Seite 5 von 18
#101 RE: Presseartikel von Christine 09.01.2014 08:15

avatar

publiziert: 08.01.2014 20:18 Uhr
aktualisiert: 08.01.2014 20:38 Uhr

LICHTENBERG

Peggy: Es bleibt ein Fall ohne Leiche
Das damals neun Jahre alte Mädchen ist seit fast 13 Jahren spurlos verschwunden


Vergebliche Suche: Auf einem Lkw der Polizei stehen auf dem Friedhof in Lichtenberg zwei Särge. Polizeibeamte suchten im Grab einer 81-jährigen Frau nach der Leiche des Mädchens Peggy.

Lichtenberg hat, mal wieder, die Meute erlebt: Reporter, Fotografen, Kamerateams, Übertragungswagen – am abgesperrten Friedhof von Lichtenberg haben sich am Mittwoch rund 50 Journalisten eingefunden, einer hat sogar eine fliegende Drohnenkamera dabei. Damit sind genauso viele Journalisten wie Polizisten vor Ort. Frankens rätselhaftester Kriminalfall hat die Medien in den Frankenwald geführt: Der Fall Peggy Knobloch.

Auf dem Friedhof haben seit morgens um 4 Uhr Polizisten, Friedhofsarbeiter und ein Rechtsmediziner ein Grab geöffnet, in dem die Leiche der seit fast 13 Jahren spurlos verschwundenen Peggy vermutet wurde. Endlich der Durchbruch? Die Sensation? Die Wende? Dann sagt Herbert Potzel, der Leitende Oberstaatsanwalt aus Bayreuth, diesen Satz: „Die Überprüfung hat ergeben, dass voraussichtlich keine Kinderknochen in dem Grab sind.“ Wenige Sekunden herrscht Stille: Das nennt man plötzlichen Spannungsabfall.

Die Lichtenberger sind es mittlerweile gewöhnt, wenn im Fall Peggy der große Medienauftrieb in die Stadt kommt. Interviews geben will kaum noch jemand, die Menschen wechseln die Straßenseite, drehen kopfschüttelnd den Kopf weg von den Mikrofonen. Auch Christian, ein junger Arbeitsloser, will eigentlich nicht reden, man solle seinen Nachnamen weglassen. Er sagt: „Das wäre schon was, wenn man endlich wüsste, wo Peggy ist.“ Christian war damals im Mai 2001, als Peggys Verschwinden eine der größten Suchaktion der bayerischen Polizeihistorie auslöste, ein kleiner Junge, etwa im gleichen Alter wie Peggy.

Gekannt hat er sie nur vom Sehen, wie auch Ulvi K., den Mann, der im Jahr 2004 aufgrund eines fragwürdigen und später widerrufenen Geständnisses wegen Mordes an Peggy verurteilt wurde. Doch damit war der Fall nicht erledigt: Mittlerweile haben die Zweifler an der Schuld von Ulvi K. bei der Justiz Gehör gefunden – das Landgericht in Bayreuth hat das Wiederaufnahmeverfahren angeordnet. Die Staatsanwaltschaft, die bei dem Wiederaufnahmeprozess ab dem 10. April die Anklage vertreten wird, will sich nicht allein auf die Rechercheerkenntnisse von Ulvis Verteidiger Michael Euler stützen, sondern auf Amtliches: dazu gehört auch die Spur vom Friedhof.

Der Friedhof liegt einen Steinwurf vom Haus am Marktplatz entfernt, dem Haus, in dem Peggy damals mit ihrer Mutter lebte. Der Hinweis, dass Peggys Leichnam in oder unter dem Sarg einer am 9. Mai 2001 bestatteten Seniorin versteckt sein könnte, war nicht neu. Nur die Zeugenaussagen, die schon 2001 dazu gemacht worden waren, waren damals nicht gegengecheckt worden. Bei der Graböffnung in Lichtenberg ging es nicht nur um eine minimale Hoffnung, endlich vielleicht eine Gewissheit über Peggys Verbleib zu bekommen, sondern auch um das Ausschließen einer Theorie.

Elke Beyer, seit neun Jahren Bürgermeisterin von Lichtenberg, hat am frühen Morgen, als es noch dunkel war und die ersten Presseleute noch nach Lichtenberg unterwegs waren, die Anfänge der Exhumierung kurz beobachtet. Sie sagt: „Wir sind ordnungsgemäß von der Maßnahme informiert worden. Wenn es die Gründe hergegeben haben, dass man diesen Aufwand macht, dann ist das in Ordnung. Wir wollen ja auch endlich die Wahrheit erfahren.“ Beyer sagt, dass bei derartigen Aktionen auch immer die Angst vor dem Leichenfund mitschwinge.

Bei der improvisierten Pressekonferenz vor dem Eingangstor des Friedhofs macht sich wieder Ratlosigkeit breit. Oberstaatsanwalt Potzel kann nicht sagen, wo Peggy ist. Christian, der Arbeitslose, sagt: „Das wäre ein Ding, wenn sie noch lebt.“ Der Fall Peggy bleibt spannend. Es bleibt ein Fall ohne Leiche.

Eine Chronik der Ereignisse
7. Mai 2001: Die neunjährige Peggy aus Lichtenberg wird letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.

Mai 2001: Wochenlange Suchaktionen bleiben ohne Erfolg.

August 2001: Der geistig behinderter Gastwirtssohn Ulvi K. wird festgenommen. Er gesteht, sich an Peggy und drei weiteren Kindern sexuell vergangen zu haben.

22. Oktober 2002: Die Ermittler präsentieren den Gastwirtssohn als mutmaßlichen Mörder.

28. Februar 2003: Die Staatsanwaltschaft Hof erhebt Mordanklage.

7. Oktober 2003: Vor dem Landgericht Hof beginnt der Prozess. Nach fünf Verhandlungstagen platzt er wegen fehlerhafter Besetzung der Strafkammer.

11. November 2003: Das Verfahren beginnt erneut.

30. April 2004: Ulvi K. wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

17. September 2010: Ein wichtiger Belastungszeuge hat seine Aussage widerrufen.

19. Juli 2012: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth kündigt Prüfungen an.

4. April 2013: Anwalt Michael Euler beantragt beim Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Falls.

22. April 2013: Die Polizei sucht wieder nach Peggys Leiche. Hinweise führen zu einem Anwesen in Lichtenberg. Knochen in einer Sickergrube stammen nicht von Peggy.

21. November 2013: Ein Mann aus Halle (Sachsen-Anhalt) ist ins Visier der Ermittler gerückt. Er war ein Freund von Peggys Familie und gilt für die Staatsanwaltschaft mittlerweile als Tatverdächtiger. Sein Elternhaus wird durchsucht.

9. Dezember 2013: Das Landgericht Bayreuth ordnet die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Ulvi K. an. Prozessbeginn: 10. April 2014.
Text: dpa


http://www.mainpost.de/regional/franken/...art1727,7880306

#102 RE: Presseartikel von Christine 09.01.2014 17:26

avatar

Donnerstag, 9. Januar 2014 05:27

Entschlossene Ermittler:

Peggy- Suche geht nach Fehlschlag gestern unvermindert weiter


Auch nach der vergeblichen Suche nach der Leiche von Peggy Knobloch gestern auf dem Lichtenberger Friedhof gehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bayreuth unvermindert weiter.
Das hat der Leitende Oberstaatsanwalt in Bayreuth, Herbert Potzel, deutlich gemacht. Zum einen würden die gefundenen Knochenreste, die vermutlich von Erwachsenen stammten, zur Sicherheit in der Rechtsmedizin untersucht. Ansonsten gehe man weiter allen Hinweisen nach, die sich zum Teil aus heutiger Sicht neu gewichten ließen. Nach Potzels Worten gibt es im Fall Peggy Knobloch unabhängig vom Wiederaufnahmeverfahren gegen den verurteilten Ulvi K. drei Verdächtige. Zum einen ein seinerzeit 17-Jähriger, der in Peggys Nachbarschaft ein- und ausgegangen sei. Des weiteren seinen Onkel, der in Vernehmungen ausgesagt hatte, wenn er das Kind hätte verschwinden lassen wollen, dann hätte er schon gewusst, wie und wo; und zum dritten den Besitzer eines Anwesens in Lichtenberg, auf dessen Grundstück man vergangenes Jahr ebenfalls vergeblich nach Peggys Leiche gesucht hat. Michael Euler, Anwalt von Ulvi K., begrüßt die gestrige Suche auf dem Lichtenberger Friedhof. Das zeige, dass weiter ermittelt werde. Immerhin hätte man nach dem vermeintlichen Geständnis von Ulvi K. seinerzeit rund 5.000 Spuren in dem Fall nicht mehr weiterverfolgt.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1341866

#103 RE: Presseartikel von Christine 10.01.2014 08:10

avatar

Suche nach Peggy auf dem Friedhof
Von Kathrin Zeilmann (dpa)
Leiche des verschwundenen Mädchens im Grab einer alten Frau vermutet
Es hätte ein spektakulärer Durchbruch im Fall Peggy werden können: Die Polizei öffnet ein Grab auf einem bayerischen Friedhof. Wurde die Leiche des Mädchens hier versteckt? Doch auch diese Spur entpuppt sich als falsch.

Lichtenberg.
Ein Zelt und ein mit Planen behängter Bauzaun sollen die letzte Ruhestätte vor neugierigen Blicken schützen. Auf dem Friedhof des kleinen oberfränkischen Städtchens Lichtenberg öffnet die Polizei ein Grab. Ermittler hegen den Verdacht, dass hier nicht nur eine 81 Jahre alte Frau beerdigt wurde, sondern auch die Leiche der 2001 verschwundenen Peggy versteckt sein könnte.
In der Nacht zum Mittwoch waren die Ermittler nach Lichtenberg gekommen. Am Mittag sind die Arbeiten beendet, der leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel aus Bayreuth ergreift das Wort: Es sei so gut wie auszuschließen, dass Peggy hier vergraben ist.
Wieder also hat sich eine Spur in dem rätselhaften Fall als falsch erwiesen. Seit 2012 ermittelt die Bayreuther Staatsanwaltschaft wieder und lässt nach der Leiche der Schülerin suchen. Im Frühjahr 2013 war tagelang ein Haus in Lichtenberg unter die Lupe genommen worden. Vergeblich. Und jetzt der Friedhof.
Rund sieben Grad herrschen an diesem Tag, ab und zu kämpft sich die Sonne durch die Wolken. Etwa 50 Einsatzkräfte sind mit der Spurensuche beschäftigt oder sperren den kleinen Friedhof ab.


