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#1 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 23.08.2014 16:50

23.08.2014, 13:38 Uhr

3.096 Tage in Gefangenschaft: Der Fall Natascha Kampusch im Rückblick

Am 23. August vor acht Jahren entkam Natascha Kampusch ihrem Kidnapper Wolfgang Priklopil, der sie achteinhalb Jahre lang in seinem Haus gefangen gehalten hatte. Ihr Martyrium verdankt die mittlerweile 26-Jährige unter anderem einigen Ermittlungspannen seitens der Polizei.

Bis heute gibt der Entführungsfall Rätsel auf.

Eine junge, abgemagerte Frau steht barfuß im Vorgarten eines Wohnhauses im österreichischen Strasshof bei Wien und klopft panisch an eine Fensterscheibe im Erdgeschoss. Es ist der 23. August 2006 gegen Mittag. "Bitte holen Sie die Wiener Polizei", ruft sie der Hausbewohnerin durch das geschlossene Fenster zu. "Ich bin die Natascha Kampusch. Ich bin entführt worden". Natascha Kampusch hatte bis zu diesem Zeitpunkt achteinhalb Jahre in Gefangenschaft verbracht. Sie verschwand am 2. März 1998 auf dem Weg zur Schule. Damals war sie zehn Jahre alt.

Als Natascha am besagten Tag nicht wie sonst aus dem Hort zurückkehrt, verständigt ihre Mutter Brigitta Sirny die Polizei. Die Fahndung nach der Tochter wird eingeleitet. Ein zwölfjähriges Mädchen gibt an, am Morgen des 2. März beobachtet zu haben, wie ein Kind von einem Mann in einen weißen Kastenwagen mit dunklen Scheiben gezerrt worden sei. Eine weitere Person soll am Steuer des Wagens gesessen haben.


Eine Rasterfahndung nach Besitzern von entsprechenden Fahrzeugen spuckt über 1.000 Adressen aus, darunter auch die des 35-jährigen Wolfgang Priklopil, wohnhaft in Strasshof Nordbahn, Heinestraße 60. Beamte begutachten daraufhin sein Auto. Er brauche es, um Bauschutt zu transportieren, gibt der gelernte Nachrichtenelektroniker zu Protokoll. Tatsächlich stellen die Polizisten Spuren von Baumaterialien im Wagen sicher und sehen von weiteren Untersuchungen ab. Auch, dass Priklopil am Entführungstag allein zu Hause gewesen sei, genügt den Beamten als entlastendes Alibi.

Ein weiterer Tipp auf Wolfgang Priklopil als Täter flattert der Wiener Kriminalpolizei wenig später auf den Schreibtisch: Am 14. Mai beschuldigt ein aus Strasshof stammender Polizeihundeführer anonym seinen Nachbarn mit dem weißen Kastenwagen als sozial gestörten Eigenbrötler. Dieser soll einen Hang zu Kindern und zudem sein Haus mit Alarmanlagen komplett abgesichert haben. Die Beamten gehen diesen Hinweisen jedoch nicht nach. Schließlich ist Priklopil bereits befragt worden und gilt darum bereits als nicht tatverdächtig. Dafür rückt Nataschas Mutter gemeinsam mit einem befreundeten Industriellen in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

Ob die Polizei Nataschas Verlies bei einer Hausdurchsuchung überhaupt gefunden hätte, bleibt fraglich. Priklopil hat vorgesorgt: Der Eingang liegt in einer Montagegrube in der Garage hinter einem an der Wand festgeschraubten Tresor. Zusätzlich schneiden eine Beton- und zwei Holztüren die karge Kammer von der Außenwelt ab. Natascha sagt später gegenüber der Polizei aus, vor allem als Arbeitssklavin gehalten worden zu sein. Körperliche und psychische Misshandlungen wie Nahrungsentzug sollten das Mädchen für diese Aufgabe gefügig machen. Dies gelingt nur bedingt.

"Ich habe sozusagen mit meinem älteren Ich einen Pakt geschlossen, dass es kommen und das zwölfjährige Mädchen befreien würde", erzählt Natascha Kampusch nach ihrer Flucht dem ORF. Als Priklopil die bereits 18-Jährige am 23. August 2006 einen Moment aus den Augen lässt, nutzt sie ihre Chance und rennt davon. Am selben Abend gegen 20.50 Uhr wird Priklopil in Wien von einem Zug überrollt. Der Täter scheint durch seinen Suizid überführt. Doch der Fall Kampusch ist damit noch lange nicht abgeschlossen.

Kampuschs Geschichte wird zum medialen Großereignis – ihr Gesicht weltberühmt. Diverse Verschwörungstheorien entstehen, denn so mancher zweifelt an ihrer Version der Entführungsgeschichte. Vor allem an Priklopil als Einzeltäter wollen Kritiker nicht so recht glauben, zumal die Tatzeugin ja zwei Täter gesehen haben will. Kampusch verklagt den österreichischen Staat auf eine Million Euro, da die Ermittler den Aussagen des Mädchens damals nicht vehementer nachgegangen waren. Von einer weiteren Person im Lieferwagen möchte sie allerdings nichts wissen.

Auch der Selbstmord von Polizist Franz Kröll lässt Kritiker hellhörig werden. Der Chefermittler einer unabhängigen Sonderkommission, die Ermittlungspannen im Fall Kampusch aufdecken sollte, sammelte mit Johann Rzeszut, Präsident des Obersten Gerichtshofes, seit 2008 Belege für Ungereimtheiten in der Causa Kampusch. So etwa soll sich Ernst H., der enge Vertraute Priklopils, bei seinen Vernehmungen in Widersprüche verstrickt haben. Zeugen gaben zudem an, H. gemeinsam mit Priklopil und einem jungen Mädchen gesehen zu haben. Doch die Justiz wollte laut Rzeszut den Fall so schnell wie möglich zu den Akten legen. Kröll wird 2010 erschossen aufgefunden. Sein Bruder Karl glaubt nicht an den vom Gericht festgestellten Selbstmord. "Ich bin davon überzeugt, dass sie den Franz liquidiert haben. Der hat zu viel gewusst", sagt er 2012 in einem Interview gegenüber des Schweizer Newsportals "20min.ch".

Eine Untersuchung durch das Deutsche Bundeskriminalamt und das amerikanische FBI von 2012 erbringt keinerlei Hinweise für eine Mehrtäterschaft. Ruhe kehrt trotzdem nicht ein, Privatpersonen forschen weiter nach. Am 18. August 2014 wird ein 63 Jahre alter Polizist im Fall Natascha Kampusch wegen Amtsmissbrauchs zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt. Der suspendierte Beamte ist davon überzeugt, die leibliche Tochter von Natascha Kampusch in einer niederösterreichischen Volksschule gefunden zu haben. Er versuchte auf eigene Faust an DNA des Kindes zu gelangen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


http://web.de/magazine/nachrichten/panor...0Fehler.607.352

#2 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von eugene1975 23.08.2014 20:35

hello
Hier würde mich doch glatt interessieren ob von Amtswegen die DNA des mutmaßlichen Kind mit der Mutter abgeglichen wurde.

lg eugene

#3 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von populous 23.08.2014 20:59

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@Eugene
Das wurde m.W.n. nicht weiter verfolgt.
LG Populous

#4 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.08.2014 15:25

Natascha Kampusch: Was macht sie heute, acht Jahre nach der Flucht?

Seit acht Jahren lebt Natascha Kampusch wieder in Freiheit. Etwa so lang, wie sie der Entführer Wolfgang Priklopil in seinem Haus gefangen hielt. 1998 zerrte er die damals Zehnjährige in seinen Lieferwagen. Am 23. August 2006 konnte sie sich selbst befreien, ihr Peiniger beging daraufhin Selbstmord. Seitdem wird die Österreicherin nicht müde, ihre Geschichte zu erzählen und die Öffentlichkeit an ihren Leben teilhaben zu lassen – mit zwiespältigen Folgen.

Das zweite Leben der Natascha Kampusch
Bereits zwei Wochen nach ihrer Flucht begegnete die 18-jährige Natascha Kampusch dem internationalen Medien-Hype um ihre Entführung mit einem exklusiven ORF-Interview. Ein Versuch, um aktiv mit dem Erlebten umzugehen – anstatt wie andere Opfer ihre Identität zu schützen. Obwohl Kampusch nicht gern unter Menschen ist, hält sie acht Jahre lang dem Druck des öffentlichen Interesses mit scheinbar stoischer Geduld stand. Die Medien sind in ihrem Leben ein ständiger Begleiter.

Natascha lässt sich auf Reisen filmen oder wie sie Fahrstunden nimmt. Die Öffentlichkeit erfährt, als sie ihren Hauptschulabschluss macht und die Goldschmiede-Lehre abbricht. Einen Teil ihres Lebensunterhaltes bestreitet sie durch solche medialen Bekenntnisse. 2011 gründet Natascha das Marketing-Unternehmen "Consolea GmbH". Mitten in Wien will sie ein normales Leben führen, bis jetzt jedoch ohne einen Partner an ihrer Seite.

