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#26 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 01.02.2016 14:11

Die drei Sätze der Natascha Kampusch

Über acht Jahre wurde sie von ihrem Entführer in ein Kellerverlies gesperrt. Nun, viele Jahre nach der Tragödie, singt Natascha Kampusch (27) in dem Song einer Selbsthilfegruppe drei Zeilen.


Man hört wenig von Natascha Kampusch (Link: http://www.welt.de/themen/natascha-kampusch/) , die als Zehnjährige entführt und über acht Jahre gefangen gehalten wurde. Doch nun wirkt die mittlerweile 27-Jährige bei einem Songprojekt der unbekannten österreichischen Selbsthilfegruppe SAG7 (Link: http://selbsthilfe.sag7.com/) mit.

Drei Sätze spricht sie in dem Lied "ForGet You": "Your life ist like a rollercoaster" (Dein Leben ist wie eine Achterbahn), "Your life is like purgatory" (Dein Leben ist wie das Fegefeuer) und "You'll never be a hero" (Du wirst nie ein Held sein). Ab Minute 2.22 hört man Kampuschs helle Stimme, die drei Sätze mehr sprechen als singen.

Gruppe nimmt keine Stellung

Man könnte fast denken, dass das Lied aus der Feder einer amerikanischen Newcomer-Band stammt und nicht das kreative Produkt einer Selbsthilfegruppe ist. Es hört sich nach Ohrwurm und Pop an, und auch das sympathische Comicmännchen, das immer wieder in dem Musikvideo auftaucht, lässt eher wenig an eine Selbsthilfegruppe denken.

Die Gruppe selbst nimmt zum Mitwirken von Kampusch derzeit keine Stellung. Die Selbsthilfegruppe sei anonym, es gebe weder Namenslisten noch Vereinsmitglieder, sondern regelmäßige Selbsthilfetreffen "nach dem System der Anonymen Alkoholiker", also ohne Namensnennung, sagte die Vereinsobfrau laut Agentur APA.

SAG7 bezeichnet sich selbst als weltweit tätige Hilfsgemeinschaft von Menschen, die "ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr Leben als sensible Wesen meistern zu lernen".

Über acht Jahre in einem Verlies

Traurige Bekanntheit erlangte die am 17. Februar 1988 in Wien geborene Natascha Kampusch im Jahr 2006 nach ihrer geglückten Flucht aus achtjähriger Entführung. 1998 war sie auf dem Schulweg von Wolfgang Priklopil entführt und über acht Jahre in einem Verlies unterhalb von Priklopils Haus gefangen gehalten worden.

http://www.welt.de/vermischtes/article15...a-Kampusch.html

http://selbsthilfe.sag7.com/

#27 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 01.02.2016 14:11

"10 Jahre Freiheit"
Natascha Kampusch schrieb ihr zweites Buch

Natascha Kampusch

Am 23. August 2006 ist Natascha Kampusch ihrem Entführer Wolfgang Priklopil entkommen. Über ihre Gefangenschaft hat sie in "396 Tage" berichtet. Nun hat sie ein neues Buch geschrieben.


In "10 Jahre Freiheit" (Ullstein) gibt sie Einblick in ihr Leben nach der Flucht, erzählt von ihrem Alltag, bitteren und schönen Erfahrungen.

Ab Juni im Handel.

http://www.heute.at/freizeit/kultur/Nata...rt23668,1250155

#28 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.02.2016 18:05

Doch kein Suizid?
25.02.2016, 16:49


Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Fall Kampusch, hat im Zusammenhang mit dem Ableben des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil eine Anzeige wegen Mordverdachts eingebracht. Das teilte der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Michael Klackl, am Donnerstagnachmittag mit.

"Es ist richtig, dass es hinsichtlich des Todes von Priklopil eine Anzeige gibt. Diese wird jetzt von uns geprüft", bestätigte Klackl einen entsprechenden Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Zunächst müsse die Staatsanwaltschaft Wien eruieren, ob in der Anzeige überhaupt etwas Neues thematisiert wird, was nicht bereits Gegenstand der jahrelangen, umfangreichen und an sich abgeschlossenen Ermittlungen zum Entführungsfall Kampusch war, so Klackl.
Verschwörungstheorien nie verstummt

Die damals zehnjährige Natascha Kampusch war am 2. März 1998 entführt und mehr als acht Jahre lang in einem Keller bei Priklopils Haus im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten worden. Erst am 23. August 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht. Priklopil beging daraufhin Selbstmord, indem er sich vor einen Schnellbahn-Zug warf. Obwohl die polizeilichen Ermittlungen zum Ergebnis kamen, dass der Entführer alleine gehandelt hatte und auch Kampusch selbst dies bestätigte, waren anderslautende Verschwörungstheorien nie verstummt.

Ebenso wurde Priklopils Freitod immer wieder infrage gestellt. Im polizeilichen Endbericht von April 2013 wurde dazu jedoch festgehalten, es bestünden keine Zweifel am Suizid. Auch immer wieder behauptete Verstrickungen des Entführers in die Rotlicht-bzw. Pädophilenszene konnten nie nachgewiesen werden. Der ehemalige Chefermittler Franz Kröll hat nach offiziellen Angaben im Juni 2010 Selbstmord verübt.

http://www.krone.at/Oesterreich/Anzeige_...gn=%D6sterreich

#29 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.02.2016 18:07

Staatsanwaltschaft prüft Freitod-Theorie
Wurde Kampusch-Entführer Priklopil ermordet?

Wolfgang Priklopil wurde nach der Flucht seiner Geisel Natascha Kampusch tot aufgefunden. Es schien sich um einen Selbstmord zu handeln. Oder war Priklopil bereits tot, als ihn ein Zug erfasste? Wurde seine Leiche aufs Gleis gelegt?


Bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien ist eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Mordes an Wolfgang Priklopil eingegangen. Hat sich der Entführer von Natascha Kampusch doch nicht wie bisher geglaubt selber unter einen Zug geworfen? Wurde seine Leiche aufs Gleis gelegt?
Natascha Kampusch an der Première von «3096 Tage» in Wien

Die Anzeige wurde von Karl Kröll eingereicht, dem Bruder von Franz Kröll, ehemaliger und inzwischen verstorbener Chef-Ermittler im Fall Kampusch. Laut Karl Kröll wurde nicht ausreichend untersucht, ob Priklopils Verletzungen tatsächlich wie vermutet allein durch den Zug verursacht worden waren. Dies berichtet die deutsche Nachrichtenseite «spiegel.de».

Hatte Priklopil einen Komplizen, der ihn aus dem Weg räumte und sich damit selber entlastete? Die Mord-Theorie wird von einer Augenzeugin gestützt, die seit dem Entführungstag am 2. März 1998 behauptet, sie habe gesehen, wie Kampusch von einer Person in einen weissen Lieferwagen gezogen worden sei. Eine weitere Person habe währenddessen hinter dem Steuer gesessen.

Am 23. August 2006 – mehr als acht Jahre nach der Entführung – gelang Kampusch die Flucht. Wenig später wurde die Leiche von Priklopil gefunden. Ermittler Franz Kröll hielt den Fall nie für aufgeklärt und setzte sich stets gegen eine Einstellung des Verfahrens ein. Im Sommer 2010 wurde der Ermittler mit einem Kopfschuss aus seiner Dienstwaffe auf seiner Terrasse aufgefunden. Angeblich soll es sich auch bei diesem Todesfall um einen Suizid gehandelt haben.

«Mir geht es nicht um Rache oder Rehabilitation vom Franz», sagt Karl Kröll. Der Bruder des toten Ermittlers begründet die Einreichung der Strafanzeige mit den Worten: «Wer nichts gegen einen Mordverdacht unternimmt, begünstigt Tatverdächtige. Dazu bin ich nicht bereit.» (noo)

http://www.blick.ch/news/ausland/staatsa...-id4729827.html

#30 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 26.02.2016 19:00

Zweifel an Suizid in Causa Kampusch: Wurde „der Kerkermeister von Wien“ ermordet? © AFP 2016/ JOSCH
PANORAMA
18:51 25.02.2016(aktualisiert 18:53 25.02.2016) Zum Kurzlink
24811804

Im Alter von 10 Jahren wurde Natascha Kampusch von Wolfgang Priklopil entführt und 3096 Tage lang in einer Montagegrube in einer Wiener Donaustadt gehalten. 10 Jahre nach ihrer gelungenen Flucht und dem seltsamen Tod von Priklopil – er soll sich vor einen Zug geworfen haben - nähren sich nun Zweifel an dem Selbstmord des Peinigers.

Am 2. März 1998 wurde die 10-jährige Natascha Kampusch auf dem Weg zur Schule von Wolfgang Priklopil in einen Lieferwagen gezerrt und entführt. Jahrelang wurde das Mädchen in Strasshof bei Wien in einem Verlies unter einem Haus gehalten, bis am 23. August 2006 der schon 18-Jährigen die Flucht zu Nachbarn gelang.

Nachdem Priklopil davon erfahren hatte, ergriff er nach Polizeiangaben selber die Flucht – wenig später wurde seine Leiche allerdings auf unweit gelegenen Bahngleisen aufgefunden.

