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#76 RE: Presseartikel von populous 14.10.2013 21:33

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Neue Hinweise auf Verdächtigen im Fall Peggy
Ein Mann aus Halle hat gestanden, auch die Tochter seines Bruders missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft will ihre Stellungnahme zum Wiederaufnahme-Antrag in den kommenden Tagen vorlegen.
Von Elfriede Schneider

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Lichtenberg/Bayreuth - Im Fall Peggy Knobloch aus Lichtenberg laufen die neuen Ermittlungen auf Hochtouren. Oberstaatsanwalt Dr. Ernst Schmalz sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es neue Erkenntnisse gegen den Verdächtigen aus Halle gebe. Wie berichtet, ermittelt die Kripo gegen den 29-Jährigen, der wegen Missbrauchs seiner eigenen Tochter eine sechsjährige Haftstrafe absitzt. Wie der Oberstaatsanwalt sagte, hat der Mann nun auch gestanden, die Tochter seines Bruders missbraucht zu haben.

In den nächsten Tagen werde Anklage erhoben. Der heute 29-Jährige war ein enger Freund der Familie Knobloch und regelmäßig in Lichtenberg zu Gast. Deshalb laufen seit einiger Zeit auch neue Ermittlungen im Fall Peggy gegen ihn.

Ebenfalls für die nächsten Tage stellte Schmalz eine Stellungnahme zum Wiederaufnahme-Antrag im Fall Peggy in Aussicht. "Bis Ende Oktober wird es eine Entscheidung geben", sagte er. Den Wiederaufnahme-Antrag hat der Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler eingereicht, der Ulvi Kulac vertritt. Dieser war 2004 wegen Mordes an der neunjährigen Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Weil die Leiche des Mädchens nie gefunden wurde und immer wieder Zweifel an der Schuld des Verurteilten auftauchen, haben sich zahlreiche Menschen zu einem Unterstützerkreis zusammengefunden, der für die Freilassung des geistig Behinderten kämpft.

Im Internet gibt es mehrere Seiten, auf denen Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum Vermutungen über den Fall Peggy äußern. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgen diese Foren intensiv, wie der Oberstaatsanwalt berichtete. "Wir bekommen jede Menge Hinweise - viele davon anonym, und wir haben die Aufgabe, sie auf ihren Realitätsgehalt zu überprüfen", sagte Schmalz weiter. "Es gibt sehr viele Leute, die glauben, etwas beitragen zu können." Ein weiterer Unterstützerkreis sammelt im Internet Helfer für eine Online-Petition an das bayerische Justizministerium.

Auch Beleidigungen und Verdächtigen gegen Peggys Mutter kursieren im Internet. Auf die Frage, ob es Ermittlungen gegen die Urheber gebe, verneinte der Oberstaatsanwalt. "Beleidigung ist ein Antragsdelikt und setzt voraus, dass sich jemand beleidigt fühlt." Deshalb bleibe die Initiative Peggys Mutter überlassen.


http://www.frankenpost.de/regional/oberf...art2388,2890410

#77 RE: Presseartikel von Christine 16.10.2013 17:42

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Mittwoch, 16. Oktober 2013 06:22
Neue Anklage:
Verdächtiger im Fall Peggy hat Missbrauch seiner Nichte gestanden
Im Fall Peggy wird das Eis für den neuen Tatverdächtigen Holger E.
aus Halle offenbar immer dünner. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zur Zeit im nahen Umfeld des Mannes, heißt es. Er ist wegen des Missbrauchs seiner eigenen Tochter verurteilt worden und soll jetzt den Missbrauch seiner Nichte gestanden haben. Im Zuge der neuen Ermittlungen im Fall Peggy Knobloch hatte sich der Verdacht gegen ihn erhärtet. Eine neue Anklage gegen den 29-Jährigen steht wohl kurz bevor. Radio Plassenburg-Reporterin Nicole Enders:
Wann die Anklageschrift an Holger E. zugestellt wird, dürfe noch nicht bekannt gegeben werden, so der Leitende Staatsanwalt Herbert Potzel. DAS aber Anklage erhoben wird, steht außer Frage. Und das nicht nur wegen Peggy. Parallel werde wegen Kindesmissbrauchs ermittelt - das Opfer: die Nichte.
Unterdessen gibt es fast täglich neue Gerüchte in dem noch immer ungelösten Fall Peggy Knobloch. Einmal wird die Mutter beschuldigt, beteiligt gewesen zu sein, einmal ist es ein Nachbar, der die Leiche des Mädchens mit beseitigt haben soll. Die Staatsanwaltschaft muss jeden noch so kleinen Hinweis auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.



http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1331050

#78 RE: Presseartikel von populous 17.10.2013 19:35

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Früherer Chef-Ermittler zweifelt am Peggy-Urteil
Herbert Manhart glaubt nicht an die Schuld des geistig behinderten Ulvi K. — War es Mord? - vor 6 Stunden

LICHTENBERG - Die Kritik wächst: Im mysteriösen Fall Peggy äußert nun erstmals der frühere Chef-Ermittler Kritik am Urteil, mit dem der geistig behinderte Ulvi K. zu lebenslanger Haft wegen Mordes an der Kleinen verurteilt wurde. Derweil lässt Peggys Vater mit Hilfe einer Detektei die letzten Stunden seiner Tochter rekonstruieren.


Der frühere Soko-Leiter Herbert Manhart zeigt im Frühsommer 2001 ein Fahndungsplakat mit einem Bild von Peggy.
Der frühere Soko-Leiter Herbert Manhart zeigt im Frühsommer 2001 ein Fahndungsplakat mit einem Bild von Peggy.
Foto: Thomas Langer

Vor über zwölf Jahren, am 7. Mai 2001, verschwand die blonde Peggy auf dem Nachhauseweg von der Schule im oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Schon im Herbst 2001 ließ Herbert Manhart, damals Erster Kriminalhauptkommissar bei der Polizeidirektion in Hof und Leiter der Soko Peggy, den 23-jährigen Ulvi K. in Gewahrsam nehmen. Aber nicht, wie Manhart betont, weil der behinderte Gastwirtssohn damals in Verdacht stand, etwas mit dem Verschwinden der quirligen Schülerin zu tun zu haben. Sondern weil sich Ulvi immer wieder vor Jungs auf der Straße entblößt hatte.

Bis heute sitzt Ulvi wegen dieser sexuellen Vergehen in der Psychiatrie in Bayreuth ein. Doch er ist auch zu einer lebenslangen Haft wegen Mordes an Peggy verurteilt worden, obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde. Obwohl Ulvis Geständnis ohne Beisein seines Anwalts zu Stande kam. Obwohl Ulvi sein Geständnis zwei Tage später widerrufen hat und seitdem betont, er habe Peggy nicht umgebracht.

Amulett um den Hals

Herbert Manhart hält im Gespräch mit unserer Redaktion mit seinem Unbehagen nicht länger hinterm Berg. Die Urteilsbegründung, die er intensiv studiert hat, habe ihn „nicht überzeugt“. Ulvi sei damals als Nummer zwei auf der Liste der Verdächtigen eingehend überprüft worden, versichert er, Beweise für seine Täterschaft habe es nicht gegeben. Er bezweifelt, ob der schwerfällige Ulvi in einer kurzen halben Stunde, die ihm blieb, Peggy hätte umbringen und ihre Leiche, angeblich mit Hilfe seines Vaters, spurlos hätte beseitigen können.

Als Manhart dann 2002 in Ruhestand ging und der damalige Würzburger Kripo-Chef Wolfgang Geier von Innenminister Günter Beckstein als neuer Leiter der Soko Peggy II eingesetzt wurde, gingen die Ermittlungen plötzlich in eine andere Richtung. Alsbald konzentrierten sich die Untersuchungen auf Ulvi K. Und so wurde offenbar auch die Spur nach Halle zu dem jungen Holger E., der Peggys Bild als Amulett um den Hals trug und öfter in Lichtenberg zu Gast gewesen war, nicht weiter verfolgt.

Die Manhart-Kommission hatte den 17-Jährigen E. in die Mangel genommen, weil er für den Tattag kein Alibi vorweisen konnte. Inzwischen ist der heute 29-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs an seiner zweijährigen Tochter zu einer sechsjährigen Haft verurteilt. Nun hat er auch den Missbrauch an Peggys Freundin gestanden, die Bayreuther Staatsanwaltschaft stellt gerade die Anklage gegen ihn fertig.<
Links zum Thema
Peggy Suche nach Peggys Leiche in Lichtenberg abgebrochen
Peggy Fall Peggy: Neue Hoffnung auf Freiheit für Ulvi K.
peggy Fall Peggy: Das Rätsel von Lichtenberg
Verräterisches_Medaillon_4c-regby-peggy.jpg Verräterisches Medaillon
Chronik einer einzigartigen Kriminalgeschichte



Ob er auch für Peggys Verschwinden verantwortlich ist, bleibt weiter offen. Manhart ist skeptisch. Er verfolgt den Fall selbst im Ruhestand genau, und ihn quält ein weiterer Gedanke. Wenn der Täter, der die Neunjährige auf dem Gewissen hat, noch frei herumläuft, dann könnte er wieder zuschlagen. Wer also war es? Theorien kursieren viele, auch die, Peggy sei für die Kinderprostitution verkauft worden, ihre Mutter sei in die Geschäfte verwickelt.


Die neue Ermittlungskommission in Bayreuth unter Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz prüft nun akribisch jeden Hinweis. In Kürze will sich Schmalz äußern, ob dem Wiederaufnahmeantrag von Ulvis Verteidiger statt gegeben wird oder ob die Staatsanwaltschaft den Fall von sich aus neu aufrollen wird. Solange will Peggys leiblicher Vater, der in der Nähe von Nürnberg wohnt, jedoch nicht warten. Er hat eine Detektei beauftragt, die letzten Stunden seiner Tochter in Lichtenberg zu rekonstruieren.

„Ich erwarte nicht, sie zu finden, aber ich will wissen, was mit ihr passiert ist.“ An dieser Frage habe offenbar niemand Interesse, klagt Mario Sch. Auch er glaubt, dass Ulvi K. unschuldig ist. Doch wer war es dann? Ähnlich wie im Fall der in Portugal verschwundenen Madeleine lässt er nun Fotos von Peggy fertigen, die zeigen, wie sie in späteren Jahren ausgesehen haben könnte.
Abgeordnete sind alarmiert

Der Fall beschäftigt inzwischen auch die Politik. Der Fürther SPD-Landtagsabgeordnete Horst Arnold bekennt „massives Unbehagen“ angesichts der ständig neuen Details, die über die Polizei-Arbeit unter Wolfgang Geier (dem späteren Leiter der Soko Bosporus in der NSU-Affäre) bekannt werden. Für die Einberufung eines Untersuchungsausschusses im Landtag sieht er aber derzeit keine Ansätze. Arnold war vor seiner Wahl in den Landtag neun Jahre lang Ermittlungsrichter, zuvor Staatsanwalt. Deshalb freue es ihn sehr, dass sich nun der Bayreuther Oberstaatsanwalt Schmalz der Sache angenommen hat und intensiv ermittelt.

