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#1 RE: Presseberichte von 13.11.2014 09:19

https://www.openpetition.de/petition/onl...er-tanja-graeff


#2 RE: Presseberichte von 13.11.2014 10:07

SCHICKSALE
Wenn Menschen einfach verschwinden
Jeden Tag verschwinden Menschen. Die meisten tauchen bald wieder auf. Andere aber bleiben vermisst. Ermittler, Familien und Öffentlichkeit stehen vor Rätseln. Von Christian Kirstges

Dieser 7. Juni 2007 ist ein warmer Donnerstag. Knapp 30 Grad misst die Wetterstation in Trier auf dem Petrisberg. Waltraud Gräff fährt ihre Tochter Tanja gegen 20.30 Uhr vom nahen Korlingen die zehn Kilometer weite Strecke in die Stadt, wo sich die 21-Jährige mit Freunden trifft. Die Gruppe macht sich später auf den Weg zum Sommerfest der Fachhochschule, auf dem gut 10.000 junge Leute bis in den Morgen feiern. Bands spielen. Musik dröhnt übers Areal. Getränkewagen stehen zwischen den Massen.

Irgendwann verliert sich die Gruppe aus den Augen. Die letzten Lebenszeichen von Tanja gibt es kurz nach 4 Uhr am nächsten Tag, wird die Polizei rekonstruieren. Die 1,73 Meter große, schlanke Lehramtsstudentin mit schulterlangen, rötlichen Haaren telefoniert mit einem Bekannten. Auch wird sie auf dem Gelände, auf dem noch viele Leute sind, mit einem Mann gesehen. Das war es. Seither weiß keiner, wo sich Tanja aufhält. Ob sie noch lebt. Was mit ihr passiert ist.

Fest steht nur, dass der Fall ziemlich einzigartig ist. Das sagen jedenfalls die Ermittler, die er auch nach mehr als sechs Jahren nicht loslässt. „Ich habe nie erlebt, dass ein Fall so präsent in der Öffentlichkeit ist“, erklärt Bernd Michels, ehemaliger Chef der Trierer Mord- und Leiter der Sonderkommission, die kurz nach dem Verschwinden der beliebten Studentin gebildet wurde. „Sehr außergewöhnlich“, findet ihn Michels Nachfolger Christian Soulier. Und der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer hält ihn für „in jeder Hinsicht einmalig“. Die Akten dazu füllen schon einen ganzen Raum.

Studenten verteilen Plakate an Hochschulen im ganzen Land

Einzigartig dürfte der Fall auch sein, weil sich von Anfang an Freunde, Familie und viele Studenten an der Suche beteiligen, die bereits am Tag des Verschwindens beginnt. Während die Polizei Wälder durchforstet, unter Brücken sucht und Spürhunde schnuppern lässt, wird im damals sehr beliebten Internetnetzwerk „StudiVZ“ eine Gruppe mit dem Suchaufruf gegründet. An Hochschulen in ganz Deutschland werden Plakate mit Tanjas Bild verteilt, auf dem sie einen fröhlich anlächelt. Und noch heute gibt es die „offizielle Webseite“ eines Freundes mit Informationen zum Fall.

Dieser Freund ist Christian Steffen. Als die junge Frau damals verschwindet, ist es für ihn ein Schock. „Sie war eine meiner besten Freundinnen, wir kannten uns seit der Oberstufe“, erzählt er. „Sie war eine wichtige Person für mich.“ Was mit ihr geschehen ist, kann auch er sich nicht vorstellen. Er geht wie die Polizei davon aus, dass Tanja Opfer eines Verbrechens ist, denn sie galt immer als zuverlässig und hätte Familie und Freunde nie einfach ohne ein Wort zurückgelassen, sagt er.

Angehörige bleiben ratlos zurück

Doch nicht nur solche offensichtlichen Kriminalfälle geben Ermittlern Rätsel auf und lassen Angehörige ratlos zurück. Was, wenn jemand verschwinden will? Die Familie verlässt, um ein neues Leben zu beginnen? Oder sich aus dem Staub machen muss? Wie vielleicht Pokerspieler Kadir Karabulut? Zumindest schließt Dillingens Kripo-Chef Peter Timko nicht aus, dass er sich abgesetzt hat. Seit 4. März 2013 ist der 42-Jährige weg. Die einzige Spur ist sein Auto, das im April in Augsburg auftauchte. Doch auf seine Fährte ist die Polizei dadurch nicht gekommen. „Er hat sich mit so vielen Leuten angelegt, da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten“, erläutert Timko. Außer der Flucht bleibt da nur, dass er „einbetoniert“ wurde, wie der Kriminalist es ausdrückt.

Alles, was er und seine Kollegen versucht haben, um ihn zu finden, hat nichts gebracht. Handy überwacht: kein Telefonat geführt. Konto beobachtet: nicht benutzt. Nach Ausweis gefahndet: in der Wohnung gelassen. Da müsste der Spieler sein neues Leben vorab perfekt organisiert haben, um an eine neue Identität zu kommen und der immer lückenloseren elektronischen Überwachung zu entkommen. Wie auch bei anderen Fällen tun sich die Polizisten ohne Konkretes aber schwer bei ihren Ermittlungen, denn „wir leben von Spuren“, erklärt Timko.

Die meisten Vermissten kehren schnell zurück

Den Großteil der Verschwundenen machen aber nicht die aus, denen etwas angetan wurde oder die in ein neues Leben fliehen. Ein Beispiel. An einem einzigen Tag im Januar 2014 waren in Deutschland 8355 Personen vermisst gemeldet. In Bayern waren es im ganzen vergangenen Jahr 7821. Davon kehrten 6320 Vermisste spätestens nach drei Tagen nach Hause zurück.

Vom Rest waren 477 aus Kinder- und Jugendheimen abgehauen, sagt das Landeskriminalamt. Mehr als 180 Menschen wurden tot aufgefunden. Ungeklärt sind seit 1972 noch 732 Fälle. Aber dazu zählen auch Kinder, die von Vater oder Mutter entführt wurden, sowie nicht gefundene Opfer von Flugzeugabstürzen, Naturkatastrophen wie dem Tsunami und auch Lawinenunglücken.

Wann aber gilt jemand überhaupt als vermisst? Grob gesagt: Wer gegen seinen Willen seinen üblichen Lebenskreis verlassen hat. So definiert es zumindest die Polizei. Wenn Leib und Leben nicht bedroht sind, werden die Beamten keine Suchaktion beginnen, denn jeder Erwachsene darf selbst bestimmen, wo er sich wann aufhält. „Man muss das aber immer an der Situation festmachen“, betont Kripo-Chef Timko.

„Oft hängt es von der eigenen Erfahrung ab, wie man etwas beurteilt. Es ist jedenfalls nicht so, dass immer erst nach einer gewissen Zeit nach jemandem gesucht wird, wie man es aus dem Fernsehen kennt.“ Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus. Sind sie nicht mehr da, wo sie sein sollten, geht die Polizei immer von einer Gefahr aus. Und beginnt direkt mit der Suche.

Die meisten Menschen tauchen zwar wieder auf. In manchen Fällen ist die Chance, dass sie es noch tun, nach einiger Zeit aber verschwindend gering. Die Angehörigen können den Vermissten für tot erklären lassen, um einen Anspruch auf das Erbe oder eine Versicherung zu haben. In der Regel müssen mindestens zehn Jahre nach dem letzten Lebensjahr verstrichen sein, bevor sich die Staatsanwaltschaft und das zuständige Gericht damit befassen, heißt es dazu beim Landeskriminalamt.

Details regelt das Verschollenheitsgesetz. Anschließend wird der Name etwa im Bundesanzeiger veröffentlicht. Dann kann sich die Person innerhalb von mindestens sechs Wochen bei den Behörden melden - oder jemand, der etwas über den Aufenthaltsort weiß. Rührt sich niemand, wird der Vermisste für tot erklärt und in offiziellen Dokumenten festgehalten. Sollte die Person doch noch wieder lebend auftauchen, wird alles rückgängig gemacht.

Die Hoffnung nicht verloren

Christian Steffen hat jedenfalls die Hoffnung nicht verloren, dass das Rätsel um Tanja Gräffs Verschwinden noch gelöst werden kann. Auch wenn die Gedanken an den 7. Juni 2007 und die aufreibenden Wochen danach verblasst sind. „Das Leben muss ja weitergehen“, sagt er. Dabei mache er sich heute häufiger Sorgen als früher, wenn jemand alleine unterwegs ist. Das Schicksal seiner Freundin lässt ihn eben nicht los.

Wie auch Waltraud Gräff. Zu ihr hat Steffen noch häufig Kontakt, sagt er. „Sie ist stark“, erzählt der 27-jährige Medizintechniker, der jetzt in Bad Tölz lebt. „Sie macht weiter, sie hat ja keine Wahl.“ Einen Funken Hoffnung, dass sich alles aufklärt, habe sie noch. So wie die meisten Angehörigen von Vermissten, die erst ihre Ruhe finden, wenn es auch ein Grab zum Trauern gibt. Gräff hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Und das, obwohl sie bezweifele, dass alle Spuren sorgfältig genug überprüft wurden.

Deshalb begleitet der Trierer Anwalt Detlef Böhm die Familie seit inzwischen drei Jahren, weil die Ermittler nicht allen Hinweisen nachgegangen seien und nicht alle Theorien durchdacht hätten. Als er in Waltraud Gräffs Auftrag dann darauf drängte, holten sie das nach. Wobei er die Beamten schon in Schutz nimmt. „Es ist eine schwierige Arbeit, man muss dabei Prioritäten setzen“, betont er. „Manchmal sind es aber gerade die kleinen Dinge, die etwas entscheiden.“

Im Internet kursieren Verschwörungstheorien

Zum Jahrestag wird er mit seiner Mandantin vielleicht wieder an die Öffentlichkeit gehen, vielleicht in der Fernsehsendung „Stern TV“. Noch wolle sich Tanjas Mutter nicht wieder mit Journalisten unterhalten. Zumal ein ehemaliger Bild-Reporter ein Buch veröffentlichen will, in dem es um Verschwörungstheorien geht, die er im Internet unter dem Titel „Die Lüge von Trier“ veröffentlicht hat.

Darin beschuldigt er Tanjas Freunde, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben, und wirft der Polizei Schlamperei vor. „Gegen Diffamierungen werden wir vorgehen“, kündigt Böhm an. Ansonsten ist er froh, wenn über die Studentin gesprochen wird. Denn „in anderen Kriminalfällen hat sich auch nach Jahren noch was getan“.

Darauf hoffen der Trierer Mordermittler Soulier und sein Vorgänger Michels, der auf den Tag ein Jahr nach Tanja Gräffs Verschwinden einen Herzinfarkt erlitten hat, auch hier. Noch immer ist die Studentin Thema. Tausende Informationen sind bei der Kripo seit 2007 eingegangen, gut 800 waren so konkret, dass sie genau überprüft wurden. Doch das entscheidende Puzzleteil fehlt. Die Polizei sucht nicht die Nadel, sondern den Heuhaufen, wie es der 67-jährige Michels ausdrückt. Denn es fehlt ein Tatort.

