#1 RE: Presseberichte von 27.05.2013 18:43

News Vermisste 46-Jährige getötet So. 26.05.2013, 19:28

Nidderau (Hessen) – Eine seit Donnerstag vermisste Frau (46) ist getötet worden. Gourie Tabbo lag in einem Waldstück. Die Frau, die in Altenstadt in der Wetterau lebte, starb durch Schläge am Oberkörper. Sie hatte offenbar noch in einem Restaurant ihre Putzstelle angetreten. Ihre Familie hatte sie als vermisst gemeldet.



http://www.Bild.de

#2 RE: Presseberichte von Christine 15.11.2013 18:06

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Schrecklicher Fund

Vermisste Frau lag tot im Wald - Kripo konstatiert Gewalttat

Nidderau/Friedberg (dpa/lhe/ots). Eine seit Donnerstag vermisste 46-Jährige Frau ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Wie die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei Friedberg gestern Abend gemeinsam bekanntgaben, wurde die Frau tot in einem Wald nahe Nidderau (Main-Kinzig-Kreis) gefunden.

Die Leiche der 46-Jährigen, die mit ihrer Familie in Altenstadt in der Wetterau lebte, ist am Samstagnachmittag in Gießen obduziert worden. Die Mediziner stellten dabei fest, dass die Frau durch Schläge am Oberkörper massiv verletzt worden ist.

Am Freitagabend hatten Spaziergänger mit Hund die Leiche in einem Waldstück zwischen Limeshain-Rommelhausen und Nidderau-Ostheim entdeckt. Der Hund hatte die Tote aufgestöbert. Der Fundort liegt etwa 300 Meter von einem Weg entfernt.

Tochter ging zur Polizei
Die Frau ist nach Angaben der Behörden am Donnerstagmorgen zum letzten Mal lebend gesehen worden. Sie hatte wie üblich am frühen Morgen ihre Wohnung in Altenstadt verlassen und war zur Arbeit in einem Restaurant gegangen. Dort hatte sie eine Stelle als Reinemachefrau. Gegen 9 Uhr wurde sie an diesem Restaurant noch gesehen.

Als sie im Laufe des Tages nicht, wie gewohnt, nach Hause kam, erstattete die Tochter am Donnerstagnachmittag bei der Polizei Vermisstenanzeige. Die Suche der Polizei blieb zunächst erfolglos.


27.05.2013 Ta / wel

http://www.e110.de/index.cfm?event=page....kcid=1&id=64504

#3 RE: Presseberichte von Christine 15.11.2013 18:08

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15.11.2013 | 10:57 Uhr
POL-FB: Pressemeldung vom 15.11.2013:

Friedberg (ots) - Gemeinsame Pressemeldung der
Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht in Hanau, Katharina - Belgica - Straße 2, D - 63450 Hanau, Tel. 06181 - 297 427,
Pressesprecher: Herr Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze, Stellv. Pressesprecher: Herr Oberstaatsanwalt Thomas Geschwinde,
und des
Polizeipräsidiums Mittelhessen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Außenstelle Friedberg, Grüner Weg 3, 61169 Friedberg, Tel. 06031-601150, E-Mail: poea-fb.ppmh@polizei.hessen.de,
Pressesprecher Jörg Reinemer.
Nidderau - Altenstadt: Tötungsdelikt in Altenstadt - 46 - Jährige vor ihrem Verschwinden auf einem Fußweg bei Oberau gesehen - Plakat mit Zeugenaufruf aufgestellt
In Zusammenhang mit der am 24.05.2013 in einem Waldstück zwischen Nidderau - Ostheim und Limeshain - Rommelhausen tot aufgefundenen 46 - Jährigen aus Altenstadt haben sich für die Ermittler neue Fragen ergeben.
Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde die Altenstädterin an diesem Donnerstagmorgen, gegen 09.00 Uhr, auf einem Fuß - und Radweg bei Altenstadt - Oberau gesehen. Auf diesem Weg, der parallel zur Landesstraße verläuft, soll sie zu Fuß in Richtung Limeshain - Rommelhausen unterwegs gewesen sein. Aufgrund von Zeugenangaben befand sich die 46 - Jährige vermutlich in Höhe der Ortsgrenze von Oberau und nur wenige Meter entfernt vom dortigen Kreuzungsbereich. Diese Stelle befindet sich etwa zwei Kilometer entfernt vom Wohnort der Altenstädterin.
Am heutigen Freitag soll an der Stelle, an der Frau Tabbo vermutlich zuletzt lebend gesehen wurde, auf jeder Straßenseite der Landesstraße 3189 ein Plakat aufgestellt werden. Mit diesen beiden Hinweisschildern wollen Staatsanwaltschaft und Polizei vorbeifahrende Fahrzeuge bzw. Radfahrer und Fußgänger darauf aufmerksam machen, dass die 46 - Jährige möglicherweise auf diesem Wegstück auf ihren Mörder traf.
Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich, mit dieser Aktion Zeugen zu finden. Möglicherweise hat jemand die Frau an diesem Donnerstagmorgen im Mai gesehen. Auf dem Plakat ist neben dem Zeugenaufruf auch ein Bild der getöteten Frau zu sehen. Die Kleidungsstücke, die einer Puppe angezogen wurden, hat die 46 - Jährige getragen, als sie tot am 24.05.2013 in einem Waldstück zwischen Limeshain - Rommelhausen und Nidderau - Ostheim gefunden wurde.
Wie bereits berichtet, wurde die Altenstädterin bereits am Donnerstag, 23.05.2013, durch ihre Familie als vermisst gemeldet. Die eingeleiteten Suchmaßnahmen der Polizei verliefen zunächst ohne Erfolg. Einen Tag danach fanden Spaziergänger eine Leiche in dem größeren Waldstück zwischen den Orten Rommelhausen und Ostheim. Der Hund der Spaziergänger hatte auf den leblosen Körper, der neben einem Waldweg lag, aufmerksam gemacht. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich bei der aufgefundenen Leiche um die vermisste 46 - Jährige handelt. Bei der Obduktion stellten Gerichtsmediziner massive Verletzungen am Oberkörper der Frau fest.
Aufgrund dieser neuen Ermittlungsansätze sucht die Kriminalpolizei Zeugen, die ergänzende und weitere Hinweise zum Tötungsdelikt geben können.
Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, die Polizei in Friedberg unter der Rufnummer 06031 - 6010 zu verständigen.
Im Anhang befindet sich das Plakat!!
Jürgen Heinze Pressesprecher Staatsanwaltschaft
Jörg Reinemer, Pressesprecher Polizei
ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=43647
Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelhessen
Polizeidirektion Wetterau
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Grüner Weg 3
61169 Friedberg
Telefon: 06031-601 150
Fax: 06031-601 151

E-Mail: poea-fb.ppmh@polizei.hessen.de oder
http://www.polizei.hessen.de/ppmh


http://www.presseportal.de/polizeipresse...search=Nidderau

#4 RE: Presseberichte von Christine 15.11.2013 18:11

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Mord im Wald: Polizei unter Druck
Von Jürgen W. Niehoff
Familie der toten Vebronia Tabbo erhebt Vorwürfe wegen einseitiger Ermittlungen und Druck bei Verhören
Fast vier Monate sind seit dem Tötungsdelikt gegen die Altenstädterin Vebronia Tabbo vergangen. Jetzt erhebt die Tochter der Getöteten schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Altenstadt.
Die Polizei würde nur noch gegen Angehörige der Familie ermitteln, dabei liefe der Mörder weiter frei herum, so lautet einer der Vorwürfe der 22-jährigen Tochter Claudia Tabbo. Sie wendet sich vor allem gegen die Verhörmethoden der Polizei in Friedberg und Büdingen.
So seien ihr Bruder, ihr Lebensgefährte und sie selber bis zu vier Stunden in getrennten Räumen vernommen worden. Dabei seien die Polizeibeamten vielfach mit Unterstellungen und massivem Druck vorgegangen. So wurde nach Aussage der 22-Jährigen ihr gerade mal 14-jähriger Bruder nahezu genötigt, einzugestehen, dass der Vater und Ehemann der Getöteten gewalttätig gewesen und seine Frau geschlagen habe. Dabei soll er ihr auch Zähne ausgeschlagen haben.
Beschwerde wird geprüft

Diese Unterstellung habe die Polizei in der Vernehmung gemacht, obwohl bereits vom Zahnarzt der Getöteten die Informationen hatte, dass er ihre einige Zähne wegen starken Kariesbefalls ziehen musste. Nach Aussage des Anwaltes des Ehemanns Abdull-Ahhad Tabbo, Christoph Appel, hätte den Jungen das Verhör stark mitgenommen, er würde heute noch leiden. Appel hat inzwischen den Auftrag bekommen, zu prüfen, ob eine Beschwerde gegen die Polizei angebracht sei und ob sie die Polizei zu Ermittlungen auch in andere Richtungen veranlassen könnte.
„Das ist nicht nötig“, meldete sich dazu Jörg Reinemer, Sprecher der Friedberger Polizei. „Wir ermitteln natürlich nicht nur in Richtung der Familie und deren Umfeld, sondern suchen auch nach weiteren Spuren“. Die Vorwürfe, dass die Methoden denen im NSU-Verfahren (Nationalsozialistischer Untergrund) ähneln würden, wo auch nur im persönlichen Umfeld der Getöteten nach den Tätern gesucht wurde, wies Reinemer entschieden zurück. Die Sonderkommission bestünde immer noch aus zehn Kriminalbeamten, die weiterhin ermittle.
Fest steht bisher nur, dass die dreifache Mutter, eine gebürtige Serbin, die schon viele Jahren in Deutschland lebt, am Vormittag des 23. Mai von ihrer Arbeit als Putzhilfe nicht mehr nach Hause gekommen ist. Sie wurde in einem Waldstück zwischen Limeshain-Rommelshausen und Nidderau-Ostheim tot aufgefunden.
Ehemann sah sie noch

Tochter Claudia Tabbo ist immer noch davon überzeugt, dass ihre Mutter irgendetwas gesehen haben muss, was Fremde nicht hätten sehen dürfen. Deshalb musste sie sterben, so die Tochter. Ob es sich dabei um Geldwäsche in einem der Lokale gehandelt habe, in der sie putzte, wie nach Bekanntwerden ihres Todes in Altenstadt vermutet wurde, oder um sonst ein kriminelles Delikt, ist weiterhin offen. Die Polizei sucht weiterhin nach möglichen Anhaltspunkten oder auch Zeugen, die Vebronia Tabbo noch am Tattag gesehen haben oder irgendwelche Aussage zu ihr oder ihrem Umfeld machen können.
Denn fest steht auch, dass ihr Ehemann, mit dem sie 23 Jahre verheiratet war, einer der letzten gewesen sein muss, der sie noch lebend sah. Er hatte sie nämlich an diesem Vormittag an ihrer letzten Putzstelle in einem Altenstädter Lokal aufgesucht, um ihr den Hausschlüssel zu bringen. Die Polizei sucht derweil mit einer Plakataktion in Altenstadt und Umgebung nach weiteren Hinweisen.


http://sdp.fnp.de/lokales/wetterau/Mord-...k;art677,625031

#5 RE: Presseberichte von Christine 15.11.2013 18:15

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Artikel vom 06.09.2013 - 17.43 Uhr
Vebronia Tabbo hat ihren Mörder gekannt
Altenstadt (lk). Genau 15 Wochen ist es her, dass die Polizei auf die Suche nach der vermisst gemeldeten Vebronia Tabbo gegangen ist. Nach bisherigem Ermittlungsstand wird davon ausgegangen, dass die dreifache Mutter ihren Mörder kannte.