Florian Streibl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, prüft derzeit ebenfalls, ob ein Untersuchungsausschuss mehr Licht in das Dunkel um Peggy bringen könnte.
VON ELKE GRASSER-REITZNER

http://www.nordbayern.de/nuernberger-nac...rteil-1.3223498

#79 RE: Presseartikel von eugene1975 17.10.2013 21:03

hello
Na dann wünsche ich dem Detektiven R. B mal viel Glück das er diese Aufgabe gut meistert.
Und hoffe das die Bayreuther nicht nur erzählen sondern sauber nacharbeiten.
lg eugene

#80 RE: Presseartikel von eugene1975 25.10.2013 02:22

BR Presse Mitteilung
Mordfall Peggy Staatsanwaltschaft braucht mehr Zeit

Im Fall der verschwundenen Peggy aus Lichtenberg (Lkr. Hof) lässt die Entscheidung über den Wiederaufnahmeantrag weiter auf sich warten. Die Staatsanwaltschaft hat noch bis Ende Dezember Zeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen.
Stand: 24.10.2013
Die vermisste Peggy aus Lichtenfeld | Bild: picture-alliance/dpa

Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft ihre Stellungnahme zum Wiederaufnahmeantrag eines Frankfurter Rechtsanwalts Ende Oktober vorlegen. Nun hat das zuständige Landgericht Bayreuth die Frist bis Mitte Dezember verlängert. "Es wird sicherlich schneller gehen", sagte Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz.
Verteidiger will Wiederaufnahme

Der Verteidiger des wegen Mordes an Peggy rechtskräftig verurteilten Ulvi Kulac hatte im vergangenen Frühjahr einen rund 2.000 Seiten starken Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht. Er geht davon aus, dass Kulac den Mord an der damals neun Jahre alten Peggy nicht begangen hat. Derzeit ist der geistig zurückgebliebene Kulac im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht. Dort verbüßt er eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.
Mordprozess ohne Leiche

Die neunjährige Schülerin Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg war am 7. Mai 2001 spurlos verschwunden. Rasch geriet Ulvi Kulac unter Verdacht, das Mädchen ermordet zu haben, um einen vorangegangenen sexuellen Missbrauch zu vertuschen. 2004 verurteilte ihn das Landgericht Hof unter anderem wegen Mordes an Peggy zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Ein Jahr später bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil. Ulvi Kulac ist derzeit im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht. Der heute 35-Jährige hat einen Intelligenzquotienten von 67 und ist damit laut Gutachten auf dem geistigen Stand eines zehnjährigen Kindes. Peggys Leiche wurde nie gefunden.

Überrascht mich das?

lg Eugene

#81 RE: Presseartikel von Christine 25.10.2013 10:58

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@eugene1975

Auch für dich gilt, das bei Presseartikeln der Link zu der Quelle mitgepostet werden muss

Da ich den Artikel auch listen wollte, poste ich den Link zum Presseartikel:


http://www.br.de/nachrichten/oberfranken...antrag-102.html

#82 RE: Presseartikel von eugene1975 26.10.2013 20:48

Neue Hoffnung im Fall Jessica
06.09.2012 13:49 Uhr | Aktualisiert 07.09.2012 12:49 Uhr
Die elfjährige Jessica Kopsch verschwand in Berlin, ihre Leiche wurde bei Halle gefunden. (FOTO: ARCHIV)
Von Katrin Löwe
Knapp 14 Jahre nach dem Fund einer Mädchenleiche im Saalekreis hat die Polizei jetzt eine DNA-Spur entschlüsselt. Führt sie zu Jessicas Mörder?
Drucken per Mail
Morl/Berlin/MZ.

Hoffnung? Die wollte er nie aufgeben. „Sonst könnte ich die Arbeit nicht machen“, sagt Jan Merkel damals. Als dieser Satz Ende 2001 fällt, sind schon drei Jahre seit dem Verschwinden der elfjährigen Jessica Kopsch aus Berlin-Reinickendorf vergangen. Und knapp drei, seit ein Spaziergänger ihre Leiche in der Nähe von Halle fand.

Jetzt, weitere elf Jahre später, steht Kriminaloberkommissar Merkel vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) im Studio von Deutschlands bekanntester Fahndungssendung, „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Er hat neue Hoffnung, den Mord an dem Mädchen doch noch klären zu können. Damals seien Abstriche von Jessicas Leiche entnommen und gesichert worden - Abstriche, in denen es nun gelang, männliche DNA zu sichern. Aus ermittlungstaktischen Gründen, heißt es, soll das nicht näher erklärt werden. Aber: „Wir gehen davon aus“, so Merkel, „dass es die DNA von Jessicas Mörder ist.“

Grausiger Fund an Kaolingrube

Zurück ins Jahr 1998: Am 28. Oktober verlässt die elfjährige Jessica kurz nach sieben Uhr morgens das Haus. Bis heute ist ein Rätsel, wo das Mädchen mit dem Spitznamen „Shorty“ hinwollte, ob es verabredet war. Den Schulranzen lässt es zu Hause, zwei Mitschüler sehen Jessica noch auf einem Weg, der genau entgegengesetzt ihrer Grundschule liegt. Dann verliert sich ihre Spur und nichts bringt die Ermittler weiter. Nicht zig Befragungen, nicht die 15000 von Jessicas Eltern verteilten Suchplakate, nicht deren flehentliche Appelle an mögliche Entführer. Von dem Mädchen fehlt jede Spur. Bis zum 9. Januar 1999.

Es ist ein Sonnabend, an dem ein 22-Jähriger aus Morl (Saalekreis) an der stillgelegten Kaolingrube des Ortes mit seiner Dogge spazieren geht. Das Tier ist unruhig, beginnt an einem Erdwall zu wühlen, bringt zwei grüne Plastiksäcke mit grauenvollem Inhalt zu Tage: die stark verweste, von Tieren angefressene Leiche eines Mädchens. Ermittler in Halle zucken zusammen. Seit Ostersamstag 1998 wird in der Saalestadt die 13-Jährige Mandy Schmidt vermisst. Ist es ihre Leiche? Die Frage lässt sich noch am gleichen Abend durch einen Vergleich mit Mandys Zahnarztunterlagen beantworten: nein. Es ist, weiß man wenig später, Jessica aus Berlin.

Schnell steht auch fest: Jessica wurde vergewaltigt und ermordet, aber der Fundort ist nicht der Tatort. Die Leiche ist in Morl, 200 Kilometer südlich von Reinickendorf, vor Wochen abgelegt worden. Zufall? Von der Autobahn 9 bis zur Grube sind es 19 Kilometer. Die Überprüfung auch hiesiger Sexualstraftäter bleibt ergebnislos. Bis heute schließen Ermittler weder Berlin noch den Raum Halle als Herkunftsort des Mörders aus.

Nahrung scheint letzterem ein Anruf zu geben, der jetzt noch während der „Aktenzeichen“-Sendung eingeht: Eine Frau will aufgrund des Leichen-Fundortes Parallelen zu einem Fall aus dem Raum Halle sehen, der sich 2011 abgespielt haben soll. Es habe Hinweise zu verschiedenen, auch geklärten Tötungsdelikten in der gesamten Region gegeben, relativiert Thomas Scherhant, Leiter der 7. Berliner Mordkommission, am Donnerstag. Ob davon etwas „passt“, werde geprüft. Grundsätzlich habe es mit halleschen Kollegen über Jahre einen Austausch gegeben, sobald Parallelen auffielen.

„Wir haben immer weiter ermittelt“, sagt Scherhant. Nur Hinweise, die kamen nach etwa drei Jahren nicht mehr. Bis Mittwochabend. Zehn gingen ein, werden nun geprüft.

Den Bezug zu Halle behalten die Ermittler im Auge. Scherhant geht bis heute davon aus, dass es ihn irgendwie geben muss. „Natürlich kann auch ein in Panik geratener Täter aus Versehen dort gelandet sein“, sagt er. Das aber sei so wahrscheinlich „wie ein Sechser im Lotto“. Ein „rein Berliner“ Täter, glaubt er, hätte sich der Leiche in den nahen Brandenburger Wäldern entledigt - viel zu groß wäre sonst das Risiko gewesen, entdeckt zu werden.

Jetzt hofft die Polizei, dass neue Hinweise - für entscheidende ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt - sie weiterbringen. In der DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamts, in der der genetische Fingerabdruck von rund 760000 Straftätern gespeichert ist, hat es noch keinen Treffer gegeben. Ein Massengentest sei derzeit nicht geplant, so Scherhant. „In so einem Fall würde ich ihn aber grundsätzlich auch nicht ausschließen.“

Durchbruch nach Jahren

Es wäre nicht das erste Mal, dass Ermittlern auch nach Jahren dank modernster DNA-Analysen noch der entscheidende Durchbruch gelingt. Der Mord an der siebenjährigen Maria Juhl aus Haldensleben (Börde) im Jahr 1995 wurde nach zehn Jahren und einem Massengentest geklärt. Mit neuen Untersuchungsmethoden war es gelungen, DNA aus einem Haar ohne Wurzel zu sichern, die zum Täter führte - und zu dessen späterer Verurteilung. In Hessen wurde erst in diesem Sommer ein 40 Jahre alter Mord per DNA-Analyse geklärt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch bei Jessicas Eltern. Kurz vor der Sendung hat LKA-Mann Merkel sie noch besucht.
Fehler melden
Vermisste: Akte Mandy bleibt geöffnet (MZ vom 11.04.2008)
Vergebliche Ermittlungen (MZ vom 02.10.2001): Es geschah am helllichten Tag (MZ vom 02.10.2001)
Leichenfund bei Morl (MZ vom 11.01.1999): Totes Mädchen in Plastiksack neben Kaolingrube versteckt (MZ vom 11.01.1999)
Link: Aktenzeichen XY: Der Fall Jessica

Gröbers und der Fundort sind ca. 30km auseinander. Somit im üblichen Ablege Modus eines Täter.
Wie die Ermittler selber sagen, ein örtlicher Täter hätte die Leiche im Wald abgelegt, dort wo er sich auskennt.

LG eugene



http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/v...6,21263212.html

#83 RE: Presseartikel von Christine 21.11.2013 08:09

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BAYREUTH20.11.2013 16:08 Uhr

Staatsanwalt will Fall Peggy neu aufrollen

Von Manfred Scherer
BAYREUTH. Die Staatsanwaltschaft in Bayreuth befürwortet eine Wiederaufnahme des Mordfalls Peggy und damit die gerichtliche Überprüfung, ob der geistig behinderte Lichtenberger Gastwirtssohn Ulvi K. möglicherweise zu unrecht wegen Mordes verurteilt wurde.


