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#26 RE: Presseartikel von Christine 18.03.2013 13:22

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Mordfall „Peggy Knobloch“
Viele Zweifel an einem zweifelsfreien Urteil
17.03.2013 · Im Mai 2001 verschwand die neunjährige Peggy Knobloch spurlos. Eine Leiche wurde nie gefunden, dennoch verurteilte das Landgericht Hof den geistig behinderten Ulvi Kulac wegen Mordes. Nun will sein Anwalt beweisen, dass er unschuldig ist.
Von DAVID KLAUBERT


© DDP
Grab ohne Leichnam: Seit dem 7. Mai 2001 fehlt von Peggy Knobloch jede Spur.
Ulvi Kulacs Wünsche an die Freiheit sind bescheiden. Es geht ihm nicht schlecht im Bezirkskrankenhaus Bayreuth, Klinik für Forensische Psychiatrie. Er hat Arbeit, wickelt Kabel und baut Ofenanzünder, kann seine Lieblingsserien schauen, Kickern, Malen, Essen. Es schmeckt ihm gut hier, und so wird sein Bauch immer dicker. Kulac ist 36 Jahre alt, ein behäbiger Kerl mit einem zaghaften Kindergrinsen. Er spricht langsam. In einem schönen Garten, sagt er, würde er gerne sitzen. Bier trinken. Fortgehen. Die Verwandtschaft in der Türkei sehen.

Seit gut elf Jahren ist Ulvi Kulac in der geschlossenen Abteilung untergebracht. Das Landgericht Hof hat ihn am 30. April 2004 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter stellten fest, dass Kulac, um sexuellen Missbrauch zu vertuschen, die neun Jahre alte Peggy Knobloch erstickt habe. Beweise dafür hatten sie keine, es gab keine Tatzeugen, keine Spuren, auch der Leichnam von Peggy wurde nie gefunden. Die Richter bauten ihr Urteil auf ein Geständnis, das Kulac in mehreren Vernehmungen bei der Polizei abgelegt - und später widerrufen hatte.

„Das Geständnis ist falsch“, sagt Michael Euler, Rechtsanwalt aus Frankfurt. Das könne er beweisen. Zusammen mit einer Bürgerinitiative, die seit Jahren für Kulac kämpft, hat er die Gerichtsakten durchgearbeitet, 38 Bände, 13747 Seiten, Vermerke, Protokolle, Gutachten, Fotos. Ein „Akten-Chaos“, sagt Euler. Erst nach wochenlangem Sortieren habe er anfangen können zu arbeiten. Jetzt aber ergebe sich ein eindeutiges Bild: „Das Geständnis beruht allein auf der Zermürbungstaktik der Polizei.“ Sie habe außerdem gezielt darauf hingearbeitet, alle Zeugen, die Kulac hätten entlasten können, als unglaubwürdig darzustellen. Möglichen Belastungszeugen hingegen sei gerne geglaubt worden. „Die waren am Ende einfach froh, dass sie einen Täter hatten. Nur darum ging es.“ Noch im März will Euler beim Landgericht Bayreuth einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens einreichen.


Seit dem 6. September 2001 ist Ulvi Kulac im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht.
Damit könnte einer der rätselhaftesten Vermisstenfälle Deutschlands wieder aufgerollt werden, der am 7. Mai 2001 um 21.56 Uhr mit einem Anruf bei der Polizeiinspektion Naila begann. Susanne Knobloch aus Lichtenberg im Landkreis Hof, einem Städtchen mit etwas mehr als tausend Einwohnern, meldete ihre Tochter als vermisst. Peggy, neun Jahre alt, blond und vorwitzig, war ein Schlüsselkind, das, während ihre Mutter und ihr Stiefvater arbeiteten, oft im Ort herumstreunte. Um 12.50 Uhr hatte Peggy an jenem Tag die Schule verlassen, ihren pinkfarbenen Ranzen auf dem Rücken. Nicht weit von ihrem Elternhaus am Marktplatz wurde sie - so die Polizei in ihrem Ermittlungsbericht - um 13.15 Uhr zum letzten Mal gesehen.

Hundertschaften der Polizei suchten in den folgenden Monaten nach Peggy, unterstützt von Feuerwehrleuten, Tauchern, Spürhunden, Hubschraubern, sogar Tornados mit Spezialkameras überflogen die Wälder rund um Lichtenberg. Die „Soko Peggy“ verfolgte 4409 Spuren. Es gab Hinweise, dass das Mädchen in die Tschechische Republik verschleppt worden sei, auch in Richtung Türkei, der Heimat ihres Stiefvaters, wurde ermittelt. Als Spur Nummer zwei führte die Polizei Ulvi Kulac, den 23 Jahre alten Sohn eines deutsch-türkischen Ehepaars, das die „Schlossklause“ des TSV Lichtenberg betrieb. Kulac, 1,70 Meter groß, um die 100 Kilogramm schwer, galt mit einem IQ von 65 als minderbegabt. Er konnte kaum lesen und schreiben. Für geringen Lohn half er in der Gaststätte seiner Eltern mit. Im Ort galt er als gutmütig, war allgemein beliebt. Dass er gelegentlich vor Kindern die Hose herunterließ und onanierte, war vielen bekannt, wurde aber als harmlos abgetan.

Als Kulac Ende August 2001 beobachtet wurde, wie er auf einer Bank am Glied eines siebenjährigen Jungen herumspielte, wurde er aufgefordert, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Seine Mutter vereinbarte einen Termin. Doch weil Kulac in Vernehmungen erzählte, dass er auch Peggy sexuell missbraucht habe, wurde er am 6. September 2001 in die Psychiatrie in Bayreuth zwangseingewiesen. Außer Kulacs eigenen Erzählungen, die er immer wieder abwandelte, konnte die „Soko Peggy“ aber keine Beweise für den sexuellen Missbrauch finden. Und Anfang 2002 gab sie bekannt, dass Kulac für den Tag von Peggys Verschwinden ein Alibi habe.


Mehr als 4000 Hinweisen ging die Polizei bei der Vermisstensuche nach.
Da von dem Mädchen weiter jede Spur fehlte, wurde auf Betreiben des bayerischen Innenministers Günther Beckstein im Februar 2002 die „Soko Peggy II“ eingesetzt. Sie folgte Spur Nummer zwei mit besonderem Engagement. Immer wieder wurde Kulac vernommen, mehr als 800 Seiten füllten die Protokolle bald. Schließlich gestand er, Peggy getötet zu haben.

Am Mittag des 7. Mai 2001, erzählte Kulac, habe er Peggy auf dem Nachhauseweg abgefangen, um sich bei ihr für eine Vergewaltigung wenige Tage zuvor zu entschuldigen. Peggy sei weggerannt, er habe sie verfolgt, sie sei über einen Stein gestürzt, habe ihm in die Genitalien getreten, sei weiter gerannt, bis er sie schließlich mit einer Ohrfeige niedergeschlagen habe. Als Peggy um Hilfe schrie, habe er ihr Mund und Nase zugedrückt, bis sie die Augen schloss und ruhig war. Er habe versucht, sie wiederzubeleben. Schließlich habe er einen Freund angerufen, der ihm zusammen mit seiner Freundin geholfen habe, den Leichnam im Auto abzutransportieren und im Wald zu verstecken.

So jedenfalls steht es in einem zweiseitigen Vermerk der Polizei, überschrieben mit „Gedächtnisprotokoll“. Im Gegensatz zu vorangegangenen Vernehmungen war das Tonband ausgerechnet während des vierzigminütigen Geständnisses nicht an. Kulacs Anwalt war nicht dabei. Am angegebenen Ort fand die Polizei keine Leiche, Kulacs Freunde hatten ein Alibi. In zwei weiteren Vernehmungen gab Kulac dann an, sein Vater habe die Tote für ihn entsorgt, wohin, wisse er nicht. Ansonsten wiederholte er das Geständnis mit vielen Details. Bei einer Ortsbegehung führte er an einer lebensgroßen Puppe den Tathergang vor und zeigte auch den Stein, über den Peggy bei ihrer Flucht gestolpert sein soll. Doch wenig später widerrief Kulac sein Geständnis. Die Polizisten, sagte er nun, hätten ihn unter Druck gesetzt, ihm Angst vorm Gefängnis gemacht, ihn angeschrien. Er habe sich alles ausgedacht, „weil ich meine Ruh’ haben wollt“.

Auch vor Gericht blieb Kulac bei seinem Widerruf. Dennoch schrieb die Jugendkammer in ihrem Urteil, dass sie „zweifelsfrei davon überzeugt sei“, dass Kulacs Geständnisse glaubhaft seien. Die Richter beriefen sich dabei vor allem auf ein Gutachten des Berliner Kriminalpsychiaters Hans-Ludwig Kröber, der zu dem Ergebnis kam, dass Kulacs Schilderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf realen Erlebnissen beruhten. Gerade wegen seiner verminderten Intelligenz sei Kulac nicht in der Lage, sich einen so schlüssigen, detailreichen Tathergang auszudenken und sich länger zu merken. Ein Motiv für eine falsche Selbstbelastung sei nicht erkennbar, außerdem gebe es keine Hinweise darauf, dass Kulac der Inhalt des Geständnisses suggeriert worden sei; ein Tatszenario seitens der Polizei habe es schließlich nicht gegeben.


Kulac während einer Tatortbegehung am 13. April 2004
Was Kröber offensichtlich nicht wusste: Die „Soko Peggy II“ hatte für die Vernehmungen Kulacs eine Tathergangshypothese erstellt, die sich wie ein Grundgerüst des späteren Geständnisses liest. Einfluss auf Kulacs Aussagen hatte Anwalt Euler zufolge auch Peter H., ein Kleinkrimineller und Mitinsasse im Bezirkskrankenhaus. H. spionierte Kulac im Auftrag der Polizei aus, bedrängte ihn immer wieder. Der Polizei berichtete H. schließlich, dass Kulac ihm den Mord an Peggy gestanden habe. Dies wiederholte H. auch vor Gericht und stützte damit die Glaubwürdigkeit von Kulacs Geständnis.

Im Jahr 2010 allerdings sagte H. vor einem Richter in Bayreuth, dass er gelogen habe. Kulac habe ihm die Tat nie gestanden. Die Polizei habe ihn bedrängt, ihm Aussagen in den Mund gelegt. Er habe die Protokolle ungelesen unterschrieben, weil ihm dafür Freiheit versprochen worden sei. Die Staatsanwaltschaft prüfte daraufhin, ob das Verfahren gegen Kulac wieder aufgenommen werden müsse, und kam zu dem Schluss: Das Gericht habe sich bei seiner Urteilsfindung nicht entscheidend auf Peter H. gestützt; seine Falschaussage sei kein Wiederaufnahmegrund. Euler sieht das anders: Niemand könne ausschließen, sagt er, dass die Richter ohne die Aussage von H. nicht anders geurteilt hätten.