Das Versteck wäre clever gewesen – die 81-Jährige ist zwei Tage nach Peggys Verschwinden beerdigt worden. Der oder die Täter hätte die Mädchenleiche ins Grab legen können oder mit in den Sarg. Die Ermittler haben zwar bereits 2001 Zeugen im Zusammenhang mit der Beerdigung befragt. Aber damals habe es keinen Anlass gegeben, das Grab zu öffnen, betont Potzel. Inzwischen habe man neue Hinweise bekommen. Doch dazu will Potzel weiter nichts sagen.
In dem Fall gibt es viele offene Fragen. Zwar wurde 2004 der heute 36 Jahre alte Ulvi K. aus Lichtenberg als Peggys Mörder verurteilt. Doch viele Menschen bezweifeln, dass er der Täter ist. Sein Anwalt Michael Euler hat in seinem Wiederaufnahmeantrag den damaligen Ermittlern viele Versäumnisse und Pannen vorgeworfen: Da bis heute die Leiche des damals neun Jahre alten Mädchens fehlt, hätte dem geistig behinderten Mann das „perfekte Verbrechen“ gelingen müssen.
Nach der Tat-Version des Gerichts rannte Ulvi K. hinter dem Mädchen her und tötete es. Der Gastwirtssohn aber ist ein schwergewichtiger Mann, der sich im Zeitlupentempo bewegt. Das Landgericht Bayreuth hat inzwischen die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen K. angeordnet. Von April an wird neu verhandelt.

Auf zwei Punkte stützt das Gericht seine Entscheidung: Ein wichtiger Belastungszeuge hat seine Aussagen widerrufen. Er hatte behauptet, Ulvi K. habe ihm den Mord gestanden. Dies sei eine Lüge gewesen, erklärte er später. Zudem hatten die damaligen Ermittler einen Tathergang konstruiert – der dann verblüffend dem Geständnis des Angeklagten ähnelte. Ulvi K. widerrief sein Geständnis später.
Ins Visier der Staatsanwaltschaft geriet inzwischen ein Mann aus Halle in Sachsen-Anhalt, der 2001 als Freund von Peggys Familie galt. Er sitzt wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Haft. Auch gegen seinen Halbbruder werde ermittelt, sagt Oberstaatsanwalt Potzel. Die Ermittler wollen allen neuen Hinweisen nun nachgehen. Auch wenn sie in der Sackgasse enden, wie gestern auf dem Friedhof.



http://www.fnp.de/nachrichten/vermischte...685,725911,3#__

#104 RE: Presseartikel von Christine 10.01.2014 15:02

avatar

Fall Peggy: Keine Knochen eines Kindes im Lichtenberger Grab entdeckt

10.01.2014 - 14:43 Uhr

Nach der Exhumierung einer Grabstätte am Mittwochmorgen im oberfränkischen Lichtenberg nahe der Landesgrenze zu Thüringen sind bereits jetzt die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung eingetroffen. Demnach befanden sich keine Knochen eines Kindes in dem Grab.
More Sharing Services Share on twitter Share on facebook
Share on email Share on print

Lichtenberg. In den frühen Morgenstunden des 8. Januar 2014 führten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth weitere Überprüfungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der seit 2001 verschwundenen Peggy Knobloch durch. Bei der Exhumierung eines Grabes sicherten die Ermittler am Mittwoch mehrere Knochen, die auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zur abschließenden Bewertung an ein rechtsmedizinisches Institut weitergeleitet worden waren. Dem Ergebnis der jetzt vorliegenden Untersuchungen zufolge, konnten die aufgefundenen Knochenteile den Bestattungen aus den Jahren 1969 und 2001 zugeordnet werden. Es ergaben sich keine Hinweise auf die sterblichen Überreste eines Kindes.
"Hinsichtlich weiterer Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy Knobloch können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden", so die Polizei.

Peter Hagen / 10.01.14 / OTZ


http://www.tlz.de/web/zgt/leben/detail/-...deckt-541123919

#105 RE: Presseartikel von Christine 11.01.2014 16:03

avatar

Region // Bayreuth 10.01.2014

Knochen aus Lichtenberg stammen nicht von Peggy

Nach der Exhumierung einer Grabstätte am Mittwochmorgen in Lichtenberg sind jetzt die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung eingetroffen. Demnach befanden sich keine Knochen eines Kindes in dem Grab. Damit geht die Suche nach Peggys Leiche weiter.
Beamte der Spurensicherung tragen am 08.01.2014 auf dem Friedhof in Lichtenberg Holzkisten zu einem Fahrzeug. Polizeibeamte hatten im Grab einer 81-Jährigen Frau nach der Leiche des Mädchens Peggy. gesucht - vergeblich, wie ein jetzt vorgelegtes rechtsmedizinisches Gutachten zeigt.


In den frühen Morgenstunden führten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth am Mittwoch weitere Überprüfungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der seit 2001 verschwundenen Peggy Knobloch durch. Bei der Exhumierung des Grabes einer 81-Jährigen, die 2001 zwei Tage nach dem Verschwinden von Peggy beerdigt worden war, sicherten die Ermittler am Mittwoch mehrere Knochen, die auf Anordnung der Staatsanwaltschaft an ein rechtsmedizinisches Institut weitergeleitet worden waren.

Dem Ergebnis der jetzt vorliegenden Untersuchungen zufolge, konnten die aufgefundenen Knochenteile den Bestattungen aus den Jahren 1969 und 2001 zugeordnet werden. Es ergaben sich aber keine Hinweise auf die sterblichen Überreste eines Kindes.

Hinsichtlich weiterer Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht werden, teilte die Polizei mit.


http://www.infranken.de/regional/bayreut...y;art213,606493

#106 RE: Presseartikel von Christine 15.01.2014 08:07

avatar

15.01.2014

»Es gab kein einziges Beweismittel«
Mordfall »Peggy« wird wieder aufgerollt; Polizei hatte offenbar Aussagen manipuliert.
Gespräch mit Christoph Lemmer
Interview: Ralf Wurzbacher
Christoph Lemmer ist freier Journalist aus Berlin. Von ihm und seiner Kollegin Ina Jung war im Mai 2013 das Buch »Der Fall Peggy. Die Geschichte eines Skandals« erschienen. Infos im Internet: http://www.bitterlemmer.net

Im Jahr 2001 war im oberfränkischen Lichtenberg die damals neunjährige Peggy Knobloch spurlos verschwunden. Drei Jahre später wurde der geistig behinderte Ulvi Kulac in einem Indizienprozeß als Mörder des Mädchens zu lebenslanger Haft verurteilt. Seit Dezember ist klar: Der Fall wird neu aufgerollt. Warum halten Sie Kulac für unschuldig?

Vor allem deshalb, weil Peggy nicht zu dem vom Landgericht Hof behaupteten Zeitpunkt ermordet worden sein kann. Das Gericht meint, Ulvi Kulac habe Peggy zwischen 13.15 Uhr und etwa 13.45 Uhr getötet. Sie wurde aber noch viel später an diesem Tag gesehen, und zwar glaubwürdig und von mehreren Zeugen. Außerdem war dieser Prozeß eigentlich nicht einmal ein Indizien-, sondern eher ein Vermutungsprozeß. Es gab kein einziges Beweismittel.

Immerhin hatte sich Kulac zwischenzeitlich schuldig bekannt.

Das Geständnis war die einzige Grundlage des Urteils: lebenslang für Mord, es kam aber unter skandalösen Umständen zustande. Anfangs hatten ihm Polizisten erzählt, man habe Peggys Blut an seiner Kleidung gefunden, das war aber frei erfunden. Danach hat sich der Anwalt verabschiedet, dann ging das Aufnahmegerät kaputt, und plötzlich fiel das Geständnis. Ulvi schilderte darin mit vielen Details, wie er Peggy getötet haben will – aber auch diese Geschichte war offenbar frei erfunden, und zwar von einem V-Mann der Polizei namens Peter Hoffmann.

Hoffmann soll zur Falschaussage gedrängt worden sein. Durch wen?

Durch Polizisten. Das hat er an Eides statt ausgesagt. Er saß ja damals selbst in der geschlossenen Psychiatrie ein, auf derselben Station wie Kulac. V-Mann war er früher schon gewesen. Er hatte einigen Kripo-Ermittlern immer wieder vertrauliche Informationen aus der Bayreuther und oberfränkischen Drogen- und Kleinkriminellenszene geliefert.

Auch Entlastungszeugen wurden wohl unter Druck gesetzt …

Besonders klar konnten wir das bei zwei Buben zeigen, die Peggy in einen roten Mercedes einsteigen sahen, als sie laut Urteil längst hätte tot sein müssen. Sie waren dabei sehr präzise, was etwa die Uhrzeiten, den Autotyp und den Verlauf des Nachmittags betraf. In den Protokollen läßt sich nachvollziehen, wie die Jungs die Details mit zusätzlichen Fakten immer überzeugender bestätigen konnten. Und dann finden sich da am Ende kurze Vermerke, in denen sie ohne ersichtlichen Grund sämtliche Aussagen für erlogen erklären und alles zurücknehmen. Wie es dazu kam, sagten sie mir später übereinstimmend: Eines Tages holten die Beamten sie aus der Schule, vernahmen jeden einzeln und setzten sie mit der Behauptung unter Druck, der jeweils andere habe seine Aussage zurückgezogen.

Spuren zu anderen möglichen Tätern blieben dagegen lange Zeit ausgeblendet. Für Sie hat das System, oder?