Die von der Polizei herausgegebene Aufnahme zeigt Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg (undatiertes Archivfoto). Der Prozess um den gewaltsamen Tod der kleinen Peggy könnte in Bayreuth eine Neuauflage erfahren. Zumindest die Staatsanwaltschaft hat jetzt die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den geistig behinderten Ulvi K. befürwortet. Die Entscheidung des zuständigen Landgerichts steht noch aus. Foto: Archiv
Ulvis Verteidiger Michael Euler hatte Anfang April einen 1000 Seiten starken Wiederaufnahmeantrag beim zuständigen Landgericht in Bayreuth eingereicht. Der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel erklärte am Mittwoch, zumindest einer in dem Antrag Eulers vorgebrachten Punkte, nämlich die Benennung einer bis dato nicht bekannten Zeugin, könne die Wiederaufnahme rechtfertigen. Potzel wollte keine tiefer gehenden Erklärungen abgeben, weil die zuständige Strafkammer noch nicht über den Wiederaufnahmeantrag entschieden hat.
Verteidiger nicht überrascht

Für Ulvis Verteidiger Michael Euler kommt die Einschätzung der Staatsanwaltschaft nicht überraschend: Die Behörde habe seit seinem Wiederaufnahmeantrag aufwendige, eigene Ermittlungen angestellt, „schon das zeigt, dass die Staatsanwaltschaft im Hinblick auf die neuen Ermittlungen Zweifel hegt. Solche Zweifel lassen sich am besten in einem neuen Verfahren klären.“
Euler sagte weiter, die von der Anklagebehörde genannte Zeugin könne nur jene Schulfreundin Peggys sein, die sich Jahre später erinnerte, dass sie Peggy nach dem Zeitpunkt des bislang angenommenen Verschwindens in Begleitung eines anderen Mädchens in einen roten Mercedes einsteigen sah. Euler betonte, er habe noch weit mehr neue Zeugen und Beweise, um Ulvis Schuld anzuzweifeln.
Noch immer fehlt jede Spur

Peggy Knobloch verschwand am 7. Mai 2001, bis heute fehlt jede Spur von dem damals neunjährigen Mädchen. Am 30. April verurteilte das Landgericht in Hof den damals 26-jährigen Ulvi K. zu lebenslanger Haft. Nach damaliger Überzeugung der Richter tötete Ulvi das Kind, um sexuellen Missbrauch an Peggy zu vertuschen. Das Urteil fußte auf einem umstrittenen Geständnis, das der geistig behinderte Mann später jedoch widerrief. Zurzeit sitzt Ulvi K. wegen des sexuellen Missbrauchs in der Psychiatrie, die lebenslange Haftstrafe für den Mord wurde bislang nicht vollstreckt.
Wann die Große Strafkammer des Bayreuther Landgerichts ihre Entscheidung über die Wiederaufnahme bekannt gibt, ist laut Gerichtssprecher Thomas Goger noch nicht bekannt, aber: „Es wird jetzt wohl mit der gebotenen Sorgfalt und Gründlichkeit zeitnah entschieden.“



http://www.nordbayerischer-kurier.de/nac...ufrollen_205975

#84 RE: Presseartikel von Christine 22.11.2013 09:09

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Fall Peggy: Neue Zeugin aufgetaucht

21.11.13

Seit 2001 wird Peggy vermisst.

Wiederaufnahme des Falls?

Vor zwölf Jahren ist die kleine Peggy Knobloch aus Lichtenberg (Oberfranken) verschwunden. Jetzt sieht alles danach aus, als ob der Prozess neu aufgerollt werden könnte. Grund: Eine neue Zeugin. Diese sei dem damals zuständigen Gericht in Hof nicht bekannt gewesen. Auch die Staatsanwaltschaft hält eine Wiederaufnahme des Verfahrens für möglich.

"Wir würden uns dem nicht verschließen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Das wiederum erfreut den Anwalt des in dem Mordfall verurteilten Ulvi K., Michael Euler. Er begrüßt, "dass sich die Staatsanwaltschaft der Wiederaufnahme nicht entgegenstellt".

Der Fall wirft seit Jahren Fragen auf: Peggy war im Mai 2001 auf dem Schulweg spurlos verschwunden. Drei Jahre später wurde der geistig behinderte Ulvi K. wegen Mordes an dem Mädchen verurteilt. K. legte ein Geständnis ab, das kleine Mädchen getötet zu haben, um den Missbrauch an ihr zu vertuschen. Dieses Geständnis widerrief er später.

Bei dem Verfahren gegen Ulvi K. handelte es sich um einen Indizienprozess - die Leiche des Mädchens wurde bis heute nicht gefunden, der 28-jährige Angeklagte bestreitet die Tat nach wie vor. Der Fall bewegte die Bundesrepublik. Die Sonderkommission Peggy ging etwa 5.000 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Bundesweit wurden 25.000 Plakate mit dem Bild der Neunjährigen und ihres roten Schulranzens ausgehängt - ohne Erfolg.

Dieses Jahr kam dann heraus, dass ein wichtiger Zeuge Ulvi K. im damaligen Prozess zu Unrecht belastet hat und einige Zeugen nicht einmal befragt wurden, die Peggy später noch lebend gesehen hatten.


Ermittlungen gegen Holger E.
Seit September ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen einen 29-jährigen Mann aus Halle. Holger E. steht unter Verdacht, Peggy ermordet zu haben, das bestätigte Herbert Potzel, Chef der Bayreuther Staatsanwaltschaft.

Holger E. gehörte zu den engsten Freunden von Peggys Familie. In den Monaten vor ihrem Verschwinden war er oft zu Besuch. Die Polizei hatte ihn bereits damals unter Verdacht. Nach den Informationen von 'Antenne Bayern' hatte er die Ermittler damals wegen seines Alibis belogen. In Vernehmungen hatte er behauptet, Peggy sei für ihn "wie eine Schwester" gewesen.

Weil Holger E. seine Tochter missbraucht hat, sitzt er seit Februar 2013 für sechs Jahre in Haft. Zusätzlich ermitteln die Staatsanwaltschaften Bayreuth und Halle wegen zwei weiterer Missbrauchsfälle gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde insbesondere durch das Buch ‘Der Fall Peggy‘ erneut auf Holger E. aufmerksam.

Wann über eine Wiederaufnahme des Verfahrens entschieden wird, ist derzeit noch unklar.


http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/f...28-1709235.html

#85 RE: Presseartikel von Christine 23.11.2013 09:34

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GRUNDSTÜCK WIRD UMGEPFLÜGT
Suche nach Peggys Leiche geht weiter




23.11.2013 - 00:10 Uhr
Von T. SCHOLTYSECK

Osmünde (Sachsen/Anhalt) – Im Fall der seit 12 Jahren vermissten Peggy Knobloch aus Bayern durchsucht die Kripo immer wieder das Elternhaus eines vorbestraften Pädophilen in Osmünde. Schon drei Mal wurde bei Rentner Oskar E. (68) nach der vermissten Peggy (†9) gesucht.
Im Sommer hatten Beamte im Haus nur geguckt. Diese Woche haben sie die Bodendielen raus gerissen. Nächste Woche wollen sie das Grundstück umpflügen.

Hintergrund: Holger E., der Sohn von Oskar E., war als 17-Jähriger mit Peggy befreundet. Holger E. sitzt zurzeit in Haft. In seiner Zelle fanden Beamte Fotos des toten Mädchens. Deshalb nahmen die Kriminalisten jetzt sein altes Kinderzimmer auseinander, rissen sogar die alte Dielung raus.


Im Elternhaus des Hauptverdächtigen riss die Polizei die Fußboden-Dielen auf

In dem Haus leben heute noch die Eltern des Verdächtigen. Sein Vater Oskar zu BILD: „Hier wurde nichts gefunden. Wir fürchten uns aber schon davor, wenn die Polizei wieder kommt.“
Nächste Woche soll im Garten und auf dem Acker gegraben werden.


http://www.bild.de/regional/leipzig/verm...09840.bild.html

#86 RE: Presseartikel von Christine 25.11.2013 18:55

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Fall Peggy: Staatsanwalt dementiert neue Grabung

Bayreuth/Halle (dpa). Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat dementiert, dass in Halle nach der Leiche der im Alter von neun Jahren spurlos verschwundenen Peggy gegraben werden soll. «Das trifft in keinster Weise zu», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel heute zu entsprechenden Berichten. Das Elternhaus eines Tatverdächtigen ist in der letzten Woche durchsucht worden. Die Aktion sei aber abgeschlossen, sagte Potzel.

Peggy ist 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. Der Verdächtige galt damals als Freund ihrer Familie. Der 29-Jährige sitzt derzeit wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes im Gefängnis.

Von Peggy fehlt bis heute jede Spur. Nach langen Ermittlungen wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt. Doch immer wieder gab es Zweifel an seiner Schuld. Sein Anwalt hat inzwischen die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Die Entscheidung des Landgerichts Bayreuth steht noch aus. Die Staatsanwaltschaft hat 2012 die Ermittlungen in dem Fall wieder aufgenommen und unter anderem den 29-Jährigen aus Halle ins Visier genommen.

25.11.2013 Ta


http://www.e110.de/index.cfm?event=page....kcid=1&id=69074

#87 RE: Presseartikel von Christine 09.12.2013 16:15

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heute 11:55 Uhr
PEGGY KNOBLOCH
Fall Peggy: Der Mörder, der keiner gewesen sein soll
Im Fall Peggy gibt es bis heute keine Leiche. Dafür einen Täter, der vielleicht unschuldig ist. Nun entscheidet sich, ob der Fall neu aufgerollt wird oder ein neuer Skandal droht. Von Holger Sabinsky-Wolf und Andreas Frei


Vor zwölf Jahren verschwand in Oberfranken das Mädchen Peggy spurlos. Der 2004 verurteilte Ulvi K. könnte unschuldig sein. Womöglich wird der Fall nun neu aufgerollt.

Dies ist eine Geschichte, die unter die Haut geht. Sie erzählt von Verlust, einem Verbrechen und einem leeren Kindergrab. Von einem Täter und einem Gerichtsurteil. Und davon, dass sich viele Jahre später immer mehr die Erkenntnis durchsetzt: Vielleicht war alles ganz anders.

Über zehn Jahre nach dem Verbrechen wird noch ermittelt

Fängt man diese Geschichte von hinten an, dann ist da die Rede von einem neuen Tatverdächtigen in Sachsen-Anhalt und einer großen Durchsuchungsaktion vergangenen April im Örtchen Lichtenberg im Landkreis Hof. Dort ist 2001 das Mädchen Peggy spurlos verschwunden. Mehr als ein Jahrzehnt später wird immer noch ermittelt. Obwohl längst offiziell Recht gesprochen wurde. Ulvi Kulac, ein geistig behinderter Gastwirtssohn aus Lichtenberg, ist 2004 als Peggys Mörder verurteilt worden.


Vielleicht wird man auch irgendwann sagen: Zum Glück wird wieder ermittelt. Und zum Glück wird nun vielleicht alles neu aufgerollt.

Ist der Verurteilte wirklich Peggys Mörder?