Es gab auch früher Gerüchte, dass Priklopil sich nicht selber umgebracht hatte – schon seit Jahren sagt Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Fall Kampusch, der sich seltsamerweise ebenfalls das Leben genommen hatte, dass es unzureichend Beweise dafür gebe, dass der Kampusch-Entführer tatsächlich Suizid begangen habe und die Verletzungen des Täters allein durch den Zug verursacht worden seien. Nun hat Kröll nach Angaben von Spiegel-Online eine Anzeige wegen Mordes gegen Unbekannt gestellt.

„Der Tod Wolfgang Priklopils ist das Ende eines spektakulären Verbrechens und der Beginn eines umstrittenen Kriminalfalls.“, schreibt das Magazin.

Laut Kröll, der wie sein Bruder zuvor in Behördenkreisen als Querulant und Verschwörungstheoretiker gilt, gibt es zu viele Ungereimtheiten in diesem Fall.

„Wer nichts gegen einen Mordverdacht unternimmt, begünstigt Tatverdächtige. Dazu bin ich nicht bereit.“, zitiert Spiegel den Mann.

Nach Ansicht von Kröll und Johann Rzeszut, ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien und Mitglied der Evaluierungskommission, ist bei den Ermittlungen nicht nachgegangen worden, ob die Verletzungen von Priklopil überhaupt durch den Kontakt mit dem Zug verursacht worden seien. Zudem könnten die Verletzungen („Halsdurchtrennung und der oval gestanzte Knochenbruch in der rechten Scheitelgegend“) nicht auf dem Schnellbahn-Gleis geschehen sein.

Laut Rzeszut sind nur die Knochenbrüche im Bereich des Hinterkopfs durch den Aufprall mit dem Zug verursacht worden.

„Sollte Priklopil nicht freiwillig aus dem Leben geschieden sein: wer könnte ein Interesse an seinem Tod haben? Ein Komplize, ein Beteiligter der damaligen Entführung? Einer, der all die Jahre gewusst hat, dass Natascha Kampusch in Strasshof gegen ihren Willen festgehalten wird?“, so das Blatt.

Eine solche Theorie würde aber die Aussage der einzigen, damals 12-jährigen Tatzeugin stützen, die am Entführungstag gesehen haben soll, wie Natascha Kampusch von einer Person in einen weißen Lieferwagen gezogen worden sei und eine zweite Person hinter dem Lenkrad gesessen habe.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/panorama/20160...l#ixzz41IY6Wg8Q

#31 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 29.02.2016 07:34

Kampusch: Noch fünf offene Fragen

In der endlosen Causa wurde eine neue Strafanzeige wegen Mordverdachts eingebracht.
Karl Kröll, Bruder des verstorbenen Chefermittlers im Entführungsfall Natascha Kampusch, hat sich wieder einmal an die Staatsanwaltschaft gewandt – ÖSTERREICH berichtete. Er ist sich sicher, dass der Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil (†44) nicht nur einen Komplizen hatte, sondern von diesem auch ermordet wurde. Ein möglicher Mittäter, der bis heute frei herumlaufen würde. Zehn Jahre nach Nataschas Flucht sind tatsächlich noch fünf Fragen offen.

??Die Obduktion: Priklopil soll sich sechs Stunden nach Nataschas Flucht auf die Gleise einer S-Bahn gelegt und überrollen haben lassen. Die Verletzungen passen nicht zum Selbstmord-Szenario, glaubt Kröll. Die Lok mit ihrem „Rechen“ hätte ganze andere Verletzungen verursacht. War Priklopil bereits tot, als er auf das Gleis gelegt wurde?

??Der Augenzeuge: Der Zugbegleiter der S-Bahn entdeckte Priklopil und hätte Angaben über den Zustand des Leichnams machen können. Doch der wurde nie einvernommen. Eine toxikologische Untersuchung auf Gift bei dem Toten wurde versäumt.

??Der Abschiedsbrief: Ihn soll Priklopil seiner Mutter geschrieben haben. Doch es stand nur das Wort „Mama“ darauf. Ein grafologisches Gutachten hielt später fest, dass der Entführer dies nicht selbst geschrieben hatte.

??Der Freund: Wahrscheinlicher schien den Schrift-Experten, dass der engste Freund von Priklopil den Abschiedsbrief verfasste. Er war bis wenige Stunden vor dem angeblichen Selbstmord mit dem Kampusch-Entführer zusammen. Er will jedoch nie etwas von der Entführung gewusst haben. Ein Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.

??Nataschas Aussage: Kampusch wurde nach ihrer Befreiung von einer Polizistin nach möglichen Komplizen der Entführung gefragt. Sie soll geantwortet haben: „Namen kann ich nicht nennen.“ Sie soll nicht gesagt haben, dass Priklopil keine Mitwisser oder Mittäter hatte.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/K...ragen/225876289

#32 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 03.03.2016 13:46

Kampusch: Wurde Priklopil ermordet?
Der Bruder des Chef-Ermittlers im Entführungsfall erstattete jetzt Anzeige wegen mangelhafter Untersuchungen.

Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Entführungsfall Natascha Kampusch, erstattete im Zusammenhang mit dem Tod des Kidnappers Wolfgang Priklopil Anzeige wegen Mordverdachts. Priklopil sei bereits tot gewesen, als ihn ein Schnellbahnzug überrollte.

Michael Klackl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, bestätigte, dass es eine Anzeige gebe und diese überprüft werde. Vorerst wolle man aber sichergehen, ob diese überhaupt neue Hinweise enthält, die nicht schon Gegenstand der Untersuchungen gewesen sind. Der damals zuständige Chefermittler im Entführungsfall, Franz Kröll, hat nach offiziellen Angaben im Juni 2010 Selbstmord verübt.

Wurde Triebwagen nicht ausreichend untersucht?
Sein Bruder Karl wirft den damaligen Ermittlern vor, die Front des Zuges, der Priklopil überrollte, mangelhaft untersucht zu haben. Es sei der Frage nicht nachgegangen worden, ob die Verletzungen Priklopils überhaupt dadurch entstanden waren. Der Freitod des Entführers wurde öfter angezweifelt. In ihrem Endbericht hielt die Polizei jedoch fest, dass es sich mit Sicherheit um Suizid handelte.

Kampusch war am 2. März 1998 entführt und mehr als acht Jahre im Keller von Priklopils Haus gefangen gehalten worden. Im August 2006 gelang ihr die Flucht. Der Entführer soll sich daraufhin vor eine S-Bahn geworfen haben. Auch Johann Rzeszut, ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien und Mitglied der Evaluierungskommission, die mit der Aufdeckung von Ermittlungspannen im Fall Kampusch beauftragt wurde, unterstützt die Theorie zum angeblichen Mord an Priklopil.

Er will darüber ein Buch veröffentlichen. Sicher kein Schaden für die Verkaufszahlen, wenn dieser Fall wieder Interesse erregt.

http://www.noen.at/nachrichten/lokales/a...;art2633,716028

#33 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 03.03.2016 13:46

Kommentar
Die unendliche Geschichte
Thomas Schindler über die neueste Verschwörungstheorie im Fall Kampusch.

Fast zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass sich Natascha Kampusch aus dem Keller ihres Strasshofer Entführers Wolfgang Priklopil befreien konnte - acht Jahre lang war sie dort gefangen gehalten worden.

Nach ihrer Flucht vor Priklopil floh dieser vor der Polizei und wählte schließlich den Freitod, indem er sich vor einen Zug am Wiener Praterstern stürzte.

So viel zur offiziellen Variante dieses spektakulären Kriminalfalls, die in der Folge sogar von amerikanischen FBI-Ermittlern bestätigt wurde. Aber auch zehn Jahre nach dem Tod Priklopils wollen die Verschwörungstheorien nicht verstummen: Der Entführer soll sich gar nicht selbst umgebracht haben, sondern ermordet worden sein. Und zwar von einem Mittäter.

Kampusch selbst betonte immer wieder, dass sie in den acht Jahren ihrer Gefangenschaft niemand anderen außer Priklopil gesehen hatte. Auch wenn ein Kind, das Augenzeuge der Entführung war, fest behauptet, dass es zwei Täter waren. Tragisch, dass der Fall für das Opfer offenbar nie wirklich abgeschlossen sein wird.

Von Thomas Schindler

http://www.noen.at/nachrichten/lokales/k...h.MC7PbvsE.dpuf

#34 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 06.03.2016 15:56

Mord-Anzeige soll Fall endlich klären

Der Bruder des toten Chefermittlers hat in einer Anzeige neue Fakten gesammelt.
Karl Kröll, Bruder des verstorbenen Chefermittlers im Entführungsfall Natascha Kampusch, ist beim ÖSTERREICH-Besuch gezeichnet von Lymphdrüsenkrebs. Aber er gibt sich kämpferisch: „Ich werde beweisen, dass der Kampusch-Entführer Wolfgang Prikopil einen Mittäter hatte und nicht Selbstmord begangen hat, sondern getötet wurde“, sagt er. Dieser Komplize laufe immer noch frei herum.

Mordanzeige
Kröll hat am 12. Februar eine Mordanzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft eingebracht, in Kürze erscheint ein Buch. Es ist der wohl letzte Versuch, das beispiellose Verbrechen restlos aufzuklären.