Spezialistin für Entführungsfälle
Ihre Erfahrungen machen Kampusch zu einer, "die es wissen muss". Als Expertin wird sie beispielsweise 2012 zu der deutschen Fahndungssendung "Aktenzeichen XY Spezial - Wo ist mein Kind?" geladen: als "lebender Beweis, dass man die Hoffnung nie aufgeben soll", wie Moderator Rudi Cerne sagt. 2013 gibt sie ein ausführliches Interview für den Sender CNN London – anlässlich der Befreiung von drei Frauen, die in Cleveland zehn Jahre lang festgehalten und gefoltert wurden. Im Mai 2014 engagiert sie sich für eine internationale Internet-Kampagne, die den Aufenthalt von 200 entführten nigerianischen Schulmädchen klären will. Außerdem eröffnet sie 2011 ein Kinderkrankenhaus in Sri Lanka.

Fakten oder Fiktion in Buch und Film?

Im Fall Kampusch ist es oft schwer, zwischen subjektiver Wahrnehmung, Tatsachen und Fiktion zu unterscheiden. Nach dem Tod Priklopils gibt es nur Nataschas Sicht der Dinge, die sie 2010 in ihrer Autobiografie "3.096 Tage" darlegt. Im Juli 2014 strahlt das Fernsehen den gleichnamige Spielfilm aus, der ein Jahr zuvor in die Kinos kam. Darin wird auch die sexuelle Beziehung zwischen Opfer und Täter dargestellt – Einblicke, die Kampusch vorher nicht geben wollte. Doch selbst per Anwalt konnte sie nicht verhindern, dass ihre Vernehmungsprotokolle mit entsprechenden Angaben öffentlich gemacht wurden.

Natascha Kampusch etwa vogelfrei?
Während es Natascha darum geht, ihre Gefühle auszudrücken, will die Öffentlichkeit mehr Fakten. Auch ihre Eltern sind bereit, diese zu liefern: in zahlreichen Interviews und eigenen Buchveröffentlichungen. Dies könnte ein Grund sein, warum die Beziehung zu Vater und Mutter schwierig ist. Als Person des öffentlichen Lebens wird Kampusch häufig kritisiert, zum Beispiel 2013 in einer Talkshow von Günther Jauch, der sie mit harten Internet-Kommentaren und Sex-Szenen aus "3.096 Tage" konfrontiert. Es ist sichtbar, wie solche Angriffe die junge Frau verletzen.

Wie geht es weiter im Fall Kampusch?

Gab es Mittäter und pornografische Aufnahmen? Hat sich der Entführer wirklich selbst umgebracht und ist Natascha in der Gefangenschaft schwanger geworden? Um die Tat ranken sich noch heute viele Verschwörungstheorien, die sich aus vermeintlichen Ungereimtheiten nähren. Dazu kommt der mysteriöse Selbstmord des damaligen Chefermittlers Franz Kröll, der nach dem offiziellen Abschluss des Falls auf eigene Faust weiter ermittelte. Für neuen Aufruhr könnten Akten sorgen, die Krölls Bruder sicher gestellt haben will. Abgeschlossen haben viele das Thema Kampusch noch längst nicht. So wird wohl auch Natascha weiterhin Stellung nehmen müssen und sich nicht völlig in ihre beschauliche Welt aus Handarbeiten, Zierfischen und Kakteen zurückziehen können.

http://web.de/magazine/nachrichten/panor....html#.A1000145

#5 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.08.2014 15:26

Natascha Kampusch: Verschwörungstheorien rund um eine Entführung

Zwei mysteriöse Selbstmorde, mögliche Mittäter, Gerüchte um einen Pädophilen-Ring und nun neue Gerüchte um den Selbstmord des Chefermittlers. Auch Jahre nach Natascha Kampuschs Entführung wirft der Fall Fragen auf. Die Chronik und des spektakulärsten Entführungsfalls Österreichs.


Auch wenn Natascha Kampusch nach einem über acht Jahre andauernden Martyrium am 23. August 2006 den Fängen ihres Entführers entkommen ist - das Geschehene wird sie wohl nie vergessen können. Das ist nicht nur den schrecklichen Ereignissen geschuldet, die das als Zehnjährige entführte Mädchen eingesperrt in einem fensterlosen Kellerverlies erleben musste.

Noch bevor die offiziellen Berichte des Ausschusses zur Untersuchung der politischen und rechtlichen Verantwortung im Kampusch-Fall abgeschlossen waren, war klar: Es gibt viele offene Fragen und Ungereimtheiten, die weiterer Ermittlungen bedurften. Lesen Sie auf den nächsten Seiten:

Die offizielle Geschichte
Die Mehrtäter-Theorie
Zweifel an Priklopils Selbstmord
Ermittlungspannen und Manipulationen
Verdacht: Ein Pornoring steckt dahinter
Hat Natascha Kampusch eine Tochter?
FBI rollt den Fall neu auf
Der mysteriöse Tod des Chefermittlers

http://www.gmx.ch/themen/nachrichten/pan...hrung#.A1000146

#6 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.08.2014 16:43

Soso, am 23.08.2014. Da habe ich ohne diesen Thread hier gesehen zu haben und ohne die Bedeutung des Datums zu kennen oder einen aktuellen Artikel gelesen zu haben, wegen etwas anderem, was ich vor Wochen mal gelesen habe und was mir im Hinterkopf blieb, um 21:11 eine Mail geschrieben. Zum ersten mal ausserdem.
Hm, und jetzt ist das genau dieser besondere Tag gewesen?

Nunja, das kann man hier jetzt erst mal wieder vergessen, zum Einen ist der Inhalt der Mail natürlich nicht öffentlich und zum anderen spricht wenig dafür, dass es darauf eine Reaktion gibt.
Und wenn, dann ist das natürlich noch weniger öffentlich.
Dennoch wollte ich das hier mal so festhalten, ganz ohne Effekthascherei heute, weil natürlich klar ist, dass heute natürlich jeder sowas hier behaupten kann... HEUTE ist das ohne weitere Bedeutung und Aussagekraft...

#7 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von Christine 25.08.2014 16:56

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Zitat von RogerMortimer



Auch wenn Natascha Kampusch nach einem über acht Jahre andauernden Martyrium am 23. August 2006 den Fängen ihres Entführers entkommen ist - das Geschehene wird sie wohl nie vergessen können. Das ist nicht nur den schrecklichen Ereignissen geschuldet, die das als Zehnjährige entführte Mädchen eingesperrt in einem fensterlosen Kellerverlies erleben musste.


#8 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von eugene1975 25.08.2014 18:07

hello
Eine Zeit nahe Zeugin berichtet von 2 Personen - plus Opfer
Das Opfer von einem Telefonat mit jemand dritten.

Bis Ende der 70er wurden in Östereich und Oberitalien ca. 70 Mädchen weggefangen.
Die gingen über Spanien gleich nach Kairo.

Da diese Transportwege so nicht immer gehen, jeder Ösi noch seinen Erdbunker hatte, da bot sich so etwas an. Nur kam hier etwas dazwischen?

Lebt die Mutter des (bekannten) Entführer noch?

lg eugene

#9 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von populous 26.08.2014 00:05

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Hallo Eugene,

Ich habe noch nichts Gegenteiliges gelesen, dass die Mutter von WP gestorben wäre.
Die Atombunker waren Pflicht zu bauen für einen kurzen Zeitraum. Ich denke 70er - Anfang 80er Jahre.
Das Haus in Strasshof steht schon länger und hatte keinen Bunker. Der Raum wurde nachträglich von WP gebaut.
Es gibt aber in Österreich sehr viele Erdkeller, die in Hänge reingebaut sind.

Die Zeugin, die die Entführung gesehen hat, hat immer von zwei Personen (Entführer) gesprochen. Auch jetzt noch. Auf der einen Seite konnte sie den Wagen beschreiben und auf der anderen soll sie sich bei ser Anzahl der Personen irren?

Die ganze Wahrheit wird wohl nie ans Licht kommen.

LG Populous

#10 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 07.10.2014 09:15

Ex-Präsident des OGH vor Strafprozess

Fall Kampusch: Johann Rzeszut wird vorgeworfen, falsch ausgesagt zu haben. Er bestreitet den Vorwurf entschieden.

Wien/Linz.

Vor dem Hintergrund der Entführung von Natascha Kampusch könnte nun erneut ein ehemaliger Höchstrichter vor einem Strafgericht landen: Gegen Johann Rzeszut, den einstigen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, soll nun endgültig ein Strafantrag wegen falscher Beweisaussage vorliegen. So hieß es am Mittwoch aus Justizkreisen. Zuvor hatte es einen dementsprechenden Bericht des "Falter" gegeben.

Dieser Entwicklung ist eine besonders lange Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft Linz unter Einschaltung des von Justizminister Wolfgang Brandstetter für heikle Fälle eingesetzten "Weisenrates" (Beratungsgremium) voraus gegangen. Nach Linz war die Sache delegiert worden, um mögliche Befangenheiten der Wiener Behörden hintanzustellen.

Rzeszut steht nun unter Verdacht, über (telefonische) Kontakte mit einem – in Sachen Kampusch auf eigene Faust recherchierenden – Polizisten falsche Angaben gemacht zu haben. Für Rzeszut gilt freilich die Unschuldsvermutung.