In gewisser Weise schon. Als die erste Sonderkommission es nicht schaffte, aus der Fülle der Hinweise eine brauchbare Spur herauszufiltern, kam dann die zweite Soko mit dem Auftrag, den Fall endlich zu lösen. Die Landesregierung, vor allem das Innenministerium, war wohl nicht bereit zu akzeptieren, daß in Bayern ein kleines Mädchen einfach spurlos verschwinden kann.

All das erinnert stark an den Fall des zu Unrecht zwangspsychiatrisierten Gustl Mollath, dessen Wideraufnahmeverfahren ebenso im Frühjahr anlaufen soll (junge Welt berichtete). Was macht Bayern so anfällig für Justizskandale?

Zum einen ist es die enge Verbandelung von Richtern und Staatsanwälten, die im Freistaat einen gemeinsamen Laufbahnweg haben, anders als in anderen Bundesländern. Dann wendet Bayern die umstrittene Reid-Verhörmethode aus den USA in leicht abgewandelter Form bis heute an. Sie ist manipulativ, verstößt in Teilen gegen die Strafprozeßordnung und dient allein der Produktion von Geständnissen. Es ist eine Mischung aus mir-san-mir, verkungeltem Korpsgeist, Law and Order und Politisierung der Justiz. Mich nervt diese Erkenntnis ein bißchen, weil ich mich selber als bürgerlich-liberal verstehe und als das Gegenteil eines Linken. Aber eine Methode, die einen Unschuldigen ins Gefängnis bringt und einen Täter ungeschoren läßt, ist weder Law noch Order, sondern schlicht Willkür.


http://www.jungewelt.de/2014/01-15/061.php

#107 RE: Presseartikel von Christine 15.01.2014 16:57

avatar

Fall Peggy: Schock für Ulvi K. – neuer Prozess, alter Gutachter
15.01.14 13:53

Ulvi K. ist wegen Mordes an Peggy verurteilt worden. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt.

Kröber soll sein früheres Gutachten ergänzen

Im neuen Prozess um den Fall Peggy Knobloch wird der als Mörder verurteilte Ulvi K. vom selben Psychiater bewertet wie beim letzten Mal. Die Entscheidung sorgt für erheblichen Ärger, da bereits mehrere seiner vergangenen Gutachten in der Öffentlichkeit Aufsehen erregten.

Hans-Ludwig Kröber (62) ist einer der bekanntesten deutschen Psychiater und in vielen spektakulären Kriminalfällen als Gutachter aufgetreten. Eines davon war die Grundlage dafür, dass der behinderte Gastwirtsohn Ulvi K. (34) unter fragwürdigen Umständen für den Mord an der neunjährigen Peggy aus Lichtenberg zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Peggys Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Es gibt nun einen neuen Prozess, bei dem Kröber vom Bayreuther Landgericht erneut zum Gutachter bestimmt wurde. Für die Jugendkammer des Landgerichts, wo die Verhandlung gegen Ulvi stattfinden wird, ist der Berliner Universitätsprofessor als Gutachter in Ordnung. Laut dem Behördensprecher Thomas Goger hat Kröber den gerichtlichen Auftrag bekommen, sein früheres Gutachten zu ergänzen. Für ihn seien Interessenskonflikte oder mögliche Befangenheitsgründe hier nicht erkennbar: "Er hat damals sein Gutachten auf der Grundlage objektiv unzureichender oder falscher Vorgaben gemacht und kann das jetzt berücksichtigen."


Heftige Kritik auch auf Internet-Plattformen

Für Rechtsanwalt Michael Euler, der Ulvi K. vertritt und die Wiederaufnahme des Verfahrens durchgesetzt hat, stellt sich die erneute Beauftragung Kröbers als Gutachter wesentlich komplizierter dar: "Mein erster Gedanke war, sofort einen Befangenheitsantrag zu stellen, als ich das gehört habe", so Euler. Nach der Schock-Nachricht will er erst einmal abwarten, zu welchen Ergebnissen der psychiatrische Sachverständige diesmal kommt. Erst dann wird entschieden, wie es weiterläuft.

Während der Frankfurter Anwalt berufsbezogene Zurückhaltung übt, hat die Nachricht von Kröbers erneuter Verpflichtung schon die sozialen Medien erreicht. Dort gibt es viele Plattformen, auf denen sich Kritik, Wut und Schimpfereien über den Psychiatrie-Professor ergießen.



http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/f...15-1767450.html

#108 RE: Presseartikel von Christine 17.01.2014 08:40

avatar

16. Januar 2014 15:22

Fall Peggy
Verdächtiger gesteht Missbrauch an Nichte


Er sitzt bereits in Haft, weil er sich an seiner eigenen Tochter vergangen haben soll. Nun hat ein Verdächtiger im Fall Peggy auch noch den sexuellen Missbrauch an seiner Nichte gestanden. Die Tat hat sich offenbar im Jahr von Peggys Verschwinden ereignet.

Er sitzt in Haft, weil er seine eigene Tochter missbraucht haben soll. Seit September 2013 gilt er zudem als Verdächtiger im Fall Peggy. Und nun hat der Mann aus Halle in Sachsen-Anhalt gestanden, kurz vor Peggys Verschwinden im Jahr 2001 auch seine damals neunjährige Nichte im oberfränkischen Lichtenberg sexuell missbraucht zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Donnerstag mit. Der 29-Jährige muss sich in Hof vor Gericht verantworten, einen Termin gibt es noch nicht.

Der Mann war 17 Jahre alt und ein enger Freund von Peggys Familie, als die neunjährige Schülerin im Mai 2001 spurlos verschwand. Schon damals geriet er ins Visier von Kripo und Staatsanwaltschaft. Verurteilt wurde im Jahr 2004 dann aber der geistig behinderte Ulvi K.. Inzwischen nehmen aber die Zweifel an der Schuld des 36-Jährigen immer weiter zu. Seit 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut, das Landgericht Bayreuth hat für April die Wiederaufnahme des Falls angeordnet. Bis zum 2. Juni sind zunächst neun Verhandlungstage vorgesehen.

Das nun abgelegte Geständnis des verdächtigen Mannes hat offenbar keinen direkten Zusammenhang mit dem Fall Peggy. Bei den Ermittlungen gebe es keinen neuen Sachstand, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Bis heute wurde die Leiche der Schülerin nicht gefunden.


Fall Peggy
Ein neuer alter Verdächtiger
Er war 17, ein Freund der Familie und vermutlich verknallt: Im Fall der spurlos verschwundenen Peggy gibt es einen neuen Verdächtigen. Die Ermittler hatten den Mann schon vor zwölf Jahren im Visier, damals soll er ein falsches Alibi angegeben haben. Mittlerweile sitzt er wegen Missbrauchs seiner Tochter im Gefängnis.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Ermittler einen weiteren Versuch unternommen. Sie hatten das Grab einer 81 Jahre alten Frau geöffnet, die zwei Tage nach Peggys Verschwinden beerdigt worden war. Doch die rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass keine Knochen eines Kindes darin waren.


http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-p...ichte-1.1864439

#109 RE: Presseartikel von eugene1975 20.01.2014 17:09

Das könnte der sein - ich hatte den nicht verlinkt das Reister in Bildzeitungsmanier herum schmiert.
Denn wo und wann hatte JB KiPorn auf dem Rechner?


Eine verdächtige SMS im Fall Peggy
Helmut Reister, 18.12.2013 07:12 Uhr

3 Fotos
Enführt, verschleppt, ermordet? Der Fall der kleinen Peggy ist immer noch ein Rätsel - wie lange noch? Foto: dpa

Enführt, verschleppt, ermordet? Der Fall der kleinen Peggy ist immer noch ein Rätsel - wie lange noch?Foto: dpa

Der Fall Peggy wird wieder aufgerollt: Der Schlüssel für ihr Verschwinden ist im engen Umfeld der Familie zu suchen.

Bayreuth - Wer hat die kleine Peggy (9) aus Lichtenberg in seine Gewalt gebracht, entführt, wahrscheinlich ermordet? Die Frage ist zwölf Jahre nach ihrem spurlosen Verschwinden, nach einem fragwürdigem Prozess, neuen Spuren und neuen Tatverdächtigen, wieder so aktuell wie ganz am Anfang. Nur die Spielregeln haben sich geändert und bereits zu überraschenden Erkenntnissen geführt.
Anzeige

Herbert Potzel, Chef der Bayreuther Staatsanwaltschaft, lässt bei den seit einem Jahr wieder aufgeflammten Ermittlungen keine Beschränkungen erkennen. „Wir gehen jeder einzelnen Spur nach“, beschreibt er den Arbeitsansatz seiner Behörde, die den Kriminalfall noch einmal komplett auf den Kopf stellt.

Die Folgen der Neuausrichtung: Zwei undurchsichtige Stiefbrüder, die einen engen Kontakt zur Peggys Familie und vor allem zu der Schülerin selbst hatten, finden sich plötzlich auf der Liste der Verdächtigen wieder. Oberstaatsanwalt Potzel bestätigt entsprechende Ermittlungen.

Rechtsanwalt Michael Euler vertritt den geistig behinderten Ulvi K. (36), der in einem fragwürdigen Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, und hat die Wiederaufnahme des Verfahrens durchgesetzt. Er kennt jedes Detail der Aktenberge, die die Soko 1 und 2 auftürmte, und ist angesichts der Ermittlungen gegen die beiden Stiefbrüder, die schon nach dem Verschwinden des Mädchens im Mai 2001 ins Visier der Behörden geraten waren, regelrecht elektrisiert. „Das“, sagt Euler, „ist ein Hinweis darauf, dass der Schlüssel für das Verschwinden Peggys im engen Umfeld der Familie zu suchen ist. Ich selbst habe die Vermutung schon länger.“

Jens B. (40) und Holger E. (29), die beiden Stiefbrüder, teilen sich ein schmieriges Interesse. Der Ältere sitzt in Strafhaft, weil er ein Kind aus der Verwandtschaft missbraucht hat, der Andere fiel mit Kinderpornographie auf seinem Computer auf.