Die 46-jährige Altenstädterin war am Donnerstag, 23. Mai, nicht wie gewohnt von ihrer Arbeitsstelle nach Hause gekommen. Spaziergänger fanden die Leiche der Frau am Tag darauf in einem Waldstück zwischen dem Limeshainer Ortsteil Rommelhausen und dem Nidderauer Stadtteil Ostheim. Vebronia Tabbo wurde erschlagen. Eine zehnköpfige Soko der Polizei sucht seither erfolglos nach dem Täter.

Staatsanwaltschaft und Polizei liegt inzwischen das rechtsmedizinische Gutachten der Obduktion von Vebronia Tabbo vor. Demnach trat ihr Tod durch »schwere stumpfe Gewalteinwirkungen gegen Kopf und Hals und eine Strangulation« ein, teilt Jürgen Heinze, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, der WZ auf Anfrage mit.

Viele weitere Details zum Tötungsdelikt an der 46-Jährigen, einer vor vielen Jahren aus Syrien geflohenen Christin, sind allerdings noch unklar. Etwa die Frage nach dem Motiv des Täters. War es ein Raubmord? Oder ein Sexualdelikt? Hatte die Tat einen politischen Hintergrund? »Die Ermittlungen haben keine Hinweise auf ein Tätermotiv gegeben«, weiß der Oberstaatsanwalt.

Die Sonderkommission der Friedberger Polizei, bestehend aus zehn Personen, ermittelt weiter. Das berichtet Polizeipressesprecher Jörg Reinemer auf Anfrage der WZ. Die Polizei ist nicht nur Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und hat die Angehörigen der Getöteten befragt, sondern hat in Altenstädter Geschäften Plakate aufgehängt. Darauf ist die Rede von einem »brutalen Mord an Vebronia Tabbo« und dass diese auf »grausame Art und Weise erschlagen« worden sei. Durch die Plakataktion sollten neue Zeugen gefunden werden.

Die Polizei weiß inzwischen, dass Vebronia Tabbo, die stark in der Kirchengemeinde engagiert war, in den frühen Vormittagsstunden des 23. Mai zu einer ihrer zahlreichen Putzstellen, nur wenige Hundert Meter von ihrem Wohnhaus entfernt, gegangen war. Ihr Mann hatte noch nach seiner Frau geschaut, nachdem er vom Zahnarzt zurückgekommen war. Er hatte nicht gewusst, ob sie – das Paar war 23 Jahre verheiratet – ihren Haustürschlüssel mitgenommen hatte. Kurz darauf wollte die 46-Jährige wohl zum Frühstücken mit ihrem Mann nach Hause zurückkehren, doch dort kam sie nie an.

»Meine Mutter hat etwas gesehen, das sie nicht nicht sehen sollte«, sagte die 22-jährige Tochter der Getöteten wenige Tage nach dem Tod ihrer Mutter. »Dafür wurde sie bestraft«, war sich Claudia Tabbo sicher.

Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Hinweisen. Jeder, der Vebronia Tabbo an jenem Donnerstag gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Friedberg zu melden, Telefon 0 60 31/60 10.


http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kr..._pageid,88.html

#6 RE: Presseberichte von populous 06.05.2014 01:08

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Artikel vom 15.4.2014

Heiße Spur Neue Hinweise im Mordfall Vebronia Tabbo

Von Jürgen W. Niehoff In Sachen Tötungsdelikt Vebronia Tabbo scheint die Kriminalpolizei mittlerweile auf einer heißen Spur zu sein: Die Polizei ist zuversichtlich, den Fall bald aufklären zu können.

Vor knapp 14 Tagen hatte Friedbergs Kripo-Chef Rainer Beer überraschend die kurz bevorstehenden Aufklärung des Tötungsdeliktes an der 46-jährigen Vebronia Tabbo aus Altenstadt angekündigt. Jetzt musste Polizeisprecher Jörg Reinemer das „kurz bevorstehend“ korrigieren: Eine der beiden Spuren habe sich mittlerweile als falsche Fährte herausgestellt, dafür sei die andere nun recht vielversprechend, erklärte Reinemer.

In welche Richtung diese Spur führt, wollte der Polizeisprecher allerdings noch nicht verraten. Vor allem dazu, ob im Kreise der Familie noch nach dem Täter gesucht werde, äußerte er sich nicht.

Vebronia Tabbo war im Mai 2013 in einem entlegenen Waldstück nahe dem Altenstädter Ortsteil Waldsiedlung tot aufgefunden worden. Die Würgemale am Hals der Toten und vor allem die Verletzungen am Oberkörper hatten sehr schnell den Verdacht auf ein Tötungsdelikt aufkommen lassen. Deshalb wurde zunächst erst im engsten Umfeld der Ermordeten nach dem oder den Tätern gesucht.

Verdacht auf Habgier

Dabei gerieten auch der Ehemann der Toten, der 55-jährige Abdullahhad Tabbo und der Besitzer einer Pizzeria, in der Vebronia Tabbo noch an ihrem Todestag geputzt hatte, ins Visier der Ermittler. Bei dem Ehemann war der Verdacht auf Habgier aufgekommen, weil ein Sparbuch seiner Ehefrau mit einem nennenswerten Betrag nach ihrem Tod nicht mehr aufgefunden werden konnte. Zudem sei er von Nachbarn als gewalttätig beschrieben worden.

Bei dem Gaststättenbesitzer, bei dem es sich zudem noch um den Freund der inzwischen 23-jährigen Tochter der Toten Claudia Tabbo handelt, lagen der Ermittlung wohl eher Gerüchte und Verdächtigungen des Umfeldes als Beweise zugrunde. So wurde behauptet, dass die Getötete möglicherweise am Morgen ihres Todestages beim Putzen zufällig Zeugin von kriminellen Handlungen oder Absprachen in der Gaststätte wurde und sie deshalb aus dem Wege geräumt werden musste.

Immer wieder durchsucht

Aber auch bei ihm hätte es möglicherweise handfeste finanzielle Gründe für den Mord geben können, denn Vebronia Tabbo hatte ihm zur Eröffnung seiner Pizzeria rund 3000 Euro geliehen, mit deren Rückzahlung er im Rückstand gewesen sein soll.

Auch wenn die Polizei in den vergangenen Monaten die elterliche Wohnung und die Pizzeria des Freundes immer und immer wieder durchsucht haben, so glaubt im Familienkreise keiner mehr wirklich daran, dass entweder der Ehemann Abdullahhad oder der Freund der Tochter verantwortlich für den Tod der Mutter ist. Reinemer ist allerdings zuversichtlich: „Wir werden den Täter schon bald finden und dann den Tathergang ganz schnell aufklären können.“

http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Neue-...o;art677,814995

#7 RE: Presseberichte von 24.06.2014 12:28

Mord an 46-Jähriger
Lebensgefährte von Tochter verdächtig

Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 46-Jährigen aus Altenstadt hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen: den Lebensgefährten ihrer Tochter. Ermittelt wird auch noch gegen einen anderen Verwandten.


Mehr als ein Jahr ist es her, dass die Leiche der erschlagenen Vebronia Tabbo neben einem Waldweg zwischen Limeshain-Rommelshausen und Nidderau-Ostheim (Wetterau) gefunden wurde. Lange tappten die Ermittler im Dunkeln, sogar mit Großplakaten an der Landstraße nahe ihres Heimatorts Altenstadt waren sie auf die Suche nach dem Mörder gegangen. Die Ermittler vermuteten, dass sie dort - auf einem Fuß- und Radweg - auf ihn traf.

Nun wurde der 30 Jahre alte Lebensgefährte der Tochter des Opfers unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Er soll die 46-Jährige mit einem Ast oder einem anderen stumpfen Gegenstand erschlagen haben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau am Dienstag sagte. Der 30-Jährige soll so lange auf die Frau eingeprügelt haben, bis sie tot war. Motiv sollen familiäre Streitigkeiten um Geld gewesen sein.

Auch Ehemann im Visier der Ermittler

Mehr wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Der Beschuldigte äußerte sich den Angaben zufolge bisher nicht zu den Vorwürfen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Gleichzeitig wird auch noch gegen den Ehemann der Getöteten ermittelt. Für die Staatsanwaltschaft war von Anfang an klar, dass die Frau den Täter gekannt haben musste.

Die 46-Jährige war Mitte Mai vergangenen Jahres von ihrer Tochter als vermisst gemeldet worden, weil sie nicht wie gewohnt von ihrer Arbeit als Putzfrau in einem Restaurant nach Hause gekommen war.

http://www.hr-online.de/website/rubriken..._52177633&tl=rs

#8 RE: Presseberichte von Christine 09.09.2014 11:40

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16.07.2014, 03:30 Uhr

Von Jürgen W. Niehoff
Der Mordfall Vebronia Tabbo schlägt hohe Wellen: Die Angehörigen der Altenstädterin sehen in der Verhaftung eines Familienmitglieds schwere Polizeifehler und sprechen sogar von Vorverurteilung.