Offiziell warf sich Entführer Priklopil 2006 vor eine ­S-Bahn, nachdem sich Kampusch befreit hatte. Doch Verletzungen und die Lage der Leiche würden nicht zum Selbstmordszenario passen, sagt Kröll und ist sicher: Priklopil wurde tot auf die Gleise gelegt.

Karl Kröll im Gespräch mit ÖSTERREICH

Mit seiner Mordanzeige will Karl Kröll beweisen, dass es einen zweiten Entführer gab.

ÖSTERREICH: Herr Kröll, Sie behaupten nicht zum ersten Mal, dass der Kampusch-Entführer einen Komplizen hatte und ermordet wurde …

Karl Kröll: Es war sicher kein Selbstmord, und das werde ich beweisen. Es gibt genügend gesicherte Fakten, die das belegen.

ÖSTERREICH: Zum Beispiel?

Kröll: Die glatte, relativ schmale Halsdurchtrennung. Unmöglich bei einer Lauffläche des Triebwagenrades von zwölf Zentimeter Breite.

ÖSTERREICH: Und außerdem?

Kröll: Die geringfügigen Blutspuren in der Gleistrasse, obwohl die Halsschlagader durchtrennt wurde.

ÖSTERREICH: Die Sportschuhe Priklopils spielen eine wichtige Rolle …

Kröll: Richtig, die Position des rechten Schuhs passt nicht zur Kollision. Der Schuh wurde gesondert mit der Leiche aufs Gleis gelegt.

ÖSTERREICH: Von wem?

Kröll: Vom Komplizen der Entführung.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/M...aeren/226794079

#35 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 19.03.2016 08:50

18. März 2016 | 08.25 Uhr
Kinokritik: "Raum"
Oscar-Gewinnerin Brie Larson spielt ein Entführungsopfer

Hamburg. In dem Drama "Raum" brilliert Brie Larson als junge Frau, der nach langjähriger Gefangenschaft die Flucht mit ihrem kleinen Sohn gelingt. Dafür hat sie gerade den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

Jack hat alles, was er sich wünscht: Zeit für Sport und zum Spielen, ein kuscheliges Bett, eine Badewanne, eine liebende Mutter, einen Fernseher und einen freien Blick auf den Himmel - durch ein Oberlicht von seiner Welt auf neun Quadratmetern. Nur einen Hund, den hätte er gern noch. Jack lebt sein ganzes Leben in diesem Raum.

Es ist sein Universum. Wie alle Kinder besitzt er die Fähigkeit, die eigene Welt mit all ihren Bedingungen als das Normale zu begreifen.

Brie Larson spielt eine verzweifelte aber tapfere Mutter

Seine Mutter Joy, gespielt von Brie Larson, ist es, die diese Illusion seit fünf Jahren kreiert. Sie selbst lebt seit sieben Jahren, dem Zeitpunkt ihrer Entführung, in diesem Raum. Für ihr eindringliches Spiel als verzweifelte, tapfere Mutter erhielt Larson nach einem Golden Globe nun auch den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Die Autorin Emma Donoghue hat ihren gleichnamigen Bestseller aus dem Jahr 2010 für die Leinwand adaptiert, Regisseur Lenny Abrahamson ("Frank") inszeniert als bedrückendes Drama, einen Thriller, in dem er vieles auslässt und damit so viel erzählt.

Alles ist schäbig in diesem Raum: die kleine Kochnische, mit einem klapprigen Regal über dem Herd und einigen Lebensmitteln, daneben die Toilette, eine Badewanne, der Tisch, das Bett, die ausgewaschenen Decken und Klamotten, die 24-jährige Joy, blass, mit unreiner Haut und strähnigen Haaren.

Jack erlebt den kleinen Raum als seine ganz normale Welt

Mittendrin der fünfjährige Jack, der mit seinen großen Augen aufmerksam, fröhlich und neugierig in diese Welt blickt, eine Welt, die seine Mutter so normal wie möglich zu gestalten versucht. Aus Eierschalen basteln sie Ketten, sie lernen, lesen, machen Gymnastik.

Joy ist immer für Jack da, auch wenn er das Ergebnis einer der vielen Vergewaltigungen ihres Peinigers ist. "Außer an den Tagen, an denen du verschwunden bist", sagt der Junge später einmal über die Zeit, wenn sich Joy unter der Bettdecke verkriecht.



Der Peiniger, das ist ein lange gesichtsloser Mann, der die beiden mehr schlecht als recht versorgt, den Jack aber niemals zu Gesicht bekommt. Denn wenn "Old Nick" den mit Stahltür und Zahlenkombination gesicherten Raum betritt, ist Jack (Jacob Tremblay) längst in dem Schrank verschwunden. Es ist Jacks Alltag: Er hat Spaß, langweilt sich, streitet sich mit seiner Mutter, lacht mit ihr, lernt, schaut fern, gehorcht. Ein ganz normaler Junge eben.

Nach der Flucht warten neue Eindrücke auf Mutter und Sohn

Doch irgendwann - nach ziemlich genau der Hälfte des Films - hält Joy es nicht mehr aus. Sie schmiedet einen Fluchtplan, der allein von Jack abhängt. Eine Flucht, die so spannend inszeniert ist, bei dem die Zuschauer und Jack zum ersten und einzigen Mal einen kurzen Blick auf den Entführer erhaschen.

Waren Jack und Joy auf ihren neun Quadratmetern in einem gesicherten Raum, strömen nun plötzlich Eindrücke, Erwartungen und ein neues Leben auf sie ein. "Du wirst sie lieben die Welt", sagt Joy und dann ist es sie selbst, der es kaum gelingt, sich in der Welt zurechtzufinden. Nachdem sie sieben Jahre in einem Gartenschuppen eingesperrt war, lebt sie jetzt hinter den geschlossenen Gardinen ihres Elternhauses - um sich vor der wartenden Reportermeute zu verstecken, vor dem Leben.

Joy fällt es schwer, sich in der Welt zurechtzufinden

Ihre Eltern, gespielt von Joan Allen und William H. Macy, haben sich inzwischen getrennt. Und während sich Joes Mutter rührend um ihre Tochter und ihren Enkeln bemüht, kann der Vater die Anwesenheit von Jack nicht ertragen. Alte Konflikte brechen auf, Vorwürfe werden gemacht. Mühsam müssen Joy und Jack ihre vermeintliche Freiheit erlernen - und wieder ist es Jack, dem dies sehr viel leichter gelingt, als der gebrochenen zutiefst verstörten Joy. Dieser zweite Teil des Dramas ist fast noch beklemmender als der erste.

Abrahamson interessiert sich nicht für den Täter, nicht für die Entführung, die regelmäßigen Vergewaltigungen. Er interessiert sich ausschließlich für Joy und Jack, erst im Raum, in dem die Zuschauer ebenso gefangen und orientierungslos sind wie die beiden Protagonisten, später außerhalb, wo sich Joy ebenso verloren fühlt.

Wie in der Romanvorlage erzählt Abrahamson die Geschichte, die zweifelsohne von realen Fällen wie denen von Natascha Kampusch und Josef Fritzl, der seine eigene Tochter 24 Jahre gefangen hielt, inspiriert ist, aus der Sicht des fünfjährigen Jacks. Er begegnet der Welt und den Menschen mit kindlicher Unvoreingenommenheit - das aber macht es umso schmerzlicher.

http://www.rp-online.de/kultur/film/kino...r-aid-1.5840736

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18498800.html

#36 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 21.03.2016 18:40

Montag, 21. März 2016
Videos aus dem Verlies
So wurde Natascha Kampusch gedemütigt

Von Anna Meinecke

Acht Jahre hält Wolfgang Priklopil Natascha Kampusch in einem Verlies gefangen. Was bislang nur eine Handvoll Menschen wusste: Der Sadist filmte seine Taten. Autor Peter Reichard kennt die Aufnahmen und schreibt nun über noch unbekannte Grausamkeiten.

3096 Tage Horror - so lange befand sich Natascha Kampusch in Gefangenschaft. 1998 wurde sie als Zehnjährige entführt. Über acht Jahre musste sie als Opfer eines Psychopathen leiden, bis sie schließlich fliehen konnte.

Über den Fall ist schon viel geschrieben worden. Kampusch selbst, heute 28 Jahre alt, hat ihre Autobiografie "3096 Tage" veröffentlicht. Das Buch wurde verfilmt. Für zahlreiche andere Bücher oder Filme war die Geschichte Inspiration. Zuletzt bot das Filmdrama "Raum" Anlass für Vergleiche.

Zu einem Zeitpunkt, an dem bereits alles gesagt scheint, veröffentlicht Dokumentarfilmer und Autor Peter Reichard, ein ehemaliger Kriminalberater, sein Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch. Die ganze beschämende Wahrheit". Nach zehn Jahren Recherche beinhaltet es spektakuläre Enthüllungen.

"Demütig gehorchen! Immer lieb sein!"

So war bislang vollkommen unbekannt, dass Entführer Wolfgang Priklopil von seinen Taten Videoaufnahmen anfertigte. Mal per Hand, mal mit Stativ filmte er seinen Alltag. Kampusch zeigt er beim Essen und sogar auf der Toilette. Im Rahmen der damaligen Ermittlungen hat die österreichische Polizei die Aufnahmen ausgewertet. Nun hat auch Autor Reichard sie gesichtet und auf deren Grundlage eine bewegende Chronologie des Falls Kampusch.