Beide unterhielten enge freundschaftliche Beziehungen zu Peggy und ihrer Familie. Bei Jens B., der im Haus nebenan wohnte, ging das später vermisste Mädchen ein und aus. Und er war mit Peggys Mutter schon seit Jahren befreundet.

„Mich wundert“, blättert Rechtsanwalt Euler gedanklich in den Ermittlungsakten zurück, „dass damals die familiären Verhältnisse und das direkte Umfeld von Peggy nicht intensiver durchleuchtet worden sind. Anhaltspunkte, die das gerechtfertig hätten, gab es genug.“

Die Tatsache, dass die Bayreuther Staatsanwaltschaft den Fall seit kurzem wieder komplett aufdröselt und sich mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen nicht zufrieden gibt, spricht für Eulers Einschätzung von unzureichender Aufklärungsarbeit der früheren Ermittler.

Zu den Punkten, die das Ermittlungsteam der Bayreuther Staatsanwaltschaft auf der Agenda hat, zählen auch die Rolle des Lebensgefährten von Peggys Mutter innerhalb der Familie und sein Verhältnis zu dem Mädchen.

Oberstaatsanwalt Herbert Potzel: „Wir sehen uns alles an.“ Ist es so, werden die Ermittler in den Akten auf ein Protokoll stoßen, das den Kriminalfall Peggy in ein neues Licht tauchen könnte. Das Protokoll hat ein Beamter der Soko am 2. Januar 2002 angefertigt und einen SMS-Austausch von Peggys Mutter und ihrem inzwischen getrennten Lebensgefährten festgehalten, den die beiden am Neujahrstag geführt hatten.

Peggys Mutter, das ergibt sich aus dem Protokoll, hatte den Kripomann am späten Abend angerufen und ihm davon berichtet, dass sie von ihrem Lebensgefährten bereits morgens am Telefon beschimpft und dann auch bedroht worden sei.

Später trafen folgende SMS-Nachrichten auf ihrem Handy ein: „Gut werde ich nicht mehr. Ich werde handeln. Wenn das zum Laufen kommt, gibt's kein zurück von mir“, schreibt der Lebensgefährte an Peggys Mutter. Gleich danach: „Was immer passiert. Ich habe alles versucht, das zu verhindern. Du lässt mir keine andere Möglichkeit. Da musst Du auch mit den Konsequenzen tragen sorry sorry.“

Auf die Nachfrage, wie die Konsequenzen denn aussehen, antwortet der Lebensgefährte: „Die wirst du schon sehen. Verlass Dich drauf. Hast noch ein wenig Zeit. Überlege es Dir ganz gut solange es noch geht. Mit 50000 DM kann man viel machen…“

Ein Erpressungsversuch? „Das ist die Frage dabei“, kommentiert Rechtsanwalt Euler die Existenz dieses Protokolls, „denn den Akten kann ich nicht entnehmen, dass dieser Vorgang sehr intensiv untersucht wurde.“ Dabei hätte es noch andere Anlässe gegeben, das Beziehungsgeflecht genauer auszuloten.

Rechtsanwalt Euler bestätigt, dass es auch das Protokoll eines abgehörten Telefonats in den Akten gibt, in dem der Lebensgefährte eine undurchsichtige Rolle spielt, sich nach dem zu erwartenden Strafmaß bei Kindesentführungen erkundigt – und an anderer Stelle wilde Morddrohungen ausstößt.

#110 RE: Presseartikel von Christine 20.01.2014 18:03

avatar

Montag, 20. Januar 2014 11:23

Fahndung:

Polizei sucht auch nach lebender Peggy

Die Suche der Polizei nach der verschwundenen Peggy Knobloch aus Lichtenberg beschränkt sich nicht allein auf das Auffinden der Leiche.
Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz bestätigt hat, ist Peggy zudem nach wie vor zur Fahndung ausgeschrieben. Damit werden im Zuge der neuerlichen Ermittlungen auch mögliche Aufenthaltsorte von Peggy geprüft. Zu den Tatverdächtigen gehört noch immer Holger E. aus Halle, der sich wegen Missbrauchs seiner Nichte demnächst vor Gericht verantworten muss. Er hat für den 7. Mai 2001, den Tag an dem Peggy Knobloch verschwunden ist, kein Alibi.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1343264

#111 RE: Presseartikel von W3003 23.01.2014 10:28

Donnerstag,23.01.14

Hier der Artikel,passend zum Beitrag von eugene75 vom Montag:


Fotos aufgetaucht: Musste Peggy für Peiniger posieren?

BAYREUTH - Ein Mädchen, etwa zehn Jahre alt, nackt, mit gespreizten Beinen, fotografiert in einem Badezimmer: Ist es die kleine Peggy aus Lichtenberg (Oberfranken), die für die Aufnahme so posieren musste?

Das Foto wurde dem Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler zugespielt. Er hat den neuen Prozess gegen Ulvi K. (34) durchgesetzt, der vom Landgericht Hof wegen Mordes an dem verschwundenen Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Euler spricht von einer „frappierenden Ähnlichkeit“ des Mädchens auf dem Foto mit Peggy. Vor allem gibt ihm eine kleine Narbe am Kinn zu denken, die auf dem Foto zu sehen ist. Der Anwalt: „Einige Tage vor ihrem Verschwinden ist Peggy hingefallen und hat sich genau an dieser Stelle verletzt.“

Der Anwalt hat die Aufnahme, die offenbar aus Kreisen stammt, die Kontakt zur Pädophilen-Szene haben, an die Behörden in Bayreuth weitergeleitet. Dort wird der Fall noch einmal komplett auf den Kopf gestellt. Noch ist nicht sicher, ob es sich um Peggy handelt. Jürgen Stadter, Sprecher der Bayreuther Polizei, sagte: „Wir können noch keine abschließende Bewertung abgeben. Ein entsprechendes Gutachten steht noch aus.“

Schon vor Jahren tauchten gefälschte Fotos auf

Ungeachtet der Authentizität dieses Fotos hält es Euler aufgrund der Ermittlungen für sehr wahrscheinlich, dass Peggy vor ihrem Verschwinden Opfer sexueller Übergriffe geworden sein könnte. „Dafür“, sagt der Anwalt, „gibt es eine ganze Reihe von Indizien.“ Er nennt vor allem auffallende Änderungen in Peggys Verhalten, die typisch für Missbrauchsopfer sind, und weist auf entsprechende Zeugenaussagen hin.

Auch die neu aufgenommenen Ermittlungen, die sich unter anderem gegen einen inzwischen wegen anderer gleich gelagerter Fälle in Haft sitzenden Kinderschänder richten, weisen in diese Richtung. „Der Mann hatte engen Kontakt zu Peggy und ihrer Familie,“ bestätigt auch die Staatsanwaltschaft.

Gut möglich ist nach Überzeugung Eulers aber auch, dass das oftmals unbeaufsichtigte Mädchen zum sexuellen Spielball gleich mehrerer pädophil veranlagter Männer geworden ist. „Die Gelegenheit“, beschreibt der Anwalt die Lebensumstände des Mädchens, das oft stundenlang allein im Dorf herumzog, „waren für solche Zwecke durchaus gegeben“.

Schon vor etlichen Jahren tauchten kinderpornografische Aufnahmen auf, die Peggy zeigen sollten. Damals stellten sich die Fotos als Fälschungen heraus.

Von Helmut Reister

http://www.nordbayern.de/nuernberger-zei...ieren-1.3411866

#112 RE: Presseartikel von W3003 23.01.2014 11:20

Donnerstag,23.01.14

Laut BR handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um Peggy:

http://www.br.de/nachrichten/oberfranken...hungen-100.html

Polizei untersucht vermeintliches Peggy-Foto

Ein vermeintliches Foto der vermissten Peggy aus Lichtenberg hat sich nicht als heiße Spur erwiesen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem abgebildeten Mädchen nicht um Peggy handelt.

Nach BR-Informationen zeigt das vorgelegte Bild ein junges Mädchen im Alter von etwa zwölf Jahren entkleidet in einem Badezimmer. Michael Euler, der Anwalt des inhaftierten Ulvi K. hatte es zugespielt bekommen und den Behörden übergeben. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Stadter hat die intensive Begutachtung des Fotos jedoch ergeben, dass es wohl nicht die vermisste Peggy zeigt.

Ob nun noch ein Gutachten über das Foto in Auftrag gegeben wird, steht nach Angaben der Polizei noch nicht fest. Anwalt Michael Euler geht davon aus, dass das entkleidete Mädchen auf dem Foto Peggy sehr ähnlich sieht.

Peggy war 2001 im Alter von neun Jahren verschwunden. Der Unterstützerkreis "Gerechtigkeit für Ulvi K." glaubt weiterhin, dass das Mädchen noch am Leben ist. Ein Foto von einem älteren Mädchen würde diese Theorie stützen.

#113 RE: Presseartikel von Christine 24.01.2014 14:52

avatar

heute 07:12 Uhr

FALL PEGGY

Ist das Peggy im Kinderporno?
Ein Foto aus der Pädophilen-Szene beschäftigt die Ermittler im Fall Peggy. Auf dem Foto ist ein Mädchen aus einem Kinderporno zu sehen. Sie hat die gleich Narbe am Kinn wie Peggy. Von Holger Sabinsky-Wolf






Zweimal dasselbe Mädchen? Rechts ein Porträt der seit 2001 vermissten Peggy Knobloch aus Lichtenberg. Links ein kinderpornografisches Foto, das ein nacktes Mädchen zeigt. Ist das auch Peggy? Die Ermittler überprüfen das Bild.
Foto: AZ


Das Foto zeigt ein nacktes Mädchen mit gespreizten Beinen in einem Badezimmer. Es ist eindeutig Kinderpornografie. Aber wer ist das Mädchen? Könnte es die kleine Peggy sein, die 2001 in Lichtenberg (Oberfranken) spurlos verschwand? Rechtsanwalt Michael Euler sieht eine „frappierende Ähnlichkeit“.