Vor allem aber stützt Euler seinen Antrag, der mehr als 900 Seiten umfasst, auf Zeugen, die Peggy noch am Nachmittag des 7. Mai 2001 und später gesehen haben wollen - zu einem Zeitpunkt als sie Kulacs Geständnis und dem Urteil zufolge schon tot war. So sagten die Schüler Jörg D. und Steffen R. aus, dass sie Peggy noch gegen 15 Uhr vor der Bäckerei in Lichtenberg gesehen hätten. Dort sei sie zu einem Mann in einen roten Mercedes mit tschechischem Kennzeichen gestiegen. Auch ein anderes, ihnen unbekanntes Mädchen, sei dabei gewesen. Das alles erzählten die Jungen der Polizei nur einen Tag nach Peggys Verschwinden, wiederholten es in weiteren Vernehmungen. Vier Wochen später aber, so steht es in zwei Vermerken der Polizei, sagten sie im Beisein ihrer Mütter, dass sie sich das alles „irgendwie zusammengereimt“ hätten. Peggy wäre ihnen an dem Nachmittag gar nicht begegnet. Die Jungen hätten sich nur wichtig machen wollen, schreibt die „Soko Peggy II“ in ihren Abschlussbericht, vor Gericht wurden die beiden nicht gehört.


Seit fast drei Jahren arbeitet Rechtsanwalt Michael Euler am Wiederaufnahmeantrag im „Fall Peggy“.
Die Vermerke der Polizei, sagt Euler, seien falsch. Er habe mit den Müttern gesprochen und die hätten nichts von den Widerrufen gewusst. Steffen R. habe ihm erzählt, dass er alleine bei der Polizei gewesen sei. Dort habe man ihm vorgehalten, dass seine Aussage gelogen sei, dass sein Freund das bereits gestanden habe. Aus Angst habe er seine Aussage widerrufen. Hinterher habe er erfahren, dass mit Jörg D. genauso verfahren worden sei.

Insgesamt zehn Kinder geben an, Peggy in den Nachmittagsstunden des 7. Mai 2001 noch gesehen zu haben. In vielen Details stimmen die Aussagen überein: Das unbekannte Mädchen wurde von mehreren Kindern unabhängig voneinander erwähnt, ebenso der rote Mercedes vor der Bäckerei. Doch im Ermittlungsbericht der Polizei wurden alle als unglaubwürdig abgetan. Das Gericht schloss sich dieser Einschätzung „zweifelsfrei“ an. Einigen unterstellte es, sie hätten Peggy mit einem anderen Mädchen verwechselt. Zum Teil wurde den Kinder nicht geglaubt, weil sie sich in Vernehmungen ein Jahr nach ihrer ersten Aussage oder noch später im Gerichtssaal nicht mehr genau erinnerten. Mehrere der Begründungen durch das Gericht kann Euler in seinem Antrag widerlegen.

Auch zwei erwachsenen Zeugen, die Kulac ein Alibi gegeben hatten, glaubte das Gericht wegen angeblicher Widersprüche nicht. Euler aber führt die Widersprüche auf das „Akten-Chaos“ zurück. Dem Gericht seien im Ermittlungsbericht nur ausgewählte Aussagen vorgelegt worden, die anderen hätte es sich mühsam in den 13747 Seiten zusammensuchen müssen. Doch erst durch eine Zusammenführung, sagt Euler, werde klar, dass etwa die vom Gericht als „Vernehmungen“ bezeichneten Unterlagen lediglich frei formulierte Aktenvermerke von Polizisten waren.

Schließlich beruft sich Euler in seinem Antrag noch auf eine weitere Entlastungs- Zeugin: Sarah K., eine gute Freundin von Peggy, die in Berlin lebte, habe ihm von folgendem Anruf berichtet: „Sarah? Ich bin’s, Peggy. Mir geht es gut, aber ich weiß nicht, wo ich bin.“ Dann sei das Telefonat abgebrochen. Es soll Wochen nach Peggys Verschwinden stattgefunden haben.


http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...l-12118132.html

#27 RE: Presseartikel von Christine 19.03.2013 13:28

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Freilassung von Kulac kommt nicht in Betracht

In den spektakulären Fall um die vor knapp zwölf Jahren verschwundene Peggy Knobloch kommt Bewegung. Der Anwalt des wegen Mordes an Peggy verurteilten Ulvi Kulac will am Donnerstag Antrag auf Wiederaufnahme stellen.
Von Rainer Maier
Lichtenberg/Bayreuth - In den Medien-Wirbel hinein, der bereits vor dem neuesten Schritt in einem der spannendsten Fälle der deutschen Justizgeschichte herrscht, meldet sich der Bayreuther Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Ernst Schmalz beschwichtigend zu Wort. Egal, was Ulvi Kulacs Frankfurter Verteidiger Michael Euler mit seinem Antrag erreichen werde - der 35-jährige geistig behinderte Gaststättenhelfer aus Lichtenberg werde deswegen nicht frei kommen. "Eine Entlassung des Verurteilten steht derzeit nicht im Raum", sagt Schmalz. Denn momentan - und "auf unabsehbare Dauer" - werde nicht die vom Hofer Landgericht im April 2004 ausgesprochene lebenslange Freiheitsstrafe vollstreckt. Vielmehr werde die gerichtlich angeordnete Unterbringung von Kulac in einem psychiatrischen Krankenhaus vollzogen, die wegen sexuellen Missbrauchs von Lichtenberger Kindern ausgesprochen wurde. "Diese Taten", betont die Bayreuther Staatsanwaltschaft, "sind unbestritten."

Gleichwohl dauerten "die im Zusammenhang mit dem seit Monaten angekündigten Wiederaufnahmeantrag seitens der Staatsanwaltschaft durchgeführten umfangreichen Überprüfungen" an.

Anwalt Euler, der sich seit gut zweieinhalb Jahren mit dem Fall der am 7. Mai 2001 verschwundenen Lichtenberger Schülerin und mit dem Mord-Urteil gegen Kulac beschäftigt, hatte angekündigt, seinen knapp tausend Seiten langen Antrag an diesem Donnerstag vorzulegen. Euler wird tatkräftig unterstützt von der Bürgerinitiative "Gerechtigkeit für Ulvi Kulac". BI-Sprecherin Gudrun Rödel aus Münchberg berichtet, der Anwalt feile "an den letzten Details".

Zuletzt hatte die seinerzeit beste Freundin von Peggy Knobloch in den Medien erklärt, sie glaube bis heute, dass die vor zwölf Jahren spurlos Verschwundene noch am Leben sei. Die heute 21-Jährige sagte, sie sei sich "ganz sicher, dass der Ulvi die Peggy nicht ermordet hat".

Ulvi Kulac war wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, obwohl die Leiche des zur Tatzeit neunjährigen Mädchens nie gefunden wurde. Ein zunächst gemachtes Geständnis hatte der geistig Behinderte später widerrufen. Gutachter vor Gericht gingen dennoch davon aus, dass nur der Täter selbst die Geschehnisse derart von eigenem Erleben geprägt hätte schildern können.

Auch Peggys Mutter Susanne Knobloch meldete sich jetzt bei Bild.de zu Wort. Sie glaube, dass der verurteilte Ulvi Kulac der Mörder ihrer Tochter ist. Und: Sie möchte endlich wissen, wo Peggys Leiche ist, damit sie "endlich richtig begraben werden kann". Die 41-jährige Altenpflegerin sagte: "Ulvi sitzt nicht unschuldig hinter Gittern. Er hat den Missbrauch von Kindern, auch von Peggy, gestanden."

Ulvi sitzt nicht unschuldig hinter Gittern.
Susanne Knobloch, Mutter der verschwundenen Peggy


http://www.frankenpost.de/regional/oberf...art2388,2437953

#28 RE: Presseartikel von 19.03.2013 14:07

Montag, 18.03.2013
Staatsanwaltschaft Bayreuth äußert sich zu Wiederaufnahmeverfahren im Fall "Peggy"

Wie heute Nachmittag mitgeteilt wurde, dauern die Überprüfungen im Zusammenhang mit dem seit Monaten angekündigten Wiederaufnahme-Antrag an.

Die erhobenen Vorwürfe und eingegangen Hinweise werden zusammen mit der Kripo Bayreuth überprüft.

Man warte auch auf den Wiederaufnahme-Antrag des Frankfurter Rechtsanwalts Michael Euler, der noch in diesem Monat eingereicht werden soll.

Ulvi K. habe die lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an Peggy Knobloch noch nicht angetreten.


Er sei wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern auf unbestimmte Dauer in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

http://www.extra-radio.de/startseite/det...fall-peggy.html

#29 RE: Presseartikel von 19.03.2013 14:11

Mordfall Peggy Ulvi Kulac wird vorerst nicht freikommen

Im Fall der verschwundenen Peggy aus Lichtenberg (Lkr. Hof) will der Anwalt von Ulvi Kulac bald einen Wiederaufnahme-Antrag einreichen. Dennoch werde der wegen Mordes verurteilte nicht freikommen, sagte nun die Staatsanwaltschaft.
Stand: 18.03.2013
Peggy Knobloch und Ulvi Kulac | Bild: picture-alliance/dpa

Die jüngsten Medienberichte über den Mordfall Peggy haben die Staatsanwaltschaft Bayreuth nun veranlasst, eine Presseerklärung zu veröffentlichen.

Darin betont der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz, dass eine Freilassung des 2004 wegen Mordes an Peggy verurteilten Ulvi Kulac derzeit nicht in Betracht komme:

Momentan werde nicht die lebenslange Haftstrafe wegen Mordes vollstreckt. Stattdessen sei Kulac wegen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, heißt es in dem Schreiben. Diese Taten seien unbestritten.

Zweifel an Urteil

Der Mordfall Peggy erhitzt auch knapp zwölf Jahre nach dem Verschwinden des damals neunjährigen Mädchens aus dem oberfränkischen Lichtenberg die Gemüter. Ulvi Kulac wurde 2004 wegen Mordes an der Schülerin zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl die Leiche des Mädchens nie gefunden wurde. Viele Bürger aus Lichtenberg, darunter auch Peggys Vater, haben Zweifel, dass der geistig behinderte Mann für die Tat in Betracht kommt.