Aus Reichards detaillierten Protokollen geht ein Gefühl der Ohnmacht hervor. Kampuschs starker Geist, der sie einmal retten wird, muss sich aus Priklopils Machtspielen erst befreien. "Gehorche! Gehorche! Gehorche! Demütig gehorchen! Immer lieb sein! Immer lieb gehorchen! Demütig sein!", so lautete die Priklopils grausame Devise.

Ganz beiläufige Alltagssituationen nutzt Priklopil, um seinen Sadismus auszuleben. Kampusch bittet um ein Taschentuch. Sie bekommt es nicht. Kampusch muss Sportübungen machen: Kopfstand, Kniebeugen, bis sie nicht mehr kann. Auf dem Fahndungsfoto der Polizei sieht Kampusch etwas übergewichtig aus, im Verließ magert sie ab. Wenn sie nicht gehorcht, wird ihr das Essen gestrichen. Priklopil vermisst den dünnen Körper, sein Fazit: "fett".

Schluss mit Verschwörungstheorien

Kampusch ist ausgeliefert, wenn sie nackt nach Ostereiern suchen muss. "Költa, költa, no költa. No vül költa. Eisig kolt. Na es wird wärma", dirigiert Priklopil. Sie ist ausgeliefert, wenn sie isst und wenn sie Hausaufgaben macht, die Priklopil nach seinen ganz eigenen Maßstäben korrigiert.


Doch Reichards Buch erzählt nicht nur vom Opfer Kampusch. Noch nie ließ sich so genau nachvollziehen, wie das Mädchen mit Willensstärke und manipulativem Geschick ganz langsam seinen Entführer bezwang. Priklopil will "Gebieter" genannt werden und "Maestro", doch Kampusch, seine "Sklavin" folgt ihm nicht. Priklopil trotzt wie ein Kind, die reife Intelligenz seines jungen Opfers entgeht ihm.

Man muss sich so ein Buch antun wollen. "Der Entführungsfall Natascha Kampusch" liest sich nur mit starken Nerven. Wieso man die Gräueltaten nach so vielen Jahren noch einmal abspielen muss, mag manch einer sich fragen. Vor allem, weil Kampusch endlich Glaubwürdigkeit verdient hat. Nicht mal ihr eigener Vater wollte ihrer Geschichte damals ganz trauen. Es hieß, Kampusch sei freiwillig bei Priklopil geblieben. Es hieß, Priklopil habe einen Mittäter gehabt und auch, dass dieser Priklopil umgebracht habe, um seine eigene Tat zu vertuschen. Die Videos machen Schluss mit Verschwörungstheorien und setzen schließlich ein Ausrufezeichen hinter Kampuschs Wahrheit.

"Der Entführungsfall Natascha Kampusch. Die ganze beschämende Wahrheit" von Peter Reichard bei Amazon bestellen oder bei iTunes downloaden.

http://www.n-tv.de/panorama/So-wurde-Nat...le17276166.html

#37 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 21.03.2016 18:41

News TV: Buch enthüllt geheime Kampusch-Videos

http://www.oe24.at/video/news/News-TV-Bu...ideos/228782593

#38 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 22.03.2016 09:48

Eklat um geheime Kampusch-Videos
Austrian kidnap victim Kampusch poses before receiFoto: REUTERS/HEINZ-PETER BADER

„Warum machen Sie das? Ich will das nicht“, soll Natascha Kampusch im Vorfeld zum Autor des neuen Enthüllungsbuches gesagt haben.

Peter Reichard wollte mit den Gerüchten und Verschwörungstheorien rund um den Fall Natascha Kampusch aufräumen. Gestern veröffentlichte der deutsche Ex-Kripo-Beamte und Autor ein Buch mit seinen Ergebnissen aus zehn Jahren Recherche. Der Schuss ging wohl nach hinten los.

Die Protagonistin des Buches "Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit" ist nämlich nicht damit einverstanden, dass Reichard anhand von Videoprotokollen die letzten Geheimnisse aus ihrer Gefangenschaft ausplaudert, sagt ihr Anwalt Gerald Ganzger: "Sie hat ihre Zustimmung nicht gegeben und ist sehr enttäuscht. Das ist eine glatte Verletzung ihrer Privatsphäre." Er werde das Buch lesen und dann rechtliche Schritte überlegen.

Privatsphäre verletzt: Klage?
Autor Reichard und Kampusch kennen einander schon länger. Nach seinem Ausstieg bei der Hamburger Polizei hat er sich mit seiner Frau in die Recherchen gestürzt und mit ihr und ihrer Familie gesprochen. Es gelang ihm, sich das Verlies in Wolfgang Priklopils Haus in Strasshof, NÖ anzusehen, in dem Kampusch von der Entführung am 2. März 1998 bis zu ihrer Flucht am 26. August 2006 hausen musste.

Wie am Sonntag bekannt wurde, hat der Entführer zuhause Videos von seinem Opfer gemacht. Diese werden im Buch beschrieben. So sei etwa zu sehen, wie Priklopil das unterernährte Mädchen zu Sportübungen und Hausarbeit zwingt, wie sie unter seiner Aufsicht essen und Freude über seine Geschenke heucheln muss. "Demütig gehorchen. Immer lieb sein. Immer lieb gehorchen", hört man den "Gebieter" zu seiner "Sklavin" sagen.


Kampusch habe im Vorfeld gegenüber dem Autor klar deklariert, dass sie nicht wolle, dass er das Material verwendet, betont Anwalt Ganzger. Wie er überhaupt an die Videos herangekommen ist, sei fragwürdig: "Sie sind unter Verschluss. Er kann sie nur auf rechtswidrigem Wege erlangt haben."

"Ich will das nicht"
Die Vorwürfe seien haltlos, entgegnet der Münchner Riva Verlag in einer schriftlichen Stellungnahme an den KURIER. Am 17. Dezember 2015 habe sich Kampusch in Begleitung ihres engsten Vertrauten Johannes Silveri mit dem Autor in einem Hotel in Wien getroffen. Sie habe die Möglichkeit erhalten, das Manuskript nach Belieben zu lesen. Es gebe sogar Erinnerungsfotos von einem gemeinsamen Abendessen und eine eidesstattliche Erklärung. "Vom Autor", ergänzt der Verlag auf Nachfrage. Ob auch Kampusch diese unterschrieben hat, bleibt unbeantwortet.

Etwas anders beschreibt Anwalt Ganzger das Treffen: Kampusch sei mit dem Lesen des 400-seitigen Manuskripts überfordert gewesen, habe nur ein wenig geblättert und dann zum Autor gesagt: "Warum machen Sie das? Ich will das doch gar nicht."

"Herr Reichard war dann beleidigt, denn schließlich hat er sich selbst immer als großen Unterstützer gesehen", schildert Ganzger. Reichard habenoch einmal versucht, mit Kampusch zu reden, sie habe aber abgeblockt.

Sie möchte sich auch jetzt nicht öffentlich zum Buch äußern, richtet ihr Anwalt aus. "Sie beteiligt sich nicht an dieser Geschäftemacherei." 2010 hat sie ihre eigene Biografie veröffentlicht. "3096 Tage" kam 2013 auch als Film in die Kinos. Seither hat sich die heute 28-Jährige aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

(kurier) Erstellt am 22.03.2016, 06:00

http://kurier.at/chronik/oesterreich/ekl...eos/188.444.689

#39 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 28.03.2016 14:05

Natascha-Buch: Kampusch klagt

Jetzt will Natascha Kampusch gegen ein neues Enthüllungsbuch aus Deutschland klagen.

Jetzt ist Feuer unterm Dach. Gerald Ganzger, der Anwalt von Entführungsopfer Natascha Kampusch (28), geht juristisch gegen das neue Enthüllungsbuch zur Causa des Hamburger Autors Peter Reichard vor. Rechtlich abgemahnt hat er den Münchner Buchverlag bereits, eine weitere Verbreitung des 416-Seiten-Werks untersagt. Es läuft auf eine Klage hinaus.

Wie berichtet, kam das Kampusch-Buch Anfang der Woche auf den Markt. Es ist die Chronologie der Entführung und die Nachbetrachtung bis ins Jahr 2014. Das Sensationelle aber sind bislang unbekannte Video-Protokolle, die Entführer Wolfgang Priklopil über Jahre von der heranwachsenden Natascha aufgenommen hat. Es sind Passagen, in denen klar wird, wie das Opfer über Jahre erniedrigt wurde.

Anwalt: "Das Buch ist schrecklich und fies"

Reichard sagt nicht, woher er den Inhalt der zwölf Stunden dauernden Bänder hat, behauptet aber: „Natascha Kampusch hat das Buch vorab gelesen und ihre Zustimmung gegeben.“ Er habe alle Details genannt, um zu belegen, dass Kampusch immer die Wahrheit gesagt habe.

Anwalt Ganzger widerspricht. Niemals habe seine Mandantin der Veröffentlichung der Videos zugestimmt. „Die Veröffentlichung ist schrecklich und fies“, sagte er zu ÖSTERREICH.