Den besonderen Unmut der Familie Tabbo erregt die Verhaftung des Freundes der Tochter Claudia am 12. Mai (die FNP berichtete). Fast genau ein Jahr nach der eigentlich Tat, bei der die 46-jährige gebürtige Syrerin Vebronia Tabbo erschlagen und in einem nahen Waldstück zwischen Rommelhausen und Ostheim abgelegt worden war.

Nach Ermittlungen der Polizei, die zunächst auch den Ehemann Abdullahhad in Verdacht hatte, weil ein Sparbuch der Toten seither nicht mehr auffindbar ist, kam dann aber der 31-jährige Freund der Tochter Claudia in den Verdacht, die Tat selbst ausgeführt zu haben. Auch bei ihm könnte es sich um einen finanziellen Hintergrund handeln.
Er, ebenfalls aus Syrien stammend, betreibt nämlich in Altenstadt eine Pizzeria und hatte sich vor einiger Zeit 3000 Euro bei Vebronia Tabbo, der Mutter seiner Freundin, geliehen. Möglicherweise kam es dann wegen der Rückzahlung zu Streitereien.
Spuren fehlen

Für Claudia Tabbo und den Rest der Familie ist die Verhaftung ihres zukünftigen Verlobten jedenfalls ein nicht nachzuvollziehender Justizfehler, der durch nichts zu beweisen sei. Weder wäre die Zeitspanne von höchstens 35 Minuten, in der der 31-jährige Pizzeria-Besitzer am Tattag nicht in seinem Lokal war, ausreichend für die Tat, noch gebe es Spuren an seinem Auto oder an seiner Kleidung.
Auch die Durchsuchung seiner Wohnung und seiner Geschäftsräume habe den Tatverdacht der Polizei nicht erhärten können. „Insgesamt“, so heißt es in der Veröffentlichung der Familie Tabbo, „sei die Beweislage so dünn, dass sie auf keinen Fall die Untersuchungshaft rechtfertige“.
Sie unterstellen sogar, dass der damalige Anwalt bei dem anschließenden Haftprüfungstermin mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei gemeinsame Sache gemacht habe. Der Grund: Er habe die möglichen Ausschließungsgründe für die Tatbegehung durch den 31-jährigen nicht vorgetragen.
„Alles Unsinn. Hier kennt die Autorin der siebenseitigen Veröffentlichung offensichtlich nicht alle Details“, weist der Pressesprecher der Hanauer Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze, die Anschuldigungen zurück. „Weil die Behauptungen jeglicher Grundlage entbehren, nehmen wir dazu momentan auch keine Stellung“, führt er weiter aus.
„Starker Tobak“

Allerdings versprach er für kommende Woche mehr Aufklärung. „Aber nicht, weil die Familie Tabbo sich mit diesen Behauptungen zu Worte gemeldet hat, sondern um der Öffentlichkeit den neusten Stand des Ermittlungsverfahrens mitzuteilen“, kündigte der Oberstaatsanwalt Einzelheiten zu der Verhaftung des Freundes der Tochter an.
Die war nämlich zunächst einen Monat geheim gehalten worden, bevor sie von der Staatsanwaltschaft am 26. Juni bekannt gegeben wurde. Auch die Friedberger Polizei will sich zu der Veröffentlichung im Internet durch die Familie Tabbo nicht äußern.
„Das ist ganz schön starker Tobak“, meinte dazu nur der Wetterauer Polizeisprecher Jörg Reinemer. Darüber hinaus verwies er auf die angekündigte Stellungnahme der Staatsanwaltschaft in der kommenden Woche.


http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Mordf...i;art677,940628

#9 RE: Presseberichte von 10.03.2015 11:30

Tabbo-Mord: Angeklagte sind wieder auf freiem Fuß

Altenstadt (lk/jwn). Zehn Monate saß Bashar G. in Untersuchungshaft. Jetzt ist der 29-Jährige wieder frei. Das gilt auch für seinen Bruder, den 21-jährigen Gabi G. Die Haftbefehle beider Männer wurden am Freitag aufgehoben. Die Anklage wird jedoch aufrechterhalten.


Die Brüder sollen laut Staatsanwaltschaft vor zwei Jahren gemeinsam Vebronia Tabbo erschlagen haben. Seit November wird Bashar G. am Hanauer Landgericht der Prozess gemacht. Die Verhandlung gegen seinen Bruder hat noch nicht begonnen.

Dr. Angela Vogel, sie betreibt einen Internet-Blog für Altenstadt, teilte die überraschende Wende am Freitagabend mit. Nach allem, was der bisherige Prozess an Erkenntnissen über Schuld beziehungsweise Unschuld der Inhaftierten erbracht habe, hätte der Haftrichter keinen Grund mehr gehabt, die beiden Angeklagten weiter in Untersuchungshaft zu behalten – zumal keine Fluchtgefahr bestehe, schreibt sie. Jürgen Heinze, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, konnte das nicht bestätigen. Er wisse es schlichtweg nicht, sagte er gegenüber der WZ. Am Hanauer Landgericht war niemand erreichbar, die Polizei konnte am Freitag keine Angaben dazu machen, ob die Brüder noch in Haft sitzen oder nicht.

Erst ein Besuch in der Pizzeria des 29-jährigen Bashar G. in Altenstadt brachte Gewissheit: Die beiden Brüder saßen im Kreis einiger Bekannter im Gastraum. Trotz der Freilassung hatten die Männer eine versteinerte Miene, unterhielten sich auf Arabisch. Claudia Tabbo, die Verlobte von Bashar G. und Tochter der Ermordeten, kam aus der Küche der Pizzeria. Sie wirkte glücklich und sagte: »Wir haben es geschafft.« Bashar G. kündigte an, er werde in zwei Wochen ein Interview geben, Gabi G. meinte: »Jetzt kommt die Wahrheit endlich raus.« Zur Sache selbst äußerten sie sich nicht – Empfehlung des Anwalts. Der war laut Claudia Tabbo übrigens »eine gute Wahl«.

Anwalt Oliver Wallasch aus Frankfurt gab gegenüber der WZ am Freitagabend keine Stellungnahme ab, berief sich auf seine anwaltliche Schweigepflicht. Wallasch ist der neue Wahlverteidiger von Bashar G., saß bei der jüngsten Verhandlung Ende Februar erstmals an dessen Seite. Thomas Kieserizky, der Pflichtverteidiger, der Bashar G. an den ersten 15 Verhandlungstagen vertreten hatte, war plötzlich erkrankt.

Der Prozess läuft seit November. Bashar G. streitet die Tat ab. Seine Verlobte, die Tochter der Getöteten, hat bereits als Zeugin ausgesagt und dem 29-Jährigen ein lupenreines Alibi gegeben.

Prozess wird am Dienstag fortgesetzt

Die Staatsanwaltschaft indes geht davon aus, dass die Brüder die bewusstlose Vebronia Tabbo am Vormittag des 23. Mai 2013 mit dem Auto von Altenstadt in ein Waldstück bei Nidderau gefahren zu haben, um sie dort zum Sterben abzulegen.

Zuvor könnte es zu einem Streit zwischen Vebronia Tabbo und deren Ehemann gekommen sein. Es sei möglich, dass die Altenstädterin dabei von ihrem Gatten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sei.

Staatsanwalt Matthias Pleuser geht davon aus, dass der Ehemann die Bewusstlosigkeit falsch gedeutet und seinen Schwiegersohn in spe gebeten haben könnte, die Sterbende zu »entsorgen«,

Bashar G., der Schulden bei den Tabbos hatte und daher in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zu diesen stand, sei seinem Wunsch nachgekommen. Gemeinsam mit seinem Bruder habe er die gebürtige Syrerin in den Wald gefahren, dort sei diese wohl wieder zu sich gekommen und daraufhin von den Brüdern mit Ästen erschlagen worden, mutmaßt Pleuser.

DNA-Spuren der Brüder wurden an Vebronia Tabbos Kleidung gefunden, auch war das Mobiltelefon von Bashar G. am 23. Mai in einer Funkzelle eingeloggt, in deren Bereich Spaziergänger tags darauf die Leiche von Vebronia Tabbo gefunden hatten.

Am Dienstag soll der Prozess gegen Bashar G. am Hanauer Landgericht fortgesetzt werden. Zumindest bis dahin bleibt er wohl auf freiem Fuß.

http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kr..._pageid,88.html

#10 RE: Presseberichte von 28.04.2016 13:56

Vermisst gemeldete Vebronia Tabbo ermordet aufgefunden
Altenstadt/Limeshain/Nidderau (lk). Die seit Freitag als vermisst gemeldete Vebronia Tabbo ist tot. Spaziergänger haben die Leiche der 46-jährigen Altenstädterin am Freitagabend in einem Waldstück zwischen dem Limeshainer Ortsteil Rommelhausen und dem Nidderauer Stadtteil Ostheim gefunden.


Bei einer Obduktion der Leiche wurden »massive Verletzungen durch Gewalteinwirkung« festgestellt, teilt Polizeipressesprecher Jörg Reinemer am Sonntagabend auf Anfrage der WZ mit. Man gehe von Totschlag oder Mord aus.

Wer hat die seit Freitag als vermisst gemeldete Vebronia Tabbo zuletzt gesehen? Mit wem hatte die 46-Jährige Kontakt? Wie sieht das Umfeld der Altenstädterin aus? Und vor allem: Wer hat Vebronia Tabbo ermordet? Diesen Fragen stehen Polizei und Staatsanwaltschaft gegenüber, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Klar ist nur, die 46-Jährige wurde Opfer eines Verbrechens. »Wir gehen von Totschlag oder Mord aus«, berichtet Jörg Reinemer, Pressesprecher der Wetterauer Polizei.

Die Altenstädterin hatte am Donnerstagmorgen ihre Wohnung verlassen und war zu dem Restaurant in der Hanauer Straße gegangen, in dem sie als Reinemachefrau arbeitete. Gegen 9 Uhr wurde sie dort noch gesehen, kam dann allerdings im Laufe des Tages nicht nach Hause. Die Tochter der Frau erstattete am Freitagnachmittag eine Vermisstenanzeige.

Nur wenige Stunden später wurde die 46-Jährige tot aufgefunden. Zwei Spaziergänger fanden ihre Leiche in einem Waldstück zwischen Rommelhausen und Ostheim. Der Hund der Spaziergänger hatte sie auf den leblosen Körper neben einem Waldweg aufmerksam gemacht. Die beiden informierten die Polizei. Auch ein Rettungssanitäter wurde gerufen, er konnte nur noch den Tod der Frau feststellen.

