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#76 RE: Presseberichte von Helios 08.11.2018 10:12

Göhrde-Morde – Der schlimmste Serientäter der deutschen Nachkriegszeit?
Play30.07.1989: Polizeibeamte einer Hundertschaft durchsuchen den Wald in der Göhrde nach Spuren des Täters, der ein Hamburger Ehepaar getötet hatte.
Göhrde-Morde – Der schlimmste Serientäter der deutschen Nachkriegszeit? | Video verfügbar bis 17.12.2018 | Bild: dpa
Es geht um einen Serienmörder, der möglicherweise für Morde in ganz Deutschland verantwortlich ist und dessen Taten die Polizei in Lüneburg jetzt vollständig aufklären will. Inzwischen werden mehr als 100 Mordfälle überprüft.

In Mai 1989 wird ein Ehepaar in der Göhrde, einem Waldgebiet nahe Lüneburg, getötet. Nur wenige hundert Meter vom ersten Tatort entfernt werden im Juli die beiden Leichen eines weiteren Paares entdeckt. Die Opfer: erschlagen oder erschossen. Die Menschen in der Region leben in Angst.

Aufgrund seiner Vorstrafen gerät der Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann aus Adendorf in den Fokus der Polizei – unter anderem wegen einer Vergewaltigung aus dem Jahr 1970. Er wird zu den Göhrde-Morden vernommen, aber nicht verhaftet – auch weil er dem Phantombild des Täters überhaupt nicht ähnlich sieht.


Frau verschwindet kurz nach Göhrde-Morden
Kurz nach den Göhrde-Morden verschwindet im August 1989 Birgit M. spurlos. Sie wohnte nur wenige Kilometer von Wichmanns Haus in Adendorf entfernt, die beiden kannten sich. Wieder gerät er in den Fokus der Ermittler. Doch er bekommt ein Alibi von seiner damaligen Frau.

Vier Jahre später hat die Polizei neue Anhaltspunkte und will das Haus von Wichmann durchsuchen. Er flieht. Bei der Hausdurchsuchung finden die Ermittler ein schallisoliertes Geheimzimmer, darin unter anderem Elektroschocker, ein Kleinkalibergewehr, Beruhigungs- und Schlaftabletten sowie Handschellen.

GöhrdeDas ehemalige Wohnhaus von Wichmann | Bild: SWR
Im Garten des Grundstücks findet die Polizei ein vergrabenes Auto: Wichmanns neues Sportcoupé. Auf dem Rücksitz klebt Blut. Ein Leichenspürhund schlägt bei der Durchsuchung des Wagens an. Aber sie finden keine Leiche von Birgit M.

Kurz nach der Durchsuchung wird der flüchtige Wichmann verhaftet. Die Taten gesteht er nicht. Im April 1993 begeht er im Gefängnis Selbstmord. Damit hat die Polizei keinen Verdächtigen mehr. Die Ermittlungen stecken in einer Sackgasse.

DNA-Tests überführen ihn
Doch 10 Jahre später werden Handschellen aus dem Besitz Wichmanns auf DNA-Spuren untersucht. Tatsächlich wird DNA von Birgit M. daran nachgewiesen. Im Herbst 2017 wird Wichmanns Garage durchsucht, ein Betonboden aufgebrochen. Und dort werden die sterblichen Überreste von Birgit M. gefunden.


Für die Polizei steht fest: Wichmann muss Birgit M. getötet haben. Durch eine neue DNA-Untersuchung kann die Polizei kurz darauf beweisen, dass Wichmann auch für die Göhrde-Morde verantwortlich ist.

Kommt als Täter in dutzenden Mordfällen in Frage
Bei einer erneuten Hausdurchsuchung im ehemaligen Wohnhaus von Wichmann wird auch Frauenbekleidung und Schmuck gefunden. Das ist der Anlass, alte ungeklärte Fälle neu zu betrachten. Es stellt sich heraus, dass Wichmann in dutzenden weiteren Mordfällen im ganzen Bundesgebiet als Täter in Frage kommen könnte.

