#1 RE: Presseberichte von 02.09.2014 10:42

Yasmin ermordet und zerstückelt

Bleibt ihr Tod für immer ungesühnt?
Aktualisiert: 02.09.2014 - 10:16

Uelzen - Im Oktober 1996 wurde die damals 18-jährige Uelzenerin Yasmin Stieler getötet. Der Täter ist bis heute nicht gefasst. Ihre Mutter hofft, dass der Fall nicht verjährt.

"6. Oktober 1996" steht als Todesdatum auf dem schlichten Holzkreuz am Grab von Yasmin Stieler. Wann die damals 18-jährige Uelzenerin genau starb, wissen bis heute weder die Polizei noch ihre Mutter Rosemarie Schäfer. Dabei kann der genaue Todeszeitpunkt noch eine entscheidende Rolle bei der Frage spielen, ob das brutale Verbrechen jemals gesühnt wird. Denn sollte doch noch ein Täter ermittelt werden, würde er womöglich nur wegen Totschlags verurteilt – und solch eine Tat verjährt nach 20 Jahren. Die Polizei müsste somit bis zum 5. Oktober 2016 einen Verdächtigen präsentieren.

Zahlreiche Indizien sprachen für einen 41-jährigen Verdächtigen als Täter, doch das Landgericht Braunschweig weigerte sich, eine entsprechende Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zuzulassen und den Prozess zu eröffnen. Deshalb hat die Mutter des getöteten Mädchens die Belohnung jetzt von 30.000 auf 50.000 Euro für Hinweise, die zu einer Verurteilung führen, aufgestockt.

Yasmin war von einem Discobesuch nach Braunschweig nicht zurückgekehrt, die Teile ihrer zerstückelten Leiche waren an verschiedenen Orten gefunden worden.

Die Allgemeine Zeitung in Uelzen sprach nun mit Yasmins Mutter. "Ich denke jeden Tag daran, es ist immer präsent", sagt sie.

http://www.tz.de/welt/yasmin-stieler-ble...html?cmp=defrss

#2 RE: Presseberichte von 02.09.2014 10:52

Vor 18 Jahren starb die Uelzenerin – jetzt droht das Verbrechen zu verjähren

Fall Yasmin Stieler: Bleibt ihr Tod ungesühnt?

Uelzen. „6. Oktober 1996“ steht als Todesdatum auf dem schlichten Holzkreuz am Grab von Yasmin Stieler. Wann die damals 18-jährige Uelzenerin genau starb, wissen bis heute weder die Polizei noch ihre Mutter Rosemarie Schäfer.

Dabei kann der genaue Todeszeitpunkt noch eine entscheidende Rolle bei der Frage spielen, ob das brutale Verbrechen jemals gesühnt wird. Denn sollte doch noch ein Täter ermittelt werden, würde er womöglich nur wegen Totschlags verurteilt – und solch eine Tat verjährt nach 20 Jahren. Die Polizei müsste somit bis zum 5. Oktober 2016 einen Verdächtigen präsentieren.

Zahlreiche Indizien sprachen für einen 41-jährigen Verdächtigen als Täter, doch das Landgericht Braunschweig weigerte sich, eine entsprechende Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zuzulassen und den Prozess zu eröffnen. Deshalb hat die Mutter des getöteten Mädchens die Belohnung jetzt von 30.000 auf 50.000 Euro für Hinweise, die zu einer Verurteilung führen, aufgestockt.

Yasmin war von einem Discobesuch nach Braunschweig nicht zurückgekehrt, die Teile ihrer zerstückelten Leiche waren an verschiedenen Orten gefunden worden.

„Ich denke jeden Tag daran“

Seit 18 Jahren wartet die Mutter der getöteten Yasmin Stieler auf Gerechtigkeit

Uelzen. Wie viel Leid kann eine Mutter ertragen im Verlauf von 18 Jahren, in denen das Verbrechen an der eigenen Tochter ungesühnt blieb? Rosemarie Schäfer hat ein Dutzend Aktenordner gewälzt, in denen jedes Detail über den gewaltsamen Tod von Yasmin festgehalten ist. Da ist das Pärchen, das die Todesschreie in jener Nacht zum 6. Oktober 1996 in einem Wald bei Peine gehört haben will. Da ist das Obduktionsergebnis, dass der Kopf mit einem elektrischen Messer, Beine und Arme aber mit einem anderen Schneidwerkzeug abgetrennt worden sein müssen.

