täter blieben erfolglos.

Inzwischen sind Jahre vergangen, kaum jemand glaubte daran, dass Tanja Gräff noch lebt. Bereits 2009 war sich ihre Mutter sicher, dass ihre Tochter nicht aus freien Stücken irgendwo hingegangen sein konnte: "Und deshalb habe ich auch immer gewusst, dass ihr etwas passiert sein muss. Irgendwas Schlimmes", so Waltraud Gräff zu stern TV. Die Redaktion begleitet den Fall seit Jahren, traf Ende April noch Tanjas Mutter Waltraud Gräff zum Interview. Über all die Jahre hatte sie gehofft, dass es irgendeine Spur, einen Hinwies zu ihrer Tochter geben könnte. Doch sie fühlte sich von der Polizei oft allein gelassen, kritisierte die Ermittler mehrfach - zuletzt vor 14 Tagen: "Ein Hauptkommissar hat zu mir mal gesagt: 'Frau Gräff, Sie machen es sich jetzt sehr einfach. Weil wir Ihre Tochter nicht gefunden haben, sind wir jetzt die Buhmänner'. Da habe ich gedacht: Wo bin ich denn jetzt, was ist das denn für eine Aussage?", so Waltraud Graff. "Darum geht es nicht. Ich will als Mutter einfach alle Dinge abgeklärt haben. Und ich weiß, und das behaupte ich, und das ist auch Bestandteil der Akten: Es wurde nicht alles gemacht. Es gibt ganz viele Fragen, die offen sind, und Hinweise, die nicht abgearbeitet worden sind. Und ich habe als Mutter auch das Recht, dass alles für meine Tochter getan wird."

Chronologie eines Verschwindens
Am Montag wurden bei Rodungsarbeiten an einem Steilhang in Trier-Pallien die sterblichen Überreste von Tanja Gräff gefunden. Acht Jahre nach ihrem Verschwinden wird einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands neu aufgerollt. Die Einzelheiten:
06. Juni 2007 – früher Abend
Waltraud Gräff bringt ihre Tochter von Korlingen in die Innenstadt von Trier, wo sich Tanja Gräff mit einem neuen Bekannten namens Andreas und Freunden trifft.
06. Juni 2007 – 23:30 Uhr
Auf dem Campus der Fachhochschule Trier findet ein Sommerfest statt. Partyort: Die Parkplätze und Parkdecks. Tanja Gräff erreicht zusammen mit den anderen Studenten das Gelände.
07. Juni 2007 – 00:00 Uhr
Tanja Gräff trifft auf dem Fest ihren guten Freund und ehemaligen Schulkameraden Christian Steffen.
07. Juni 2007 – 3:30 Uhr
Ein Bekannter, der das später bei der Polizei aussagte, sah Tanja Gräff in Begleitung eines Unbekannten, der sie aber zu kennen schien. Der Bekannte habe sich von Tanja verabschieden, der Fremde habe ihn harsch abgewiesen mit den Worten "Lass die Tanja in Ruhe".
07. Juni 2007 – kurz nach 4 Uhr
Tanja Gräff teilt Andreas, der mittlerweile wieder in der Innenstadt ist, per Handy mit, dass sie sich ebenfalls auf den Weg machen will.
07. Juni 2007 – 5:20 Uhr
Eine Gruppe Studenten beobachtet einen Streit zwischen einer jungen Frau, die Tanja ähneln soll, und einem dunkelhaarigen Mann. Die Frau sei in Richtung FH gelaufen, der Mann ging in Richtung Parkhaus. Kurz darauf wird der Unbekannte am Steuer eines dunkelblauen Peugeot gesehen. Der Wagen hat ein Luxemburger Kennzeichen. Bis heute ist unklar, ob es sich bei der Frau um Tanja Gräff handelte.
07. Juni 2007 – Vormittag
Nachdem sich Tanja Gräff über längere Zeit nicht gemeldet hatte –für die Studentin untypisch – kontaktieren ihre Eltern Freunde und Kommilitonen. Ihre Nachfragen bleiben erfolglos. Waltraud und Karl-Hans Gräff Gräff wenden sich an die Polizei.
08. Juni 2007 - Spätnachmittag
Die Polizei beginnt die Fahndung nach Tanja Gräff, ihr plötzliches Verschwinden ist glaubhaft ungewöhnlich. Es wird die Sonderkommission "Soko FH" einberufen.
9. Juni 2007
Polizei, Feuerwehr und freiwillige Wehren durchsucht das FH Gelände. Über 100 Suchkräfte sind im Einsatz. Auch Freunde und Kommilitonen, darunter Christian Steffen, unterstützen die Suche. Sie richten eine Homepage zur Suche nach Tanja Gräff ein, starten einen Aufruf im Netzwerk studivz.de und lassen 50.000 Flyer drucken.
10. Juni 2007
Die Suchmaßnahmen und Befragungen durch die Polizei laufen weiter, eine Hundestaffel kommt zum Einsatz. Besonders wichtig: Wer war der unbekannte Begleiter, mit dem Tanja Gräff zuletzt gesehen wurde?
11. Juni 2007
Neben Polizeihunden kommt ein Polizeihubschrauber zum Einsatz, etliche Suchkräfte durchkämmen das Gelände. Währenddessen gehen Hinweise ein, die die Vermutung bestätigen, dass Tanja Gräff das Festgelände der Fachhochschule gegen 4 Uhr verlassen haben könnte. Mit wem und auf welchem Weg ist unklar.
12. Juni 2007
Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung und besonders der Studentenschaft erreichen die Polizei. In der fraglichen Nacht wurde ein amerikanischer Austauschstudent von zwei Unbekannten ausgeraubt. Ob die Täter etwas mit dem Verschwinden der Studentin zu tun haben, wird weiter geprüft.
13. Juni 2007
Der Chefermittler der "Soko FH" geht von einem Verbrechen aus – die Wahrscheinlichkeit Tanja Gräff lebend zu finden schwinde mit jedem Tag. Wieder gehen Hinweise bei der Polizei ein: Zeugen wollen in den Nachmittagsstunden des 13. Juni Hilferufe einer Frau im Bereich der Bonner Straße in Trier gehört haben. In einem Großeinsatz durchsuchen rund 90 Beamte am Abend erfolglos mehrere Häuser.
14. Juni 2007
Mehrere Zeugenaussagen verweisen auf Rufe und Schreie einer jungen weiblichen Stimme im Bereich der Aussichtsplattform oberhalb der sogenannten Roten Felsen. Gesehen wurde niemand.
27. September 2007
Der Fall ist Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Dabei gehen Hinweise zu einem Auto ein, dessen Fahrer der unbekannte Begleiter sein könnte, mit dem Gräff die Party verlassen haben soll. Eine heiße Spur ergibt sich jedoch nicht.
27. November 2007
Die Polizei startet mehrere Suchaktionen. Unter anderem untersuchen 62 Taucher in einem dreitägigen Einsatz einen Stausee in Luxemburg – ohne ein Ergebnis.
23. Dezember 2007
Tanja Gräffs Geburtstag, sie wäre 22 Jahre alt geworden.
21. März 2008
"Geben Sie uns einen Hinweis, wo wir Tanja finden". Das Ehepaar Gräff wendet sich mit einem Interview in der Lokalzeitung "Trierer Volksfreund" an die Öffentlichkeit. Der Appell gilt dem vermeintlichen Mörder ihrer Tochter.
7. Juni 2008
Ein Jahr nach dem Verschwinden der Studentin Tanja Gräff. Ihr Schicksal ist noch ungeklärt. Bei der Polizei gingen bis dato 1300 Hinweise ein – jedoch ohne heiße Spur für die Ermittler. Freunde erinnern öffentlich an den Fall Tanja Gräff.
16. Januar 2009
Die Polizei-Sonderkommission "Soko FH" wird aufgelöst.
2. Dezember 2009
stern TV berichtet, zweieinhalb Jahre nach dem Verschwinden, in einem Bericht "Spurlos verschwunden" über den Fall Tanja Gräff. Unter anderem zu Gast im Studio: Waltraud und Karl-Hans Gräff.
29. Oktober 2010
Die Polizei nimmt den Fall erneut auf. Alle alten Spurenakten werden von einem dreiköpfigen Ermittlerteam nachmals geprüft.
18. März 2011
Mithilfe einer Drohne untersuchen Spezialisten die Felsen nahe der Hochschule. 40 Einsatzkräfte untersuchen das unwegsame Gelände unterhalb der FH Trier. Es ergeben sich keine verwertbaren Spuren.
30. März 2011
Der Fall ist Teil einer Spezialsendung von "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Thema der Sendung sind Fälle plötzlich verschwundener Kinder. Es gehen keine brauchbaren Hinweise ein.
28. April 2015
stern TV-Redakteur Alexander Harbi besucht Waltraud Gräff für einen geplanten Bericht über den Fall – acht Jahre nach dem Verschwinden. Im Interview sagt Tanja Gräffs Mutter unter anderem: "…."
11. Mai 2015 – 8:50 Uhr
Bei Rodungsarbeiten an einem schwer zugänglichen Steilhang in Trier-Pallien finden Arbeiter einen menschlichen Schädel, weitere Knochen, Kleidung und Schuhe. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste von Tanja Gräff. Bei der weiteren Suche werden persönliche Gegenstände gefunden, die die Studentin in der Nacht ihres Verschwindens bei sich trug.
12. Mai 2015
Die fast acht Jahre geschaltete Internetseite zum Verschwinden von Tanja Gräff wird durch Christian Steffen offline genommen.
12. Mai 2015 - Mittag
Die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Trier geben eine Pressekonferenz zu den Ermittlungen im Fall Tanja Gräff: Ob das Mädchen am Fundort abgestürzt oder gestoßen wurde, sein noch unklar. Es wird unter anderem angekündigt, dass der Fall noch einmal komplett von vorne aufgerollt werden soll.
13. Mai 2015 – Abend
stern TV berichtet erneut über den Fall Tanja Gräff. Zu Gast im Studio: Tanjas Schul- und Jugendfreund Christian Steffen und der Rechtsanwalt von Waltraud Gräff.
Am Montag wurden bei Rodungsarbeiten an einem Steilhang in Trier-Pallien die sterblichen Überreste von Tanja Gräff gefunden. Acht Jahre nach ihrem Verschwinden wird einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands neu aufgerollt. Die Einzelheiten:



Polizei in Erklärungsnot
Tatsächlich muss sich die Polizei in den vergangenen Tagen unangenehmen Nachfragen und Vorwürfen stellen: Am Montagmorgen wurden bei Rodungsarbeiten an einem Abhang in Trier Pallien die sterblichen Überreste und persönliche Gegenstände der verschwundenen Studentin gefunden – ganz in der Nähe der Fachhochschule, knapp einen Kilometer vom Ort ihres Verschwindens entfernt. Die Polizei kommt in Erklärungsnot: "Das Gelände an der Fundstelle ist sehr steil, sehr unwegsam und schwer zugänglich. Und es war bis zur Durchführung dieser Rodungsarbeiten dicht mit Hecken, Sträuchern und Bäumen bewachsen", erklärte Staatsanwalt Peter Fritzen in der Pressekonferenz am Dienstag. Und Christian Soulier, Leiter Sonderkommission, sagte: "Hätten wir geahnt, dass sie dort liegt, hätten wir natürlich Rodungsarbeiten veranlasst."

Wie Tanja Gräff genau gestorben ist, können die Ermittler noch nicht sagen: War es ein tragischer Unfall? Oder ist die junge Frau doch, wie bislang immer vermutet, einer Straftat zum Opfer gefallen? Wie die Untersuchungen am Schädel der Leiche am Mittwoch ergaben, ist Tanja Gräff offenbar nicht durch eine Kopfverletzung zu Tode gekommen. Das sage aber noch nichts darüber aus, wie die Studentin tatsächlich ums Leben gekommen sei.

Eine Beerdigung und eine Neuauflage des Falls "Tanja Gräff"
Auch der Anwalt der Mutter, Detlef Böhm, erhebt nun Vorwürfe gegen die Polizei. Warum hat man die Studentin damals nicht gefunden? Obwohl es eine der aufwändigsten Ermittlungen in der Geschichte von Rheinland-Pfalz war: Hundertschaften der Polizei durchforsteten Wälder, Taucher suchten in Baggerseen, sogar im Ausland suchte man nach der jungen Frau. Auch wurden schon damals Wohnungen durchsucht, die in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Fundort der Leiche liegen. Im Jahr 2011 startete die Polizei eine weitere Suchaktion – erneut an den roten Felsen in der Nähe der Fachhochschule. Und wieder waren die Ermittler nur wenige Meter vom Todespunkt Tanja Gräffs entfernt, seilten sich dort sogar ab – ohne sie zu finden.

Seit diesem Montag hat Waltraud Gräff die Gewissheit, dass ihre Tochter nicht mehr lebt, dass sie schon vor langer Zeit starb. Nach acht Jahren kann sich die Mutter von Tanja Gräff verabschieden: "Vorrangig ist einfach, den Menschen, den Körper, einfach nach Hause zu holen und ihn zu beerdigen. Das ist einfach immer mein Ziel gewesen." Wie Tanja Gräff gestorben ist, kann nun vielleicht auch noch beantwortet werden. Die Polizei kündigte an, den Fall komplett neu aufzurollen und alle Hinweise auf Basis der neuen Erkenntnisse noch einmal zu prüfen.

http://www.stern.de/tv/sterntv/seit-acht...m_campaign=alle

#27 RE: Presseberichte von Christine 14.05.2015 08:10

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Fall Tanja Gräff: Rechtsmediziner stellen keine Verletzungen an Schädel fest – Sonderkommission FH neu nimmt Arbeit auf

(Trier) Am Fundort der sterblichen Überreste von Tanja Gräff hat die Trierer Polizei am Mittwoch die Arbeiten beendet. Unterdessen gibt es ein erstes Ergebnis der Rechtsmedizin: An Tanjas Schädel wurden keine Verletzungen festgestellt.

Ein Dutzend Spezialkräfte der Wittlicher Bereitschaftspolizei und mehrere Trierer Kripobeamte haben am Mittwoch den dritten Tag in Folge das Gelände hinter dem Appartementhaus in Trier-Pallien abgesucht, wo Forstarbeiter am Montagmorgen die sterblichen Überreste entdeckt hatten. Das komplette Erdreich um die Fundstelle herum wurde seitdem gesiebt, um so auch kleinste Partikel, die von Belang sein könnten, zu finden.

Laut Polizeisprecher Karl-Peter Jochem wurde auch das Gelände oberhalb der Felswand von den Spezialisten unter die Lupe genommen, der Boden gesiebt. „Mir ist nicht bekannt, dass etwas gefunden wurde“, sagte Jochem zu volksfreund.de.


Die Ermittler gehen davon aus, dass die Trierer Studentin Tanja Gräff an dieser Stelle in Höhe des Appartementhauses vor acht Jahren 50 Meter in die Tiefe gestürzt ist.