Nichtsdestotrotz gibt es sie noch, die neuen Hinweise. Zwei bis drei im Monat landen auf Christian Souliers Tisch. Für den entscheidenden Tipp gibt es insgesamt 30.000 Euro Belohnung. Es vergehe kaum eine Woche, in der nicht am Fall gearbeitet wird und in der nicht auch Parallelen zu anderen Verbrechen geprüft werden. Aber einen Treffer gibt es eben noch nicht. Ob es ihn überhaupt noch geben wird? Der 49-jährige Soulier gibt die Hoffnung nicht auf. Denn die Familie soll einmal Frieden mit Tanjas Verschwinden schließen können.

Hinweise Wer etwas über das Verschwinden einer Person weiß, kann sich an jede Polizeidienststelle wenden. Von dort werden die Hinweise an die zuständigen Beamten weitergeleitet.

http://www.augsburger-allgemeine.de/pano...id28924772.html

#3 RE: Presseberichte von 13.11.2014 10:10

SPURLOS VERSCHWUNDEN
Fall Tanja Gräff wird neu aufgerollt

Tanja Gräff verschwand im Juni 2007 nach einem Fest an der Fachhochschule. Foto: dpa
Die Studentin Tanja Gräff ist seit Juni 2007 spurlos verschwunden. Die Polizei hat inzwischen wenig Hoffnung, ihr Schicksal noch zu klären. Dennoch durchkämmten Suchtrupps ein Gelände in Trier. Und Ende März wird der Vermisstenfall in „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ noch einmal vorgestellt.


TRIER –
Fast vier Jahre nach dem Verschwinden der Trierer Studentin Tanja Gräff unternehmen die Ermittler einen neuerlichen Versuch, Anhaltspunkte für das Schicksal der Vermissten zu finden. Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Trier sowie der rheinland-pfälzischen Bereitschaftspolizei suchen seit Freitagvormittag eine Felsformation im Westen der Moselstadt ab.

Das Gelände befindet sich in unmittelbarer Nähe des Campus der Trierer Fachhochschule (FH). Dort war die 21-Jährige am frühen Morgen des 7. Juni 2007 auf einem Sommerfest der FH zum letzten Mal gesehen worden, seither fehlt von ihr jede Spur. In den ersten Wochen nach dem Verschwinden hatten Polizei und Feuerwehren das Areal bereits abgesucht, auch Hubschrauber mit Wärmebildkameras kamen seinerzeit zum Einsatz.

Völlig überraschend kündigte die Polizei nun an, die Felsformationen erneut abzusuchen. Durchgeführte Rodungsarbeiten und die Tatsache, dass Laubbäume und Sträucher gerade erst ausschlagen, lassen die Ermittler hoffen, dass Einblicke in unwegsame und schwer einsehbare Geländeabschnitte möglich werden, die bislang per Hubschrauber nur bedingt gelangen, heißt es zur Erklärung.

Die Kriminalisten setzen dabei auf die Unterstützung der Höhenrettungseinheit der Trierer Berufsfeuerwehr und des Höheninterventionsteams der Bereitschaftspolizei. Begleitend werden Polizeisuchhunde und ein Hubschrauber eingesetzt, außerdem eine Drohne, die weitere Bilder von dem Gelände anfertigen soll.

Fraglich ist, ob die erneute Suchaktion die Ermittlungen weiterbringen wird. Eine Polizeisprecherin sagte auf dapd-Anfrage, dass dem Einsatz keine neuen Hinweise oder Zeugenaussagen zugrunde lägen. Man wolle vielmehr nochmals jeden Winkel des unwegsamen Geländes ausleuchten.

Das Vorgehen dürfte auch im Zusammenhang mit einer Entscheidung des Trierer Polizeipräsidenten vom vergangenen Herbst stehen: Lothar Schömann hatte ein neues, dreiköpfiges Ermittlungsteam mit dem Vermisstenfall betraut. Es soll alle rund 2.000 Hinweise erneut unter die Lupe nehmen. Bislang hat sich jedoch noch kein neuer Ermittlungsansatz ergeben.

Seit Monaten durchforstet das Trio akribisch alle 800 „Spuren“, die seit dem Verschwinden Tanjas vor fast vier Jahren angelegt wurden. Aber: „Bislang konnten sie nichts Neues finden“, sagt der Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte der Kriminaldirektion Trier, Christian Soulier. Und ergänzt: „Mit den Informationen, die wir jetzt haben, ist die Chance relativ gering, den Fall noch zu klären.“

Ihr letztes Lebenszeichen war ein Handy-Telefonat um 4.13 Uhr morgens mit ihren Freunden. „Dann reißt die Informationskette ab“. Die Polizei geht davon aus, dass die Tanja Gräff Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Die Aufklärung des mutmaßlichen Verbrechens ist deshalb so schwer, weil es keinen Tatort und kein Fundstück gibt. Daher kommen nicht einmal die klassischen Ermittlungsmethoden zum Tragen. Wie etwa die Kriminaltechnik. Vernehmungen seien eigentlich nur „bessere Befragungen“. Und alle diese führen zu einem Punkt, „wo wir nicht weiter kommen“, sagt Soulier.

Der Fall Tanja Gräff wird am 30. März Thema bei einer Spezial-Sendung von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ im ZDF sein. Darin stehe vor allem im Fokus, wie Eltern mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Kindes fertig werden, sagt die Redaktionsleiterin der Sendung, Ina-Maria Reize, in München. Neben Tanjas Fall werden drei weitere Vermisstenfälle nachgestellt - und Angehörige zu Wort kommen. Auch die Mutter von Natascha Kampusch, Brigitta Sirny-Kampusch, soll ins Studio kommen. „Sie will den Angehörigen Hoffnung geben“, hieß es. Ihre Tochter Natascha war als zehnjähriges Mädchen in Wien entführt und acht Jahre lang gefangen gehalten worden. Schließlich konnte sie ihrem Entführer entwischen.

Trotz wenig Hoffnung - die Trierer Ermittler wollen nicht aufgeben. „Da hängt man schon mit Herzblut dran“, sagt Soulier. Seine Hoffnung: „Es müsste ein Zeuge kommen, der was ganz Neues hat. Oder man findet einen Tatort, ich denke an den berühmten Pilzsammler.“ Nach wie vor gebe es auch neue Hinweise, etwa ein bis zwei die Woche. Aber in letzter Zeit seien diese sehr weit hergeholt.

Probleme bereiten der Polizei die selbst ernannten Internet-Ermittler: „Sie kombinieren Fakten, Theorien, Spekulationen, Vermutungen und machen daraus komplett neue Geschichten“, sagt der Kommissariats-Leiter. Diese „massive Spinnerei“ von Laien mache den Beamten zu schaffen. Auch Hinweise von Leuten, die Tanja angeblich gesehen haben wollen - ob nun in Bangkok, Frankreich oder sonst wo -, kosteten Zeit.

Die drei „Spurenleser“ haben inzwischen knapp die Hälfte der Akten durchforstet. Im Oktober wollen sie mit allem durch sein. „Es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wobei wir den Heuhaufen noch nicht gefunden haben“, sagt Dieter Borresch. Und danach? Dann werden die drei großen Schränke mit Aktenordnern erstmal wieder geschlossen - bis es neue Hinweise gibt. (dapd/dpa)

http://www.fr-online.de/panorama/spurlos...82,8242682.html

#4 RE: Presseberichte von 13.11.2014 11:01

Trier: Trotz 30.000 Euro für Top-Hinweis nichts Neues im Fall Tanja

Sieben Wochen nach ihrem mysteriösen Verschwinden gibt es immer noch keine Spur von der Trierer Studentin Tanja Gräff. Trotz der hohen Belohnung von 30.000 Euro, die Staatsanwaltschaft und "Trierischer Volksfreund" ausgesetzt haben, ist bislang kein entscheidender Hinweis eingegangen.

Die Sonderkommission „Soko FH“ tappt bei der Suche nach der seit dem Sommerfest an der Trierer Fachhochschule vermissten Studentin Tanja Gräff weiter im Dunkeln. „Es gibt keine heiße Spur“, sagt Soko-Chef Bernd Michels.

Die Fahnder sind inzwischen davon überzeugt, dass die aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) stammende Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Für Hinweise, die zum Auffinden Tanjas oder zur Ermittlung des Täters führen, setzte die Staatsanwaltschaft gestern eine Belohnung von 15.000 Euro aus, die der „Trierische Volksfreund“ um die gleiche Summe erhöhte. Tanjas Vater ist Beschäftigter einer TV-Tochtergesellschaft.

Indes gehen die Ermittlungen hinsichtlich der „Peugeot-Spur“ weiter. Einen Tag, nachdem Staatsanwaltschaft Trier und Trierischer Volksfreund im Fall der vermissten Studentin ingesamt eine Belohnung von 30.000 Euro ausgesetzt haben, hat sich das Hinweisaufkommen bei der Soko FH nicht merklich erhöht. Es gehen zwar nach wie vor Hinweise ein, ein entscheidender ist jedoch bislang nicht darunter.

Indes laufen die Ermittlungen der Soko FH unvermindert weiter. Derzeit vernehmen die Beamten Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der 21-jährigen Studentin, um möglicherweise neue Ansatzpunkte zu gewinnen, die zur Aufklärung des Falles führen könnten.

Nach wie vor unbekannt ist der Fahrer eines blauen oder ähnlich dunkelfarbigen Peugeots mit gelb-schwarzen - möglicherweise luxemburgischen – Kennzeichen. Bis zum heutigen Tage hat sich der Mann, der am Morgen des 7. Juni gegen 5.30 Uhr das FH-Sommerfest mit einem solchen Wagen verlassen hat, nicht gemeldet. Auch sind bislang keine Zeugenhinweise bei der Polizei eingegangen, die zur Identifizierung dieses Mannes führten. Da die Soko FH dieser so genannten Peugeot-Spur weiterhin hohe Bedeutung zumisst, gehen die Überprüfungen mit Unterstützung der luxemburgischen Polizei weiter.

Das Hinweistelefon in Sachen Tanja Gräff ist weiterhin unter der Rufnummer 0651/2019-285 geschaltet. Sofern ein Hinweisgeber anonym bleiben und sich nur über das Vertrauenstelefon 015205293431 beim Polizeipräsidium Trier melden möchte, kann eine Belohnung über einen Vertrauensanwalt, der zum Stillschweigen über die Identität des Empfängers verpflichtet ist, ausgezahlt werden.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/Tr...rt68858,1447763

#5 RE: Presseberichte von 13.11.2014 18:08

Erneute Suche an den „Roten Felsen“ an der FH erfolglos beendet
Posted on 18. März 2011

Die erneute Suchaktion an den „Roten Felsen“ unterhalb der Trierer Fachhochschule hat die Ermittler auf keine neue Spur gebracht. Viereinhalb Stunden lang haben Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Trier und derBereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz nach der seit Juni 2007 verschwundenen Studentin Tanja Gräff gesucht. In der Sondersendung von Aktenzeichen XY ungelöst “Wo ist mein Kind?”, die am 30. März um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, wird der Vermisstenfall noch einmal vorgestellt.

Tanja Gräff ist seit dem 7. Juni 2007 verschwunden. Seit dem haben Polizei, Feuerwehr und Freunde etliche Suchaktionen nach der vermissten jungen Frau durchgeführt. Abgesucht wurde seinerzeit auch der Bereich der so genannten „Roten Felsen“ in der Nähe des Fachhochschulgeländes auf dem Trierer Schneidershof.