Viel schlimmer aber sei der Umstand, dass man einfach nicht abschließen könne, sagt Rosemarie Schäfer. So wurden bis heute die Bekleidung und der Rucksack der Getöteten nicht gefunden. „Ich denke jeden Tag daran, es ist immer präsent“, sagt die Mutter und kämpft mit den Tränen. Drei Mal hat sie ihre Tochter beerdigen müssen, als nacheinander Torso, Kopf und Beine gefunden wurden. Die Unterarme fehlen bis heute in dem Grab auf dem Wrestedter Friedhof.

Die Mutter hält regelmäßig Kontakt zur Peiner Kriminalpolizei, die mit dem Mordfall Stieler betraut ist. Dort hat man schon vor vier Jahren keinen Hehl daraus gemacht, dass man den Täter zu kennen glaubt. Doch jenem Mann, der 2010 wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft saß, wurde nie der Prozess gemacht – das Landgericht Braunschweig hielt die Beweislage für zu dünn.

Rosemarie Schäfer kann das bis heute nicht begreifen. „Es gab doch so viele Indizien“, sagt sie. Als Hauptbeweisstück galt ein Spaten aus dem beruflichen Umfeld des Mannes, an dem Erdspuren vom Torso-Fundort gefunden worden waren. Der Verdächtige selbst verwickelte sich in Widersprüche, das Amtsgericht Braunschweig erließ Haftbefehl – doch am Ende reichte es nicht für eine Verhandlung.

„Es gibt noch eine andere Gerechtigkeit“, sagt Rosemarie Schäfer dazu und deutet nach oben. Sie hat keinen Zweifel: „Er war es.“ Mit der Aufstockung der Belohnung auf 50 000 Euro erhofft sich die Mutter den vielleicht doch noch entscheidenden Hinweis, der zu einer Verurteilung führt. „Sie sind doch schon so nahe dran“, sagt sie. Aus dieser Hoffnung schöpft sie die Kraft, den Alltag zu meistern.

36 Jahre alt wäre Yasmin Stieler heute. Wo es ihre Tochter beruflich hin verschlagen hätte – auch darüber macht sich Rosemarie Schäfer viele Gedanken. Ein Anhaltspunkt ist ein verschlossener Brief, den Mitschülerinnen aufbewahren und der in einem Kästchen liegt. Als Schülerinnen hatten Yasmin und ihre Freundinnen ihren Berufstraum niedergeschrieben und in dieses Kästchen gelegt. Die Mitschülerinnen haben alle Briefe geöffnet und geschaut, welcher Traum letztlich wahr wurde – nur der Umschlag des getöteten Mädchens ist bis heute geschlossen.

Von Thomas Mitzlaff

http://www.az-online.de/lokales/landkrei...html?cmp=defrss

#3 RE: Presseberichte von 09.10.2014 17:45

Mordfall Yasmin Stieler

Oberlandesgericht Braunschweig verwirft sofortige Beschwerden der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger gegen Nichteröffnungsbeschluss des Landgerichts Braunschweig vom 02.03.2009.

Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Braunschweig (OLG) hat jetzt per Beschluss (Geschäftsnummer: Ws 86/09) die sofortigen Beschwerden der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger gegen den Nichteröffnungsbeschluss des Landgerichts Braunschweig (LG) vom 02.03.2009 verworfen.

Damit bleibt es bei der Entscheidung des LG Braunschweig, das Hauptverfahren gegen den Angeschuldigten K nicht zu eröffnen.

Gegen die Entscheidung des OLG Braunschweig gibt es kein Rechtsmittel.
OLG bestätigt: LG hat das Hauptverfahren zu Recht nicht eröffnet

Nach der Strafprozessordnung (StPO) darf das Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens nur beschließen, wenn der Angeschuldigte einer Straftat hinreichend verdächtig ist. Diesen nach § 203 StPO erforderlichen hinreichenden Tatverdacht hat der Strafsenat verneint, weil nach Aktenlage eine Verurteilung nicht wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch.

Im Wesentlichen sprechen nach den Ausführungen des Strafsenats folgende Gründe gegen eine Verurteilung des Angeschuldigten:

- Ob und wie sich ein möglicher Kontakt zwischen dem Angeschuldigten und der später getöteten Yasmin Stieler ergeben habe, sei unklar. Dem Angeschuldigten, der die Tat leugne, könne nicht nachgewiesen werden, vor der Tat mit dem Opfer in Verbindung gestanden zu haben.