Die Hintergründe sind noch völlig offen. In der Vergangenheit gingen die Ermittler stets von einem Gewaltverbrechen aus. Das am Ortsausgang von Pallien gelegene Appartementhaus ist Luftlinie nur wenige Hundert Meter von der Trierer Hochschule entfernt, wo Tanja in der Nacht zum 7. Juni 2007 zuletzt lebend gesehen wurde.

Die sterblichen Überreste der 21-jährigen Studentin aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) werden derzeit in der Mainzer Rechtsmedizin untersucht. Nach Angaben des Institutsleiters, Professor Reinhard Urban, hat eine erste Untersuchung des Schädels keine Hinweise auf äußere Gewalteinwirkung ergeben. Bedeutet: Tanja Gräff starb wohl nicht an den Folgen einer Kopfverletzung. Nach Angaben Urbans kann erst nach der Untersuchung der anderen Knochen möglicherweise gesagt werden, ob es sich um Tötungsdelikt gehandelt haben könnte oder einen Unfall.

Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen sagte unserer Zeitung, ihm liege keine Mitteilung über Untersuchungsergebnisse der Skelettteile vor. Auch zu einer möglichen Todesursache gebe es keine neuen Erkenntnisse.

Unterdessen hat die neu ins Leben gerufene 20-köpfige Sonderkommission ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll alle bis dato eingegangenen Hinweise und Spuren noch einmal neu bewerten. Auch einen Namen hat die Sonderkommission schon: Soko FH neu. Die nach dem Verschwinden Tanjas gegründete Kommission hieß Soko FH – Soko Fachhochschule.




http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...3.%20Mai%202015

#28 RE: Presseberichte von 14.05.2015 14:29

Seit 2007 vermisste Tanja Gräff tot
Polizei schließt Suche am Fundort ab

Die Spurensuche am Fundort der sterblichen Überreste von Tanja Gräff ist abgeschlossen. Auch am Mittwoch hatten Beamte das Gelände rund um die Felswand in Trier-Pallien abgesucht - ohne weitere Funde zu machen.


Etwa ein Dutzend Einsatzkräfte hatten seit Montag nach weiteren Beweisen gesucht. Auch der Bereich oberhalb der Felswand wurde von Polizisten großflächig geprüft. Die Knochen der seit Juni 2007 vermissten Trierer Studentin waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb der 50 Meter hohen Felswand auf einem Privatgelände gefunden worden. Unterdessen gibt es eine erste Stellungnahme eines Rechtsmediziners.

Keine Kopfverletzung feststellbar
Der Schädel weise "vom äußeren Aspekt her keine Verletzungen oder Werkzeugspuren auf, die auf eine Gewalteinwirkung gegen den Kopf unmittelbar Rückschlüsse zulassen", sagte der untersuchende Gerichtsmediziner der Universität Mainz, Professor Reinhard Urban, am Dienstag dem SWR. Tanja Gräff sei also offenbar nicht an einer Kopfverletzung gestorben. Bislang habe er lediglich den Schädel untersucht.

Dieses erste Ergebnis sage noch nichts darüber aus, wie die Studentin ums Leben gekommen sei. Zunächst müsse er noch die anderen Knochen untersuchen. Erst dann könne er Genaueres zu einer möglichen Gewalteinwirkung sagen. "Wenn wir Verletzungen finden, werden wir versuchen, zu differenzieren, ob es eben zwingend ein Tötungsdelikt ist oder ob das auch ein Unfall gewesen sein
könnte", sagte Urban.

Neue Sonderkommission nimmt Arbeit auf
Unterdessen arbeite die neue Sonderkommission daran, alle relevanten Spuren, die es bisher gab, in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten, sagte der Sprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte.
Die Hintergründe sind noch unklar. Möglich ist nach Angaben der Ermittler ein Verbrechen, aber auch ein Unfall. Der Fundort ist nur rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Tanja Gräff aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) vor fast acht Jahren nach einer Party zuletzt lebend gesehen worden war.

Auch Schmuck, Kleidung, Handy gefunden
Bei einer am Dienstag in Trier einberufenen Pressekonferenz hatte der Leitende Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen, mitgeteilt, dass neben dem Skelett auch Schmuck, Kleidung, Handy und Studentenausweis gefunden worden seien.
Der Fundort der Knochen lasse mehrere Deutungen zu, was tatsächlich passiert ist, so die Ermittler. Kriminalhauptkommissar Christian Soulier sagte, die sterblichen Überreste seien relativ nah beisammen aufgefunden worden. Es würde weiterhin wegen eines Tötungsdelikts ermittelt.
Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe

Zu Vorwürfen wegen mangelnder Ermittlungen sagte Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner, der jetzige Fundort sei in der Vergangenheit mehrfach von Hubschraubern, der Höhenrettung und Hunden abgesucht worden. Das Suchgebiet sei extrem groß und es habe keinen Hinweis auf einen konkreten Ort gegeben. Außerdem sei es nicht möglich gewesen, die Vegetation am Hang komplett zu entfernen. Der Einsatz von Wärmebildkameras sei damals schwierig gewesen, weil sich der Felsen durch die sommerlichen Temperaturen erwärmt habe.

"Hätten wir geahnt, dass sie dort liegt, hätten wir natürlich Rodungsarbeiten durchgeführt", sagte Soulier. Vorwürfe, die Polizei habe nicht richtig ermittelt, würden zu Unrecht erhoben, sagte auch Oberstaatsanwalt Fritzen. Die Polizei sei 2.000 Hinweisen nachgegangen, habe 900 Spuren geprüft und 250 Personen aus dem Umfeld der Studentin vernommen. Am Fundort selbst sei man aber nicht gewesen, da das von Bäumen und Sträuchern überwucherte Gelände zu Fuß nicht zugänglich war. Einsatzkräfte hätten sich aber an der rund 50 Meter hohen Felswand darüber bis zu einem Vorsprung abgeseilt.

Knochen bei Rodungsarbeiten entdeckt
Bei Rodungsarbeiten auf einem Gelände in Trier-Pallien waren am Montagmorgen menschliche Knochen, Reste von Bekleidung und persönliche Gegenstände gefunden worden. Die Arbeiter waren damit beschäftigt, den Steilhang freizuschneiden.

Der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm, sagte dem SWR, er sei vom Fundort der Leiche überrascht. Die Polizei habe den mehrfach abgesucht und nichts gefunden. Dies könnte an dem schwer zugänglichen Gelände liegen. Allerdings stelle sich auch die Frage, ob an bestimmten Stellen nicht akribisch genug gesucht wurde. "Man hätte jeden Stein umdrehen müssen."
Der Fund der sterblichen Überreste wäre für die Mutter "eine große Erleichterung", hatte Böhm am Montag vor der endgültigen Bestätigung durch die Polizei gesagt. "Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können." Seit dem Verschwinden der damals 21-jährigen Studentin sei kein Tag vergangen, an dem die Mutter nicht an das Schicksal ihrer Tochter gedacht habe. "Sie hat gespürt, dass sie tot ist."
Jahrelang erfolglos gesucht

Der Fall der vermissten Tanja Gräff beschäftigt seit acht Jahren Polizei, Familie und Freunde der Trierer Studentin. Mit Flugblättern und Plakaten wurde nach ihr gesucht. Polizei und Ermittler suchten zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Taucher durchkämmten Weiher bei Trier und die Mosel, hochmoderne Sonartechnik kam zum Einsatz. Selbst an einem Stausee in Luxemburg wurde nach Tanja Gräff gesucht - ohne Erfolg. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Polizei nicht weiter.

So will ein Zeuge in der Nacht von Tanja Gräffs Verschwinden Schreie wie "Lass mich in Ruhe" gehört haben. Auch Hinweise auf einen blauen Peugeot mit Luxemburger Kennzeichen verliefen erfolglos. Zudem appellierten die Eltern mehrfach öffentlich an den möglichen Mörder ihrer Tochter und baten um einen Hinweis, wo Tanja zu finden sei.

Auch eine Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Reihe "Aktenzeichen XY... ungelöst" hatte die Polizei nicht weitergebracht. "Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", sagten die Ermittler immer wieder. Dabei befand sich die Leiche wohl die ganze Zeit unweit vom Ort des Verschwindens.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp...ruhr/index.html

#29 RE: Presseberichte von 15.05.2015 19:52

Tanja Gräff kein Einzelfall: Immer wieder Vermisste am roten Felsen

(Trier) Der seit einigen Tagen aufgeklärte Vermisstenfall Tanja Gräff ist kein Einzelfall: In der Nähe des Fundorts von Tanjas sterblichen Überresten wird seit einiger Zeit ein weiterer Mensch vermisst. Und: An den roten Felsen in Trier-Pallien wurden schon häufiger Tote erst nach einiger Zeit entdeckt.

Raimund Ackermann kennt das Gebiet entlang der roten Felsen wie seine Westentasche. Der Trierer Streetworker kümmert sich schon seit langem um die Trierer Obdachlosenszene, betreut immer wieder auch Wohnsitzlose, die in dem Wald- und Felsengelände zwischen Pallien und Biewer leben. Einer von ihnen, Thomas Schmidt, wird seit anderthalb Jahren vermisst. „Er ist spurlos verschwunden“, sagt Ackermann, „wie vom Erdboden verschluckt.“

Thomas „Tom“ Schmidt lebte zuletzt in einer Hütte oberhalb eines Weinbergs der Vereinigten Hospitien. Laut Streetworker Ackermann ist das Gelände nur 200 Meter von der Stelle entfernt, wo am Montag die sterblichen Überreste der lange vermissten Trierer Studentin Tanja Gräff entdeckt wurden.


Auch nach dem Wohnsitzlosen Tom Schmidt wurde mehrfach gesucht. Zuletzt gab es im Sommer vergangenen Jahres eine größere Aktion, bei der auch acht Polizeihunde eingesetzt wurden. Ohne Erfolg. „Es wurde aber auch nur im Umkreis der Hütten gesucht“, sagt Streetworker Ackermann. Er beschreibt das Gelände am Fuß der roten Felsen als „sehr ursprünglich und unwegsam“. Selbst wenn man sich einen Weg freischlage, verbusche der schon nach kurzer Zeit wieder.

Von dem vermissten Wohnsitzlosen fehle noch immer jede Spur, bestätigt auch Polizeisprecher Karl-Peter Jochem. „Nicht ausgeschlossen, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte“, sagt Streetworker Raimund Ackermann.

In der Vergangenheit wurden am Fuß der roten Felsen schon häufiger Leichname entdeckt, die dort eine ganze Zeit gelegen hatten. In den beiden Fällen, die unserer Zeitung geschildert wurden, handelte es sich um Selbsttötungen.

1978 sprang in der Nähe der Stelle, wo jetzt die sterblichen Überreste Tanja Gräffs entdeckt wurden, eine 36-jährige Frau in den Tod. Bauarbeiter fanden ihre Leiche zwei Wochen später durch Zufall.

An einen ähnlichen Fall erinnert sich Bernd Michels, bis 2009 Chef der Trierer Mordkommission. In den 80er Jahren fanden Kletterer in Höhe der Kabinenbahn die sterblichen Überreste einer seit zwei Jahren vermissten Frau. Bei der intensiven Suche zuvor waren laut Michels nur ihr Auto und eine Handtasche gefunden worden.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4213991

#30 RE: Presseberichte von Bulli 18.05.2015 09:56

Der Fall Tanja Gräff
"Eine Handvoll Verantwortliche blockieren wichtige Ermittlungen"

Von Wolfgang Kaes
TRIER. Am Fronleichnamstag 2007 kommt Tanja nicht nach Hause. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Vor einer Woche wurde Tanja Gräffs Skelett gefunden. Obwohl es weiterhin Hinweise auf einen Mord gibt, ist der Fall für Staatsanwaltschaft damit abgeschlossen.


Ein schöner Ort, um Kinder heranwachsen zu sehen. Korlingen, Verbandsgemeinde Ruwer, Landkreis Trier-Saarburg. In dem 900-Seelen-Dorf wohnt man mitten in der Natur und stadtnah zugleich, bis ins Zentrum Triers sind es nur acht Kilometer. Waltraud Gräff wohnt in Korlingen. Allein. Das war nicht immer so. Viele Jahre lebte die heute 58-Jährige hier glücklich mit Mann und Kind. Ihr Mann Karl-Hans starb vor zwei Jahren. "Aus Gram", sagen ehemalige Arbeitskollegen. "Weil er seine geliebte Tochter verloren hat. Das einzige Kind."

Ein Abschied für immer

Vor acht Jahren, am Tag vor Fronleichnam, am Mittwochabend des 6. Juni 2007, fuhr Waltraud Gräff ihre Tochter Tanja die vier Kilometer von Korlingen nach Trier-Tarforst, das Universitätsviertel im Osten der Stadt. Dort ist die 21-jährige Lehramtsstudentin verabredet, zum "Vorglühen" in einer WG. Später will man noch weiterziehen, ans westliche Ende der Stadt, jenseits der Mosel, zum Sommerfest der Fachhochschule. Die FH liegt auf Schneidershof, einem waldreichen Hochplateau oberhalb des Flusses, der die älteste Stadt Deutschlands in zwei Hälften teilt.

Tanja Gräff trägt an diesem Abend T-Shirt, Jeans, Turnschuhe und eine Umhängetasche, die sie sich aus einem Hawaii-Hemd ihres Vaters genäht hat. Ihr Outfit führt sie noch rasch dem Vater vor, bevor sie mit der Mutter das Haus verlässt. "Wie sehe ich aus?" Die Meinung des Vaters ist ihr wichtig. "Fein siehst du aus; so kannst du laufen", sagt Karl-Hans Gräff.

Tanja ist während der kurzen Autofahrt bester Laune. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens ist sie meistens guter Laune. Zweitens genießt das alljährliche Sommerfest der FH bei jungen Leuten weit über die Grenzen Triers hinaus Kultstatus: sechs Live-Bands, mehrere Bühnen, diesmal werden (dank der hochsommerlichen Temperaturen) mehr als 10.000 Besucher erwartet. Drittens wartet in der WG Andreas (Name geändert) - ihr neuer Freund, Uni-Student sowie Gitarrist einer Death-Metal-Band.

Den und dessen Clique hat sie erst vor wenigen Wochen kennengelernt. Neuer Freund ist deshalb vielleicht zu viel gesagt, so genau weiß man das nicht, sie ist offenbar verknallt, aber vielleicht hegt nur Tanja diese Gefühle. Sie ist behütet aufgewachsen, hat früher gern mit den Jungs aus dem Dorf Fußball gespielt, betreibt Bogenschießen im Verein und engagiert sich ehrenamtlich als Betreuerin von Jugendfreizeiten. Die 1,73 Meter große, zierliche Frau mit dem rotblonden Haar ist beliebt, hat viele Freunde. Aber bislang gab es noch keine feste Liebesbeziehung.

In Trier-Tarforst springt Tanja Gräff um 20.30 Uhr aus dem Auto, winkt ihrer Mutter und verschwindet. Für immer. Waltraud Gräff sieht ihre Tochter nie wieder.