So könnte Wichmann auch Ilse G. ermordet haben, die im Lüneburger Waldgebiet Tiergarten 1968 mit vier Schüssen in den Rücken getötet wurde. Die Täterbeschreibung von damals passt auf den jungen Kurt Werner Wichmann. Und auch Ulrike B. könnte ein Opfer von Wichmann sein. Ihre Leiche wurde 1969 nur 30 Kilometer entfernt von Wichmanns Wohnort gefunden. Auch eine Mordserie an Tramperinnen im Raum Heidelberg könnte auf sein Konto gehen. Dort hatte Wichmann nach der Verbüßung einer Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung gelebt.

Ermittler gehen von einem Mittäter aus
Und es gibt weitere, neue Spuren im Fall Wichmann: Ein Koffer mit Waffen und Führerschein, der Wichmann gehört hat, wurde im Oktober 2018 von einem Autohändler aus Lüneburg bei der Polizei abgegeben. Er soll aus Wichmanns Haus stammen. Ist das der Schlüssel zur Klärung weiterer Morde?

Hatte der Mörder einen Mittäter, der noch lebt und noch immer frei herumläuft? Die Ermittler gehen davon aus, dass Wichmann einen Mittäter hatte, und sind aus ermittlungstaktischen Gründen mit weiteren Informationen sehr zurückhaltend.

Stand: 06.11.2018 13:26 Uhr

https://www.daserste.de/information/ratg...-morde-102.html

#77 RE: Presseberichte von Helios 18.04.2019 10:48

Mord
18.04.2019 09:51 194
KRASSER VERDACHT: SCHLUG DER SERIENMÖRDER VON LÜNEBURG HUNDERTE MALE ZU?
POLIZEI ÜBERPRÜFT MEHR ALS 200 FÄLLE
Lüneburg - Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders von Lüneburg prüft die Polizei mittlerweile mögliche Verbindungen zu mehr als 200 Taten.

"Bislang haben mehrere Dutzend Dienststellen insgesamt 235 verschiedene interessante Fälle gemeldet", sagte Sprecher Mathias Fossenberger der Polizeidirektion Lüneburg zum Ermittlungsstand. Darunter seien auch Vermisstenfälle und Vergewaltigungen.

"Damit kein Fall unbeachtet bleibt, sind die Dienststellen angehalten, sich bereits niedrigschwellig mit der Clearingstelle der Ermittlungsgruppe Göhrde in Verbindung zu setzen", betonte Fossenberger. Dazu gehörten auch viele Fälle, die vermutlich nicht mit dem Friedhofsgärtner in Verbindung stünden.

Auf einem früheren Grundstück des Gärtners am Stadtrand von Lüneburg war im September 2017 die Leiche der seit 1989 vermissten Birgit Meier entdeckt worden. Den grauenvollen Fund machte ihr Bruder Wolfgang Sielaff, ehemaliger Leiter des Landeskriminalamts Hamburg.

Anfang vergangenen Jahres hatte die Polizei in Lüneburg die Clearingstelle eingerichtet. Andere Dienststellen im In- und Ausland sollen so ihre Fälle anhand der sogenannten Göhrdemorde abgleichen können.


Auf der Suche nach dem Göhrde-Mörder durchkämmen Polizisten im Jahr 1989 einen Wald. (Archivbild)
Auf der Suche nach dem Göhrde-Mörder durchkämmen Polizisten im Jahr 1989 einen Wald. (Archivbild)
In dem Waldgebiet östlich von Lüneburg waren 1989 zwei Paare getötet worden. Der Gärtner gilt als Verantwortlicher für die zwei Doppelmorde, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Im April 1993 beging er Selbstmord, als er wegen anderer Vorwürfe in U-Haft saß. Gegen Tote wird nicht ermittelt, doch zumindest in einigen Fällen soll er von einem als Beschuldigten geführten möglichen Komplizen unterstützt worden sein.