Zuletzt wurde die Studentin in den frühen Morgenstunden nach einem FH-Sommerfest auf dem Festgelände gesehen. Polizeihubschrauber waren hier mehrfach im Einsatz.Bestimmte Areale dieses Geländes wurden heute noch einmal von Spezialkräften der Polizei und der Berufsfeuerwehr Trier abgesucht. Aktuelle Rodungsarbeiten und die Tatsache, dass Laubbäume und Sträucher gerade erst ausschlagen, ließen die Ermittler hoffen, dass Einblicke in unwegsame und schwer einsehbare Geländeabschnitte möglich werden, die bislang per Hubschrauber nur bedingt gelangen. Doch die Suche verlief erfolglos. Nach viereinhalb Stunden wurde der Einsatz beendet. Fundstücke oder andere Hinweise, die in Zusammenhang mit der seit dreieinhalb Jahren vermissten Tanja Gräff stehen, wurden nicht gefunden.

Die Kriminaldirektion Trier hatte auf die Unterstützung der Höhenrettungseinheit der Trierer Berufsfeuerwehr und des Höheninterventionsteams der rheinland-pfälzischen Bereitschaftspolizei gesetzt. Diese Spezialeinheiten sollen ausgewählte Hangstücke an den „Roten Felsen“ absuchen und fotografieren. Die Höhenretter der Feuerwehr kommen regelmäßig dann zum Einsatz, wenn die Reichweite einer Drehleiter nicht mehr ausreicht oder eine Unglücksstelle nur schwer zugänglich ist. Begleitend werden Polizeisuchhunde und ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Doch die systematische Absuche des Geländes führte leider zu keinem Erfolg.

Neben diesen Spezialkräften wurde auch Spezialtechnik eingesetzt werden. Die Ermittler wollten mittels einer sogenannten Drohne mit einer besonderen Kameraausrüstung weitere Bilder von dem Gelände anfertigen.

Gewiss ist, dass die Ermittler auch weiterhin in ihren Anstrengungen nicht nachlassen werden, das Schicksal der seit mehr als drei Jahren vermissten jungen Frau aufzuklären.

Deshalb wir der Fall Tanja Gräff jetzt noch einmal im Fernsehen vorgestellt. “Wo ist mein Kind?” lautet der Titel der Sondersendung von Aktenzeichen XY ungelöst, die am 30. März um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. Moderator Rudi Cerne stellt vierVermisstenfälle vor, darunter auch die Suche nach Tanja Gräff. Hanna Schwab übernimmt in den gespielten Szenen die Rolle der verschwundenen Studentin.

Chronik der Vermisstensuche:

7. Juni 2007: Tanja Gräff besucht das Sommerfest der Fachhochschule Trier. Sie kommt nicht nach Hause. 10. Juni 2007: Mehr als 100 Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr durchkämmen das FH-Gelände. Auch Suchhunde werden eingesetzt. Die Sonderkommission Fachhochschule beginnt mit der groß angelegten Befragung aller Freunde und Bekannten. 13. Juni 2007: Die Polizei durchsucht Häuser in Trier-West/Pallien. Eine Hundertschaft in schusssicheren Westen sperrt den Stadtteil ab. 26. Juli 2007: Für Hinweise, die zum Auffinden Tanjas oder zur Ermittlung des Täters führen, setzt die Trierer Staatsanwaltschafteine Belohnung von 15 000 Euro aus, die der Trierische Volksfreund noch einmal um die gleiche Summe erhöht. Tanja Gräffs Vater ist Beschäftigter einer TV-Tochtergesellschaft. 21. März 2008: Mit einem öffentlichen Appell wenden sich Tanja Gräffs Eltern an den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter. “Lassen Sie uns einen Hinweis zukommen, wo wir Tanja finden.”

http://www.findet-tanjagraeff.de/2011/03...olglos-beendet/

#6 RE: Presseberichte von 07.12.2014 17:38

Tanja Gräffs Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Trierer Polizei - Studentin seit über sieben Jahren vermisst
(Trier) Mehr als sieben Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Trie8rer Studentin Tanja Gräff hat die Mutter der Vermissten den Ermittlern schwere Versäumnisse vorgeworfen. "Wir haben nicht unversucht gelassen, den Fall aufzuklären", kontert Chef-Staatsanwalt Peter Fritzen.

Der spektakuläre Vermisstenfall machte bundesweit Schlagzeilen - und das über Monate hinweg: Anfang Juni 2007 verschwindet die 21-jährige Tanja Gräff nach einem Sommerfest an der Trierer Hochschule. Schon kurz darauf startet eine beispiellose Fahndungs- und Suchaktion der Polizei.

Über 2000 Hinweise gingen ein, knapp 900 Spuren wurden von den Ermittlern verfolgt, unzählige Zeugen befragt, Dutzende Wälder, Gewässer und Häuser abgesucht. Alles vergeblich. "Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", meinte 2012 der damalige Trierer Chef-Staatsanwalt Jürgen Brauer. Nur die Ahnung, die die Ermittler auch schon kurz nach Tanjas mysteriösem Verschwinden hatten: Die junge Frau ist wahrscheinlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Viel mehr an Erkenntnissen haben die Ermittler siebeneinhalb Jahre nach dem mutmaßlichen Gewaltverbrechen allerdings nicht. Tanjas Mutter Waltraud Gräff gibt die Hoffnung dennoch nicht auf, dass das Schicksal ihres einzigen Kindes doch noch eines Tages geklärt werden kann.

Und die Frau aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) und ihr Rechtsanwalt Detlef Böhm erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler. So sei etwa das Umfeld von Tanjas damals noch neuem Freundeskreis nie durchleuchtet worden, kritisiert der Trierer Jurist, einigen Hinweisen sei darüber hinaus gar nicht oder erst viel zu spät nachgegangen worden.

"Ich habe kein Vertrauen mehr in die Trierer Polizei", sagt Waltraud Gräff (58) und fordert, dass der Fall von einer anderen Dienststelle weiterbearbeitet wird."Dazu besteht kein Anlass", meint Triers neuer Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen und wehrt sich zugleich auch gegen die heftige Kritik. Es sei alles unternommen worden, den Fall Tanja Gräff aufzuklären oder zumindest einen Erfolg versprechenden Ermittlungsansatz zu finden, sagte Fritzen unserer Zeitung.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4075563

#7 RE: Presseberichte von 08.12.2014 10:28

Mutter der vor sieben Jahren verschwundenen Studentin Tanja Gräff: "Geben Sie meiner Tochter ihre Würde zurück!"

(Trier) Mit einem bis dato nicht gekannten personellen und logistischen Aufwand hat die Trierer Polizei nach der vor sieben Jahren unter mysteriösen Umständen verschwundenen Studentin Tanja Gräff gesucht. Vergeblich. Gibt es noch eine Chance, das Schicksal der damals 21-Jährigen zu klären? Tanjas Mutter Waltraud Gräff gibt die Hoffnung nicht auf.


Trier. Wer die Trierer Ermittler nach ihren Bemühungen im Fall Tanja Gräff fragt, der wird mit einem ganzen Berg an Zahlen konfrontiert: 2020 Hinweise, 871 Spurenakten, 200 Stehordner, 173 Asservate, dazu Hunderte Bereitschaftspolizisten, Dutzende Kriminalbeamte und sonstige Ermittler, die - teils über viele Monate hinweg - mit dem zunächst als Vermisstensache eingestuften Fall zu tun hatten.

"Es ist wirklich nichts unversucht gelassen worden, den Fall aufzuklären oder zumindest einen erfolgversprechenden Ermittlungsansatz zu finden", sagt Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der erst seit kurzem an der Spitze der Staatsanwaltschaft stehende Fritzen hat den Fall von seinem Vorgänger Jürgen Brauer übernommen, dem seinerseits der Fall Tanja Gräff von seinem Vorgänger Horst Roos mit dem Vermerk ungeklärt übergeben worden war. Peter Fritzen ist also schon der dritte Trierer Chef-Ermittler, der sich mit dem mysteriösen Kriminalfall befasst.

Auch bei der Polizei hatten schon viele die Akten auf dem Tisch. Dabei wollte eigentlich Bernd Michels, Triers legendärer ehemaliger Chef der Mordkommission, den Fall Tanja Gräff noch unbedingt lösen, bevor er in den Ruhestand ging ("Ich bin wild entschlossen"). Der Wunsch blieb unerfüllt. Und auch Michels Nachfolger Christian Soulier war bislang nicht erfolgreicher als sein Vorgänger.

Doch woran liegt's, dass sich der Fall Tanja Gräff trotz eines beispiellosen Ermittlungsaufwands bis dato einfach nicht lösen lässt? Der Jurist Detlef Böhm glaubt, einen Grund zu kennen. "Die Trierer Polizei hat viel gemacht, aber eben auch einiges versäumt", sagt der Rechtsanwalt, der sich im Auftrag von Tanjas (inzwischen verwitweter) Mutter seit drei Jahren mit dem ungelösten Kriminalfall befasst.

Böhm hat sich die Akten angeschaut und ist dabei nach eigenen Angaben auf einige "nicht nachvollziehbare und völlig inakzeptable Nachlässigkeiten" gestoßen. Er habe der Trierer Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr einen detaillierten Bericht mit sämtlichen Kritikpunkten vorgelegt, passiert sei daraufhin allerdings nichts. Inzwischen dürfe er nur noch unter Aufsicht in die Akten schauen, Kopien von wichtigen Schriftstücken dürfe er sich keine mehr machen, nur noch Notizen.

"Ich habe kein Vertrauen mehr in die Trierer Polizei", sagt inzwischen auch Tanjas Mutter.
Einer der Kritikpunkte von Gräff und Böhm: Das Umfeld von Tanjas damals neuem Freundeskreis sei von den Ermittlern nie richtig unter die Lupe genommen worden. "Für die Trierer Polizei ist die Sache erledigt, die warten jetzt auf Kommissar Zufall", sagt Rechtsanwalt Detlef Böhm.

"Ein nicht gerechtfertigter Vorwurf", wehrt sich Chef-Staatsanwalt Peter Fritzen. "Alle ermittelbaren männlichen Bekannten" von Tanja Gräff, mehr als 200 Personen, seien vernommen und überprüft worden.

Als Indiz für ihre These führen Waltraud Gräff und ihr Anwalt an, dass einer der in der Nacht ihres Verschwindens zuletzt in der Nähe Tanjas gesehenen Männer erst vier Jahre später identifiziert worden sei - trotz einer recht genauen Beschreibung von Zeugen. Der Mann mit dem auffälligen Spitzbart soll auf dem FH-Sommerfest mit drei anderen Männern zusammengestanden haben. Ein bislang nicht bekanntes Mitglied dieser Gruppe soll einen Kommilitonen der jungen Studentin mit den Worten "He, lass Tanja in Ruhe" angeblafft haben. Dieser unbekannte Mann wird seit Jahren von den Ermittlern gesucht, weil nach dieser Situation gegen 4 Uhr in der Frühe Tanja nicht mehr lebend gesehen wurde.

Über den erst 2011 identifizierten "Spitzbart" hätten die Ermittler wesentlich früher auch die anderen Mitglieder der Gruppe, darunter den "Lass-Tanja-in-Ruhe"-Rufer, identifizieren können, meint der Trierer Jurist. Triers Chef-Ermittler Fritzen kontert: Die Ermittlungen zu dieser Spur seien eingehend geführt worden, ohne dass sich hieraus ein konkreter Tatverdacht oder weitere konkrete Ermittlungsansätze ergeben hätten.