Das Grab von Peggy Knobloch befindet sich in der Marktgemeinde Nordhalben im Kreis Kronach. Auf dem Grabstein steht: „Wer nicht an Engel glaubt, der ist dir nie begegnet.“ Das Grab selbst ist leer. Peggy wurde nie gefunden. Irgendwann hat man ihr Todesdatum festgelegt: auf den 7. Mai 2001. Das ist der Tag, an dem die Neunjährige aus Oberfranken auf dem Weg von der Schule nach Hause verschwand. Was wirklich geschah, ist umstritten. Die Diskussionen ebbten auch nicht ab, als Ulvi Kulac am 30. April 2004 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. War der Sonderling wirklich ein Mörder?

Wiederaufnahme des Verfahrens möglich

Der Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler hat zusammen mit Kulac’ gerichtlich bestelltem Vormund Gudrun Rödel jahrelang mit hohem Aufwand recherchiert. Sie kommen zu dem Ergebnis: Kulac kann es nicht gewesen sein.

Euler hat im April beim Landgericht Bayreuth einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht. Spätestens im Januar, so sagt er gestern am Telefon, soll die Entscheidung des Gerichts bekannt gegeben werden. Die Staatsanwaltschaft hat vor knapp drei Wochen signalisiert, sie werde sich einer Wiederaufnahme nicht verschließen. „Dies stimmt mich zuversichtlich, dass mein Antrag Erfolg haben wird“, sagt Euler.

Rechtsanwalt hat neue Zeugen an der Hand

Der Jurist stützt sich unter anderem auf die Aussagen „zweier neuer Zeugen“, wie er sagt. Sie wollen Peggy am Tag ihres Verschwindens an der Seite eines unbekannten Mädchens gesehen haben. Daraus könnten sich neue Anhaltspunkte dafür ergeben, was an jenem Tag wirklich geschah – und welche Rolle Ulvi Kulac dabei spielte, so Euler.

Der Fall "Peggy" - Zwölf Jahre keine Spur von der... Bild 12345backwardforward


Peggy ist wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernt verschwunden, einem hübschen blauen Gebäude im Ortskern. Eine der größten Suchaktionen in der deutschen Geschichte begann. Sie blieb erfolglos. Auch vergangenen April, als das Haus eines in der Nähe wohnenden vorbestraften Sexualstraftäters durchsucht und im Innenhof gegraben wurde. Man habe Hinweise, dass dies der „Leichenablageort“ sein könnte, sagte ein Polizeisprecher damals. Zwar fanden die Ermittler Knochenteile. Aber sie gehören nicht zu Peggy. Das könnten auch die Überreste eines ehemaligen Friedhofs sein, hieß es.

Verurteilt wurde der geistig behinderte Nachbar - trotz Ungereimtheiten

Einen Verdächtigen gab es dagegen schnell. Peggys Mutter Susanne Knobloch brachte den Nachbarn Ulvi Kulac ins Gespräch. Der Mann war damals 23. Seit einer Hirnhautentzündung im Kindesalter galt er als geistig behindert, aber harmlos – auch wenn er schon mal vor Kindern die Hosen herunterließ. Die Sonderkommission Peggy I nahm Kulac fest und brachte ihn in ein psychiatrisches Krankenhaus. Die Beamten verdächtigten ihn, Peggy umgebracht zu haben, um ein Sexualdelikt zu vertuschen.

Die Ermittlungen entlasteten ihn jedoch. Der Soko-Leiter beispielsweise sagte neun Monate nach der Tat, Ulvis Alibi sei „lückenlos“. Man stand wieder ganz am Anfang. Der damalige bayerische Innenminister Günther Beckstein ließ eine neue Soko einsetzen. Die Politik wollte nicht akzeptieren, dass dieses aufsehenerregende Verbrechen nicht aufgeklärt wird.


Peggy Knobloch wird am 7. Mai 2001 letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.
Nun warb die Kripo den Betrüger Peter H. als V-Mann an. Der saß ebenfalls in der Psychiatrie. Er sollte Kulac aushorchen. „Sie sagten, wenn ich ihnen helfe, dann helfen sie mir auch. Da habe ich das Spiel mitgemacht. Was macht man nicht alles für seine Freiheit?“, sagte H. 2012 – und später noch einmal in die Kamera eines ZDF-Fernsehteams.

Peter H. lieferte. Er berichtete den Ermittlern, Kulac habe ihm die Tat gestanden. Der kräftige junge Mann mit dem Verstand eines Zehnjährigen wurde 40 Mal verhört. Dann gestand er. Zumindest ist dies in einem Gedächtnisprotokoll der Polizei so festgehalten. Eine Tonbandaufzeichnung gibt es nicht.

Kulac widerruft später Geständnis

„Es gab keinen einzigen Beweis, nur ein Geständnis“, sagt der Journalist Christoph Lemmer, der den Fall zusammen mit seiner Kollegin Ina Jung in einem Buch („Der Fall Peggy“) aufgearbeitet hat. Und dieses Geständnis habe „die Polizei mit illegalen Methoden geholt, mit körperlichem und psychischem Druck“, so sein schwerer Vorwurf.

Ulvi Kulac hat sein Geständnis tatsächlich widerrufen. Angeklagt wurde er dennoch. Zwei Jugendliche, die zunächst ausgesagt hatten, sie hätten Peggy in ein Auto mit tschechischem Kennzeichen einsteigen sehen, zogen ihre Aussage zurück. Peter H. bestätigte vor Gericht, Kulac habe ihm die Tat gestanden. Rechtsanwalt Euler dagegen sagt: „Ulvis Geständnis war falsch.“ Er habe nach dem erheblichen Druck der polizeilichen Vernehmungen nur noch seine Ruhe haben wollen.

Kulac wurde 2004 verurteilt. Wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Straffrei blieb dagegen der sexuelle Missbrauch von Kindern; in diesem Punkt attestierten ihm die Gerichtsgutachter Schuldunfähigkeit. Das ist aber auch der Grund, warum Kulac bis heute in der Psychiatrie untergebracht ist, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel immer wieder betont. In dieser Woche wird Kulac 36 Jahre alt.

Bürgerinitiative meldet als Erstes Zweifel an

Es war zunächst eine Bürgerinitiative, die lautstark Zweifel an dem Urteil anmeldete. Bis heute gibt es keine Leiche; dem geistig zurückgebliebenen Mann wäre also „das perfekte Verbrechen“ gelungen. Nach der Tatversion des Gerichts hätte Ulvi Kulac an jenem Mai-Nachmittag das Mädchen rennend verfolgen und töten müssen. Ulvi aber ist ein schwergewichtiger junger Mann, der sich im Zeitlupentempo bewegt.

V-Mann H. versicherte 2012 an Eides statt, er habe gelogen. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Polizei habe ihm gesagt, er solle aussagen, Ulvi habe sie gedrosselt, bis sie tot war. Die beiden Jungs aus Lichtenberg versichern Rechtsanwalt Euler heute, sie hätten das Auto mit dem tschechischen Kennzeichen und Peggy doch gesehen. Das würden sie auch vor Gericht sagen. Auch die Tatzeit wackelt. Mehrere Zeugen wollen Peggy nach dem angeblichen Todeszeitpunkt gesehen haben. H. ist inzwischen gestorben.

Staatsanwaltschaft startet eigene Ermittlungen

2012 startete die Staatsanwaltschaft Bayreuth eigene Ermittlungen in dem Fall. Für Michael Euler ein deutlicher Hinweis dafür, dass die Justiz auch nicht mehr an Kulac’ Schuld glaubt. Mindestens 15 Entlastungszeugen will Euler in den Akten gefunden haben. Ziel des Wiederaufnahmeantrags ist ein Freispruch. Der würde nicht nur Kulac’ Rehabilitation bedeuten, sondern auch, dass der wahre Mörder oder Entführer von Peggy Knobloch womöglich immer noch frei herumläuft.

Eine Spur führt zu einem verurteilten Straftäter

Schließlich ist da noch die Spur nach Halle in Sachsen-Anhalt. Ein enger Freund von Peggys Familie aus dieser Stadt stand schon im Jahr 2001 im Visier der Ermittler. „Er war verschossen in Peggy, aber sie nicht in ihn“, will Journalist Lemmer herausgefunden haben. Doch man konnte dem Mann offenkundig nichts nachweisen.

Hat sich das nun geändert? Er gilt inzwischen als Tatverdächtiger, sein Elternhaus wurde vor einigen Wochen durchsucht. Weitere Details will Oberstaatsanwalt Potzel nicht nennen. Für Rechtsanwalt Euler ein Hinweis, dass die Spuren zwar „relativ konkret“ seien, aber offenkundig nicht ausreichten, um den Verdächtigen zu überführen.

Der Mann sitzt übrigens derzeit im Gefängnis. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt – wegen sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter. (mit dpa)


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id28046037.html

#88 RE: Presseartikel von Christine 10.12.2013 09:12

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Wiederaufnahme im Fall Peggy: Geständnis ohne Wert

Von Conny Neumann, München

Das Landgericht Bayreuth lässt das Verfahren im Fall Peggy gegen Ulvi K. neu aufrollen, die Gründe sind gravierende Fehler der Polizei. Offenbar schufen sich die Beamten ihren Täter. Nun rückt ein Verdächtiger aus Halle in den Fokus der Ermittler.


DPA/ Polizei
Seit dem Frühjahr 2001 ist Peggy Knobloch verschwunden. Kein Lebenszeichen, keine Leiche. Es ist nicht vorstellbar, was ihre Angehörigen seither durchmachen müssen. Peggy war neun, als sie zum letzten Mal gesehen wurde.


Im April 2004 wurde ein Mann wegen Mordes verurteilt. Doch damit war der Fall nicht beendet. Immer neue Spuren tauchten auf, neue Verdächtige, neue Zweifel. Ihre Mutter sagte Ende September "Stern TV", sie hoffe innig, dass "dieser Alptraum endlich ein Ende hat".
Seit Montag steht fest: Der Fall Peggy Knobloch wird zwölf Jahre nach ihrem Verschwinden neu aufgerollt. Und die Begründung des Landgerichts Bayreuth zeichnet ein düsteres Bild der bisherigen Ermittlungen.

Es hat akribisch die Argumente für eine Wiederaufnahme abgewogen - und einen unglaublichen Polizeiskandal benannt. Denn die zwei Gründe, die es aufführt, sind krasse Manipulationen durch die Sonderkommission Peggy: Zum einen die Aussage eines V-Manns, der gelogen hatte, und zweitens ein Tathergang, den sich die Polizei für einen geistig behinderten Beschuldigten offenbar ausgedacht hatte.

Politischer Druck auf die Soko Peggy

Eineinhalb Jahre nach Peggys Verschwinden in Lichtenberg 2001 tappte die erste Soko immer noch im Dunkeln. Keine Spur von dem Mädchen, keine Spur von einem Täter. Zeugen widersprachen sich, vor allem als es um den Zeitpunkt ging, an dem Peggy zuletzt in ihrem Heimatort gesehen wurde. Die Polizei verdächtigte den Stiefvater und Holger E. aus Halle, einen jungen Mann, der damals häufig in Peggys Elternhaus zu Besuch war.

