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#26 RE: Presseberichte von wetterfrosch 20.02.2019 19:15

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Landgericht Dortmund

Mord an Nicole-Denise Schalla: Angeklagter fordert „zeitnahen Freispruch“

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla vor 25 Jahren hat der Angeklagte versucht, das Gericht unter Druck zu setzen. „Der Freispruch soll zeitnah erfolgen“, hieß es am Mittwoch.

von Martin von Braunschweig

Dortmund

, 20.02.2019

Ralf H. aus Castrop-Rauxel ist offenbar alles andere als ein einfacher Mandant. Schon am letzten Verhandlungstag war er ohne Absprache mit seinem Verteidiger Gencer Demir vorgeprescht und hatte die Richter wegen Befangenheit abgelehnt. Am Mittwoch (20. 2.), nachdem dieser Antrag abgewiesen worden war, legte der 53-Jährige nach. Diesmal aber durfte sein Verteidiger reden.

Forderung nach unbewachten Besuchen

Demir forderte das Gericht auf, die noch erforderlichen Verhandlungstage zügig festzulegen. Schließlich solle der Freispruch zeitnah erfolgen. Ralf H. leide in der nun seit acht Monaten dauernden Untersuchungshaft.

Deshalb beantrage er außerdem, dass die Besuche, die er von seiner Lebensgefährtin erhalte, nicht mehr von einem Bediensteten aus der Justizvollzugsanstalt überwacht würden.

Ob die Richter auf diesen Wunsch eingehen, steht noch nicht fest. Die Kammer schien am Mittwoch nur wenig Lust zu verspüren, sich von dem Angeklagten unter Zeitdruck setzen zu lassen. Auch die von Ralf H. gezischelten Wortfetzen „inakzeptabel“ und „so schnell wie möglich“ änderten daran nichts.

Verhandlungstage bis April festgelegt

Wenigstens wurden aber weitere Verhandlungstage festgelegt. Insgesamt planen die Richter nun noch mit vier Sitzungen bis April. Die Dauer der Verhandlung hängt dabei im Wesentlichen davon ab, wie schnell ein weiteres DNA-Gutachten fertiggestellt werden kann.

Die Richter haben beschlossen, sämtliches Spurenmaterial vom Oktober 1993 noch einmal „nach neuesten wissenschaftlichen Methoden“ untersuchen zu lassen.

Bisher wird Ralf H. durch eine einzige Hautschuppe belastet, die auf einer Folie von einem unbekleideten Teil der Leiche der 16-jährigen Schülerin gesichert werden konnte.

https://www.ruhrnachrichten.de/nachricht...ch-1377848.html

#27 RE: Presseberichte von Helios 11.03.2019 18:11

Mordfall Nicole-Denise Schalla: Busfahrer muss erneut als Zeuge aussagen
SCHWURGERICHT
Im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla vor 25 Jahren muss ein Busfahrer zum zweiten Mal als Zeuge aussagen. Der Verteidiger des Angeklagten Ralf hatte noch Fragen.

von Martin von Braunschweig
Dortmund, Castrop-Rauxel, 11.03.2019 / Lesedauer: 2 min
Mordfall Nicole-Denise Schalla: Busfahrer muss erneut als Zeuge aussagen
Der Busfahrer musste am Montag erneut als Zeuge aussagen. © Martin von Braunschweig

Mit Kopfschütteln und ungläubiger Miene verfolgten die meisten Zuschauer am Montag die erneute Vernehmung des Zeugen. Denn die Fragen, die Verteidiger Gencer Demir an den Busfahrer richtete, wirkten eher hölzern und wenig zielführend.

Demir konzentrierte sich auf eine polizeiliche Vernehmung des Busfahrers im Jahr 2018. Ob er sich erklären könne, warum er in dieser Befragung einige Dinge anders dargestellt habe als in seiner ersten Befragung unmittelbar nach dem Mord im Herbst 1993, wollte der Rechtsanwalt wissen. Die Antwort des Zeugen kam prompt: "Naja, dazwischen sind 25 Jahre ins Land gegangen..."

Gutachten noch nicht fertig
Unklar ist demnach, wie viele Personen seinerzeit zusammen mit der Schülerin den Bus an der Haltestelle Jungferntal verließen. Sicher ist sich der Busfahrer aber in einem: Nicole-Denise Schalla stieg aus dem Bus aus, setzte sich die Kopfhörer ihres Walkmans auf und lief los. Und direkt hinter ihr lief ein Mann.

Das neue, inzwischen dritte DNA-Gutachten in diesem Prozess ist unterdessen noch nicht vollständig erstellt worden.


Die Richter erwarten erst in den kommenden Tagen die Ergebnisse und wollen dann zum nächsten Verhandlungstag auch die Sachverständigen selbst ins Gericht bitten. Bisher wird der Angeklagte Ralf H. von einer einzigen Hautschuppe belastet, die ihm zugeordnet werden konnte. Das Zellmaterial war 1993 an der Leiche der damals 16-jährigen Nicole-Denise Schalla gesichert worden. Und zwar im Bereich der Leiste.

https://www.ruhrnachrichten.de/nachricht...en-1384144.html

#28 RE: Presseberichte von Helios 21.03.2019 20:26

Mordfall Schalla: Zweite DNA-Spur gefunden

Weitere DNA-Spur belastet den Angeklagten
Verdacht gegen Ralf H. erhärtet sich
Angeklagter mehrfach vorbestraft wegen Würge-Attacken
Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla erhärtet sich der Verdacht gegen den Angeklagten Ralf H. Es wurde eine weitere DNA-Spur gefunden. Das bestätigte die Anwältin der Opferfamilie dem WDR am Donnerstag (21.03.2019). Das neue Gutachten belastet den Angeklagten, die damals 16-Jährige im Jahr 1993 getötet zu haben.