Auch zwei nie geklärte Mordfälle aus dem Raum Lüneburg beschäftigen dabei die Ermittler. Im Mai 1969 wurde eine 14-jährige Schülerin missbraucht und getötet. Ihre Leiche wurde später an der Elbe gefunden.

Ein knappes Jahr darauf wird eine 38-Jährige mit vier Schüssen aus einer Kleinkaliberwaffe getötet, als sie mit ihrem Rad in einem Naturschutzgebiet am Stadtrand unterwegs war - auch dieser Fall blieb ungeklärt.

Ein Bewegungsbild des Mannes wurde erstellt, der längere Zeit auch in Karlsruhe lebte. In einem polizeiinternen Skript war nach Informationen der Lüneburger "Landeszeitung" schon im vergangenen Jahr von 22 Komplexen mit 26 Opfern die Rede.

Dazu gehört auch eine Serie von Vergewaltigungen in der Nordheide von 1985/86. In dem bundesweit verschickten Papier geht es laut Zeitungsangaben auch um sechs Taten in Süddeutschland und eine in Frankreich. Die Polizei wollte sich nicht dazu äußern.

Der Fall der in Bayern seit 1976 vermissten Monika Frischholz dürfte nach bisherigen Erkenntnissen nichts mit dem Göhrdemörder zu tun haben. Bei der Suche nach sterblichen Überresten der Zwölfjährigen waren die Ermittler bei Flossenbürg vor einigen Tagen im Waldboden auf ein Auto gestoßen - auch der Friedhofsgärtner hatte einen Wagen auf seinem Grundstück vergraben.

"Wir gehen davon aus, dass es ein Täter aus der Region war", sagte Florian Beck vom Polizeipräsidium Oberpfalz zum Fall Frischholz. "Grundsätzlich gehen unsere Ermittlungen aber in alle Richtungen."

Das Auto habe einem Mann aus der Region gehört und stehe nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Kindes.

https://www.tag24.de/nachrichten/luenebu...aertner-1037637

#78 RE: Presseberichte von wetterfrosch 03.05.2019 20:31

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30.04.2019 – 17:02

Polizeidirektion Lüneburg

POL-LG: Pressegespräch zu den Suchmaßnahmen der Ermittlungsgruppe Göhrde
Lüneburg (ots)

Am 7. Mai 2019 findet um 14.00 Uhr im Behördenzentrum Auf der Hude in Lüneburg ein Pressegespräch mit interessierten Medienvertreterinnen und Medienvertretern statt. Die Ermittlungsgruppe Göhrde möchte nach den erfolgten Suchmaßnahmen im ehemaligen Wohnhaus des Kurt-Werner Wichmann aus dem Frühjahr 2018 über den aktuellen Sachstand der seinerzeit sichergestellten Asservate berichten. Am Beispiel der Ermittlungsgruppe Göhrde wird zudem die Arbeitsweise des neu eingerichteten Sachgebietes cold case der Polizeidirektion Lüneburg vorgestellt. Interessenten melden sich bitte bis zum 3. Mai 2019 bei der Pressestelle der Polizeidirektion Lüneburg. Gerne ermöglichen wir dann ihre Teilnahme.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Lüneburg
Pressestelle
Mathias Fossenberger
Auf der Hude 2
21339 Lüneburg
Telefon: 04131 / 8306-1050

E-Mail: pressestelle@pd-lg.polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/pd_lueneburg/

Original-Content von: Polizeidirektion Lüneburg, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/56836/4258843

#79 RE: Presseberichte von wetterfrosch 07.05.2019 22:40

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07.05.2019 – 16:50

Polizeidirektion Lüneburg

POL-LG: Pressegespräch der EG Göhrde über den aktuellen Sachstand der Ermittlungen sowie einer Kurzvorstellung des Sachgebietes Cold Case

Lüneburg (ots)

Sachstand EG Göhrde

Der Einladung der Ermittlungsgruppe (EG) Göhrde zu einem Pressegespräch folgten am 7. Mai zahlreiche Medienvertreterinnen und Medienvertreter. Der Leiter der Ermittlungsgruppe Göhrde, Jürgen Schubbert, konnte dabei den aktuellen Sachstand präsentieren.