Das gelte auch für zwei andere Spuren, die nach Meinung von Rechtsanwalt Detlef Böhm nicht ausreichend überprüft wurden: Ein Zeuge hatte demnach von panischen Schreien einer Frau berichtet, die er um kurz vor halb fünf in jener Nacht auf einem Parkplatz der Kabinenbahn am Moselufer gehört haben will.

"War es womöglich Tanja, die um Hilfe rief?", fragt der Trierer Jurist. Dazu passe auch, dass ein Personensuchhund Tanjas Geruchsspur vom Hochschulgelände bis zur Kabinenbahn gefolgt sei und die Spur erst dort verloren habe.

Auch der sogenannten Homburg-Spur sei nicht richtig nachgegangen worden, meint der Gräff-Anwalt.

2011 hatte ein Zeuge Waltraud Gräff mitgeteilt, dass er zwei Tage nach dem Verschwinden der Trierer Studentin im saarländischen Homburg beobachtet habe, wie ein Unbekannter eine Tanja ähnelnde, hilflose, wimmernde Frau in ein Auto geschleppt habe.

Beides Spuren oder Beobachtungen, die nach Auffassung des Leitenden Oberstaatsanwalts Peter Fritzen "keine Anhaltspunkte für weitere erfolgversprechende Ermittlungen" bieten.

Auf die Frage, ob inzwischen neue Erkenntnisse zu dem seit siebeneinhalb Jahren ungelösten Fall vorliegen, gibt sich Triers Chef-Ermittler zugeknöpft. "Da kann ich keine Auskunft geben, da es sich nach wie vor um ein nicht abgeschlossenes Verfahren handelt", sagt Peter Fritzen.

Tanjas Mutter hat das Vertrauen in die Trierer Ermittler ohnehin längst verloren. Sie hätte am liebsten, dass eine andere Dienststelle den Fall noch einmal unter die Lupe nimmt, unterstützt von Spezialisten des Landeskriminalamts. Eine Forderung, die Fritzen zurückweist. Dazu bestehe aus seiner Sicht kein Anlass.

Mit einem eindringlichen Appell richtet sich Waltraud Gräff auch an den Mörder ihrer Tochter. " Als Mutter fühle ich, dass sie nicht mehr lebt. Ich wäre Ihnen unsagbar dankbar, wenn Sie (wenn auch nur anonym) den Hinweis gäben, wo ich mein Kind finden kann. Geben Sie Tanja ihre Würde zurück. Geben Sie mir die Möglichkeit, an ihrem Grab die Trauer zu verarbeiten."

volksfreund.de/tanja

Extra

Etwa 6800 Vermisste sind derzeit in einer Datei des Bundeskriminalamts verzeichnet - die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Täglich werden jeweils 250 bis 300 Fahndungen neu erfasst und auch gelöscht. Die Hälfte der Vermisstenfälle erledigt sich innerhalb der ersten Woche. Nach einem Monat sind 80 Prozent der Fälle erledigt. Der Anteil der Personen, die länger als ein Jahr vermisst werden, liegt bei nur drei Prozent. Knapp zwei Drittel aller Vermissten sind männlich. Falls eine Vermisstensache nicht aufgeklärt wird, bleibt die Personenfahndung bis zu 30 Jahren bestehen. sey
Extra

Schon kurz nach dem mysteriösen Verschwinden Tanja Gräffs startet eine der größten Suchaktionen, die es jemals in Rheinland-Pfalz gab. Mehrfach suchen freiwillige und professionelle Helfer das Gelände der Trie rer Fachhochschule und die angrenzenden Wälder ab. Tanjas Freunde starten eine großangelegte Kampagne im Internet, hängen überall in der Region Plakate und Transparente auf.

In der wohl spektakulärsten Aktion im Zusammenhang mit dem Fall Tanja sperrt Mitte Juni 2007 eine Hundertschaft der Polizei den Trierer Stadtteil Pallien ab, durchsucht Häuser und Wohnungen. Anwohner hatten Hilfeschreie einer Frau gehört, die sich später als Streit zwischen einer Mutter und ihrer Tochter herausstellen. Zuletzt sichtete ein dreiköpfiges Ermittlerteam vor vier Jahren noch einmal sämtliche Hinweise und Spuren - ohne greifbare Ergebnisse. sey

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art806,4075986

#8 RE: Presseberichte von 28.01.2015 11:20

Kritik aus den eigenen Reihen
Ex-Polizist: "Wir waren Tanja Gräffs Mörder auf der Spur"

Veröffentlicht am Mittwoch, 28. Januar 2015 um 09:00

(vb) – Vor acht Jahren ist die Trierer Studentin Tanja Gräff unter mysteriösen Umständen verschwunden. Ihre Mutter erhebt Vorwürfe gegen die Polizei, die Staatsanwaltschaft weist dies zurück. Nun sagt ein ehemaliger Polizist: „Die Ermittlungen waren unzureichend.“

Es klang zunächst wie der Hilferuf einer verzweifelten Mutter. Im Dezember kritisierte Waltraud Gräff die Arbeit der Polizei und sagte, die Ermittler seien vielversprechenden Spuren nicht bis zum Ende nachgegangen. Die Staatsanwalt konterte: „Wir haben nichts unversucht gelassen.“

An diesem Mittwoch meldet sich erstmals ein ehemaliger Kriminalbeamter zu Wort und gibt der Darstellung von Waltraud Gräff Recht. Seinen Aussagen habe die Sonderkommission Tanja Gräff, der auch er angehörte, wichtige Hinweise nicht weiter verfolgt. Er selbst sei einem mutmaßlichen Täter – ein junger Mann mit einem Spitzbart – auf der Spur gewesen.

„Ich habe 2011 bei internen Recherchen einen Mann festgestellt, bei dem es sich um den gesuchten ‚Spitzbart‘ handeln könnte. Ich teilte dies dem Leiter der Ermittlungen mit. Die nachfolgenden Untersuchungen waren völlig unzureichend. Erst auf meine Intervention hin wurde scheibchenweise weiter ermittelt, mit einem nicht akzeptablen Abschluss. Danach sind interne Spannungen aufgetreten, 2012 ging ich in Pension“, schreibt Ex-Polizist Günter Deschunty in einem Leserbrief im „Trierischen Volksfreund“.

Auch bei zwei anderen Spuren seien die Ermittlungen im Sande verlaufen, obwohl man interessante Erkenntnisse erhalten habe.

Seiner Ansicht nach könnten die Ermittlungen im Fall Tanja Gräff auch heute noch weiter geführt werden, doch der Leiter der Staatsanwaltschaft und der rheinland-pfälzische Justizminister hielten dies nicht für nötig. Die Bilanz von Deschunty: „Seit vier Jahren blockieren und verzögern eine Handvoll Verantwortliche die Ermittlungen.“

http://www.wort.lu/de/lokales/kritik-aus...c88b46a8ce52591

#9 RE: Presseberichte von 30.01.2015 10:22

Anmerkungen und Denkanstöße zum Fall der seit 7. 6. 2007 vermissten Tanja Gräff aus Korlingen bei Trier.

http://www.findet-tanjagraeff.de/wp-cont...3%9Fe-Tanja.pdf

#10 RE: Presseberichte von 12.02.2015 14:22

Vermisste Studentin Tanja Gräff
"Befremdliche Aussagen des Ex-Kollegen"

Veröffentlicht am Montag, 9. Februar 2015 um 10:41

(vb) - Ein ehemaliger Polizist, der im Vermisstenfall Tanja Gräff der Polizei Versäumnisse vorgeworfen hat, gerät nun selbst ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Polizei prüft dienstrechtliche Konsequenzen für den pensionierten Beamten.

Vor einer Woche hatte Günter Deschunty erklärt, die Sonderkommission Tanja Gräff habe mehrere Spuren nicht gründlich genug verfolgt. Er selbst sei in seiner Arbeit blockiert worden, als er einen verdächtigen jungen Mann mit einem auffälligen Spitzbart ermittelt habe. Damit gab der Polizist im Ruhestand der Mutter von Tanja Gräff Recht, die der Trierer Polizei ebenfalls unzureichende Ermittlungen vorgeworfen hat.

Die Staatsanwaltschaft Trier weist die Kritik von Günter Deschunty zurück und spricht von "haltlosen Vorwürfen". Polizeisprecher Uwe Konz sagte im Gespräch mit dem Luxemburger Wort, die Aussagen des Ex-Polizisten seien "anmaßend und abwegig". "Alle Spuren, die wir hatten, sind abgearbeitet", stellt Konz klar. "Es ist befremdlich, dass es da jemanden geben soll, der die Ermittlungen bremst."

Für seine klaren Worte, die der pensionierte Polizist Deschunty in einem Leserbrief veröffentlichte, muss er jetzt mit Konsequenzen rechnen. "Wir prüfen, ob Herr Deschunty gegen dienstrechtliche Pflichten verstoßen hat", heißt es von der Polizei.

"Befremdliche Reaktion"

In Trier ist der Fall seit einer Woche Stadtgespräch. Die Kommentare aus der Bevölkerung ließen folglich nicht lange auf sich warten. Leserbriefe im "Trierischen Volksfreund" halten die Reaktion der Polizei für bedenklich. Die Polizeispitze wolle den kritischen Polizisten "mundtot" machen, dies ohne die Vorwürfe auch nur im Ansatz zu entkräften, heißt es.

In einem Leserbrief meldet sich ein weiterer ehemaliger Kriminalpolizist zu Wort. "Mir ist nicht ein einziger Fall bekannt, in dem die Ermittler der Mordkommission schludrig gearbeitet hätten. Auch im Fall Tanja Gräff wurden relevante Spuren bis zum Exzess ausgewertet und bearbeitet", schreibt er.

Die Studentin Tanja Gräff war bei einem Sommerfest 2007 spurlos verschwunden und ist vermutlich Opfer eines Verbrechens geworden. Die "Sonderkommission FH" mit zwei Dutzend Beamten verfolgte eine Vielzahl von Spuren. Heute, mehr als sieben Jahre später, arbeiten noch immer zwei erfahrene Mitarbeiter der Kriminalpolizei an dem Fall. Nach wie vor ist für Hinweise auf den Täter eine Belohnung von 30 000 Euro ausgesetzt.

http://www.wort.lu/de/lokales/vermisste-...c88b46a8ce532b0

#11 RE: Presseberichte von Christine 11.05.2015 17:22

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11.05.2015
Aktuelle Nachrichten


11.05.2015 16:38


11.05.2015 16:42
Trier,  Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Trier und des Polizeipräsidiums Trier
Menschliche Überreste gefunden

Diese Pressemeldung auf http://www.polizei.rlp.de


Bei Rodungsarbeiten auf einem  Gelände in Trier-Pallien wurden am Montagmorgen, 11. Mai, menschliche Knochen und Reste von Bekleidung gefunden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit  handelt es sich dabei um die sterblichen Überreste der seit dem 7. Juni 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff.

Gegen 8.50 Uhr hatten Arbeiter menschliche Knochen und Schuhe gefunden, als sie dabei waren, den mit Bäumen und Hecken überwucherten Steilhang freizuschneiden. Die herbeigerufene Polizei suchte daraufhin das Gelände weiter ab und fand noch weitere persönliche Gegenstände.