Tanja Gräff kommt nicht wieder zurück

Acht Jahre später ist Waltraud Gräff die Verbitterung deutlich anzumerken, als sie diesen Satz sagt: "Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Aber in meinem Fall ist die Zeit die Wunde." Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird die Wunde. Sie hat Härte entwickelt, weil die Medien sie all die Zeit nur leiden sehen wollen. Waltraud Gräff will aber nicht nur still leiden. Sie kämpft seit acht Jahren darum, dass der Tod ihrer Tochter aufgeklärt wird.

Am Fronleichnamstag 2007 kommt Tanja nicht nach Hause. Dabei wollte sie doch zum Mittagessen zurück sein. "Aber sie war ja ein erwachsener Mensch", sagt Waltraud Gräff. "Man will ja nicht die hysterische Mutter sein." Aber auch in der folgenden Nacht bleibt das Bett im Kinderzimmer unberührt. Über Handy ist Tanja nicht erreichbar, und nach einem Telefonat mit Andreas, der Tanja in Korlingen wähnt, erstatten die Eltern Vermisstenanzeige.

Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Aus den verschiedensten Kommissariaten der Trierer Kriminaldirektion werden 60 Ermittlungsbeamte der "SoKo FH" zugeordnet. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei durchkämmen die Wälder rund um das FH-Gelände. Taucher und Boote mit Sonar-Technik überprüfen die Mosel sowie die Seen in der Umgebung, auch jenseits der nahen Staatsgrenze im Herzogtum Luxemburg. Die von den Kriminalbeamten abgearbeiteten 3000 Hinweise aus der Bevölkerung, die protokollierten Zeugenvernehmungen, die gelisteten Spuren und Asservate füllen bald 200 Aktenordner.


Bundesweite Aufmerksamkeit

Der Fall erregt bundesweit Aufmerksamkeit. Die 107.000-Einwohner-Stadt, nicht eben eine Hochburg des Verbrechens, steht unter Schock; und die Polizei unter gewaltigem öffentlichem Druck - trotz oder wegen des bis dahin nicht gekannten personellen und logistischen Aufwands. Eine Belohnung in Höhe von 30.000 Euro wird ausgesetzt. Studenten unternehmen auf eigene Faust Suchaktionen, plakatieren Trier mit selbst entworfenen Fahndungsplakaten, initiieren Aufrufe und Diskussionsforen im Internet, die bald Heerscharen anonymer "Experten" eine willkommene Plattform für absurde Verschwörungstheorien bieten. Handy-Schnappschüsse vom Sommerfest werden der Polizei zur Verfügung gestellt, mehr als 6000 Fotos. Auf keinem einzigen kann Tanja Gräff entdeckt werden.

Stationen auf Tanjas Weg durch die Nacht lassen sich bruchstückhaft rekonstruieren. Mit Hilfe von Zeugen und der Auswertung der Funkzellen-Aufzeichnungen des Mobilfunkanbieters.


Seltsamer Zwischenfall mit Unbekanntem

Nach dem Vorglühen in der WG macht sich die Studentin mit Andreas und der neuen Clique im Shuttle-Bus auf den Weg zum Sommerfest. Dort treffen die acht jungen Leute gegen 23.30 Uhr ein. Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes kontrollieren den Haupteingang an der Zufahrt von der Bitburger Straße, wo auch die Busse halten, sowie einen Nebeneingang am Rande des roten Felsens, wie er in Trier genannt wird, ein 50 Meter hoher Steilhang aus Buntsandstein. Von dort führt ein schmaler Fußweg hinunter zur Kaiser-Wilhelm-Brücke, ein anderer in den Ortsteil Pallien, dessen Häuser sich unterhalb von Schneidershof auf dem schmalen Absatz zwischen der senkrechten Felswand und dem Westufer der Mosel ducken.

In den Menschenmassen verliert Tanja die neue Clique samt Andreas aus den Augen. Aber die 21-Jährige kennt genügend andere Besucher, ehemalige Schulfreunde etwa, Freunde aus ihrer alten Clique, Kommilitonen ihres Uni-Studiengangs. Sie kriegt gar nicht mit, dass ihr Schwarm Andreas und dessen Clique das Sommerfest gegen 3.30 Uhr verlassen, um mit dem Bus hinunter zum Nikolaus-Koch-Platz im Stadtzentrum zu fahren. Sie ist zu dieser Zeit mit Heiko auf dem weitläufigen, unübersichtlichen Festgelände unterwegs, um Andreas zu suchen, als Heiko sie für eine Weile aus den Augen verliert. Gegen 3.55 Uhr findet er Tanja wieder, an einem Bierstand. Als Heiko sie anspricht und ihr vorschlägt, gemeinsam mit dem Bus hinunter in die Stadt zu fahren, tritt ein ihm unbekannter Mann hinzu und schnauzt Heiko an: "Hey, lass die Tanja in Ruhe!" Der Unbekannte stößt ihn barsch weg, Heiko verzieht sich lieber und besteigt alleine den Bus.

In seiner späteren Zeugenaussage beschreibt er den Unbekannten als 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, schlank - und unsympathisch. Heiko glaubt aber, dass Tanja den Mann gekannt haben muss, weil er sie mit Vornamen ansprach und sie während des eigenartigen Zwischenfalls völlig entspannt blieb. Der Unbekannte wird nie identifiziert.


Um 4 Uhr morgens bricht die Handyverbindung ab

Nur wenige Minuten später trifft ein Trio alter Freunde (Svenja, Katharina und Tim) an jenem Bierstand auf Tanja, die gerade telefoniert (um 4.01 Uhr, mit Andreas, ergibt die Funkzellen-Auswertung; Andreas versichert in der Zeugenvernehmung, Tanja habe ihn angerufen und er habe ihr vorgeschlagen, in die Stadt nachzukommen). Die drei alten Freunde warten, bis Tanja ihr Handy-Telefonat beendet und fragt: "Wie komme ich denn jetzt am schnellsten zum Nikolaus-Koch-Platz?" Sie habe fröhlich gewirkt. Euphorisch gar. Svenja, Katharina und Tim erinnern sich, dass hinter Tanja zwei junge Männer standen, die offenbar zu ihr gehörten.

Den einen konnten sie nicht richtig sehen, weil sein Gesicht von Tanjas Schatten verdeckt wurde, aber den anderen Mann, den kann Svenja detailliert beschreiben: Mitte zwanzig, 1,80 Meter groß, mollig, schwarze Kleidung und ein auffälliger, spitz zulaufender Kinnbart. Die ganze Zeit habe der Mann mit dem Spitzbart das Trio feindselig angestarrt. Ob es sich bei dem anderen Mann möglicherweise um den Unbekannten handelte, der dort kurz zuvor Heiko angeblafft hatte, wird nicht ermittelt. Der identische Ort und der extrem kurze zeitliche Abstand zwischen den beiden Ereignissen legen den Verdacht nahe. Von dem Mann mit dem Spitzbart wird später ein Phantombild erstellt, aber nie veröffentlicht.

Tanja muss anschließend zum Nebenausgang geeilt sein, ergibt die Funkzellen-Auswertung. Um 4.13 Uhr telefoniert sie von dort erneut mit Andreas. Der wartet zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr am vereinbarten Treffpunkt am Nikolaus-Koch-Platz auf sie, sondern ist mit der Clique bereits auf dem Rückweg zur WG nach Tarforst im Osten der Stadt, um dort weiter zu feiern - unter anderem mit Andreas' Ex-Freundin Rena (Name geändert). Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Nebenausgang erinnert sich später an eine zierliche Frau mit rotblonden Haaren, die mit ihrem Handy telefonierte und sehr verärgert wirkte. Bei ihr standen zwei junge Männer. Das Telefonat um 4.13 Uhr ist Tanjas letztes Lebenszeichen. Danach ist das Handy tot. Nicht mehr erreichbar. Und niemand will die 21-Jährige nach 4.13 Uhr gesehen haben.


Schreie in der Nacht

Jenseits der Mosel verläuft die Zurmaiener Straße parallel zum Ostufer. Gegen 4.30 Uhr schreckt dort ein Theologiestudent von seinem Bett hoch. Schreie dringen durch das geöffnete Schrägfenster seines Mansardenzimmers. Angstvolle Schreie einer Frau in Bedrängnis. Er eilt ans Dachfenster, kann aber nichts sehen. Erst um 4.45 Uhr wird es allmählich hell, aber da sind die Schreie längst verstummt. Er ist sicher, dass die Schreie aus Richtung Moselufer kommen. Nur: von welcher Uferseite? Nachts tragen Wasserflächen den Schall besonders gut.

Eine Woche nach Tanjas Verschwinden durchkämmt ein Großaufgebot der Polizei den Ortsteil Pallien, nachdem am Nachmittag des 13. Juni 2007 mehrere Bewohner unabhängig voneinander Hilfeschreie einer Frau gehört haben. Aus Richtung Felswand. Die Polizei durchsucht 17 der rund 60 Häuser Palliens. Allerdings nicht das Apartmenthaus, hinter dem Tanjas Leiche acht Jahre später gefunden wurde. Am späten Abend zieht die Polizei erfolglos ab.

Während fünf Ohrenzeugen unabhängig voneinander versichern, die Hilfeschreie und das schreckliche Wimmern einer Frau gehört zu haben (O-Ton: "Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich mich daran erinnere"), meint ein anderer Ohrenzeuge, es hätte sich eher wie der Streit einer Mutter mit ihrem Kleinkind angehört. Obwohl eine Mutter mit Kleinkind als Quelle nie ermittelt wurde, gilt die Mutter-Kind-Version seither als offizielle Version der Polizei - und die "Pallien-Spur" als erledigt.


Ermittlungen kommen zu keinem Ergebnis

200 Aktenordner. Kein Ergebnis. Ein halbes Jahr nach Tanjas Verschwinden wird die 60-köpfige "SoKo FH" auf eine 15-köpfige Ermittlungskommission reduziert. Im Januar 2009 wird auch die "EK FH" aufgelöst, die Akten gehen zurück an das K11, das für Kapitaldelikte zuständige Kommissariat. "Hier wird ein erfahrener Kriminalbeamter den Fall übernehmen", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Im Abschlussbericht der "EK FH" gipfelt der aktuelle Erkenntnisstand nach 19 Monaten in dem Satz: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es zwischen 4.15 Uhr und 4.45 Uhr zu einem unbekannten Geschehensablauf gekommen." Bernd Michels, damals Leiter der SoKo, drückte es so aus: "Wir suchen nicht die Nadel im Heuhaufen - wir suchen den Heuhaufen."

Die Jahre gehen ins Land. Im Dezember 2014 veröffentlicht die örtliche Lokalzeitung, der "Trierische Volksfreund", einen Bericht, der nichts Neues erzählt, aber von seiner Anmutung gut in die besinnliche Adventszeit passt. Waltraud Gräff kommt darin zu Wort. "Als Mutter fühle ich, dass meine Tochter nicht mehr lebt", sagt sie. Und dass sie kein Vertrauen mehr in die Arbeit der Polizei habe.

Auch die Behörden kommen zu Wort. Derzeit gebe es "keine Anhaltspunkte für weitere erfolgversprechende Ermittlungen", versichert Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen: "Es ist wirklich nichts unversucht gelassen worden, den Fall aufzuklären oder zumindest einen erfolgversprechenden Ermittlungsansatz zu finden." Den Artikel liest auch Günter Deschunty - und ist empört. Er schickt einen Leserbrief an seine Lokalzeitung, der auch abgedruckt wird. "Ich widerspreche der Staatsanwaltschaft ganz entschieden, wenn sie behauptet, man hätte nichts unversucht gelassen", schreibt er darin. "Seit nunmehr vier Jahren verzögern und blockieren eine Handvoll Verantwortliche wichtige Ermittlungen."

Bevor Günter Deschunty 2012 in Pension ging, war er 46 Jahre lang Polizeibeamter, zuletzt Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter des K16 (Observation und Fahndung) der Kriminaldirektion Trier. In dieser Position war Deschunty einer der 60 Ermittler der "SoKo FH", bis die im Januar 2008 aufgelöst wurde. Doch der Fall Tanja Gräff ließ Deschunty nie los, auch wenn er von Amts wegen nicht mehr zuständig war. In regelmäßigen Abständen nahm er sich die alten Fallakten vor, in der stillen Hoffnung, etwas zu finden, was damals übersehen worden war.


Der Unbekannte wird identifiziert

Im Januar 2011, dem Jahr vor seiner Pensionierung, stößt er auf die alte Aussage der Zeugin Svenja, die zwei Männer in Begleitung Tanjas am Bierstand beschrieb, und das nie veröffentlichte Phantombild des Mannes mit dem Spitzbart. Auf den 6000 eingesendeten Fotos vom Sommerfest ist zwar Tanja nicht zu sehen - aber gleich mehrfach der von Svenja beschriebene schwarz gekleidete, mollige junge Mann mit dem Spitzbart.

Deschunty findet die beiden Studentinnen, die jene Fotos damals einsendeten, und kann den Mann mit dem Spitzbart identifizieren: ein ehemaliger Trierer FH-Student aus dem nahen Saarland, der sein Studium bald nach Tanjas Verschwinden abbrach und der saarländischen Polizei bestens bekannt ist: gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung. Nennen wir ihn P. Der junge Mann mit dem hohen Aggressionspotenzial gehört der Death-Metal-Szene an, so wie Gitarrist Andreas, Tanjas damaliger "Freund".

Im Kofferraum seines schwarzen Volvo Kombi fährt P. einen Kindersarg spazieren, der dient den Musikboxen als Resonanzkörper. Den Kindersarg mag man vielleicht als geschmacklosen Humor eines Angehörigen der dem Satanismus nahestehenden Death-Metal-Musikszene abtun - so geschmacklos wie der Umstand, dass Tanjas Schwarm Andreas im Jahr nach dem Sommerfest mit seiner Band ein Musikvideo veröffentlicht, das zeigt, wie ein gesichtsloser Mann in einem Gewölbekeller eine junge, zierliche Frau mit rotblonden Haaren foltert und bestialisch ermordet.

Weniger erklärbar ist da schon, warum Andreas' Ex-Freundin Rena am Tag nach dem Sommerfest über das Internet-Forum "StudiVZ" folgende Botschaft an Andreas schickte: "Du Arschloch hast Beweismaterial von meinem Handy gelöscht." Ähnlich unerklärlich sind die beiden Vernehmungen des Zeugen P. durch Beamte des K11 am 29. Juli 2011 und am 11. Mai 2012, nachdem K16-Leiter Günter Deschunty Monate zuvor seine Erkenntnisse an das K11 weitergereicht hatte.


Auch die Handyverbindung des Unbekannten brach nach 4 Uhr ab

P. sagt darin aus, er habe Tanja Gräff nicht gekannt und sei ihr auch auf dem Sommerfest nicht begegnet. Er sei dort die ganze Zeit mit seiner Freundin Katharina (Name geändert) zusammen gewesen. Katharina wird zunächst nur per Telefon gefragt, ob sie das Alibi bestätige. P. lässt sich während der Vernehmungen jedes Wort aus der Nase ziehen, verwickelt sich in auffällige Widersprüche, aber die Ermittler haken nicht nach.