Narbe am Kinn soll das Mädchen auf dem Foto als Peggy entlarven

Ihn beschäftigt eine kleine Narbe am Kinn des Mädchens auf dem Foto. Peggy sei einige Tage vor ihrem Verschwinden gefallen und habe sich exakt an dieser Stelle verletzt. Euler ist der Anwalt, der den neuen Prozess um den Fall Peggy durchgeboxt hat. Er vertritt Ulvi Kulac, der 2004 vom Landgericht Hof in einem umstrittenen Prozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist.


Das Foto wurde Michael Euler zugespielt. Es stammt offenbar aus dem Umfeld der Pädophilen-Szene. Der Rechtsanwalt hat das Foto an die Ermittler weitergegeben. Seit vielen Monaten wird der Fall Peggy dort noch einmal untersucht. Die Polizei will die Aufnahme aber noch nicht bewerten. Ein Gutachten stehe noch aus.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, das Foto sei bekannt, bisher aber „nicht zielführend“. Schon vor Jahren waren kinderpornografische Fotos aufgetaucht, die angeblich Peggy zeigten. Damals stellten sie sich als Fälschung heraus.

Das neunjährige Mädchen schminkte sich plötzlich stark

Anwalt Euler sieht sich in seinen Vermutungen bestätigt. Schon vor dem Auftauchen des Fotos hielt er es für sehr wahrscheinlich, dass Peggy vor ihrem Verschwinden Opfer sexuellen Missbrauchs geworden war. Es gebe etliche Indizien dafür. Mehrere Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass das neunjährige Mädchen in den Wochen vor ihrem Verschwinden ihr Verhalten auffällig geändert hat.

Der Fall Peggy Knobloch

Peggy Knobloch wird am 7. Mai 2001 letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.
Sie soll auch plötzlich kurze Röcke getragen und sich stark geschminkt haben. Peggy war ein „Schlüsselkind“ und galt in Lichtenberg als Streunerin, die oft stundenlang allein durchs Dorf zog. Auch neue Ermittlungen gegen einen inhaftierten Kinderschänder, der engen Kontakt zu Peggys Familie hatte, zielen in Richtung sexueller Missbrauch.

Möglicherweise auch im familiären Umfeld? Die Polizei hatte nach Peggys Verschwinden ein urinverschmutztes Kleidungsstück des Mädchens sichergestellt. Die Urinspuren stammten vom damaligen Lebensgefährten der Mutter. Wie ist das passiert? Laut Anwalt Euler haben sich die Angaben des Ex-Partners zu dieser Frage als falsch erwiesen. Beweise, dass der Mann Peggy missbraucht oder etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat, fand die Soko aber nicht.


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id28551077.html

#114 RE: Presseartikel von eugene1975 24.01.2014 15:45

Hello
Da sehr viele augenscheinlich nicht richtig lesen können, geschweige schauen, zwei Fotosätze.
Bild 1 wie beschrieben, Bild 2 das "erste" aufgetauchte KiPorn. Zu Bild a. bei 2 gibt es m.W bis heute KEINE Bestätigung das es nicht Peggy zeigt.

Und da es auf beiden Fotos imho Peggy zeigt - WO ist das Bad/Toilette? Die Frage bleibt bestehen.
Denn die bringt Klarheit und keine sinnlose Spekulation.
lg eugene




#115 RE: Presseartikel von Christine 26.01.2014 17:27

avatar

@eugene1975

Hast du das Foto für mich ohne die "Verpixelungen" ?

Ich würde das gerne mal genauer mit einem Original Foto von Peggy vergleichen.

#116 RE: Presseartikel von eugene1975 26.01.2014 18:58

Hello Christine

Wenn du a. meinst muß ich passen. Mir ist nur das Thumbnail in der schlechten Quallität bekannt.
Aber ich bin sicher dass das und weitere mind. 10 Jahre und länger in irgend einem Archiv schlummern. (so wie die vom Mißbrauchsopfer des Maskenmann, die 14-15 Jahre unbeachtet bei der HH Kripo lagen)

Früher war Halle/Saale Kiporn Schwerpunktstaatsanwaltschaft, vielleicht wäre es für die Bayern da mal zielführend.

lg eugene

#117 RE: Presseartikel von W3003 26.01.2014 21:29

Frankenpost vom 24.01.2014

Ein Foto mit reichlich Zündstoff
Ein nacktes Mädchen mit einer Narbe am Kinn in einem Pornofilm: Ist es die verschwundene Peggy Knobloch? Oder nur der nächste Medien-Hype um diesen immer mysteriöser werdenden Kriminalfall?

Lichtenberg/Bayreuth - Rechtsanwalt Michael Euler weiß genau, welch enormen Zündstoff dieses Foto birgt: "Wenn das die Peggy ist, das wäre der Knaller!", sagt er am Donnerstagabend am Telefon. Er findet, das Mädchen, nackt in einem Badezimmer, die Beine gespreizt, habe mit der im Mai 2001 spurlos verschwundenen Schülerin aus Lichtenberg "eine frappierende Ähnlichkeit". Die Augenbrauen: "Passen!" Die abstehenden Ohren: "Wie bei Peggy!" Die Kinnpartie: "Identisch!" Sogar eine kleine Narbe sei am Kinn des nackten Mädchens zu sehen. Euler weiß aus seinen Aktenbergen: "Einige Tage vor ihrem Verschwinden ist Peggy hingefallen. Sie hat sich genau an dieser Stelle verletzt."


Das Foto ist dem Frankfurter Strafverteidiger, der für die Freilassung von Ulvi Kulac kämpft und die Wiederaufnahme des Mord-Prozesses gegen den behinderten Gastwirtssohn durchgesetzt hat, zugespielt worden. Offenbar aus Kreisen, die mit der Pädophilen-Szene in Kontakt stehen. Es diente Eulers Angaben zufolge als Köder-Bild im Internet, um zu einem Pornofilm mit dem Kind zu locken - für den der Betrachter dann hätte bezahlen müssen.

Euler hat das Foto nach Bayreuth weitergeleitet, wo Polizei und Staatsanwaltschaft seit einigen Monaten erneut in dem mysteriösen Mordfall ohne Leiche ermitteln, einem der rätselhaftesten Fälle der bayerischen Kriminalgeschichte. "Ich erwarte die Ergebnisse aus Bayreuth mit Spannung", sagt der Anwalt.

Und das bereits seit dem 5. November 2013. An diesem Tag hatte Kulacs Verteidiger die oberfränkischen Behörden über das Foto informiert. Von Ermittlungsergebnissen habe er jedoch noch nichts gehört.

Am Donnerstag haben nun die Nürnberger Zeitung und die Abendzeitung in München den Text des Nürnberger Boulevard-Reporters Helmut Reister abgedruckt, der von dem Euler zugespielten Bild erfahren hatte. "Fotos aufgetaucht: Musste Peggy für Peiniger posieren?", titelte die NZ. "Nacktes Mädchen: Ist es Peggy?", fragte die AZ. Das Münchner Blatt hat sogar einen Ausschnitt des Porno-Bildes veröffentlicht, das den Kopf des nackten Mädchens zeigt. Die Veröffentlichungen haben wieder einmal einen bundesweiten Medien-Ansturm beim oberfränkischen Polizeipräsidium ausgelöst. Pressesprecher Jürgen Stadter hatte die Lawine von Anfragen zu beantworten. Sein Statement: "Nach einer ersten Prüfung gehen wir davon aus, dass das abgebildete Mädchen nicht Peggy ist." Aber solche Spuren müssten "natürlich hunderprozentig wasserdicht abgeklärt werden".

Deshalb habe man das Foto zur Bewertung auch an die Experten beim Landeskriminalamt (LKA) in München geschickt, zumal "eine gewisse Ähnlichkeit ja da ist". Die LKA-Fachleute könnten sowohl biometrische Vergleiche anstellen, also nach Übereinstimmungen in den Gesichtsproportionen suchen, als auch in ihrer umfangreichen Kinderporno-Datenbank nach anderen Bildern von diesem Mädchen suchen. "Viele Opfer aus anderen Verfahren sind ja bereits identifiziert", erläutert Stadter. Wenn es eine eindeutige Übereinstimmung gebe, sei "nach dem Ausschlussverfahren" klar, dass das nackte Mädchen nicht Peggy sein könne. "Wir werden nichts unversucht lassen", bekräftigt der Polizeisprecher.

Auch die Staatsanwaltschaft in Bayreuth reagiert am Donnerstag mit Zurückhaltung auf das Foto. Ein Sprecher der Behörde sagt, das Foto sei zwar bekannt, bisher aber nicht zielführend. Erst müsse die Echtheit des Bildes geprüft werden.

Anwalt Euler zeigt sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung verwundert, dass diese Prüfung nun schon fast ein Vierteljahr dauere. Sollte es tatsächlich Peggy zeigen, dann sieht er seine These gestützt, dass die damals neunjährige Schülerin vor ihrem Verschwinden Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sei. Auch ungeachtet des Fotos gebe es dafür in dem Fall "eine ganze Reihe von Indizien". So seien die auffälligen Veränderungen in Peggys Verhalten kurz vor ihrem Verschwinden typisch für Missbrauchsopfer. Er wolle nicht ausschließen, dass das oft unbeaufsichtigt durch Lichtenberg streifende Mädchen zum sexuellen Spielball gleich mehrerer pädophil veranlagter Männer geworden ist, sagte er der Münchner Abendzeitung. Und auf Nachfrage der Frankenpost erläutert er am Donnerstagabend, in Lichtenberg gebe es dafür "einige Kandidaten".

Die Ähnlichkeit zwischen dem Mädchen auf dem Pornofoto und einem von der AZ in ihrer Donnerstagsausgabe veröffentlichten Vergleichsbild sind tatsächlich augenfällig. Nur: Das Vergleichsbild zeigt gar nicht Peggy. Das bestätigt auch Polizeisprecher Stadter: Das Mädchen in der Zeitung rechts im rosa Schlafanzug "ist mit Sicherheit nicht die Peggy, das wissen wir".