Auch der geistig behinderte Ulvi K. aus Peggys Nachbarschaft wurde überprüft, weil er ein paar Mal Kinder aus Lichtenberg sexuell belästigt hatte. Doch sowohl der Stiefvater als auch Holger E. und Ulvi K. hatten ein Alibi. Der Stiefvater war am Arbeitsplatz, Holger E. bei Freunden, Ulvi K. beim Holzstapeln.

Die Soko stand unter massivem Erfolgsdruck, angetrieben von der Staatsregierung in München. Niemand sollte sagen können, dass im sicheren Bayern Kinder am helllichten Tag von der Straße verschwinden und die Polizei den Fall nicht aufklären kann.

Der damalige Innenminister Günther Beckstein ließ den Soko-Leiter auswechseln. Und der neue Mann präsentierte bald einen Verdächtigen: Ulvi K., damals 26, groß, dick und behäbig, nach einer Meningitis auf dem geistigen Stand eines etwa sechsjährigen Kindes. Ulvi K. wurde im Oktober 2002 festgenommen und wegen sexueller Übergriffe auf Jungen aus der Nachbarschaft in die geschlossene Forensik gebracht.

Dort saß auch der Kleinkriminelle Fritz H. wegen Drogen- und Alkoholsucht. Fritz H. wurde von der Soko als V-Mann offenbar gegen Ulvi K. in Stellung gebracht. H. rief wenig später bei der Soko an und berichtete, Ulvi K. habe den Mord an Peggy geschildert. Vor Gericht war H. ein wichtiger Belastungszeuge.

Gegenüber Ulvi K.s Anwalt und einem Fernsehteam äußerte Fritz H. später, die Polizisten hätten ihm seine baldige Freilassung in Aussicht gestellt, wenn er Ulvi zu einem Geständnis bringen könne. Jahre später zog der Zeuge seine Aussage zurück. Sie sei gelogen gewesen, sagte H. Er wollte damals nur endlich freikommen und habe das Geständnis erfunden. Inzwischen ist Fritz H. verstorben.

Die Soko nahm seinen Anruf offenbar zum Anlass, eine Tathergangshypothese zu entwickeln. Eine Hypothese, die Ulvi K.s Alibi zerlegte. Daraufhin vernahmen ihn Ermittler und hielten ihm offenbar den vermeintlichen Tathergang vor. Er musste nach stundenlanger Vernehmung - am Ende ohne Anwalt und ohne laufendes Aufnahmegerät - nur noch bestätigen, dass es genau so gewesen ist.

Falsches Alibi

Davon jedoch, bestätigte das Landgericht Bayreuth nun, habe das Gericht nie etwas erfahren. Die Strafkammer war also davon ausgegangen, dass Ulvi K. den Tathergang genau so geschildert hatte, wie er sich vermeintlich abgespielt hat. Eine Schilderung, die ein geistig behinderter Mann wie Ulvi K. sich nicht ausdenken kann.

Die Richter waren überzeugt. Ulvi K. wurde im April 2004 als Mörder von Peggy verurteilt und blieb in der Forensik. Auch wenn nie jemand erklären konnte, wie er die Leiche innerhalb von einem Zeitfenster von maximal 15 Minuten völlig ohne Spuren beseitigt haben könnte. Ulvi K. zog das Geständnis später zurück. Weder die Justiz noch die Soko glaubten ihm.

Doch Ulvi K.s Unterstützer und einige Journalisten ließen nicht locker. Sein Anwalt reichte im April einen Wiederaufnahmeantrag ein, mit Erfolg.


Das neue Verfahren soll in der ersten Jahreshälfte 2014 beginnen. Dann wird es um die Schuld von Ulvi K. gehen. Ob dieser Prozess auch die entscheidende Frage klären kann, ist zweifelhaft: Wo ist Peggy geblieben?
Die Staatsanwaltschaft Bayreuth ermittelt weiter. Und sie hat einen Verdächtigen: Holger E. aus Halle. Der Mann wurde im Februar verurteilt - wegen sexuellen Missbrauchs seiner damals zweijährigen Tochter. Er gestand offenbar auch, eine Freundin Peggys, die im gleichen Haus in Lichtenberg wohnte, missbraucht zu haben. Holger E. soll sich zudem an weiteren Mädchen aus seiner Familie vergangen haben.

Seine Telefonnummer hatte die Soko I in einem Schulheft Peggys gefunden. Holger E. trug nach dem Verschwinden Peggys deren Bild in einem Medaillon um den Hals. Sein angebliches Alibi hat sich inzwischen offenbar als falsch herausgestellt.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/wi...n-a-938041.html

#89 RE: Presseartikel von Christine 10.12.2013 09:18

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LICHTENBERG/BAYREUTH
Fall Peggy erneut vor Gericht: Justiz könnte neuer Skandal drohen
Der Mörder, der keiner gewesen sein soll

Fall Peggy: Das Landgericht Bayreuth hat jetzt angeordnet, dass der Prozess neu aufgerollt wird.

Die Geschichte geht unter die Haut. Sie erzählt von Verlust, einem Verbrechen und einem leeren Kindergrab. Von einem Täter und einem Gerichtsurteil. Und davon, dass sich viele Jahre später die Erkenntnis durchsetzt: Vielleicht war alles ganz anders.

Fängt man die Geschichte von hinten an, dann ist die Rede von einem neuen Tatverdächtigen in Sachsen-Anhalt und einer Durchsuchungsaktion im April im Örtchen Lichtenberg im Landkreis Hof. Dort ist 2001 das Mädchen Peggy verschwunden. Über ein Jahrzehnt später wird immer noch ermittelt. Obwohl längst Recht gesprochen wurde. Ulvi Kulac, ein geistig behinderter Gastwirtssohn aus Lichtenberg, ist 2004 als Peggys Mörder verurteilt worden. Vielleicht wird man auch irgendwann sagen: Zum Glück wird wieder ermittelt. Und zum Glück wird nun alles neu aufgerollt, denn das Landgericht Bayreuth hat am Montag das Wiederaufnahmeverfahren im Fall Peggy angeordnet.

Weitere Artikel zum Fall Peggy
Das Grab von Peggy Knobloch befindet sich in Nordhalben im Kreis Kronach. Das Grab ist leer. Peggy wurde nie gefunden. Ihr Todesdatum hat man auf den 7. Mai 2001 festgelegt. Das ist der Tag, an dem die Neunjährige aus Oberfranken auf dem Weg von der Schule nach Hause verschwand. Was wirklich geschah, ist umstritten. Die Diskussionen ebbten auch nicht ab, als Ulvi Kulac am 30. April 2004 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. War der Sonderling wirklich ein Mörder?

Jahrelang recherchiert
Der Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler hat mit Kulacs gerichtlich bestelltem Vormund Gudrun Rödel jahrelang recherchiert. Sie kommen zu dem Ergebnis: Kulac kann es nicht gewesen sein. Euler hat im April beim Landgericht Bayreuth einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht – mit Erfolg, wie der Beschluss des Landgerichts zeigt.

Der Jurist stützt sich auch auf die Aussagen „zweier neuer Zeugen“, wie er sagt. Sie wollen Peggy am Tag ihres Verschwindens an der Seite eines unbekannten Mädchens gesehen haben. Daraus könnten sich neue Anhaltspunkte dafür ergeben, was an jenem Tag wirklich geschah – und welche Rolle Ulvi Kulac dabei spielte, so Euler.

Peggy ist wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernt verschwunden, einem Gebäude im Ortskern. Eine der größten Suchaktionen in der deutschen Geschichte begann. Sie blieb erfolglos. Auch vergangenen April, als das Haus eines in der Nähe wohnenden vorbestraften Sexualstraftäters durchsucht und im Innenhof gegraben wurde. Man habe Hinweise, dass dies der „Leichenablageort“ sein könnte, sagte ein Polizeisprecher damals. Zwar fand man Knochenteile. Aber sie gehören nicht zu Peggy. Das könnten auch die Überreste eines ehemaligen Friedhofs sein, hieß es.

Einen Verdächtigen gab es dagegen schnell. Peggys Mutter Susanne Knobloch brachte den Nachbarn Ulvi Kulac ins Gespräch. Der Mann war damals 23. Seit einer Hirnhautentzündung im Kindesalter galt er als geistig behindert, aber harmlos – auch wenn er schon mal vor Kindern die Hosen herunterließ. Die Soko Peggy I nahm Kulac fest und brachte ihn in die Psychiatrie. Die Beamten verdächtigten ihn, Peggy umgebracht zu haben, um ein Sexualdelikt zu vertuschen.

Die Ermittlungen entlasteten ihn jedoch. Der Soko-Leiter sagte neun Monate nach der Tat, Ulvis Alibi sei „lückenlos“. Man stand wieder ganz am Anfang. Der damalige bayerische Innenminister Günther Beckstein ließ eine neue Soko einsetzen. Nun warb die Kripo den Betrüger Peter H. als V-Mann an. Der saß ebenfalls in der Psychiatrie. Er sollte Kulac aushorchen. „Sie sagten, wenn ich ihnen helfe, dann helfen sie mir auch. Da habe ich das Spiel mitgemacht. Was macht man nicht alles für seine Freiheit?“, sagte H. 2012 – und später noch in die Kamera eines ZDF-Fernsehteams.

Peter H. lieferte. Er berichtete den Ermittlern, Kulac habe ihm die Tat gestanden. Der junge Mann mit dem Verstand eines Zehnjährigen wurde 40 Mal verhört. Dann gestand er. Zumindest ist dies in einem Gedächtnisprotokoll der Polizei so festgehalten.

Keine Tonbandaufzeichnung
Eine Tonbandaufzeichnung gibt es nicht. „Es gab keinen einzigen Beweis, nur ein Geständnis“, sagt der Journalist Christoph Lemmer, der den Fall zusammen mit seiner Kollegin Ina Jung in einem Buch aufgearbeitet hat. Und dieses Geständnis habe „die Polizei mit illegalen Methoden geholt, mit körperlichem und psychischem Druck“, so sein Vorwurf.

Kulac hat sein Geständnis widerrufen. Angeklagt wurde er dennoch. Zwei Jugendliche, die ausgesagt hatten, sie hätten Peggy in ein Auto mit tschechischem Kennzeichen einsteigen sehen, zogen ihre Aussage zurück. Peter H. bestätigte vor Gericht, Kulac habe ihm die Tat gestanden. Euler dagegen sagt: „Ulvis Geständnis war falsch.“ Er habe nach dem starken Druck der polizeilichen Vernehmungen nur seine Ruhe haben wollen.

Kulac wurde 2004 verurteilt. Wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Straffrei blieb dagegen der sexuelle Missbrauch von Kindern; in diesem Punkt wurde Schuldunfähigkeit attestiert. Das ist aber auch der Grund, warum Kulac bis heute in der Psychiatrie untergebracht ist, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel betont. In dieser Woche wird Kulac 36 Jahre alt.