Die Leiche von Vebronia Tabbo wurde am Samstag in Gießen obduziert. Dabei stellten die Mediziner »massive Verletzungen durch Gewalteinwirkung« am Oberkörper fest, berichtet Reinemer. Die Gießener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdelikts.

Polizei sucht Zeugen

»Noch gibt es keine Spur, wir ermitteln in alle Richtungen«, sagt Reinemer. Die Polizei ist auf der Suche nach Zeuge, die am Donnerstag in dem Waldstück Verdächtiges beobachtet haben. Die Leiche von Vebronia Tabbo wurde in der Gemarkung Ostheim, aus Richtung Rommelhausen kommend, auf der rechten Seite der Landstraße gefunden, unmittelbar nachdem die Straße eine Linkskurve macht. Die Spaziergänger entdeckten die Leiche neben einem befestigten Weg, etwa 300 Meter von der Landstraße entfernt.

Die Polizei in Friedberg bittet Zeugen, die die 46-Jährige am Donnerstagmorgen gesehen habe, sich zu melden, Telefonnummer 0 60 31/60 10. (Foto: pv)

http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kr..._pageid,90.html

#11 RE: Presseberichte von Christine 06.12.2017 08:50

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Ungesühnte Fälle: Rätsel um die Tote im Unterholz

Gespeichert von webreporter55 am 27. Juli 2015 - 20:30


Die Leiche der Reinemachefrau Vebronia Tabbo, 47, wurde am 24. Mai 2013 im Unterholz zwischen Altenstadt und Nidderau von Spaziergängern gefunden. Zuletzt gesehen hatte sie ihr Ehemann am Morgen des Vortages, der dann aber einen Zahnarzttermin wahrnahm und angab, nichts über einen Streit und den Verbleib seiner Ehefrau zu wissen. Ihr Kopf war mit einem Holzstück eingeschlagen worden, ihre Rippen durch Tritte auf den Brustkorb gebrochen, ihr T-Shirt halb hochgezogen. Es sollte wohl wie ein brutaler Sexualmord aussehen. Doch die Rechtsmedizin fand Würgemale an ihrem Hals, die ihr wohl schon zuvor beigebracht wurden. Bewusstlos und nahezu tot war sie in den Wald gebracht worden, wo dann weiter auf sie eingeschlagen und eingetreten wurde.

Die Tat wird wohl immer ungesühnt bleiben. Hatte der Ehemann sie zunächst - fast - erwürgt und den scheinbar toten Körper zum Abtransport an seinen Schwiegersohn in spe und dessen Bruder übergeben, um ihn im Wald zu entsorgen? Wachte sie dort plötzlich wieder auf, und musste zum Schweigen gebracht werden - oder schlugen die Helfer nur deshalb so brutal auf den leblosen Körper ein, weil sie dachten, sie sei ohnehin schon tot und man könne so vom wahren Täter ablenken? Die Staatsanwaltschaft ist jedenfalls von der Täterschaft des Ehemanns und der beiden Brüder fest überzeugt - nur konkret nachweisen konnte man ihnen es trotz DNA- Spuren nicht. Denn diese hätten auch vom alltäglichen Umgang stammen können, wenngleich das ziemlich unwahrscheinlich war.

http://graber-justice.de/ungesuehnt/tabbo

#12 RE: Presseberichte von Christine 06.12.2017 08:54

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Tötungsdelikt Vebronia Tabbo

Ungesühnte Tötung

09.04.2015
VON JÜRGEN W. NIEHOFF

Das Urteil im Tötungsdelikt Vebronia Tabbo ist gesprochen. Aus juristischer Sicht mag an ihm nichts zu deuteln sein – aber moralisch? Kann der Freispruch überzeugen, wo es doch eindeutig einen oder mehrere Täter gibt?

Fest steht aufgrund der monatelangen und akribischen Ermittlungen der Polizei, dass die 47-jährige Altenstädterin im Mai 2013 gewaltsam zu Tode kam. Fest steht auch, dass der Fast-Schwiegersohn und dessen Bruder an der Tat beteiligt waren. Und wohl auch der Ehemann der Getöteten. Am Ende jedoch war keinem von ihnen ein konkreter Tatbeitrag nachzuweisen. Unklar bleibt, wer mit dem Würgen der Frau die Kausalität für ihren späteren Tod in Gang setzte.

Wer hat ihren womöglich qualvollen und langsamen Tod durch eine zusätzliche Handlung, wie dem Zertrümmern ihres Kopfes durch die Schläge mit einem Ast, beschleunigt oder gar erst eingeleitet? Nach Aussage der Gerichtsmedizinerin Gabriele Lasczkowski soll schon das Strangulieren am Morgen des 23. Mai 2013 ausreichend für den Tod von Tabbo gewesen sein.

Aber wie muss dann das Handeln der Brüder eingeordnet werden? Ihre DNA-Spuren fand die Polizei an der Kleidung der Toten wieder. Darüber hinaus gab es auch Faserspuren der Bekleidung der Toten im Fahrzeug des Hauptangeklagten, des Freundes der Tochter. Nach Ansicht von Staatsanwalt Matthias Pleuser und später auch des Gerichts sei die Frau zunächst von ihrem Ehemann gewürgt worden, und zwar aufgrund der Spuren an ihrem Hals so heftig, dass diese Handlung allein schon mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit zum Tode geführt hätte.

Wer verursachte den Tod?

Nach Ansicht der Gerichtsmedizinerin wäre sie also auch ohne die Schläge gestorben. Doch wer ist in diesem Fall der Täter? Der Ehemann, der aller Wahrscheinlichkeit die Todesspirale mit dem Würgen begonnen hatte? Die Brüder, die die bewusstlose oder schon klinisch tote Frau in den Wald bei Rommelhausen gefahren haben und dann das Zucken der Körpergliedmaßen fälschlich als Wiedererwachen deuteten – und deshalb mit dem Ast zuschlugen? Und wenn: Wer von ihnen schlug zu? Da musste sogar der Staatsanwalt passen. „Wer die tödlichen Schläge ausübte, ist an Hand der Spuren nicht mehr zu klären. Deshalb bleibt nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten) juristisch keine andere Möglichkeit als der Freispruch“, so Pleuser.

Ein Unbehagen bleibt

Auch andere Straftatbestände wie das Aussetzen hilfloser Personen oder fahrlässige Tötung schieden ebenfalls aus, weil im ersten Fall den Brüdern der Vorsatz nicht nachzuweisen war. Schließlich dachten sie, die Frau sei schon tot. Und im zweiten Fall erfolgte ihr Tod nicht durch die Fahrlässigkeit, sondern durch das Strangulieren. Auch eine Aburteilung wegen des Tatbestandsmerkmals Störung der Totenruhe kam nicht in Betracht, weil die Frau wohl noch lebte, als die Brüder sie in den Wald schafften.

„So schließt ein Paragraf den anderen aus. Was sich beweisen lässt, ist nicht strafbar und was strafbar ist, lässt sich nicht beweisen“, meinte Staatsanwalt Pleuser enttäuscht nach der Urteilsverkündung. Auch für ihn sei der Ausgang des Verfahrens nicht befriedigend. Gegen den Ehemann gibt es nach Angaben Pleusers zwar eine Anklageschrift. Da es jedoch keinerlei Beweise für dessen Tatbeteiligung gebe, werde diese vorerst zurückgehalten.

Er werde auch gegen den Freispruch des Hauptverdächtigen keine Revision einlegen, da es keine neuen Erkenntnisse oder gar Beweise gebe. Bei neuen Tatsachen sei eine Wiederaufnahme des Verfahrens aber durchaus möglich. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Jürgen Hinze hoffen hierauf die Ermittler und würden dann mit einem entsprechenden Antrag nicht zögern.

Was bleibt, ist ein Unbehagen. Doch nach Auskunft des die Verhandlung leitenden Richters Peter Graßmück sei es allemal besser, einen Schuldigen laufen zu lassen als einen Unschuldigen einzusperren. Das sei nun einmal einer der Grundzüge unseres Rechtsstaates.



Gedenken: Im Geschäft der Familie Tabbo in Altenstadt ist eine Erinnerung an die getötete Ehefrau und Mutter installiert worden.


http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Unges...;art677,1345011

#13 RE: Presseberichte von Christine 06.12.2017 08:56

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19.03.2015
VON JÜRGEN W. NIEHOFF

Mit einem überraschenden und für das Gericht und die Staatsanwaltschaft unbefriedigenden Freispruch endet der Prozess gegen den Angeklagten aus Altenstadt. Er stand wegen des vermeintlichen Totschlages seiner Fast-Schwiegermutter Vebronia Tabbo im Mai 2013 vor Gericht.

Altenstadt/Hanau.
Bevor Richter Peter Graßmück am 18. Verhandlungstag sein Urteil verkünden konnte, erinnerte er zum Abschluss der Beweisaufnahme noch einmal an die Gründe, die die Große Strafkammer vor fast zwei Wochen veranlasste hatte, den Angeklagten nach einem Dreivierteljahr überraschend aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Die Beweisaufnahme und vor allem das letzte Gutachten der Gerichtsmedizinerin Gabriele Lasczkowski zu der genauen Todesursache, durch das nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Tod der 47-jährigen Altenstädterin nicht möglicherweise schon durch Strangulierung erfolgt sein konnte, habe die Kammer veranlasst, den Angeklagten aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass ihm die Tat nicht mit der benötigten 95-prozentigen Sicherheit nachgewiesen werde könne. Und nach dem juristischen Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ musste die Kammer deshalb so entscheiden. Am gestrigen Verhandlungstag wiederholte die Gerichtsmedizinerin das Ergebnis ihrer Untersuchungen noch einmal eingehend. Sie führte dabei aus, dass der Tod eines Menschen nach dem Strangulieren in Etappen zum Tode führe und sich bis zu einer Stunde hinziehen könne, wobei der Körper in dieser Zeit immer noch Reflexe wie Schnappatmung oder Gliederzittern zeigen könne.