- Unklar bleibe, was zu der Tat geführt habe und wie diese überhaupt abgelaufen sein könnte sowie schließlich, wann und wo der Leichnam durch wen zerteilt und die einzelnen Leichenteile versteckt worden seien. Eine umfangreiche Spurensuche am Tatort habe keinerlei Hinweis auf eine Beteiligung des Angeschuldigten ergeben.

- Darüber hinaus werde sich voraussichtlich auch nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen lassen, dass ein anderer als Täter in Betracht kommt. Vor dem Hintergrund eines nur auf Indizien beruhenden Verdachts lasse sich ein hinreichender Tatverdacht schon dann nicht mehr begründen, wenn aufgrund der aufgezeigten objektiven Anhaltspunkte nicht nur theoretisch nicht auszuschließen ist, dass ein anderer die Tat begangen habe.

- Auch aus dem Fund eines Spatens im März 2008 am früheren Arbeitsplatz des Angeschuldigten, der letztlich zur Anklageerhebung führte, lassen sich keine eindeutigen Indizien ableiten.

Der Senat führt hierzu aus, dass an dem Gerät zwar Erdanhaftungen gefunden worden seien, die sehr wahrscheinlich mit Bodenproben identisch seien, die im Jahre 1996 am Fundort des Torsos genommen wurden, und dass sich in einer im März 2008 genommenen Bodenprobe ein Lacksplitter befunden habe, der mit dem auf dem sichergestellten Spaten befindlichen Lack identisch sei.

Daraus ergebe sich, dass mit dem Spaten an der Torsofundstelle gegraben worden sei. Unklar bleibe aber, zu welchem Zeitpunkt der Spaten durch wen an der Fundstelle benutzt worden sei, zumal mehrere Personen nach der Tat auf den Spaten Zugriff gehabt hätten.

Es sei daher nicht sicher auszuschließen, dass der Spaten seit 1996 nicht mehr genutzt worden sei.

- Schließlich habe der Angeschuldigte zu keinem Zeitpunkt eindeutig und unmissverständlich die Begehung der Tat eingeräumt. Dass einige seiner Äußerungen widersprüchlich und widerlegbar seien, ließe keinen hinreichend sicheren Schluss auf eine Täterschaft des Angeschuldigten zu.

Zum Hintergrund
Mit ihrer Anklageschrift vom 7.11.2008 legt die Staatsanwaltschaft Braunschweig dem Angeschuldigten K zur Last, in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1996 in Vechelde-Bodenstedt die Schülerin Yasmin Stieler gegen Mitternacht im Bodenstedter Holz erwürgt oder erdrosselt zu haben.

Da es unmittelbare Tatzeugen nicht gibt, stützt die Staatsanwaltschaft diesen Tatvorwurf auf eine Vielzahl von Indizien, die aus ihrer Sicht den - die Tat bestreitenden - Angeschuldigten belasten. K befand sich vom 4.9.2008 bis zum 2.3.2009 in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Braunschweig hat mit dem angefochtenen Beschluss vom 2.3.2009 die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt und den Haftbefehl des Amtsgerichts Braunschweig vom 3.9.2008 aufgehoben.

Dies hat das Landgericht damit begründet, dass auch bei einer Gesamtschau aller belastenden Indizien "mit großer Wahrscheinlichkeit" am Ende einer Hauptverhandlung mit einem Freispruch des Angeschuldigten aus tatsächlichen Gründen zu rechnen sei.

Presseinfo
Artikel-Informationen
Ansprechpartner/in:
Ingo Groß
Oberlandesgericht Braunschweig
Pressesprecher
Bankplatz 6
38100 Braunschweig
Tel: 0531/488-2472
Fax: 0531/488-2470
E-Mail an Ansprechpartner/in

#4 RE: Presseberichte von eugene1975 10.05.2015 01:19

Nasses Grab:

Im Elbe-Seitenkanal bei Gifhorn wird im Februar 1999 ein weiblicher Torso gefunden. In den Tagen danach tauchen weitere Leichenteile auf. Erste Informationen aus der Gerichtsmedizin weisen auf eine Frau hin, die über 40 Jahre alt sein muss und die kein Kind geboren hat. Unter den vermissten Frauen aus der Region kann schließlich das Opfer durch einen DNA-Abgleich identifiziert werden. Es ist eine 59-jährige Frau, die am Abend vor ihrem Verschwinden mit ihrem Mann in einer Gaststätte gesehen worden war und eine halbe Stunde nach ihrem Ehemann das Lokal verließ. Es fällt auf, dass ein anderer Gast sich auffallend um ein Alibi bemüht. Die Ermittlungen ergeben, dass dieser Mann als Lkw-Fahrer arbeitet und in der Nähe des Leichenfundortes am Kanal beruflich zu tun hatte. Das Puzzle fügt sich zusammen, als bei einer Hausdurchsuchung Blutspuren des Opfers im Bett des Lkw-Fahrers gefunden werden. Als der wegen Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung vorbestrafte Mann mit den Beweisen konfrontiert wird, legt er ein Teilgeständnis ab. Die Frau sei freiwillig in seiner Wohnung gewesen und dort verstorben. Vom Landgericht Lüneburg wird der Täter zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Die Polizei ist davon überzeugt, dass der Täter noch für weitere ungeklärte Morde verantwortlich ist, doch es fehlen dafür letzte Beweise. (Text: RTL 2)
Deutsche Erstausstrahlung: So 25.05.2003 RTL II

Dass, den letzten Satz, den sollten einige Leute mal zur Kentniss nehmen. lg eugene

#5 RE: Presseberichte von Christine 15.05.2015 13:50

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Mordfall Yasmin Stieler

Oberlandesgericht Braunschweig verwirft sofortige Beschwerden der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger gegen Nichteröffnungsbeschluss des Landgerichts Braunschweig vom 02.03.2009.
Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Braunschweig (OLG) hat jetzt per Beschluss (Geschäftsnummer: Ws 86/09) die sofortigen Beschwerden der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger gegen den Nichteröffnungsbeschluss des Landgerichts Braunschweig (LG) vom 02.03.2009 verworfen. Damit bleibt es bei der Entscheidung des LG Braunschweig, das Hauptverfahren gegen den Angeschuldigten K nicht zu eröffnen.
Gegen die Entscheidung des OLG Braunschweig gibt es kein Rechtsmittel.
OLG bestätigt: LG hat das Hauptverfahren zu Recht nicht eröffnet
Nach der Strafprozessordnung (StPO) darf das Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens nur beschließen, wenn der Angeschuldigte einer Straftat hinreichend verdächtig ist. Diesen nach § 203 StPO erforderlichen hinreichenden Tatverdacht hat der Strafsenat verneint, weil nach Aktenlage eine Verurteilung nicht wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch.
Im Wesentlichen sprechen nach den Ausführungen des Strafsenats folgende Gründe gegen eine Verurteilung des Angeschuldigten:
- Ob und wie sich ein möglicher Kontakt zwischen dem Angeschuldigten und der später getöteten Yasmin Stieler ergeben habe, sei unklar. Dem Angeschuldigten, der die Tat leugne, könne nicht nachgewiesen werden, vor der Tat mit dem Opfer in Verbindung gestanden zu haben.
- Unklar bleibe, was zu der Tat geführt habe und wie diese überhaupt abgelaufen sein könnte sowie schließlich, wann und wo der Leichnam durch wen zerteilt und die einzelnen Leichenteile versteckt worden seien. Eine umfangreiche Spurensuche am Tatort habe keinerlei Hinweis auf eine Beteiligung des Angeschuldigten ergeben.
- Darüber hinaus werde sich voraussichtlich auch nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen lassen, dass ein anderer als Täter in Betracht kommt. Vor dem Hintergrund eines nur auf Indizien beruhenden Verdachts lasse sich ein hinreichender Tatverdacht schon dann nicht mehr begründen, wenn aufgrund der aufgezeigten objektiven Anhaltspunkte nicht nur theoretisch nicht auszuschließen ist, dass ein anderer die Tat begangen habe.
- Auch aus dem Fund eines Spatens im März 2008 am früheren Arbeitsplatz des Angeschuldigten, der letztlich zur Anklageerhebung führte, lassen sich keine eindeutigen Indizien ableiten.
Der Senat führt hierzu aus, dass an dem Gerät zwar Erdanhaftungen gefunden worden seien, die sehr wahrscheinlich mit Bodenproben identisch seien, die im Jahre 1996 am Fundort des Torsos genommen wurden, und dass sich in einer im März 2008 genommenen Bodenprobe ein Lacksplitter befunden habe, der mit dem auf dem sichergestellten Spaten befindlichen Lack identisch sei. Daraus ergebe sich, dass mit dem Spaten an der Torsofundstelle gegraben worden sei. Unklar bleibe aber, zu welchem Zeitpunkt der Spaten durch wen an der Fundstelle benutzt worden sei, zumal mehrere Personen nach der Tat auf den Spaten Zugriff gehabt hätten. Es sei daher nicht sicher auszuschließen, dass der Spaten seit 1996 nicht mehr genutzt worden sei.
- Schließlich habe der Angeschuldigte zu keinem Zeitpunkt eindeutig und unmissverständlich die Begehung der Tat eingeräumt. Dass einige seiner Äußerungen widersprüchlich und widerlegbar seien, ließe keinen hinreichend sicheren Schluss auf eine Täterschaft des Angeschuldigten zu.
Zum Hintergrund
Mit ihrer Anklageschrift vom 7.11.2008 legt die Staatsanwaltschaft Braunschweig dem Angeschuldigten K zur Last, in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1996 in Vechelde-Bodenstedt die Schülerin Yasmin Stieler gegen Mitternacht im Bodenstedter Holz erwürgt oder erdrosselt zu haben. Da es unmittelbare Tatzeugen nicht gibt, stützt die Staatsanwaltschaft diesen Tatvorwurf auf eine Vielzahl von Indizien, die aus ihrer Sicht den - die Tat bestreitenden - Angeschuldigten belasten. K befand sich vom 4.9.2008 bis zum 2.3.2009 in Untersuchungshaft.
Das Landgericht Braunschweig hat mit dem angefochtenen Beschluss vom 2.3.2009 die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt und den Haftbefehl des Amtsgerichts Braunschweig vom 3.9.2008 aufgehoben. Dies hat das Landgericht damit begründet, dass auch bei einer Gesamtschau aller belastenden Indizien "mit großer Wahrscheinlichkeit" am Ende einer Hauptverhandlung mit einem Freispruch des Angeschuldigten aus tatsächlichen Gründen zu rechnen sei.