Wiederaufnahmeantrag angekündigt


In die Schlagzeilen kam der Fall zuletzt wegen Kulacs Anwalt, Michael Euler. Er kündigt seit Monaten an, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen. Möglicherweise werde dies am kommenden Donnerstag (21.03.13) geschehen. In einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk wollte Euler sich aber nicht dazu äußern. Eigenen Angaben zufolge hat der Verteidiger auf knapp tausend Seiten dargelegt, weshalb der Fall neu aufgerollt werden muss. Der 35 Jahre alte Ulvi Kulac hat einen Intelligenzquotienten von 67 und ist damit laut Gutachten auf dem geistigen Stand eines zehnjährigen Kindes.
Neue Zeugen, neue Beweise

Zur Begründung führt der Rechtsanwalt an, im Strafprozess 2003 seien wichtige Zeugen nicht gehört worden. Diese wollen Peggy noch nach der vom Gericht festgestellten Tatzeit lebend gesehen haben. Kulac werde auch durch die Auswertung des Fahrtenschreibers eines Linienbusses entlastet, so der Anwalt. Außerdem hat ein Zeuge inzwischen zugegeben, den 35-Jährigen damals zu Unrecht belastet zu haben.
Mordprozess ohne Leiche

Die damals neunjährige Peggy Knobloch war am 7. Mai 2001 spurlos verschwunden. Rasch geriet Ulvi Kulac unter Verdacht, das Mädchen ermordet zu haben, um einen vorangegangenen sexuellen Missbrauch zu vertuschen. 2004 verurteilte das Landgericht Hof Ulvi Kulac wegen Mordes an Peggy zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Ein Jahr später bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil. Ulvi Kulac ist derzeit im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht. Peggys Leiche wurde nie gefunden.

http://194.187.162.188/nachrichten/oberf...fnahme-100.html

#30 RE: Presseartikel von Christine 19.03.2013 18:38

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vor 2 Std. 8 Min.
ANTRAG AUF WIEDERAUFNAHME
Fall Peggy kommt in Bewegung
Im spektakulären Fall um das vor zwölf Jahren verschwundene Mädchen Peggy kämpft eine Bürgerinitiative dafür, dass der Fall neu aufgerollt wird. Der Antrag hat knapp 1000 Seiten.

Die von der Polizei herausgegebene Aufnahme zeigt Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg (undatiertes Archivfoto). Nun könnte der Fall neu aufgerollt werden.

Es kommt Bewegung in den Fall um das vor zwölf Jahren verschwundene Mädchen Peggy. In Kürze soll ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht werden. Rechtsanwalt Michael Euler aus Frankfurt am Main feile nur noch an letzten Details, sagte am Montag Gudrun Rödel von der Bürgerinitiative, die dafür kämpft, dass der Fall neu aufgerollt wird. Der Antrag sei knapp 1000 Seiten lang, berichtete Euler.

Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwunden. Nach fieberhafter Suche präsentierte die Polizei Ulvi K. als Täter. Doch von Anfang an gab es Zweifel an der Schuld des geistig zurückgebliebenen jungen Mannes. Euler hatte bereits mehrmals betont, er habe etliche Beweise zusammengetragen, die Ulvis Unschuld beweisen.


Mithäftling von Ulvi K. hat seine Aussage widerrufen


Auch die Staatsanwaltschaft Bayreuth ermittelt. Am Montag teilte die Anklagebehörde mit: „Der Fall wird intensiv in Zusammenwirken mit der Kriminalpolizei Bayreuth bearbeitet. Die erhobenen Vorwürfe werden überprüft, eingegangenen Hinweisen wird nachgegangen.“ Im vergangenen Jahr hatte ein ehemaliger Mithäftling Ulvis, der als Belastungszeuge im Verfahren galt, seine Aussagen widerrufen. Angeblich hatte Ulvi ihm die Tat gestanden. Das sei nicht wahr gewesen, hatte der Mann in verschiedenen Medienberichten erklärt.

Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass Ulvi seine im Fall Peggy verhängte Strafe derzeit nicht verbüße. Stattdessen sei er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in einer psychiatrischen Klinik untergebracht: „Diese Taten des Verurteilten sind unbestritten.“ AZ/dpa


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id24508466.html

#31 RE: Presseartikel von Christel 04.04.2013 19:01

Der Fall Peggy soll neu aufgerollt werden

Vor neun Jahren wurde der geistig behinderte Ulvi K. für den Mord an Peggy zu lebenslänglich verurteilt. Das Urteil ist umstritten. Noch immer fehlt die Leiche. Gibt es jetzt ein neues Verfahren? Von Lars-Marten Nagel

Als die neunjährige Peggy K., ein Mädchen mit markanten blauen Augen und abstehenden Ohren, im Mai 2001 spurlos aus ihrem fränkischen Heimatdorf Lichtenberg verschwindet, steht die Polizei vor einem Rätsel. Es gibt keine Leiche, keine Spuren, keine Tatwaffe, keine Tatzeugen.

Drei Jahre später wird trotzdem ein Mann als Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt. Ulvi K., zur Tatzeit 23 Jahre alt, und mit einem IQ von 67 geistig behindert. Er hat den Mord gestanden, aber dann sein Geständnis widerrufen.

Das Urteil ist bald zehn Jahre her, aber der Schuldspruch beschäftigt die Menschen noch immer. Eine Bürgerinitiative kämpft für den Verurteilten. Fiktive und dokumentarische Filme wurden gedreht, Verschwörungstheorien gesponnen. Er war es, er war es nicht. So geht das seit Jahren hin und her.

Die einen halten ihn für den freundlich-harmlosen Dorfdeppen, ein schlichtes Gemüt, das zum Opfer der bayerischen Justiz wurde. Die anderen betonen seine dunkle Seite, dass er vor Kindern im Dorf onanierte oder sie betatschte. Sie sagen, Ulvi K. habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie vergewaltigt habe.

Das Verbrechen lässt den Angehörigen und dem Ort keine Ruhe und das wird so bleiben. Denn nun mischt sich ein junger Frankfurter Anwalt ein. Michael Euler, 32, seit zwei Jahren Pflichtverteidiger von Ulvi K., will den Fall neu aufrollen.

Am Donnerstag beantragte er die Wiederaufnahme des Verfahrens beim Landgericht Bayreuth. "Es lässt sich nachweisen, dass Ulvi K. nicht der Täter sein kann", sagt er. Sein Antrag zur Wiederaufnahme umfasst mehr als 2000 Seiten. Gegen Mittag lieferte Euler die Umzugskiste mit den sechs Ordnern im Landgericht ab.

Das merkwürdige erste Geständnis

Die juristischen Hürden für die Wiederaufnahme eines Verfahrens sind in Deutschland hoch. Drei Aspekte dürften für eine mögliche Neuaufnahme wichtig werden. Das umstrittene Geständnis von Ulvi etwa. Ein Belastungszeuge, der zugibt, damals gelogen zu haben. Und nicht zuletzt neue Entlastungszeugen.

Am 2. Juli 2002 gestand Ulvi K. zum ersten Mal. Er habe sich bei Peggy für die Vergewaltigung entschuldigen wollen. Sie sei weggerannt und habe geschrien. Er habe sie erwürgt, Freunde sollen die Leiche mit ihm fortgeschafft haben. Später sagte er dann, sein Vater habe ihm geholfen.

Das Merkwürdige an dem ersten Geständnis: Es gibt keine Tonbandaufzeichnung, wie von den vielen anderen Vernehmungen. Außerdem war sein damaliger Anwalt nicht anwesend. Euler glaubt, die Beamten hätten Ulvi K. eingeschüchtert und manipuliert. "Ulvi ist wie ein kleines Kind, der gesteht alles, wenn sie ihn lange genug bearbeiten", sagt er.

Das Geständnis deckt sich ziemlich genau mit einer sogenannten Tathergangshypothese, die ein Polizei-Profiler zwei Monate zuvor formuliert hatte. Man könnte sagen, der Profiler hat gute Arbeit geleistet, weil er viele Details vorausgeahnt hat. Man könnte aber auch schlussfolgern, dass hier etwas passend gemacht wurde.

Andererseits hat Ulvi K. das Geständnis mehrfach wiederholt. In einer Videoaufzeichnung am angeblichen Tatort schilderte er detailgenau, wie er Peggy nachsetzte. Er zeigte sogar auf einen moosbewachsenen Stein, über den die Neunjährige auf der Flucht gestolpert sein soll.

"Wer das gesehen hat, dem fällt es schwer an seine Unschuld zu glauben", sagte ein beteiligter Ermittler vor einem Jahr der "Welt am Sonntag". Auch bei der Aufzeichnung war der damalige Anwalt von Ulvi K. nicht zugegen. Er klagte später in einem Schreiben an das Landgericht: Die Polizei hätten seinen Jahresurlaub genutzt, das belastende Video anzufertigen. Die Beamten bestritten das.

Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig

Noch vor der Hauptverhandlung nahm Ulvi K. das Geständnis dann zurück. "Weil ich meine Ruh' haben wollte vor der Kripo. Ich hab' gedacht, dass die dann zufrieden sind. Dass die mich nicht mehr holen", sagte er den Richtern.

Nicht nur der Verurteilte klagt über die Ermittler. Auch der damalige Belastungszeuge und Ex-Häftling Peter H., dem Ulvi K. ebenfalls gestanden haben soll. Die beiden waren sich während der Untersuchungshaft von Ulvi K. begegnet. 2010 erhob Peter H. plötzlich schwere Vorwürfe gegen die Ermittler.

"Man hat mir gesagt, dass ich aussagen soll, er hat sie umgebracht, gedrosselt, bis sie tot war." Bis zu 20 Mal hätten ihn Beamte besucht, ihm Sachen in den Mund gelegt. Die neue Version könnte entscheidend werden. Laut Strafprozessordnung ist die Wiederaufnahme eines Verfahrens zulässig, wenn ein Zeuge zum Nachteil des Verurteilten vorsätzlich falsch ausgesagt hat.

Dann sind da noch die beiden damals neun Jahre alten Jungen, die Peggy am Nachmittag nach dem Mord in einen roten Mercedes mit tschechischem Kennzeichen einsteigen sahen. Ein Mann habe am Steuer gesessen, auf der Rückbank ein weiteres junges Mädchen. Das sagten sie kurz nach dem Verschwinden Peggys aus.