Tat in mehreren Akten

„Doch trotz derartiger Zeichen ist das Leben dann nicht mehr rückholbar“, so die Sachverständige. Weil keine weiteren Anträge gestellt wurden, schloss Richter Graßmück die Beweisaufnahme und erteilte Staatsanwalt Matthias Pleuser das Wort für dessen Plädoyer. Ausführlich ging der auf Details ein, die während der Verhandlung zutage getreten waren.

Seiner Ansicht nach liege ein Tatgeschehen in mehreren Akten vor. Zuerst sei Vebronia Tabbo wahrscheinlich von ihrem Ehemann Abdoullah bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und anschließend von den beiden angeklagten Brüdern in den Wald geschafft worden. Dort, weil ihr Körper möglicherweise noch einmal reflexhaft gezuckt habe, wurde mit einem Ast auf sie eingeschlagen.

Unklar sei nun, ob sie zu diesem Zeitpunkt schon tot war oder sich nach der Strangulierung noch im Todeskampf befand. Unklar sei weiterhin, ob und wer von den Brüdern die Schläge gegen ihren Kopf ausgeführt habe. Weil an dem Ast keine eindeutigen Täterspuren, an dem Leichnam aber auch nur die Hautschuppen der beiden Brüder zu finden waren, könne nicht eindeutig gesagt werden, wer die Schläge ausgeführt hat.

Für Staatsanwalt Pleuser ist es aber eindeutig bewiesen, dass der Tod der Frau von einem Familienangehörigen herbeigeführt wurde. Dafür spreche das Lügengebilde, das sich die Familie nach dem Tod der Mutter aufgebaut habe. So seien bei den angegebenen Zeitabläufen erhebliche Differenzen aufgetreten. Sie deuteten darauf hin, dass man im Nachhinein versuchte, den Kreis der Verdächtigen nach außen, und zwar außerhalb der Familie, zu verlagern. Für die Familie stellte sich, so Pleuser, die Frage, wem sollte die Solidarität gelten, dem Opfer, also der Mutter, oder den Tätern, also dem Vater und den beiden Brüdern.

Blut an den Händen

Die Familie habe letztere gewählt. Juristisch sei sie nicht zu belangen, moralisch aber bleibe ihr Handeln verwerflich. „Deshalb bleibt auch das Blut Ihrer Schwiegermutter an Ihren Händen kleben“, sprach der Staatsanwalt am Ende seines Plädoyers den Angeklagten direkt an. Für ihn sei es aber kein Freispruch erster Klasse und auch keiner zweiter Klasse, sondern ein Freispruch, der nach seinen Maßstäben ganz tief unten in der Rangliste anzusiedeln sei.

Das Gericht schloss sich in seiner Urteilsbegründung weitgehend den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an. Die Familie der Getöteten und die beiden Brüder hätten alles unternommen, um den Verdacht auf unschuldige Dritte, wie beispielsweise den Besitzer des Asia-Grills, zu lenken. Dafür hätten sie viele Nebelkerzen gezündet, die Medien missbraucht und Zeugen beeinflusst.

Und obwohl es viele Ungereimtheiten im Verfahren gegeben und auch viele aus Sicht der Täter „glückliche“ Umstände, wie beispielsweise der Dauerregen am Tattag, der fast alle Spuren am Tatort weggeschwemmt habe, müsse das Gericht trotzdem nach dem rechtsstaatlichen Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ vorgehen. „Fest steht aber, dass Sie und Ihr Bruder die halbtote und bewusstlose Frau wie Abfall im Wald abgelegt haben. Fest steht auch, dass einer von Ihnen noch mit dem Ast auf sie eingeschlagen hat.“

Doch wer das war und ob das Opfer zu dem Zeitpunkt schon tot war, kann nicht mehr bewiesen werden“, wandte sich Richter Graßmück direkt an den Angeklagten. Weil der Täter nach den Erkenntnissen des Gerichts aus dem Familienkreis stammt, sei der Angeklagte deshalb auch kein Justizopfer, sondern Tatbeteiligter. Wegen des Freispruchs erhält der Angeklagte für seine Untersuchungshaft nun eine Entschädigung.

Claudia Tabbo verbreitete gestern per Facebook eine Stellungnahme. „Die Familien Gharo und Tabbo legen Wert auf die Feststellung, dass sie weiter auf die genaue Aufklärung der Umstände des Todes von Vebronia Tabbo hoffen und nicht aufgeben werden, dieses Ziel zu verfolgen.“ Ein Schuldeingeständnis des Angeklagten sei damit nicht verbunden.

http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Tote-...;art677,1316423

#14 RE: Presseberichte von Rosenrot 06.12.2017 10:11

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Beitrag gelöscht, weil doppelt.

#15 RE: Presseberichte von Rosenrot 06.12.2017 10:21

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http://graber-justice.de/node/61

(...)

Zweiter Akt: Ihr künftiger Schwieger­sohn Bashar G. (29) und sein Bruder Gabi (21) schaffen die bewusstlose, vermeintlich (!) tote Frau mit ihrem Nissan Almera in den Wald bei Nid­derau. Es gibt DNA- und Faserspu­ren. Bashars Mobiltelefon ist zur fragli­chen Zeit in der entspre­chen­den Funkzelle eingeloggt. Die beiden schleppen sie ins Unterholz: Der Äl­tere packt sie unter den Armen, der andere an den Beinen. Dann zer­trümmert ihr einer mit einem Ast den Schädel. Eine Panik­reaktion, weil sie sich an der Schwelle zum Tode noch einmal bewegt? Oder sollte die vo­rausgegan­gene häusliche Gewalt ver­tuscht werden? Und vor allem: Wer von den beiden hat das getan?

Dritter Akt: Die Familie bildet einen „Krisenstab“. Ein scheinbar normaler Tagesablauf wird simuliert: Erst Früh­stück, dann Erledigungen, eine Ein­kaufsfahrt, später eine Suchaktion. Jedoch begeht Tochter Claudia, eine intelligente junge Frau, einen Fehler: Bereits kurz nach zehn meldet sie ihre Mutter te­lefonisch bei der Polizei als vermisst. Das passt nicht zu der vor­getäuschten Routine. Sie wird den Anruf hernach ab­streiten.

Die Fami­lie legt eine falsche Spur zum Asia-Imbiss, wo sich angeblich ver­dächtige Osteuropäer aufhalten. Sie findet später in Frau V., die für den Alten­stadt-Blog schreibt, eine willige Er­füllungsgehilfin. Frau V. ist Vorsit­zende des Altenstädter Freun­deskrei­ses für Flüchtlinge. Das kleine asiati­sche Lokal wird systema­tisch in Ver­ruf gebracht. Am nächsten Abend entdecken Spa­ziergän­ger die Leiche.

Vierter Akt: Die Polizei „verwanzt“ die Pizzeria La Luna in Altenstadt, die Bashar mehr schlecht als recht be­treibt, ebenso die Autos der Familie. Nicht zuletzt aufgrund mitgeschnitte­ner Gespräche wird Bashar G. im Frühjahr 2014 unter dringendem Tat­verdacht verhaftet. Er bestreitet alles.

(...)

#16 RE: Presseberichte von Rosenrot 06.12.2017 10:23

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http://graber-justice.de/node/64

(...)

Gazmend H. ist kein Flüchtling und passt deshalb nicht ins Kindchen­schema von Frau V.; er be­treibt den Asia-Imbiss Zum Drachen. Hinter der abgeklebten Glasfront ei­ner ehemali­gen Metzgerei verkauft er „Tom Kha Gai Tha-Suppe“ für zwei­vierzig und „Ente Bambus“ für sie­benneunzig. Es ist ein schmuckloser Laden mit trauri­ger China-Deko. Die paar armseligen Wohnungen im Obergeschoss sind an auswärtige Handwerker vermietet. Osteuropäer. Gazmend H., ein schmaler Mann, 33 Jahre alt, nutzt seinen Zeugenauftritt für eine Gene­ralabrechnung. „Wir haben kaum noch zu tun“, klagt er. Der Laden laufe schlecht. Wegen der Hetze ge­gen ihn. Es werde im Ort kolportiert, sein Mitarbeiter Saban C. sei „als Mörder überführt“. Die Toch­ter des Opfers grinse provokant in seinen La­den, wenn sie auf der Straße vorbei gehe. Inzwischen genügen Bli­cke, zum Gerüchtelawinen loszutre­ten …

Und so findet sich Saban C. plötzlich im Mittelpunkt des Prozesses wieder. Eine traurige Gestalt, dieser Zeuge: Nierenkrank, herzkrank, depressiv. Mit einer Rostschaukel von Fiat war er seinerzeit als Lieferfahrer für den Imbiss unterwegs. Den Wagen will ein Zeuge am Tattag an der L 3189 gese­hen haben. Daneben Frau Tabbo und ein großer, dunkelhaariger Mann asi­atischen Typs. Beide im Streit. Der Mann sei Saban C. gewesen. Auf Fo­tos identifizierte ihn der Zeuge. Saban C. ist klein, glatzköpfig und seine Brille dick wie Glasbausteine. Bei sei­ner Aussage bricht er in Tränen aus. „Das muss eine Verwechslung sein …“ schluchzt er. Nein, so einer würde kaum eine kräftige Frau 300 Meter tief in den Wald schleppen und dort mit einem Knüppel erschlagen. „Der konnte nicht mal einen Kasten Cola heben“, sagt sein ehemaliger Chef.

(...)

#17 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.12.2017 01:28

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28. Mai 2013

Trauer, Entsetzen und Wut

Altenstadt (lk). Abdullahhad Tabbo trägt Schwarz, seine Lider sind geschwollen, immer wieder schließt er die Augen. 23 Jahre war er mit Vebronia verheiratet, jetzt ist sie tot. Vebronia wurde umgebracht. »Noch habe ich Kraft«, sagt Tabbo.

Hinter ihm in der Laube seines Hauses in Altenstadt hat er ein Bild der 46-Jährigen aufgestellt. Kerzen und eine weiße Rose stehen daneben. Wer die Mutter seiner drei Kinder umgebracht hat, das weiß Tabbo nicht. Am Freitag fanden Spaziergänger Vebronia Tabbos Leiche, in einem Waldstück zwischen Rommelhausen, einem Limeshainer Ortsteil, und dem Nidderauer Stadtteil Ostheim. Am Donnerstag hatte Claudia Tabbo ihre Mutter als vermisst gemeldet, als diese nicht wie gewohnt von der Arbeit heimgekommen war.