http://www.oberlandesgericht-braunschwei...518&_psmand=101

#6 RE: Presseberichte von 18.10.2015 10:00

Donnerstag, 15.10.2015

Ungesühntes Verbrechen

Es ist ein Fall, der bis heute fassungslos macht: Der grausame Tod der 18-jährigen Yasmin Stieler aus Uelzen.

Vor genau 19 Jahren wurde die damalige Schülerin brutal ermordet und zerstückelt. Die Polizei konnte zwar einen Tatverdächtigen ermitteln – für einen Prozess reichten die Beweise aber angeblich nicht aus.

Inzwischen droht die Tat zu verjähren. Yasmins Mutter will das auf keinen Fall zulassen und hat sich jetzt an unseren Reporter Torsten Misler gewendet.

http://rtlnord.de/nachrichten/ungesuehntes-verbrechen.html

#7 RE: Presseberichte von 05.10.2016 09:31

Yasmin Stieler: Tod nach 20 Jahren ungeklärt
von Andreas Mier


Yasmin Stieler wäre heute 38 Jahre alt - vor 20 Jahren wurde die 18-jährige Schülerin aus Uelzen getötet. Sie wollte zum Tanzen in eine Discothek nach Braunschweig und kehrte nicht nach Hause zurück. Teile ihrer zerstückelten Leiche wurden an verschiedenen Orten im Landkreis Peine und in der Region Hannover gefunden. Der Täter läuft bis heute frei herum und droht straffrei davon zu kommen, selbst wenn er noch überführt werden sollte.

Täter müsste wegen Mordes angeklagt werden
Denn Totschlag verjährt nach 20 Jahren, im Fall Stieler ist das heute. Um die Tat noch zu sühnen, müsste der Täter also wegen Mordes angeklagt und verurteilt werden, denn Mord verjährt nie. Doch die Hoffnung darauf sinkt mit jedem Tag. Zu den Akten lege man solche Fälle zwar nie, heißt es sowohl bei der Staatsanwaltschaft, als auch bei der Peiner Kriminalpolizei. Man habe aber jeden Stein umgedreht und bislang keinen neuen Ermittlungsansatz gefunden.

Verdächtiger wurde aus U-Haft entlassen
Vor acht Jahren war ein Verdächtiger festgenommen worden. An einem Spaten aus seinem beruflichen Umfeld klebte Erde vom Fundort des Torsos von Yasmin Stieler an einem Bahndamm bei Vechelde (Landkreis Peine). Dort wiederum wurden Lackspuren des Spatens gesichert. Der verheiratete 41-Jährige verstrickte sich in Widersprüche. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Am Ende war dem Landgericht Braunschweig die Beweislage aber zu dünn für einen Prozess. Der Mann wurde nach einem halben Jahr aus der Untersuchungshaft entlassen. Yasmins Mutter gibt die Hoffnung auf Gerechtigkeit nicht auf. Sie hat zwischenzeitlich die Belohnung für Hinweise, die zu einer Verurteilung des Mörders führen, auf 50.000 Euro erhöht.