Wer sich die Funkzellen-Aufzeichnung anschaut, erkennt, dass P. sich um 4.09 in der Nähe des Nebenausgangs aufhielt und während des Abends exakt zehn Mal per Handy seine Freundin kontaktierte, mit der er angeblich ununterbrochen zusammen war - und Katharina zwischen 1.07 und 4.07 fünf Mal nicht P., sondern ihren Ex-Freund D. per Handy kontaktierte. Verhalten sich so Paare, die den Abend gemeinsam verbringen?

Später, am 16. November 2011, wird sie doch noch vernommen und erklärt, man habe viel getrunken; sie sei sauer gewesen, weil P. dauernd nach anderen Frauen schaute. Schließlich sei sie alleine in die Innenstadt gelaufen und habe bei ihrem Ex-Freund D. übernachtet.

Um 4.24 Uhr schaltet P. sein Handy ab und ist für den Rest der Nacht nicht mehr erreichbar. Er habe in seinem am Moselufer geparkten Volvo übernachtet, sagt er in der zweiten Vernehmung aus, während er in der ersten Vernehmung angab, noch in der Nacht zurück ins Saarland gefahren zu sein.


Staatsanwaltschaft verfolgt Spur nicht weiter

Vor einer Woche wurde Tanjas Skelett gefunden, hinter einem sechsstöckigen Haus mit vier Dutzend Wohnungen am Rande des Ortsteils Pallien. Über das Hochplateau ist das fast ein Kilometer Fußweg vom FH-Gelände bis zur möglichen Absturzstelle. Durch den Wald, in völliger Dunkelheit, ohne erkennbares Ziel? Ein 1,40 Meter hoher, stabiler Zaun schützt dort vor unfreiwilligen Abstürzen.

Die Studentinnen mit den Handy-Schnappschüssen von P. wohnten in Pallien - im selben Haus wie einer der Ohrenzeugen, der eine Woche nach dem Fest die Hilfeschreie einer Frau vernahm. Der ebenfalls im Haus wohnende Sohn dieses Ohrenzeugen gehörte wie P. der Death-Metal-Szene an, spielte mit Tanjas "Freund" Andreas in einer Band - und beging 2012 Selbstmord. Das mögen Zufälle sein - aber eine Spur bilden solche Zufälle allemal. Sollte man meinen. Die Trierer Staatsanwaltschaft vertritt im "Abschlussbericht zur Spitzbart-Spur" vom 31. Juli 2012 eine andere Meinung: "Weitere Ermittlungen erscheinen nicht mehr angezeigt."

Der Fall Tanja Gräff: "Eine Handvoll Verantwortliche blockieren wichtige Ermittlungen" | GA-Bonn - Lesen Sie mehr auf:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news...l#plx1384896966

#31 RE: Presseberichte von Bulli 18.05.2015 14:20

Schwere Vorwürfe im Fall Tanja Gräff

„Jemand hat Tanja einfach weggeworfen“

Erstellt 18.05.2015

Juni 2007: Junge Leute betrachten in der Trierer Innenstadt ein Vermissten-Plakat, das eine Privatinitiative aufgehängt hat. Foto: picture-alliance/ dpa

Die Mutter der toten Tanja Gräff, deren Leiche nach Jahren zufällig gefunden wurde, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Trierer Polizei. Die Ermittlungsbehörden geraten nun in Erklärungsnöte. Hat man nicht gut genug ermittelt? Von Wolfgang Ka


Trier.
Seit einer Woche sind alle Bewältigungsmechanismen, die sich Waltraud Gräff in den vergangenen acht Jahren aufgebaut hat, Makulatur. "Jede Nacht kommt nun dieses Bild: Jemand hat meine Tochter weggeworfen, einfach weggeworfen und verrotten lassen wie ein Stück Vieh."

Hinter einem sechsstöckigen Apartmenthaus im Trierer Ortsteil Pallien fanden Forstarbeiter am vergangenen Montag Teile eines Skeletts und Gegenstände, die eindeutig der im Juni 2007 verschwundenen 21-jährigen Studentin Tanja Gräff zugeordnet werden können. Der Eigentümer des Gebäudes hatte die Rodung am Fuß des Steilhangs aus Buntsandstein veranlasst, weil er befürchtete, dass die morschen Bäume Schäden anrichten könnten.

Die Ermittlungsbehörden geraten nun in Erklärungsnöte, weil der gesamte "rote Felsen", wie die Trierer den 50 Meter hohen Hang am Moselufer nennen, in den vergangenen Jahren angeblich akribisch abgesucht worden war. Inzwischen bildete die Kripo eine 20-köpfige Sonderkommission, die noch einmal alle bislang gesammelten und in 200 Aktenordnern gelisteten Spuren überprüfen soll. Die 58-jährige Mutter der Toten hat allerdings kein großes Vertrauen mehr in die Arbeit der Trierer Ermittlungsbehörden. "Ich wiederhole meinen alten Wunsch: Mir wäre es nach den bisherigen Erfahrungen lieber, das Mainzer Landeskriminalamt würde den Fall übernehmen."

Ähnlich äußert sich auch Waltraud Gräffs Anwalt Detlef Böhm, der auf einige "nicht nachvollziehbare und völlig inakzeptable Nachlässigkeiten" stieß. Insbesondere kritisiert Böhm, dass zwei Spuren viel zu früh zu den Akten gelegt worden seien. Auch sei das Umfeld der neuen Clique der Studentin nicht ausreichend überprüft worden.




Für Waltraud Gräff ergeben sich aus den aktuellen Mitteilungen und Mutmaßungen der Staatsanwaltschaft mehr Fragen als Antworten: "War Tanja vielleicht schon tot, als man sie den Hang hinabwarf? Oder lebte sie noch nach dem Sturz? Oder ist sie gar nicht herabgestürzt, sondern wurde am Fuß des Hangs abgelegt?" Die Rechtsmediziner der Universität Mainz untersuchen derzeit das Skelett. Das Ergebnis steht noch aus. Aber aus Mainz war inzwischen zu erfahren: Zumindest der Schädel ist unversehrt.

Vor acht Jahren, am Tag vor Fronleichnam, am Mittwochabend des 6. Juni 2007, fuhr Waltraud Gräff ihre Tochter Tanja nach Trier-Tarforst, das Universitätsviertel im Osten der Stadt. Dort ist die 21-jährige Lehramtsstudentin verabredet, zum "Vorglühen" in einer WG, mit ihrer neuen Clique. Später will man noch weiterziehen, ans westliche Ende der Stadt, zum Sommerfest der Fachhochschule. Die FH liegt auf einem waldreichen Hochplateau oberhalb des Flusses, der die älteste Stadt Deutschlands in zwei Hälften teilt. Tanja Gräff trägt an diesem Abend T-Shirt, Jeans, Turnschuhe und eine Umhängetasche, die sie sich aus einem Hawaii-Hemd ihres Vaters genäht hat.

Tanja ist während der Fahrt bester Laune. Erstens ist sie meistens guter Laune. Zweitens genießt das alljährliche Sommerfest der FH bei jungen Leuten weit über die Grenzen Triers hinaus Kultstatus: Sechs Live-Bands, mehrere Bühnen, diesmal werden (dank der hochsommerlichen Temperaturen) mehr als zehntausend Besucher erwartet. In Trier-Tarforst springt Tanja um 20.30 Uhr aus dem Auto, winkt ihrer Mutter und verschwindet. Für immer. Waltraud Gräff sieht ihre Tochter nie wieder.


Die Polizei geht bald von einem Verbrechen aus. Aus den verschiedensten Kommissariaten der Trierer Kriminaldirektion werden 60 Ermittlungsbeamte der "SoKo FH" zugeordnet. Hundertschaften der Bereitschaftspolizei durchkämmen die Wälder rund um das FH-Gelände. Taucher und Boote mit Sonar-Technik überprüfen die Mosel sowie die Seen in der Umgebung, auch jenseits der nahen Staatsgrenze im Herzogtum Luxemburg.

Um 4.01 Uhr und um 4.13 Uhr benutzt Tanja auf dem FH-Gelände ihr Handy, ergibt später die Funkzellenauswertung. Danach ist das Handy tot. Jemand hat es ausgeschaltet. Und nach 4.13 Uhr will niemand der zehntausend Festbesucher Tanja Gräff gesehen haben.

Ein halbes Jahr nach Tanjas Verschwinden wird die 60-köpfige "SoKo FH" durch eine 15-köpfige Ermittlungskommission ersetzt. Am 16. Januar 2009 wird auch die "EK FH" aufgelöst, die Akten gehen zurück an das K11, das für Kapitaldelikte zuständige Kommissariat. Im Abschlussbericht der "EK FH" gipfelt der aktuelle Erkenntnisstand nach 19 Monaten in dem Satz: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es zwischen 4.15 Uhr und 4.45 Uhr zu einem unbekannten Geschehensablauf gekommen." Bernd Michels, damals Leiter der SoKo, drückte es so aus: "Wir suchen nicht die Nadel im Heuhaufen - wir suchen den Heuhaufen.

http://www.rundschau-online.de/aus-aller...0,30723400.html

#32 RE: Presseberichte von luna 18.05.2015 23:13

"Verantwortliche blockieren wichtige Ermittlungen"
Fall Tanja Gräff: Mutter äußert Vorwürfe gegen Ermittler
Von Wolfgang Kaes

TRIER.
Am Fronleichnamstag 2007 kommt Tanja nicht nach Hause. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Vor einer Woche wurde Tanja Gräffs Skelett gefunden.......................



Beitrag wurde von mir gelöscht, da 1:1 der gleiche Beitrag, den @Bulli schon gelistet hatte.

Die Moderatorin

#33 RE: Presseberichte von Christine 19.05.2015 13:13

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FALL TANJA GRÄFF19. Mai 2015 05:16; Akt: 19.05.2015 09:20 Print

Acht Jahre lang wurde die Studentin Tanja Gräff vermisst. Die Angehörigen gingen sogar in die Kriminalsendung Aktenzeichen XY ungelöst, um Antworten auf ihre vielen offenen Fragen zu bekommen.

Während acht Jahren wurde nach der Studentin gesucht und keinerlei Spuren gefunden. Bis vor einer Woche dann menschliche Überreste entdeckt wurden.

Es stellte sich heraus, dass alles auf einen Unfall hindeuten könnte. Trotzdem wird ein Gewaltverbrechen zurzeit nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Dennoch stellen sich viele Leute die Frage, wie es möglich ist, dass erst acht Jahre nach dem Verschwinden eine Spur auftaucht, obwohl die Fundstelle mehrere Male von Spürhunden abgesucht wurde. Die Pressestelle der Luxemburger Polizei erklärt: "Eine Suchaktion findet meistens auf regionaler Ebene statt. Der Regionaldirektor ist verantwortlich für den gesamten Einsatz. Der Ablauf hängt vor allem davon ab, ob es eine einfache Vermisstenaktion ist oder ob bereits bekannt ist, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt."

Probleme

Laut Polizei werden, wenn gebraucht, ebenfalls die regionalen Hilfskräfte alarmiert. Dies können lokale Feuerwehren oder Einsatzzentren sein. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft wird sich dann abgesprochen. Die Polizei verfügt ebenfalls über einen Helikopter, der dann zum Einsatz kommen kann. "Am Helikopter ist eine Infrarotkamera angebracht. Anhand dieser kann man über einem Wald sofort erkennen, ob sich ein Mensch dort befindet oder nicht.

Probleme gibt es aber, wenn es sich um Leichen handelt, die sich bereits eine längere Zeit im Wald befinden. Ein gleiches Problem ist, wenn ein Körper unter einem Stamm begraben liegt. Dann kann unsere Infrarotkamera dies nicht erkennen", so die Polizeipressestelle. Eine Suchaktion ist meist das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen, erklärt die Polizei weiter. Im Fall Gräff wurde angeblich die Fundstelle bereits einige Zeit nach dem Verschwinden der Studentin abgesucht. Doch vergebens. "Auch die Spürhunde schlagen nicht immer an. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, auch wenn die Chancen sehr hoch stehen, dass man eine vermisste Person wiederfindet", so die Polizei weiter.

Wenn es eine Suchaktion in den Grenzgebieten gibt, kann laut Polizeiinformationen auch auf die Hilfe der benachbarten Polizeigruppen zurückgegriffen werden.



DNA-Proben vom Skelett

Nicht weit von der Hochschule, die Tanja Gräff besuchte, wurden die sterblichen Überreste der Studentin gefunden. Dabei handelt es sich um das Skelett der Frau. Doch kann man auch nach acht Jahren eindeutige DNA-Spuren an menschlichen Überresten nachweisen?

Der Rechtsmediziner Ulrich Preiß beantwortet diese Frage mit „Jein“. Es hängt immer davon ab, welchen Bedingungen der leblose Körper ausgesetzt war. Kühl und trocken sei besser als warm und feucht.

"Zudem wird mengenmäßig mehr Material benötigt, um eine DNA zu erstellen. Ein paar Gramm genügen. Aus diesem wird dann das sogenannte Knochenmehl hergestellt, aus dem wir eine DNA herauslesen können. Normalerweise, also bei einem lebendigen Körper, reicht eine einzige Zelle aus, um die DNA herauszulesen", so Preiß.

Elemente von Zähnen seien, laut dem Mediziner, viel vorteilhafter als Knochen, weil sie mehr DNA-haltiges Material enthalten als Knochenmark. Laut Preiß wird ebenfalls DNA als Vergleichsmaterial benötigt (dies kann ein Haar aus einem Kamm sein, der von der verstorbenen Person benutzt wurde), um eindeutig zu sagen, ob es sich bei den menschlichen Überresten um dieselbe Person handelt oder nicht.




http://www.tageblatt.lu/nachrichten/gros.../story/17251121

#34 RE: Presseberichte von Christine 19.05.2015 13:17

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RECHTSMEDIZINER14. Mai 2015 09:08; Akt: 14.05.2015 09:27
Tanja Gräffs Schädel nicht verletzt

Nach dem Fund der sterblichen Überreste von Tanja Gräff ist die Todesursache noch immer unklar. Ihr Schädel ist unverletzt, sagt ein Rechtsmediziner.

Die Trierer Studentin Tanja Gräff ist offenbar nicht durch eine Kopfverletzung zu Tode gekommen. Das habe eine erste Untersuchung des Schädels der Toten ergeben, sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Uni Mainz, Professor Reinhard Urban, am Mittwoch. Der Schädel weise "vom äußeren Aspekt her keine Verletzungen oder Werkzeugspuren auf, die auf eine Gewalteinwirkung gegen den Kopf unmittelbar Rückschlüsse zulassen". Bislang hat Urban lediglich den Schädel untersucht.

Dieses erste Ergebnis sage aber noch nichts darüber aus, wie die Studentin ums Leben gekommen sei, sagte Urban. Zunächst müsse er noch die anderen Knochen untersuchen. Erst dann könne er etwas Genaueres zu einer möglichen Gewalteinwirkung sagen. "Wenn wir Verletzungen finden, werden wir versuchen, zu differenzieren, ob es eben zwingend ein Tötungsdelikt ist oder ob das auch ein Unfall gewesen sein könnte", sagte er.