Beobachter des Falles erinnern sich an den Februar 2007, als schon einmal ein - ziemlich plump gefälschtes - Kinderporno-Foto auftauchte, von dem behauptet wurde, es zeige den Missbrauch von Peggy Knobloch durch ihre Mutter Susanne. Man brauchte keine LKA-Experten, um zu erkennen, dass Peggys Gesicht - aus einem im Internet zugänglichen alten Fahndungsfoto - auf den zu sexuellen Handlungen genötigten Körper eines anderen Mädchens montiert worden war. Das Originalbild, das Grundlage dieser Fälschung war, konnte die Polizei ausfindig machen: Darauf, so der Erkenntnisstand, "sind andere Personen zu sehen", also weder Peggy noch Susanne Knobloch.

Vielleicht interessieren sich Staatsanwaltschaft und Polizei nun dafür, wie die kinderpornografische Basis der Fälschung von 2007 jetzt als vermeintlich echte Peggy ihren Weg in die Zeitung fand.

Auch Rechtsanwalt Michael Euler hatte im Vergleich zwischen genau diesen beiden Fotos die "frappierende Ähnlichkeit" festgestellt. Darauf angesprochen, kontert er jedoch, auch anderen, echten Peggy-Bildern sehe das nackte Mädchen "schon ziemlich ähnlich".

Die Münchner Abendzeitung spekuliert, ein nacktes Mädchen aus einem Kinderporno könnte die vermisste Peggy Knobloch sein. Doch das von der AZ daneben gedruckte Vergleichsbild zeigt gar nicht die Neunjährige: Es war vielmehr Grundlage einer dreisten Fälschung aus dem Jahr 2007 (kleines Foto).

Ich sehe eine frappierende Ähnlichkeit.

Rechtsanwalt Michael Euler
über das Pornobild, das angeblich die verschwundene Peggy zeigt


http://www.frankenpost.de/regional/oberf...art2388,3098702

#118 RE: Presseartikel von Christine 27.01.2014 17:58

avatar

Montag, 27. Januar 2014 13:34

Region // Bayreuth

Ominöses Nacktbild zeigt nicht Peggy Knobloch

Die Bewertung eines der Kriminalpolizei Bayreuth und der Staatsanwaltschaft Bayreuth übermittelten Lichtbildes ist jetzt abgeschlossen. Bei dem auf dem Foto abgebildeten Mädchen handelt es sich zweifelsfrei nicht um Peggy Knobloch.


Die Ermittlungsbehörden erhielten Ende 2013 das Bild, auf dem ein nacktes Mädchen zu erkennen ist. Eine erste Bewertung ergab allerdings keine Übereinstimmung mit der seit Mai 2001 verschwundenen Peggy Knobloch. Mit einer abschließenden Bewertung und Prüfung beauftragten die hiesigen Ermittler das Landes- und das Bundeskriminalamt.

Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass das übermittelte Foto im Zuge einer Bildvergleichssammlung beim Bundeskriminalamt einer kinderpornografischen Serie zugeordnet werden konnte. Das abgebildete Mädchen war in diesem bereits abgeschlossenen Verfahren identifiziert worden. Es handelt sich nicht um Peggy Knobloch. pol


http://www.infranken.de/regional/bayreut...h;art213,618247

#119 RE: Presseartikel von W3003 28.01.2014 13:33

Schöne kompakte Zusammenfassung des Falles in diesem Artikel der sächsischen Zeitung vom 14.01.14

http://www.sz-online.de/nachrichten/das-...he-2754748.html

Das Grab ohne Leiche
Bei der Suche nach Peggy hat die Justiz einen neuen Rückschlag erlitten. Das Mädchen ist seit 2001 verschwunden, ein offenbar Unschuldiger als ihr Mörder verurteilt. Bayern plagt wieder mal ein Justizirrtum.

Lichtenberg liegt weit oben im Frankenwald, unweit der Grenze zu Thüringen. Tiefe Wälder, alte Bergwerke und einsame Weiher umgeben den Ort. Am 7. Mai 2001 verschwand hier die neunjährige Peggy Knobloch. Nun, zwölf Jahre später, flattern wieder rot-weiße Absperrbänder der Polizei im Ort.

Die Nacht liegt noch über Lichtenberg, als Dutzende Polizisten am 8. Januar in aller Frühe den Friedhof abriegeln. Mit Zäunen und Planen schirmen sie das Grab einer Frau ab, die im Alter von 81 Jahren verstorben war. Zwei Tage nach Peggys Verschwinden hatte man sie zu Grabe getragen. Ein schlafender Engel liegt auf einem kleinen weißen Stein. „Ruhe in Frieden“ steht darauf. Aber mit der Totenruhe ist es für die alte Dame an diesem Tag vorbei. Zwei Staatsanwälte beobachten ihre Exhumierung. Nach zwölf Jahren vermuten sie, der Mörder könnte Peggys Leiche im Sarg der alten Frau versteckt haben. Aber es sind keine Kinderknochen im Grab.

Ein eher unbedeutender Fehlschlag in der anscheinend unendlichen Reihe von Pannen bei der Suche nach dem Mädchen, das selbst schon ein Grab hat. Dabei gibt es gar keinen Hinweis, dass sie tatsächlich tot ist. Aber es gibt einen jungen Mann, der als ihr Mörder verurteilt ist – Ulvi Kulac, der Sohn einer türkisch-deutschen Gastwirtsfamilie, der nach einer Hirnhautentzündung im Alter von drei Jahren geistig behindert ist. Seit zehn Jahren sitzt er nun in der Psychiatrie in Bayreuth. Aber ein Mörder ist er wahrscheinlich gar nicht, denn sein Prozess soll im April neu aufgerollt werden. So beschloss es das Landgericht Bayreuth vor vier Wochen. Der Fall Peggy hat inzwischen die Dimension eines großen Justizirrtums – dem zweiten in Bayern nach dem Fall Gustl Mollath, der sieben Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie verbringen musste.

Rückblick. Die Suche nach Peggy begann, als Susanne Knobloch, Peggys Mutter, am Abend des 7. Mai 2001 kurz vor 22 Uhr ihre Tochter bei der Polizei im oberfränkischen Naila als vermisst meldete. Die Mutter und ihr türkischer Lebensgefährte arbeiteten außerhalb. So war die Neunjährige ein Schlüsselkind, spazierte oft nach der Schule allein oder mit Freunden nach Hause. Peggy galt als vorwitzig und kontaktfreudig. Aus den Akten geht hervor, dass sie an jenem Montag gegen 13.15 Uhr zum letzten Mal gesehen wurde – auf dem Markt, nicht weit entfernt vom elterlichen Haus.

Hunderte Polizisten suchten in den folgenden Wochen nach Peggy. Bundeswehrtornados donnerten über den Frankenwald, 55.000 Euro Belohnung warteten auf den, der den entscheidenden Hinweis gibt, der zu dem Mädchen führt. Die Sonderkommission Peggy nahm 4.409 Spuren zu den Akten. Sie führen nach Tschechien und bis in die Türkei.

Die Spur Nummer 2 führte bereits zu Ulvi Kulac. Peggys Mutter selbst machte die Polizei auf ihn aufmerksam. Er war schon mit 23 das Faktotum im Ort, lebte bei seinen Eltern, half im Wirtshaus, konnte kaum lesen und schreiben. Jugendliche hänselten ihn wegen seiner Behäbigkeit. Zudem war Ulvi aufgefallen, weil er vor Kindern seine Hose herunterließ und onanierte. Kurz vor Peggys Verschwinden hatte ein Zeuge beobachtet, wie er am Penis eines 7-jährigen Jungen herumspielte. Susanne Knobloch hatte mitbekommen, dass Ulvi auch Kontakt zu Peggy hatte, und meldete das der Polizei.

Ulvi Kulac erzählte den Beamten, dass er Peggy vier Tage vor deren Verschwinden in seiner Wohnung missbraucht habe. Der Täter schien gefunden zu sein. Wegen seiner sexuellen Übergriffe an Kindern wurde der 23-Jährige in die Psychiatrie nach Bayreuth eingewiesen. Doch die „Soko Peggy“ fand keinen Hinweis, dass er das Mädchen auch entführt oder getötet haben könnte. Im Gegenteil. Was Ulvi an jenem Montag getrieben hatte, war fast lückenlos aufzuklären. So gab die Polizei Anfang 2002 bekannt: Der Verdächtige habe ein Alibi.

Danach griff die Politik ein und gab dem Fall vermutlich die verhängnisvolle Wendung. Der damalige bayerische Innenminister Kurt Beckstein schickte Kriminaldirektor Wolfgang Geier von Nürnberg nach Hof und ließ eine neue Sonderkommission gründen. Die „Soko Peggy II“ konzentrierte sich sofort erneut auf Ulvi, unterzog ihn trotz seiner Behinderung einem Vernehmungsmarathon. Mehr als 40-mal musste er zum Verhör. Die Protokolle füllen über 900 Seiten. Am 2. Juli 2002 gestand Ulvi Kulac den Mord und erzählte fast eine Dreiviertelstunde lang, was angeblich geschehen war: Er habe Peggy um Verzeihung bitten wollen, weil er sie missbraucht hatte.

Doch das Mädchen sei weggelaufen, zu einem Rastplatz im Wald. Er habe sie verfolgt. Unterhalb der Burgruine sei Peggy über einen Stein gestolpert und hingefallen. Sie habe ihn angeschrien, ihm „in die Eier getreten“ und gedroht, alles ihren Eltern zu erzählen. Er habe Peggy dann „eine geschmiert“ und als sie um Hilfe rief, habe er ihr Mund und Nase zugehalten. Dann habe sie „die Augen zugemacht.“ Zwei Freunde hätten geholfen, Peggys Leiche im Wald unter einem Baum zu verstecken.

So steht es in einem „Gedächtnisprotokoll“, dem einzigen Dokument dieser Vernehmung. Kein Tonbandmitschnitt, wie bei all den anderen Verhören. An dem Ort, zu dem Ulvi die Ermittler führte, fand sich kein Hinweis auf Peggys Leiche. Zudem hatten die angeblichen Helfer wasserdichte Alibis. Später sagte Ulvi, der Vater habe geholfen. Auch das wurde widerlegt.