Am 4. Februar hatte das Gericht das zusätzliche DNA-Gutachten angefordert, um zu klären, ob es noch weitere DNA-Spuren gibt. Die einzige war bisher eine Hautschuppe. Dadurch waren Ermittler im Sommer 2018 auf die Spur des Angeklagten Ralf H. gekommen – 25 Jahre nach der Tat.

Damals wurden DNA-Spuren mit Hilfe von Folien an dem erwürgten Mädchen gesichert. Jetzt hat ein Gutachter weitere Folien aus der Asservatenkammer auf DNA untersucht. Unklar ist, wie die Hautschuppe des Angeklagten auf den Körper des Mädchens kam. Erste Gutachter hatten keine eindeutige Aussage treffen können, ob der Angeklagte am Tatort war.

Nach 25 Jahren: Verdächtiger im Mordfall Schalla gefasst | mehr
Vorstrafen: Fünf Würge-Attacken gegen Frauen
Vor Gericht gab es Einblick in die Vorstrafen des Angeklagten. Er saß bereits mehrere Jahre in Haft, auch in Sicherungsverwahrung. Unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und fünf Würge-Attacken gegen Frauen. Drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla attackierte Ralf H. eine 16-Jährige. Zwei Monate danach eine 28-jährige Frau.

Verteidiger Gencer Demir hält diese Taten für nicht vergleichbar mit dem Mord an Nicole-Denise Schalla. Der Angeklagte habe ab einem gewissen Punkt immer von den Frauen abgelassen.

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebi...rtmund-100.html

#29 RE: Presseberichte von wetterfrosch 26.03.2019 23:04

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Mord-Prozess

Neues DNA-Gutachten im Fall Schalla soll den Angeklagten Ralf H. zusätzlich belasten

Mord-Prozess

Seit Prozessbeginn bestreitet der Angeklagte Ralf H., vor 25 Jahren die Schülerin Nicole-Denise Schalla ermordet zu haben. Jetzt wird er offenbar von einem neuen DNA-Gutachten belastet.

von Martin von Braunschweig

Dortmund
21.03.2019

Nach Angaben von Nebenklage-Anwältin Arabella Pooth liegt die erneute Auswertung der im Herbst 1993 gesicherten Spuren inzwischen vor. Dabei sei abermals die DNA des Angeklagten Ralf H. gefunden worden, sagte die Juristin.

Bislang wurde der Angeklagte "nur" von einer einzelnen Hautschuppe belastet, die an der Leiche der Schülerin gesichert und ihm zugeordnet worden war. Für die Eltern von Nicole-Denise Schalla seien die neuen Untersuchungsergebnisse "sehr erfreulich", so Pooth. "Für uns war immer klar, dass hier der richtige Mann auf der Anklagebank sitzt."

Der Verdacht wurde erhärtet

Dieser Verdacht werde nun noch einmal erhärtet. Vater Joachim Schalla sei "sehr erleichtert" gewesen, als er von seiner Anwältin Pooth die Nachricht übermittelt bekam. "Die Eltern sind vor allem dankbar für die hervorragende Arbeit der Polizei", so die Nebenklagevertreterin weiter.

Das DNA-Gutachten soll in der kommenden Woche im Prozess vor dem Schwurgericht erläutert werden. Im Anschluss wird natürlich von Interesse sein, wie sich der Angeklagte zu den Ergebnissen äußern wird. Bisher weist Ralf H. jede Schuld weit von sich. Immer wieder hatte er im Prozess die Arbeit der Polizei, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts kritisiert.

Für den Prozess hat das Schwurgericht vorerst nur noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

https://www.ruhrnachrichten.de/nachricht...en-1387837.html

#30 RE: Presseberichte von wetterfrosch 26.03.2019 23:58

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Angeklagter Ralf H. will Handverletzungen haben: "Ich kann gar nicht würgen"

Schalla-Prozess

Muss der Angeklagte im Mordfall Nicole-Denise Schalla von einem Arzt untersucht werden? Ralf H. behauptet, keine Kraft in den Händen zu haben und deshalb gar nicht würgen zu können.

von Martin von Braunschweig

Dortmund, Castrop-Rauxel
26.03.2019

Der 53-jährige Angeklagte meldete sich am Dienstag erneut selbst zu Wort. "Ich kann gar nicht würgen", behauptete er. Einen solchen Krafteinsatz ließen seine beiden Hände schon seit längerer Zeit gar nicht mehr zu. Vor allem die Daumen könne er so gut wie gar nicht mehr benutzen.