Aufgrund der bisherigen  Untersuchungen   gehen Staatsanwaltschaft und Polizei  davon aus, dass es sich hierbei um die sterblichen Überreste und Gegenstände der seit dem 7. Juni 2007 vermissten Tanja Gräff handelt. Weitere Untersuchungen sind bereits veranlasst. Ergebnisse stehen allerdings noch aus.

Bei dem Gelände handelt es sich um  einen schwer zugänglichen, teilweise von Hecken, Sträuchern und Bäumen überwucherten Steilhang. Der dortige Bewuchs wurde von Arbeitern in den letzten Tagen freigeschnitten und entfernt. Dabei und bei den weiteren Suchmaßnahmen durch Polizeibeamte kamen die Funde zum Vorschein.

Die Polizei sucht jetzt das gesamte Gelände inklusive des darüber liegenden Waldes und des Hanges ab. Dabei sind auch Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Der Sachverhalt ist von allgemeinem Interesse für die Medien. Wir bitten um Verständnis, dass alle weiteren Informationen aus Gründen der Gleichbehandlung am Dienstagnachmittag  in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft Trier und Polizeipräsidium Trier  dargelegt werden. Die Einladung erfolgt über den Presseverteiler und über die Internetseite bzw. den Newsletter des Polizeipräsidiums  Trier. Wir bitten daher von weiteren Anfragen abzusehen.


 


Herausgebende Stelle: Polizeipräsidium Trier
Salvianstraße 9

#12 RE: Presseberichte von Christine 12.05.2015 08:10

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Leiche von Tanja Gräff offenbar in der Nähe der Uni entdeckt
12.05.2015 | 17:12 Uhr


Trier. Es war die erste große Vermisstensuche über Soziale Medien: Seit 2007 fehlte von Tanja Gräff jede Spur. Jetzt ist wohl ihre Leiche gefunden worden.

Die seit fast acht Jahren in Trier vermisste Studentin Tanja Gräff ist vermutlich tot. Bei Rodungsarbeiten auf einem Gelände in Trier-Pallien in der Nähe der Uni wurden am Montagmorgen Knochen gefunden, bei denen es sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste der seit Juni 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff handelt. "Es gibt genug Anhaltspunkte dafür, dass es Tanja ist", sagte auch der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm.

Tanja Gräff war am 7. Juni 2007 von einem Sommerfest der Fachhochschule in Trier spurlos verschwunden. In der Nacht telefonierte die damals 21-jährige Tanja Gräff noch mit einem Freund, legte auf - was dann passierte, ist bis heute unklar. "Dieser Fall", sagte der leitende Ermittler im Jahr 2012 im Gespräch mit der Funke Mediengruppe, "ist wirklich einmalig. Wir haben erstaunlich viel gemacht - und wissen erstaunlich wenig."

Große Suche übers StudiVZ
Wochenlang hatte nach dem Verschwinden von Tanja Gräff eine 60-köpfige Sonderkommission ermittelt, Hundertschaften durchkämmten Wälder, Wiesen und Wege rund um die FH, es wurde mit Hubschraubern und Wärmebildkameras gesucht, Leichenspürhunde übers Gelände und Taucher in die nahegelegene Mosel und Baggerseen geschickt - ohne Erfolg.


Vermissstenplakate hängen nahe der Fachhochschule in Trier, Foto: Imago
Auch das, was jenseits der polizeilichen Ermittlungen geschah, war bis zu diesem Zeitpunkt einmalig: Wohl nie zuvor hat in Deutschland ein Vermisstenfall so schnell die Runde über Soziale Medien gemacht. Freunde und Kommilitonen von Tanja Gräff gründeten eine Gruppe im "StudiVZ", dem damals führenden Sozialen Netzwerk in Deutschland. Die Vermisstenmeldung verbreitete sich so rasend schnell durch die gesamte Republik. Die Freunde schalten auch eine Homepage zur Suche nach Tanja Gräff, verteilen Zehntausende Flugblätter in und um Trier - vergeblich. Tanja Gräff blieb vermisst.

Nach Angaben der Ermittler entdeckten Arbeiter am Montag menschliche Knochen sowie Schuhe, als sie dabei waren, den mit Bäumen und Hecken überwucherten Steilhang freizuschneiden. Die Polizei fand noch weitere persönliche Gegenstände. Es sei davon auszugehen, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste Tanja Gräffs handele, teilten die Ermittler mit.

Weitere Untersuchungen liefen bereits. Ergebnisse stünden aber noch aus. Am Dienstagnachmittag wollen sich Polizei und Staatsanwaltschaft in Trier detailliert zur neuen Lage äußern. (we/mit dpa)


http://www.derwesten.de/panorama/vermutl...id10661262.html

#13 RE: Presseberichte von Christine 12.05.2015 08:14

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Nach acht Jahren: Arbeiter finden nahe der Hochschule Trier die sterblichen Überreste von Tanja Gräff

(Trier) Einer der spektakulärsten Vermisstenfälle Deutschlands ist gelöst: Die sterblichen Überreste der seit fast acht spurlos verschwundenen Trierer Studentin Tanja Gräff sind am Montag gefunden worden. Wie die 21-Jährige starb, ist noch unklar.
Sterbliche Überreste von Tanja Gräff entdeckt

Nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt von der Stelle, wo Tanja Gräff am frühen Morgen des 7. Juni 2007 zuletzt lebend gesehen wurde, haben Arbeiter am Montagmorgen die sterblichen Überreste der jungen Studentin aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) gefunden. In dem nur schwer zugänglichen Gelände hinter einem Appartmenthaus am Ortsausgang des Trierer Stadtteils Pallien entdeckten sie Knochen, Kleidungsstücke, Schuhe, Uhr und Portemonnaie.

Obwohl das Ergebnis der DNA-Untersuchung noch aussteht, sind sich die Ermittler sicher: Es sind die sterblichen Überreste und die persönlichen Gegenstände von Tanja Gräff. „Wir haben alles gefunden, was man finden muss“, sagte ein Ermittler dem Volksfreund. Wie die junge Frau starb, ist noch unklar. Fraglich ist, ob die genauen Hintergründe je geklärt werden können.

Tanja Gräff verschwand vor fast acht Jahren unter mysteriösen Umständen. Es gab diverse Ermittlungsansätze, aber keine wirklich heiße Spur. Die Polizei ging bislang davon aus, dass die 21-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Nach dem Verschwinden der Studentin gab es Dutzende Suchaktionen. Mehrfach wurde auch das Gelände in der Umgebung von Pallien durchkämmt; zuletzt suchten 40 Kletterspezialisten vor vier Jahren ein Gebiet an den roten Felsen ab. Warum die sterblichen Überreste bei den Suchaktionen nicht entdeckt wurden, ist unklar. Das Gelände, in dem die Arbeiter jetzt fündig wurden, beschrieb ein Polizeisprecher am Montag als „schwer zugänglich“. Der dortige Steilhang sei von Hecken, Sträuchern und Bäumen überwuchert gewesen.

Mehr Informationen soll es am Dienstag bei einer Pressekonferenz geben. Detlef Böhm, der Rechtsanwalt der Familie Gräff, sagte, der Fund der sterblichen Überreste sei für Tanjas Mutter eine große Erleichterung: „Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können.“


http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...1.%20Mai%202015

#14 RE: Presseberichte von Christine 12.05.2015 08:42

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12.05.2015 08:27
Trier, Terminhinweis
Einladung zur Pressekonferenz am Dienstag, 12. Mai 2015


Im Zusammenhang mit dem Fund von menschlichen Knochen in Trier laden die Staatsanwaltschaft Trier und das Polizeipräsidium Trier am
Dienstag, 12. Mai 2015, um 12.30 Uhr
im Rokokosaal der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier,
Willy-Brandt-Platz 3 in 54290 Trier
ein.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind eingeladen.
Parkmöglichkeiten sind im Parkhaus Basilika gegeben.




Herausgebende Stelle: Polizeipräsidium Trier
Salvianstraße 9
54290 Trier
Telefon: 0651/9779-0

#15 RE: Presseberichte von 12.05.2015 09:49

Vermisste Tanja Gräff tot aufgefunden?
Anwalt von Gräffs Mutter stellt kritische Fragen
Heute will die Polizei Einzelheiten zum Fall der vermissten Trierer Studentin Tanja Gräff bekanntgeben. Gestern waren unter anderem menschliche Knochen gefunden worden. Der Anwalt der Familie stellt derweil kritische Fragen.

Bei Rodungsarbeiten auf einem Gelände in Trier-Pallien waren am Montagmorgen menschliche Knochen und Reste von Bekleidung gefunden worden. Die Arbeiter waren zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt, den mit Bäumen und Hecken überwucherten Steilhang freizuschneiden.
Die Trierer Polizei und Staatsanwaltschaft sind davon überzeugt, dass es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste" von Tanja Gräff aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) handelt.

Wie die junge Frau im Juni zu Tode kam, ist noch unklar. Die Polizei war bisher stets davon ausgegangen, dass die damals 21-Jährige nach einer Party am 7. Juni 2007 in der Hochschule Trier einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel.

Anwalt überrascht vom Fundort
Neben den Knochen fanden die Ermittler an einem von Bäumen und Hecken überwucherten Steilhang, der in der Nähe der Hochschule liegt, offenbar Schuhe, Bekleidung und persönliche Gegenstände.

Der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter sagte dem SWR, er sei vom Fundort der Leiche überrascht. Die Polizei habe den mehrfach abgesucht und nichts gefunden. Dies könnte an dem schwer zugänglichen Gelände liegen. Allerdings stelle sich auch die Frage, ob an bestimmten Stellen nicht akribisch genug gesucht wurde.

Die Polizei suchte am Montag das gesamte Gelände inklusive des darüber liegenden Waldes und des Hanges ab. Dabei waren auch Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Am Mittag gibt die Polizei eine Pressekonferenz zu dem Fall.

Fund von toter Tochter wäre "Erleichterung"
Der Fund der sterblichen Überreste wäre für deren Mutter "eine große Erleichterung". "Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können", sagte der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm.

Seit dem Verschwinden der damals 21-jährigen Studentin sei kein Tag vergangen, an dem die Mutter nicht an das Schicksal ihrer Tochter gedacht habe. "Sie hat gespürt, dass sie tot ist."

Gewaltverbrechen vermutet
Der Fall der vermissten Tanja Gräff beschäftigt seit acht Jahren Polizei, Familie und Freunde der Trierer Studentin. Mit Flugblättern und Plakaten wurde nach ihr gesucht. Polizei und Ermittler suchten zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Taucher durchkämmten Weiher bei Trier und die Mosel, hochmoderne Sonartechnik kam zum Einsatz. Selbst an einem Stausee in Luxemburg wurde nach Tanja Gräff gesucht - ohne Erfolg. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Polizei nicht weiter.

So will ein Zeuge in der Nacht von Tanja Gräffs Verschwinden Schreie wie "Lass mich in Ruhe" gehört haben. Auch Hinweise auf einen blauen Peugeot mit Luxemburger Kennzeichen verliefen erfolglos. Zudem appellierten die Eltern mehrfach öffentlich an den möglichen Mörder ihrer Tochter und baten um einen Hinweis, wo Tanja zu finden sei.