Das Landgericht Hof beauftragte den bekannten Berliner Psychiater Hans-Ludwig Kröber. Er sollte Ulvi Kulac untersuchen und prüfen, ob dessen Geständnis glaubhaft ist. Sein Ergebnis nach vier Gesprächen: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit“ habe Ulvis Bericht einen realen Erlebnishintergrund. Kröber sah keinen Anhaltspunkt, dass Polizisten Ulvi in Vernehmungen zuvor einen bestimmten Tatablauf suggeriert hatten. Auch als Ulvi Kröber erstmals anvertraut, dass sein Geständnis eine Lüge sei, ändert der Gutachter seine Meinung nicht. Vermutlich ein fataler Irrtum.

Im Prozess erklärte Ulvi, er habe gestanden, „weil ich meine Ruh´ haben wollte vor der Kripo“. Doch ein Zeuge namens Peter Hoffmann sagte aus, Ulvi habe auch ihm die Tat gestanden. Beide hatten in der Psychiatrie in Bayreuth auf einem Zimmer gelegen. Das Geständnis, das Gutachten und die Zeugenaussage überzeugten die Richter. Sie verurteilten Ulvi Kulac im April 2004 nach 25 Verhandlungstagen zu lebenslanger Haft – ohne objektive Beweise wie DNA-Spuren oder Fingerabdrücke. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil.

In Lichtenberg zweifelten von Anfang an viele an Ulvis Schuld. Auch Gudrun Rödel, eine pensionierte Anwaltssekretärin. Sie war von Zwickau nach Franken gekommen und hatte ebenfalls ein behindertes Kind. Mit Ulvis Eltern gründeten ein Dutzend Zweifler den Unterstützerkreis „Gerechtigkeit für Ulvi“. Gudrun Rödel ließ sich zum Vormund des behinderten Mannes bestellen, verschaffte sich Akteneinsicht und begann mit anderen zu recherchieren. „Wir dokumentierten Ulvis Tagesablauf, befragten noch einmal etwa 150 Zeugen und verglichen unsere Ergebnisse mit den Akten“, erzählt die 65-Jährige. Danach war sie überzeugt: „Ulvi hat die Tat nicht begangen, er hat erzählt, was Polizisten ihm suggeriert hatten, er war nicht in der Lage, Peggy in der angegebenen Zeit zu töten und zu beseitigen.“

Anfangs wurden die Unterstützer belächelt. „Man hielt uns für Verschwörungstheoretiker“, sagt Gudrun Rödel. Doch sie entdeckte in der Ermittlungsakte, dass bereits Wochen vor Ulvis Geständnis eine „Tathergangshypothese“ existierte, mit der die Beamten den Verdächtigen konfrontiert hatten. Diese Hypothese ähnelt Ulvis Geständnis auffallend. Es war nicht mehr ausgeschlossen, dass er tatsächlich nacherzählt hatte, was ihm vorgehalten worden war, mit Sätzen, wie: „Kann es sein, dass ...“

Zudem widerrief Peter Hoffmann, der wichtigste Zeuge, 2010 seine belastende Aussage vor Gericht und gab an: Die Polizei habe ihn damals zu der Falschaussage gedrängt und ihm dafür Hilfe versprochen, damit er freikomme.

Nun nahm sich der Frankfurter Anwalt Michel Euler des Falles an. In 1.000 Stunden habe er die 14.000 Seiten umfassende Hauptakte analysiert, sagt er. Danach beantragte er im April 2013 auf knapp 2.000 Seiten, den Fall Peggy wiederaufzunehmen. Anwalt Euler listet allein 15 Zeugen auf, die Ulvi ein Alibi für die Tatzeit geben oder durch ihre Aussagen sein Geständnis widerlegen. Auffallend sei, dass die erste Soko diese Aussagen für glaubwürdig hielt. Vor der „Soko Peggy II“ und dem Gericht galten sie später als unglaubwürdig.

Nach Eulers Wiederaufnahmeantrag begannen Polizei und Justiz erneut, intensiver nach Peggy zu suchen. Schon wenig später flatterten auf dem Lichtenberger Markt drei Tage lang rot-weiße Polizeibänder vor einem Gebäude, das nur 250 Meter entfernt ist von dem Haus, in dem Peggy einst lebte. Dahinter gruben Bagger den Hof um. Der einzige Hausbewohner, ein Rentner, war nach zwölf Jahren in Verdacht geraten, weil er 2008 in einem anderen Fall wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden war.

Angeblich wurden keine Spuren von Peggy gefunden. Dennoch ordnete das Landgericht Bayreuth Anfang Dezember 2013 die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen Ulvi Kulac an. Zur Begründung führten die Richter die vorsätzliche Falschaussage des inzwischen verstorbenen Belastungszeugen an und die aufgetauchte „Tathergangshypothese“, die der Gutachter angeblich nicht kannte.

Mittlerweile verfolgt die Polizei gleich mehrere Spuren. Nach Auskunft von Gudrun Rödel führen fast alle in Peggys familiäres Umfeld. Da gebe es viele ungeklärte Fragen, sagt sie. So ist ein 40-jähriger Onkel im Visier, aber laut Polizei nicht dringend tatverdächtig. Anders geht es dem 27-jährigen Holger E., der mit Knoblochs von Halle nach Lichtenberg gegangen war. Gegen ihn wurde Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe seine Nichte missbraucht – wenige Wochen vor Peggys Verschwinden. Im Fall Peggy hatte er vor zwölf Jahren ein Alibi, das wird nun erneut überprüft. Denn Holger E. soll ein Medaillon mit Peggys Bild getragen haben. Ob er sich auch an ihr vergriffen hat, sei aber unklar, so die Staatsanwaltschaft.

Ulvi Kulac, heute 34, verbringt seine Tage in der Psychiatrie in Bayreuth. Gudrun Rödel besucht ihn regelmäßig. „Er hat Arbeit, kann fernsehen und sich frei im Gelände der Klinik bewegen“, sagt sie. Seine lebenslange Haftstrafe habe er bis heute nicht angetreten. Würde Ulvi im Frühjahr freigesprochen, bekäme er vom Freistaat Bayern nicht einmal Haftentschädigung.

#120 RE: Presseartikel von Christine 30.01.2014 11:16

avatar

Michael Schneider sucht die Vermisste

Seher glaubt: Peggy liegt im Fluss


Aktualisiert: 30.01.2014 - 09:20


Seit Mai 2001 gibt es keine Spur von Peggy. Michael Schneider, hier in Bayreuth, vermutet sie in der Saale
© KH/dpa
München - Kann Michael Schneider (43) das Rätsel um die verschwundene Peggy Knobloch lösen? Der Mann aus Siegburg (Nordrhein Westfalen) ist ein Seher und denkt: „Peggys Leiche liegt auf dem Grund der Sächsischen Saale.“

Schneider sorgte in der Vergangenheit für Aufsehen, indem er den Fundort von Vermissten vorhersagte. Auf seiner Website http://www.findingthemissing.org hat er Fälle dokumentiert, in denen er erfolgreich war. Eine Fähigkeit, die er geerbt hat – auch sein Opa habe über diese Kraft verfügt. „Ich bin primär hellhörig, das heißt, ich habe eine innere Stimme.“ Schon als Kind habe er diese Gabe bemerkt und mit 21 Jahren verblüffte er seinen Freundeskreis mit seinen Vorhersagen. Schneider, der unentgeltlich arbeitet, betont aber auch: „Ich will Vermisste finden, keine Täter!“

In den vergangenen Wochen hatte er deshalb Kontakt zu den Bayreuther Ermittlern im Fall Peggy aufgenommen. Vor dem Bayreuther Bahnhof zeigt er auf einer Landkarte, wo er Peggys Leiche vermutet. Es ist eine Stelle in der Sächsischen Saale, knapp 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt.

Bisher wurde von dem Mädchen, das im Mai 2001 aus dem oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwand, keine Leiche gefunden. Der geistig behinderte Ulvi K. wurde im April 2004 als ihr Mörder verurteilt. Jetzt, zehn Jahre später, kommt es zu einem Wiederaufnahmeverfahren. Der Prozess ist für April anberaumt. Unabhängig davon ermittelt die Staatsanwaltschaft über Ungereimtheiten im Fall Peggy.

Für Schneider ist der Fall nicht neu. Kurz nach Ulvis Verhaftung hatte ihn der Fernsehsender Sat.1, bei dem er als Polizeireporter arbeitete, nach Lichtenberg geschickt. „Viele waren überzeugt, dass es der Ulvi war.“ Doch als er ein Foto von Ulvi gesehen habe, wusste er sofort, dass er unschuldig ist. „Umso mehr freue ich mich heute über das Wiederaufnahmeverfahren.“

Schneider ist nicht der einzige mit übersinnlichen Fähigkeiten, der im Fall Peggy aktiv wurde: Bei der Polizei sind die Ordner voll mit Hinweisen von Hellsehern und Wahrsagern. Doch Jürgen Stadter vom Polizeipräsidium Oberfranken sagt auch: „Wir gehen jedem Hinweis nach.“ Es werde schon geprüft, ob die Eingebungen ins Bild passen. „Wir buddeln aber nicht wild drauf los“, stellt Stadter klar. Natürlich werde auch der Hinweisgeber überprüft, zum Beispiel, ob er schon Erfolge vorweisen kann.

Karin Heindl

Schneiders Tipps an Ermittler

Der Mord an der Passauer Studentin Caroline B. erschütterte 2007 ganz Bayern. Michael Schneider vemutete die beiden Täter in Spanien, wo sie verhaftet wurden.

Die Israelin Yam Levy verschwand im September 2013 in Immenstadt spurlos. Schneider vermutete die Vermisste in Riezlern, 40 Kilometer von ihrer Unterkunft entfernt. Tags darauf wurde sie dort tot aufgefunden, sie war abgestürzt.