Nach Ostern will er in die Offensive gehen. Ganzger: „Vielleicht klage ich überall. In Deutschland, Österreich und der Schweiz…“

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/N...klagt/229353044

#40 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 29.03.2016 06:13

Erinnert an Fall Kampusch
17-jährige Japanerin floh nach zweijähriger Gefangenschaft

Japanische Behörden stellen Beweismaterial in der Wohnung des Entführers sicher (Foto: AP)
Ein 17-jähriges Mädchen ist in Japan nach zweijähriger Gefangenschaft ihrem Entführer entkommen. Der 23-jährige Kidnapper wurde wenig später nach einem Selbstmordversuch blutüberströmt auf einer Straße aufgefunden. Er ist in Haft.

Die Jugendliche hatte sich am Sonntag von einem Bahnhof in Tokio aus bei ihren Eltern gemeldet, wie japanische Medien berichteten. Sie war im März 2014 von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Ein 21-jähriger Student hatte das damals 15-jährige Mädchen am Nachhauseweg von der Schule in sein Auto gelockt und entführt.

Anschließend hatte er das Mädchen gezwungen eine Nachricht an ihre Eltern zu schreiben und sie darin aufzufordern, nicht nach ihr zu suchen. Zwei Jahre lang hielt er die Jugendliche in seiner Wohnung gefangen und ging die ganze Zeit über normal zur Uni. Als der heute 23-Jährige nach seinem Examen umzog, nutzte die Jugendliche einen unachtsamen Moment ihres Peinigers zur Flucht.

Der 23-Jährige wurde wenige Stunden nach der Flucht des Mädchens blutüberströmt auf einer Straße in der Präfektur Shizuoka westlich von Tokio gefunden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Er hatte versucht, sich mit einem Messer das Leben zu nehmen, soll aber außer Lebensgefahr sein.

http://www.heute.at/news/welt/17-jaehrig...rt23661,1271081

#41 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 05.04.2016 17:56

Zehn Jahre danach
05.04.2016, 09:27


Am 23. August ist es zehn Jahre her, dass sich Natascha Kampusch aus der Gewalt ihres Entführers Wolfgang Priklopil befreien konnte. "Es gibt durchaus Tage, an denen ich das völlig vergesse", sagte die Wienerin am Dienstag in "Café Puls", dem Frühstücksfernsehen von Puls 4 (Video-Mitschnitt oben!). Jedoch habe sie ihre Geschichte zu dem gemacht, "was ich heute bin". Ihr jetziger Alltag sei eher der "einer 70-Jährigen".

"Ich möchte meinen Namen viel lieber für positive Dinge in der Zeitung sehen", sagte Kampusch, von Puls-4-Moderator Florian Danner darauf angesprochen, dass sie und ihr Schicksal immer noch medial präsent sind - zuletzt etwa durch ein weiteres Buch über ihren Fall. Dies führe dann oft zu Erinnerungen, die man nicht immer brauchen könne, sagte Kampusch. "Es macht mich aber auch stolz, weil ich es geschafft habe, mich selbst zu befreien", schilderte sie ihre ambivalente Situation.

"Mir fehlt ein normaler Werdegang"
Das Positive wären Projekte, Karitatives, "oder wenn ich mich künstlerisch betätigen werde in Zukunft". Ihre Vergangenheit hole sie jedoch immer wieder ein. "Mir fehlen einfach Erlebnisse mit anderen Menschen und ein normaler Werdegang", sagte die 28-Jährige, die im Alter von zehn Jahren entführt und acht Jahre lang in einem Keller in Niederösterreich gefangen gehalten worden war.

"Muss etwas ausatmen und mich erden"
Ihren gegenwärtigen Alltag versucht Kampusch so stressfrei wie möglich zu bestreiten. "Es ist eher so der Alltag einer 70-Jährigen, weil ich einfach das Gefühl habe, ich hab schon so viel erlebt und ich muss etwas ausatmen und mich erden und zur Ruhe kommen. Das ist so wichtig für mich und deshalb nehme ich Tempo raus", beschrieb sie ihr Dasein. Diese Einstellung gilt auch, was das Nachholen der Matura betrifft.

Was ihre Pläne für die Zukunft angeht, so ist es Kampusch wichtig, "etwas Bleibendes für mein Umfeld, für die Menschen, die ich mag, zu erreichen - aber auch für andere Menschen, weil ich mich natürlich gut in Notsituationen hineinversetzen kann". Ihren Kritikern würde sie gerne - zumindest teilweise - die Hand reichen. "Nur funktioniert das nicht, weil die das nicht verstehen."

http://www.krone.at/TV-Programm/Natascha...ch-Story-503922

#42 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 16.04.2016 13:27

Prozess um das umstrittene Kampusch-Buch startet im Mai

Verlag muss Buch mit geheimen Protokollen nicht sofort vom Markt nehmen.

Ricardo Peyerl Ricardo Peyerl 14.04.2016, 12:50
Der Streit um das Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit" geht in die nächste Runde. Am 11. Mai werden Autor Peter Reichard und Natascha Kampusch einander vor dem Landgericht Köln treffen, wenn darüber prozessiert wird, ob der Münchner Riva Verlag das Buch vom Markt nehmen muss.

Ex-Kripo-Beamter Reichard wollte mit seinem Buch angeblich mit den Verschwörungstheorien aufräumen. Er hatte zehn Jahre recherchiert, mit Kampusch und ihrer Familie gesprochen und sich das Verlies im Haus von Entführer Wolfgang Priklopil in Strasshof, NÖ, angeschaut, in dem Natascha Kampusch über acht Jahre gefangenen gehalten worden war.

Dem Buch ist ein Epilog vorangestellt, in dem die Protokolle der von Entführer Wolfgang Priklopil gedrehten – bisher geheim gehaltenen – Videos während der achtjährigen Gefangenschaft von Kampusch veröffentlicht werden. Es wird beschrieben, wie das bis auf die Knochen abgemagerte Mädchen zu Sportübungen und Hausarbeit gezwungen wird, wie die Sklavin ihrem Gebieter immer demütig gehorchen und immer lieb sein musste.

Während Natascha Kampusch zum Buch ihre Zustimmung gegeben hatte, will sie den Epilog samt Reichards Kommentaren (...nackt und spindeldürr... so sahen weibliche Gefangene im KZ aus... sie stopft sich die Brotbröckchen in konzentrierter Hast in den Mund wie ein Kapuzineräffchen im Zoo...) nie zu Gesicht bekommen, geschweige denn genehmigt haben.

Ihrem Antrag auf einstweilige Verfügung ohne mündliche Verhandlung, das Buch sofort vom Markt zu nehmen, hat das Landgericht Köln abgelehnt; es will die Gegner persönlich in einer Verhandlung hören.

Privatsphäre
Der Wiener Anwalt von Kampusch, Gerald Ganzger, sieht die Privatsphäre seiner Mandantin verletzt: "Das glaubt kein Mensch, dass sie die Zustimmung zu diesen Beschreibungen und Kommentaren gegeben hat", sagt Ganzger zum KURIER. Man wolle nicht das ganze Buch verbieten lassen, aber diese Details samt den Anmerkungen des Autors hätten nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen.

Peter Reichard glaubt hingegen, belegen zu können, dass Kampusch auch mit der Veröffentlichung ihrer Demütigungen durch Entführer Priklopil einverstanden gewesen sei. Und auch der Riva Verlag sieht dem Prozess gelassen entgegen.

Dass es nun zu einer Verhandlung kommt, freut Anwalt Ganzger: "Denn damit wird es endgültig geklärt sein und damit ist es dann endgültig aus." Sprich: Das Buch müsse eingezogen und der Epilog entfernt werden, dann könne es wieder erscheinen.

(kurier) Erstellt am 14.04.2016, 12:50

http://kurier.at/chronik/oesterreich/pro...mai/192.872.025

#43 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 19.04.2016 14:04

Fall Kampusch: Neue Gutachten stützen Mord-Theorie
Tod von Priklopil

Ist Wolfgang Priklopil, der Entführer von Natascha Kampusch, doch ermordet worden? Zwei Rechtsmediziner kamen nun zum Schluss, dass "der Todesfall Wolfgang Priklopil als höchst bedenklich zu bewerten und Fremdverschulden auf Basis der vorliegenden Befunde durchaus als möglich zu erachten" sei. Die Ermittlungen dauern weiter an.


Ende Februar hatte Karl Kröll, der Bruder des ehemaligen Chefermittlers im Fall Natascha Kampusch, im Zusammenhang mit dem Ableben des Entführers Wolfgang Priklopil eine Anzeige wegen Mordverdachts eingebracht. Demnach sei Priklopil bereits tot gewesen, als er vom Zug überrollt wurde.

Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, reichte Kröll nun zwei neue Gutachten nach, die seine Theorie bestätigen sollen. Demnach seien nach dem Auffinden des Leichnams wichtige Untersuchungen unterlassen worden, aufgrund der Vorgeschichte habe man zu schnell auf Suizid geschlossen.

Suizid-Gutachten "wertlos"
Laut den beiden österreichischen Rechtsmedizinern Johann Missliwetz und Martin Grassberger sei das Gutachten zum Tod von Priklopil aus dem Jahr 2006 "somit wertlos". So seien insgesamt sieben Punkte missachtet worden, die ein seriöses Gutachten ausmachen würden. Wesentliche Befunde sollen möglicherweise sogar vernichtet worden sein - und so eine "Aufklärung in Richtung Verbrechen konkret für immer vereitelt".