»Meine Mutter hat etwas gesehen, das sie nicht sehen sollte«, sagt Claudia Tabbo. »Dafür wurde sie ...«, die 22-jährige Studentin ringt mit sich und flüstert dann »bestraft«. Um die zierliche junge Frau herum sitzt ein gutes Dutzend Menschen. Freunde und Verwandte der Tabbos sind gekommen, nur vereinzelt wird gesprochen, in den Gesichtern lässt sich die Trauer, das Entsetzen ablesen. Frieda Heinz, die große Schwester von Vebronia Tabbo, bricht das Schweigen. Zornig sagt sie: »Die, die das gemacht haben, die soll es selber treffen.«

An der Aufklärung der schrecklichen Tat, die Polizei geht von Mord oder Totschlag aus, arbeitet ein Team der Friedberger Kripo mit Hochdruck. Am Freitag hatten Spaziergänger die Leiche von Vebronia Tabbo im Wald gefunden. Bei der Obduktion stellten Mediziner stumpfe Gewalteinwirkungen am Oberkörper der Altenstädterin fest. »Wir ermitteln in alle Richtungen«, sagt Jörg Reinemer, Pressesprecher der Friedberger Polizei auf Nachfrage. Weitere Informationen gibt er nicht heraus.

»Es gab nie Probleme«

Klar ist: Am Montag wurden weitere Familienmitglieder der Verstorbenen von Kriminalbeamten befragt. Abdullahad Tabbo hat bereits ausgesagt. Der 55-Jährige erinnert sich an das letzte Treffen mit seiner Frau am vergangenen Donnerstag. »Gegen 9. 15 Uhr habe ich sie noch gesehen.« Vebronia Tabbo, geborene Gourie Tabbo, war zu einer ihrer zahlreichen Putzstellen, nur wenige Meter vom Haus der Tabbos entfernt, gegangen. Er selbst habe dort auf dem Weg zum Zahnarzt gestoppt, da er sich nicht sicher gewesen sei, ob sie den Haustürschlüssel eingesteckt habe, berichtet der gebürtige Syrer. Er habe nicht gewollt, dass seine Frau auf ihn warten müsse, sollte der Termin beim Arzt länger dauern. »Sie sagte mir, dass sie einen Schlüssel hat«, erinnert er sich. Beim Arzt, dessen Praxis nur wenige Meter entfernt ist, sei er schnell drangekommen, gegen 9.30 Uhr war er bereits wieder daheim. Doch seine Frau, mit der er normalerweise gegen 10 Uhr frühstückt, kam nicht. »Erst dachte ich, sie ist bei Freunden«, berichtet Tabbo. Als die Zeit verstrich, fragte er bei Bekannten und Verwandten nach. »Aus meinem Land gibt es hier etwa 20 Familien. « Gegen 12 oder 13 Uhr habe er dann seine Tochter in der Uni angerufen und ihr gesagt: »Deine Mutter ist nicht zu Hause, das ist nicht normal.« Die 22-Jährige fuhr daraufhin direkt von Gießen nach Altenstadt und informierte die Polizei. Die begann noch am selben Tag nach Vebronia Tabbo zu suchen.

Auf die Frage, ob er eine Vermutung habe, was mit seiner Frau geschehen sein könnte, reagiert der 55-Jährige mit einem Kopfschütteln. »Wir waren 23 Jahre verheiratet. Nie gab es Probleme«, sagt er und nimmt dankend die dampfende Tasse entgegen, die sein Schwager ihm reicht.

Der Waldweg, in dessen Nähe Spaziergänger die Leiche der 46-Jährigen am Freitagabend gefunden haben, ist zwar abgelegen, der leblose Körper lag jedoch nicht weit entfernt vom Weg, hinter einem Gebüsch. Ob Vebronia Tabbo einen Geldbeutel bei sich trug, als sie entdeckt wurde, darüber gaben die Behörden gestern keine Auskunft. Aber »ums Geld kann es nicht gegangen sein. Sie hatte doch nichts«, meint Mustafa Albayrak, Inhaber eines Döner-Imbisses in Altenstadt, in dem Vebronia Tabbo ab und an putzte. »Sie war sehr nett, sehr freundlich, hatte immer ein lachendes Gesicht«, beschreibt er die 46-Jährige.

»Sie war eine starke Frau«

Ähnliches berichten auch Freunde und Familie über die Altenstädterin. »Sie war eine so liebe Frau, die ganze Welt weint. Ihr Mann hat sie sehr geliebt«, sagt ihre Schwester.

»Meine Mutter war der beste Mensch aus Altenstadt, jeder kannte sie, sie wollte für nichts eine Gegenleistung haben. Sie hat mehr gegeben als sie bekommen hat«, berichtet Claudia Tabbo unter Tränen. Ihre Mutter sei eine starke Frau gewesen. »Sie war für jeden da. So, als wäre sie ein Engel von Gott hier unten auf der Erde gewesen, um den Leuten zu helfen.«

»Wir sind Christen, wir glauben an Gott und warten ab«, sagt Gok Jakob, der Bruder der 46-Jährigen. Er habe keine Idee, wer für den Tod seiner Schwester verantwortlich sein könnte. »Noch gibt es wohl keine Zeugen.«

Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Hinweisen. Jeder, der Vebronia Tabbo am Donnerstag gesehen hat, sollte sich bei der Polizei melden, auch wenn es noch so unwichtig erscheint, sagt die Gießener Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg. Die Polizei in Friedberg ist unter der Telefonnummer 0 60 31/60 10 erreichbar.

Vermisst gemeldete Vebronia Tabbo ermordet aufgefunden

http://www.wetterauer-zeitung.de/regiona...ut;art189,81595

#18 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.12.2017 01:46

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Altenstädter Freundeskreis für Flüchtlinge,

wandte sich am 01.02.2016 an die Präsidentin des Hanauer Landgerichts, Frau Susanne Wetzel, und reichte

Dienstaufsichtsbeschwerde

gegen den Richter Herrn Dr. Grasmück ein......... im Link geht es weiter

http://www.altenstadt-an-der-nidder.de/g...bbo-januar-2016

#19 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.12.2017 01:57

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Tabbo: Der Fall, das Urteil, ein letztes Wort

Gespeichert von GRABER am 4. August 2015 - 6:27

Von Dieter A. Graber

HANAU. Der Freispruch im sogenann­ten „Tabbo-Prozess“ ist der letzte Akt eines kriminologischen Lehrstücks. Es han­delt von einem Verbrechen, das akri­bisch aufgeklärt wurde, aber eben nicht restlos, von einem Slalom durch die Paragraphen, der irrwitzig scheint, aber juristisch lo­gisch ist. In knapp zwei Dutzend Verhandlungs­tagen setzte die 1. Schwurgerichts­kam­mer ein beeindru­ckendes Mosaik zu­sam­men, das Le­ben und Sterben der Ve­bro­nia Tabbo vor dem Hinter­grund einer Schein­welt zeigt, die sie mit der reli­giösen Inbrunst ihres ara­mäischen Glaubens aufrecht zu erhal­ten suchte.

Wie es sich nach Überzeugung des Gerichts abspielte: Am Morgen des 23. Mai 2013, wenige Stunden vor ih­rem Tod, begegnet Ve­bronia Tabbo noch mehreren Be­kannten in Alten­stadt. Sie ist so was wie ein bunter Hund in der Wetterau­gemeinde: einfältig, aber her­zensgut. Die Rei­nema­che­frau, 46, eine An­al­phabe­tin, füt­tert die große syrische Flücht­lings­fa­milie na­hezu al­leine durch. Ihre letzte Putz­stelle, der Asia-Imbiss Zum Drachen in der Ha­nauer Straße, hat sie eben verlassen.

Ihr Mann ist auf der Suche nach ihr. Abdullahad Tabbo gilt als gewalttä­tig. Er trifft sie. Ir­gendwo. Vielleicht auf dem Weg zur Waldsiedlung, wo sie um 9 Uhr an ei­ner Landstraße letzt­mals lebend ge­sehen wird. Es gibt mal wieder Streit. Es wird um Geld gegangen sein. Wir können das nur mutmaßen. Es ging immer um Geld. Abdullahad Tabbo bezieht Hartz IV. Der Streit eskaliert. Die Rechts­medi­zine­rin Gabriele Lascz­kowski wird später eine Stran­gulation diag­nosti­zieren, die allein schon zum Tod ge­führt hätte.

Zweiter Akt: Ihr künftiger Schwieger­sohn Bashar G. (29) und sein Bruder Gabi (21) schaffen die bewusstlose, vermeintlich (!) tote Frau mit ihrem Nissan Almera in den Wald bei Nid­derau. Es gibt DNA- und Faserspu­ren. Bashars Mobiltelefon ist zur fragli­chen Zeit in der entspre­chen­den Funkzelle eingeloggt. Die beiden schleppen sie ins Unterholz: Der Äl­tere packt sie unter den Armen, der andere an den Beinen. Dann zer­trümmert ihr einer mit einem Ast den Schädel. Eine Panik­reaktion, weil sie sich an der Schwelle zum Tode noch einmal bewegt? Oder sollte die vo­rausgegan­gene häusliche Gewalt ver­tuscht werden? Und vor allem: Wer von den beiden hat das getan?

Dritter Akt: Die Familie bildet einen „Krisenstab“. Ein scheinbar normaler Tagesablauf wird simuliert: Erst Früh­stück, dann Erledigungen, eine Ein­kaufsfahrt, später eine Suchaktion. Jedoch begeht Tochter Claudia, eine intelligente junge Frau, einen Fehler: Bereits kurz nach zehn meldet sie ihre Mutter te­lefonisch bei der Polizei als vermisst. Das passt nicht zu der vor­getäuschten Routine. Sie wird den Anruf hernach ab­streiten.

Die Fami­lie legt eine falsche Spur zum Asia-Imbiss, wo sich angeblich ver­dächtige Osteuropäer aufhalten. Sie findet später in Frau V., die für den Alten­stadt-Blog schreibt, eine willige Er­füllungsgehilfin. Frau V. ist Vorsit­zende des Altenstädter Freun­deskrei­ses für Flüchtlinge. Das kleine asiati­sche Lokal wird systema­tisch in Ver­ruf gebracht. Am nächsten Abend entdecken Spa­ziergän­ger die Leiche.