Der Castrop-Rauxeler will in seiner Jugend Handball gespielt und dabei auch die eine oder andere Verletzung erlitten haben. Besonders schwer habe es ihn einmal in den 1970er-Jahren erwischt, sagte er den Richtern. "Die Sehnen waren gerissen und ich hatte Splitterbrüche."

Operationen 1978 und 1980

In den Jahren 1978 und 1980 sei er schließlich nacheinander an beiden Daumen operiert worden. Seitdem habe er so gut wie keine Kraft mehr in diesen Fingern. Die Verletzung habe große Auswirkungen auf seinen weiteren Lebensweg gehabt, erklärte der Angeklagte weiter. Er habe sich immer gerne handwerklich betätigt. Das sei nach den chirurgischen Eingriffen aber nicht mehr möglich gewesen. "Wegen der Verletzung war ich gezwungen, eine kaufmännische Lehre zu machen", so Ralf H. am Dienstag. Als Speditionskaufmann habe er schließlich sein Geld verdient.

Verteidiger Christian Dreier regte nach dem Vorstoß vom Dienstag an, seinen Mandanten von einem Sachverständigen medizinisch begutachten zu lassen. Einen förmlichen Antrag will er aber erst am nächsten Verhandlungstag Mitte April stellen. Bis dahin will Ralf H. den Richtern auch die Namen der Krankenhäuser und Ärzte nennen, die ihn seinerzeit behandelt haben sollen. Für den Castrop-Rauxeler steht fest: "Der Täter soll das Opfer erwürgt haben. Das kann also nicht ich gewesen sein."

Zwei Haare an Leiche gesichert

Tatsächlich hatte die Polizei im Oktober 1993 an der Leiche der Schülerin aus dem Jungferntal zwei Haare gesichert, die augenscheinlich nicht von Nicole-Denise Schalla, aber wohl auch nicht von Ralf H. stammten. Bei einem handelte es sich um ein blondes Kopfhaar, bei dem anderen um ein ebenfalls blondes Schamhaar. Aus beiden ließ sich aber offenbar kein DNA-Muster mehr reproduzieren, sodass diese Spuren schon 1998 nicht weiter verfolgt werden konnten.

Obwohl der 53-Jährige inzwischen durch neuerliche DNA-Untersuchungen zusätzlich belastet wird, sind die beiden Verteidiger Christian Dreier und Gencer Demir weiterhin guter Dinge, dass ihr Mandant freigesprochen wird. "Wir gehen davon aus, dass er bald aus der Haft entlassen wird", sagte Demir schon unmittelbar nach der Erstattung des neuen DNA-Gutachtens. Aus Sicht der Verteidigung habe diese zweite Spur vom unbekleideten Leistenbereich der Leiche, die auf Ralf H. hindeutet, "nichts Wesentliches verändert".

https://www.ruhrnachrichten.de/nachricht...en-1389518.html

#31 RE: Presseberichte von Helios 11.04.2019 22:00

Nicole Schalla: Mutmaßlicher Mörder sieht sich als Opfer verunreinigter DNA-Beweise
SCHWURGERICHT DORTMUND
Der Angeklagte im Schalla-Prozess behauptet, anatomisch gar nicht in der Lage zu sein, einen Menschen zu würgen. Die Nebenanklage glaubt das nicht – und kann auch Beweise vorlegen.

von Werner von Braunschweig
Dortmund, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Nicole Schalla: Mutmaßlicher Mörder sieht sich als Opfer verunreinigter DNA-Beweise

Mit der erneuten Vernehmung einer Spuren-Sachverständigen ist am Donnerstag am Dortmunder Schwurgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla fortgesetzt worden. Auch diese Expertin stützte mit Blick auf einen zuletzt gefundenen, zweiten DNA-Treffer mit Spuren von Ralf H. an einer Hautfolie, die am Leistenbereich der Leiche abgeklebt worden war, die These von einem Belastungs-Effekt.

"Jede weitere Spur erhöht die Wahrscheinlichkeit"
„Jede weitere Spur, die man findet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein direkter Transfer stattgefunden hat“, erklärte Prof. Dr. Micaela Poetsch. Ganz ähnlich hatte sich an einem der vorherigen Sitzungstage bereits DNA-Analyse-Expertin Dr. Katja Anslinger geäußert.

Beide Sachverständige erklärten jedoch auch, dass ein anderweitiger DNA-Transfer („Sekundärübertragung“) grundsätzlich denkbar sei. „Ausschließen kann man das nicht“, sagte auch Dr. Micaela Poetsch.

Wie berichtet, hatte sich die Beweislage gegen den Angeklagten durch eine neue, nachträgliche DNA-Untersuchung (durch Auskratzungen von einer Folie) zuletzt zugespitzt.

Verunreinigte DNA-Spuren
Ralf H. und seine Verteidiger klammerten sich erneut an die These, der Angeklagte sei kein Mörder - sondern Opfer von verunreinigten DNA-Spuren.

Immerhin steht mittlerweile fest, dass sich bei der nachträglichen DNA-Untersuchung zwei weitere Hinweise auf männliche Spurenleger ergeben haben. Diese konnten jedoch inzwischen als Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Dortmund sowie des Landeskriminalamtes NRW identifiziert werden. „Wir wollen wissen, warum es zu diesen Kontaminationen kommen konnte“, sagte Verteidiger Christian Dreier.