Video: Natascha Kampuschs jüngster TV-Auftritt bei Puls 4

Video: Puls 4

Erst Mitte März war ein brisantes Detail im Fall Kampusch veröffentlicht worden: Wie ein deutscher Ex-Kriminalist in einem Buch enthüllte, habe Priklopil den Alltag mit Natascha Kampusch auf mehreren Videos festgehalten. Abschriften der Dialoge sollen demnach viele Gerüchte - etwa über angebliche Sexvideos - widerlegen.

http://www.krone.at/Oesterreich/Fall_Kam...gn=%D6sterreich

#44 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 12.05.2016 18:08

Entführungsfall Natascha Kampusch
Peter Reichard hat "die Welt nicht mehr verstanden"

Der Autor Peter Reichard hat ein Buch über Natascha Kampusch geschrieben. Er will sie verteidigen. Doch Kampusch ist wütend und will das Werk verbieten lassen. Es geht ihr um einen bestimmten Teil.

Es kommt in Zivilverfahren nicht häufig vor, dass sich die gegnerischen Anwälte laut anschreien und beschimpfen. Aber beim Thema Natascha Kampusch ist es vor dem Landgericht Köln soweit. Die heute 28 Jahre alte Österreicherin ist zwar nicht persönlich erschienen, will über ihren Anwalt aber das Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch - Die ganze beschämende Wahrheit" in seiner derzeitigen Form verbieten lassen.

Der Autor Peter Reichard (70), ein Hamburger Journalist und ehemaliger Kripobeamter, schüttelt immer wieder den Kopf. Seit zehn Jahren beschäftige er sich mit dem Fall, und zwar in erster Linie "aus Idealismus", erzählt er vor dem Landgericht Köln. Es gehe ihm mit seinem Buch darum, Kampusch gegen Vorwürfe und Verschwörungstheorien in Schutz zu nehmen.
"Das war ein Versuch, diesem Opfer endlich zur Gerechtigkeit zu verhelfen", beteuert er. Mit einer Klage von ihr hätte er deshalb im Traum nicht gerechnet. "Da habe ich die Welt nicht mehr verstanden."


Kampusch wendet sich nicht gegen das ganze Buch, sondern gegen einen bestimmten Teil. Darin beschreibt Reichard sehr ausführlich Szenen aus Videos, die der Entführer Wolfgang Priklopil von ihr und sich gemacht hatte. Er schildert, wie Kampusch ihren Peiniger nackt, ausgehungert und fast kahl rasiert in seinem Haus bedienen musste. Kampusch betrachtet diese Passagen als eine

Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.

Nach Köln haben ihre Anwälte die Sache getragen, weil die dortige Pressekammer nicht gerade als pressefreundlich gilt. Sie war es zum Beispiel, die Wetter-Moderator Jörg Kachelmann für Prozessberichte in "Bild" eine Entschädigung in Rekordhöhe zusprach. Nicht erst seit dieser Entscheidung gilt Köln als gute Adresse, wenn man gegen eine Veröffentlichung vorgehen will.

Was sind Kampuschs Motive?
In diesem Fall allerdings sieht auch die Kölner Kammer keinen Grund für ein Verbot. Der Vorsitzende Richter Dirk Eßer weist darauf hin, dass Kampusch in ihrem eigenen Buch ganz ähnliche Szenen geschildert habe. «Wenn man das vergleicht und nebeneinanderlegt, dann war uns das eigentlich durchaus vergleichbar», sagte er.

Reichard hat zudem eidesstattlich erklärt, dass er Kampusch das Buch mitsamt den umstrittenen Passagen zum Lesen vorgelegt hat. So tendiert die Kammer dazu, den Verbotsantrag abzuweisen.

Die Entscheidung wird am 1. Juni verkündet.
Über die Motive von Kampusch mag man rätseln. Geht es ihr um die Deutungshoheit? Ihr Anwalt sagt, es sei etwas anderes, wenn ein Verbrechensopfer selbst qualvolle Momente seines Martyriums schildere als wenn ein anderer das tue. In Kürze will sie selbst ein neues Buch herausbringen: "10 Jahre Freiheit" soll es heißen, passend zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht.

Reichard sagt, er habe sie als liebenswürdigen, aber auch sehr schwierigen Menschen kennengelernt. Wer würde etwas anderes erwarten nach der achteinhalbjährigen Hölle, durch die sie als Mädchen und junge Frau gegangen ist? Egal, wie das Verfahren ausgehe, er wünsche Natascha Kampusch immer nur das Beste, versichert Reichard nach der Verhandlung. Ihr Anwalt ist da schon grußlos an ihm vorbeigegangen.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panora...erstanden-.html

#45 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 12.05.2016 18:09

Neues Buch über Natascha Kampusch darf verbreitet werden

Das Entführungsopfer wollte das verhindern Natascha Kampusch verliert vor Gericht: Sie wollte die Verbreitung eines Buches über ihre Person verhindern.

Von Cathrin Kahlweit

Natascha Kampusch droht nach einer Verhandlung vor dem Kölner Landgericht am Mittwoch eine herbe Niederlage einstecken zu müssen. Die Österreicherin will per einstweiliger Verfügung verhindern, dass der Münchner Riva-Verlag ein Buch des Autors Peter Reichard weiter ausliefert, das vor einigen Wochen unter dem Titel "Der Entführungsfall Natascha Kampusch - die ganze beschämende Wahrheit" erschienen ist.

Die heute 28-Jährige war, wie weithin bekannt, 1998 auf dem Schulweg gekidnappt worden. Der Entführer, Wolfgang Priklopil, hielt das Mädchen mehr als acht Jahre in einem Verlies unter seinem Haus in Niederösterreich gefangen und misshandelte es schwer. 2006 gelang der jungen Frau die Flucht. Stunden später wurde der Entführer von einem Zug überfahren; die Ermittler erkannten auf Selbstmord.

Nun sollte, am Schluss von Reichards Buch, etwas relativ Neues erzählt werden: Der Epilog enthält, in erzählerischer Form aufgearbeitet, den Inhalt von Videos, die der Entführer im Laufe der Jahre von Kampusch machte und die nie an die Öffentlichkeit gelangt waren. Kampuschs Anwalt argumentierte, seine Mandantin hätte nichts von der Aufnahme der Video-Protokolle in das Buch gewusst und auch nicht genug Zeit gehabt, sich später, als Reichard ihr das Manuskript vorlegte, damit auseinanderzusetzen. Die Videos seien demütigend, und Kampusch könne kein Interesse an ihrer Verbreitung haben.

Autor Peter Reichard, ein ehemaliger Hamburger Kriminalbeamter und Dokumentarfilmer, der Kampusch aus einer früheren Zusammenarbeit kennt, wies die Vorwürfe immer weit von sich. Natürlich sei Kampusch eingebunden gewesen, natürlich habe er ihr davon erzählt, dass er die Videos benutzen werde, und sie habe bei einem Besuch in Wien, bei dem er ihr den Text vorgelegt habe, tagelang Zeit gehabt, sich das alles anzuschauen. Kritik an seiner Arbeit sei erst später aufgekommen, sagte Reichard der SZ, als sein Buch in offensichtliche Konkurrenz zu einem Buch geriet, das Kampusch selbst demnächst auf den Markt bringen will.



Wirtschaftliche Interessen Grund für die Klage?
Der Riva-Verlag war schon vor Prozessauftakt in die Offensive gegangen und hatte erklärt, man habe Natascha Kampusch ausreichend in die Entstehung des Buches eingebunden, "alle Änderungswünsche wurden erfüllt". Man vermute hinter der Klage vielmehr wirtschaftliche Interessen, da im Sommer das Buch "10 Jahre Freiheit" auf den Markt kommen solle.


Der Vorsitzende Richter am Kölner Landgericht, Dirk Eßer, sagte dann in der Verhandlung am Mittwochnachmittag, die Pressekammer neige dazu, die Klage von Kampusch abzuweisen. Diese habe einerseits in ihrem eigenen Buch "3096 Tage", das schon vor mehr als fünf Jahren erschienen war, ähnliche Szenen beschrieben, wie es Reichard nun am Schluss seiner chronologischen Abhandlung des Falles Kampusch tat. Außerdem sah das Gericht offenbar die Frage der Dringlichkeit nicht gegeben und zögerte daher auch, eine einstweilige Verfügung zu erlassen. Kampusch selbst war nicht persönlich zu dem Prozess erschienen. Der Fall wird in Köln verhandelt, weil die Klage dort eingereicht worden ist. Das Urteil wird in den kommenden Wochen ergehen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/just...aende-1.2989192

#46 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 12.05.2016 18:10

Kampusch blitzte vor Gericht ab

Geheime Videoprotokolle: Entführungsopfer wehrte sich gegen Buch, doch es darf am Markt bleiben
Ricardo Peyerl Ricardo Peyerl 11.05.2016, 18:21 39 Shares

Das Buch „Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit“ muss nicht vom Markt genommen werden, mögen einzelne Passagen auch für das Opfer beschämend sein. Jedermann darf die Protokolle der bisher geheim gehaltenen, von Entführer Wolfgang Priklopil während der Gefangenschaft gedrehten, Videos lesen.