Mord und Totschlag
Mord laut Paragraf 211 des Strafgesetzbuches:
(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
(2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Totschlag laut Paragraf 212 des Strafgesetzbuches:
(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersach...,yasmin118.html

#8 RE: Presseberichte von Helios 10.07.2020 19:41

19:39 10.07.2020
Kostenlos bis 20:15 Uhr
Yasmin Stieler – eine Discotour endet mit einem Mord
Sie wollte Spaß am Samstagabend – und fuhr mit dem Zug von Uelzen nach Braunschweig. Dabei traf sie ihren Mörder. Die Polizei glaubt den Täter zu kennen – warum es aber zu keiner Anklage kommt, lesen Sie hier.

Ansprache an den Täter: Mit der außergewöhnlichen Aktion fahndete die Peiner Polizei im Jahr 1997 nach dem Mörder von Yasmin Stieler Die Plakate hingen zwischen Hannover, Uelzen und Braunschweig.
Hannover
Ein Klumpen Erde. Und ein Lacksplitter. Das reicht an Beweisen, da sind sich die Ermittler sicher. Endlich wird der Tod von Yasmin Stieler gesühnt – zwölf Jahre nach der grausamen Tat. Für Yasmins Mutter eine Erleichterung, sie weint am Telefon, als ein Polizist ihr von der Verhaftung des Verdächtigen erzählt. So lange hat sie darauf gewartet. Umso größer die Enttäuschung einige Monate später: Dem Landgericht Braunschweig reicht der Klumpen Erde nicht – es lässt keine Anklage zu. Keine Gerichtsverhandlung, der Verdächtige kommt wieder frei.


„Tja, damit muss man rechen, das gehört dazu“, sagt Monika Freckmann. Die ehemalige LKA-Mitarbeiterin fand damals die wichtigen Spuren im Dreck. „Aber wenn das den Richtern nicht reicht“, sagt sie, „dann bleibt der Fall ungelöst.“


Auf dem Weg in die Disco
Der 5. Oktober 1996: Die 18-jährige Yasmin Stieler will an diesem Samstag von Uelzen nach Braunschweig fahren, dort in einer Disco feiern. Das lebenslustige Mädchen fährt alleine mit der Bahn, sie trägt ein auffälliges T-Shirt mit Kuhflecken drauf – was dann passiert, das wissen die Ermittler nicht. Für sie ist der Fall Stieler zunächst eine reine Vermisstensache – das aber ändert sich bald.

14. Oktober 1996: Ein Vechelder bemerkt, dass jemand im Gebüsch am Bahndamm frisch gegraben hatte – ganz in der Nähe seiner Gartenpforte. Er misst seiner Beobachtung zunächst keine Bedeutung zu. Eine Woche später geht er wieder hin – und entdeckt diesmal einen blauen Müllsack. Er reißt ihn mit einer Forke auf – und entdeckt einen Torso. Gerichtsmediziner stellen fest: Es ist die Leiche von Yasmin. Es fehlen der Kopf, Arme und die Beine. Für die Polizei ist klar: Der Fundort ist nicht der Tatort. Und sie wissen: Das Mädchen wurde erdrosselt.

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Der Fall Yasmin Stieler
27. Oktober 1996: Spaziergänger an den Ricklinger Teichen machen die nächste grausige Entdeckung: Im Sieben-Meter-Teich entdecken sie ein Bein, am nächsten Tag das andere. Taucher und Leichenspürhunde suchen nach weiteren Körperteilen im Wasser – vergeblich.

Suche in den Ricklinger Teichen: Dort entdeckten Spaziergänger die Beine des Mädchens.
Suche in den Ricklinger Teichen: Dort entdeckten Spaziergänger die Beine des Mädchens.
14. Mai 1997: Ein 15-Jähriger fährt in Hämelerwald mit seinem Mountainbike tief in den Wald – und entdeckt einen skelettierten Schädel. „Er lag einfach so auf der Erde“, berichtet der Junge später. Vermutlich gelangte der Schädel durch Tiere auf den Weg. Die Vermutung der Ermittler bestätigt sich: Es ist der Kopf von Yasmin Stieler.