Angeklagter will nicht würgen können
Außerdem verwies die Verteidigung erneut auf eine vermeintlich bei Ralf H. vorliegende, anatomische Unmöglichkeit, zu Würgen. Aufgrund zweier Daumenbrüche in den Jahren 1978 und 1980 sei Ralf H. ("Ich kann nicht der Täter sein") später nicht einmal mehr in der Lage gewesen „Teig zu kneten“, habe deshalb 1997 seine Bäckerlehre abbrechen müssen.

Nebenklageanwältin Arabella Pooth nahm dieser Unschuldslamm-Version jedoch sofort den Wind aus den Segeln. Schließlich sei in einem Urteil des Landgerichts Bochum ausdrückliche festgehalten, dass Ralf H. im Jahr 1987 eine Frau gewürgt habe. Arabella Pooth: „Und das war ja offensichtlich nach den Daumen-Operationen.“

Die Richter haben drei neue Verhandlungstage bis zum 3. Juni anberaumt. Am 11. Mai soll sogar an einem Samstag verhandelt werden. Richter Peter Windgätter: „Alle Termine sind bindend. Es geht nicht anders.“

https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/...se-1395523.html

#32 RE: Presseberichte von wetterfrosch 28.04.2019 22:44

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Zähe Beweisaufnahme im Mordprozess Nicole-Denise Schalla macht weitere Verhandlungstermine notwendig

Nachdem im März durch moderne Analysemethoden ein weiterer DNA-Treffer auf einem Spurenträger, der im Jahr 1993 vom nackten, rechten Oberschenkel der damals 16-jährigen Nicole-Denise Schalla genommen worden war, den Tatverdacht gegen den Angeklagten Ralph H. erhärtet hatte, gestaltete sich die Beweisaufnahme bei der Prozessfortführung am Landgericht Dortmund äußerst mühselig. Am mittlerweile bereits zehnten Verhandlungstag bestätigte eine Sachverständige der Rechtsmedizin in Dortmund die Ausführungen ihrer Münchener Kollegin, die Ende März zu den erzielten DNA-Ergebnissen befragt worden war. Weiterhin ist eine Sekundär- oder Tertiärübertragung des DNA-Materials des Angeklagten nicht vollkommen auszuschließen. Das Fehlen jeglicher anderer DNA-Spuren, vor allem in unmittelbarer Nähe der gefundenen Treffer, spricht jedoch eher dagegen.

Auftreten des Angeklagten sorgt immer wieder für Unruhen im Publikum

Nach wie vor bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe und bemängelt die Prozessführung durch das Gericht unter Vorsitz von Richter Peter Windgätter, der ihn an der ein oder anderen Stelle immer mal wieder zur Ruhe und Geduld ermahnen musste. Gleiches galt für das Publikum, das sich angesichts des selbstbewussten Auftretens des mehrfach einschlägig vorbestraften Ralph H. diverse Reaktionen nicht verkneifen konnte.

Hier machte Windgätter unmissverständlich klar, dass er sich solche Ausbrüche verbiete. Die ZuschauerInnen hätten zwar freien Eintritt in die öffentliche Verhandlung, selbiges gelte jedoch auch für den Austritt im Falle von unnötigen Störungen und Unmutsbekundungen. Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel. Dies machte er selbst mit den Worten „Sie können sich nicht vorstellen, unter was für einem Druck ich hier stehe“, oder „Sie können mich hier ins Verderben stürzen“, deutlich.

Das Gericht lässt seit Prozessbeginn viele seiner Ausführungen zu, schließlich ist Ralph H. juristischer Laie, der sich zu großen Teilen der Verhandlung selbst zu verteidigen versucht. Dennoch ist teilweise das Eingreifen Windgätters geradezu notwendig, springt der Angeklagte doch willkürlich in den Ermittlungsakten hin und her und bringt Sachverhalte ins Spiel, die bis dato kaum eine Rolle gespielt hatten.

Ralph H. und seine Verteidiger stellten diverse Beweisanträge

Um den Prozess nicht in die Irre zu führen, müssen jedoch gewisse Formen gewahrt und Sachverhalte für alle Beteiligten verständlich und nachvollziehbar dokumentiert sein. Nicht zuletzt durch diese Unbedarftheit des Angeklagten gestaltet sich die Beweisaufnahme während des Prozesses äußerst zäh und langwierig.

Wahlverteidiger Dreier trug in Absprache mit seinem Mandanten diverse Beweisanträge vor. Hierbei betonte er, dass sich die Anklage auf die gefundenen zwei DNA-Treffer sowie die schon erwähnten Vorstrafen des Angeklagten stütze. Bei der letzten Untersuchung der Spurenträger durch die Rechtsmedizin in München waren auch zwei DNA-Mischspuren festgestellt worden.

Die Untersuchungen ergaben, dass als Hauptverursacher der Angeklagte festzustellen sei, das restliche DNA-Material konnte in einem Fall einem Polizeibeamten aus Dortmund und im anderen einem LKA-Mitarbeiter zugeordnet werden. Um Klarheit darüber zu bekommen, wie die Spurenträger derart kontaminiert werden konnten, beantragte Dreier die Vorladung der Beamten als Zeugen.