Mit dieser Entscheidung endete am Mittwoch vor dem Landgericht Köln der von Natascha Kampusch angestrengte Prozess gegen den Münchner Riva Verlag, den das nicht persönlich vor Gericht erschienene Entführungsopfer damit verloren hat. Laut Riva-Pressesprecher Julian Nebel vermisste der vorsitzende Richter Dirk Eßer bei dem Antrag von Kampusch auf einstweilige Verfügung, das Buch vom Markt zu nehmen, die Dringlichkeit. Sie habe seit langem wissen müssen, dass die Videos beschrieben werden.

KZ-Vergleich
Kampusch bestreitet, dem Autor Peter Reichard die Erlaubnis erteilt zu haben, die Video-Protokolle im Epilog des Buches zu verarbeiten und zu beschreiben. "Er hat es ja gewertet und kommentiert", sagte der Wiener Anwalt von Kampusch, Gerald Ganzger, im Vorfeld des Prozesses zum KURIER. Er verweist auf Passagen, in denen Kampusch als bis auf die Knochen abgemagerte Sklavin beschrieben wird, die ihrem Gebieter demütig gehorchen musste. Vor allem aber wehrt sich Ganzger gegen die "Wertung" des Autors, Kampusch habe wie eine KZ-Insassin ausgeschaut: "Das ist pietätlos und verletzend."

Richter Eßer wies jedoch darauf hin, dass Kampusch in ihrem eigenen Buch 3096 Tage ganz ähnliche Szenen beschrieben habe, damit seien sie öffentlich.

Kampusch war am 2. März 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden und hatte sich am 23. August 2006 befreien können; Stunden später wurde Entführer Priklopil von einem Zug überfahren.

Der Ex-Kripo-Beamte Reichard hatte zehn Jahre recherchiert, mit Kampusch und ihrer Familie gesprochen und sich im Verlies im Haus von Priklopil in Strasshof, NÖ, umgeschaut, in dem Kampusch über acht Jahre gefangen gehalten worden war.

Der Riva Verlag argumentierte, Natascha Kampusch habe von 17. bis 20. Dezember 2015 Gelegenheit gehabt, das Manuskript durchzulesen und Änderungswünsche anzubringen, die allesamt erfüllt worden seien.

Anwalt Ganzger kann darin keine Zustimmung zur Veröffentlichung der Videoprotokolle, geschweige denn zur Kommentierung, erkennen. Zumal diese in dem Manuskript gar nicht enthalten gewesen seien. Der Epilog wird von ihm als schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte gewertet. Das Gericht sah das offenbar anders, die schriftliche Entscheidung ergeht am 1. Juni.

http://kurier.at/chronik/oesterreich/kam...-ab/198.146.294

#47 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 08.06.2016 11:17

Gerichtsurteil
Buch über Natascha Kampusch wird nicht verboten
Natascha Kampusch wollte ein Buch über sich verbieten lassen, doch damit ist sie vorerst gescheitert. Das Gericht meint, dass sie Textpassagen kritisiert, die sie so ähnlich selbst veröffentlicht hat.
01.06.2016

Der Autor Peter Reichard vor dem Landgericht Köln mit seinem Buch „Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit“. Das Buch bleibt erlaubt.

Ein Buch über die Entführung von Natascha Kampusch bleibt erlaubt. Kampusch hatte eine einstweilige Verfügung gegen das Buch beantragt, doch das Landgericht Köln wies dies am Mittwoch zurück. Kampusch muss die Kosten des Verfahrens tragen. Allerdings kann sie noch in Berufung gehen.

In dem Verfahren ging es um das Buch „Der Entführungsfall Natascha Kampusch – Die ganze beschämende Wahrheit“ von Peter Reichard. Darin werden unter anderem Videos beschrieben, die der Entführer Wolfgang Priklopil von Kampusch und sich gemacht hatte. Die Österreicherin, die acht Jahre in der Gewalt des Kidnappers war, betrachtet diese Schilderung als eine Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.


Das Gericht hatte aber darauf hingewiesen, dass Kampusch in ihrem eigenen Buch ganz ähnliche Szenen beschrieben habe. „Wenn man das vergleicht und nebeneinanderlegt, dann war uns das eigentlich durchaus vergleichbar“, hatte der Vorsitzende Richter Dirk Eßer in der Verhandlung im vergangenen Monat gesagt.

Von Verschwörungstheorien befreien
Buchautor Reichard hat sich stets erstaunt über die Klage von Kampusch geäußert. Schließlich sei sein Buch „eine glühende Verteidigungsschrift“ für sie, sagte er. „Der Zweck war, Natascha Kampusch von diesen ewigen Verschwörungstheorien zu befreien.“ Außerdem habe sie die Gelegenheit gehabt, das Buch vorher zu prüfen. „Diese Entscheidung des Gerichts ist aus meiner Sicht eine schallende Ohrfeige, die vordergründig das Entführungsopfer trifft, aber eigentlich seine Berater meint“, sagte Reichard am Mittwoch.

Der Entführungsfall Natascha Kampusch hatte weltweit Aufsehen erregt. Priklopil hatte die damals Zehnjährige am 2. März 1998 auf dem Weg zur Schule gekidnappt. Nach achteinhalb Jahren gelang der jungen Frau die Flucht. In Kürze will sie selbst ein neues Buch herausbringen: „10 Jahre Freiheit“ soll es heißen, passend zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht.


Die einstweilige Verfügung war in Köln verhandelt worden, weil sie dort beantragt worden war. Wenn es um ein Buch geht, das überall frei verfügbar ist, kann der Kläger den Gerichtsort frei wählen.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...h-14263963.html

#48 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.06.2016 10:07

Inge Löhnigs Roman erinnert an den Fall Natascha Kampusch
Jeden Monat stellt die MAZ in Krimi live einen Krimi-Autor in Potsdam vor. Nächster Gast: Inge Löhnig. Die Münchnerin liest aus ihrem aktuellen Bestseller „Gedenke mein“. Kommissarin Gina Angelucci ermittelt einen Fall, der an die Sexbestie Wolfgang Priklopil und sein Opfer Natascha Kampusch erinnert. Wie lassen sich ein weiblicher Blick und die männliche Grausamkeit verbinden?



Artikel veröffentlicht: Mittwoch, 15.06.2016 16:56 Uhr
Artikel aktualisiert: Samstag, 18.06.2016 00:17 Uhr

Potsdam. „Auf mein Konto gehen mittlerweile etliche Morde, eine Entführung und einige weitere Verbrechen“, freut sich Inge Löhnig, verheiratet, zwei Kinder. Und fügt dann in ihrem Steckbrief kokett hinzu: „ – alles fiktiv, versteht sich“.

Vielleich sind Kriminalromane ja auch eine Erscheinungsform sogenannter Wohlstandskriminalität. Die Münchnerin, die von einem kleinen Häuschen in der Bretagne träumt und „Schokolade, Kaffee und grünen Tee“ als ihre persönlichen Schwächen bezeichnet, hat immerhin schon neun Krimis und vier Jugendbücher veröffentlicht. Am heutigen Abend, 18.30 Uhr (rechtzeitig vor Anpfiff des Fußballkrimis Deutschland gegen Polen!), stellt sich die 57-Jährige im Rahmen der MAZ-Lesereihe Krimi live in Potsdam vor.

Für alle Krimiautoren bisher galt: Ihre Bücher sind nicht allein das Ergebnis von Gewaltfantasien, die sich in ihren Hirnen abspielen. Auch die täglichen Nachrichten beeinflussen die Inspiration. So ist es kein Wunder, dass zwei extreme Untaten, die seit 2006 und 2008 die Gemüter bewegen, in der literarischen Sphäre immer wieder neue Variationen nach sich ziehen.

Inge Löhnigs aktueller Roman „Gedenke mein“ nimmt ausdrücklich Bezug auf die Verbrechen von Wolfgang Priklopil und Josef Fritzl. Beide Entführer hielten sich in planvoll angelegten Verliesen ein Mädchen als Sexsklavin. Fritzl ging so weit, dass auch die sieben Schwangerschaften seines Opfers, die Geburten sowie das Leben der eigenen Kinder auf den Lebensraum Keller beschränkt blieben. Im Krimi von Inge Löhnig reicht eine Geburt, die das Drama um die kleine Marie, die als vermisst gilt, jäh beendet.

Die Autorin setzt auf Handlungselemente, Psyche und biografische Prägungen von Täter und Opfer bleiben rätselhaft. Sie konstruiert einen vertrackten Fall, den sie aus Sicht einer jungen, erfolgreichen Kommissarin erzählt, einer Sympathieträgerin fast ohne Ecken und Kanten. Gina Angelucci ist gescheit, vertraut aber auch ihrer Intuition. Sie ist 38 und zum ersten Mal schwanger. Nebenher plant sie ihre Hochzeit mit Kollegen Tino. Ein Arrangement, das vor allem Leserinnen rühren soll.

Kommissarin Angelucci hat gerade einen Mordfall gelöst, der 28 Jahre zurücklag. Nun nimmt sie sich auf Drängen der verzweifelten Mutter Petra noch einmal den Fall der siebenjährigen Marie vor, die vor zehn Jahren verschwand und deren Leiche nie gefunden wurde. Nach der Exhumierung der Überreste des Vaters, dem nach dem Ehezerwürfnis ein sogenannter „Mitnahmeselbstmord“ angelastet wurde, ergibt sich nach 160 Seiten eine neue Sicht auf den Fall. Frakturen im Schädel weisen darauf hin, dass Chris erschlagen worden ist. Der unbekannte Täter konnte nur das eine Ziel verfolgt haben: Marie habhaft zu werden.