Wechselnde Aussagen der Zeugen

Vier Wochen später notierten Polizisten über eine erneute Vernehmung im Beisein der Mütter, die Jungen hätten sich die Szene nur ausgedacht. Euler sagt, er habe mit den Müttern gesprochen, die vier seien nie bei der Polizei gewesen. Die beiden Jungen sind heute junge Männer. Sie würden bestätigen, dass Polizisten sie damals einzeln aufgesucht und unter Druck gesetzt hätten.

Es gibt noch weitere Zeugen, die Peggy nach dem Tatzeitpunkt gesehen haben wollen. Euler will sie vorladen. Eine Freundin will noch Monate später einen Anruf von Peggy erhalten haben.

Ein Mädchen verschwindet spurlos, Polizisten gehen an ihre Grenzen, Zeugen wechseln ihre Aussagen und mit der Zeit verblasst die Erinnerung. Die Wahrheit scheint in Franken nicht mehr ermittelbar. Ein Fahnder sagt: "Für mich ist der Fall erst dann geklärt, wenn das Opfer gefunden wird."

Nun muss das Landgericht Bayreuth entscheiden. Das wird dauern, vielleicht sogar Monate. Ulvi K. sitzt derweil weiter in der Forensischen Psychiatrie des Bezirksklinikums Bayreuth. Die Gefängnisstrafe hat er noch nicht angetreten. Seine Betreuerin sagt, er könne die Dimension des Falles nicht erfassen. "Er hofft aber, dass die Sache noch einmal aufgerollt wird. Er will der Welt zeigen, dass er kein Mörder ist."

http://www.welt.de/vermischtes/article11...llt-werden.html

#32 RE: Presseartikel von Christine 22.04.2013 13:27

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22.04.13
Bayern

Spektakuläre Wende
Vermisste Peggy: Polizei hat neue Spur
Lichtenberg - Im Fall der seit Jahren vermissten Peggy Knobloch bahnt sich eine spektakuläre Wende an. Die Polizei durchforstet ein Grundstück, auf dem ihre Leiche liegen soll.

Ihre Leiche vermutet die Polizei auf einem Anwesen in Lichtenberg: Peggy K., die 2001 spurlos verschwand.
Im Jahr 2001 verschwand die damals neunjährige Peggy Knobloch aus Lichtenberg (Landkreis Hof) spurlos. Ihr mutmaßlicher Mörder wurde verurteilt, die Leiche aber nie gefunden. Nun kommt offenbar wieder Bewegung in den Fall. Die Polizei hat eine heiße Spur, wo die Leiche des Mädchens liegen könnte.

Am Montagmorgen riegelten Polizei und Staatsanwaltschaft ein Grundstück am Markplatz ab und schützten es mit Bauzäunen vor neugierigen Blicken, berichtet die Frankenpost. Das Mehrfamilienhaus, das derzeit ein Mann allein bewohne, werde durchsucht. Das Auto des Mannes sei von der Polizei beschlagnahmt worden. Am Dienstag soll dann der gepflasterte Hinterhof des Hauses aufgegraben werden. Unter dem Pflaster soll sich eine alte Zisterne befinden, in der Peggys Leiche versteckt sein könnte.

2012 hatten Staatsanwalt und Kripo Bayreuth in dem Fall mit neuen Ermittlungen begonnen. „Dabei haben wir Hinweise auf den möglichen Ablageort der Leiche gefunden“, betonte der Sprecher. „Die Summe der Erkenntnisse hat uns veranlasst, hier Untersuchungen zu beginnen.“ Zum Bewohner des Hauses machte der Sprecher keine Angaben. Er werde befragt.

Nach ihrem Verschwinden hatte die Polizei 2001 intensiv aber erfolglos nach der Leiche gefahndet - bei einer der größten Suchaktionen der Nachkriegsgeschichte kamen sogar Tornados der Bundeswehr zum Einsatz. Wegen Mordes an Peggy war der geistig behinderte Gaststättenhelfer Ulvi K. verurteilt worden. Er habe Peggy getötet, um einen sexuellen Missbrauch des Mädchens zu vertuschen, lautete die Begründung des Gerichts. Das Urteil war umstritten. Der Pflichtverteidiger von Ulvi K. hatte Anfang April Antrag auf ein Wiederaufnahmeverfahren gestellt. Er glaubt, dass der verurteilte Ulvi K. den Mord nicht begangen hat. Der Leichenfund könnte nun neue Erkenntnisse zur Täterfrage liefern.

mm/dpa


http://www.merkur-online.de/aktuelles/ba...en-2865926.html

#33 RE: Presseartikel von 22.04.2013 20:26

Lichtenberg Polizei sucht wieder nach der Leiche von Peggy Knobloch

22.04.2013 · Zwölf Jahre nach dem Verschwinden der neunjährigen Peggy Knobloch ermittelt die Polizei wieder. Beamte durchsuchen das Haus eines einschlägig vorbestraften Mannes. Der Fall könnte so eine spektakuläre Wendung nehmen - denn für die Justiz gibt es bereits einen verurteilten Mörder.
Von David Klaubert


http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...2158051-b2.html

#34 RE: Presseartikel von Christine 23.04.2013 19:10

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Fall Peggy: Kripo muss weitersuchen

Lichtenberg (dpa). Die neuen Spuren im Fall Peggy haben sich bislang nicht erhärten lassen. Heute Nachmittag erklärten Staatsanwalt und Polizei Bayreuth, dass man bei der Durchsuchungsaktion im oberfränkischen Lichtenberg noch kein Ergebnis vorweisen könne. Ein Polizeisprecher sagte, man werde aller Voraussicht nach auch morgen noch weitersuchen.

Die damals neunjährige Peggy ist vor zwölf Jahren spurlos verschwunden. 2012 begannen in dem Fall erneut Ermittlungen. Gestern hat die Polizei begonnen, ein Anwesen im Ortskern unter die Lupe zu nehmen. Der Bewohner ist von den Beamten in Bayreuth befragt worden. Diese Aktion sei abgeschlossen, der Mann sei nicht mehr bei der Polizei, betonte der Sprecher.

Er bestätigte, dass es in dem Anwesen in Lichtenberg schon 2008 eine Durchsuchung gab - allerdings wegen eines anderen Falls. Damals sei Kinderkleidung gefunden worden. Ob dieser Fund im Zusammenhang mit dem Fall Peggy steht, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Polizei teilte zudem mit, dass es gestern auch Durchsuchungen in Mittelfranken und in Thüringen in dem Fall gegeben hat, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Man gehe neuen Spuren nach, die im Zuge der seit 2012 begonnenen Ermittlungen aufgetaucht seien.

Kein Zusammenhang mit Wiederaufnahmeverfahren
Heute wurde der Hinterhof des Hauses in Lichtenberg nur unweit von Peggys Elternhaus umgegraben. Die Ermittler stießen dabei auf einen alten Abwasserkanal. Dieser werde nun genauer untersucht, sagte der Sprecher. Das Anwesen bleibe ein polizeilicher Einsatzort. Ungefähr 30 Einsatzkräfte seien vor Ort.

Nach Peggys Verschwinden wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi K. als ihr Mörder verurteilt. Doch von Anfang an gab es Zweifel an seiner Schuld. Vor etwa zwei Wochen hat sein Anwalt einen Antrag auf Wiederaufnahme des Falls gestellt. Die jetzige Durchsuchung stehe aber in keinem Zusammenhang damit, sagte der Polizeisprecher.

23.04.2013 Ta


http://www.e110.de/index.cfm?event=page....kcid=1&id=63925

#35 RE: Presseartikel von 23.04.2013 19:21

Mordfall Peggy: Polizei nimmt verdächtigen Rentner fest
Schülerin ist seit zwölf Jahren verschwunden Peggy Knobloch: Liegt hier ihre Leiche?

Peggy (9) verschwand auf dem Nachhauseweg. Mit einem Bagger wird die Leiche von Peggy gesucht

23.04.2013 - 00:01 Uhr

Von J. VÖLKERLING, A. MÜHLBAUER und H. NEUMANN

Nürnberg – Ein Bagger wühlt sich durch einen Hinterhof in Lichtenberg (Bayern). Die Polizei hat die Grube mit weißen Laken abgesperrt. Der Verdacht: Hier liegt die Leiche der kleinen Peggy begraben! Seit Montag läuft die Suche, am Dienstag ging sie um 7.30 Uhr weiter.

Das Technische Hilfswerk ist vor Ort, vermutlich um eine Zisterne im Hinterhof auszupumpen. Leichenspürhunde haben nach BILD-Informationen bereits angeschlagen. Das muss aber noch nichts heißen: Das Haus steht wohl auf einem ehemaligen Friedhof.

DRAMATISCHE WENDE IN EINEM MORDFALL, DER GANZ DEUTSCHLAND BEWEGTE!

Vor zwölf Jahren verschwand Peggy auf dem Schulweg spurlos. 2004 wurde Ulvi K. (35) wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Saß Ulvi neun Jahre unschuldig hinter Gittern?


Fakt ist: Gestern nahm die Polizei überraschend einen neuen Verdächtigen in Gewahrsam! Um 8.30 Uhr holen Zivilbeamte Robert E. (66) zu Hause ab, stellen seinen Computer sicher. In seinem Garten suchen die Beamten mit Leichenspürhunden nach der Kinderleiche – bislang ohne Erfolg.

Ein Polizeisprecher zu BILD: „Im Zuge unserer Ermittlungen haben sich neue Hinweise ergeben. Wir hoffen, Peggys Leiche auf dem Grundstück zu finden. Der Besitzer wird eingehend befragt.“


Nach 40 Befragungen (ohne Anwalt!) gestand Ulvi K., Peggy ermordet zu haben. Später widerruft er sein Geständnis. mehr...

Nach BILD-Informationen ist Robert E. gelernter Stuckateur in Frührente. 2008 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Mädchen verurteilt, saß bis 2010 in Haft. Seine Frau verließ ihn deswegen, er lebt allein, gilt als Eigenbrödler.

Peggys Mutter Susanne kann kaum glauben, dass Robert E. nun doch unter Verdacht steht, sagte BILD: „Ich bin in einem schwarzen Loch. Ich habe gehört, dass die Hunde damals schon bei ihm angeschlagen hatten.“

Kommt Ulvi K. jetzt frei?