Aus seinem Umfeld verlautete, dass von einer Falschaussage keine Rede sein könne. Tatsache ist, dass Rzeszut zu Kontakten mit dem - übrigens FPÖ-nahen - Beamten befragt worden war. Als Zeuge. Und zwar im Rahmen eines Disziplinarverfahrens gegen den Beamten. Dabei hatte Rzeszut Kontakte nicht pauschal bestritten, aber er hatte, laut "Presse"-Informationen, erklärt, mit den eigenmächtigen Ermittlungen des Beamten nichts zu tun zu haben (etwa im Sinne von Anstiftung).

Der Beamte wiederum wurde mittlerweile (wie berichtet) - nicht rechtskräftig - zu zehn Monaten bedingter Haft wegen Amtsmissbrauches verurteilt. Er hatte ohne Auftrag in einer niederösterreichischen Schule Nachforschungen angestellt. Dabei versuchte er zu überprüfen, ob das Entführungsopfer Natascha Kampusch in Gefangenschaft ein Kind bekommen haben könnte. Diese These steht im Widerspruch zur offiziellen Aufarbeitung des Falles.

Zurück zu Rzeszut: Die gegen ihn durch die Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gründen sich nun darauf, dass Rzeszut Kontakte zu dem Beamten in Abrede gestellt hätte. Der Ex-OGH-Präsident wiederum, so hieß es aus seinem Umfeld weiter, habe nur Kontakte bestritten, die sich auf die Eigenrecherchen des Polizisten bezogen hätten. Dass er den Mann kenne bzw. dass es je Kontakte gegeben habe, sei nie in Abrede gestellt worden. Damit kommt es nun - setzt man das Vorliegen eines Strafantrages voraus - auf ein Linzer Gericht an.

Apropos Gericht. Schon Ende 2009 war Ludwig Adamovich, Ex-Präsident des Verfassungsgerichtshofs, in erster Instanz wegen übler Nachrede – es ging um eine Äußerung über die Kindheit von Natascha Kampusch – zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt worden. Diese Strafe wurde aber aufgehoben. Am Ende erging ein – rechtskräftiger – Freispruch. Sowohl Adamovich als auch Rzeszut gehörten der Evaluierungskommission zum Fall Kampusch an.

http://diepresse.com/home/panorama/wien/...or-Strafprozess

#11 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 01.12.2014 09:20

So wehren sich gefangene Frauen gegen die Peiniger

Über Jahrtausende hinweg waren Frauen Opfer feindlicher Übergriffe.

Aus dieser Erfahrung heraus entstanden Überlebensstrategien wie das Stockholm-Syndrom, sagt eine Evolutionspsychologin.

Von Berthold Seewald
Leitender Redakteur Kulturgeschichte


Wenn ihre Existenz und die ihres Nachwuchses in Gefahr ist, mussten Frauen seit jeher einen substanziellen Preis zahlen, schreibt die Evolutionspsychologin Michelle Scalise Sugiyama. Das Bild zeigt eine Jesidin mit Kindern auf der Flucht vor den IS-Terroristen im Norden des Irak

Für die alten Römer war der Fall klar. Weil in ihrer Stadt kurz nach der Gründung akuter Frauenmangel herrschte, zogen die Männer ins Gebiet der benachbarten Sabiner und raubten alle Jungfrauen. Als deren Verwandte bald mit einem großen Heer vor der Stadt erschienen, sollen die Sabinerinnen sie angefleht haben, ihren Rachefeldzug aufzugeben. Denn die Frauen hatten sich längst mit ihren Entführern arrangiert und waren die Ehe mit ihnen eingegangen. Die Liebe, so die Botschaft des Mythos, löste auch dieses Problem.

So einfach ist es wohl kaum. Die Mädchen und Frauen, die muslimische Terroristen derzeit in Afrika oder im Nahen Osten in ihre Gewalt bringen, um sie an Gesinnungsgenossen weiterzureichen oder an Interessenten meistbietend zu verkaufen, werden kaum in Liebe zu ihren Peinigern entbrennen. Allein im Irak sollen mehrere Tausend jesidische Frauen unter 35 Jahren von IS-Kämpfern gefangen und verschleppt worden sein. Die Terroristen verweisen auf das Vorbild des Propheten Mohammed, der auf seinen Kriegszügen vier Fünftel der menschlichen Beute seinen Kriegern zugesprochen habe, der Rest sei an den Staat gegangen. So will es auch der IS halten, gab er auf seinem Propaganda-Pamphlet bekannt.

Die Frauen dienen als Haushaltshilfen oder Sexsklavinnen. Ein ähnliches Schicksal haben die islamistischen Terroristen von Boko Haram Hunderten Mädchen zugedacht, die sie auf ihren Beutezügen in Nigeria entführten. Sie werden als Sklavinnen verkauft, weil, wie sich die Täter brüsten, der Islam dies erlaube.


Wie können Frauen ein solches Martyrium ertragen, dem sie – historisch betrachtet – über Jahrtausende hinweg immer und immer wieder ausgeliefert gewesen sind. Bis in die Kriege der europäischen Neuzeit hinein haben die Sieger ihre (männlichen) Feinde gern zum Tode verurteilt oder gleich hingemetzelt, während die Frauen und Kinder zur beweglichen Beute wurden. Auch wenn hin und wieder Fälle von weiblichem Massensuizid überliefert sind, muss man davon ausgehen, dass die Opfer sich irgendwann mit der Situation arrangiert haben. Einfach um weiterzuleben.

Michelle Scalise Sugiyama, Evolutionspsychologin an der University of Oregon in Eugene, hat dazu jetzt eine verblüffende Erklärung formuliert: Aus ihrer langen Erfahrung als Opfer hätten unsere weiblichen Vorfahren zum Schutz für sich selbst und ihren Nachwuchs spezielle Überlebensstrategien entwickelt, die sie als Verhaltensmuster von Generation zu Generation weitergereicht hätten. Sugiyama entwickelte ihre These, die jetzt in der Zeitschrift "Human Nature" erschien, aus der Analyse überlieferter Konfliktsituationen, die sich sowohl in den Erzählungen von nordamerikanischen Indianerstämmen, arktischen Inuit, australischen Aborigines und südafrikanischen San finden.

Die Psychologin nahm 45 Wildbeuter- und bereits Gartenbau betreibende Wildbeuter-Gesellschaften unter die Lupe. Dabei stellte sie fest, dass fünf für Frauen existenzielle Situationen in den Überlieferungen aller dieser Gruppen auftreten: der Tod der Frau, ihre Gefangennahme, die Ermordung ihrer Kinder, die Ermordung oder Gefangennahme ihres Partners oder eines erwachsenen männlichen Verwandten. In diesen fünf Fällen, die ihre Existenz und die ihres Nachwuchses bedrohten, mussten Frauen einen substanziellen Preis zahlen. Fitnesskosten, nennt ihn Michelle Scalise Sugiyama.

Um diese Fitnesskosten begleichen zu können, hätten Frauen spezielle Strategien entwickelt, um ihre Überlebens- und Reproduktionschancen zu wahren oder sogar zu erhöhen. Dazu gehörte beispielsweise die Analyse des Verhaltens der feindlichen Krieger. Waren sie auf Vernichtung aus oder würden sie sich mit der Gefangennahme zufrieden geben? Um einzuschätzen zu können, ob Widerstand oder Gefügigkeit die bessere Taktik war, mussten die Frauen über einiges Wissen verfügen, darunter auch Informationen zur Kriegführung des Feindes und wie dieser mit seinen Gefangenen umging.

Aus dieser Überlebensstrategie sei auch das sogenannte Stockholm-Syndrom erwachsen, das im August 1973 durch ein spektakuläres Verbrechen in der schwedischen Hauptstadt bekannt wurde. Damals hatten Gangster mehrere Geiseln über fünf Tage hinweg in einer Bank gefangen gehalten. Als die Geiselnehmer aufgaben, waren es ausgerechnet ihre Opfer, die sich schützend vor sie stellten und um Gnade für ihre Unterdrücker baten.

Man hat dieses Verhaltensmuster mit einem irrationalen Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Peinigern erklärt, die Geiseln am Leben zu lassen, mit dem Ringen um Zuneigung der Geiselnehmer oder Identifikation mit ihrem Unternehmen, um der eigenen Hilflosigkeit eine Alternative entgegenzusetzen. Wie wirkungsmächtig das Stockholm-Syndrom werden kann, zeigte sich im Februar 1974, als eine linksradikale Gruppe die amerikanische Verlegertochter Patty Hearst entführte.

Nach zwei Monaten, in denen Patty Hearst schweren Misshandlungen ausgesetzt war, wurde eine Stellungnahme bekannt, in der sie ihren Beitritt zu der Terrorgruppe erklärte. Bald darauf wurde sie auf Videoaufnahmen, die Überfälle der Stadt-Guerillas dokumentierten, als Täterin identifiziert. 1975 wurde Hearst gefasst und zu 35 Jahren Haft verurteilt. Später folgte die Begnadigung.

Auch im Fall der Wienerin Natascha Kampusch, die von 1998 bis 2006 in der Gewalt ihres Entführers lebte, wurde das Stockholm-Syndrom als Erklärungsmuster ins Spiel gebracht.