Es war eine Bürgerinitiative, die Zweifel an dem Urteil anmeldete. Bis heute gibt es keine Leiche; dem geistig zurückgebliebenen Mann wäre also „das perfekte Verbrechen“ gelungen. Nach der Tatversion des Gerichts hätte Kulac an jenem Mai-Nachmittag das Mädchen rennend verfolgen und töten müssen. Ulvi aber ist ein schwergewichtiger Mann, der sich im Zeitlupentempo bewegt.

V-Mann H. versicherte 2012 an Eides statt, er habe gelogen. Und er geht noch einen Schritt weiter: Die Polizei habe ihm gesagt, er solle aussagen, Ulvi habe sie gedrosselt, bis sie tot war. Die Jungs aus Lichtenberg versichern Rechtsanwalt Euler heute, sie hätten das Auto mit dem tschechischen Kennzeichen und Peggy doch gesehen. Auch die Tatzeit wackelt. Mehrere Zeugen wollen Peggy nach dem angeblichen Todeszeitpunkt gesehen haben. H. ist inzwischen gestorben.

Rehabilitation
2012 startete die Staatsanwaltschaft Bayreuth eigene Ermittlungen in dem Fall. Für Euler ein Hinweis dafür, dass die Justiz auch nicht mehr an Kulacs Schuld glaubt. Mindestens 15 Entlastungszeugen will Euler in den Akten gefunden haben. Ziel des Wiederaufnahmeantrags ist ein Freispruch. Der würde nicht nur Kulacs Rehabilitation bedeuten, sondern auch, dass der wahre Mörder oder Entführer von Peggy Knobloch womöglich immer noch frei herumläuft.

Schließlich ist da noch die Spur nach Halle in Sachsen-Anhalt. Ein enger Freund von Peggys Familie aus dieser Stadt stand schon im Jahr 2001 im Visier der Ermittler. „Er war verschossen in Peggy, aber sie nicht in ihn“, will Journalist Lemmer herausgefunden haben. Der Mann gilt inzwischen als Tatverdächtiger. Für Rechtsanwalt Euler ein Hinweis, dass die Spuren zwar „relativ konkret“ seien, aber offenkundig nicht ausreichten, um den Verdächtigen zu überführen. Der Mann sitzt derzeit im Gefängnis. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt – wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter. Mit Informationen von dpa

Wiederaufnahmeverfahren
Dass ein rechtskräftig abgeschlos-senes Strafverfahren wieder aufgenommen wird, ist sehr selten. An eine Wiederaufnahme sind hohe Anforderungen geknüpft. Nur mit wenigen Begründungen lässt sich durchsetzen, dass ein Prozess neu aufgerollt wird. Laut Paragraf 359 der Strafprozessordnung können das Tatsachen oder Beweismittel sein, die beim ersten Prozess noch nicht bekannt waren. Eine Wiederaufnahme ist auch möglich, wenn bei dem Urteil ein Richter oder Schöffe mitgewirkt hat, der sich einer „strafbaren Verletzung seiner Amtspflichten schuldig gemacht hat“. Theoretisch kann ein Prozess beliebig oft neu gestartet werden. Damit größtmögliche Objektivität gewährleistet ist, findet ein Wiederaufnahmeverfahren an einem anderen Gericht statt als der ursprüngliche Prozess. Die Staatsanwaltschaft bleibt dieselbe.


http://www.mainpost.de/regional/bayern/F...rt16683,7837062

#90 RE: Presseartikel von Christine 12.12.2013 17:04

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Tausend Fragen:
der leibliche Vater von Peggy will, dass nach ihr gesucht wird

Der leibliche Vater von Peggy Knobloch fordert, dass die Suche nach dem Mädchen wieder aufgenommen wird.

Anlass für seine Forderung im Bayerischen Rundfunk ist die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Ulvi K. Wenn nicht sicher sei, dass er der Mörder sei, sei Peggys Schicksal seit 9 Jahren ungeklärt und demzufolge auch nicht sicher, dass sie überhaupt tot sei, so die Argumente des Vaters. Alte und neue Mutmaßungen, Bezichtigungen und Ermittlungen sollen in dem Verfahren abgeklärt werden, das nach den Worten des Sprechers des Bayreuther Landgerichts, Groger, möglichst in der ersten Hälfte des neuen Jahres starten soll, aus Gründen der Rechtssicherheit.



http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1339196

#91 RE: Presseartikel von Christine 15.12.2013 07:48

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Medienbericht: Neuer Verdächtiger im Fall Peggy
14.12.13 15:28
Peggy Knobloch verschwand mit neun Jahren spurlos.

Offenbar 40-jähriger Mann vernommen

Zwölf Jahre ist es her, dass die damals neun Jahre alte Peggy Knobloch in Lichtenberg (Oberfranken) spurlos verschwand. Nun hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth einem Medienbericht zufolge einen neuen Verdächtigen im Visier. "Wir ermitteln gegen eine weitere Person", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel dem 'Focus'.

Es habe sich herausgestellt, dass das Alibi eines Mannes nicht so lückenlos sei wie ursprünglich angenommen. Der Verdächtige sei bereits vernommen worden. Laut 'Focus' handelt es sich um einen 40-jährigen Mann. Bei Staatsanwaltschaft und Polizei in Bayreuth war bisher niemand für eine Stellungnahme oder weitere Details zu erreichen.

Peggy war 2001 in Lichtenberg im Landkreis Hof spurlos verschwunden. Bis heute fehlt von der Schülerin jede Spur. Eine Leiche wurde nie gefunden. Dennoch wurde nach langwierigen Ermittlungen 2004 der geistig behinderte Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt. Die Zweifel an seiner Schuld waren aber trotz des rechtskräftigen Urteils nie verstummt. Im April 2013 reichte sein Anwalt einen Wiederaufnahmeantrag ein. Am vergangenen Montag ordnete das Landgericht Bayreuth schließlich an, das Verfahren müsse neu aufgerollt werden.


Die Staatsanwaltschaft Bayreuth lässt bereits seit 2012 selbst wieder in dem Fall ermitteln. So gab es im April 2013 eine große Suchaktion in Lichtenberg, die aber keine neuen Erkenntnisse brachte.

Ins Visier von Kripo und Staatsanwaltschaft geriet bereits ein 29-jähriger Mann aus Halle in Sachsen-Anhalt, der zum Zeitpunkt von Peggys Verschwinden ein enger Freund der Familie war. Er gilt inzwischen als Tatverdächtiger, auch sein Elternhaus ist mittlerweile durchsucht worden. Der Mann sitzt wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes derzeit in Haft.


http://www.rtl.de/cms/news/punkt-12/medi...19-1737707.html

#92 RE: Presseartikel von Christine 16.12.2013 10:10

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MÜNCHENArtikel vom 15.12.2013
"Das Geständnis war falsch"
Anja-Maria Meister
Rechtsanwalt Michael Euler über die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen seinen Mandanten Ulvi K. im Fall der verschwundenen Peggy aus Oberfranken

Der Frankfurter Anwalt Michael Euler ist Verteidiger des geistig behinderten Ulvi K., der wegen Mordes an der neunjährigen Peggy Knobloch 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Euler wirft den bayerischen Behörden eine lange Liste von Versäumnissen vor. Indirekt bestätigt wurde er in dieser Woche: Auf seinen Antrag hin wird das Verfahren gegen Ulvi K. wieder aufgenommen.



Herr Euler, nach neun Jahren und einer Urteilsbestätigung durch den BGH wird das Verfahren gegen Ulvi K. neu aufgerollt. Wie haben Sie das erreicht?

Ich habe Folgendes deutlich machen können: Basis des Urteils von 2004 war unter anderem ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit von Ulvis Geständnis. Der Gutachter war davon ausgegangen, dass niemand Ulvi das Szenario suggeriert habe, als er die Tat gestand. Es war aber so, dass die vernehmenden Beamten sehr wohl ihre "Tathergangshypothese" hatten und sie Ulvi auch vorgehalten haben. Außerdem wog die Aussage des Mitgefangenen Peter H., wonach Ulvi in der Psychiatrie ihm gegenüber den Mord an Peggy gestanden habe, bei der Urteilsfindung schwer. Diese Zeugenaussage war aber nachweislich eine Falschaussage. Das sieht jetzt auch die Jugendkammer am Landgericht Bayreuth so.

Sind Sie deshalb optimistisch, dass Ihr Mandant freigesprochen werden könnte?

Mein Optimismus in der Sache stützt sich nicht nur auf die Gründe, die das LG Bayreuth für die Wiederaufnahme herangezogen hat. Mein Mandant kann im neuen Verfahren beweisen, dass das von ihm seinerzeit abgegebene Geständnis falsch gewesen ist. Damit ist dem damaligen Sachverständigengutachten auch die Grundlage entzogen, welches das Geständnis als glaubwürdig einstufte. Ansonsten gab es schon damals keinerlei Beweismittel, die meinem Mandanten einen Mord an Peggy Knobloch nachgewiesen hätten. Das wollte bisher nur niemand sehen.

Worauf gründet Ihre Skepsis den bayerischen Behörden gegenüber?

Der Belastungszeuge Peter H. räumte 2010 bereits ein, dass Polizisten ihm Hafterleichterungen in Aussicht gestellt hatten, wenn er ein Geständnis Ulvis bezeugen würde. Sie haben ihn also zu der Falschaussage angestiftet. Das will die Staatsanwaltschaft am liebsten totschweigen. Man muss schon fragen, warum es immer noch kein Ermittlungsverfahren gegen die Beamten gibt, die Peter H. dermaßen manipuliert haben. Und warum hat die Staatsanwaltschaft 2010, als sie von der Falschaussage erfuhr, keinen eigenen Wiederaufnahmeantrag gestellt und stattdessen öffentlich verlauten lassen, der Zeuge Peter H. habe seine Vorwürfe sogar zurückgenommen?

Warum sollen die Behörden in Oberfranken denn kein Interesse an der korrekten Aufklärung eines vermuteten Kindsmordes haben?

Weil sich der Freistaat Bayern damit rühmt, die Polizei mit der höchsten Aufklärungsrate im Bundesgebiet zu unterhalten. Getreu dem Motto: "Bei uns verschwinden keine Kinder, ohne dass man das aufklärt." Da ist der politische Druck unheimlich groß, auch innerhalb der Polizei. Der Leiter einer Sonderkommission bekommt die Anweisung "Lös den Fall", und dann hängt seine Karriere davon ab. Glücklicherweise hat zumindest bei der Staatsanwaltschaft in Bayreuth ein Umdenken stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft in Hof ließ vergangenes Jahr noch verlauten, dass das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen sei und deshalb keine Veranlassung bestünde, neue Ermittlungen aufzunehmen.

Weniger inhaltlich als vielmehr fachlich: Gibt es Parallelen zum Fall Gustl Mollath?

Ja, das kann man ganz klar sagen. Auch im Fall Gustl Mollath sorgte erst öffentlicher Druck für ein Umdenken bei den zuständigen Behörden.

Hat nicht auch die Verteidigung Fehler gemacht?