Tödliche Verletzungen an anderen Körperstellen

Auch wenn jemand abstürze, müsse nicht unbedingt der Kopf dabei verletzt werden. Es könne auch tödliche Verletzungen an anderen Körperteilen geben, etwa am Brustkorb. Zu der Frage, ob er glaube, die Todesursache noch feststellen zu können, sagte er: "Die Möglichkeiten kann ich im Moment nicht einschätzen, weil ich die Knochen noch nicht kenne." Er warte noch auf den Rest. Einige Knochen befänden sich "innerhalb von Kleidung".

Die sterblichen Überreste von Tanja Gräff waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb einer 50 Meter hohen Felswand in Trier-Pallien auf einem Privatgelände gefunden worden. Die junge Frau war seit Juni 2007 vermisst.

"Nichts übersehen"

Am Mittwoch durchsuchte die Polizei weiter das Gelände rund um den Fundort der Leiche. "Wir wollen sichergehen, dass wir nichts übersehen", sagte ein Sprecher der Polizei. Auch der Bereich oberhalb der Felswand wurde von Polizisten großflächig geprüft.

Unterdessen arbeitet die neue Sonderkommission daran, alle relevanten Spuren, die es bisher gab, in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten, sagte der Sprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Fundort ist rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Gräff vor fast acht Jahren zuletzt lebend gesehen worden war.


http://www.tageblatt.lu/nachrichten/gros.../story/19134265

#35 RE: Presseberichte von Christine 19.05.2015 13:21

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TOTE TANJA GRÄFF 12. Mai 2015 16:06; Akt: 12.05.2015 17:07
Kein Durchblick im Dickicht

Sicher ist nur eines: Tanja Gräff ist tot. Wie sie vor fast acht Jahren ums Leben kam, ist noch immer ein Rätsel. Eine neue Sonderkommission soll Licht ins Dunkel bringen.

Sie waren so dicht dran, aber die Leiche haben sie dann doch nicht gesehen. Im tiefen Dickicht unter Ahornblättern und wuchernden Brombeerhecken verborgen lag die tote Tanja Gräff, während um sie herum eine der größten Suchaktionen in der rheinland-pfälzischen Polizeigeschichte ablief. An der 50 Meter hohen Felswand über ihr seilten sich Höhenretter herab. Leichenhunde machten vor dem dichtem Gesträuch halt, Drohnen und die Wärmebildkamera eines Hubschraubers konnten die Baumkronen nicht durchblicken.

"Wir haben das ganze Gelände mehrfach abgesucht, ohne dass wir auf diesen Punkt kamen", sagt der Leiter der Trierer Mordkommission, Christian Soulier, am Dienstag. Damit meint er jene zwei mal drei Meter, auf denen am Montag die sterblichen Überreste der seit Juni 2007 vermissten Trierer Studentin von Forstarbeitern zufällig entdeckt wurden. Zunächst war es nur der Schädel, dann fanden Ermittler fast das ganze Skelett. Und ihren Schmuck, ihr Handy und ihren Studentenausweis.

Das Gelände sei damals zu Fuß einfach nicht zugänglich gewesen, sagt Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner. Erst bei den derzeitigen Rodungsarbeiten sei ein Durchblick möglich geworden.

Polizei steht unter Erklärungsdruck

Die Trierer Polizei steht unter Erklärungsdruck, denn selten hat ein Vermisstenfall bundesweit derart für Aufsehen gesorgt. Eine junge Frau verschwindet nach einem Sommerfest an der Hochschule - spurlos.

Alle Suchaktionen, die bis zum Stausee in Luxemburg reichten, verliefen im Nichts. Und dann liegt die Tote gerade mal einen Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie verschwand. "Man kann ja nicht alles roden, was einem im Weg ist", sagt Soulier.

Schnell waren sich damals Polizei und Staatsanwaltschaft sicher: Die 21-Jährige aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) musste Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein. Doch nach dem Fund der Leiche stellen sich viele Fragen neu: Ist die junge Frau damals möglicherweise auf dem Felsenhöhenweg aus 50 Metern Höhe abgestürzt? War es ein Unfall? Oder war es ein Verbrechen?

Zu früh für Spekulationen

"Es ist einfach noch zu früh, in Spekulationen einzutreten", sagt der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. "Wir müssen abwarten, was die Ergebnisse der Rechtsmedizin uns bringen und dann irgendwie versuchen, einen Geschehensablauf zu rekonstruieren." Es werde aber auf jeden Fall weiter wegen eines Tötungsdelikts ermittelt.

Eine neu gegründete 20-köpfige Sonderkommission soll Licht ins Dunkel bringen. "Wir werden also mit großem Aufwand da wieder einsteigen müssen", erklärt der Oberstaatsanwalt. Heißt: Alle knapp 3000 Hinweise und Spuren werden im Licht des Leichenfundes neu bewertet. Auch ein Zeuge, der in jener Nacht "einen weibliche Hilfeschrei" an der Mosel vernommen haben will, soll noch mal gehört werden.

Viele offene Fragen

Gibt es DNA-Spuren auf den Kleidern der Toten? Können Verletzungsmuster an den Knochen Auskunft über ihren Tod geben? All diese Fragen werden erst in Wochen beantwortet. "Das Auffinden der Leiche bringt die Ermittlungen zweifellos ein wesentliches Stück weiter. "Aber es ist noch ein weiter Weg bis zur Aufklärung des Todes von Tanja Gräff", sagt Chefermittler Fritzen. Es werde "geraume Zeit" in Anspruch nehmen.

Möglicherweise sei es ja auch schon zu spät, meint der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm. Hätte man die Tote früher gefunden, wäre die Aufklärung ihres Todes sicher leichter gewesen. Er verstehe nicht, warum die Studentin übersehen wurde: "Es stellt sich jetzt die Frage, wie akribisch die Polizei damals gesucht hat."


http://www.tageblatt.lu/nachrichten/stor...ckicht-21078701

#36 RE: Presseberichte von Bulli 20.05.2015 00:19

Tanja Gräff: Ein Fall, der Trier schockt

SP | 19.05.2015

Es gibt in Trier wohl niemanden, der den Namen Tanja Gräff nicht kennt. Fast acht Jahre lang hielt der Fall die Bevölkerung in Atem - und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Forstarbeiter fanden zwar die sterblichen Überreste der Studentin – nur knapp einen Kilometer von der Stelle entfernt, wo sie zuletzt gesehen worden war. Aufgeklärt ist der Tod von Tanja Gräff damit noch lange nicht. WochenSpiegel-Mitarbeiter erinnern sich an Fall.

Der Fall Tanja Gräff gehört sicherlich zu den spektakulärsten Vermisstenfällen in Rheinland-Pfalz. Überregionale Medien wie Spiegel, Stern, FAZ und Süddeuschte berichteten immer wieder über die Studentin. Auch die Sendung "Aktenzeichen XY" widmete ihr 2011 einen Beitrag. Jahrelang wurde spekuliert was mit Tanja Gräff die am 7. Juni 2007 nach einer Party an der Hochschule Trier verschwand, wirklich geschehen war.

Von der Polizei verhört

Viele unserer WochenSpiegel-Mitarbeiter erinnern sich noch gut an den Fall. "Ich musste damals eine Aussage bei der Polizei machen", erzählt Jan, Mitarbeiter in der Redaktion. Tanja Gräff hatte an der Uni Trier Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert. Sie saß mit Jan in einem Seminar. "Die Polizei hat damals alle männlichen Seminarteilnehmer befragt. Ich habe Tanja ein paar Mal im Seminar gesehen, kannte sie aber nicht persönlich", erinnert sich Jan. "Ich wurde von zwei Polizisten verhört, sowas kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen."

Laptop durchsucht

Ähnlich erging es dem damaligen Freund von Dunja Feller, Kauffrau für Dialogmarketing in unserem Haus. Die beiden waren auch auf der Party an der Hochschule gewesen. Die Polizei untersuchte nach dem Verschwinden von Tanja Gräff auch deren Laptop. "Da haben sie ein Bild gefunden, auf dem mein damaliger Freund im Hintergrund zu sehen war. Er musste bei der Polizei aussagen und genaue Angaben darüber machen, mit wem er auf der Party war und was er die ganze Zeit über gemacht hat." Die Polizei rief auch Dunja Feller an, sie musste das Alibi ihres damaligen Freundes bestätigen.

Bei Sucharbeiten vor Ort

Unsere Redakteurin Claudia Neumann war kurz nach dem Verschwinden bei den Sucharbeiten vor Ort. "Ich war dabei als sie Pallien abgeriegelt haben, bei der großen Suchaktion an der Hochschule und am Silbersee. Der Fall hat mich nie ganz losgelassen. Dass Tanja Gräff jetzt quasi dort gefunden wurde, wo sie verschwunden ist, macht mich fassungslos."


Tanja Gräff verschand am 7. Juni 2007 nach einer Party an der Hochschule Trier. Foto: FF
An unterschiedlichen Plätzen wurde nach Tanja Gräff gesucht, wie im Silbersee bei Hockweiler. Foto: Archiv/Neumann
Auch im Weisshauswald in der Nähe der Hochschule suchte die Polizei nach Tanja Gräff. Foto: Archiv/Neumann
Ein Schild und Blumen erinneren in der Nähe der Hochschule an Tanja Gräff. Foto: Arens
Forstarbeiter fanden die sterblichen Überreste in einem Steilhang am roten Felsen. Foto: Neumann«


Tanja Gräff verschand am 7. Juni 2007 nach einer Party an der Hochschule Trier. Foto: FFAn unterschiedlichen Plätzen wurde nach Tanja Gräff gesucht, wie im Silbersee bei Hockweiler. Foto: Archiv/NeumannAuch im Weisshauswald in der Nähe der Hochschule suchte die Polizei nach Tanja Gräff. Foto: Archiv/NeumannEin Schild und Blumen erinneren in der Nähe der Hochschule an Tanja Gräff. Foto: ArensForstarbeiter fanden die sterblichen Überreste in einem Steilhang am roten Felsen.


Tanja Gräff verschand am 7. Juni 2007 nach einer Party an der Hochschule Trier. Foto: FF

Weiter Weg, bis Fall aufgeklärt ist

Was genau mit Tanja Gräff geschehen ist und ob sie Opfer eines Verbrechens wurde oder ob es ein tragisches Unglück war, ist derzeit noch nicht klar. Die Polizei untersucht momentan das Skelett und die Kleidung. "Das Auffinden der Leiche hat uns ein Stück weiter gebracht. Aber wir sollten uns da nichts vormachen. Es ist noch ein weiter Weg, bis der Fall aufgeklärt ist", erklärte Peter Fritzen der leitende Oberstaatsanwalt bei einer Pressekonferenz vergangene Woche (wir berichteten). Eine neue Soko ist bereits gegründet worden. Sie wird den rund 900 Spuren von damals nochmals nachgehen.

Das sagen Uni und Hochschule

Der Fall Tanja Gräff hat auch die Uni und die Hochschule Trier stark bewegt. Der WochenSpiegel hat Studenten und Hochschulleiter gefragt. Zum Artikel geht es hier.

http://www.wochenspiegellive.de/en/trier...-trier-schockt/

#37 RE: Presseberichte von 20.05.2015 14:41

Stadt Trier, Kreis Trier-Saarburg
Tanja Gräff: Das sagen Uni und Hochschule
SP | 19.05.2015

Der Fall Tanja Gräff hat auch die Uni und die Hochschule Trier stark bewegt. Der WochenSpiegel hat Studenten und Hochschulleiter gefragt.

http://www.wochenspiegellive.de/trier/st...und-hochschule/

#38 RE: Presseberichte von 20.05.2015 17:21

Mittwoch, den 06. Juni 2007

FH-Sommerfest
Fachhochschule Trier

INFORMATIONEN
Location: Fachhochschule
Adresse: Trier
Beginn: Keine Angabe
Musikstil: Alternative, House, Electro, Independent

NUR FÜR MITGLIEDER!
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BESCHREIBUNG

2 Bühnen, 7 Bands, 4 Tanzflächen, 12 DJs
FH-Sommerfest

Erstmals wird das FH-Sommerfest dieses Jahr nicht mehr vom FH-AStA, sondern vom produktion e.V. organisiert: und der kündigt neben Altbewährtem einige Neuerungen an. So wird zum Beispiel dieses Jahr auch im Parkhaus gefeiert, um der Menschenmassen Herr zu werden - immerhin zählte das Fest in den letzten Jahren bis zu 11.000 Besucher. Wegfallender Parkraum wird mit einem kostenlosen Shuttle-Bus-Transfer kompensiert.

Auch inhaltlich heißt es »größer, schöner, bunter, lauter«: Auf mittlerweile zwei Bühnen spielen 7 Bands: POLYETHYLEN, THE HOBOSCOPES, THE GENTLES; BE GOOD, CHRIS OPEN END, COOKIE JAY und MAYQUE ROCKT. 12 regionale DJs werden auf vier Tanzflächen dafür Sorge tragen, dass von Alternative über House/Elektro und Black bis zum notwendigen Mainstream wirklich keiner tanztechnisch zu kurz kommt.

Ab ca. 01:00 Uhr nachts wird das Cineasta Kurzfilmkino auf der Hauptbühne loslegen; während des gesamten Abends werden junge Kreative aller Couleur auf der »Kreativmeile« ihr Können zur Schau stellen.

Bus-Shuttle:
Hinfahrt:
alle 10 Minuten ab Parkplatz Hela Baupark - Parkplatz Messepark - Treveris Passage.
Alle 15 Minuten ab Mitfahrerparkplatz Sirzenich.

Rückfahrt:
bis 01:00 Uhr alle zehn Minuten. Von 01:00 bis 06:00 Uhr alle 15 Minuten.


Externer Link
http://sofe.fh-trier.de


http://www.gesichterparty.de/termine/show/YpomOXydUYk

#39 RE: Presseberichte von Bulli 21.05.2015 23:21

http://lokalo.de/artikel/91891/wird-fall-tanja

MAINZ/TRIER. Der Fall Tanja Gräff findet offensichtlich kein Ende sondern ist nach dem Auffinden der sterblichen Überreste wieder hochaktuell. Viele Fragen sind noch offen, warten auf eine Klärung. Mindestens ebenso viele Spekulationen geistern durch die Welt. Jetzt aber wird der Fall auch noch politisiert und für den beginnenden Wahlkampf benutzt
Der Bonner Generalanzeiger scheint derzeit ein besonderes Interesse am Fall Tanja Gräff gefunden zu haben. Die Bonner Tageszeitung brachte jetzt einen Artikel, in dem sie sich mit der Talkshow von Markus Lanz aus dem Mai 2014 beschäftigt. Allerdings befasst sich der Beitrag weniger mit den Fragen zu Tanja Gräffs Verschwinden, als vielmehr mit einer angeblichen Einmischung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer in den Ablauf der Sendung.

In dem Artikel wird behauptet, Herr Lanz habe vor der Sendung Tanjas Mutter gefragt, ob es eine bestimmte Frage gäbe, die er ihr stellen solle oder könne, um ihr zu helfen. Frau Gräff habe daraufhin gesagt, dass Sie Frau Dreyer einen langen Brief geschrieben habe, der die Bitte beinhaltete, die Ministerpräsidentin möge Sorge tragen, dass die Polizei alle Spuren im Fall Tanja Gräff noch einmal neu betrachten möge. Dieser Brief sei aber bis zum Zeitpunkt der Sendung nicht beantwortet worden. Herr Lanz habe Frau Gräff daraufhin zugesichert, Fragen in diese Richtung zu stellen.