Vierter Akt: Die Polizei „verwanzt“ die Pizzeria La Luna in Altenstadt, die Bashar mehr schlecht als recht be­treibt, ebenso die Autos der Familie. Nicht zuletzt aufgrund mitgeschnitte­ner Gespräche wird Bashar G. im Frühjahr 2014 unter dringendem Tat­verdacht verhaftet. Er bestreitet alles.

Peter Graßmück ist ein scharfsinniger, gründlicher Richter. Unter seinem Vorsitz wird der Prozess wegen Tot­schlags im November eröffnet. Er en­dete jetzt mit Freispruch – obwohl die Kammer den von der Anklage vorge­tragenen (oben geschilderten) Tat­ablauf für bewiesen hält. Wie ist das möglich? Und wo bleibt da die Ge­rechtigkeit? Um das Urteil zu verste­hen, muss man den Sinn des Straf­rechts kennen. Es gehe nicht da­rum, sagte der kluge Bundesrichter Tho­mas Fischer einmal, „ob eine Hand­lung unmora­lisch ist, son­dern ob sie den Tatbe­stand eines Strafgesetzes er­füllt“.

Streng genommen gibt es in dem Fall drei Täter: A, der die ursprüngliche Tat, das Würgen, beging; die Trans­porteure des sterbenden Opfers in den Wald (B und C) sowie denjeni­gen, der sie dort letztlich mit dem Ast tötete (B oder C). Zweifelsfrei hätte sich A eines versuchten Totschlags oder gar Mordes schuldig ge­macht, wäre die Frau le­diglich im Wald ab­gelegt worden und dort ge­storben. Getö­tet wurde sie je­doch durch B oder C. Staatsan­walt Ma­thias Pleuser nennt das eine „unter­bro­chene Kau­salität“. Wer die tödli­chen Schläge führte, ist nicht zu klä­ren. Mithin gilt: In dubio pro reo.

Zwar kämen eventuell noch andere Straf­tatbe­stände infrage. Aussetzung zum Bei­spiel: „Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers“, so Para­graph 221 StGB, droht „Freiheits­strafe nicht unter drei Jahren“. In die­sem Fall fehlt jedoch der nötige Vor­satz – mussten B und C doch glauben, Vebro­nia Tabbo sei bereits tot; zu­dem ver­starb sie nicht durch die Aus­setzung, son­dern die Schläge. Auch eine fahr­lässige Tötung – etwa weil die beiden den Zustand des Opfers vorher nicht aus­rei­chend un­ter­sucht hätten – entfällt, da nicht diese Fahr­lässigkeit, sondern die „Vortat“, also die Stran­gula­tion, ur­sächlich für das Ge­sche­hen war. Nicht einmal Stö­rung der Toten­ruhe (Para­graph 168 StGB) liegt vor – da das Opfer ja noch lebte, als es in den Wald gebracht wurde. So also schließt ein Paragraph den ande­ren aus.

„Was sich beweisen lässt“, sagt Staats­anwalt Pleuser, „ist nicht straf­bar. Und was strafbar ist, lässt sich nicht be­weisen.“ Es ist ein aphoristi­sches letz­tes Wort für diese Geschich­te. Was bleibt, ist ein Unbe­hagen. Damit müssen wir leben.

Nachtrag: In einer Erklärung weisen Bashar G. und Claudia Tabbo weiter­hin jede Schuld von sich und kündi­gen an, sich auch künftig für die Auf­klärung des Verbrechens einsetzen zu wollen.

http://graber-justice.de/node/61

#20 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.12.2017 02:00

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Kleinstadt ermittelt

Gespeichert von GRABER am 4. August 2015 - 6:40

Von Dieter A. Graber

HANAU. Das Leben und Sterben der Vebronia Tabbo ist umgeben von ei­ner Aura des Geheimnisvollen, des Rätselhaften. Daraus besteht der Bo­den, auf dem Legenden blühen und Verschwörungstheorien gedeihen. Und so ist der Fall mit dem Aktenzei­chen 1 Ks 3325 Js 8325/13 nicht nur eine Kriminalgeschichte. Er gibt unse­rer Lust am Bösen neue Nahrung. Das Verbrechen als singuläre Tat unter­bricht den Alltag auf wohlig-schaurige Weise, weil sich jemand an den ge­sellschaftlichen Regeln versündigt hat. Aber wer? Und warum? Das scheinbar Unergründliche deutet auf einen Komplott hin.

„Ganz Altenstadt ermittelt“, konsta­tiert Richter Peter Graßmück, der die Verhandlung gegen Bashar G. (29) vor der 1. Großen Strafkammer leitet. Er ist ein erfahrener, geduldiger Jurist. Seine Fragen sind präzise und fair. In Altenstadt gibt es weniger Fragen, aber viele Antworten. Es ist eine kleine Gemeinde im Herzen der Wet­terau, 11767 Einwohner, die ei­nen namhaften Fanfaren- und Spiel­manns­zug, einen 18-Loch-Golfplatz und ein paar High-Tech-Firmen auf­weisen kann. Man kennt sich. Das ge­sellschaftliche Leben spielt sich im Fadenkreuz von Vogelsberg- und Ha­nauer Straße ab. Und hier sind auch die Protagonisten und die Schau­plätze angesiedelt: Der Asia-Imbiss, in dem Frau Tabbo kurz vor ihrem Ver­schwinden noch putzte, die Pizzeria La Luna des mutmaßlichen Täters, ge­rade mal 57 Meter weiter, dann die Wohnung der Familie. Da nimmt es nicht Wunder, dass sich viele einen eigenen Reim zu dieser Geschichte machen. Und so mancher Hobbyde­tektiv sitzt jetzt hinten im Zuschauer­raum von Saal 215.

Angela V. zum Beispiel. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ermittler als voreingenommen und unfähig hinzustellen. Sie schreibt im Internet für den „unabhängigen“ Altenstadt-Blog. Inzwischen kam raus, dass ihre Beiträge offenbar von Claudia, der Verlobten des Angeklagten, initiiert wurden. Darauf deutet zumindest die Aussage des Kripobeamten Michael H. hin, der die Protokolle der Tele­fonüberwachung ausgewertet hat: „Einmal sagte sie: ,Diese dumme … hat den Artikel schon veröffentlicht, ohne dass ich ihn gegenlesen konnte‘.“ Frau V. ist Vorstand des Al­tenstädter Freundeskreises für Flüchtlinge.

Gazmend H. ist kein Flüchtling und passt deshalb nicht ins Kindchen­schema von Frau V.; er be­treibt den Asia-Imbiss Zum Drachen. Hinter der abgeklebten Glasfront ei­ner ehemali­gen Metzgerei verkauft er „Tom Kha Gai Tha-Suppe“ für zwei­vierzig und „Ente Bambus“ für sie­benneunzig. Es ist ein schmuckloser Laden mit trauri­ger China-Deko. Die paar armseligen Wohnungen im Obergeschoss sind an auswärtige Handwerker vermietet. Osteuropäer. Gazmend H., ein schmaler Mann, 33 Jahre alt, nutzt seinen Zeugenauftritt für eine Gene­ralabrechnung. „Wir haben kaum noch zu tun“, klagt er. Der Laden laufe schlecht. Wegen der Hetze ge­gen ihn. Es werde im Ort kolportiert, sein Mitarbeiter Saban C. sei „als Mörder überführt“. Die Toch­ter des Opfers grinse provokant in seinen La­den, wenn sie auf der Straße vorbei gehe. Inzwischen genügen Bli­cke, zum Gerüchtelawinen loszutre­ten …

Und so findet sich Saban C. plötzlich im Mittelpunkt des Prozesses wieder. Eine traurige Gestalt, dieser Zeuge: Nierenkrank, herzkrank, depressiv. Mit einer Rostschaukel von Fiat war er seinerzeit als Lieferfahrer für den Imbiss unterwegs. Den Wagen will ein Zeuge am Tattag an der L 3189 gese­hen haben. Daneben Frau Tabbo und ein großer, dunkelhaariger Mann asi­atischen Typs. Beide im Streit. Der Mann sei Saban C. gewesen. Auf Fo­tos identifizierte ihn der Zeuge. Saban C. ist klein, glatzköpfig und seine Brille dick wie Glasbausteine. Bei sei­ner Aussage bricht er in Tränen aus. „Das muss eine Verwechslung sein …“ schluchzt er. Nein, so einer würde kaum eine kräftige Frau 300 Meter tief in den Wald schleppen und dort mit einem Knüppel erschlagen. „Der konnte nicht mal einen Kasten Cola heben“, sagt sein ehemaliger Chef.

Wenn man die L 3189 in Richtung Rommelhausen fährt, geht es nach 2,1 Kilometern links ab in die Wald­siedlung. Die Straßen hier sind nach Tieren und Bäumen benannt. Pap­pelweg. Am Hasenpfad. Im Rehwin­kel. Dass Vebronia Tabbo an jenem 23. Mai 2013 hierhin unterwegs war, gilt als sicher. Aber niemand kennt ihr Ziel. Minuten zuvor will Abdullahhad Tabbo ihr noch auf der Ha­nauer Straße begegnet sein. Sie habe ihm nichts von ihrem Abstecher gesagt, obwohl ihr üblicher Tagesablauf doch vorsah, nach Hause zu gehen und das Früh­stück zu machen.

Der ungelösten Rätsel sind viele: Be­reits um 10.30 Uhr am 23. Mai, da war Vebronia Tabbo gerade mal eine Stunde überfällig, meldete ihre Toch­ter Claudia sie als vermisst. Das fand die diensthabende Polizeibeamtin verwun­derlich. Die Familie, selbst zerstritten, konzentrierte ihren Ver­dacht, schon Stunden, bevor die Tote gefunden wurde, gegen den Asia-Im­biss. Die Mutter habe sich, wenn sie alleine dort putzte, immer gefürchtet. An­wohner hätten, so heißt es im Altenstadt-Blog vieldeutig, „protzige Fahrzeuge mit Hanauer oder Kennzei­chen entfernterer Orte … oder polni­sche Leute, die angeblich die Woh­nung über dem Imbiss be­wohnten, nachts aber in ihrem Wa­gen mit dem polnischen Kennzeichen schliefen“, beobachtet.