Dieses Syndrom, der Pakt einer Geisel mit einem Geiselnehmer, könnte seine Wurzeln im Leben unserer weiblichen Vorfahren haben, vermutet Michelle Scalise Sugiyama. Denn die Rahmenbedingungen – Haft und Missbrauch – waren bei Wildbeuter-Gesellschaften an der Tagesordnung. Das Bündnis mit den Feinden könnte für die Gefangenen ein Weg gewesen sein, sich mit ihnen zu identifizieren und sich schließlich in ihr neues soziales Umfeld zu integrieren. Um ihre Überlebenschance zu wahren, akzeptierten die Frauen die Situation und gaben ihren Widerstand auf.

Ob solche Erfahrungen wirklich Eingang in die kognitive Entwicklung des weiblichen Homo sapiens finden konnten, müssen wohl weitere Untersuchungen klären. Ob sie den Frauen in der Gewalt islamistischer Terroristen helfen können, ist eine akademische Frage: Sie sind Opfer eines Verbrechens, dem es zu wehren gilt.

http://www.welt.de/geschichte/article134...e-Peiniger.html

#12 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 01.12.2014 09:22

Polizist, der Kampusch-Tochter suchte, verurteilt

Er wollte beweisen, dass Natascha eine Tochter habe. Zehn Monate bedingt.
Jener Wiener Polizist, der im Entführungsfall Natascha Kampusch illegale Ermittlungen in einer niederösterreichischen Volksschule durchgeführt hatte, ist am Montag am Wiener Straflandesgericht wegen Amtsmissbrauchs zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

Der mittlerweile suspendierte Beamte erbat sich Bedenkzeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Er wollte Kampusch-Tochter finden
Der Beamte hatte in den Jahren 2011 und 2012 im Bezirk Mödling versucht, an die DNA eines Mädchens zu gelangen, um zu überprüfen, ob es sich dabei um die leibliche Tochter von Natascha Kampusch handeln könnte. Mit diesen erhofften neuen Beweisen wollte der 63-jährige Angeklagte versuchen, weitere Ermittlungen in dem Fall ins Rollen zu bringen, und beweisen, dass dieses Kind ebenfalls von Mittätern von Wolfgang Priklopil sexuell missbraucht worden sei.

Der Polizist berief sich in seinem Verdacht auf den Kontakt mit dem pensionierten Präsidenten des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, der Mitglied einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission, die behördliche Versäumnisse im Fall Kampusch überprüfen sollte, gewesen war und in Interviews an der Einzeltäter-Theorie gezweifelt hatte.

Senat glaube ihm nicht
Der Schöffensenat hat jenen Polizisten, der illegale Ermittlungen im Fall Kampusch getätigt hatte, keinen Glauben geschenkt, dass dieser keinen Rechtsbruch in seinen Aktionen sah. Der Beamte hatte versucht, ohne gerichtlichen Auftrag in einer Volksschule an die DNA eines Mädchens zu gelangen. Die Richterin sah darin einen "grundrechtsintensiven Eingriff", bei dem Dritte geschädigt wurden.

"Was wir Ihnen nicht glauben ist, dass Sie wirklich davon ausgegangen sind, dass Sie das dürfen", bezweifelte die Richterin die Verteidigungslinie des mittlerweile suspendierten Beamten. Dieser hatte auch nach Abschluss des Beweisverfahrens beteuert, zum Zeitpunkt seiner Recherchen "felsenfest davon überzeugt" zu sein, nicht rechtswidrig zu handeln. Allerdings: "Mir war bewusst, dass ich mich dienstrechtlich in einer Grauzone bewege und teilweise auch drüber befinde." Von seinem anfänglichen vollen Geständnis, er habe sich als "kleiner Inspektor" einen Namen machen wollen, blieb am zweiten Prozesstag nur mehr ein reines Faktengeständnis.

Begründung
Das nicht rechtskräftige Urteil von zehn Monaten bedingter Haft begründete die Richterin auch mit dem bisher tadellosen Lebenswandel des Angeklagten sowie dessen "wesentlichen Beitrag zur Wahrheitsfindung". Auch die gute Absicht, weiteres Licht in den Fall Kampusch zu bringen, nahm sie ihm ab. Der pensionierte Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, sei immerhin "nicht irgendjemand von der Straße", hatte der Beamte argumentiert. Der Schuldspruch sei aber auch "generalpräventiv" zu sehen, um weitere Beamte von eigenmächtigen Ermittlungen in solch großen Fällen abzuhalten.

Diskutiert worden war in dem Verfahren auch, ob ein Polizist seinen eigenen räumlichen Zuständigkeitsbereich überschreiten darf oder nicht. Dies sei gang und gäbe, meinte der Angeklagte, obwohl Richtlinien dies eigentlich verhindern sollten. "Dienstrechtliche Vorschriften werden pausenlos übertreten und überbogen", argumentierte auch der Verteidiger des Mannes. Strafrechtlich Relevantes sah er hingegen nicht: "Wenn jeder Polizeibeamter nur mit Auftrag ermitteln würde, dann bräuchten wir 20 Prozent der Staatsanwälte", meinte er in Richtung Chefanklägerin.

Direktorin war dagegen
Konkret schuldig gesprochen wurde der Polizist aufgrund seiner Recherchen in einer Privatklinik sowie in einer Volksschule, wo sich die Direktorin - sie sagte am Montag ebenfalls als Zeugin aus - von Beginn an geweigert hatte, DNA-Proben des Mädchens zu besorgen. Nicht nachweisen konnte man dem Angeklagten den Versuch, einen niederösterreichischen Kollegen dazu zu bewegen, ebenfalls in der Sache tätig zu werden.

Auch in zwei weiteren Anklagepunkten, die nichts mit dem Fall Kampusch zu tun hatten, wurde der Beamte freigesprochen.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/w...teilt/154681048

#13 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 17.12.2014 20:05

Natascha: Höchstrichter drohen bis zu 3 Jahre Haft


Letztes Update 15.12.2014 09:35

Vor Weihnachten steht der pensionierte Präsident des Obersten Gerichtshofes (OGH), Johann Rzeszut, selbst vor Gericht. Der Verdacht: falsche Zeugenaussage im Fall Kampusch.

Kollegen im Justizpalast beschreiben den früheren OGH-Präsidenten als "fachliche Koryphäe, integer und humorvoll". Für Verdienste um die Republik bekam Johann Rzeszut (73) das "Große Goldene Ehrenzeichen" verliehen. Donnerstag macht ihm die Republik wegen falscher Zeugenaussage den Prozess. Hintergrund: Als Mitglied einer Untersuchungskommission im Fall Kampusch zweifelte Rzeszut die Klärung des Falles an.

Über Mitwisser, Vertuschungen und einen Pornoring wurde spekuliert. Höhepunkt: Ein Polizist wollte sich die DNA eines Kindes erschleichen, das er für Nataschas Tochter hielt. Bei Einvernahmen bestritt Rzeszut Telefonate mit dem (suspendierten) Cop. Rufdaten sagen anderes. Es gilt die Unschuldsvermutung.

http://www.heute.at/news/oesterreich/art...1107548?ref=rss

#14 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 02.01.2015 18:20

In den Dunkelkammern hinter den Alltagskulissen
Interview«Im Keller», der neue Dokumentarfilm von Ulrich Seidl, leuchtet in österreichische Souterrains und menschliche Seelennischen hinein.

Von
Christoph Schneider
01.01.2015

Wahrscheinlich sind die zwei burgenländischen Blasmusiker und Gemeinderäte, die in Ulrich Seidls Film «Im Keller» unter einem Hitlerbild ein Prosit auf die Gemütlichkeit singen, keine wirklichen Nazis. Auch kommts vermutlich nicht jeden Tag vor, dass sie sich besaufen und schlechte Witze machen zwischen den Hakenkreuzen und SS-Ehrendolchen im Keller des Ochs Josef, der möglicherweise ebenfalls kein wirklicher Nazi ist, sondern nur ein polizeinotorischer Nostalgiker nach der braunen Zeit.

Andererseits ist das nun bewahrt in einem lebenden Tableau von österreichischer Vorgestrigkeit, für alle Ewigkeit oder doch mindestens für den Lebtag der zwei burgenländischen Gemeinderäte. Die klagen jetzt, der Regisseur Seidl habe sie unter Vorspiegelung künstlerischer Absichten über den Kellertisch gezogen, an den er sie setzte.

Sie haben sich aber ganz freiwillig gesetzt. Es hat sie keiner gezwungen, darzustellen, was sie vielleicht eben doch ein kleines bisschen wären unter anderen Umständen. Denn der ochssche Keller ist eine Realität, die sie kannten, und das Hitlerbild hat der Ochs Josef von der Blasmusikgesellschaft zur Hochzeit geschenkt bekommen; es sei sein schönstes Geschenk gewesen, sagt er im Film. In stillen Stunden bläst er davor auf seinem Horn das Lied «Es zittern die morschen Knochen der Welt vor dem grossen Krieg . . . ». Und derart hat Seidl, der ihn spielen und die Gemeinderäte singen liess, nur ein wenig an der Oberfläche der Tatsachen manipulieren müssen, um an jene Tatsächlichkeit zu kommen, die für ihn immer eine Mischung aus dem Wirklichen und dem Menschenmöglichen ist.