Sein Anwalt Michael Euler (32): „Wir streben die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Das wird frühestens Mitte 2014 sein. Bis dahin wird er in der Psychiatrie bleiben.“

Auch bei einem Freispruch wird Ulvi wohl nicht freikommen. Er hatte vor seiner Festnahme mehrere Kinder sexuell missbraucht, wurde wegen seiner Behinderung deswegen aber nie verurteilt.

http://www.bild.de/news/inland/verbreche...09892.bild.html

#36 RE: Presseartikel von 23.04.2013 19:40

Ermittlungen in Lichtenberg: Leichensuche im Fall Peggy bisher erfolglos

Von Julia Jüttner

Was geschah mit der neunjährigen Peggy Knobloch? Auf der Suche nach der Leiche des 2001 verschwundenen Kindes durchkämmen die Ermittler ein Haus im oberfränkischen Lichtenberg. Doch auch die Untersuchung eines verdächtigen Springbrunnens auf dem Gelände blieb bislang ohne Ergebnis.


Lichtenberg - Seit zwölf Jahren gilt der Vermisstenfall Peggy Knobloch als Mord ohne Leiche. Die Neunjährige verschwand am 7. Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenberg auf dem Weg von der Schule nach Hause. Ihre Leiche wurde nie gefunden, aber ein mutmaßlicher Mörder: Im April 2004 verurteilte das Landgericht Hof den geistig Behinderten Ulvi K. in einem Indizienprozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft.


Viele in Lichtenberg bezweifeln Ulvi K.s Schuld, einige von ihnen kämpfen um dessen Rehabilitation und gründeten die Bürgerinitiative "Gerechtigkeit für Ulvi K.". Es scheint, als würden die Verschwörungstheorien nicht verstummen, solange keine Leiche gefunden wird.

Entsprechend intensiv wurden die neuesten Ermittlungen verfolgt, als am Montag ein rosafarbenes Haus direkt am Marktplatz von Lichtenberg abgesperrt und durchsucht wurde, ein Bagger vorfuhr und die Pflastersteine im Hinterhof aushob. Von neuen Hinweisen war die Rede und einem möglichen "Leichenablageort". Nur wenige Meter entfernt wohnte Peggy mit ihrer Mutter und deren damaligem Freund.

Verdächtiger Springbrunnenbau

Der Bewohner des Hauses heißt Robert E., 63. Seinen Name kann man als festen Bestandteil der Ermittlungen im Fall Peggy Knobloch bezeichnen. Robert E. ist ein verurteilter Sexualstraftäter und hat in dem Jahr, in dem Peggy verschwand, seine Enkeltochter und sein Patenkind missbraucht. Die Mädchen kannten Peggy, was in einem 1000-Seelen-Nest wie Lichtenberg jedoch nichts Besonderes sein dürfte.

Nach Peggys Verschwinden soll Robert E., ein gelernter Handwerker, einen Springbrunnen auf seinem Grundstück gebaut haben. Am Dienstag sollte die Deckschicht der Zisterne entfernt werden, damit man den Schacht, die darunterliegende Kanalisation und weitere Hohlräume untersuchen konnte - es wäre ein gutes Versteck für eine Leiche gewesen. Robert E. wurde mit auf die Wache genommen und laut Polizei "eindringlich befragt".

Doch bis zum Nachmittag blieb die Suche nach Peggys Leiche ergebnislos. Die Arbeiten dauern noch an. Momentan würden unter anderem Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks und der Spurensicherung Hohlräume in dem Anwesen prüfen, hieß es. Dabei würden auch Leichenspürhunde eingesetzt.

Kein Zusammenhang mit Peggys Verschwinden

Robert E. wurde im Juni 2008 wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs an den beiden Mädchen, damals sieben und zehn Jahre alt, zu drei Jahren Haft verurteilt. Bereits im Oktober 2007 war im Zuge dieser Ermittlungen sein Anwesen durchsucht worden. Einen Zusammenhang mit Peggys Verschwinden schlossen die Ermittler damals aus.

Wie kam es nun zu den Ermittlungen? Angeblich haben sie nichts mit dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens zu tun, den der Anwalt von Ulvi K. Anfang April gestellt hat, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Vielmehr basierten die aktuellen Grabungen und Durchsuchungen auf Hinweisen, die bereits im Juli 2012 eingegangen seien, sagte ein Ermittler der damaligen Sonderkommission.

Der Leitende Oberstaatsanwalt, Ernst Schmalz, war bisher für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch sonst sind die Auskünfte der Staatsanwaltschaft Bayreuth zu dem Fall dürftig. Es mag daran liegen, dass Schmalz nicht nur Leitender Oberstaatsanwalt in diesem Verfahren ist, sondern gleichzeitig Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bayreuth und vertretender Behördenleiter - und mit dieser Dreifachbelastung womöglich überfordert. Kein anderer Sprecher war in der Lage, Anfragen zu beantworten.

"Wer hat schon Interesse, eigene Fehler aufzudecken?"

In Lichtenberg heißt es, Robert E.s Ehe sei gescheitert, einige Verschwörungstheoretiker vermuten nun, die Ehefrau habe nach der Trennung der Staatsanwaltschaft Hinweise gegeben, die die Untersuchungen am Marktplatz ausgelöst haben - "wahrscheinlich aus Rache".

Allzu große Hoffnungen machen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative "Gerechtigkeit für Ulvi K." allerdings nicht. "Es geht nicht darum, einen neuen Täter zu finden", betonte Gründungsmitglied Karl-Heinz Hörteis, "sondern darum nachzuweisen, dass es der Ulvi nicht war und nicht gewesen sein kann. Allein deshalb werden zumindest die Behörden in diesem Fall keine neuen Spuren finden. Wer hat schon Interesse, eigene Fehler aufzudecken?"

Ulvi K. hatte in Lichtenberg Kinder sexuell missbraucht, seine Mutter zeigte ihn deshalb an. Das Landgericht Hof war überzeugt, dass auch Peggy Knobloch Opfer seiner Übergriffe geworden war. Aus Angst, sie könne ihn verraten, soll Ulvi K. das Mädchen getötet haben. Der Bundesgerichtshof verwarf im Januar 2005 die Revision der Verteidigung.

Der heute 36-Jährige ist in einer geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses in Bayreuth untergebracht, seine lebenslange Strafe wegen Mordes trat er formal nicht an. Er hat einen IQ von 67, kann kaum lesen und schreiben. Sein Entwicklungsstand ist mit dem eines reifeverzögerten Zehnjährigen vergleichbar. Er wickelt Kabel, faltet Kartons und freut sich über den regelmäßigen Besuch seiner Eltern, die noch immer in Lichtenberg wohnen.

Die Ermittlungen, die zur Festnahme und zur Verurteilung Ulvi K.s führten, leitete die Staatsanwaltschaft Hof. Nun führen die Bayreuther Fahnder die Ermittlungen - unter der Leitung von Oberstaatsanwalt Schmalz, der selbst Staatsanwalt in Hof gewesen sein soll, als der Fall Peggy Knobloch für Furore sorgte. Man hätte ihn auch dazu gern befragt.




http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...n-a-896047.html

#37 RE: Presseartikel von 24.04.2013 08:57

Neue Spur im Mordfall Peggy „Ich will endlich wissen, was mit meinem kleinen Mädchen passiert ist“

Mutter will endlich Gewissheit

Peggys Mutter Susanne Knobloch (40) wartet seit zwölf Jahren auf Nachricht von ihrer Tochter Peggy (†?9). Das Mädchen verschwand am 7. Mai 2001 auf dem Nachhauseweg

24.04.2013 - 00:01 Uhr

Von J. VÖLKERLING

Halle/Nürnberg – Ihre blauen Augen blicken matt und erschöpft in die Kamera. Susanne Knobloch (40) durchleidet schwere Tage – wie so oft in den vergangenen zwölf Jahren.

Sie hat die gleichen blauen Augen wie ihre Tochter Peggy (9). Doch die Schülerin aus Lichtenberg (Bayern) ist seit dem 7. Mai 2001 spurlos verschwunden. Seit 12 langen Jahren!

Susanne Knobloch: „ICH WILL ENDLICH WISSEN, WAS MIT MEINEM KLEINEN MÄDCHEN PASSIERT IST.“

Für die Behörden ist der Fall abgeschlossen. Der angebliche Mörder Ulvi K. (35) verurteilt. Doch jetzt gibt es eine neue Spur, die die alten Wunden wieder aufreißt. Die Mutter zu BILD: „Ich bin seit vorgestern unter Daueranspannung.“

Mordfall Peggy: Polizei nimmt verdächtigen Rentner fest
Seit 12 Jahren vermisst Die Polizei gräbt weiter nach Peggys Leiche

Ein Bagger wühlt sich durch einen Hinterhof in Lichtenberg. Der Verdacht: Hier liegt die Leiche der kleinen Peggy begraben!

Mordfall Peggy Ulvi K. beteuert seit Jahren seine Unschuld
Seit 12 Jahren vermisst Finden sie heute Peggys Leiche?

Seit Montag gräbt die Polizei

in Lichtenberg wieder nach der Leiche der Drittklässlerin. Der Besitzer es Grundstücks wird zunächst in Gewahrsam genommen – und wieder freigelassen.

Wieder keine heiße Spur?

Mutter Susanne: „Der Tag, an dem Peggy verschwand, ist immer präsent. Jedes Mal, wenn was über Peggy in der Zeitung steht, durchlebe ich ihn neu. Ich sehe sie immer noch. Wie sie durch die Tür spaziert – mit ihrem Pferdeschwanz. Ich habe ihr den gebunden, aber ich wusste genau: In der Schule wird sie den aufmachen.“
Polizei gräbt 2 Meter tief nach der Leiche


Lichtenberg – Auch gestern wurde wieder auf dem Grundstück von Robert E. (66) in Lichtenberg (Bayern) nach Peggys Leiche gesucht. Bis auf zwei Meter Tiefe gruben die Bagger.

Plötzlich schlugen die Leichenspürhunde an. Kurz darauf die enttäuschende Nachricht:

Der Hund hatte menschliche Fäkalien aus einem Abwasserkanal gewittert. Polizeisprecher Jürgen Stadter (42): „Später haben wir einen unbekannten Kanal entdeckt, den wir genau untersuchen.“ Heute wird die Suche in Peggys Heimatort fortgesetzt. (müh)

Foto: dpa

2005 richtet Susanne Knobloch ein leeres Grab für ihre Tochter ein. Weil die Trauer einen Ort braucht, weil sie irgendwann Abschied nehmen will. Aber die Qual bleibt.

Susanne K.: „Ich muss seit 12 Jahren damit leben, keine Klarheit darüber zu haben, was mit meinem Kind geschehen ist. Ich kann nie damit abschließen.“

Hat sie noch Hoffnung, ihre Tochter irgendwann lebend wiederzusehen?