Wie gesagt: Wo rastlose Spekulatio­nen am Werke sind, bricht der Reali­tätssinn zusammen.

http://graber-justice.de/node/64

#21 RE: Presseberichte von wetterfrosch 10.12.2017 02:07

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21.01.2015

Der Fall Tabbo

Familie Tabbo im Zeugenstand21.01.2015

Von Jürgen W. Niehoff

Das Hanauer Landgericht erhofft sich die Aufklärung des Tötungsdeliktes Vebronia Tabbo durch die Vernehmung der Familie Tabbo. Am gestrigen elften Verhandlungstag musste als erstes Tochter Claudia Rede und Antwort stehen.

Hanau/Altenstadt.

Bevor die 23-jährige Tochter den Ablauf der letzten Stunden bis zum Verschwinden ihrer Mutter am 23. Mai 2013 schildern konnte, musste die Gießener Gerichtsmedizinerin Gabriele Lasczkowki in den Zeugenstand. Sie hatte die 46-jährige Tote Vebronia Tabbo einen Tag nach deren Verschwinden zunächst untersucht und anschließend auch die Obduktion der Leiche im Gerichtsmedizinischen Institut durchgeführt. Spaziergänger hatten die Leiche am Abend des 24. Mai im Wald entdeckt. Auf Grund der Körpertemperatur, der Temperatur des Waldbodens und der Umgebung konnte die Medizinerin nur vage Angaben zu dem Todeszeitpunkt machen.

Gewürgt oder stranguliert

Auf einen Zeitraum von zehn bis zwölf Stunden nach ihrem letzten Kontakt mit ihrem Mann schätzte sie diesen Zeitpunkt. Durch die Analyse der Magenreste der Toten konnte sie den Zeitrahmen zwar noch einmal auf etwa vier Stunden eingrenzen. „Aber es bleibt immer eine Schätzung, denn wir kennen nicht die genauen Temperaturen zu diesem Zeitpunkt und auch nicht die genaue Menge, die die Mutter zweier Kinder an dem Morgen ihres Verschwindens zu sich genommen hatte“, so die Rechtsmedizinerin. Mit einer 40-prozentigen Sicherheit könnte der Todeszeitpunkt an diesem Donnerstag zwischen 9.30 und 13.30 Uhr liegen.

Viel genauer wurde sie hingegen zur Todesursache. Das Opfer wurde danach zuerst gewürgt oder stranguliert, wahrscheinlich bis zur Bewusstlosigkeit, und danach mit einem Holzknüppel erschlagen. Dass das Würgen oder Strangulieren noch nicht zum Tode geführt hat, bewiesen Blutspuren in der Lunge, denn das Blut rühre erst von der anschließenden Gewalteinwirkung mit dem Holz her.

Ganz sicher war sich die Medizinerin, dass die brutale Gewalt erst im Wald angewandt wurde. Erklären konnte aber auch sie nicht, warum es keine Spuren des Täters am Fundort gab.

Die anschließende Vernehmung der 23-jährigen Tochter Claudia ergab ein fast lückenloses Alibi, und zwar für sie selbst wie auch für ihren Verlobten, den Angeklagten. Zu ihrer Verlobung befragt, erklärte sie dem Gericht zunächst die armenischen Riten ihres Heimatlandes. Danach seien sie und ihr Verlobter durch die Vereinbarung ihrer beiden Eltern verlobt worden. Diese Verlobung müsse im Falle des Todes einer der Elternteile ein Jahr Fortbestand haben – so die Gebräuche. Das heißt aber, dass Claudia Tabbo als Verlobte ihre Aussage jederzeit verweigern kann.

Immer zusammen

Dafür hatte sie sich eine Rechtsanwältin als Zeugenbeistand mitgebracht. Die achtete auch darauf, dass sie die Fragen des Gerichts nur kurz beantwortete und ihre Ausführungen nicht ausschweifend wurden. Nach Tabbos Einlassungen war sie an dem Morgen des Verschwindens ihrer Mutter gegen 10 Uhr von ihrem Vater geweckt worden. Gegen 10.30 Uhr sei sie zu ihrem Verlobten in dessen Pizzeria zum Frühstücken gegangen.

Von da an sei sie ununterbrochen mit ihm, dem Angeklagten, zusammen gewesen. Gemeinsam hätten sie das Essen für die Pizzeria zubereitet, anschließend seien sie nach Wölfersheim zum Einkaufen gefahren. Erst um 15 Uhr soll ihr Vater sie angerufen und nach der Mutter gefragt haben. Danach habe sie in Kliniken und bei der Polizei angerufen.

Ab 17 Uhr hätten sie dann mit weiteren Familienmitgliedern und Verwandten Altenstadt nach der Mutter abgesucht. Das sei auch die ganze Nacht und den nächsten Tag so gegangen, bis die Polizei die Nachricht gebracht habe, die Mutter sei tot im Wald aufgefunden worden. Kurz danach seien sie und ihr Verlobter zur Vernehmung nach Friedberg abgeführt worden.

Die Vernehmung der Tochter und die ihres Vaters und Bruders werden morgen, Donnerstag, fortgesetzt.

http://ndp.fnp.de/lokales/wetterau/Famil...;art677,1224667

#22 RE: Presseberichte von Helios 23.05.2018 08:56

UNGEKLÄRTER TODESFALL
Mord an Vebronia Tabbo bleibt ungesühnt
Vor fünf Jahren starb Vebronia Tabbo aus Altenstadt. Sie wurde umgebracht. Der Mörder der Frau kam ungestraft davon, ist noch heute auf freiem Fuß.
23. Mai 2018, 08:00 Uhr

Von Laura Kaufmann

Warum musste Vebronia Tabbo vor fünf Jahren sterben? Diese Frage wird wohl nicht mehr beantwortet werden. »Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Es gibt keine weiteren zielführenden Spuren«, teilt Dominik Mies, Pressesprecher der Hanauer Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mit. Damit bleibt der Mörder der 46-Jährigen auf freiem Fuß – obwohl der Täterkreis bekannt ist.


Leiche in Waldstück gefunden


Vebronia Tabbo lebte mit ihrer Tochter, zwei Söhnen und ihrem Ehemann in Altenstadt. Ihn hatte die syrische Christin einst dort in einer Flüchtlingsunterkunft kennengelernt. Tabbo engagierte sich in der Kirchengemeinde, hatte mehrere Putzstellen im Ort. Ihr Schwiegersohn in spe – ebenfalls in Syrien geboren – betrieb eine Pizzeria, nur wenige Hundert Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt.

Vebronia Tabbo wurde am 23. Mai 2013 getötet. Erschlagen oder erwürgt. Spaziergänger fanden ihre Leiche in einem Waldstück bei Limeshain. Staatsanwaltschaft und Gericht sind überzeugt, dass ein Familienmitglied ihren Tod verschuldet hat.



Familie im Visier der Fahnder



Die Friedberger Kripo ermittelte nach dem Leichenfund monatelang: Telefonate von Angehörigen wurden abgehört, Spuren gesichert, Gutachten angefragt. Der Ehemann geriet ins Visier der Fahnder, Habgier wurde als Motiv vermutet, der Verdacht erhärtete sich nicht. Mehrfach wandten sich die Tabbos an die Medien, äußerten Vermutungen hinsichtlich des Täters und beschwerte sich über das Vorgehen der Polizei, die großen Druck auf die Familie ausüben würde.

Im Juni 2014 wurde der damals 29-jährige Schwiegersohn in spe von Vebronia Tabbo verhaftet. Später musste auch sein jüngerer Bruder in Untersuchungshaft. Im November 2014 wurde das Verfahren gegen den 29-Jährigen am Hanauer Schwurgericht eröffnet. Die Anklage ging von Totschlag aus. Sie stütze sich auf DNA-Spuren, die am Tatort gefunden worden waren, außerdem sei das Handy des 29-Jährigen in der Funkzelle am Tatort registriert worden. Der Mann stritt die Tat ab.



Mögliche Motive werden erörtert



Es folgten 17 Prozesstage. Jede Menge Zeugen kamen zu Wort. Ermittler, Rechtsmediziner, Psychologen. Die Familienverhältnis wurden thematisiert, mögliche Motive erörtert. Geld und Schulden hatten bei den Tabbos eine große Rolle gespielt. Der Ehemann der Getöteten verweigerte die Aussage. Andere Zeugen berichteten, er habe seine Frau öfter heftig geschlagen. Seine Tochter gab ihrem Verlobten ein Alibi für den Tattag.

Im März 2015 wurde der 29-Jährige aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Staatsanwalt Mathias Pleuser hatte den Freispruch beantragt. Und doch sagte er zum damaligen Angeklagten: »Das Blut Ihrer Schwiegermutter bleibt an Ihren Händen kleben.« Nach Ansicht Pleusers wurde Vebronia Tabbo zunächst wahrscheinlich von ihrem Ehemann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, danach von ihrem Schwiegersohn in spe und dessen Bruder in das Waldstück geschafft, wo sie dann – eventuell weil ihr Körper reflexartig gezuckt habe – mit einem Ast ge- oder erschlagen worden sei.



Wer hat zugeschlagen?



Eine Gerichtsmedizinerin hatte während des Prozesses ausgesagt, es sei nicht auszuschließen, dass Tabbo schon durch das Würgen tödlich verletzt wurde – und für diese Tat war der 29-Jährige nicht angeklagt. Auch konnte nicht nachgewiesen werden, welcher der Brüder die Schläge gegen den Kopf geführt hatte.

Richter Dr. Peter Grasmück betonte, für das Gericht sei ebenfalls klar, dass der Täter aus dem Familienkreis stamme.



Keine Anklage gegen Ehemann



»Der Verlauf des Verfahrens war für die Staatsanwaltschaft nicht zufriedenstellend«, sagt Oberstaatsanwalt Mies heute. Es besteht die Möglichkeit, bei neuen Tatsachen das Verfahren wieder aufzunehmen. Da nicht mehr ermittelt wird, ist mit solchen aber nicht zu rechnen. Gegen Vebronia Tabbos Ehemann wird laut Mies ebenfalls keine Anklage mehr erhoben werden, das rechtfertige die Beweislage nicht.

Staatsanwalt Pleuser hatte am letzten Prozesstag zum damaligen Angeklagten gesagt: Der geforderte Freispruch sei weder erster noch zweiter Klasse, sondern »ein Freispruch ganz tief unten in der Rangliste«.

https://www.wetterauer-zeitung.de/region...t;art472,435143

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