Verteidigung bringt Sportverletzungen als Hinderungsgrund für die Gewalttat an

Im Verlauf der bisherigen Beweisaufnahme war ein psychologischer Gutachter befragt worden, der attestierte, dass das Tatmuster im Fall Schalla nicht denen anderer Taten des Angeklagten entspreche. Immer habe es sich um Gewalt gegen Frauen gehandelt, ein sexuelles Motiv sei dem Angeklagten bis dato allerdings nicht nachzuweisen gewesen.

Dreier und Ralph H. hatten schon Ende März darauf hingewiesen, dass der Angeklagte seit früher Jugend intensiv Handball gespielt habe. Er sei 1978 und 1980 an beiden Händen operiert worden. Seitdem habe er Probleme mit dem sogenannten Daumenschluss beim Greifen.

Aus diesem Grund habe er auch eine Umschulung zum Bäcker abbrechen müssen und könne keine handwerklichen Berufe ausüben. Hieraus ergibt sich für die Verteidigung die Schlussfolgerung, er könne nicht die Kraft aufgebracht haben, das Opfer so stark zu würgen, dass diesem sogar das Zungenbein brach.

Gericht wird sich noch bis mindestens Juni mit dem Fall befassen

Aus diesem Grund beantragten die Verteidiger die damalige ärztliche Diagnose in die Verhandlung einzubeziehen. Nebenklageanwältin Arabella Pooth bat das Gericht hierbei ein Urteil des Landgerichtes Bochum gegen Ralph H. aus dem Jahr 1987 zu berücksichtigen. Hier war H. ebenfalls wegen eines Überfalles auf eine junge Frau angeklagt, die er ebenfalls gewürgt haben soll. Bei der damaligen Tat schienen ihm seine Sportverletzungen nicht im Wege zu stehen.

Am Ende des zehnten Verhandlungstages wurden drei Fortsetzungstermine festgelegt. Der Prozess wird am 30. April fortgesetzt. Weitere Termine folgen im Mai und Juni.

https://www.nordstadtblogger.de/zaehe-be...mine-notwendig/

#33 RE: Presseberichte von wetterfrosch 12.05.2019 22:52

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12. Mai 2019

Selbst am Samstag wurde in Dortmund verhandelt – Im Mordfall Schalla stellt die Verteidigung weitere Beweisanträge

Zwei weitere Verhandlungstage sind im Mordprozess Nicole-Denise Schalla am Landgericht Dortmund vergangen – der letzte sogar an einem Samstag (!). Neue Erkenntnisse haben sie nicht eingebracht. Es wurde verkündet, dass keine Krankenhausakten mehr über die Operationen des Angeklagten an beiden Händen existieren. Die Verteidigung hatte den Umstand in die Verhandlung eingebracht, dass Ralph H. aufgrund von Handball-Verletzungen Anfang der 90er Jahre an beiden Händen operiert worden sei, wodurch er nicht mehr richtig greifen könne. Daraus folgerte sie, dass der Angeklagte das Opfer nicht so stark gewürgt haben könne, dass diesem sogar das Zungenbein brach. Auch der damals behandelnde Hausarzt ist bis dato nicht auffindbar. Aus diesem Grund beantragte Wahlverteidiger Dreier am zwölften Verhandlungstag ein unabhängiges ärztliches Gutachten.

Verteidigung beantragt unabhängiges ärztliches Gutachten bezüglich der Handverletzungen
Denn Röntgenbilder und Narbengewebsuntersuchungen könnten hier Licht ins Dunkel bringen und es möglich machen, den Zeitpunkt der operativen Eingriffe nachzuvollziehen und deren Folgeerscheinungen gegebenenfalls zu attestieren.

Auch bei der Arbeitsagentur kam das Gericht nicht weiter. Ralph H. soll ebenfalls aufgrund seiner Handverletzungen eine ihm vom Amt vermittelte Stelle als Bäcker aufgegeben haben. Bei der Korrespondenz mit der Arbeitsagentur sei es zu einem Missverständnis gekommen und man habe intern nach einem Mitarbeiter gesucht und nicht nach Akten zu Ralph H.. Das Gericht wird hier weiter nachhaken.

Die Verteidigung stellte am zwölften Verhandlungstag weitere Beweismittelanträge. Da auch die als Sachverständigen geladenen RechtsmedizinerInnen aus München und Dortmund eine sekundäre oder tertiäre Übertragung der DNA des Angeklagten im Laufe der Verhandlungen nicht völlig ausschliessen konnten, will die Verteidigung Aufklärung darüber haben, welche Polizei- und LKA-Beamten mit den Spurenträgern in Berührung gekommen sind.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage sprechen sich für Zurückweisung der Anträge aus

Neben der DNA des Angeklagten war in mindestens einem Fall auch Zellmaterial eines LKA-Beamten gefunden worden. Die Verteidigung will aufklären, wie es zu solchen Kontaminationen gekommen sein kann. Ein weiterer Antrag bringt den Fall Schalla in Verbindung mit einem anderen Mordfall aus Hagen.

Der Antrag blieb für die Öffentlichkeit recht nebulös, da Dreier sich auf psychologische Gutachten in der Fallakte bezog, die bisher noch nicht in der Hauptverhandlung thematisiert wurden. Es bleibt abzuwarten, was hieraus wird.