Die EG Göhrde, die zum 1. April 2019 auf acht Mitarbeitende aufgestockt wurde, bearbeitet zwei Doppelmorde aus dem Sommer 1989 sowie den Mord an der 1989 spurlos verschwundenen und im Herbst 2017 tot aufgefundenen Birgit Meier.

Im April 2018 hat die EG Göhrde unter Mitwirkung zahlreicher und zum Teil externer Spezialisten auf dem ehemaligen Grundstück und im ehemaligen Haus der Kurt-Werner Wichmann nach Spuren und Gegenständen im Zusammenhang mit möglichen weiteren Taten und eines möglichen Mittäters gesucht. Wichmann gilt als Verantwortlicher für den Mord an Birgit Meier und den zwei Doppelmorden in der Göhrde. Von den rund 400 sichergestellten Gegenständen sind 217 Gegenstände und Spuren nach erster Prüfung als kriminaltechnisch untersuchungsrelevant eingestuft und dem Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen in Hannover zur Untersuchung zugesandt worden.

"Erste Gutachten aus dem LKA liegen vor. Bisher hat sich aus diesen Rückmeldungen kein entscheidender Hinweis ergeben. Dennoch helfen die Antworten aus dem LKA um die Ermittlungen zielgerichtet und konzentriert weiterzuführen.", so der Leiter der Ermittlungsgruppe, Jürgen Schubbert.

Im Juni 2018 erfolgte über die Clearing-Stelle der EG Göhrde die polizeiinterne Verbreitung des Skriptes, in dem die aus den hiesigen Ermittlungen bekannten Informationen zusammengefasst wurden. Alle Dienststellen waren so in der Lage, Straftaten im eigenen Zuständigkeitsbereich auf Zusammenhänge mit hiesigen Taten zu überprüfen. Bis zum 7. Mai 2019 haben Dienststellen aus dem gesamten Bundesgebiet 236 ungeklärte Tötungsdelikte und Vergewaltigungen mitgeteilt. Entscheidend ist, dass in diesen Fällen eine niedrigschwellige Kontaktaufnahme gewünscht war und weiterhin ist. Ziel ist es, die Überprüfung potentieller Fälle für die betreffende Polizeidienststelle zu begleiten. Mit Verweis auf das laufende Verfahren ist eine Eingrenzung dieser Fälle zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sinnvoll.

Mit Fortschritt der Ermittlungen und der kriminaltechnischen Untersuchungen hat das Ermittlerteam erneut alle Polizeidienststellen informiert. Neben den "Personagrammen", die seit Juli mit neuen Erkenntnissen fortgeschrieben wurden, gehören auch die Ergebnisse aktueller Spurenuntersuchungen und -auswertungen sowie eine Aufstellung der von Wichmann und seines möglichen Mittäters genutzten Fahrzeuge zu den übermittelten Daten.

"Ab sofort sind auf der Internetseite der Polizeidirektion Lüneburg zahlreiche Bilder von Asservaten eingestellt und können öffentlich eingesehen und abgeglichen werden", hofft Polizeisprecher Mathias Fossenberger auf weitere Hinweise. Diese Gegenstände sind über den Link: https://www.pd-lg.polizei-nds.de/startseite/ abrufbar.

Im Oktober 2018 wird der Polizei Lüneburg bekannt, dass auf einem Lüneburger Dachboden ein Koffer aufgefunden wurde, der im Zusammenhang mit den sogenannten Göhrdemorden stehen könnte. In diesem Koffer befanden sich u. a. zwei Schusswaffen sowie ein persönliches Dokument. Überprüfungen durch das LKA in Hannover ergaben, dass es sich bei der einen Schusswaffe um einen Revolver mit vermutlich abgesägtem Lauf handelt, der aufgrund der durchgeführten Veränderung schussfähig für Kleinkalibermunition ist. In diesem Zusammenhang finden weitere Abgleiche beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden statt.