Susanne Knobloch blickt zum Fenster. Tränen steigen ihr in die Augen. Sie findet keine Worte. Mit Daumen und Zeigefinger zeigt sie, wie viel, wie wenig Hoffnung sie noch hat. Ganz leise sagt sie: „Ich hoffe, dass nach zwölf Jahren endlich Ende ist. Dass ich endlich Gewissheit habe, was mit meiner Tochter geschehen ist. Dass man sie mir wiederbringt.“

http://www.bild.de/news/inland/kindesmor...24046.bild.html

#38 RE: Presseartikel von 24.04.2013 09:00

Mordfall Peggy Grabungen in Lichtenberg werden fortgesetzt

Die Polizei setzt heute (24.04.13) in Lichtenberg (Lkr. Hof) die Suche nach Peggys Leiche fort. Gestern entdeckten die Ermittler einen Hohlraum. Unterdessen wurden neue Details zu alten Spuren bekannt.
Stand: 24.04.2013

Die Polizei hat neben dem Wohnhaus in Lichtenberg zwei weitere Objekte in Mittelfranken und Thüringen durchsucht. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks handelt es sich dabei um ein Wohnhaus im Raum Nürnberg. Das soll einer nahen Verwandten jenes Mannes gehören, dessen Grundstück in Lichtenberg seit Montag abgesucht wird. Außerdem durchsuchten die Ermittler eine Scheune im thüringischen Hirschberg, 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt. Sie gehört offenbar dem ehemaligen Stuckateur selbst.
Spur an Kinderhemd

Bei früheren Ermittlungen sei in der Scheune ein Kinderhemd gefunden worden. Daran seien DNA-Spuren von Peggy gefunden worden, sagte Ulvi Kulacs ehemaliger Verteidiger Ortwin Lowak. Allerdings habe es sich nur um eine sogenannte Teilspur gehandelt, da die DNA nicht ausgereicht habe, um sie Peggy eindeutig zuzuordnen. Der Mann wurde 2008 wegen sexuellen Missbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt.


Während der Hauptverhandlung habe der Richter den Mann auch auf den Fall Peggy angesprochen. Daraufhin habe der Angeklagte einen Zusammenhang vehement bestritten. Dabei sei er den Tränen nahe gewesen. Diese Reaktion habe auf ihn unglaubwürdig und wie Schauspielerei gewirkt, sagte Rechtsanwalt Nowak dem BR.


Ein Polizeisprecher bestritt einen Zusammenhang zwischen den erneuten Durchsuchungen und der DNA-Spur von damals. Vielmehr wollten die Ermittler neuen Hinweisen und Erkenntnissen nachgehen. Die Grabungen werden auch am dritten Tag fortgesetzt. Konkrete Hinweise auf die Leiche Peggys gebe es bisher aber noch nicht, erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Lichtenberg. Ein Hohlraum unter dem Grundstück soll nun genauer untersucht werden.
Computer beschlagnahmt

Bei einer ersten Durchsuchung am Montag (22.04.13) beschlagnahmten die Ermittler Computer und Akten. Sie stammen aus dem Haus des ehemaligen Verdächtigen, dessen Grundstück nun aufgegraben wird. Gegen ihn liege aber kein Haftbefehl vor, betonten die Ermittler. Die Polizei hat offenbar mehrere Hinweise, dass Peggy auf seinem Grundstück vergraben sein soll.
Polizeieinsatz in Lichtenberg


Wiederaufnahmeantrag gestellt

Der Mord an der kleinen Peggy sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Das neunjährige Mädchen war im Mai 2001 in Lichtenberg verschwunden. Obwohl die Leiche bis heute nicht gefunden wurde, hatte das Landgericht Hof 2004 den geistig zurückgebliebenen Ulvi Kulac wegen Mordes verurteilt. Der Nachbar von Peggy hatte sein Geständnis dann aber widerrufen. Mitte April 2013 stellte sein Verteidiger in Bayreuth einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens.
Wer tötete das Mädchen?


Viele Bürger in Lichtenberg haben Zweifel daran, dass der geistig behinderte Ulvi Kulac tatsächlich der Täter war und gründeten eine Bürgerinitiative, die sich für seine Freilassung einsetzt. Der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz betonte Anfang April in einer Pressemitteilung, dass eine Freilassung von Ulvi Kulac derzeit nicht in Betracht komme: Momentan werde nicht die lebenslange Haftstrafe wegen Mordes vollstreckt. Stattdessen sei Kulac wegen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, heißt es in dem Schreiben. Diese Taten seien unbestritten. Die Bürgerinitiative bezweifelt aber, dass die dauerhafte Unterbringung von Ulvi Kulac in einer Psychiatrie rechtmäßig ist, da dem heute 35-Jährigen lediglich exhibitionistische Handlungen und "gegenseitiges Betatschen" vorgeworfen wurden. Dies rechtfertige aber möglicherweise nicht das lebenlängliche Wegsperren eines geistig behinderten Menschen, so Gudrun Rödel von der Bürgerinitiative.



http://www.br.de/nachrichten/oberfranken...fnahme-100.html

#39 RE: Presseartikel von Christine 24.04.2013 18:22

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Fall Peggy Knobloch: Ermittler finden Knochen bei Grabungen


DPA
Wo ist die Leiche von Peggy Knobloch? In einem Hinterhof im fränkischen Lichtenberg haben Ermittler nach der Leiche des Mädchens gegraben und Knochen gefunden. Gerichtsmediziner sollen die Funde nun untersuchen.

Lichtenberg - Im Fall der verschwundenen Peggy Knobloch gibt es womöglich eine neue Spur. Ermittler haben bei Grabungen in einem Hinterhof im fränkischen Lichtenberg Knochenteile gefunden. Daraus dürfe man aber keine voreiligen Schlüsse ziehen, teilten die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken mit.

Rund um den Hof im Bereich der Kirche und des historischen Friedhofs seien auch früher bei Straßenbauarbeiten Knochenteile entdeckt worden. Zudem sei unbekannt, ob es sich um menschliche oder tierische Knochen handle. Dies soll nun eine gerichtsmedizinische Untersuchung klären, die mehrere Tage dauert. Der Fundort bleibt abgesperrt.
Die Leiche von Peggy wurde bislang nicht gefunden. Das Mädchen war am 7. Mai 2001 im Alter von neun Jahren verschwunden. Wegen Mordes an dem Mädchen verurteilte das Landgericht Hof 2004 den geistig behinderten Ulvi K. in einem Indizienprozess.

Sollten die aktuellen Ermittlungen den Verurteilten entlasten, hätte Bayern einen neuen Justizskandal. Mitte April hatte der Anwalt von Ulvi K. einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt.

Die Grabungsarbeiten in Lichtenberg wurden im Hof des Hauses von Robert E. vorgenommen. Der verurteilte Sexualstraftäter hat 2001 seine Enkeltochter und sein Patenkind missbraucht. In dieser Woche nun wurde Robert E. von der Polizei befragt.

Die "Gesamtschau einer Anzahl von Einzelhinweisen" habe Anlass dazu gegeben, die genaue Durchsuchung des Anwesens in Lichtenberg anzuordnen, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Wie lange die Grabungen in Lichtenberg noch andauern, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Die Ermittler waren auch anderswo aktiv: In Thüringen durchsuchten sie eine Scheune, die Robert E. gehören soll, in Mittelfranken ein Haus, dessen Eigentümerin angeblich eine Verwandte des Mannes ist. Es kamen Leichenspürhunde zum Einsatz.

ulz


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...n-a-896296.html

#40 RE: Presseartikel von Christine 25.04.2013 10:32

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FALL PEGGY KNOBLOCH
Polizei findet Knochenteile bei der Suche nach Peggy
Die Suche der Polizei war erfolgreich. Die Ermittler im Fall Peggy haben Knochenteile auf dem Grundstück eines verurteilten Kinderschänders gefunden. Von Sarah Ritschel

Ein Polizeibeamter sichert am 24.04.2013 das für die Suche nach der Leiche des Mädchens Peggy in einem Hinterhof in Lichtenberg (Bayern) aufgebaggerte Loch.

Die Suche der Polizei auf einem Anwesen in Lichtenberg war erfolgreich. Die Polizei hätte Knochenfragmente in einer alten Sickergrube auf dem Grundstück des Lichtenberger Rentners Robert E. gefunden, teilte Ernst Schmalz von der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Mittwoch mit. Die Ermittler hatten kurzfristig eine Pressekonferenz in dem oberfränkischen Dorf anberaumt, um die Presse über ihren Fund zu informieren.

Der Rentner Robert E. ist wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft und hat deshalb schon eine Haftstrafe verbüßt. Sein Anwesen liegt in der Nähe des Hauses, in dem die damals neunjährige Peggy im Mai 2001 nach der Schule nie angekommen war. Seit Montag hatten die Ermittler Haus und Hof durchsucht.


Gerichtsmedizin untersucht die Knochen nach Peggys DNA-Spuren

Jetzt müssten die Knochenfragmente - insgesamt sind es neun Stück - von der Gerichtsmedizin untersucht werden, kündigte der Sprecher an. Polizei und Staatsanwaltschaft rechnen damit, dass die Überprüfung, ob es sich um Peggys Knochen handelt, innerhalb einer Woche abgeschlossen sein könnte.

Peggy Knobloch wird am 7. Mai 2001 letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.
Möglich sei auch, dass die Skelett-Teile von einem alten Friedhof stammen, der direkt neben dem durchsuchten Grundstück liegt.

Selbst wenn sich aber herausstellen sollte, dass man sterbliche Überreste von Peggy gefunden habe, bedeute dies noch nicht automatisch, dass man auch einen neuen Täter habe, betonte Schmalz. Viele Varianten seien dann denkbar - "bis hin zu der These, dass Peggy beim Spielen hineingefallen ist."

Die Sickergrube auf dem durchsuchten Gelände ist heute mit einem Wintergarten überbaut. 2001 allerdings war dieser noch nicht vorhanden. In den Innenhof konnte jeder gelangen. Noch wisse man auch nicht, wie die Knochen in die Grube gelangt sein könnten, sagte Schmalz. Dass es sich um Knochenteile und -splitter handle, könne man möglicherweise damit erklären, dass Wasser durch die Grube geleitet wurde - und weitere Knochen weggespült worden seien.