Weiter wird behauptet, zunächst habe ein Mitarbeiter von Lanz Frau Gräff kurze Zeit später mitgeteilt, es habe beim Sender einen Anruf aus der Mainzer Staatskanzlei gegeben. Dann wird suggeriert, dass dieser Anruf, beauftragt von Malu Dreyer, verhindert habe, dass Herr Lanz die entsprechenden Fragen stellte.

Damit die Verhältnisse auch klar gestellt werden, schieben die Bonner noch die Informationen nach, das Dreyer Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder ist und ihr Vorgänger und Parteifreund Kurt Beck der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Dreyer im nächsten Jahr eine schwierige Landtagswahl habe, die “ohnehin belastet durch den Nürburgring-Skandal” sei.

Wenn dem so ist, wie der Generalanzeiger es beschreibt, wäre das Ganze ein ungeheuerlicher Vorgang, der nicht zuletzt auch ein Angriff auf die Pressefreiheit darstellen würde. lokalo.de hat in der Staatskanzlei nachgefragt. In der Antwort bestätigt Monika Fuhr, Pressesprecherin der Ministerpräsidentin, dass Frau Gräff sich Ende 2013 mit einem Brief an Dreyer gewandt hat. In der Folge habe es verschiedenste Kontakte zwischen der Staatskanzlei und Frau Gräff gegeben und außerdem auch ein persönliches Treffen zwischen Malu Dreyer und Waltraud Gräff.

Die Frage, ob die Staatskanzlei Einfluss auf die Talkshow von Lanz genommen habe, wies Fuhr nachdrücklich als falsch zurück. Es habe, so Fuhr, im Vorfeld der Sendung eine Anfrage der Redaktion gegeben, in der nach der Existenz eines Briefes von Frau Gräff an die Ministerpräsidentin gefragt wurde. Diese Existenz habe Fuhr diesem Brief bestätigt. Mehr nicht.


Eine gleichlautende Antwort gab es von der Pressestelle des Zweiten Deutschen Fernsehens. Dort bestätigt man die Nachfrage nach dem Brief und weist die Behauptung, es sei von der Landesregierung Einfluss auf die thematische Gestaltung der Talkshow Einfluss genommen worden, mit Vehemenz zurück.

Detlef Böhm, Rechtsanwalt der Familie Gräff, sagt auf Nachfrage durch lokalo.de, er könne die Vorwürfe, die im Generalanzeiger erhoben werden, ebenfalls nicht bestätigen und frage sich ohnehin, wo die Bonner die Informationen, mit denen das Blatt aufwarte, her haben. Alles in allem scheint es sich also doch eher um Spekulationen zu handeln, die nicht belegbar sind. Und Spekulationen helfen im Fall Tanja Gräff niemandem.


KOMMENTAR


Der Fall Tanja Gräff hinterlässt viele Fragen, die dringend noch geklärt werden müssen. Jetzt, wo man die sterblichen Überreste von Tanja gefunden hat, muss, soweit das nach acht überhaupt möglich ist, geklärt werden, was damals passierte. Dazu sollte man der Gerichtsmedizin und der Kriminaltechnik die notwendige Zeit einräumen, ihre Arbeit gründlich zu verrichten.

Jetzt aber kommt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Mainzer Landtag, Alexander Licht, und postet den Artikel des Bonner Generalanzeigers im sozialen Netzwerk Facebook. Da fragt man sich, warum er das tut? Der Hintergrund kann eigentlich nur sein, dass er den Text zu Wahlkampfzwecken nutzen will. Ist das angemessen?

Keine Frage: wäre irgendetwas von dem, was der Generalanzeiger hier an die Wand malt, beleg- und nachweisbar wäre, dann müsste es thematisiert werden. Aber es lässt sich nichts belegen und Licht benutzt den Artikel, um den politischen Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken. Das ist nicht nur schlechter Stil, es steht auch im krassen Gegensatz zur Aussage der Mainzer CDU-Chefin Julia Klöckner. Die hatte nach der letzten CDU-Klausur bekannt gegeben, man wolle im anstehenden Wahlkampf auf Sachthemen setzen, nicht aber Attacken gegen den politischen Gegner reiten.

Man kann sich fragen, was der Hinweis, Dreyer habe im nächsten Jahr eine schwierige Landtagswahl zu bestehen, in dem Beitrag der Bonner Zeitung zu suchen und zu dem Schluss kommen, der Autor stehe einer bestimmten Partei nahe. Das mag auch angehen und rechtens sein. Wenn aber Licht als führendes Parteimitglied der CDU diesen Artikel kommentarlos bei Facebook platziert, sind die Absichten, die er verfolgt, nur allzu durchsichtig. Das hat Tanja Gräff und ihre Familie nicht verdient.

#40 RE: Presseberichte von Bulli 22.05.2015 15:10

Von Petra Pluwatsch

Acht Jahre lang war Studentin Tanja Gräff spurlos verschwunden. Dann tauchen ihre sterblichen Überreste auf, nur ein paar Hundert Meter vom Ort ihres Verschwindens entfernt. Ein Besuch in Trier, Tanjas Heimat.

Trier.
Das Haus mit der Nummer 74 an der Bonner Straße in Trier ist ein schmuckloser Betonbau aus den 80er Jahren. Wie Schuhschachteln kleben die kleinen, fahlgelben Balkone an der Fassade. Vor dem Haus tobt der Verkehr der E 53 Richtung Zentrum. Direkt dahinter ragt eine Wand aus Stein in den Himmel. Den „roten Felsen“ nennt man in Trier an der Mosel den rund 50 Meter hohen Steilhang aus Buntsandstein, der so nackt und glatt ist, dass nur ein paar Büsche mühsam Halt an ihm finden.

Hier, im dichten Unterholz am Fuße der Felswand, direkt neben Haus 74, entdeckte vor wenigen Tagen ein Trupp geschockter Arbeiter durch Zufall das, was – acht Jahre nach ihrem spurlosen Verschwinden im Sommer 2007 – von der Lehramtsstudentin Tanja Gräff übrig geblieben ist: Knochen. Zähne. Ein Paar altersfleckige Turnschuhe. Ohrringe. Ein altmodisches Handy. Die zerschlissenen Reste einer Tasche mit Hawaiimuster. Und einen Studentenausweis der Hochschule Trier, der auch die letzten Zweifel beseitigte: Tanja Gräff aus Korlingen war endlich gefunden – und Deutschlands wohl bekanntester Vermisstenfall um einige Fragen reicher.

Trotz 3000 Hinweisen acht Jahre keine Spur

Warum wurden die sterblichen Überreste der junge Frau erst jetzt entdeckt? Obwohl die vermutliche Absturzstelle, der Kamm des roten Felsens, nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt liegt, an dem sie zum letzten Mal gesehen wurde. Obwohl die Trierer Polizei mehr als 3000 Hinweisen nachging und die Ermittlungsakten „EK FH KD Trier Tanja Gräff“ 200 umfangreiche Aktenordner füllen.
Eine Woche nach dem schrecklichen Fund in Triers Stadtteil Pallien sind die Rodungsarbeiten neben Haus 74 beendet, die Absperrbänder der Polizei wieder zusammengerollt. Baumstümpfe und bloßgelegtes Wurzelwerk markieren die Stelle, an der Tanjas Leiche vermutlich seit den Morgenstunden des 7. Juni 2007 lag, dem Tag ihres Verschwindens.

An einer Fußgängerbrücke über die E 51, die zum Campus der Hochschule Trier führt, hängt noch immer ein Suchplakat mit ihrem Foto, das Freunde der 21-Jährigen nach deren Verschwinden an den Eisengittern festzurrten. „Wo ist Tanja? Wir vermissen dich. Insgesamt 30.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise.“ Die Ränder des Plakats sind im Laufe der Jahre wellig geworden, die Telefonnummer, unter der sich eventuelle Informanten melden konnten, kaum noch zu lesen. Allein die Frage, wo Tanja all die Jahre war – diese Frage ist seit dem Montag vergangener Woche beantwortet.

Jahrelang wurde intensiv nach Tanja gesucht - nicht nur von der Polizei, auch von privaten Initiativen.
(BILD: Pluwatsch)
Am Stuckradweg, einer schmalen, von Wald gesäumten Straße, die um den Campus herumführt, erinnert eine kleine Gedenkstätte an die tote Studentin. Auf dem Boden stehen auch heute wieder frische Blumen und Grablichter. Ein kniender Engel aus Stein hält mit beiden Armen ein Herz mit der Aufschrift „Wir vermissen dich“ umschlungen. Der Suchaufruf aus dem Jahr 2007 ist ergänzt worden durch aktuelle Zeitungsberichte über das Auffinden von Tanjas Leiche. Daneben hängt ein namenloses Dankesschreiben „für die große Anteilnahme und Mithilfe von euch allen“.

Auf einem der nahen Parkplätze des Campus’ ist Tanja vor acht Jahren ein letztes Mal von Freunden gesehen worden. Hier findet in der Nacht zu Fronleichnam ein gigantisches Sommerfest statt: sechs Livebands, mehrere Bühnen, rund 10.000 Besucher. Bis in die Morgenstunden dröhnt die Musik über das weitläufige Gelände der Hochschule. Gegen vier Uhr, das wird die Polizei ein paar Tage nach Tanjas Verschwinden bekanntgeben, feiern noch etwa 5000 Menschen auf den zur Partymeile umfunktionierten Parkplätzen.

Leidenschaft fürs Bogenschießen

Die 21-Jährige wohnt noch bei ihren Eltern in Korlingen, einem idyllisch gelegenen 900-Seelen-Örtchen bei Trier. Sie ist das einzige Kind von Waltraud und Karl-Hans Gräff, eine fröhliche junge Frau mit einem großen Freundeskreis und einem ungewöhnlichen Hobby. Sie ist Mitglied in einem Verein für Bogenschießen. Eines der letzten Fotos zeigt sie am Sonntag vor ihrem Tod bei einem Schießwettbewerb. Waltraud Gräff fährt die Tochter gegen 20 Uhr nach Trier-Tarforst. Tanja will sich vor dem Fest noch mit Freunden treffen, die sie erst kürzlich kennengelernt hat. „Sie ist als gesunder, froher, fröhlicher Mensch um die Ecke gegangen. Und sie ist nie mehr zurückgekommen“, erinnert sich Waltraud Gräff in einem Fernsehbeitrag an die letzte Begegnung mit ihrem einzigen Kind.


Zum Verschwinden

Die Lehramtsstudentin Tanja Gräff verschwand am 7. Juni 2007 nach dem Besuch eines Sommerfests an der Hochschule Trier, ohne ein Spur zu hinterlassen. Am 11. Mai 2015 wurden bei Rodungsarbeiten im Trierer Stadtteil Pallien ihre sterblichen Überreste entdeckt. Sie lagen unterhalb des „roten Felsens“, einer rund 50 Meter hohen Steilwand. Der Felsen ist etwa einen Kilometer von der Hochschule entfernt. (ksta)


Seit zwei Jahren lebt sie allein in dem Einfamilienhaus mit der großen Terrasse. Karl-Hans Gräff ist vor zwei Jahren im Alter von 68 Jahren gestorben. Bis heute ist das Zimmer der Tochter unverändert. An der Wand hängen Filmplakate und eine „To-do“-Liste für die Uni. Auf dem bunt bezogenen Bett sitzen Plüschtiere, als warteten sie geduldig auf die Rückkehr ihrer Besitzerin. Allein die Engelsfigur und der Gedenkstein für Tanja vor dem stillen großen Haus, die frischen Blumen und die halb abgebrannten Teelichter, die Nachbarn und Freunde aufgestellt haben – sie erzählen in diesen Tagen eine ganz andere Geschichte.

Späte Telefonate am Abend des Verschwindens

Tanja trifft an jenem verhängnisvollen Abend erst gegen 23.30 Uhr mit ihren Freunden auf dem Campusgelände ein. Die Fete ist in vollem Gange, schon bald verliert man sich im Gewühl. Gegen 3.55 Uhr trifft ein Freund sie an einem Bierstand wieder – und wird von einem bis heute Unbekannten barsch abgefertigt, „die Tanja“ in Ruhe zu lassen. Drei weitere Freunde sehen sie wenige Minuten später noch einmal an dem Bierstand. Diesmal ist sie in Begleitung von zwei unbekannten Männern, von denen zumindest einer identifiziert und von der Polizei befragt wird – wenn auch erst vier Jahre nach Tanjas Verschwinden.

Zwei Telefonaten mit ihrem Handy sind noch dokumentiert: um 4.01 und um 4.13 Uhr. Dann wird das Gerät abgeschaltet. Tanjas Spur verliert sich im Dunkel der Nacht. Wurde sie nach einem Streit in die Tiefe gestoßen? Hat sie sich auf dem unwegsamen Gelände verlaufen und ist abgestürzt?

Die Hochschule liegt einsam auf einem dicht bewaldeten Hochplateau oberhalb von Pallien. Über eine grasüberwachsene Holztreppe hinter dem inzwischen geschlossenen Restaurant „Weißhaus“ gelangt man schnell in den Wald – und zur vermutlichen Absturzstelle. Eichen und Buchen säumen den schmalen, von Wurzeln überwachsenen Wanderweg, der am Rand des Felsmassivs entlang führt. Nur an einigen Stellen ist er durch ein etwa 1,30 Meter hohes Eisengitter gesichert. Oberhalb von Haus 74 führt eine Art Trampelpfad durch niedriges Gebüsch direkt zur Kante des roten Felsens. Hier steht kein Gitter.

Nach Tanjas Verschwinden wird die Gegend mehrmals abgesucht. Spürhunde und Hubschrauber sind im Einsatz. Polizisten seilen sich am roten Felsen in die Tiefe. In Pallien werden 17 Häuser durchsucht, nachdem man die Hilfeschreie und das Wimmern einer Frau gehört haben will. Auch Tanjas Freunde schalten sich ein. Sie starten eine große Plakataktion in Trier und richten eine Internetseite ein, auf der sie um Hinweise auf den Verbleib der Freundin bitten.

Tanja bleibt verschwunden.

Tanjas Mutter kritisiert Polizei-Arbeit

Acht Jahre später muss sich Bernd Michels, bis 2009 Leiter der Trierer Mordkommission und Chef der „Soko FH“, viele Fragen gefallen lassen. Etwa die, damals nicht gründlich genug nach der Vermissten gesucht zu haben. „Man hätte jeden Stein umdrehen müssen“, sagt Detlef Böhm, der Anwalt von Waltraud Gräff. Das sei offensichtlich nicht geschehen, denn dann hätte man Tanja finden müssen. Waltraud Gräff zeigt sich schon seit Jahren unzufrieden mit der Arbeit der Ermittler. Mögliche Spuren seien nicht genügend verfolgt, Hinweisen nicht nachgegangen worden.