Dem damaligen Verteidiger von Ulvi K. ist anzulasten, dass er mit seinem Mandanten immer und immer wieder zu den Vernehmungsterminen erschienen ist. Hätte Ulvi K. keine Aussage gemacht und hätte man zunächst einfach die weiteren Ermittlungen abgewartet, dann hätte es meines Erachtens keinen Fall "Ulvi K." gegeben. Man muss sich auch fragen, welcher Verteidiger in den Urlaub fährt, wenn ein Video von der Tathergangsrekonstruktion mit dem Mandaten vor Ort gemacht werden soll. Spätestens hier stellen sich die Weichen dafür, ob dem Mandanten Körperverletzung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung, Totschlag oder Mord angelastet wird. Das Strafmaß variiert dort von Geld- bis lebenslanger Freiheitsstrafe. Einen geistig Behinderten sich bei der Polizei um Kopf und Kragen reden zu lassen, ist mir hier jedenfalls völlig unverständlich.

Und wo liegen die Versäumnisse der Behörden?

Es ist zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum die Polizei die Aussagen der Kinder nicht weiter verfolgt hat. Mehrere Kinder hatten am Tag nach dem Verschwinden berichtet, sie hätten Peggy am Nachmittag zuvor mit einem fremden Mädchen gesehen und sie dann in einen roten Mercedes steigen sehen. Da wurde ja nicht einmal gefragt: "Wie sah das fremde Mädchen denn aus?" Sehr viel Ungeklärtes gibt es auch in Peggys familiärem Umfeld.

Sie spielen auf den Verdacht des sexuellen Missbrauchs an?

Dieser Vorwurf steht auf jeden Fall im Raum – und damit meine ich nicht das, was Ulvi K. vor Kindern getan hat. Er hat sich – weshalb er derzeit auch im Bezirksklinikum Bayreuth untergebracht ist – vor Kindern entblößt. Ich befürchte schwerwiegendere Taten im familiären Umfeld …

Das sind starke Vorwürfe. Können Sie die beweisen?

Wir werden die Mutter des Kindes bei den Verhandlungen im kommenden Jahr eingehend dazu befragen. Hellhörig muss man werden, wenn man weiß, dass ein Arzt dem Mädchen starke Beruhigungsmittel verschrieben hatte und Peggy vor ihrem Verschwinden ein Verhalten gezeigt hat, was auf einen sexuellen Missbrauch schließen ließ. Es wurde mir hier zugetragen, dass Peggy Anstalten machte, fremden Männern die Hose zu öffnen, wenn sie allein mit ihnen in einem Raum war. Ursprünglich kam das auffällige Verhalten von Peggy schon vor dem LG Hof zur Sprache. Damals bezog man dies auf den angeblichen Missbrauch von Ulvi K., den es aber – wie das Tötungsdelikt – nicht gegeben hat. Und auch Ulvi K. hatte im Rahmen einer seiner Vernehmungen einmal berichtet, dass Peggy ihm anvertraut habe, dass sie vom Freund der Mutter geschlagen und missbraucht wurde.

Sind das alles neue Erkenntnisse?

Vieles ist in den über 14.000 Seiten Akten vermerkt. Man muss sich nur die Mühe machen, diese auch zu lesen. Der Abschlussbericht der Polizei spart aber solche wichtigen Details vollständig aus. Darin steht nur, was für Ulvi K. belastend war. Das Entlastende wurde weggelassen. Nicht vor Gericht erörtert wurde auch ein SMS-Wechsel zwischen der Mutter von Peggy und ihrem Lebensgefährten. Darin droht er, für 50.000 Mark – so hoch war die Belohnung für das Auffinden des Kindes – "etwas zu verraten". Vier Wochen nach dem Verschwinden wird von seinem Mobiltelefon eine SMS mit dem Inhalt "Ich habe meine Mama schon lange nicht mehr gesehen" aufgezeichnet. Dazu wurden Telefonate überwacht, in denen er eine Entführung von Peggys Schwester und eine anschließende Flucht in die Türkei bespricht. Aufklärung durch die Polizei? Fehlanzeige.

Das Mädchen ist vor zwölfeinhalb Jahren verschwunden. Kann ein Fall nach so langer Zeit überhaupt noch geklärt werden?

Ich bin froh, dass wir überhaupt die Chance haben, den Fall neu aufzurollen. Es geht nicht nur darum, zu zeigen, dass Ulvi K. unschuldig am Verschwinden von Peggy ist. Es geht auch darum, herauszufinden, was wirklich geschah. Aber natürlich haben die Ermittlungsfehler von damals die Arbeit heute immens erschwert.


http://www.welt.de/print/wams/muenchen/a...war-falsch.html

#93 RE: Presseartikel von Christine 17.12.2013 09:15

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NEUE SPUR IM FALL PEGGY KNOBLOCH (†?9)
Was hat dieser Mann mit dem Mord zu tun?
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Er ist der neue Verdächtige im Mordfall Peggy († 9): Lkw-Fahrer Jens B. (40)

16.12.2013 - 00:19 Uhr
Nürnberg – Neue Spur im rätselhaften Mordfall Peggy Knobloch (†?9)!
Das Mädchen verschwand am 7. Mai 2001 in Lichtenberg (Bayern), ihre Leiche wurde nie gefunden.
An der Schuld des verurteilten Ulvi K. gibt es aber Zweifel.
Jetzt ermittelt die Polizei gegen einen neuen Verdächtigen: Lkw-Fahrer Jens B. (40), ein damaliger Nachbar von Peggys Familie. Laut Ermittlern wackelt sein Alibi von damals.
Zudem habe er am Tag von Peggys Verschwinden ein Digitalfoto gelöscht, das Peggy mit seinem Halbbruder zeigt – einem verurteilten Kinderschänder.


http://www.bild.de/news/inland/ermittlun...64140.bild.html

#94 RE: Presseartikel von Christine 17.12.2013 17:09

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Dienstag, 17. Dezember 2013 14:39

Fall Peggy neu aufgerollt:

Verfahren wird im April vor dem Landgericht Bayreuth aufgenommen
Der Fall Peggy wird neu aufgerollt: das neue Verfahren beginnt am 10.
April 2014.

Darüber informiert heute das Landgericht Bayreuth. Das Verfahren gegen Ulvi K. findet erneut vor der 1. Jugendkammer des Landgerichts statt; zunächst wurden 9 Verhandlungstage angesetzt. Zudem hat die Kammer die Mutter von Peggy Knobloch als Nebenklägerin zugelassen. Bekanntlich wurde Uliv K. in einem ersten Prozeß im Jahr 2004 wegen Mordes an dem Mädchen aus Lichtenberg verurteilt. Unter anderem die inzwischen belegte Falschaussage eines wichtigen Zeugen im ersten Prozess hat zur Wiederaufnahme des Verfahrens geführt.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1339893

#95 RE: Presseartikel von populous 19.12.2013 13:58

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Fall Peggy: Düstere Einblicke in die Familie
Helmut Reister, 18.12.2013 16:35 Uhr



Was hat der Lebensgefährte der Mutter mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun? Abgehörte Telefonate und Aussagen, die offenbar vernachlässigt wurden, werfen neue Fragen auf


Bayreuth - Was lief vor dem Verschwinden der kleinen Peggy (9) aus Lichtenberg (Oberfranken) in ihrer Familie wirklich ab? Diese Frage könnte der Schlüssel für den rätselhaften Kriminalfall sein, der seit zwölf Jahren die Menschen bewegt und von der Staatsanwaltschaft Bayreuth noch einmal genau untersucht wird.

Rechtsanwalt Michael Euler, der erreicht hat, dass der wegen Mord an dem Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilte Ulvi K. (36) einen neuen Prozess bekommt, ist in dem Berg von Gerichts- und Ermittlungsakten auf eine Fülle von Hinweisen gestoßen. Hinweise, die den Fall in einem ganz anderen Licht als bisher bekannt erscheinen lassen, aber offenbar untergingen. „Ich habe nicht den Eindruck, dass damals in alle Richtungen sehr intensiv ermittelt wurde, vor allem, was die familiären Verhältnisse anbelangte.“

Der damalige Lebensgefährte von Peggys Mutter ist dem Anwalt in den Akten mit befremdlichen SMS-Nachrichten an Peggys Mutter aufgefallen (wie berichtet), die als Erpressungsversuch angesehen werden können. „Da gibt es auch noch andere Hinweise, denen bei den Ermittlungen offenbar nicht genügend nachgegangen wurde“, kommentiert Euler die Ermittlungstätigkeit der Soko.

Für ihn stellt sich die Frage, ob Peggys Mutter und ihr damaliger Lebensgefährte den Behörden auch tatsächlich alles erzählt haben, was sie wissen. Michael Euler: „Inzwischen steht ja fest, dass in einigen Punkten nicht die Wahrheit gesagt wurde.“

Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass die Polizei den Lebensgefährten eine Zeit lang ganz oben auf der Liste der Verdächtigen führte. „Aber“, zieht Euler eine eher ernüchternde Bilanz, „irgendwie wurden die Spuren nicht konsequent bis zum Ende weiter verfolgt.“ Den Worten des Anwalts zufolge zogen die Ermittler gleich mehrere schwerwiegende Motive in Betracht, die bei dem Lebensgefährten in Frage gekommen wären.

Eine der Einschätzungen der Soko, die letztendlich versandeten, waren Hinweise auf mögliche sexuelle Übergriffe des Lebensgefährten auf Peggy. Indizien dafür waren offensichtliche Verhaltensänderungen bei Peggy vor ihrem Verschwinden, ein urinbeflecktes Kleidungsstück des Mädchens und auch eine Aussage von Ulvi bei der Landgerichtsärztin. Dort sagte er, dass Peggy ihm anvertraut habe, geschlagen und sexuell missbraucht worden zu sein.

Im Wiederaufnahmeantrag, Grundlage des neuen Prozesses, findet sich auch der Mitschnitt eines überwachten Telefongesprächs, das den Lebensgefährten von Peggys Mutter in diffuses Licht taucht. Es hat gut zwei Monate nach Peggys Verschwinden stattgefunden, Gesprächspartner des Lebensgefährten war eine Freundin. Darin erkundigt er sich, wie Kindesentführungen bestraft werden – und er kann seine Hassgefühle gegenüber Peggys Mutter nicht zügeln. Zu seiner Freundin sagt er zum Beispiel: „Erst heiraten wir, dann bringe ich die Mutter um.“

Zu diesem Zeitpunkt, auch das erschließt sich aus den Akten, hatte Peggys Mutter große Angst vor ihrem Lebensgefährten. Trotzdem bleibt eine nach außen hin merkwürdig erscheinende Beziehung aufrechterhalten. Offenbar verbringen sie trotz Trennung gemeinsam Urlaub in der Türkei.