Respekt vor der Lächerlichkeit

Menschenmöglich nämlich sind die möblierten Dunkelkammern hinter den Alltagskulissen, die gemütlich eingerichteten Widerwärtigkeiten und liebevoll gepflegten Perversionen. Sie sind Seidls Thema, und der Titel «Im Keller» meint natürlich die Kellerlöcher im weiten Land der Seele. Meint es jedoch gleichzeitig sehr wörtlich, da ja jede grosse Metapher auch einmal als Wirklichkeit klein angefangen hat. Der Privatkeller als baulicher Bestandteil des Privaten hat in Österreich einen besonders schlechten Ruf, seit die Herren Priklopil und Fritzl in ihren Souterrains dem Begriff «menschlicher Abgrund» eine so grässlich buchstäbliche Bedeutung gaben.


Ein Anteil makaberer Reiz mag dabei gewesen sein, als Seidl in solche Keller stieg, nicht gerade auf der Suche nach den Wiedergängern des Fritzl, aber doch nach den untergründigen Verstecken eines lichtscheuen Verhaltens. Leichen hat er nicht entdeckt, manchmal fand er nur Modelleisenbahnen oder Hometrainer. Aber mit Harmlosigkeiten hat Seidl sich nie abspeisen lassen; und sein Talent ist es, auf den Hometrainern Menschen zu finden, die scheints nur darauf gewartet haben, ihm vertrauensvoll die Räume zu öffnen, in denen ihre himmeltraurigen Obsessionen, ekelhaften Sehnsüchte und kuriosen Begierden sich verbergen und verlustieren.

In der Nazibiedermeierwelt

Es muss am Respekt liegen, den er vor der menschlichen Lächerlichkeit hat (selbst vor dem Josef Ochs hat er ihn, dessen Nazibiedermeierwelt man nicht mit einem Stecklein anfassen möchte). Noch nie hat er zugunsten der filmischen Wirkung jemanden lächerlich gemacht, das haben die Jemande jeweils selbst besorgt durch die natürliche Komik ihrer Ernsthaftigkeit. Es ist auch in Seidls Kellern vielleicht ein ästhetisches Amalgam aus dem, was ist, und dem, was sein könnte, hergestellt worden. Aber gewiss keine komödiantische Fälschung.

Man lacht jetzt über den birnenförmigen Mann im Tanga, der mit staunend machender Seriosität berichtet von der erotisierenden Kraft seines Ejakulats; oder über die Mitarbeiterin der Caritas, die von erlebter häuslicher Gewalt erzählt und sich dann von einem Herrn Walter mit einem Kindertennisschläger den Hintern versohlen lässt. Man darf auch lachen und spürt doch so etwas wie mittelständische Trostlosigkeit über der Szenerie liegen. So etwas wie Düsternis, entstanden aus der Kreuzung von Lachhaftigkeit und Schwermut.

«Im Keller» ist ein Film von jener feinen Humanität, zu der die Erbarmungslosigkeit gehört. Wie immer konzentriert Seidl Realitäten in streng gestalteten Bildern: als Finder und Erfinder des Gefundenen. Das ist das inszenierende Wesen seiner dokumentarischen Methode. Damit arbeitet er im Grenzbereich des Faktischen, das ihm zu zufällig ist, an einer gereinigten Wahrheit; und das macht er grossartig, und darin hat er schon fast zu viel Routine. Ein wenig bekannt kommt einem das alles jetzt vor. Und hat trotzdem genug Spannungsenergie, um beträchtliche Wirklichkeitsschocks zu erzeugen. Überaus genug.

In Zürich ab Donnerstag im Movie. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 30.12.2014, 18:31 Uhr)
Interview
«Die Wirklichkeit ist ja um vieles ärger»

Ulrich Seidl sagt, er inszeniere immer. Aber nur, wenn sich die Menschen in den Erfindungen wiedererkennen.

Wie haben Sie die erstaunlichen Protagonisten Ihres Films gefunden?
Ich habe Mitarbeiter ausgeschickt, die auf Leute zugingen und fragten: «Haben Sie einen Keller?» Dazu haben wir Inserate geschaltet. Zunächst bekamen wir die Banalitäten serviert, Bastelkeller, Hobbykeller, Kellerbar. Ich wollte das Thema aber ein wenig vertiefen. (lacht) Ich suchte Abgründiges, das, was den Keller ausmacht, als Ort der Heimlichkeiten und des Doppellebens.

Wollten die Leute nicht als Erstes wissen, ob Sie einen Film über Natascha Kampusch und Josef Fritzl drehen?
Das ist mir nicht untergekommen, es war auch nicht das Ziel. Ich wollte Leute finden, die als Protagonisten taugen. In der S/M-Szene lernte ich viele kennen, aber niemand wollte mitmachen. Weil es immer Bedenken gibt, sobald das, was man tut, an die Öffentlichkeit kommt. Was sagen meine Nachbarn? Werde ich meine Arbeit verlieren? Solche Argumente sind verständlich, aber irgendwann findet man Leute, die dazu stehen, was sie tun, und das im Film auch gern zeigen.

Wobei Sie Ihre Protagonisten stets inszenieren.
Natürlich, das ist ja meine Arbeit. Inszenieren ist immer dabei, aber so, dass es den Menschen gerecht wird. Dass das, was sie sagen und tun, von ihnen kommt. Die Bilder mache ich, und was ich finden will, sage ich ihnen auch. Und natürlich suche ich mir Leute aus, von denen ich meine, dass sie an einer Inszenierung interessiert sind.

Sie inszenieren etwa eine Frau, die im Keller lebensechte Puppen wiegt, als seien sie richtige Babys. Erkennen sich die Protagonisten in diesen Erfindungen wieder?
Klar, wenn diese Frau nicht verstehen würde, was sie in dieser Szene tut, könnte man das gar nicht filmen. Die Puppen im Keller mussten für sie vorstellbar, ihr nahe sein. Die Frau ist ja keine Schauspielerin, sondern versetzt sich in eine Vorstellung hinein.


Manchmal möchte man doch gern wissen, was in Ihren Filmen inszeniert ist und was «echt». Ärgert Sie diese naive Frage?
Nein. Ich stelle immer wieder fest, dass es niemand mit Sicherheit sagen kann. Wenn ich nicht gesagt hätte, dass die Geschichte mit der Frau und den Puppen erfunden ist, hätte es keiner gewusst. Mich interessiert aber weniger, was authentisch ist und was Fiktion. Die Frage ist eher: Ist das, was man zeigt, eine bestimmte Form der Wahrheit?

Teilen Sie Ihr Werk in Dokumentar- und Spielfilme ein?
Ich habe neben meinen Spielfilmen immer kleinere Dokumentarfilme gemacht, nach «Hundstage» etwa «Jesus, du weisst». Bestimmte Themen erfordern einfach einen Spielfilm und andere einen Dokumentarfilm.

Dabei scheint diese Grenze längst aufgehoben, gerade in Ihrem Kino.
Es gibt natürlich einen Unterschied, auch wenn ich immer behauptet habe, es gebe keinen. Im Spielfilm spielen Darsteller eine Rolle im Sinn der Handlung, sie spielen nicht sich selbst. Manchmal sind ihnen die Rollen ganz nahe, wie bei den kenianischen Beachboys in «Paradies: Liebe», die ich mit Leuten besetzt habe, die Erfahrungen mit weissen Frauen hatten. Insofern liegt es in ihrem Erfahrungsbereich, trotzdem spielen sie eine inszenierte Szene.

Genau das Gleiche kann man von der Frau mit den Puppen sagen.
Es ist nicht unähnlich. In ihrer Wohnung hatte sie tatsächlich eine solche Puppe, meine Idee war es, dass sie mit den Puppen redet und sie im Keller versteckt. Das ist dann Spielfilm, wenn Sie so wollen. Aber sie verkörpert etwas, was ihr gar nicht so fremd ist.

Sind Sie auch in Keller gestiegen, in denen es Ihnen zu bunt wurde?
Nein, im Gegenteil. So ein Film kann nur einen Bruchteil der Wirklichkeit darstellen. Man will gar nicht wissen, was es alles gibt. Die Wirklichkeit ist ja um vieles ärger. Aber ich stehe nicht hin und filme Verbrechen. Auch ich habe meine Grenzen, nur kann ich sie nicht von vornherein festlegen. Ich muss vor Ort entscheiden, ob etwas infrage kommt.

Sie haben auch sehr viele witzige Momente eingefangen.
Humor ist immer gewünscht. Aber nicht der pointierte, geschriebene Humor. Im Film gibt es Stellen, an denen lachen die einen und die anderen ärgern sich, dass gelacht wird, weil sie es nicht zum Lachen finden. Die Folgerung daraus ist, dass es immer mit einem selber zu tun hat, ob man lacht oder nicht.