Die Arme sind bis heute verschwunden. Ebenso die Bekleidung der 1,60 Meter großen und schlanken Frau einschließlich des Rucksacks. Und auch vom Täter gibt es keine Spur.

Appell an den Täter
Die Polizei fahndet nach einem Mann, mit dem Yasmin in der Diskothek gesprochen haben soll. Erfolglos. Eine Polizistin, die dem Opfer ähnlich sieht, sucht in Braunschweiger Klubs nach Zeugen. In Vechelde findet ein groß angelegter Speicheltest statt – weil an dem Torso ein Haar entdeckt wurde, das vom Täter stammen könnte. 1100 Männer kommen Mitte Dezember 1996.


Quelle: Fleischmann
Im September 1997 startet die Polizei eine weitere Aktion: 87 bis zu 3,60 mal 2,60 Meter große Plakate hängen zwischen Hannover, Uelzen und Braunschweig. Die schwarz-weißen Plakate zeigen das Porträt der lächelnden Gymnasiastin und die Fotokopie ihrer Hand (die hatte Yasmin in der Schule gemacht). Sie sprechen den noch unbekannten Täter direkt an: „Der Torso in Vechelde, der Kopf in Hämelerwald, die Beine in Hannover, die Hände ...?“ Und dann die Frage: „Können Sie damit leben?“. Keine dieser Aktionen bringt Erfolg, auch nicht die zahlreichen Veröffentlichungen im Fernsehen.

Verdächtiger mit Widersprüchen
Im Jahr 2001 der nächste Hoffnungsschimmer: Die Polizei hat einen Arbeiter aus dem Kreis Vechelde im Visier. Sein Chef hat sich erinnert, dass der Mann einen Tag nach Stielers Verschwinden verschmutzt und drei Stunden zu spät von einer Lkw-Tour zurückkehrte. Außerdem hatte er rund 40 Kilometer von einer Fahrt nach Duisburg zu viel auf dem Tacho – und die Tachoscheibe will er aus Angst vor Kontrollen zerstört haben. Der Verdächtige verwickelt sich bei Vernehmungen in Widersprüche. Aber: Es fehlt der entscheidende Beweis.

Im Jahr 2006 übernehmen zwei neue Ermittler in Peine den Fall. Sie studieren alle Akten, verhören alle Beteiligten noch einmal – auch den schon früher Verdächtigen. Sie entdecken im Frühjahr 2008 einen Spaten „im ehemaligen Arbeitsumfeld des Verdächtigen“, so Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe aus Braunschweig. „Der Spaten wurde glücklicherweise zwölf Jahre nicht angefasst.“ Er soll sich noch in der Firma befunden haben, in der der Mann früher gearbeitet hatte – und die sich in der Nähe des Torso-Fundortes befindet.

LKA-Spezialistin für Bodenproben
An dem Arbeitsgerät befindet sich noch Erde. Da kommt Monika Freckmann ins Spiel – sie ist damals die Spezialistin beim Landeskriminalamt für Bodenuntersuchungen. Es ist 2008 – „für mich ein Hammerjahr“, erinnert sie sich. Da war zunächst der Doppelmord bei Osnabrück. Ein 27-Jähriger hatte seine Eltern getötet und vergraben – mit Freckmanns Hilfe und der Untersuchung von rund 250 Bodenproben wurden die Leichen entdeckt. Dann der Fall des Mannes, der in Oldenburg einen Holzklotz auf die Autobahn warf – eine Frau starb. Freckmann fand die entsprechenden Beweise, dass Nicolai H. verurteilt werden konnte. „Dann auch noch der Fall Stieler.“


Sie bekam Bodenproben, die rund um den Fundort des Torsos in Vechelde entnommen wurden. „Da habe ich die Polizisten immer wieder hingescheucht“, erinnert sich die 67-Jährige. Mit den ersten Proben der Beamten konnte sie nichts anfangen – zu viel Erde zusammengepresst. Schicht für Schicht wurde dann der Boden untersucht, immer ein bisschen tiefer. Ihr reichten wenige Gramm, geliefert in speziellen Plastikdosen. Dann wird untersucht – denn Dreck ist wahrlich nicht gleich Dreck. „In Bodenproben kann man lesen wie in einem Buch“, sagt die Spurenleserin. Kaum einer konnte das so gut wie sie. „Eine Bodenprobe ist genauso wichtig wie eine DNA-Spur. Das sollte man nie vergessen.“

Lacksplitter vom Spaten
Da macht es auch nichts, dass der Boden am Bahndamm erst zwölf Jahre nach der Tat von ihr untersucht wird. „Da ist zum Glück nicht so viel passiert. Anders wäre es auf einem Acker, der ständig gepflügt wird.“ Sie vergleicht die Bodenproben in mehreren Untersuchungsgängen mit dem Klumpen vom Spaten. Und tatsächlich gibt es eine Übereinstimmung. Aber nicht nur das: Sie findet auch noch einen Lacksplitter, der nachweisbar zum Spaten gehört.

