#1 Ermordete Fabienne Imhof | Warum bloss lernen die Richter nichts? von MissMill 05.03.2020 18:00

04.10.2018

Die Eltern der ermordeten Fabienne Imhof klagen an

«Warum bloss lernen die Richter nichts?»

Seit mehr als 22 Jahren kämpfen Paul Imhof (59) und seine Ehefrau Raphaela (56) aus Hägendorf SO dafür, dass der Tod ihrer Tochter Fabienne (†9) nicht vergebens war. Dafür, dass gemeinfährliche Täter, wie Fabiennes Mörder, für immer und ewig weggesperrt bleiben.

Im April 2004 der erste Erfolg: Das Volk nimmt die Verwahrungsinitiative an, an der die Imhofs wesentlich mitgearbeitet haben. «Wir waren so glücklich mit diesem Resultat. Und auch damit, dass kürzlich bereits Täter lebenslänglich verwahrt wurden», sagt Paul Imhof. «Was aber in den letzten Wochen in unserem Land wieder abgegangen ist – das ist einfach nur eine Schweinerei!»

Imhof spricht vom Fall des ermordeten Au-pairs Lucie

Trezzini (†16). Killer Daniel Hofmann (28) wurde zu 20 Jahren Knast und einer Verwahrung verurteilt. Aber er hat keine lebenslängliche Verwahrung gekriegt. «Da kommt mir die Galle hoch», sagt Paul Imhof. «Was muss ein Mörder denn noch alles anstellen, damit er für immer verwahrt wird?»

Auch der Fall von Serienvergewaltiger Markus Wenger (55) empört die Imhofs. «Dieser Typ hat über 20 Frauen sexuell missbraucht, war verwahrt, durfte aber trotzdem raus und in einer Wohnung leben», sagt Paul Imhof. «Unfassbar, dass so ein Wiederholungstäter in den stufenweise gelockerten Vollzug kam und in Freiheit erneut eine Frau anfallen konnte!»

Paul Imhof fragt: «Was sind das nur für Richter, die solche Täter nicht für immer hinter Gitter sperren? Was sind das nur für Gutachter, die solche Täter plötzlich wieder für gesund erklären?» Er gibt die Antwort selbst: «Solche Leute sind unfähig, wenn es drauf ankommt! Warum bloss lernen sie nichts? Jeder Laie merkt doch, dass die Täter im Knast wie kleine Lämmer sind. Aber wehe, wenn sie losgelassen werden! Jetzt ist gopferteli fertig!»

Der Polier kommt richtig in Fahrt: «Und dann Bundesrätin Sommaruga. Man wolle aus dem Fall Wenger Lehren ziehen, aber die Praxis nicht ändern, sagt sie. So ein Mist!»

Raphaela Imhof muss ihren Mann beruhigen. «Paul, wir kämpfen weiter, für unsere Tochter.»

Fabienne war neun Jahre alt, als sie am 26. August 1989 erwürgt wurde. Vom Kindermörder Werner Ferrari (65), der 1995 wegen mehrfachen Mordes eine lebenslängliche Gefängnisstrafe kriegt.

«Er ist zwar ein fünffacher Kindermörder. Aber er sitzt jetzt schon über 20 Jahre im Gefängnis, kann regelmässig ein Gesuch um Haftentlassung stellen», sagt Raphaela Imhof. «Das macht Angst! Wir würden von den Behörden wahrscheinlich nicht einmal erfahren, wenn der Mörder unserer Tochter wieder auf freiem Fuss wäre.»

Ihr Mann fügt an: «Ich weiss von einem Angestellten im Gefängnis: Ferrari durfte seit 2000 mehrmals begleitet raus! Eltern eines Mordopfers müssen heute mit allem rechnen.»

Dann zeigt Raphaela Imhof einen Anhänger: «Es sind die Haare von Fabienne. So ist sie immer bei mir. Und beschützt mich vor dem Bösen.»

Publiziert: 08.03.2012, 21:07 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 04.10.2018, 23:29 Uhr

https://www.blick.ch/news/schweiz/die-el...-id1799956.html

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