(Tages-Anzeiger)

http://www.derbund.ch/kultur/kino/In-den.../story/10694712

#15 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 17.01.2015 10:21

Kampusch casht ?48.000 im Monat

Entführungsopfer Natascha Kampusch (26) agiert als Unternehmerin sehr geschickt.
2011 gründete Entführungsopfer Natascha Kampusch ihre erste Firma. Die „Consolea Gmbh“, benannt nach der karibischen Pflanze, vereint offiziell Projekte in „Promotion, EDV und Marketing“. In ihrer Firma bündelt Kampusch aber auch alle Umsätze aus ihrer Bestseller-Biografie 3096 Tage und der Verfilmung des Buchs.

Buch Bestseller, Film floppte
Den Streifen, der 2013 in den Kinos lief, wollten nur 550.000 Österreicher sehen, eigentlich ein Flop. Trotzdem lief das Geschäft in diesem Jahr hervorragend, wie auch News berichtet. Laut Firmenbuch lag der Bilanzgewinn ihrer Consolea Gmbh bei 572.130,20 Euro, das entspricht einem Monatsgewinn von 47.678 Euro. Auch wenn das Geld die Wunden ihrer Gefangenschaft nie heilen wird, ermöglicht es Kampusch ein wenig Luxus.

Bilanzgewinn ihrer Firma lag 2013 bei 572.130 Euro:



http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/K...Monat/172668200

#16 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 04.02.2015 10:26

Kuriositäten aus dem Keller

Im "Alten Gasometer" in Zwickau läuft heute der neue Dokumentarfilm des österreichischen Filmemachers Ulrich Seidl. Er beschreibt, was Menschen in ihrer Freizeit alles so tun.

Zwickau. Österreichern kann man zu ihren Kellern wohl eine besondere Beziehung unterstellen. Angefangen damit, dass aus dem Souterrain im Dialekt der Alpenrepublik in der Regel ein "Köller" wird, sei nur an den Fall Josef Fritzl erinnert, der seine Tochter 24 Jahre gefangen hielt und mit ihr unter Anwendung von Gewalt sieben Kinder zeugte.

Vergleichsweise glimpflich kam da Natascha Kampusch davon, die, als Zehnjährige von Wolfgang Priklopil entführt und in ein Kellerverlies gesperrt, bereits 2006 nach 3096 Tagen als 18-Jährige wieder in die Freiheit fand. Sicher, extreme Ausnahmefälle, aber: beide aus Österreich.

Fast vergessen ist schon die mehr der Schlamperei dreier Beamter geschuldete Geschichte von Andreas Mihavecz. Am 1. April 1979 wurde der 18-jährige Maurerlehrling aus Bregenz in Gewahrsam der Gendarmerie genommen, nachdem er als Passagier in einen Autounfall verwickelt war. Für seine Festnahme waren drei Polizisten verantwortlich, von denen jeder dachte, dass die beiden anderen Mihavecz bereits freigelassen hätten. Eine Vermisstenanzeige seiner Mutter wurde ignoriert. Da seine Zelle im Keller der Polizeiwache lag, wurden seine Rufe nicht gehört. Mihavecz verlor 24 Kilo Gewicht und überlebte nur, da er Kondenswasser von den Wänden zu sich nahm. 18 Tage später entdeckte ein Beamter Mihavecz zufällig.

Ob all das den Filmemacher Ulrich Seidl dazu inspiriert hat, fremden Landsleuten in die Keller zu schauen, ist nicht bekannt. Getan hat er es. Wie das Ergebnis seiner heute im "Kino Casablanca" laufende Filmdoku "Im Keller" zeigt. Darin beschreibt er, was Menschen in ihren Kellern und in ihrer Freizeit so tun. Ob unterirdisch, hinter Türen verborgen oder durch steile Treppen in ein alltägliches Jenseits gerückt - in Kellern lauern und lagern Obsessionen, Blasmusik und Opernarien, teure Möbel und Herrenwitze. Sie sind die Spielwiese von Tierliebhabern, Sadomaso-Freunden, Hobby-Nazis, Waffennarren und mancher Spezies mehr. Seidl erzählt so tragische wie komische Geschichten von Sexualität und Schussbereitschaft, Fitness und Faschismus, Peitschenschlägen und Puppen.

Wolfgang Höbel, der den Film für "Spiegel Online" rezensierte, macht in "Im Keller" bei Seidl ein Kalkül aus, das "funktioniert wie die grotesken Jahrmarktsschauen einst. Sie beschreiben die Grenzen der sozialen, politischen und sexuellen Räume, innerhalb derer sich eine Gesellschaft ihrer Normalität versichert. Sie präsentieren das vermeintlich Monströse, Hässliche und psychotisch Andere mit dem Ziel, die Ängste und Unsicherheiten der Zuschauer hervorzukitzeln. Das kann man irgendwie total wichtig finden. Es ändert nichts daran, dass Seidl seine Kellermenschen in trüber Berechnung ausstellt: als das, was man auf der Kirmes einst anpries unter dem Titel ,Lebende Kuriositäten'".

Im Keller (Österreich, 2014 - FSK: ab 16 Jahre - 85 Minuten) läuft heute ab 20 Uhr im "Alten Gasometer", Kleine Biergasse 3 in Zwickau. Karten für je vier Euro gibt es nur an der Abendkasse.

im-keller.at

http://www.freiepresse.de/WOHIN/Kuriosit...ikel9104878.php

#17 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 27.02.2015 09:27

Ex-OGH-Präsident: Prozess wird fortgesetzt

Im Straflandesgericht wird heute der Prozess gegen den pensionierten Präsidenten des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, fortgesetzt. Ihm wird falsche Zeugenaussage im Fall Kampusch vorgeworfen und drohen drei Jahre Haft.

Inkriminiert ist eine Zeugenaussage Rzeszuts im Verfahren gegen einen Polizisten, den er in seiner Funktion als Mitglied einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission kennengelernt hatte. Das Gremium sollte allfällige behördliche Versäumnisse bei der Suche nach der im Frühjahr 1998 entführten Natascha Kampusch aufdecken.

Widersprüchliche Angaben
Unter Wahrheitspflicht hatte der Ex-OGH-Präsident versichert, er habe nach zwei Treffen in einem Kaffeehaus bzw. auf der Straße keinen Kontakt zu dem Polizisten mehr gehabt. Diese Darstellung wurde in weiterer Folge insoweit widerlegt, als die Ergebnisse einer Rufdaten-Rückerfassung ein deutlich anderes Bild ergaben. Rzeszut bekennt sich „nicht schuldig“ - mehr dazu in Fall Kampusch: Rzeszut hatte „mentalen Tunnel“ (wien.ORF.at; 18.12.2014)

http://wien.orf.at/news/stories/2696918/

#18 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 10.03.2015 18:39

Ex-OGH-Chef: Nächste Instanz muss urteilen


Über den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Johann Rzeszut, soll das Oberlandesgericht urteilen.

10.03.2015 | 18:00 | (Die Presse)

Wien. Der frühere Präsident des Obersten Gerichtshofes (OGH), Johann Rzeszut, wurde am 27. Februar vom Vorwurf der falschen Beweisaussage freigesprochen. Dennoch ist die im Zusammenhang mit dem Entführungsfall Natascha Kampusch stehende Strafsache nicht ausgestanden. Weil die Staatsanwaltschaft Wien volle Berufung gegen den Freispruch angemeldet hat, wandert der Gerichtsakt nun in die nächste Instanz, sprich: zum Oberlandesgericht Wien.

Der 73-Jährige hatte sich zu dem Vorwurf nicht schuldig bekannt. Unter Strafantrag stand eine Zeugenaussage Rzeszuts im Verfahren gegen einen Polizisten. Dieser (mittlerweile wegen Amtsmissbrauchs verurteilt) hatte auf eigene Faust in dem damals offiziell längst abgeschlossenen Entführungsfall „ermittelt“. Unter Wahrheitspflicht musste Rzeszut später im Strafverfahren gegen den Mann über telefonische Kontakte zu diesem aussagen. Rein objektiv gesehen wurden Rzeszuts Angaben später per Rufdaten-Rückerfassung widerlegt.

Er sei bei seiner Einvernahme rein auf die „Aktion“ des Polizisten fokussiert gewesen, habe sich „in mentaler Fixierung auf dieses Thema“ befunden, erklärte der Höchstrichter im Ruhestand in der Verhandlung. An Telefonate, bei denen über etwas anderes geredet wurde, habe er bei seiner Vernehmung nicht gedacht. Die Richterin glaubte dem Angeklagten. Und fügte an: „Es tut mir leid, und das sage ich sonst nie, was Sie in den vergangenen zwei Jahren über sich haben ergehen lassen müssen.“ Ob die zweite Instanz der Sicht des Gerichts folgt, ist offen. (m. s.)

http://diepresse.com/home/panorama/oeste...norama/index.do

#19 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.03.2015 17:48

"Ich mach jetzt Matura"
ÖSTERREICH
23.03.2015
Natascha Kampusch 9 Jahre nach ihrer Flucht

Letztes Update 24.03.2015 01:03


Zwei Jahre hat sich Entführungsopfer Natascha Kampusch (27) aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Am Montag plauderte sie in einer "Thema"-Sondersendung über Zukunftspläne und ihr Privatleben fast neun Jahre nach der Flucht.