Auch im September 2013 verschwand Larissa Biber aus Reutte. Schneider sah eine Leiche im Inn. Eine Absuche blieb ergebnislos. Larissas Leiche wurde erst nach dem Geständnis ihres Freundes an der Stelle im Inn geortet.


http://www.tz.de/bayern/michael-schneide...tz-3340073.html

#121 RE: Presseartikel von Christine 09.02.2014 07:41

avatar

JENS B. (41)
Was weiß dieser Mann über den Fall Peggy (9)?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen diesen Mann, einen ehemaligen Nachbarn des Kindes
Foto: Jörg Völkerling (s. unter Peggy Fotos)



09.02.2014 - 00:07 Uhr

Von J. VÖLKERLING
Heimliche Festnahme im rätselhaften Fall Peggy. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam der ehemalige Nachbar des Mädchens, Jens B. (41), im Oktober in Polizeigewahrsam! Der Vorwurf: Totschlag zum Nachteil Peggy Knoblochs (9). Nach 36 Stunden Vernehmung durfte B. vorerst wieder gehen, gilt aber weiter als verdächtig.

Jens B. ist der Bruder eines verurteilten Kinderschänders (29). Doch was hat er mit dem Verschwinden von Peggy vor fast 13 Jahren zu tun? „Ich soll der Peggy was angetan haben“, sagt er und behauptet, am 7. Mai 2001 von 13.11 Uhr bis 22.41 Uhr am PC gesessen zu haben.
Dieses Alibi gilt laut Staatsanwaltschaft Bayreuth inzwischen als erschüttert. Nach neuesten kriminaltechnischen Untersuchungen soll mehrere Stunden lang kein einziger Tastendruck erfolgt sein. Das Mädchen ist bis heute verschwunden.


http://www.bild.de/news/inland/entfuehru...94144.bild.html

#122 RE: Presseartikel von W3003 10.02.2014 13:30

Weiteres zum Thema J.B. im Nordbayrischen Kurier vom 08.02.2014

https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/h...439086264_n.jpg

#123 RE: Presseartikel von W3003 10.02.2014 13:37

Dazu auch noch der Artikel aus der TZ vom 09.02.2014:

Verräterischer Satz soll gefallen sein

Ex-Nachbar im Visier: Wurde Peggy erschlagen?


Hof - Wieder eine Festnahme im rätselhaften Fall Peggy! Erst jetzt kam heraus: Der ehemalige Nachbar des Mädchens, Jens B. (41), kam im Oktober in U-Haft!

Der Tatvorwurf: Totschlag zum Nachteil der kleinen Peggy (†?9). Nach 36 Stunden Video-Vernehmung durfte B. vorerst wieder gehen?...

Jens B. ist der Bruder des verurteilten Kinderschänders Holger E. (29), der seine Knastzelle mit einem Peggy-Foto schmückt. Weil E. auch die Tochter seines Bruders missbrauchte, muss er sich demnächst vor Gericht in Hof verantworten.

Weil es zudem massive Zweifel an der Schuld des 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilten Gastwirtssohnes Ulvi K. (36) gibt, ermittelt seit einigen Monaten die Kripo Bayreuth im mysteriösesten Kriminalfall Bayerns. Dabei geriet auch Jens B. erneut ins Visier der Ermittler, die ihn deshalb am 21. Oktober um 8 Uhr zur Vernehmung baten. Zunächst ging es nur um seinen ebenfalls in Verdacht geratenen Bruder Holger E. Doch um 10 Uhr kippte das Verhör: Hat Jens B. Peggy etwas angetan? Er bestreitet das vehement. Bereits in diversen Vernehmungen 2001 und 2002 behauptete er, am 7. Mai 2001 von 13.11 bis 22.41 Uhr am PC gesessen zu haben. Doch dieses Alibi gilt laut Staatsanwaltschaft Bayreuth inzwischen als erschüttert. Denn nach neuesten kriminaltechnischen Untersuchungen soll mehrere Stunden lang kein einziger Tastendruck erfolgt sein. Bei seinem Verhör im Oktober reagierte B. immer verstockter auf die bohrenden Fragen nach seinem Alibi, verlangte schließlich nach einem Anwalt.

Verdächtig machte sich Jens B. bereits damals: Obwohl er und seine Frau meistens auf Peggy aufpassten, wenn diese aus der Schule kam, wunderten sich beide just an diesem Tag nicht über ihr Ausbleiben. Als Peggys Mutter am 7. Mai kurz nach 20 Uhr bei ihren Nachbarn im selben Haus nach Peggy fragte, bot ihr Jens B. nicht einmal Hilfe bei der Suche an.

Bei der kriminaltechnischen Auswertung seines Computers stellte man fest, dass ausgerechnet am 7. Mai 2001 einige Dateien gelöscht worden waren. Zudem versuchte Jens B., ein Foto, das seinen Bruder Holger E. in enger Umarmung mit Peggy zeigt, vor den Ermittlern zu verbergen. Ein Jahr nach ihrem Verschwinden nahm die Kripo Jens B. deshalb in die Mangel. Zunehmend nervöser bestätigte der Kraftfahrer dann selbst, dass er versucht habe, sich ein Alibi zu kon­s-truieren – und brachte ungefragt die Möglichkeit ins Spiel, dass Peggy hinter sein Verhältnis mit ihrer Mutter gekommen sein könnte und dies seiner Ehefrau verraten wollte. „Aus diesem Grund könnte ich Peggy geschlagen haben und es kam hierbei zu einem Unglücksfall, wobei Peggy zu Tode kam“, sagte er am 5. Juni 2002 aus. Dies sei aber natürlich nur eine theoretische Annahme.

Doch außerhalb des Protokolles soll Jens B. dann noch einen verräterischen Satz gesagt haben, der ihn bis heute verfolgen dürfte: „Wenn ich sie versteckt hätte, dann würde man sie nie finden.“

http://www.tz.de/bayern/ex-nachbar-visie...tz-3356919.html

#124 RE: Presseartikel von marc225 05.03.2014 08:10

heute in der Bild. Anscheinend hat Holger nun "gesungen"

Neue Entwicklung im Mordfall PeggyVerdächtiger gesteht sexuellen Übergriff
Von JÖRG VÖLKERLING
Bayreuth/Halle – Ist das der Durchbruch im rätselhaften Mordfall Peggy Knobloch (†9)?
Vergrößern Peggy Knobloch Peggy Knobloch († 9) war nach einem Besuch von Holger E. verstört
Foto: dpa Picture-Alliance

Der Hauptverdächtige Holger E. (29) aus Halle hat nach BILD-Informationen eingeräumt, kurz vor ihrem Verschwinden im Mai 2001 sexuellen Kontakt zu der Schülerin gehabt zu haben!

Einen Monat vor dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den offenbar zu Unrecht verurteilten Ulvi K. (36) hüllen sich die Behörden in Schweigen.

Doch BILD erfuhr: E. berichtete den Beamten der Bayreuther Ermittlungsgruppe, dass es in den Osterferien zu „Zärtlichkeiten“ mit Peggy gekommen sei, gegenseitigen „Streicheleien“. Bei dieser Gelegenheit missbrauchte Holger E. auch seine eigene Nichte, die damals in Peggys Haus in Lichtenberg zu Besuch war.

Damit hätte E. auch ein Motiv, Peggy zu töten: Angst vor einer Anzeige!

Darüber hinaus hat er für den 7. Mai 2001 kein Alibi. Er verhielt sich nach ihrem Verschwinden seltsam, trug ein Amulett mit ihrem Bild um den Hals.
Vergrößern Ein Foto von April 2001 aus der Ermittlungsakte: Holger E. beugt sich über Peggy Knobloch Ein Foto von April 2001 aus der Ermittlungsakte: Holger E. beugt sich über Peggy Knobloch

Als er 2012 wegen Missbrauchs seiner eigenen Tochter in Haft kam, schmückte er seine Zelle mit einem Foto Peggys.

In den Vernehmungen sagte er: „Sie hat mir auch oft gesagt, dass sie gerne mit mir nach Halle gehen würde und meine Schwester sein will.“

E. fuhr oft mit einem Opel mit geklauten Kennzeichen durch die Gegend. Doch bisher gibt es keine Zeugen, die ihn am 7. Mai 2001 in Lichtenberg sahen.

Peggy veränderte sich nach Holger E.s Besuch merklich. „Sie saß abends im Dunkeln, warf ihre Unterhosen weg“, sagte Peggys Mutter Susanne Knobloch (41) schon vor zwölf Jahren aus.

Doch nach einem Geständnis von Ulvi K. wurden die Akten geschlossen...

Hier noch der link:
http://www.bild.de/news/inland/vergewalt...34002.bild.html

#125 RE: Presseartikel von marc225 05.03.2014 15:56

edit: da hat der Holger wohl doch nicht so gesungen, wie die Presse das vermeldete.
Anbei die Richtigstellung der Staatsanwaltschaft Bayreuth:

05. März 2014 - Pressemitteilung 2/14
Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bayreuth vom 05.03.2014 zur vermeintlichen neuen Entwicklung im Mordfall Peggy


Seit Mitte 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft Bayreuth unabhängig vom Wiederaufnahmeantrag des Verurteilten Ulvi K. im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy K..

Zu heute erschienenen Presseberichten, wonach es zwischen dem Verdächtigen Holger E. und Peggy K. zu Zärtlichkeiten gekommen sein soll, ist Folgendes klarzustellen:

Es handelt sich hierbei nicht um neue Erkenntnisse. Bereits am 27.02.2013 ? also vor über einem Jahr - hat Holger E. im Rahmen einer anderweitigen Vernehmung mitgeteilt, dass es zwischen ihm und Peggy K. zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen sein soll.

Dies war Anlass für weitere umfangreiche Ermittlungen. Ein hinreichender Tatverdacht für eine Anklage hat sich aber nicht ergeben.

Es wird um Verständnis dafür gebeten, dass aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben werden können.

Link:
http://www.justiz.bayern.de/sta/sta/bt/p...04272/index.php

Xobor Xobor Community Software
Datenschutz