Auch eine Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Reihe "Aktenzeichen XY... ungelöst" hatte die Polizei nicht weitergebracht. "Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", sagten die Ermittler immer wieder. Dabei befand sich die Leiche wohl die ganze Zeit unweit vom Ort des Verschwindens entfernt.

Stand: 12.5.2015, 7.38 Uh

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp...ruhr/index.html

#16 RE: Presseberichte von 12.05.2015 09:56

Der Fall Tanja Gräff
Betroffenheit in Korlingen

Im Heimatort von Tanja Gräff herrscht Fassungslosigkeit. Die Menschen haben gemischte Gefühle nach der Nachricht des schrecklichen Fundes in Trier.

2:25 min

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp...shea/index.html

#17 RE: Presseberichte von 12.05.2015 12:51

Liveticker zum Fall Tanja Gräff: Studentin stürzte vermutlich vom Felsen hinab

(Trier) Der Fund der sterblichen Überreste der Trierer Studentin Tanja Gräff am Montagmorgen ist das Thema einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft und Polizei. volksfreund.de berichtet live aus der Runde. Erste Erkenntnis: Tanja Gräff stürzte offenbar vom Hang hinunter. Warum, ist nicht bekannt.


http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4210963

#18 RE: Presseberichte von Christine 12.05.2015 15:17

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Jahrelang vermisste Tanja Graeff stürzte vom Felsen - Mord oder Unfall?

12.05.15 12:59
Trier: Leichenfund im Fall Tanja Gräff: Mutter "geschockt, aber erleichtert"Die Leiche wurde bei Rodugsarbeiten an einem schwer zugänglichen Steilhang in Trier entdeckt.


Auch persönliche Gegenstände und Schuhe gefunden
Das Schicksal der seit fast acht Jahren vermissten Studentin Tanja Gräff aus Korlingen bei Trier ist vermutlich geklärt. Bei Rodungsarbeiten an einem schwer zugänglichen Steilhang in Trier-Pallien wurden Knochen gefunden, bei denen es sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste der seit Juni 2007 vermissten Studentin handelt. Bei einer Pressekonferenz gab die Polizei bekannt, dass die junge Frau vermutlich von einem Felsen gestürzt ist. Ob es sich um einen Unfall oder ein Fremdverschulden handelt, muss nun die Rechtsmedizin klären.

Die 21-Jährige war am 7. Juni 2007 bei einem Fest an der Fachhochschule Trier verschwunden. Umfangreiche Suchaktionen blieben ohne Erfolg. Die Polizei ging davon aus, dass die junge Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war.

Nach Angaben der Ermittler entdeckten Arbeiter menschliche Knochen sowie Schuhe, als sie dabei waren, den mit Bäumen und Hecken überwucherten Steilhang freizuschneiden. Inzwischen sei nahezu das ganze Skelett von Gräff gefunden worden, sagte der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen. Auch Schmuck, Kleidung, Handy und Studentenausweis lagen dabei.

"Aufgrund der bisherigen Untersuchungen gehen Staatsanwaltschaft und Polizei davon aus, dass es sich hierbei um die sterblichen Überreste und Gegenstände der seit dem 7. Juni 2007 vermissten Tanja Gräff handelt", teilten die Ermittler mit. Die Polizei begann das Gebiet rund um den Fundort, der nicht weit von der Hochschule entfernt liegt, großflächig abzusuchen.


Fund ist "Erleichterung"
Die Trierer Polizei hat mögliche Versäumnisse bei der Suche nach Tanja Gräff zurückgewiesen. Einsatzkräfte hätten die Gegend um den Ort, an dem die sterblichen Überreste der 21-Jährigen gefunden wurden, mehrfach abgesucht, sagte Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner. Am Boden des Fundortes selbst sei man aber nicht gewesen, da das von Bäumen und Sträuchern überwucherte Gelände zu Fuß nicht zugänglich war.

Einsatzkräfte hätten sich aber an der rund 50 Meter hohen Felswand darüber bis zu einem Vorsprung abgeseilt. Zudem sei das felsige Gelände von Hubschrauber und Drohnen abgeflogen worden. "Wir hatten keinen Hinweis, dass sie da liegt", sagte der Leiter der Trierer Mordkommission, Christian Soulier.

Nach acht Jahren bekommt Tanjas Mutter endlich Gewissheit. "Es war eine Art Erleichterung, auch wenn die Nachricht als solche erstmal natürlich auch einen gewissen Schock bewirkt", so Detlef Böhm, ihr Anwalt. "Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können"

Seit dem Verschwinden der damals 21-jährigen Studentin sei kein Tag vergangen, an dem die Mutter nicht an das Schicksal ihrer Tochter gedacht habe. "Sie hat gespürt, dass sie tot ist." Der Vater von Tanja erlebt die mögliche Gewissheit nicht mehr: Er starb vor knapp zwei Jahren.



http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/j...17-2307064.html

#19 RE: Presseberichte von Christine 12.05.2015 15:23

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12.05.2015 - 11:42 UHR

LEICHE VON STUDENTIN TANJA GRÄFF

Anwalt der Mutter erhebt heftige Vorwürfe


TRIER –
Der Fund von menschlichen Knochen, die von der seit fast acht Jahren vermissten Studentin Tanja Gräff stammen sollen, wirft Fragen auf.

Warum wurde sie nicht gefunden, obwohl die Leiche nur wenige Meter vom Ort des Verschwindens verscharrt lag? Detlef Böhm, der Anwalt ihrer Mutter, verlangt Antworten.
Die Leichenteile waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb eines Steilhangs entdeckt worden. Der Fundort ist nur wenige hundert Meter Luftlinie von dem Ort entfernt, wo die 21-Jährige zuletzt lebend gesehen wurde. Tanja Gräff war im Juni 2007 nach einem Fest an der Hochschule Trier spurlos verschwunden.

Der Anwalt von Gräffs Mutter, Detlef Böhm, zeigte sich verwundert über den Fundort. „Es stellt sich jetzt die Frage, wie akribisch die Polizei damals gesucht hat“, sagte er am Dienstag.
Es sei zwar ein sehr schwer zugängliches Gelände, das von Bäumen und Sträuchern überwuchert gewesen sei. „Man hätte aber doch jeden Stein umdrehen müssen.“ Die Polizei habe nach dem Verschwinden der Studentin auch die gesamte Fläche der Felswand in jenem Ortsteil abgesucht, sagte Böhm. „Warum hat man sie da nicht gefunden?“.

Wie die Frau zu Tode kam, ist noch unklar. Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwaltes Peter Fritzen gehe es nun zunächst darum, Fakten zusammenzustellen.

„Für eine Bewertung des Ganzen ist es noch viel zu früh“, sagte er. Weiter Einzelheiten zu dem Fall veröffentlichen Trierer Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag


Seit die Studentin im Juni 2007 verschwand, suchten Polizei, Eltern und Freunde nach Tanja Gräff.
Doch selbst Fernsehsendungen und ein Appell an den mutmaßlichen Mörder brachten keine Ergebnisse - bis nun Knochen gefunden wurden, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste der jungen Frau handeln soll.
7. Juni 2007: Tanja Gräff verschwindet im Alter von 21 Jahren bei einem Sommerfest an der Fachhochschule Trier spurlos.
13. Juni 2007: Die Polizei sucht weiter nach der vermissten Studentin. Die Wahrscheinlichkeit, sie lebend zu finden, schwinde aber mit jedem Tag, sagt der Chef der Sonderkommission. Er geht von einem Verbrechen aus.
27. September 2007: Der Fall ist Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Eine heiße Spur ergibt sich nicht. Hinweise gehen auch zu einem Auto ein, dessen Fahrer ein unbekannter Begleiter sein könnte, mit dem Gräff die Party verlassen haben soll.
27. November 2007: Die Polizei startet mehrere Suchaktionen, darunter an einem See in Luxemburg. 62 Taucher aus drei Ländern und Sonarspezialisten erkunden das Gewässer in einem dreitägigen Großeinsatz. Der Einsatz verläuft ergebnislos.
21. März 2008: Die Eltern der Studentin wenden sich mit einem öffentlichen Appell an den möglichen Mörder ihrer Tochter. „Geben Sie uns einen Hinweis, wo wir Tanja finden“, sagen die Eltern in einem Interview der Zeitung „Trierischer Volksfreund“.
7. Juni 2008: Auch ein Jahr nach dem Verschwinden der Lehramtsstudentin bleibt ihr Schicksal ungeklärt. 1300 Hinweise sind eingegangen, doch die Ermittler sind ohne heiße Spur.
16. Januar 2009: Die Polizei löst ihre Ermittlungskommission auf. Rund 1400 Hinweisen und 600 Ermittlungsspuren sind die Polizisten nachgegangen, ohne das Schicksal der Vermissten klären zu können.
29. Oktober 2010: Die Polizei rollt den Fall neu auf. Ein dreiköpfiges Ermittlungsteam soll „alle alten Spurenakten“ nochmals überprüfen. Fünf Monate später räumt die Polizei ein, dass es nur wenig Hoffnung auf Klärung gebe.
18. März 2011: Spezialisten suchen die Felsen an der Fachhochschule mit einer Drohne ab. Doch auch das unbemannte Minifluggerät bringt keine verwertbaren Spuren.
30. März 2011: Der Fall ist Thema einer Spezialsendung von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ im ZDF. Die Sendung thematisiert die Fälle plötzlich verschwundener Kinder. Doch der Bericht bringt die Polizei auch nicht weiter.
11. Mai 2015: Die Ermittler geben bekannt, dass an einem schwer zugänglichen Steilhang in Trier-Pallien Knochen gefunden wurden, bei denen es sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste Gräffs handelt.
(dpa/ce)


http://www.express.de/panorama/leiche-vo...494,item,1.html

#20 RE: Presseberichte von 13.05.2015 06:55

Fall Tanja Gräff: Wann die Polizei nach Vermissten sucht


Von
Patrick Mayer
Aktualisiert am 12. Mai 2015, 16:38 Uhr

Tanja Gräff ist tot. Ihre Angehörigen haben nun Gewissheit, fast acht Jahre nach dem Verschwinden der jungen Studentin. Sie ist kein Einzelfall in Deutschland. Täglich nimmt die Polizei bis zu 300 Vermisstenanzeigen auf. Wie die Ermittler vorgehen, wann jemand als vermisst gilt - und wie viele Kinder verschwinden.

Tanja Gräff vermisst

Es ist traurige Gewissheit: die vermisste Trierer Lehramtsstudentin Tanja Gräff ist tot. "Ernsthafte Zweifel bestehen aus unserer Sicht nicht", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Der Fall, der im Juni 2007 nach einem Fest der Fachhochschule Trier verschwundenen Gräff, hatte nach Angaben der Polizei kaum dagewesene Ermittlungen nach sich gezogen - 900 Spuren sei nachgegangen worden. Doch erst durch einen Zufall stießen die Ermittler auf die Leichenteile der damals 21 Jahre alten Studentin. Zwar wird in Richtung eines Tötungsdelikts ermittelt. Die Todesursache aber ist weiter unklar. Der Fall Tanja Gräff ist spektakulär, prominent, bekannt. Doch es gibt viele weitere in der Bundesrepublik. Täglich erfassen Polizeibeamte zwischen Flensburg und Freiburg 250 bis 300 Vermisstenanzeigen. Wann jemand als vermisst gilt. Und wie viele Kinder unter den Vermissten sind, lesen Sie im Folgenden.