"Ich mache gerade Matura", verriet Kampusch, die als Volksschülerin gekidnappt worden war: "Und ich hoffe, es läuft gut." Danach kokettiert sie mit einem Psychologie-Studium: "Ich bin extrem an solchen Sachen interessiert."

Das erlittene Trauma – 3.096 Tage in Gefangenschaft – überschattet sie immer noch: "Es dauert wahrscheinlich ein Leben lang, bis man so etwas verarbeitet hat." Aber mittlerweile ist sie zu Freundschaften fähig: "Ich versuche, etwas offener und zugänglich zu sein"

http://www.heute.at/news/oesterreich/art23655,1138484

#20 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.03.2015 17:49

Kampusch: Anfeindungen seltener

In den vergangenen zwei Jahren ist es ruhiger geworden um Natascha Kampusch. Öffentliche Anfeindungen gebe es inzwischen seltener, erzählte die 27-Jährige im Interview mit der ORF-Sendung „Thema“ am Montag. Ihr nächstes Ziel ist die Matura.

Sie wurde auf der Straße geschlagen und als Lügnerin beschimpft, in Medienberichten wurde immer wieder ausführlich ihre finanzielle Situation debattiert. Das unglaubliche Leid, dass ihr widerfahren war, dass sie als zehnjähriges Mädchen entführt wurde und dann achteinhalb Jahre lang in Gefangenschaft leben musste, trat dabei in den Hintergrund. „Es tritt seltener auf“, erzählte Kampusch in der Jubiläumsshow der Sendung „Thema“ zu den Anfeindungen. Und: „Ich lasse mich davon nicht mehr beeinträchtigen.“

Natascha Kampusch bei ThemaORF
Spurenlos sind die Anfeindungen aber nicht an ihr vorbeigegangen: Sie sei am Anfang voller Tatendrang gewesen, und das sei natürlich stark gebremst worden, so Kampusch. „Ich wäre vielleicht wirklich schon viel weiter.“ Sie habe gedacht, sie käme nach ihrer erfolgreichen Flucht „in die Welt der guten Menschen, die einem nichts Böses wollen“. Sie habe jedoch sehr viele Menschen kennengelernt, die mit ihr nicht umgehen konnten, weil sie selbst etwas stark verdrängt hätten.

„Man muss auf sich aufpassen“
Die Zeit in Gefangenschaft und die Erlebnisse damals seien „schon ein wenig nach hinten gerückt, da ich mich ja immer auf die Zukunft konzentriere“, erzählte sie. "Aber es ist natürlich rückblickend auch sehr traurig.“ Es dauere wahrscheinlich ein Leben lang, bis man so etwas verarbeitet habe, und auch die Gefahr einer Retraumatisierung sei sehr hoch. "Also man muss sehr stark sein und auf sich aufpassen.“

Sie fühle sich heute frei - „im Rahmen des Möglichen", denn: „Wir sind doch alle irgendwie unfrei.“ Und es falle ihr inzwischen leichter, Freunde zu finden. „Ich versuche etwas offener zu sein, etwas zugänglicher“, so Natascha Kampusch.


Nächstes Ziel: Matura
Über ihre Pläne für die Zukunft hielt sich Kampusch im Interview bedeckt: „Ich habe weiterhin einen vollen Terminkalender.“ Mehr werde sie verraten, wenn es soweit ist. Derzeit heißt es für die 27-Jährige auch viel lernen: Sie möchte die Matura nachmachen. Auch über ein Psychologiestudium denkt sie nach: „Ich bin sehr an solchen Dingen interessiert, und ich werde das fortführen, in welcher Form auch immer."

http://wien.orf.at/news/stories/2701430/

#21 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 25.03.2015 17:55

Gespräch mit Natascha Kampusch | 12:46 Min.
rechts klicken und abspielen lassen

http://tvthek.orf.at/program/Thema/1319/...umsshow/9440506

#22 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 26.06.2015 08:47

Natascha Kampusch
FBI und BKA untermauern Einzeltäter-Theorie

Seit Jahren wird spekuliert, dass der Entführer von Natascha Kampusch Helfer hatte. Ein internationales Ermittlerteam hat den Fall erneut unter die Lupe genommen und seine Ergebnisse präsentiert.


Der Entführer von Natascha Kampusch war auch nach neuesten Erkenntnissen ein Einzeltäter. Wolfgang Priklopil habe "mit hoher Wahrscheinlichkeit" keine Helfer gehabt, erklärte ein internationales Expertenteam am Montag in Wien. Gleichzeitig kritisierte die Kommission, der auch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) und das FBI angehörten, Ermittlungsfehler in dem Fall. Kampusch war acht Jahre in einem Kellerverlies bei Wien gefangen. Seitdem wird spekuliert, dass der Entführer Helfer oder Mitwisser hatte.

"Die Evaluierung hat ergeben, dass Wolfgang Priklopil die Entführung mit hoher Wahrscheinlichkeit alleine durchgeführt hat", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Eine zwölf Jahre alte Zeugin, die bei der Entführung zwei Männer gesehen haben will, hat sich den Experten zufolge geirrt. Die heute 25-jährige Kampusch, die für die neuen Ermittlungen nicht nochmal befragt wurde, hatte die Theorien von Mittätern immer als Hirngespinste bezeichnet. Auch die Untersuchungen der österreichischen Polizei hatten ergeben, dass Priklopil alleine handelte.

Ein Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments empfahl trotzdem eine neue Evaluierung, um mögliche Ermittlungspannen zu prüfen. Seit Juli 2012 nahmen die Teams des BKA und der US-Bundeskriminalpolizei FBI den Fall deshalb nochmal unter die Lupe. Die Kommission kritisierte: Hinweisen auf Priklopil sei in der Anfangsphase nicht nachgegangen worden, sagte Ziercke. Allerdings hätten Beamte das Verlies im Keller ohne konkrete Hinweise kaum finden können, so Zierke. Auch Verbindungen in das Rotlichtmilieu oder zu einem Kinderpornoring "konnten trotz umfangreicher Ermittlungen nicht festgestellt werden".

Kampusch wurde als Zehnjährige gekidnappt und war acht Jahre in der Gewalt ihres Peinigers. Im August 2006 gelang ihr die Flucht. Priklopil warf sich daraufhin vor einen Zug und beging Selbstmord.

http://www.stern.de/panorama/stern-crime...ie-3019702.html

#23 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 27.07.2015 10:12

Causa Kampusch: Freispruch für Ex-OGH-Präsident Rzeszut rechtskräftig
25. Juli 2015 16:16

Der pensionierte Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, wurde Ende Februar wegen falscher Zeugenaussage rund um den Fall Kampusch freigesprochen. Dieser Freispruch ist bereits rechtskräftig. Denn am 1. Juli zog die Staatsanwaltschaft Wien ihre Berufung zurück.
Prozess gegen Johann Rzeszut
Polizist wurde verurteilt

Dies schrieb der Journalist Andreas Unterberger auf seinem Blog, berichteten die “Salzburger Nachrichten” (Samstagsausgabe). Bestätigt wurde dies vom Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien, Michael Klackl, am Samstag der APA. “Das Urteil konnte nicht mit Aussicht auf Erfolg bekämpft werden”, erklärte Klackl.

Rzeszut bekannte sich “nicht schuldig”

Rzeszut hatte sich im Prozess am 27. Februar zu den Vorwürfen “nicht schuldig” verantwortet. Inkriminiert war eine Zeugenaussage des Ex-OGH-Präsidenten im Verfahren gegen einen Polizisten, den er in seiner Funktion als Mitglied einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission kennengelernt hatte.

Versäumnisse in der Causa Kampusch

Das Gremium sollte allfällige behördliche Versäumnisse bei der Suche nach der im Frühjahr 1998 entführten Natascha Kampusch aufdecken. Unter Wahrheitspflicht hatte der Ex-OGH-Präsident versichert, er habe nach zwei Treffen in einem Kaffeehaus bzw. auf der Straße keinen Kontakt zu dem Polizisten mehr gehabt. Diese Darstellung wurde in weiterer Folge widerlegt, als die Ergebnisse einer Rufdaten-Rückerfassung ein deutlich anderes Bild ergaben.

Richterin Claudia Geiler glaubte im Prozess die Verantwortung des ehemaligen Spitzenjuristen, er habe “einen mentalen Tunnel gehabt” und nicht bewusst etwas verschwiegen oder die Unwahrheit gesagt. Geiler sagte in ihrer Begründung, im Zweifel liege keine “subjektive Tatseite” vor.

http://www.vienna.at/causa-kampusch-frei...raeftig/4402832

#24 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 21.08.2015 18:16

Natascha Kampusch: die offenen Fragen im Entführungsfall


Von
Tobias Brunner
Aktualisiert am 20. August 2015, 12:05 Uhr

Neun Jahre ist es her, dass Natascha Kampusch aus den Fängen ihres Entführers fliehen konnte. Doch auch wenn die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen sind, bleiben an mancher Stelle noch immer Zweifel. Ein Überblick.