Staatsanwaltschaft und NebenklägerInnen beantragten einhellig die Zurückweisung der Anträge. Es sei verwunderlich, dass die Handverletzungen des Angeklagten erst jetzt und nicht schon zu Beginn des Prozesses Gegenstand der Verhandlung würden.

Frühere Taten sprechen gegen die körperliche Einschränkung des Angeklagten

Außerdem sprächen die Taten, die Ralph H. nach den Operationen begangen habe und für die er auch verurteilt worden sei, gegen die Ausführungen der Verteidigung, denn da hätten ihm seine Probleme mit dem Daumenschluss letztlich nicht im Wege gestanden.

Bezüglich der Anträge zum DNA-Material seien die von der Verteidigung gezogenen Schlüsse äußerst spekulativ. Des Weiteren sei es aufgrund der vergangenen Jahre äußerst schwierig, heute in Erfahrung zu bringen, welche Beamten beim LKA und Polizei mit den Spurenträgern in Verbindung gekommen seien.

Man sehe hier jedoch keine konkreten Anlässe von Fahrlässigkeit oder gar Absicht und beantrage daher die Zurückweisung. Das Gericht wird bis zum nächsten Verhandlungstag am 3. Juni über die Anträge entschieden haben.

https://www.nordstadtblogger.de/selbst-a...beweisantraege/

#34 RE: Presseberichte von Helios 03.06.2019 07:39

Dortmund: Nicole Schalla wurde 1993 brutal ermordet – kann der Fall jetzt endlich aufgeklärt werden?
Matthias Biesel, Redakteur bei DER WESTEN.
Matthias Biesel
am 02.06.2019 um 12:39 Uhr

25 Jahre blieb der Mord an der Dortmunderin Nicole Schalla ungesühnt. Doch dann kam Bewegung in den Fall.

DER WESTEN berichtet über ungelöste Kriminalfälle im Ruhrgebiet
Der Mörder von Nicole Schalla könnte 25 Jahre nach der Tat endlich verurteilt werden
Dabei könnte eine einzige Hautschuppe ausschlaggebend sein

Dortmund. Dass die Hoffnung niemals stirbt, zeigt der Fall der ermordeten Nicole-Denise Schalla. 1993 wird die 16-Jährige tot unter einer Hecke aufgefunden. Ihr Mörder konnte 25 Jahre lang nicht ausfindig gemacht werden. Doch 2018 kommt Bewegung in den Fall.

Eine Hautschuppe in Nicoles Leistengegend hat vielleicht den entscheidenden Hinweis auf den Täter gegeben. Seit Mitte vergangenes Jahr muss sich Ralf H. vor dem Landgericht Dortmund verantworten.



Grausiges Verbrechen: Nicole hörte ihren Mörder nicht

Am 14. Oktober 1993, ein Donnerstag, ist Nicole erst beim Reitunterricht, anschließend besucht sie ihren Freund in Herne. Abends macht sie sich auf den Heimweg mit dem Bus nach Dortmund-Rahm. Gegen 22.54 Uhr steigt sie an der Haltestelle Willstädterstraße aus. Doch sie kommt nicht weit.


Jemand folgt ihr, erwürgt und befriedigt sich neben ihr. Am nächsten Morgen findet eine Putzkraft die junge Frau unter einem Busch in der Nähe der Jungfern-Grundschule. Nur 100 Meter von der Haltestelle entfernt, an der sie am Abend zuvor ausgestiegen war.


Sie hat immer noch ihre Walkman-Kopfhörer auf, hörte zuletzt Techno-Musik. Die Batterien sind mittlerweile leer. Die 16-jährige Schülerin wird ihren Mörder erst spät gehört haben. Der Busfahrer der Linie 62 erinnert sich, dass ihr ein Mann gefolgt ist.
Eine einzelne Schuppe könnte den Täter überführen


Im Sommer 2018, 25 Jahre nach dem Mord, nimmt die Polizei Ralf H. fest. Ermittler hatten die Akte noch einmal hervorgekramt und den Fall neu aufgerollt. Dabei wird ein DNA-Fund ausgewertet, eine winzige Hautschuppe in Nicoles Leistengegend. Trotz Regen in der Tatnacht spuckt die Datenbank einen Treffer aus. Die DNA von Ralf H., 53 Jahre alt und wohnhaft in Castrop-Rauxel, stimmt mit der Spur überein.

Der sogenannte „Einzelschuppennachweis“ weist eine Wahrscheinlichkeit von 10 hoch 21 aus, dass die Hautschuppe von dem 53-Jährigen stammt. Auch ein zweiter Zellhaufen an Nicoles Körper konnte Ralf H. zugeordnet werden.
Ralf H. auf der Anklagebank - doch eine Frage bleibt offen

Nun muss sich Ralf H. seit Januar vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Noch konnte nicht geklärt werden, wie seine DNA an den Körper des Mädchens gelangt ist.