Seit 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft wieder im Fall Peggy

Die Ermittlungen im Fall Peggy kamen wieder ins Rollen, nachdem im Jahr 2012 ein Hauptbelastungszeuge seine Aussage aus dem Prozess widerrufen hatte. Neue Erkenntnisse führten die Polizei jetzt zum Grundstück Robert E.s. Auch der Verteidiger des geistig-behinderten Ulvi K., der drei Jahre nach Peggys Verschwinden als deren Mörder verurteilt worden war, hatte Anfang dieses Monats die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Er warf den Ermittlern - wie viele weitere Kritiker - vor, Zeugenaussagen ignoriert zu haben. Ulvi K.s Verurteilung blieb bis zuletzt umstritten.


Rund 150 Beamte und 70 Helfer durchkämmten 2001 auf der Suche nach Peggy die ganze Region rund um Lichtenberg, dem Ort der vermissten "Peggy". Eine Leiche fanden sie nicht.

Der Fall Peggy zählt zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre in Deutschland. Die damals Neunjährige kam im Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule nicht nach Hause. Eine der größten Suchaktionen in der deutschen Geschichte begann - und blieb erfolglos.


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id24960686.html

#41 RE: Presseartikel von Christine 26.04.2013 09:40

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Fall Peggy Knobloch: Ermittler beenden Suchaktion


DPA
Polizeipressesprecher Stadter in Lichtenberg: Warten auf die Rechtsmedizin
Die viertätige Suche nach der Leiche von Peggy Knobloch ist beendet. In einem Hinterhof im fränkischen Lichtenberg hatten die Ermittler Knochen gefunden. Nun müssen sie auf die Ergebnisse der Rechtsmedizin warten.

Lichtenberg - Die Polizei in Oberfranken hat die neuerliche Suche nach der Leiche der vor zwölf Jahren verschwundenen Peggy Knobloch beendet. Was die viertägige Aktion gebracht hat, wird sich allerdings erst in der kommenden Woche zeigen. Die Ermittler hatten in einer alten Sickergrube im bayerischen Lichtenberg Knochenteile gefunden, wissen aber noch nicht, wie diese einzuordnen sind.


Die Knochen werden derzeit von Rechtsmedizinern in Erlangen untersucht. Ein Ergebnis erwarte man in rund einer Woche, sagte ein Polizeisprecher. Die Knochenfragmente könnten auch von einem Tier stammen oder im Zusammenhang mit einem alten Friedhof stehen, den es früher in der Gegend gegeben habe.
Eine Leiche von Peggy wurde nie gefunden. Das Mädchen war am 7. Mai 2001 im Alter von neun Jahren verschwunden. Wegen Mordes verurteilte das Landgericht Hof 2004 den geistig behinderten Ulvi K. in einem Indizienprozess. Sollten die aktuellen Ermittlungen den Verurteilten entlasten, hätte Bayern einen neuen Justizskandal. Mitte April hatte der Anwalt von Ulvi K. einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt.

Neue Hinweise hätten die Ermittler zu dem Lichtenberger Anwesen geführt, sagte der Polizeisprecher. Am Montag durchsuchten die Ermittler das Haus, das nur etwa 250 Meter entfernt vom früheren Wohnhaus Peggys liegt. Fast der komplette Innenhof wurde umgegraben. Am Donnerstag konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf den Keller und auf einen Hohlraum, den man dort vermutet hatte. Man sei aber nicht fündig geworden, sagte der Polizeisprecher. Das Haus bleibe ein "polizeilicher Einsatzort", bis das Ergebnis der Rechtsmediziner vorliege.

Der Bewohner des Hauses, ein verurteilter Sexualstraftäter, blieb auf freiem Fuß. Man habe ihm keine Verbindung zum Fall Peggy nachweisen können, hatte die Staatsanwaltschaft bereits am Mittwoch betont.

hut/dpa


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...n-a-896616.html

#42 RE: Presseartikel von Christine 26.04.2013 09:42

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Freitag, 26. April 2013 05:24

Grabungen beendet:

Anwesen in Lichtenberg bleibt aber vorerst gesperrt

Nach vier Tagen Suche nach Peggy Knobloch sind die Grabungsarbeiten auf einem Anwesen in Lichtenberg im Landkreis Hof eingestellt werden.
Neun Knochensplitter werden jetzt von Rechtsmedizinern untersucht. Es ist völlig unklar, ob sie menschlich sind, geschweigedenn, ob sie zu dem vor 12 Jahren verschwundenen Mädchen gehören. Auch, wenn die viertägige Suche in Lichtenberg bisher kein konkretes Ergebnis gebracht hat, die Ermittler stellen die Notwendigkeit der spektakulären Aktion nicht in Frage. Aufwand und Nutzen stehen im Verhältnis, sagte uns der Pressesprecher der oberfränkischen Polizei, Jürgen Stadter:
Zunächst ist für uns das Untersuchungsergebnis entscheiden. Selbst wenn sich jetzt herausstellen sollte, dass es sich möglicherweise um tierische Knochen handelt., dann können wir zumindest sagen ,dass in diesen Objekt, in diesem Anwesen keine leichte liegt.
Auch die Untersuchung von per Radar entdeckten Hohlräumen unter dem Haus ist abgeschlossen. Nach einigen Bohrungen steht laut Polizei fest, dass es sich dabei um natürlich Felsstrukturen handelt. Das Anwesen in Lichteberg bleibt aber bis zum Ergebnis der Knochenanalyse gesperrt. Die Ermittlungen, die die Kripo Bayreuth im Fall Peggy Knobloch vor einem Jahr wieder intensiviert hatte, werden fortgeführt.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1298108

#43 RE: Presseartikel von eugene1975 26.04.2013 20:29

hallo
Hat man jetzt etwa absichtlich den Staatsanwalt Schmidt aus Hof etwas vorgeführt?
Der doch mit Inbrunst immer neue Ermittlungen verneint hatte?

lg eugene

#44 RE: Presseartikel von 29.04.2013 21:28

News
Fall Peggy - Polizei sucht weiter Mo. 29.04.2013, 17:17


Lichtenberg (Bayern) – Im Fall der seit zwölf Jahren vermissten Peggy hat die Polizei die Suche nach der Leiche überraschend fortgesetzt. Bereits in der Vorwoche hatten die Ermittler vier Tage lang ein Haus unter die Lupe genommen. Zunächst galten die Arbeiten als abgeschlossen. Spezialisten hätten aber festgestellt, dass es in dem Gebäude „in dem ein oder anderen Bereich noch kleinere Hohlräume geben könnte”, so ein Polizeisprecher.


http://www.bild.de/

#45 RE: Presseartikel von Christine 02.05.2013 13:38

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Donnerstag, 2. Mai 2013 05:21

Warten auf Ergebnisse:
Im Fall Peggy stehen heute Knochensplitter im Mittelpunkt

Im Fall Peggy Knobloch erwartet man heute das Untersuchungsergebnis der Knochensplitter, die man vergangene Woche auf einem Anwesen in Lichtenberg gefunden hat.
Die insgesamt neun Knochensplitter werden im rechtsmedizinischen Institut Erlangen untersucht. Bisher steht weder fest, ob es sich um menschliche oder tierische Knochenteile handelt, geschweigedenn, ob die Knochen zu dem seit 12 Jahren verschwundenen Mädchen Peggy gehören. Unterdessen macht ein neues Buch von sich Reden, das heute erscheinen soll. Zwei Autoren haben darin den Fall Peggy Knobloch, die polizeilichen Ermittlungen und den Mordprozess gegen Ulvi K. noch einmal detailliert aufgedröselt. Heute Abend werden die beiden Autoren im Galeriehaus in Hof ihr Buch in einer Lesung vorstellen.


http://www.radio-plassenburg.de/default....howNews=1299235

#46 RE: Presseartikel von 03.05.2013 18:40

heute 13:47 Uhr


Peggy Knobloch
Spekulationen um Peggy: Lebt sie das Leben einer anderen?

Was mit Peggy geschah, ist weiter ein Rätsel: Das lässt Spielraum für Spekulationen: Eine davon ist, dass Peggy vor zwölf Jahren gar nicht ermordet wurde.



Wo ist Peggy? Seit zwölf Jahren ist diese Frage unbeantwortet. Allerlei Theorien ranken sich um ihr Verschwinden.

Im April wird der Fall Peggy Knobloch neu aufgerollt. Die Polizei durchsucht mehrere Anwesen in Lichtenberg in Oberfranken. Doch eine Leiche gibt es noch immer nicht. Zwar hat die Polizei Knochen sicher gestellt. Doch ob es sich um Peggy handelt, ist unklar.



Wurde Peggy verschleppt?

Ein Journalist aus Regensburg behauptet, zu wissen, was mit dem Mädchen geschah. Im Fränkischen Tag erklärt er seine gewagte Theorie. Für Hans-Werner Lange ist klar, Peggy lebte das Leben einer anderen - und starb auch so.

2009 wird eine junge Frau ermordet in einem Steinbruch nahe Löbau im Kreis Görlitz gefunden. Sie wird als Yvonne Menzel identifiziert. Journalist Lange ist überzeugt: Dabei handelt es sich um Peggy.

Das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg wurde seiner Meinung nach vor zwölf Jahren nicht ermordet. Sie wurde verschleppt. Ulvi K. scheidet für Lange als Täter aus. Nachzulesen bei infranken.de
Ein BR-Film greift Peggys Schicksal auf

Diese These vertritt auch BR-Journalistin Ina Jung. In ihrem Fernsehfilm "Das unsichtbare Mädchen" wird Sina (so heißt Peggy im Film) gekidnappt, verkauft und muss in einem Bordell im Osten anschaffen gehen.

Fall Peggy: Polizei findet Knochenteile (1:22)

Mit dem Journalisten Christoph Lemmer hat Jung nun ein Buch vorgelegt, in dem beide den Fall Peggy nachzeichnen und einem Skandal auf die Spur gekommen sein wollen. Ihrer Ansicht nach ist der Falsche als Mörder des neunjährigen Kindes verurteilt worden. Der geistig behinderte Ulvi könne nicht der Täter sein.
Jung und Lemmer haben Akten gewälzt, um herauszufinden: Was geschah mit Peggy?

Jung und Lemmer haben Akten gewälzt und mit vielen Menschen über den Fall gesprochen. Sie machen vor allem der Polizei-Soko Peggy II Vorwürfe, die eingesetzt wurde, nachdem die erste Sonderkommission die Segel gestrichen hatte. Das Tonbandgerät der Polizei sei ausgerechnet bei Ulvis Geständnis kaputt gewesen. Ulvi habe später hartnäckig widerrufen. Entlastungszeugen seien entweder gar nicht mehr gehört oder eingeschüchtert worden. Zeiten zum Ablauf der Tat seien manipuliert worden, behaupten die beiden Autoren. Ein auf Ulvi angesetzter V-Mann in der Psychiatrie habe gelogen - und das inzwischen auch vor der Justiz eingeräumt.
Peggy Knobloch wird am 7. Mai 2001 letztmalig auf dem Heimweg von der Schule gesehen.