Michels kennt diese Vorwürfe. Nachvollziehen kann er sie nicht. „Sehen Sie sich das Gelände am roten Felsen doch an“, sagt er und erklärt der Reporterin den Weg durch den Wald zur möglichen Absturzstelle. „Dann verstehen Sie, warum wir sie nicht gefunden haben.“ Auch ihm und den Kollegen wäre viel erspart geblieben, hätte man Tanja früher entdeckt. „Dann hätten wir nicht in Bangkok und Gott-weiß-wo suchen müssen, nur weil jemand behauptet hat, sie dort gesehen zu haben.“

2009 ist Michels in den Ruhestand gegangen. Der Fall Tanja Gräff hat ihn nie losgelassen, „Jetzt ist wenigstens diese quälende Ungewissheit vorbei“, sagt er. „Auch wenn man noch immer nicht weiß, was genau passiert ist.“

http://www.mz-web.de/panorama/vermissten...6,30753746.html

#41 RE: Presseberichte von 27.05.2015 19:12

Fall 2: Tanja
Zuletzt wurde sie auf einem Sommerfest der Fachhochschule Trier gesehen. Dann verschwand Tanja Gräff spurlos. Nach acht langen Jahren der Ungewissheit, am 11. Mai 2015, wurden die sterblichen Überreste der damals 21-jährigen Studentin schließlich gefunden.

dpa/Polizei Derzeit wird die Todesursache von Tanja Gräff ermittelt.
Schon wenige Tage nach dem Leichenfund wurde bekannt, dass Tanja Gräff offenbar nicht durch eine Kopfverletzung zu Tode gekommen ist. Das habe eine erste Untersuchung des Schädels der Toten ergeben, sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Uni Mainz, Professor Reinhard Urban, am Mittwoch.

Nach Leichenfund: Alle Hinweise sollten neu bewertet werden
Doch welche Erkenntnisse ergeben sich aus der weiteren Untersuchung der sterblichen Überreste? Die Polizei hatte außerdem angekündigt, alle Hinweise im Licht des Leichenfundes neu zu bewerten. Haben sich dadurch neue Ermittlungsansätze aufgetan?

Der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen möchte dazu noch keine Auskünfte geben, verweist darauf, dass noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen. Auch die Polizei hält sich bedeckt. „Es gibt nichts Neues seit dem Leichenfund“, sagt Pressesprecher Karl-Peter Jochem lediglich zu FOCUS Online. Einzelanfragen der Presse werde man nicht mehr beantworten.
Tanjas Mutter wirft Ermittlern Versäumnisse vor

Dabei müsste es der Polizei an Transparenz gelegen sein. Die Behörden wurden schon mehrfach öffentlich für ihre Arbeit kritisiert. So warf Tanja Gräffs Mutter selbst den Ermittlern vor, den damals neuen Freundeskreis ihrer Tochter nicht richtig unter die Lupe genommen zu haben. Der pensionierte Polizeibeamte Günter Deschunty kritisierte seine Kollegen dafür, bestimmten Spuren nicht konsequent nachgegangen zu sein.

Und auch als die Leiche von Tanja Gräff nur einen Kilometer entfernt vom Ort ihres Verschwindens entdeckt wurde, wurde Kritik an den Behörden laut. „Es stellt sich jetzt die Frage, wie akribisch die Polizei damals gesucht hat“, sagte Detlef Böhm, Anwalt von Tanja Gräffs Mutter.

http://www.focus.de/panorama/tragische-v...id_4710270.html

#42 RE: Presseberichte von 28.05.2015 11:09

27. Mai 2015, 18:50 Uhr
Mordfall Tanja Gräff
Vorurteile gegen Death Metal


Der Todesfall Tanja Gräff ist tragisch für die Familie, aber er rechtfertigt nicht die tendenziöse und einseitige Berichterstattung über die Death-Metal-Szene speziell in Trier.

"Tod am roten Felsen" vom 13. Mai:

Der Todesfall von Tanja Gräff ist unfassbar und tragisch für die Familie der Verstorbenen. Es ist zu hoffen, dass noch geklärt werden kann, wie es zum Tod der jungen Frau kam. Die Vorwürfe, die zuständigen Behörden hätten in diesem Fall nicht gründlich genug in alle Richtungen ermittelt, erscheinen gerechtfertigt; ihnen sollte nachgegangen werden - diese vermeintlichen Ermittlungsfehler rechtfertigen jedoch keineswegs eine derart einseitige und tendenziöse Berichterstattung über die "Death-Metal-Szene".

Die Darstellung, dass es in dieser Musik um "Horror, Tod und Folter" gehe, ist viel zu oberflächlich - diese Themen spielen eine Rolle, aber nicht im glorifizierenden Sinne, sondern als Beschreibung der alltäglichen und historischen Gewaltformen in der Welt. Darüber hinaus werden vielfältige religiöse, soziale und politische Themen aufgegriffen und verarbeitet. Da eine tiefere Beschäftigung mit dieser Musik im Artikel nicht stattfindet, werden hier gesellschaftliche Vorurteile zumindest implizit bedient. Verstärkend wirkt dabei die Thematisierung eines willkürlich herausgegriffenen Musikvideos, in welchem der Autor ungerechtfertigter Weise eine Verbindung zum Tod von Tanja Gräff sucht. Hierbei handelt es sich meiner Ansicht nach um eine bewusst gewählte Interpretation, um den bisher geschilderten Eindruck des Death Metal - brutal, gewalttätig etc. - beim Leser zu verfestigen. Die düstere Beschreibung eines Trierer Kulturzentrums tut ihr Übriges, dies zu verstärken.

Mit dieser Vorgehensweise wird meines Erachtens nach sogar dem Anliegen des Anwalts von Tanja Gräffs Mutter zuwidergehandelt, der aussagte, der Musikgeschmack allein müsse noch gar nichts heißen - trotz dieser klaren Aussage wird explizit über ein Musikgenre berichtet, statt eventuelle Pannen im Ermittlungsverfahren tiefergehend zu thematisieren und zu analysieren.


Vor dem Hintergrund dieser einseitigen und tendenziösen Einordnung des Death Metal einzelne Personen nur aufgrund von Indizien, die auf eine wesentlich größere Menge von Personen zutreffen (z.B. des Wohnorts), herauszugreifen, ist aus meiner Sicht höchst problematisch, da dadurch die wilden Spekulationen um Tanja Gräffs Tod nur weiter angeheizt werden - ohne dass dadurch irgendjemand profitieren würde. Benjamin Koerfer, Trier

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen.

Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch hier in der Digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und bei Süddeutsche.de zu veröffentlichen.

forum@sueddeutsche.de
©SZ vom 28.05.2015

http://www.sueddeutsche.de/kolumne/mordf...metal-1.2495754

#43 RE: Presseberichte von 29.05.2015 11:11

Fall Tanja Gräff: Sonderkommission befragt 50 Zeugen erneut

(Trier) Die „Sonderkommission FH neu“, die nach dem Auffinden der sterblichen Überreste von Tanja Gräff am 11. Mai gegründet wurde, arbeitet intensiv an der Aufklärung des Falls. Unter anderem stehen Zeugenvernehmungen, Hinweisüberprüfungen und Aktensichtung auf der Agenda der 20 Beamten.


Nachdem die sterblichen Überreste der seit dem 7. Juni 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff in einem unwegsamen Gelände in Trier-Pallien gefunden wurden, sind erfahrene Kriminalbeamte nun dabei, rund 900 Spuren, die bisher zusammengetragen wurden, im Hinblick auf die Erkenntnisse am Fundort erneut zu überprüfen.

Unter anderem haben die Beamten über 50 Zeugen erneut befragt, die damals oder heute in der Wohnanlage wohnten oder arbeiteten, hinter der die sterblichen Überreste gefunden worden waren. Unterstützt werden die Ermittler von Spezialisten des Landeskriminalamtes und von externen Gutachtern.

Alles zum Fall Tanja Gräff gibt es HIER

Sie untersuchen derzeit die Bekleidungsreste und persönlichen Gegenstände, die am Fundort gesichert wurden. „Aufgrund der Beschaffenheit dieser Asservate können die Untersuchungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen,“ sagt Soko-Leiter Christian Soulier.

Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor.

Neben diesen Überprüfungen geht die Soko auch Hinweisen nach, die nach dem Auffinden der sterblichen Überreste der Trierer Studentin eingegangen sind.

Rund 40 Bürger hatten sich seither bei den Ermittlern gemeldet. „Die Hinweise beziehen sich teilweise auf bekannte Sachverhalte,“ sagt Soulier, „nichtsdestotrotz werden wir natürlich alle Angaben überprüfen.“

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4225758

#44 RE: Presseberichte von Christine 29.05.2015 13:28

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29.05.2015 10:52
Trier, Sonderkommission arbeitet intensiv am Fall Tanja Gräff

Die „Sonderkommission FH neu“, die nach dem Auffinden der sterblichen Überreste von Tanja Gräff am 11. Mai gegründet wurde, arbeitet intensiv an der Aufklärung des Falls. Unter anderem stehen Zeugenvernehmungen, Hinweisüberprüfungen und Aktenstudium auf der Agenda der 20 Beamtinnen und Beamten.
Nachdem die sterblichen Überreste der seit dem 7. Juni 2007 vermissten Studentin in einem unwegsamen Gelände in Trier-Pallien gefunden worden waren, hatte die Kriminaldirektion Trier die Sonderkommission eingesetzt. Die erfahrenen Kriminalbeamtinnen und –beamten sind nun dabei rund 900 Spuren, die bisher zusammengetragen worden waren, im Hinblick auf die Erkenntnisse am Auffindeort erneut zu überprüfen. Unter anderem haben die Beamten über 50 Personen erneut befragt, die damals oder heute in der Wohnanlage wohnten oder arbeiteten, hinter der die sterblichen Überreste gefunden worden waren. Unterstützt werden die Ermittler von Spezialisten des Landeskriminalamtes und von externen Gutachtern. Sie untersuchen derzeit z.B. die Bekleidungsreste und persönlichen Gegenstände, die am Fundort gesichert wurden. „Aufgrund der Beschaffenheit dieser Asservate können die Untersuchungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen,“ sagt Soko-Leiter Christian Soulier. Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor.
Neben diesen Überprüfungen geht die Soko auch Hinweisen nach, die nach dem Auffinden der sterblichen Überreste der Trierer Studentin eingegangen sind. Rund 40 Bürgerinnen und Bürger hatten sich seither bei den Ermittlern gemeldet. „Die Hinweise beziehen sich teilweise auf bekannte Sachverhalte,“ sagt Soulier, „nichtsdestotrotz werden wir natürlich alle Angaben überprüfen.“


Herausgebende Stelle: Kriminaldirektion Trier

#45 RE: Presseberichte von 29.05.2015 17:47

Fall Tanja Gräff: Dutzende neue Hinweise und 900 alte Spuren

(Trier) Im Fall der vor acht Jahren ums Leben gekommenen Trierer Studentin Tanja Gräff hat die Polizei Dutzende neue Hinweise bekommen. Ob die 21-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, ist noch offen. Für die Ermittler steht aber fest: Tanja Gräff stürzte den roten Felsen hinunter.
Sterbliche Überreste von Tanja Gräff entdeckt



Die Ermittler der 20-köpfifen Sonderkommission sind im Fall Tanja Gräff seit Tagen damit beschäftigt, sämtliche 900 Spuren noch einmal neu unter die Lupe zu nehmen. Seit vor knapp drei Wochen Forstarbeiter per Zufall auf das Skelett der seit Juni 2007 vermissten jungen Frau gestoßen sind, haben die Trierer Mordermittler in dem bundesweit Schlagzeilen machenden Fall endlich eine konkrete Spur.


Nach Informationen unserer Zeitung steht die Identität der am Fuß der roten Felsen im Trierer Stadtteil Pallien gefundenen sterblichen Überreste inzwischen zweifelsfrei fest, nachdem der genetische Fingerabdruck vorliegt. Mit dem Untersuchungsergebnis der Mainzer Rechtsmedizin rechnet Soko-Chef Christian Soulier in der nächsten Woche.

Vielleicht kann dann auch schon gesagt werden, ob die junge Frau aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Ermittler gehen davon aus, dass Tanja Gräff die an dieser Stelle etwa 50 Meter hohe Felswand hinabgestürzt ist. Aber wurde sie gestoßen, hinuntergeworfen, oder war es ein Unglück? Der Soko-Leiter will nicht spekulieren.

Ein besonderes Augenmerk wird laut Soulier derzeit auf die Spuren gelegt, die einen räumlichen Bezug zur Fundstelle des Skeletts haben. Dazu gehöre neben vielen anderen auch die sogenannte Drachenhausspur.

Das Drachenhaus liegt im Weishauswald zwischen dem Bierstand, wo Tanja Gräff in der Nacht ihres Verschwindens definitiv gesehen worden war und dem Felsenweg, von dem sie hinab stürzte. Dort sind Zeugen einer jungen Frau begegnet, deren Beschreibung auf Tanja passt und die zudem Tanja gerufen wurde.

Sie sei in Begleitung eines schwarz gekleideten jungen Mannes gewesen und habe nervös und aufgeregt gewirkt. „Eine interessante Spur“, sagt auch Detlef Böhm, der Anwalt von Tanjas Mutter Waltraud Gräff.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4226014

#46 RE: Presseberichte von Christine 30.05.2015 08:45

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14. Mai 2015 12:57; Akt: 14.05.2015 13:19


Ermittler graben nach Spuren im Fall Tanja Gräff
TRIER - Wie starb die Studentin Tanja Gräff? Die Ermittler stochern weiter im Nebel. Der Fundort der Leiche wird jetzt großflächig untersucht.

Nach dem Fund der sterblichen Überreste der Trierer Studentin Tanja Gräff suchen die Ermittler nach weiteren Puzzleteilen in dem rätselhaften Fall. Die Polizei durchkämmte am Mittwoch erneut das Gelände rund um den Fundort der Leiche - unweit der Hochschule, wo die junge Frau im Juni 2007 zuletzt lebend gesehen worden war.

«Bis 16.00 Uhr haben die Kollegen gesiebt und gegraben», sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Auch der Bereich oberhalb der Felswand sei großflächig geprüft worden. Ob dabei weitere Spuren entdeckt wurden, war zunächst unklar.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler kam Tanja Gräff nicht durch eine Kopfverletzung zu Tode. Das habe eine erste Untersuchung des Schädels der Toten ergeben, sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Mainz, Professor Reinhard Urban, am Mittwoch. Der Schädel weise «vom äußeren Aspekt her keine Verletzungen oder Werkzeugspuren auf, die auf eine Gewalteinwirkung gegen den Kopf unmittelbar Rückschlüsse zulassen». Im Gespräch mit L'essentiel schloss Urban nicht aus, dass Tanja Gräff den Sturz aus 20 Metern zunächst überlebt hatte.

Unfall oder Tötungsdelikt

Die sterblichen Überreste von Tanja Gräff waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb einer 50 Meter hohen Felswand in Trier-Pallien auf einem Privatgelände gefunden worden. Bislang haben die Rechtsmediziner lediglich den Schädel untersucht.