Einrichtung Sachgebiet Cold Case

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg ist formal zum 15. April 2019 ein Sachgebiet Cold Case in Form eines Modellversuches eingerichtet worden. Die EG Göhrde wird dabei im Sachgebiet Cold Case aufgehen.

Das Sachgebiet Cold Case entspricht dem niedersächsischen Konzept zur einheitlichen Erfassung und strukturierter Bearbeitung und prüft in eigener Zuständigkeit ungeklärte Tötungsdelikte sowie Vermisstensachen in Abstimmung mit der örtlich zuständigen Polizeiinspektion sowie der jeweiligen Staatsanwaltschaft.

"Aktuell erfolgen Detailabsprachen mit allen Inspektionen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg. Nach einer Priorisierung übernimmt das Sachgebiet Cold Case dann die jeweils am höchsten priorisierten Fälle und führt die erforderlichen Ermittlungen", erläutert Polizeipräsident Thomas Ring das weitere Vorgehen. "Wir wollen die Ermittlungen auf diese Fälle konzentrieren. Wir hoffen durch die Anwendung neuer kriminalistischer Methoden bei der Spurenbearbeitung sowie neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Analyse von Tatgeschehen bisher ungelöster Fälle aufzuklären. Tötungsdelikte sind immer extrem belastend für die Hinterbliebenen dieser Taten. Durch unsere Arbeit wollen wir auch dazu beitragen, dass die Folgen dieser Verbrechen durch die Angehörigen besser verarbeitet werden können", betont Herr Ring.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Lüneburg
Pressestelle
Mathias Fossenberger
Auf der Hude 2
21339 Lüneburg
Telefon: 04131 / 8306-1050
E-Mail: pressestelle@pd-lg.polizei.niedersachsen.de
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/pd_lueneburg/

Original-Content von: Polizeidirektion Lüneburg, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/56836/4264202

#80 RE: Presseberichte von wetterfrosch 07.05.2019 22:43

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Ermittlungsgruppe Göhrde

Veröffentlichung von Asservaten - Wer kann Hinweise dazu geben?

Die Ermittlungsgruppe GÖHRDE der Polizeidirektion Lüneburg befasst sich mit zwei Doppelmorden in dem Waldgebiet Göhrde (Landkreis Lüchow-Dannenberg) sowie einem weiteren Mord aus dem Jahr 1989.

Vier Leichen wurden kurz auf einander folgend im Staatsforst Göhrde aufgefunden.

Ein weiterer Leichnam wurde 2017, einbetoniert im ehemaligen Wohnhaus eines Tatverdächtigen, geborgen.

Als dringend tatverdächtig gilt der Kurt-Werner WICHMANN, der sich 1993 in Haft suizidierte.

Die Ermittlungsgruppe GÖHRDE geht davon aus, dass Kurt-Werner WICHMANN und ein noch lebender Mittäter für diese und eine Vielzahl weiterer Morde im gesamten Bundesgebiet als Täter in Frage kommen könnte.

WICHMANN hat zu Lebzeiten auf seinem Grundstück einen PKW vergraben, in dem mit großer Wahrscheinlichkeit ein Leichnam transportiert wurde.

In einer umfangreichen Aktion wurde 2018 das Wohnhaus sowie das große Grundstück aus dem ehemaligen Besitz von WICHMANN abgesucht. Dabei wurde eine erhebliche Anzahl von Asservaten vergraben aufgefunden.

Dazu zählen auch Teile von verschiedenen Fahrzeugen. WICHMANN's Affinität war das Eingraben - er wird deshalb in der Öffentlichkeit als der „mordende Friedhofsgärtner" bezeichnet.

Durch die Veröffentlichung der Asservate erhofft sich die Ermittlungsgruppe Göhrde Hinweise aus der Bevölkerung und fragt:

Wer erkennt Gegenstände wieder oder kann Hinweise dazu geben?