Hatte der Mann Peggys Mutter irgendwie in der Hand? „Nun ja, auch die SMS, die sie von ihm bekam und als Erpressungsversuch eingestuft werden kann, lässt solche Vermutungen zu“, erklärt Anwalt Euler. Ein Grund für massive Beziehungsstörungen zwischen Peggys Mutter und ihrem damaligen Freund findet sich ebenfalls in den Akten. Allem Anschein nach ging der Mann davon aus, dass er der Vater von Peggys jüngerer Schwester sei. Bei einem DNA-Test stellte sich jedoch das Gegenteil heraus. Rechtsanwalt Euler: „Vor dem ethnischen Hintergrund könnte das eine schwere Ehrverletzung gewesen sein.“

Bei ihm ins Kalkül zogen die Ermittler allerdings als Möglichkeit auch noch einen ganz profanen Grund. Wegen seiner hohen Verschuldung und seiner teuren Spiel-Leidenschaft in Casinos könnte auch eine Mischung aus Geld und Rache eine Rolle gespielt haben.

Wurde Peggy ins Ausland verkauft? Rechtsanwalt Euler: „Möglich ist viel. Aber klar ist auch: Mein Mandant war es nicht.“

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inha...2745d1189b.html

#96 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2014 08:25

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Mittwoch, 8. Januar 2014 05:21

Exhumierung:
Man sucht Peggy Knobloch in einem Grab in Lichtenberg



Neuer Ermittlungsansatz im Fall Peggy Knobloch. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat heute in den frühen Morgenstunden auf dem Friedhof von Lichtenberg ein Grab öffnen lassen um eine Exhumierung durchführen zu können.
Damit will man dem Verdacht nachgehen, Peggys Leiche könnte bei einer Beerdigung im Mai 2001 mit ins Grab gelegt worden sein. Die Graböffnung habe man deshalb in den frühen Morgenstunden durchgeführt, um ungestört und in einem dem Anlass angemessenen Rahmen arbeiten zu können, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Bei den Nachermittlungen im Fall Peggy Knobloch war man wohl auch auf damalige Aussagen zu der fraglichen Beerdigung gestoßen, die man nun überprüfen will. Am Vormittag wollen die Ermittler Einzelheiten bekannt geben. Radio Plassenburg berichtet im laufenden Programm.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1341739

#97 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2014 08:28

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vor 37 Min. 08.01.2014

FALL PEGGY KNOBLOCH
Suche nach Peggys Leiche: Polizei öffnet Grab

Die Polizei in Oberfranken sucht weiter nach der Leiche der seit fast 13 Jahren verschwundenen Peggy. Nun haben die Ermittler sogar ein Grab in Lichtenberg geöffnet.


Wo ist Peggy? Diese Frage konnte nie geklärt werden.

Peggy ist seit 2001 spurlos verschwunden. Doch eine Leiche des damals neunjährige Mädchens wurde nie gefunden. Nun haben die Ermittler offenbar eine neue Spur. In der Nacht zum Mittwoch haben sie ein Grab im oberfränkischen Lichtenberg geöffnet.

Die Polizisten ziehen nach eigenen Angaben in Betracht, dass sich Peggys Leiche darin befinden könnte. Die Beerdigung fand demnach zwei Tage statt, nachdem die Mutter das damals neun Jahre alte Mädchen als vermisst gemeldet hatte.


Viel Wirbel gab es in den vergangenen beiden Jahr wieder um den mysteriösen Fall der Peggy Knobloch. Denn obwohl 2004 der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt worden war, gab es immer wieder Zweifel an seiner Schuld.

Fall Peggy: Deshalb wird das Verfahren wieder aufgenommen

Die Wiederaufnahme stützt sich auf zwei Punkte: Ein Zeuge hat seine damalige Aussage, mit der er Ulvi im Verfahren 2004 belastet hatte, inzwischen zurückgezogen. Zudem hatten die damaligen Ermittler den mutmaßlichen Tatverlauf rekonstruiert, erst später gestand Ulvi - und seine Angaben ähnelten verblüffend der These der Polizei. Das Gericht wusste von diesem Vorgehen der Ermittler nichts. Ulvi hat dieses Geständnis später nie wiederholt, stattdessen dementiert.


Peggy Knobloch wird am 7. Mai 2001 letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.
Seit 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut, das Landgericht Bayreuth hat für April die Wiederaufnahmedes Falls angeordnet. dpa/lby/AZ


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id28353742.html

#98 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2014 10:01

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Fall Peggy: Polizei öffnet Grab auf oberfränkischem Friedhof


DPA/ Polizei
Neue Entwicklung im Fall Peggy Knobloch: In Oberfranken hat die Polizei damit begonnen, ein Grab zu öffnen. Die Ermittler vermuten, die Leiche der 2001 verschwundenen Neunjährigen könne darin versteckt worden sein.

Lichtenberg - Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Mordfall Peggy Knobloch damit begonnen, ein Grab im oberfränkischen Lichtenberg zu öffnen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sind 50 Beamte vor Ort. Friedhofsmitarbeiter tragen die Erde mit Schaufeln ab. Die Maßnahme sei in den frühen Morgenstunden eingeleitet worden, damit man "ungestört und in einem dem Ernst der Situation angemessenen Rahmen" agieren könne, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Staatsanwaltschaft Bayreuth und der Polizei Oberfranken.


Es sei möglich, dass bei einer Bestattung im Mai 2001 die Leiche von Peggy Knobloch mit in dieses Grab gelegt worden sei, teilten die Ermittler mit. Die Beerdigung fand demnach zwei Tage, nachdem die Mutter das damals neun Jahre alte Mädchen als vermisst gemeldet hatte, statt. Es wird vermutet, dass jemand das Grab einer 81-jährigen Frau genutzt haben könnte, um die Leiche des Kindes verschwinden zu lassen.
Bei den früher durchgeführten Ermittlungen seien zwar mehrere Personen zu den Einzelheiten der Beerdigung befragt worden, eine genauere Untersuchung der Grabstätte war allerdings als nicht erforderlich erachtet worden, hieß es.

Zwar wurde der geistig behinderte Ulvi K. im Jahr 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilt. Es wurden jedoch immer wieder Zweifel an seiner Schuld laut. Seit 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut, das Landgericht Bayreuth hat für April die Wiederaufnahme des Falls angeordnet.

Die Staatsanwaltschaft hat einen Verdächtigen: Holger E. aus Halle. Der Mann wurde wegen sexuellen Missbrauchs seiner damals zweijährigen Tochter verurteilt. Er gestand offenbar auch, eine Freundin Peggys, die im gleichen Haus in Lichtenberg wohnte, missbraucht zu haben.

ala/dpa


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...f-a-942345.html

#99 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2014 12:58

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SUCHE NACH LEICHE OHNE ERFOLG

Fall Peggy: Polizei öffnete Grab einer alten Frau

Peggy ist seit 2001 verschwunden. Findet die Polizei nun die Leiche des Mädchens.

LICHTENBERG –
Auf der Suche nach der Leiche der 2001 verschwundenen Schülerin Peggy hat die Polizei vergeblich ein Grab auf einem Friedhof in Oberfranken geöffnet.
Der Bayreuther Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel sagte am Mittwoch: „Mit größter Wahrscheinlichkeit kann ich ausschließen, dass sich Peggys Leiche im Grab befunden hat.“
Die Polizei hatte das Grab einer zwei Tage nach Peggys Verschwinden im Mai 2001 beerdigten 81-jährigen Frau am Mittwoch geöffnet.
Die Ermittler hatten es zunächst für möglich gehalten, dass die Leiche der neunjährigen Schülerin mit in dieses Grab gelegt wurde. Die im Grab gefundenen Knochen sollen jetzt vorsichtshalber in der Rechtsmedizin untersucht werden.
Von Peggys Leiche fehlt bislang jede Spur. Als Mörder wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt, doch immer wieder wurden Zweifel an seiner Schuld laut. Das Landgericht Bayreuth hat die Wiederaufnahme des Falls angeordnet.


http://www.express.de/panorama/suche-nac...2,25821894.html

#100 RE: Presseartikel von Christine 08.01.2014 17:04

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erschienen: 08.01.2014 07:53 Uhr
zuletzt bearbeitet: 08.01.2014 11:16 Uhr


Lichtenberg
Fall Peggy: Keine Kinderknochen bei Exhumierung gefunden


Die Suche nach der in Lichtenberg verschwundenen Peggy geht weiter: Am Mittwochmorgen lassen Polizei und Staatsanwaltschaft ein Grab in Lichtenberg öffnen. Es habe Hinweise gegeben, dass kurz nach Peggys Verschwinden ihre Leiche in diesem Grab liegen könnte.


Fall Peggy: Grabungen am Lichtenberger Friedhof
Hof
08.01.2014


Lichtenberg - Weiträumig abgesperrt war am Mittwochmorgen der Friedhof in Lichtenberg. Gegen 4 Uhr rückten etwa 50 Polizeibeamte sowie Mitarbeiter der Rechtsmedizin Erlangen an, um ein Grab zu öffnen. In dem Grab wurde zwei Tage nach dem Verschwinden der neunjährigen Peggy am 7. Mai 2001 eine 81 Jahre alte Frau beerdigt. Wie die Polizei am Morgen mitteilte, haben sich bei "Nachermittlungen Hinweise darauf ergeben, dass bei der Bestattung am 9. Mai 2001 die Möglichkeit bestanden haben könnte, die Leiche von Peggy Knobloch mit in jenes Grab zu bringen".

Bis um 10 Uhr dauerten die Grabungsarbeiten. Drei kleine Holzkisten, etwa 60 auf 60 Zentimeter, trugen die Rechtsmediziner zu ihren Autos. Wenig später verlautete, dass die gefundenen Knochen nicht von einem Kind, sondern ausschließlich von einem Erwachsenen stammen.

Bei einer improvisierten Pressekonferenz vor der Friedhofsmauer erklärt der leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel, dass mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit die gefundenen Knochen zu der 81-jährigen Frau, die dort beerdigt wurde, gehören. "Zur Sicherheit wurden Proben der Knochen in die Rechtsmedizin mitgenommen".

Aufgrund neuer Hinwiese habe man sich zu der Exhumierung entschlossen, "man muss jedem Hinweis nachgehen", sagte Potzel. Bei den früheren Ermittlungen waren zwar mehrere Personen zu den Einzelheiten der Beerdigung befragt worden, eine genauere Untersuchung der Grabstätte selbst war laut Polizei allerdings unter den damaligen Umständen für nicht erforderlich erachtet worden.


Seit Mitte 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft Bayreuth unabhängig vom Wiederaufnahmeantrag des Verurteilten Ulvi K. im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy Knobloch am 7. Mai 2001 gegen Tatverdächtige, heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen. Dabei habe es sich als erforderlich erwiesen, frühere Ermittlungsergebnisse im Licht der nunmehr gewonnenen Erkenntnisse neu zu bewerten und gegebenenfalls durch eigene Ermittlungen zu überprüfen, "um für weitere Schritte von absolut sicheren Tatsachenfeststellungen ausgehen zu können".


Die Grabungsarbeiten wurden laut Polizei "seit den frühen Morgenstunden durchgeführt, damit sie ungestört und in einem dem Ernst der Situation angemessenen Rahmen vollzogen werden kann", heißt es in der Mitteilung.


http://www.frankenpost.de/regional/oberf...art2388,3065341

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