Wie viele Menschen werden in Deutschland vermisst?

Das Bundeskriminalamt (BKA) führt eine sogenannte Datei Vermisste/Unbekannte Tote. Darin waren im Januar 2014 6.800 in Deutschland als "vermisst" gemeldete Personen. Dies ist die letzte auf der Homepage des BKA ausgewiesene Zahl. In dieser Zahl sind sowohl Fälle enthalten, die sich innerhalb weniger Tage aufklären, als auch Vermisste, die seit bis zu 30 Jahren verschwunden sind. Erfahrungsgemäß erledigen sich nach Angaben des BKA etwa die Hälfte der Vermissten-Fälle innerhalb der ersten Woche - zum Beispiel, weil ein Irrtum vorliegt oder von zu Hause ausgebüxte Jugendliche wieder heimkehren. Binnen Monatsfrist steige diese Quote auf über 80 Prozent. Der Anteil der Personen, die länger als ein Jahr vermisst werden, liegt im Schnitt bei drei Prozent. Im Januar 2014 waren dies also um die 200 Personen, darunter auch Tanja Gräff.

Wie viele Kinder werden vermisst?


Knapp zwei Drittel aller Vermissten sind männlich, etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche. Das BKA verweist auf die hohe Aufklärungsquote bei vermissten Kindern: 99 Prozent. Am 10. April 2013, so der letzte Verweis, waren - gerechnet ab dem frühesten Vermisstendatum 03.März 1951 - insgesamt 872 Kinder unter 13 Jahren als vermisst erfasst.

Ab wann gilt jemand als vermisst?
Minderjährige gelten als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist. "Die Frage ist, was wir dazu recherchieren können. Bei Kindern wird direkt gesucht. Bei Erwachsenen müssen sogenannte Gefahrenpunkte dazukommen, zum Beispiel Suizidgefahr", schildert der Trierer Polizeihauptkommissar Karl-Peter Jochem im Gespräch mit diesem Portal. "Wenn zum Beispiel ein Abschiedsbrief vorliegt, wird es konkret. Oder wenn jemand erzählt, dass die vermisste Person schon mal Suizidgedanken geäußert hat."

Wie wird gesucht?

Trierer Behörden geben Einzelheiten zu Skelettfund toter Studentin bekannt.

Häufig fehle es an der sogenannten Vermissteneigenschaft, erklärt das BKA. Ergo: Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben oder die gesuchte Person hat sich bewusst abgesetzt. Ein Beispiel sind junge Erwachsene, die nach einem Krach das Elternhaus aus freien Stücken verlassen. Welche Maßnahmen aber leitet die Polizei bei Verdachtsfällen ein? "Wenn wir keine Anhaltspunkte haben, suchen wir erstmal im Umfeld des Zuhauses", erzählt Jochem. "Grundsätzlich beginnen wir da, wo der Vermisste zuletzt gesehen wurde oder vermutet wird." Auf jeden Fall sind die Ermittler dazu angehalten, immer weiter zu suchen - bis zu 30 Jahre lang. So schilderte Chef-Ermittler Christian Soulier nun im Fall Tanja Gräff, dass die Polizei im Gebiet des Fundortes der Leichenteile im Sommer 2007, nochmals im Winter 2008 und schließlich bei Rodungsarbeiten 2011 gesucht habe.

Wie werden die Leichen den Vermissten zugeordnet?

Mithilfe der bereits erwähnten Kartei für Vermisste/Unbekannte Tote. In dieser sind Bilder der Vermissten oder von deren persönlichen Gegenständen angelegt. "Es gibt heute die Möglichkeit des Abgleichs der DNA oder des Zahnstatus'. Es wird versucht, DNA-Spuren zu ermitteln und die werden dann mit den gespeicherten Daten verglichen", erklärt Jochem. Bei den Angehörigen werde dazu DNA-Material sichergestellt, erzählt er. "Manchmal werden aber auch persönliche Gegenstände gefunden." So, wie im Fall Gräff. Die Ermittler fanden Armbanduhr, Studentenausweis, Ohrringe und das Handy der Studentin. Wie Oberstaatsanwalt Fritzen erklärte, stimmen auch der damals erhobene Zahnstatus Gräffs’ und der am Oberkieferknochen der Leiche gefundene überein.

Wann werden die Angehörigen informiert?
Erst, wenn es keine Zweifel mehr gibt. "Wir müssen ja erstmal sicher sein, um wen es sich da handelt. Wir können ja nicht zu den Leuten gehen und sagen: ‚Wir haben da was gefunden, es kann sein, dass das Ihr Angehöriger ist’", erklärt Jochem. "Erst wenn wir uns sicher sind, reden wir direkt mit den Angehörigen."

http://web.de/magazine/panorama/tanja-gr...-sucht-30634776

#21 RE: Presseberichte von Christine 13.05.2015 07:54

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Polizei weist Kritik an Ermittlungen im Fall Tanja Gräff zurück

(Trier) Die Trierer Polizei hat Vorwürfe am Vorgehen der Ermittler im Fall Tanja Gräff zurückgewiesen. Inzwischen ist nahezu das komplette Skelett der 21-Jährigen geborgen worden. Wie die Studentin vor acht Jahren starb, ist noch offen.

Wie konnte die Leiche Tanja Gräffs fast acht Jahre lang nur ein paar Meter vom Gärtchen eines Appartementhauses entfernt liegen, ohne dass sie in dieser Zeit jemand entdeckt hat? Über kaum eine Frage wird in der Region mehr diskutiert, seit die sterbliche Überreste der Trierer Studentin am Montagmorgen im Trierer Stadtteil Pallien gefunden wurden.

Dass es sich um Tanja Gräff handelt, steht für die Ermittler inzwischen fest: Der Zahnstatus des Schädels stimmt mit Röntgenaufnahmen von Tanjas Zähnen überein; die vor Ort entdeckten Kleidungsstücke, Schuhe, Ohrringe, die Halskette, Uhr und das Handy stammen zweifelsfrei von der seit Juni 2007 vermissten jungen Frau.

Ein Waldarbeiter hatte am Montagmorgen zunächst den Schädel und Tanjas Turnschuhe entdeckt, als er eine Seilwinde festbinden wollte. Der Mann und zwei Kollegen waren auf dem Privatgelände am Steilhang mit Rodungsarbeiten beschäftigt, entfernten Hecken, Sträucher und Bäume. „Ein schwer zugängliches Gelände“, sagte Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Das sei der Grund gewesen, warum sich an dieser Stelle seinerzeit Höhenretter abgeseilt und das Gelände „von oben in Augenschein genommen“ hätten, sagte Triers Vize-Polizeipräsident Franz-Dieter Ankner. Damals ohne Ergebnis.

Auch ein unter anderem an dieser Stelle eingesetzter Hubschrauber mit Wärmebildkamera förderte nichts Verwertbares zutage. "Mehr war nicht möglich, einen Fehler haben wir nicht gemacht“, sagte der Polizei-Vize und wies damit Vorwürfe an den Suchaktionen zurück. Detlef Böhm, Anwalt der Familie Gräff, fragte am Dienstag: „Warum haben sich die Suchmannschaften von Dornen abhalten lassen, statt sie zu roden?“

Die sterblichen Überreste Tanja Gräffs werden in der Mainzer Rechtsmedizin untersucht. Ein Ergebnis soll bald vorliegen.


http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...2.%20Mai%202015

#22 RE: Presseberichte von Christine 13.05.2015 07:55

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Fall Tanja: Polizei nimmt Ermittlungen wieder auf


(Trier) Die am Montag im Trierer Stadtteil Pallien entdeckten sterblichen Überreste gehören zur vermissten Studentin Tanja Gräff. Daran haben Polizei und Staatsanwaltschaft keinen Zweifel, wie sie am Dienstag mitteilten. Der Fall soll noch einmal komplett von vorne aufgerollt werden.

Wie Triers leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz mitteilte, habe ein Arbeiter bei Rodungsarbeiten zunächst den Schädelknochen und ein paar weiße Turnschuhe gefunden. Später sicherte die Polizei nahezu das gesamte Skelett sowie persönliche Gegenstände der Vermissten, darunter eine Armbanduhr, Ohrringe, eine Halskette und den Studentenausweis sowie ein Handy sowie eine Geldbörse. Der frühere örtliche Zahnarzt der Vermissten verglich den Zahnstatus des Schädels mit dem Zahnstatus von Tanja Gräff, laut Fritzen ergab das eine Übereinstimmung. "Es spricht alles dafür, dass es sich um die sterblichen Überreste von Tanja Gräff handelt. ... Zweifel bestehen unserer Ansicht nach nicht mehr", so der Staatsanwalt. Letzte Gewissheit soll eine DNA-Analyse erbringen.

Die Fundstelle liege etwa einen Kilometer von dem Gelände der Hochschule Trier entfernt, wo Tanja Gräff 2007 zuletzt gesehen worden war. Bis zur Rodung sei die Stelle direkt unterhalb des roten Felsens dicht bewachsen gewesen. Das Skelett habe unmittelbar am Fuß des Felsens gelegen. Die Ermittler nehmen an, dass der Körper von oben hinab gestürzt und in dichtes Gestrüpp gefallen sei, so Fritzen. Zur Ursache könnten die Ermittler aktuell noch nichts sagen. Fritzen: „Voreilige Schlussfolgerungen wären, ich denke, auch im Interesse der Hinterbliebenen, völlig kontraproduktiv und unseriös.“

SEK-Beamten seien dabei, den Felsen erneut abzusuchen. Auch das Waldstück oberhalb des Felsen werde abgesucht. „Die Maßnahmen dauern noch an“, sagte Fritzen.

Die Kriminalpolizei Trier nimmt die Ermittlungen wieder auf. Laut Polizei sollen fast 20 Beamte den Fall aufnehmen, unterstützt durch LKA und Kriminaltechnik. Alle Erkenntnisse würden erneut überprüft und bewertet. Insgesamt liegen den Ermittlern mehr als 2000 Hinweise vor, das Material umfasst 200 Aktenordner. Auch die gefundenen Kleidungsreste und das Skelett sollen von der Rechtsmedizin untersucht werden.

Mehrmals hatte die Polizei in den vergangenen Jahren das Gelände rund um die Hochschule, an der Tanja Gräff 2007 kurz vor ihrem Verschwinden an einer Feier teilgenommen hatte, durchforstet. Kriminalhauptkommissar Christian Soulier sagt, dass man dabei an vielen Stellen immer wieder auf undurchdringbares Dickicht gestoßen sei.