3.096 Tage – eine unvorstellbar lange Zeit. Noch dazu, wenn man sie wie Natascha Kampusch als Gefangene verbringen muss. Mehr als acht Jahre war die junge Österreicherin eingesperrt, nachdem sie im März 1998 als zehnjähriges Mädchen in Wien entführt worden war. Am 23. August 2006 gelang es ihr zu entkommen – ihre Flucht jährt sich am Sonntag zum neunten Mal.

Große Teile ihrer Gefangenschaft verbrachte Natascha Kampusch in einem unterirdischen Verlies, das nicht größer als fünf Quadratmeter war. In ihrem Buch "3.096 Tage", das auch verfilmt wurde, schildert sie die "extreme Fremdbestimmung und psychische Folter" durch ihren Entführer Wolfgang Priklopil: "Ich war von ihm so abhängig, wie es sonst nur Säuglinge und Kleinkinder von ihren Eltern sind: Jede Geste der Zuwendung, jeder Bissen Essen, das Licht, die Luft – mein ganzes physisches und psychisches Überleben hing von diesem einen Mann ab, der mich in sein Kellerverlies gesperrt hatte."

Misshandlungen und Todesdrohungen
Immer wieder misshandelte Priklopil das Mädchen. Zwar durfte Kampusch später das Haus verlassen und Priklopil in den Baumarkt begleiten – doch ihr Entführer setzte sie permanent unter Druck. Falls sie jemanden ansprechen sollte, werde er sie töten, lautete nur eine seiner Drohungen.

Als Kampusch eines Tages Priklopils Auto putzte (in dem sie einst entführt worden war), schaffte sie es in einem unachtsamen Moment ihres Peinigers, zu fliehen. Noch am selben Abend warf sich Priklopil vor eine S-Bahn und starb.

Obwohl die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen sind und sich sogar mehrere Kommissionen damit beschäftigt haben, sind auch neun Jahre später noch nicht alle Fragen geklärt. Wir beleuchten die strittigen Punkte.

Gab es Mittäter?

Eine Reihe von Indizien deutet darauf hin, dass Priklopil nicht alleine gehandelt haben könnte. Eine zwölf Jahre alte Schulkameradin beobachtete, wie Kampusch bei ihrer Entführung in einen weißen Kleintransporter gezerrt wurde. Neben der Person im Laderaum sah sie noch eine zweite, die am Steuer des Wagens gesessen haben soll. Details konnte das Mädchen allerdings nicht erkennen.

Unmittelbar nach der Entführung – noch bevor sie sein Haus erreichten – telefonierte Priklopil zunächst und sagte dann zu Kampusch, dass "die anderen" nicht kommen würden. Außerdem fragte die Beamtin, mit der Kampusch nach ihrer Flucht als erstes Kontakt hatte, die junge Frau nach Mittätern. Daraufhin antwortete Kampusch nur, sie könne "keine Namen nennen". Eine internationale Evaluierungskommission kam 2013 in ihrem Abschlussbericht dennoch zu dem Schluss, dass es keine Hinweise auf weitere Täter gebe.

Brachte sich der Chefermittler tatsächlich selbst um?
Polizei-Chefermittler Franz Kröll kritisierte wiederholt schlampige Ermittlungen. Etwa, dass Spuren nicht gesichert, Beweise vom Tatort entfernt wurden und dass sein Team lange Zeit wichtige Vernehmungsprotokolle nicht einsehen konnte.

Wegen seiner Kritik soll er später in den Innendienst versetzt worden sein, wie sein Bruder Karl Kröll sagt. Er zweifelt auch an der offiziellen Version, dass sich Franz Kröll im Juni 2010 selbst das Leben nahm. Demnach passt etwa die Handschrift des Abschiedsbriefs nicht zu der des Verstorbenen. Karl Kröll erstattete deshalb im September 2012 Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordes.

Warum wurde nicht schon früh wichtigen Hinweisen nachgegangen?
Schon in den ersten Wochen nach der Entführung gab es Hinweise auf den Täter Priklopil. Ein Polizeihundeführer hatte in einer Aktennotiz auf einen "Eigenbrötler" hingewiesen, der das gleiche Fahrzeug wie der Entführer fuhr und "einen Hang zu 'Kindern' in Bezug auf seine Sexualität haben" sollte.

Die Ermittler legten den Hinweis allerdings einfach zu den Akten – sie hatten Priklopils Transporter zuvor routinemäßig überprüft. Priklopil erklärte damals, das Fahrzeug für Bauarbeiten zu nutzen; als die Polizei tatsächlich Bauschutt im Wagen fand, wurde er nicht verdächtigt. Trotz dieser Kontrolle bleibt die Frage, warum die Beamten den eindringlichen Schilderungen des Hundeführers nicht genauer nachgingen.

Welche Rolle spielt Ernst H.?
Neben Entführer Priklopil stand vor allem ein Mann im Fokus der Öffentlichkeit: sein Freund Ernst H. Nur Stunden vor dessen Selbstmord traf er sich mit Priklopil und fuhr ihn durch die Gegend. Zwar wurde er vom Vorwurf freigesprochen, Priklopil bei seiner Flucht geholfen zu haben, doch seine Rolle bleibt dennoch umstritten. So soll Priklopil im Beisein von Ernst H. einen Abschiedsbrief an seine Mutter begonnen, diesen aber bereits nach dem Wort "Mama" wieder abgebrochen haben. Eine spätere Schriftanalyse legt jedoch nahe, dass der Zettel von Ernst H. selbst stammen könnte.


Auch konnte der Freund noch während der Spurensicherung nach Priklopils Tod einige Gegenstände aus dessen Haus entfernen, die er ihm angeblich zuvor geliehen hatte. Zudem änderte Ernst H. wiederholt seine Aussage, warum er zum Zeitpunkt der Entführung 500.000 Schilling an Priklopil überwiesen hatte und eine Woche später den Großteil wieder zurückerhielt. Kampusch selbst sagte allerdings in einem Interview, dass ihr Verhältnis zu Ernst H. fast freundschaftlich sei.

Was ist dran an den Vorwürfen des Vaters?
Ludwig Koch, der Vater von Natascha, hat seine eigenen Theorien zu dem Martyrium seiner Tochter. In dem Buch "Missing – A Father’s Search for Natascha Kampusch" (Deutsch: "Vermisst – Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch") zweifelt er an Kampuschs Version der Entführung: Er greift viele strittige Punkte auf - wie den Tod des Chefermittlers oder die Rolle von Ernst H.

Koch zweifelt sogar am allgemeinen Verständnis von Opfer und Täter – etwa weil Kampusch zwar einerseits Priklopil einen "Verbrecher" nannte, sich nach dessen Selbstmord aber auf seinen Sarg stürzte und weinte. Das Buch des Vaters wirft neben den bekannten Fragen weitere auf: Warum weichen seine Schilderungen derart von Kampuschs ab? Wie ist das Verhältnis zwischen Vater und Tochter? Was stimmt an Kochs Vorwürfen? Ob es jemals Antworten geben wird, bleibt fraglich.

http://web.de/magazine/panorama/natascha...gsfall-30861526

#25 RE: Natascha Kampusch-3096 Tage entführt von 24.10.2015 11:46

"RAUM": DER ERSTE TRAILER ZUM OSCAR-ANWÄRTER

Der "Raum" ist ein Gefängis, in dem ein Entführungsopfer einen kleinen Jungen großzieht und schließlich einen riskanten Ausbruch wagt. Das Drama erinnert ein klein wenig an den Natascha-Kampusch-Fall, was sich auch schon im ersten Trailer des Films zeigt.


Ein Leben zu zweit auf neun Quadratmetern. "Raum" erzählt ist die außergewöhnliche Geschichte von Jack (Jacob Tremblay), einem lebhaften Fünfjährigen, um den sich seine liebende Mutter Ma (Brie Larson) kümmert. Wie jede Mutter will sie, dass Jack glücklich und sicher ist. Sie zieht ihn liebevoll auf, spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten - doch ihr beider Leben ist alles andere als normal. Ihr Welt beschränkt sich auf einen winzigen Raum, in dem sie gefangen gehalten werden.

Ma hat daher ein ganzes Universum innerhalb des Raums für Jack erschaffen und wird vor nichts Halt machen, um sicherzugehen, dass Jack auch in dieser tückischen Umgebung in der Lage ist, ein vollkommenes und erfülltes Leben zu führen. Aber als Jack immer mehr Fragen über ihre Situation stellt und Ma an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stößt, beschließen sie eine riskante Flucht. Erfolg oder Misserfolg hängen nun von Jack ab.

Oscar-Kandidat
"Raum" (Originaltitel: "Room") erforscht auf eine einzigartige und unerwartet sensible Weise die grenzenlose Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind, die unter grauenhaften Bedingungen leben. Der Film basiert auf dem preisgekrönten, weltweiten Bestseller von Emma Donoghue.

Regisseur Lenny Abrahamson ('"Frank") bleibt dem Roman treu, während er Jack, Ma und ihre ganz und gar einmalige Welt, auf intensive Art zum Leben erweckt. Neben Brie Larson und Jacob Tremblay sind auch Joan Allen und William H. Macy in Raum zu sehen. Bei den Filmfestspielen von Toronto gewann das Drama den Publikumspreis und darf sich auch für die Oscars 2016 Hoffnungen machen.

http://kino.heute.at/art44264,1226025

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