Die Bestseller-Autorin, die sich in allen Krimis auf die Ermittlungsarbeit einer Abteilung für ungelöste Fälle konzentriert, musste also mehrere Männerfiguren im Umfeld der zerbrochenen Familie platzieren, denen eine solche Brutalität zuzutrauen ist. Aber welcher Mann verbirgt hinter seiner bürgerlichen Fassade, dass er ein eiskalter Mörder, ein Kontrollfreak und eine Sexbestie ist?

Das ist zum Beispiel der Immobilienmakler Mark, auch heute noch ein guter Freund der Mutter – „immer besorgt, immer an ihrer Seite“. Mark hat keine feste Partnerin und sichert sein Haus mit auffällig viel Überwachungstechnik. Da ist auch Erik Terbek, ein einsamer, schrulliger Ex-Nachbar, der oft nackt in seinem Hof herumläuft. Er saß schon wegen Missbrauchs seiner Nichte im Gefängnis ein und tröstet sich mit einer Sexpuppe über seine Einsamkeit hinweg. Auch ein kinderloses Ehepaar, dass sich mit vielen Pflegekinder verbarrikadiert, steht im Verdacht?...

Nach 240 Seiten scheint der Fall klar auf der Hand zu liegen, doch dann wird nach weiteren 160 Seiten ein ganz anderer Täter überführt, den die meisten Leser nicht auf ihrer Rechnung hatten.

Hervorstechend an diesem Buch ist der pragamatische, weibliche Blick. Kommissarin Angelucci ist eine moderne, beherzte Frau, die um ihre bevorstehende Hochzeit nicht viel Aufhebens macht und mit einfachen Worten ihre Mitmenschen charakterisiert. Aufgrund ihrer Schwangerschaft, die noch ein Geheimnis darstellt, entwickelt sie einen scharfen Blick für den Körperfettanteil aller Mitmenschen. Vor allem aber liebt sie ihren Job, beteuert die Autorin: „Die Suche nach der Wahrheit war es, was sie an ihrem Beruf fasziniert, und zugegebenermaßen auch der Blick in menschliche Abgründe.“

Inge Löhnig: Gedenke mein. Kriminalroman. List, 400 Seiten, 9.99 Euro.

Krimi Live. Inge Löhnig liest am heutigen Donnerstag, 18.30 Uhr, im MAZ-Media Store, Friedrich-Ebert-Straße 85, Potsdam.

Von Karim Saab

http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kul...tascha-Kampusch

#49 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 15.07.2016 12:48

Buch über Natascha Kampusch bleibt auf dem Markt
Laut Autor Peter Reichard wurden keine Rechtsmittel gegen Entscheidung von deutschem Gericht ergriffen


Ein Buch über die Entführung von Natascha Kampusch bleibt in Deutschland auf dem Markt erlaubt. Kampusch hatte eine einstweilige Verfügung gegen das Buch beantragt, doch das Landgericht Köln wies dies Anfang Juni zurück. Laut Autor Peter Reichard wurden keine Rechtsmittel gegen das Urteil ergriffen, womit das Urteil nun rechtskräftig sei.

In dem Verfahren ging es um das Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch - Die ganze beschämende Wahrheit". Darin werden unter anderem Videos beschrieben, die der Entführer Wolfgang Priklopil von Kampusch und sich gemacht hatte. Das Entführungsopfer, das acht Jahre in der Gewalt des Kidnappers war, betrachtete diese Schilderung als eine Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts.

Das Gericht hatte aber darauf hingewiesen, dass Kampusch in ihrem eigenen Buch ganz ähnliche Szenen beschrieben habe. "Wenn man das vergleicht und nebeneinanderlegt, dann war uns das eigentlich durchaus vergleichbar", hatte der Vorsitzende Richter Dirk Eßer in der Verhandlung gesagt. "Natascha Kampusch hat gegen das Urteil des Kölner Landgerichts vom 1. Juni 2016 keine Berufung eingelegt. Damit ist das Urteil jetzt, nach Ablauf der Frist, rechtskräftig geworden, und das Buch darf weiterhin unverändert verkauft werden", stellte Reichard am Donnerstag in einer Aussendung fest. Für ihn bleibe ein bitterer Nachgeschmack.

Schließlich sei sein Buch "eine glühende Verteidigungsschrift" für sie, hatte der Autor aus Anlass der Verkündung des Urteils erklärt. "Der Zweck war, Natascha Kampusch von diesen ewigen Verschwörungstheorien zu befreien." Außerdem habe sie die Gelegenheit gehabt, das Buch vorher zu prüfen. "Diese Entscheidung des Gerichts ist aus meiner Sicht eine schallende Ohrfeige, die vordergründig das Entführungsopfer trifft, aber eigentlich seine Berater meint", hatte Reichard bereits Anfang Juni festgestellt.

Der Entführungsfall Natascha Kampusch hatte weltweit Aufsehen erregt. Priklopil hatte die damals Zehnjährige am 2. März 1998 auf dem Weg zur Schule in Wien gekidnappt. Nach achteinhalb Jahren gelang der jungen Frau die Flucht. In Kürze will Kampusch selbst ein neues Buch herausbringen: "10 Jahre Freiheit" soll es heißen, passend zum zehnten Jahrestag ihrer Flucht. Die einstweilige Verfügung war in Köln verhandelt worden, weil sie dort beantragt worden war. Wenn es um ein Buch geht, das überall frei verfügbar ist, kann der Kläger den Gerichtsort in Deutschland frei wählen.

http://www.news.at/a/buch-ueber-natascha...m-markt-7146217

#50 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 15.07.2016 12:50

„Thema spezial“ am 18. Juli: „Natascha Kampusch – ihr Leben 10 Jahre nach der Flucht“ um 21.05 Uhr in ORF 2
Außerdem: Verfilmung der Natascha-Kampusch-Autobiografie „3096 Tage“

Wien (OTS) - Wolfgang Priklopils Haus steht in der Einfamilienhaussiedlung in Strasshof wie ein Mahnmal für das, was hinter hohen Hecken und dicken Mauern unbemerkt von den Nachbarn geschehen konnte. Einmal in zwei Monaten kommt Natascha Kampusch hierher, um nach dem Rechten zu sehen. Das Haus wurde ihr als Entschädigung für das Erlittene zugesprochen, doch es ist mehr Fluch als Segen. Vor zehn Jahren, am 23. August 2006, gelang Natascha Kampusch die Flucht aus diesem Gefängnis.

Nach achteinhalb Jahren in den Händen eines Mannes, der sich mit der Entführung eines Kindes seine eigene Welt erschaffen wollte. In einem „Thema spezial“-Interview zeigt Christoph Feurstein Natascha Kampusch am Montag, dem 18. Juli 2016, um 21.05 Uhr in ORF 2 auf ihrem Weg in ein normales Leben. Er hat sie mit ihrer Familie, mit Freunden und Wegbegleitern getroffen und ist mit ihr an den Ort ihrer Gefangenschaft zurückgekehrt – in das Haus von Wolfgang Priklopil.

„Er hat Adolf Hitler bewundert und wollte, dass es mir so geht wie den Nazi-Opfern. Er hat mir wenig zu essen gegeben, wenig Kleidung, hat mich gedemütigt, schwere Arbeiten verrichten lassen und mir eine Glatze geschoren“, erzählt Natascha Kampusch im „Thema spezial“-Interview. Seit die zehnjährige Natascha 1998 auf dem Schulweg entführt worden ist, hat Christoph Feurstein über den Fall berichtet und 2006 das erste Fernsehinterview nach ihrer Flucht geführt. Es ging um die Welt.

Doch bald war die junge Frau mit Verschwörungstheorien und Anfeindungen konfrontiert: „So richtig frei war ich in den vergangenen zehn Jahren nur in wenigen Momenten. Es war auch ein Gefängnis, in das ich zurückgekehrt bin. Ein Gefängnis der Urteile und Verurteilungen.“ Wie schon in der Gefangenschaft lässt sich Natascha Kampusch nicht unterkriegen und geht ihren Weg. Sie will die Matura nachholen, nimmt Gesangsunterricht und Reitstunden. „Jetzt beginnt erst die Phase, wo ich wirklich versuche, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und mich zu entfalten“, sagt die 28-Jährige.

Um 23.45 Uhr zeigt ORF 2 die Natascha-Kampusch-Autobiografie „3096 Tage“. Unter der Regie von Sherry Hormann („Die Wüstenblume“) liefern einander die beiden internationalen Hauptdarsteller Antonia Campbell-Hughes und Thure Lindhardt ein gnadenloses und beängstigend glaubwürdiges Psychoduell zwischen Täter und Opfer. Amelia Pidgeon spielt Natascha Kampusch als Kind, in weiteren Rollen sind u. a. Trine Dyrholm, Ellen Schwiers und Erni Mangold zu sehen. Mehrfachpreisträger Michael Ballhaus („Departed – Unter Feinden“) führte die Kamera.

„Thema“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_2...05-uhr-in-orf-2

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