Der Angeklagte ist polizeibekannt, saß bereits mehrere Jahre in Haft - sogar in Sicherheitsverwahrung. Unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und fünf Würge-Attacken gegen Frauen. Drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla attackierte Ralf H. eine 16-Jährige. Zwei Monate danach eine 28-jährige Frau.

https://www.derwesten.de/staedte/dortmun...d216911073.html

#35 RE: Presseberichte von wetterfrosch 03.06.2019 21:43

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Stand: 03.06.2019, 16:07

Schalla-Prozess: Vater wirft Verteidigern Verzögerung vor

Bericht und VIDEO

?Joachim Schalla äußert sich vor Gericht
?Vier weitere Termine angesetzt
?Verteidiger zweifeln DNA-Spuren an

Im Prozess um den Mord an Nicole Denise Schalla vor dem Dortmunder Landgericht, haben die Verteidiger am Montag (03.06.2019) erneut die Beweiskraft der DNA-Spuren des Angeklagten Ralf H. angezweifelt.

Verteidiger wollen Spuren neu untersuchen lassen

Die Verteidiger fordern die Spuren erneut untersuchen zu lassen. Zudem bestehen sie weiter auf ein medizinisches Gutachten, das beweisen soll, dass Ralf H. aufgrund einer Sportverletzung niemanden erwürgen konnte.

Vier weitere Verhandlungstermine hat die Kammer daraufhin jetzt angesetzt. Der Vater der getöteten 16-Jährigen, Joachim Schalla, hält das für Verzögerungstaktik. Er hat sich am Montag (03.06.2019) erstmals vor Gericht geäußert: "Der Angeklagte lässt immer mehr Anträge stellen und es kommt meistens nichts dabei raus. Ich finde das ist eine Farce. Ich weiß nicht, ob die das nicht verstehen. Die DNA ist da", sagte Joachim Schalla

DNA-Spuren auf Folien

Dank neuer Analyse-Technik hatten Rechtsmediziner zwei DNA-Spuren des Angeklagten auf Folien gefunden, mit denen 1993 Spuren an dem erwürgten Mädchen gesichert wurden.

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebi...pricht-100.html

#36 RE: Presseberichte von Helios 15.06.2019 13:25

Cold Case eines Teenager-Mordes: Was kann eine Hautschuppe beweisen?

https://www.stern.de/panorama/stern-crim...n--8752724.html

#37 RE: Presseberichte von wetterfrosch 30.06.2019 19:29

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Angeklagter Ralf H. wirft Richtern „Besessenheit“ vor

Schalla-Prozess

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla zofft sich der Angeklagte weiter mit den Richtern. Am Freitag hat er sie erneut als befangen abgelehnt und ihnen „Besessenheit“ vorgeworfen.

von Martin von Braunschweig

Dortmund

28.06.2019

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Schülerin Nicole-Denise Schalla hat sich der Angeklagte am Freitag mit den Richtern gestritten. Hintergrund ist eine Blutprobe, die die Richter von Ralf H. nehmen lassen wollen – schlimmstenfalls sogar gegen dessen erklärten Willen. An der Leiche der im Herbst 1993 ermordeten Schülerin war ein blondes Haar gesichert worden, das eindeutig nicht von der 16-Jährigen stammte. Aus diesem ließ sich zwar keine DNA mehr gewinnen, wohl aber die Blutgruppe: B.

Jetzt würden die Richter gerne wissen, ob auch Ralf H. Blutgruppe B hat. Der 53-Jährige sperrt sich aber gegen eine Blutentnahme, weil er die ganze Untersuchung für komplett unnötig hält. „Es steht doch sowieso fest, dass das Haar nicht von mir ist“, sagte er am Freitag. Er habe nun einmal keine blonden Haare.

Den Umstand, dass die Richter dennoch nicht auf die Untersuchung verzichten wollen, wertet der Angeklagte als deutliches Zeichen dafür, dass sie nicht objektiv und unvoreingenommen seien.

Nach dem Befangenheitsantrag müssen die drei Berufsrichter nun dienstliche Stellungnahmen verfassen und sich zu den Vorwürfen des Angeklagten erklären. Diese Stellungnahmen werden dann von drei anderen Richtern am Landgericht bewertet. Geben diese dem Antrag statt, platzt der Prozess. Lehnen sie ihn ab, geht die Verhandlung normal weiter. Das allerdings einmal mehr mit einer Verzögerung von mehreren Tagen.

https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/...or-1422052.html

#38 RE: Presseberichte von Christine 22.09.2019 17:22

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Zitat von Christine im Beitrag #2
....................

#39 RE: Presseberichte von Helios 04.10.2019 15:56

Schalla-Prozess: Jetzt soll auch der Schwager des Angeklagten als Zeuge vernommen werden
LANDGERICHT
Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla soll nun auch noch der Schwager des Angeklagten als Zeuge gehört werden. Er soll den Richtern etwas über die Haarpracht von Ralf H. erzählen.

von Martin von Braunschweig
Dortmund, 04.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schalla-Prozess: Jetzt soll auch der Schwager des Angeklagten als Zeuge vernommen werden

Ursprünglich war vorgesehen, dass im Prozess um die Ermordung der Schülerin Nicole-Denise Schalla 1993 Verteidigung und Staatsanwaltschaft an diesem Freitag (4.10.) ihre Plädoyers halten. Doch vor dem Landgericht Dortmund kam es anders.