Peggys Spur soll nach Sachsen-Anhalt führen

Ulvi K. war 2004 vom Landgericht Hof wegen Mordes verurteilt worden. Aber wenn die beiden Rundfunkjournalisten Recht haben sollten - wer war es dann? Wenn nicht Ulvi K. das Mädchen erstickte, um einen Missbrauch an ihr zu vertuschen - was ist dann mit Peggy geschehen? Lemmer und Jung zeichnen die Spuren nach, die die Polizei zunächst verfolgt hatte. Eine führte nach Sachsen-Anhalt, zu einem Bekannten von Peggys Familie.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth halten sich bei diesem Thema bedeckt.

In dem Buch gebe es für die Ermittler «keine wirklich neuen Informationen», sagte Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz. «Wir verfolgen mehrere Stränge», beschreibt er die 2012 wieder angelaufenen Untersuchungen. Das Buch enthalte nichts, was nicht auch im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft sei. Einzelheiten nennt er wegen der laufenden Ermittlungen nicht.

Bei der Buchvorstellung am Donnerstagabend in Hof ist auch Elke Beyer dabei. Die Bürgermeisterin von Lichtenberg sagt: «Es ist eine Geschichte, die nie aufhört. Wir wünschen uns ein Ende.» Lichtenberg sei untrennbar mit dem Fall verbunden. Die Bürger wollten wissen, was genau damals geschehen sei, damit wieder Ruhe einkehren könne in das Städtchen.


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id25080526.html

#47 RE: Presseartikel von 07.05.2013 18:39

Fall Peggy: Noch kein Ergebnis von Knochenfragmenten

06.05.2013 18:43

Wilde Spekulationen um die Knochenteile aus Lichtenberg. Es soll sich tatsächlich um menschliche Knochen handeln. Allerdings nicht von Peggy Knobloch. Das berichten verschiedene Medien am Wochenende und berufen sich auf eine Aussage der Bayreuther Staatsanwaltschaft. Auf Nachfrage von TVO stellt sich heraus – die Untersuchungsergebnisse liegen auch eineinhalb Wochen nach dem Ende der Grabungsarbeiten noch nicht vor.

http://www.tvo.de/mediathek/video/fall-p...n/#.UYkt48rqV6B

#48 RE: Presseartikel von 07.05.2013 18:42

Peggy-Nachbar will hohe Entschädigung

Die Analyse der Funde von Lichtenberg wird noch einige Tage dauern, sagt Dr. Ernst Schmalz. Der Hausbesitzer fordert nach den Arbeiten auf seinem Grundstück viel Geld zurück.

Von Rainer Maier


Lichtenberg/Bayreuth - Der 66-jährige Rentner aus Lichtenberg, dessen Haus am Marktplatz vor zwei Wochen Schauplatz einer spektakulären Leichensuche geworden war (wir berichteten), darf diese Woche in sein Anwesen zurück. In einem Zeitungsinterview sagte er jedoch, er wolle in Lichtenberg "nicht wieder bei Null anfangen", sondern jetzt aus dem Frankenwald-Städtchen wegziehen. Von der Justiz erwartet er demnach eine Schadens-Wiedergutmachung; er stellte den Betrag von 80 000 Euro in den Raum.

Der Bayreuther Oberstaatsanwalt Dr. Ernst Schmalz sagte unserer Zeitung auf Anfrage, der Mann habe, sobald sich endgültig bestätige, dass er keine strafbaren Handlungen im Zusammenhang mit dem Fall Peggy begangen habe, Anspruch auf eine materielle Wiederherstellung des Objekts. "Sein Häusle wird wieder genau in den Zustand versetzt, in dem wir es vorgefunden haben", betonte Schmalz. Darüber hinausgehende Ansprüche, etwa auf ein Schmerzensgeld wegen erlittener seelischer Belastung, habe der Mann nicht.

Die endgültige Entlastung liegt übrigens - entgegen anders lautenden Mitteilungen mancher Medien und auch der gestrigen Ausgabe unserer Zeitung - noch nicht vor. Die auf dem Anwesen in einer alten Sickergrube gefundenen Knochenreste sind Dr. Schmalz zufolge noch nicht abschließend analysiert. Noch könne man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob die Fragmente von Tier oder Mensch, geschweige denn von der auf den Tag genau heute vor zwölf Jahren verschwundenen Schülerin Peggy Knobloch stammen.

"Wir haben die Proben an zwei Institute mit differierenden Fachbereichen weitergegeben", erläuterte Schmalz. Die bayerischen Rechtsmediziner sind in diesem "sicherheitshalber zweigleisigen Verfahren" mit ihren Analyse-Verfahren Spezialisten für die Knochen erst kürzlich Verstorbener. Ein weiteres Institut außerhalb Bayern mit Experten für die Untersuchung alter Knochen sei mit zusätzlichen Gutachten beauftragt worden. "Das Ergebnis ist noch völlig offen", sagte Schmalz. Die Öffentlichkeit werde aber sofort informiert, sobald die Analysedaten vorliegen. Der Oberstaatsanwalt, der bei der Bayreuther Justiz für die laufenden Ermittlungen im "Fall Peggy" zuständig ist, teilte zudem mit, dass das vor einigen Tagen erschienene Buch von Ina Jung und Christoph Lemmer ("Der Fall Peggy - Die Geschichte eines Skandals") den Strafverfolgern keine neuen Erkenntnisse gebracht habe. "Ich habe es schon gelesen. Es ist nichts Neues dabei", sagte Dr. Schmalz. Alles, was im Buch erwähnt werde, sei der Staatsanwaltschaft bereits bekannt; Fakten, die Ansätze für zusätzliche Ermittlungen bieten könnten, gebe es nicht. Schmalz räumte allerdings ein, dass Staatsanwaltschaft und Polizei von sich aus "einigen der im Buch erwähnten Verdachtsmomente" schon seit einiger Zeit nachgingen. "Es gibt da Baustellen, da sind wir auch schon länger tätig."

Der Verdacht der beiden Buchautoren, ein unlängst in Halle an der Saale wegen Kindsmissbrauch verurteilter junger Mann könnte mit dem Verschwinden von Peggy Knobloch etwas zu tun haben, ist für Oberstaatsanwalt Schmalz ebenfalls "nichts Neues".


http://www.frankenpost.de/regional/oberf...art2388,2548651

#49 RE: Presseartikel von 07.05.2013 18:45

Montag, 6. Mai 2013 12:26
Das Warten auf ein Ergebnis im Fall Peggy Knobloch geht weiter.

Seit über einer Woche untersucht die Rechtsmedizin in Erlangen Knochensplitter, die die Ermittler auf einem Anwesen in Lichtenberg gefunden haben.

Weder Kripo noch Staatsanwaltschaft geben bisher Auskunft über ein Untersuchungsergebnis. Oberstaatsanwalt Schmalz hat unterdessen Medienberichte dementiert, die ihn zitieren, die Knochensplitter stammten nicht von Peggy.

Alles falsch, das habe er so nie gesagt. Bei dem Fund handelt es sich um teils sehr kleine Knochenfragmente, die über 10 Jahre im Erdreich gelegen haben. Die Untersuchungen seien laut Polizeisprecher Stadter deshalb auch sehr schwierig. Die Knochen könnten von einem alten Friedhof stammen, der an der Stelle einmal existiert hat, oder aus einer Sickergrube.

Mit den Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchungen rechnen Kripo und Staatsanwaltschaft frühestens Ende der Woche.

http://www.radio-bamberg.de/default.aspx...howNews=1300054

#50 RE: Presseartikel von Christine 18.05.2013 09:23

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17. Mai 2013 20:33 Uhr
PEGGY KNOBLOCH
Weiter Spekulationen um Knochen
Der Fall Peggy bietet weiter Spielraum zur Spekulationen. Auch die Knochenfunde haben bislang kein Licht ins Dunkel bringen können.

Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy auf dem Friedhof in Nordhalben (Bayern), aufgenommen am 25.04.2013. Vor zwölf Jahren verschwand in Oberfranken das Mädchen Peggy spurlos - nun hat die Polizei Hinweise, wo die Leiche sein könnte und durchsucht seit dem 22. April ein Grundstück in Lichtenberg.

Der Polizei liege kein «abschließendes Ergebnis» der Knochenuntersuchung vor, sagte ein Sprecher am Freitag in Bayreuth. Der Bayerischen Rundfunk hatte unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Bayreuth berichtet, die Knochenfunde seien nicht Peggy zuzuordnen. Es stünden aber noch weitere Untersuchungen aus.

Seit zwölf Jahren ist Peggy nun verschwunden

Das Mädchen war vor zwölf Jahren im oberfränkischen Lichtenberg (Landkreis Hof) spurlos verschwunden. Im April wurde der Fall Peggy Knobloch neu aufgerollt. Die Polizei durchsucht mehrere Anwesen in Lichtenberg in Oberfranken. Doch eine Leiche gibt es noch immer nicht. Zwar hat die Polizei Knochen sicher gestellt. Doch ob es sich um Peggy handelt, ist unklar.

Wurde Peggy verschleppt?

Ein Journalist aus Regensburg behauptet, zu wissen, was mit dem Mädchen geschah. Im Fränkischen Tag erklärt er seine gewagte Theorie. Für Hans-Werner Lange ist klar, Peggy lebte das Leben einer anderen - und starb auch so.

2009 wird eine junge Frau ermordet in einem Steinbruch nahe Löbau im Kreis Görlitz gefunden. Sie wird als Yvonne Menzel identifiziert. Journalist Lange ist überzeugt: Dabei handelt es sich um Peggy.

Das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg wurde seiner Meinung nach vor zwölf Jahren nicht ermordet. Sie wurde verschleppt. Ulvi K. scheidet für Lange als Täter aus.

Als Peggys Mörder ist rechtskräftig der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt. Doch an seiner Schuld gibt es Zweifel. Sein Anwalt hat auch einen Wiederaufnahmeantrag gestellt. Staatsanwaltschaft und Polizei Bayreuth hatten 2012 erneut mit Ermittlungen begonnen. AZ/dpa/lby


http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...id25283861.html

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