Das reicht. Das glaubt nicht nur Freckmann. Der Verdächtige wird festgenommen. Er schweigt zu den Vorwürfen, die Beteiligten bereiten sich auf einen Indizienprozess vor. Aber dazu kommt es nicht.

Für die kriminaltechnische Angestellte des LKA eine ungewohnte Erfahrung. „Das ist mir in 32 Jahren LKA nur ganz selten passiert.“ Sie hat das Bodenlabor im LKA aufgebaut. Inzwischen ist sie im Ruhestand – wühlt aber weiter im Boden. „Aber nur in meinem Garten. Da gibt es Arbeit genug.“

Das Grab von Yasmin Stieler: Das Wort „Warum
Das Grab von Yasmin Stieler: Das Wort „Warum" ist auf dem Holzkreuz zu lesen. Quelle: dpa
Diese acht Verbrechen sind noch nicht aufgeklärt
Gericht rechnete mit einem Freispruch
Warum?“ – diese Frage steht auf dem Holzkreuz an Yasmins Grab. Nicht nur ihre Mutter sucht nach Antworten. Und die hätte es geben sollen, wenn es zu einem Prozess gekommen wäre. Aber dem Landgericht Braunschweig war die Beweislage mit dem Spaten und den Erdproben zu dünn. Das Oberlandesgericht schmetterte 2009 die Beschwerde der Staatsanwaltschaft endgültig ab.

Grund: Mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ sei mit einem Freispruch des Angeklagten zu rechnen. Das Gericht gab dabei diese Gründe an.

Ob und wie sich ein möglicher Kontakt zwischen dem Angeschuldigten und der später getöteten Yasmin Stieler ergeben habe, sei unklar. Dem Angeschuldigten, der die Tat leugne, könne nicht nachgewiesen werden, vor der Tat mit dem Opfer in Verbindung gestanden zu haben.

Unklar bleibe, was zu der Tat geführt habe und wie diese überhaupt abgelaufen sein könnte sowie schließlich, wann und wo der Leichnam durch wen zerteilt und die einzelnen Leichenteile versteckt worden seien. Eine umfangreiche Spurensuche am Tatort habe keinerlei Hinweis auf eine Beteiligung des Angeschuldigten ergeben.

Darüber hinaus werde sich voraussichtlich auch nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen lassen, dass ein anderer als Täter in Betracht kommt. Vor dem Hintergrund eines nur auf Indizien beruhenden Verdachts lasse sich ein hinreichender Tatverdacht schon dann nicht mehr begründen, wenn aufgrund der aufgezeigten objektiven Anhaltspunkte nicht nur theoretisch nicht auszuschließen ist, dass ein anderer die Tat begangen habe.

Auch aus dem Fund eines Spatens im März 2008 am früheren Arbeitsplatz des Angeschuldigten, der letztlich zur Anklageerhebung führte, lassen sich keine eindeutigen Indizien ableiten.

Es war eine Risikoabwägung. Bei einem Prozess können neue Indizien auftauchen. Ein Freispruch würde aber heißen: Der Mann darf nicht noch mal wegen des selben Verbrechens angeklagt werden, auch wenn es neue Beweise geben sollte.

Eine Verurteilung ist inzwischen noch schwieriger geworden – denn nun muss man dem Täter einen Mord nachweisen können. Denn wenn es „nur“ ein Totschlag wäre, wäre die Tat inzwischen verjährt.

„Warum?“ Die Mutter muss weiter auf eine Antwort warten.

Von Christian Lomoth

https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine...-mit-einem-Mord

#9 RE: Presseberichte von Helios 07.09.2021 10:10

SPEKTAKULÄRER MORDFALL
„Ich werde die Mutter der Ermordeten nie vergessen“
BILD-Moderator Maximilian Kiewel über seinen emotionalsten TV-Moment

Artikel von: MAXIMILIAN KIEWEL veröffentlicht am
07.09.2021 - 07:45 Uhr

https://www.bild.de/ratgeber/2021/ratgeb...00026.bild.html

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