Die Verteidiger des Angeklagten Ralf H. beantragten die Ladung des Schwagers des Angeklagten. Die Verteidiger sind weiterhin davon überzeugt, dass als Mörder der Schülerin nur ein unbekannter blonder Mann infrage kommt, der am Tatort zwei Haare hinterlassen hat.

Der Schwager soll als Zeuge bekunden können, dass der Castrop-Rauxeler im Oktober 1993 weder blondierte Haare noch eine Dauerwelle trug. Tatsache bleibt, dass an der unbekleideten Leiche der Schülerin DNA von Ralf H. gesichert werden konnte.

Plädoyers werden am 28. Oktober erwartet
Die Schlussvorträge werden nun am 28. Oktober erwartet. Richter Peter Windgätter hat angekündigt, dass dieser Verhandlungstag mehrere Stunden dauern könnte. „Wir müssen ja auch irgendwann einmal zu Potte kommen“, sagte der Vorsitzende am Freitag.

Unterdessen beklagte sich Ralf H. noch einmal lautstark über die seiner Ansicht nach unfaire Behandlung durch das Gericht. Er warf dem Vorsitzenden vor, „durchgeknallt“ zu sein. Die ganze Kammer sei offensichtlich besessen davon, ihn als Mörder der Schülerin zu verurteilen.

https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/...en-1456437.html

#40 RE: Presseberichte von Tumbleweed 27.10.2019 21:22

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Vor 26 Jahren wurde Nicole Schalla getötet, Jetzt fällt im Prozess das Urteil „Der Mörder unserer Tochter soll endlich bestraft werden“

von: HARTMUT WAGNER veröffentlicht am
27.10.2019 - 14:53 Uhr
Bams

„Wer erwürgte unsere Nici?“ Diese Frage zermürbt Joachim und Sigrid Schalla aus Dortmund (NRW) seit 26 Jahren. Jetzt erwarten sie die Antwort. Sie fahren am Mittwoch zur Urteils-Verkündung im Prozess gegen Ralf H. Er soll der Mörder sein!



https://www.bild.de/news/inland/news/mor...68CVRqZYJP3Ca8A

#41 RE: Presseberichte von wetterfrosch 29.10.2019 11:42

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Weiter kein Urteil im Mord-Prozess Schalla

Veröffentlicht: Dienstag, 29.10.2019 08:31

Das Urteil im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla verzögert sich weiter. Grund ist ein neuer Antrag der Verteidiger des Angeklagten Ralf H.. Außerdem steht noch nicht fest, ob eine nachträglich geladene Zeugin noch vernommen werden kann.

Sachverständige soll als Zeugin aussagen

Bei der Zeugin handelt es sich um eine ehemalige Mitarbeiterin des Landeskriminalamts. Als Sachverständige hatte sie 1993 ein Gutachten über zwei am Tatort gefundene Haare erstellt. Inzwischen ist die Frau jedoch fast 80 Jahre alt und offenbar auch nicht bei guter Gesundheit. Ob sie jedoch gänzlich vernehmungsunfähig ist, müsste ein Gutachter klären.

Bis dahin wollen die Richter auch über den neuesten Antrag der Verteidigung entschieden haben. Die Anwälte behaupten, die DNA von Ralf H. hätte niemals gespeichert werden dürfen, weil er keine schwere Straftat begangen hatte.

https://www.radio912.de/artikel/weiter-k...lla-383638.html

#42 RE: Presseberichte von wetterfrosch 30.10.2019 23:24

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DNA-Speicherung nicht rechtswidrig

Veröffentlicht: Mittwoch, 30.10.2019 16:30

Die DNA-Spur im Mordfall Nicole-Denise Schalla darf verwertet werden. Das hat das Schwurgericht entschieden. Die Richter sind davon überzeugt, dass es richtig und erlaubt war, die DNA des Angeklagten Ralf H. im März 1999 zu speichern. Deshalb muss der 54-Jährige in Untersuchungshaft bleiben.

An der Leiche der im Herbst 1993 erwürgten Schülerin war eine Hautschuppe gesichert worden, die nachträglich eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden konnte. Die Verteidiger Christian Dreier und Gencer Demir hatten zuletzt bemängelt, dass die Polizei die DNA ihres Mandanten aber niemals hätte speichern dürfen. Ihrer Ansicht nach hatte er zuvor gar keine erhebliche Straftat verübt. Die Richter halten die DNA-Speicherung jedoch keineswegs für rechtswidrig. Deshalb bestehe weiterhin ein dringender Tatverdacht. Ob die Verteidiger jetzt weitere Anträge stellen, steht noch nicht fest.

https://www.radio912.de/artikel/dna-spei...rig-385963.html

#43 RE: Presseberichte von Christine 05.12.2019 14:37

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Panne im Schalla-Prozess! Zu wem gehören die Haare an Nicoles (†16) Leiche?

von: Andreas Wegener und Michael Engelberg veröffentlicht am
04.12.2019 - 16:00 Uhr

Dortmund – Peinliche Panne im Fall um den Tod von Nicole Schalla (†16): In der Asservaten-Kammer der Polizei lagerte offenbar jahrzehntelang Beweismaterial, das nicht ausgewertet wurde!

https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/...t=1575530197432
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