Das erste Ergebnis sage noch nichts darüber aus, wie die Studentin ums Leben gekommen sei, sagte Urban. Zunächst müsse er die anderen Knochen untersuchen. Erst dann könne er Genaueres zu möglicher Gewalteinwirkung sagen: «Wenn wir Verletzungen finden, werden wir versuchen, zu differenzieren, ob es eben zwingend ein Tötungsdelikt ist oder ob das auch ein Unfall gewesen sein könnte.»

Unterdessen arbeitet eine neue Sonderkommission daran, alle bisher bekannten relevanten Spuren in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten. Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Fundort ist rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Gräff vor fast acht Jahren zuletzt lebend gesehen worden war.


http://www.lessentiel.lu/de/news/dossier...Graeff-19748505

#47 RE: Presseberichte von 30.05.2015 11:33

"Natürlich spüren wir den Druck"
(Trier) Eine 20-köpfige Sonderkommission kümmert sich um den Fall Tanja Gräff. Der TV hat die Soko gestern Nachmittag besucht.

Trier. Es ist purer Zufall: Wer im Gebäude der Trierer Kriminaldirektion im fünften Stock aus dem Aufzug steigt und aus dem Flurfenster Richtung Norden schaut, hat die roten Felsen, die Hochschule und den Weisshauswald fest im Blick. Irgendwo in diesem Bereich hat sich vor acht Jahren etwas abgespielt, was die Trierer Mordermittler immer noch nicht geklärt haben - trotz immensen Aufwands. Immerhin wurde vor knapp drei Wochen das Skelett der seit Juni 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff gefunden. Aber wie und wodurch ist die 21-Jährige gestorben? - Diese Frage ist immer noch ungeklärt.

Eine andere Frage beschäftigt viele Menschen aus der Region aber mindestens genauso: Warum wurde Tanja Gräff nicht früher gefunden? Die Stelle, an der Forstarbeiter ihr Skelett entdeckten, liegt Luftlinie nur ein paar Hundert Meter von der Stelle entfernt, wo Tanja in der Nacht ihres Verschwindens zuletzt lebend gesehen worden war.

Man muss Christian Soulier, dem Chef der im fünften Stock untergebrachten Soko, diese Frage gar nicht erst stellen. Er fängt an, über die umfangreichen Suchmaßnahmen und das unzugängliche Gelände am Fuß der roten Felsen zu berichten, kaum dass man den Raum der Sonderkommission betreten hat. Anzeichen für den Druck, unter dem die Trie rer Ermittler seit gut zwei Wochen stehen?

"Natürlich spüren wir den Druck", sagt Kriminaldirektor Lothar Butzen, "aber auch wir wollen ein Ergebnis haben." Was die Kripobeamten wurmt ist, dass plötzlich niemand mehr von ihren noch gar nicht so lange zurückliegenden Ermittlungserfolgen wie die Festnahmen im Fall der getöteten 16-jährigen Trierer Schülerin oder des tödlichen Überfalls auf einen Geschäftsmann im Vulkaneifelkreis spricht. "Dabei sind es doch die selben erfahrenen Ermittler", sagt Soulier, "die auch im Fall Tanja Gräff mit an Bord sind."

Der Soko-Leiter und sein Vize Dirk Finkler listen noch einmal alle Suchaktionen der vergangenen acht Jahre auf. Allein die roten Felsen seien vier Mal abgesucht worden, sagt Soulier - auch mit Leichen- und Personenspürhunden. Wie unzugänglich das Gelände sei, in dem die sterblichen Überreste Tanjas gefunden wurden, haben laut Soulier die Zeugenaussagen der Forstarbeiter gezeigt. "Ein Arbeiter sagte, der Bereich sei für keinen Menschen zugänglich gewesen; ein anderer meinte, man habe Schwierigkeiten gehabt, dort hinzukommen." Letztlich habe es vier Tage gedauert, bis die relativ übersichtliche Fläche dort freigeschlagen worden sei.

Eine Erkenntnis haben die Trierer Ermittler daraus immerhin schon gewonnen: Tanjas Leichnam kann an dieser unzugänglichen Stelle nicht abgelegt worden sein.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4226303

#48 RE: Presseberichte von 01.06.2015 17:22

TRIER
Fall Tanja Gräff: Neue Sicht auf alte Spuren
Die Polizei geht allen Hinweisen nochmals nach

Von Katharina Hammermann, 01.06.2015 00:00



Die Ermittler müssen im Fall Tanja Gräff neben neuen Hinweisen rund 900 alte Spuren nochmals überprüfen. Einige davon erscheinen angesichts des Skelett-Fundortes in einem neuen Licht, hieß es.
CHRONOLOGIE

29.05.15 TANJA GRÄFF
Tanja Gräff stürzte laut Ermittlern in den Tod

13.05.15 Rechtsmediziner: Gräffs Schädel weist keine Verletzung auf

13.05.15 Rechtsmediziner: Gräffs Schädel weist keine Verletzung auf

13.05.15 Fall Tanja: Unfall oder Verbrechen?

12.05.15 TANJA GRÄFF
Tod von Tanja Gräff gibt Ermittlern Rätsel auf

12.05.15 TANJA GRÄFF
Polizei weist Kritik an Suche nach Tanja Gräff zurück

12.05.15 Fall Tanja Gräff: Polizei und Staatsanwaltschaft informieren

12.05.15 TANJA GRÄFF
Vermutlich Leiche von vermisster Studentin Tanja Gräff entdeckt

11.05.15 TANJA GRÄFF
Vermutlich Leiche von Tanja Gräff entdeckt

03.02.15 Neue Vorwürfe im Fall Tanja Gräff
Wer ist Schuld am Tod der Trierer Studentin Tanja Gräff, die im Juni 2007 nach einer Feier an der Fachhochschule verschwunden war? Hier einige alte Spuren, die angesichts des Fundortes ihres Skeletts am Fuße einer Felswand an der Mosel (die SZ berichtete) relevant erscheinen:

Der Unbekannte: „Wir müssen den Unbekannten finden, der mit Tanja am Bierstand war“, sagt Detlef Böhm, Anwalt von Tanjas Mutter Waltraud Gräff. Mehrere Zeugen hatten die junge Frau am Abend ihres Verschwindens an der FH in Begleitung eines etwa 1,80 Meter großen Mannes mit kurzen dunklen Haaren gesehen. Als ein Bekannter sie fragen wollte, ob sie mit ihm in die Stadt fahre, soll der Unbekannte ihn aggressiv angeblafft haben: „He, lass die Tanja in Ruhe!“. Die Studentin schien den Mann zu kennen.

Die Drachenhausspur: Zwei Zeugen begegneten um kurz nach fünf Uhr am Drachenhaus einem sich streitenden Pärchen. Der Mann soll die Frau „Tanja“ gerufen haben. Die Beschreibung passt zu Tanja und dem Unbekannten.

Auch die Kabinenbahnspur bekommt eine neue Bedeutung. Ein junger Mann hatte an der Mosel in der Nacht von Tanjas Verschwinden gegen halb fünf Uhr Frauenschreie gehört und sie der Kabinenbahn zugeordnet.

Die Spitzbart-Spur: Zeugen haben ausgesagt, dass sich ein kräftiger junger Mann mit Spitzbart in Tanjas Nähe aufgehalten habe. Ein Ex-Polizist hatte den Ermittlern in einem Leserbrief vorgeworfen, dieser Spur nicht genug nachgegangen zu sein. Der „Bonner Generalanzeiger“ berichtet, der aus dem Saarland stammende Mann sei polizeibekannt, gehöre zur Death-Metal-Szene und habe sich bei der Befragung in Widersprüche verstrickt. So soll er bei der ersten Vernehmung gesagt haben, er sei nach dem Fest ins Saarland gefahren, während er später angab, im Auto am Moselufer übernachtet zu haben. Auch sein Alibi sei zweifelhaft. Woher die Informationen der Zeitung stammen, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Die Bauzaun-Spur: Ein Mann, der an der Hochschule gegen 5.30 Uhr einen Bauzaun demontierte, wurde Zeuge eines Streits: zwischen Tanja und dem Unbekannten?

http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarl...t447173,5766216

#49 RE: Presseberichte von 01.06.2015 18:47

Offene Fragen im Fall Tanja Gräff
Vier Mal gesucht und nichts gefunden

Veröffentlicht am Montag, 1. Juni 2015 um 09:00

Von Volker Bingenheimer
Drei Wochen nachdem die sterblichen Überreste von Tanja Gräff gefunden sind, beschäftigt die Bevölkerung die eine Frage: Warum wurde die Leiche der vermissten Studentin nicht früher gefunden, vielleicht sogar unmittelbar nach ihrem Verschwinden?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Ereignisse in der Nacht zum 7. Juni 2007 noch einmal in Erinnerung rufen.

Die 21-jährige Tanja Gräff trifft gegen 23.30 Uhr mit dem Bus am Gelände der Fachhochschule Trier ein, wo 14 000 junge Leute das Sommerfest feiern. Sie hat einige Tage vorher einen jungen Mann kennengelernt, mit dessen Clique sie nun feiert. Als ihr Schwarm Andreas* von der Fachhochschule aus zurück in die Innenstadt fährt, bleibt Tanja Gräff auf dem Festgelände. Sie begegnet mehreren Schulfreunden und Studienkollegen aus ihrem Jahrgang. Auch ein langjähriger Bekannter ist dabei. Als dieser um 3.55 Uhr Tanja Gräff an einem Bierstand trifft, ist sie in Begleitung eines unbekannten Mannes. Der Bekannte bietet Tanja an, mit ihr in die Stadt zu fahren. Der Begleiter reagiert aggressiv: „Hey, lass Tanja in Ruhe.“ Da Tanja den Mann zu kennen scheint, zieht sich der Bekannte zurück. Um 4.01 Uhr telefoniert Tanja mit Andreas, der sich noch im Stadtzentrum befindet. Währenddessen kommen drei alte Freunde auf sie zu. Hinter Tanja ein Begleiter, der von den Zeugen als mollig beschrieben wird. Er trägt einen Spitzbart. Ein zweiter Mann steht dabei, aber die drei Zeugen können ihn später nicht beschreiben.

Um 4.13 Uhr ruft Tanja zum letzten Mal Andreas an. Um diese Zeit machen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes eine Beobachtung. Sie sehen eine rotblonde, sehr schlanke junge Frau in Begleitung von zwei Männern. Sie telefoniert und wirkt sehr verärgert.
Danach verliert sich Tanjas Spur.

Erst acht Jahre später wird ihr Skelett unterhalb einer Felswand gefunden, keine 500 Meter von dem Festgelände entfernt. Vier Mal hat die Polizei allein den Bereich unterhalb des „roten Felsens“ abgesucht, gefunden haben die Einsatzkräfte nichts.

Hätte die Polizei Tanja Gräff nicht schon kurz nach dem verhängnisvollen Sturz finden können? Nach der massiven Berichterstattung im Juni 2007 mehrten sich die Hinweise von Anwohnern.

Direkt aus der Nacht zum 7. Juni stammt der Bericht eines anonymen Zeugen, der am anderen Moselufer wohnt. Er teilte der Polizei mit, er habe in der betreffenden Nacht in seinem Zimmer bei geöffneten Fenster geschlafen. Um 4.30 Uhr sei er aus dem Bett aufgeschreckt, weil er „angstvolle Schreie einer Frau“ gehört habe. Er gibt an, die Schreie stammten aus Richtung des Moselufers, kann aber nicht sagen, von welcher Seite. Um 4.45 Uhr verstummten die Schreie, es wurde langsam hell. Diese Zeugenaussage hätte die Polizei zu Tanja Gräff führen können, doch sie kam zu spät. Der Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen erklärt gegenüber dem Luxemburger Wort: „Es trifft zu, dass es einen Hinweis auf einen weiblichen Schrei gab. Der Hinweis wurde allerdings nicht bereits in der Nacht des Geschehens, sondern erst mehrere Wochen später mitgeteilt.“

Anwohner melden Schreie

Am 13. Juni meldeten sich mehrere Anwohner aus der Straße unterhalb der Felswand, die Hilfeschreie und das schreckliche Wimmern einer Frau gehört haben wollen. Die Polizei durchsucht 17 Häuser im Stadtteil Pallien, jedoch nicht das Apartmenthaus, neben dem Tanja Gräffs Leiche gefunden wurde. Die Beamten befragen eine ganze Reihe von Anwohnern. Einer von ihnen vermutet, die Schreie hätten auch von einer Mutter kommen können, die mit ihrem Kind schimpft. Obwohl diese Mutter mit Kind nie ermittelt wurde, gilt dies bis heute als offizielle Version der Polizei. Dazu Oberstaatsanwalt Fritzen: „Die Herkunft der Schreie konnte nicht eindeutig geklärt werden. Ein Zusammenhang mit dem Verschwinden von Tanja Gräff ließ sich nicht feststellen.“


Jetzt knüpft die Polizei an die Befragungen von 2007 an. 50 frühere oder heutige Bewohner des Apartmenthauses hat die Polizei bisher erneut vernommen, wie sie am Freitag mitteilte. Bei der Pressekonferenz vor drei Wochen war das Erstaunen der versammelten Journalisten groß: Tanja Gräffs skelettierte Leiche wurde unterhalb der Felswand gefunden, also in einem Bereich, in dem groß angelegte Suchaktionen mit Spürhunden stattfanden und ausgebildete Retter mit Klettergerät jeden einzelnen Winkel absuchten.

Der Felsvorsprung, wo Waldarbeiter die Leiche fanden, war zwar mit Bäumen und dichtem Gestrüpp bewachsen. Aber dennoch: Er liegt nur 20 Meter vom Garten des Apartmenthauses entfernt. Auf die wiederholten Fragen der Presse hat die Kriminalpolizei nur eine Antwort: Der Felsvorsprung sei schwer zugänglich gewesen. Dies hätten auch die Waldarbeiter bestätigt.

* Name von der Redaktion geändert

http://www.wort.lu/de/lokales/offene-fra...c88b46a8ce5a44b

#50 RE: Presseberichte von Bulli 02.06.2015 11:49

http://www.focus.de/regional/trier/krimi...id_4722392.html

Acht Jahre nach dem Tod von Tanja Gräff hofft Soko-Leiter Christian Soulier noch auf eine Aufklärung des Todes der Trierer Studentin.


„Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Richtung reinbekommen“, sagte Soulier zu der Kernfrage, ob die damals 21-Jährige an einer steilen Felswand verunglückte oder dort einem Verbrechen zum Opfer fiel. „Aber ob wir ein hundertprozentiges Ergebnis bekommen, muss man abwarten.“ Erkenntnisse könnte eine rechtsmedizinische Untersuchung der Knochen von Gräff bringen. Das Gutachten dazu werde in dieser Woche, spätestens Anfang nächster Woche erwartet. Die sterblichen Überreste der Frau aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) waren am 11. Mai zufällig bei Rodungsarbeiten in Trier-Pallien gefunden worden. Sie war seit einem Sommerfest an der Hochschule Trier im Juni 2007 vermisst worden. Die Ermittler der Sonderkommission (Soko) gehen davon aus, dass Gräff die rund 50 Meter hohe Felswand hinabstürzte.

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