Auch an der Fundstelle hatte die Polizei bereits gesucht. Die Felswand ist an dieser Stelle bis zu 50 Meter hoch. Damals hatten sich Einsatzkräfte vom Felsen abgeseilt, bis an den Fundort sei man aber aufgrund der dichten Vegetation nicht gelangt, so Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner. Er erkennt keinen Fehler bei den Ermittlungen. Von unten sei die Fundstelle nicht zu erreichen gewesen, so Kriminalhauptkommissar Christian Soulier. Es blieb nur die Möglichkeit, sich abzuseilen. Auch die Wärmebildkamera eines Helikopters versagte an dieser Stelle, weil ein sich daneben befindliches Dach sehr stark Hitze reflektiert habe.
Die Ermittler haben die Gegend rund um die roten Felsen von Beginn an untersucht. Hätte es einen Anhaltspunkt gegeben, hätte man sofort den Wald an der Fundstelle gerodet. Laut Kriminalhauptkommissar Christian Soulier gab es aber keine Hinweise.



http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...2.%20Mai%202015

#23 RE: Presseberichte von 13.05.2015 12:25

Seit 2007 vermisste Studentin tot
Polizei sucht Gelände am Fundort weiter ab
Die Trierer Polizei sucht am Mittwoch weiter das Gelände rund um den Fundort der sterblichen Überreste von Tanja Gräff ab.

Unterdessen gibt es eine erste Stellungnahme eines Rechtsmediziners.

Demnach sind am Schädel von Tanja Gräff keine Verletzungen vorhanden. Das sagte der untersuchende Gerichtsmediziner der Universität Mainz, Professor Reinhard Urban, dem SWR. Tanja Gräff sei also offenbar nicht an einer Kopfverletzung gestorben. Weitere Angaben machte Urban nicht. Er habe bisher lediglich den Schädel gesehen. Erst nach der Untersuchung weiterer Knochen könne man einschätzen, ob in Richtung Todesursache oder Todesgeschehen überhaupt eine Aussage getroffen werden könne.

"Wir wollen sichergehen, dass wir nichts übersehen", sagte ein Sprecher der Polizei zur Suche am Fundort. Auch der Bereich oberhalb der Felswand werde von Polizisten großflächig geprüft. Die Knochen der seit Juni 2007 vermissten Trierer Studentin waren am Montag bei Rodungsarbeiten unterhalb der 50 Meter hohen Felswand auf einem Privatgelände gefunden worden.
Neue Sonderkommission nimmt Arbeit auf

Unterdessen arbeite die neue Sonderkommission daran, alle relevanten Spuren, die es bisher gab, in Bezug auf den Fundort neu zu bewerten, sagte der Sprecher weiter. Die Ermittler gehen davon aus, dass die damals 21-Jährige von dem Felsen in die Tiefe stürzte. Die Hintergründe sind noch unklar. Möglich ist nach Angaben der Ermittler ein Verbrechen, aber auch ein Unfall. Der Fundort ist nur rund einen Kilometer von der Hochschule Trier entfernt, wo Tanja Gräff aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) vor fast acht Jahren nach einer Party zuletzt lebend gesehen worden war.

Bei einer am Dienstag in Trier einberufenen Pressekonferenz hatte der Leitende Oberstaatsanwalt, Peter Fritzen, mitgeteilt, dass neben dem Skelett auch Schmuck, Kleidung, Handy und Studentenausweis gefunden worden seien. Der Fundort der Knochen lasse mehrere Deutungen zu, was tatsächlich passiert ist, so die Ermittler. Kriminalhauptkommissar Christian Soulier sagte, die sterblichen Überreste seien relativ nah beisammen aufgefunden worden. Es würde weiterhin wegen eines Tötungsdelikts ermittelt.

Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe
Zu Vorwürfen wegen mangelnder Ermittlungen sagte Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner, der jetzige Fundort sei in der Vergangenheit mehrfach von Hubschraubern, der Höhenrettung und Hunden abgesucht worden. Das Suchgebiet sei extrem groß und es habe keinen Hinweis auf einen konkreten Ort gegeben. Außerdem sei es nicht möglich gewesen, die Vegetation am Hang komplett zu entfernen. Der Einsatz von Wärmebildkameras sei damals schwierig gewesen, weil sich der Felsen durch die sommerlichen Temperaturen erwärmt habe.

"Hätten wir geahnt, dass sie dort liegt, hätten wir natürlich Rodungsarbeiten durchgeführt", sagte Soulier. Vorwürfe, die Polizei habe nicht richtig ermittelt, würden zu Unrecht erhoben, sagte auch Oberstaatsanwalt Fritzen. Die Polizei sei 2.000 Hinweisen nachgegangen, habe 900 Spuren geprüft und 250 Personen aus dem Umfeld der Studentin vernommen. Am Fundort selbst sei man aber nicht gewesen, da das von Bäumen und Sträuchern überwucherte Gelände zu Fuß nicht zugänglich war. Einsatzkräfte hätten sich aber an der rund 50 Meter hohen Felswand darüber bis zu einem Vorsprung abgeseilt.

Knochen bei Rodungsarbeiten entdeckt
Bei Rodungsarbeiten auf einem Gelände in Trier-Pallien waren am Montagmorgen menschliche Knochen, Reste von Bekleidung und persönliche Gegenstände gefunden worden. Die Arbeiter waren damit beschäftigt, den Steilhang freizuschneiden.

Der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm, sagte dem SWR, er sei vom Fundort der Leiche überrascht. Die Polizei habe den mehrfach abgesucht und nichts gefunden. Dies könnte an dem schwer zugänglichen Gelände liegen. Allerdings stelle sich auch die Frage, ob an bestimmten Stellen nicht akribisch genug gesucht wurde. "Man hätte jeden Stein umdrehen müssen."

Der Fund der sterblichen Überreste wäre für die Mutter "eine große Erleichterung", hatte Böhm am Montag vor der endgültigen Bestätigung durch die Polizei gesagt. "Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können." Seit dem Verschwinden der damals 21-jährigen Studentin sei kein Tag vergangen, an dem die Mutter nicht an das Schicksal ihrer Tochter gedacht habe. "Sie hat gespürt, dass sie tot ist."

Jahrelang erfolglos gesucht

Der Fall der vermissten Tanja Gräff beschäftigt seit acht Jahren Polizei, Familie und Freunde der Trierer Studentin. Mit Flugblättern und Plakaten wurde nach ihr gesucht. Polizei und Ermittler suchten zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Taucher durchkämmten Weiher bei Trier und die Mosel, hochmoderne Sonartechnik kam zum Einsatz. Selbst an einem Stausee in Luxemburg wurde nach Tanja Gräff gesucht - ohne Erfolg. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Polizei nicht weiter.

So will ein Zeuge in der Nacht von Tanja Gräffs Verschwinden Schreie wie "Lass mich in Ruhe" gehört haben. Auch Hinweise auf einen blauen Peugeot mit Luxemburger Kennzeichen verliefen erfolglos. Zudem appellierten die Eltern mehrfach öffentlich an den möglichen Mörder ihrer Tochter und baten um einen Hinweis, wo Tanja zu finden sei.

Auch eine Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Reihe "Aktenzeichen XY... ungelöst" hatte die Polizei nicht weitergebracht. "Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", sagten die Ermittler immer wieder. Dabei befand sich die Leiche wohl die ganze Zeit unweit vom Ort des Verschwindens.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp...ruhr/index.html

#24 RE: Presseberichte von 13.05.2015 12:34

Besuch in Tanja Gräffs Heimatdorf Korlingen: „Der ganze Ort hat irgendwie mitgelitten“
(Korlingen) Acht Jahre hat nicht nur ihre Familie, sondern auch ihr Heimatort Korlingen mit Nachbarn, Bekannten und Freunden damit leben müssen, dass Tanja Gräff verschwunden war. Einfach weg. Von einem Tag auf den anderen. Nun wurde sie gefunden. Der TV hat gefragt, wie die Menschen in Korlingen damit umgehen.

Das Ehepaar Gisela (79) und Günter Kirsten (83). TV-Foto: Andrea Weber Foto: Andrea Weber
Es ist ein heißer Tag in Korlingen. Der bislang heißeste in diesem Frühling. Es ist der Tag nach der aufsehenerregenden Nachricht, dass die sterblichen Überreste von Tanja Gräff im Steilhang der sogenannten roten Felsen am Trierer Stadtteil Pallien gefunden worden sind. Nach acht langen Jahren der Ungewissheit.

„Endlich Gewissheit“

Im Heimatort der damals 21-jährigen Studentin ist es still. Ein Mann wäscht sein Auto, in einer Garage wird gehämmert, eine ältere Frau arbeitet in ihrem Garten. Die Menschen in Korlingen sind froh, dass die Familie jetzt endlich Gewissheit hat. Aber auch traurig, was für ein Ende die Geschichte genommen hat. „Ich denke schon, dass das für die Mutter jetzt einfach erleichternd ist, dass sie jetzt weiß, wo ihr Kind ist“, sagt eine 37-Jährige, die sich gerade vor ihrem Haus mit einer Nachbarin unterhält. „Das ist einfach eine so traurige Geschichte, und ich glaube, der ganze Ort und jeder, der sie kennt, hat da irgendwie mitgelitten und ist jetzt froh, dass das abgeschlossen ist“, sagt die Frau.

Auch die Eheleute Kirsten denken heute an Tanjas Eltern. Sie sitzen auf einer Bank vor ihrem Haus und warten auf eine Nachbarin, um sie zum Einkaufen mitzunehmen. Sie seien froh, dass die Mutter endlich Gewissheit habe, sagt Gisela Kirsten. „Das hat schon wehgetan, das zu sehen“, sagt sie. Tanja Gräff sei ein ganz liebes Mädchen gewesen. Es sei schlimm, dass das jetzt so ein Ende gefunden habe. Natürlich kämen jetzt auch wieder die Fragen, warum und wie und hätte man doch... „Aber das kann man ja hinterher immer gut sagen“, sagt Günter Kirsten. „Und sie haben ja alles getan, was menschenmöglich war“, fügt seine Frau hinzu. Spekulieren will an diesem Tag niemand. Die Korlinger sind einfach nur froh, dass Tanja endlich gefunden wurde.

Eduard Gehlen ist tief berührt von der Nachricht. Das sei sehr emotional für ihn, erklärt der 62-Jährige. Er hofft, dass Tanjas Mutter „jetzt ihren Seelenfrieden findet“, wenn sie ihre Tochter nun beerdigen dürfe. „Das war ja immer ihr Wunsch, ihre Tochter würdig zu beerdigen“, sagt Gisela Kirsten. Viele Korlinger denken in diesen Tagen auch an Tanjas Vater, der nicht mehr erlebt hat, dass seine Tochter gefunden wurde. Er ist vor zwei Jahren gestorben. „Er hat ja immer geglaubt, dass sie noch lebt“, erzählt eine Anwohnerin.

Eine andere Nachbarin erinnert sich an die Zeit nach Tanja Gräffs Verschwinden. Ihre eigene Mutter sei damals gestorben. Sie sei sehr krank gewesen. Das Einzige, was sie bis zuletzt immer gefragt habe: „Hat man das Mädchen immer noch nicht gefunden?“ Sie habe jeden Tag Rosenkränze für die Studentin gebetet.

Auch an die Anteilnahme kann sich die 75-Jährige noch sehr gut erinnern. „Ich fand das immer so schön, dass sie Andachten für sie gehalten haben“, sagt sie. Da hätten die Leute, die die junge Frau gekannt haben, sehr viel Persönliches und Gefühl miteingebracht. „Das war schon enorm“, erinnert sie sich. „Ich war auch öfter da unten. Allein, weil einem das so nachgegangen ist.“

http://www.volksfreund.de/nachrichten/re...;art754,4211569

#25 RE: Presseberichte von Christine 13.05.2015 21:01

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Laut Gerichtsmediziner weist der Schädel keine Verletzungen auf, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten.

Quelle: Volksfreund. de



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