Bekleidungsgegenstände

https://www.pd-lg.polizei-nds.de/startse...rde-113732.html

#81 RE: Presseberichte von wetterfrosch 08.05.2019 10:52

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Göhrde-Morde

Das Rätsel der vergrabenen Damenschuhe

Kurt-Werner Wichmann soll fünf Menschen ermordet haben. Doch womöglich tötete er noch öfter. Ermittler prüfen weitere Fälle - und gehen der Frage nach, warum der Verdächtige so viele Frauenschuhe vergrub

© Patricia Kühfuss

Von Jean-Pierre Ziegler?

07.05.2019 19:49 Uhr

Ein kleiner Raum im Keller der Lüneburger Polizeidirektion. Die Betonwände sind dick, einst war hier ein Weltkriegsbunker. Sogar einen Atomkrieg, heißt es, hätte man hier unten überlebt. Handyempfang gibt es nicht.

Hier lagern sie, die Asservate des Friedhofsgärtners. Die Polizei ist überzeugt, dass Kurt-Werner Wichmann mindestens fünf Menschen getötet hat. Vielleicht waren es noch viel mehr.

Im Asservatenraum hat die Polizei Gegenstände zusammengetragen, die sie im Haus Wichmanns fand. Der rostige Griff eines Revolvers, der Kotflügel eines Pkw, ein Koffer. Dutzende Plastikkisten, gestapelt in einem Regal, enthalten weitere Gegenstände. Sie alle sind Teil eines großen Puzzles, an dem die Polizei seit Jahrzehnten arbeitet.

Kurt-Werner Wichmann ist in zwei aufsehenerregende Mordfälle verstrickt. Morde, für die bis heute kein Täter verurteilt wurde - doch die mit hoher Wahrscheinlichkeit Wichmann begangen hat.

Im Frühjahr 1989 wurden kurz hintereinander zwei Paare im Staatsforst Göhrde bei Lüneburg umgebracht. Wenige Monate später verschwindet die Lüneburger Fotografin Birgit Meier. Erst Jahrzehnte später wurde klar: Wichmann hat die fünf Menschen offenbar getötet. Das legen im Fall der Göhrde-Morde DNA-Spuren nahe; die Leiche Meiers wurde im Haus Wichmanns gefunden, ein Tropfen ihres Bluts fand die Polizei in einem Ford, den Wichmann geleast hatte.

Noch gut 200 "Cold Cases" werden überprüft

Wichmann kann sich zu den Vorwürfen nicht mehr äußern. 1993 verursachte er bei Heilbronn einen Verkehrsunfall. In seinem Kofferraum lagen Maschinenpistolenteile und Munition - er kam in U-Haft. In seiner Zelle erhängte Wichmann sich am 25. April 1993 mit dem Anstaltsgürtel.

Beiden "Cold Cases", wie lange ungelöste Fälle genannt werden, geht inzwischen eine Lüneburger Einheit nach. Die "Ermittlungsgruppe Göhrde" durchsuchte das Grundstück Wichmanns im vergangenen Jahr drei Wochen lang. Sie rissen eine Terrasse auf, ein Bagger hob den Garten aus, gut 400 Gegenstände trugen die Ermittler aus dem Haus.

Gut ein Jahr nach den Grabungen in Wichmanns Haus hat die Lüneburger Polizei zu einer Pressekonferenz geladen. Zuvor hatte die "Ermittlungsgruppe Göhrde" eine Art Täterprofil von Wichmann erstellt. Darin steht, wo er wann lebte, welches Auto er fuhr, wie er bei den Taten vorging, die man ihm vorwirft. Das Dokument schickten die Ermittler an deutsche und ausländische Polizeidienststellen.

Etliche Dienststellen antworteten, inzwischen prüft die Polizei Verbindungen zu 236 Fällen. Es geht um Tötungsdelikte, Vergewaltigungen, Vermisstenfälle. Zehn Prozent habe man schon wieder verworfen. Doch es bleiben noch immer gut 200 Fälle übrig, in denen Wichmann der Täter gewesen sein könnte.

Es geht um den Ruf der Polizei

Der Aufwand zeigt, wie ernst die Polizei die Fälle nimmt. Außerdem, das darf man annehmen, ging es auch darum, den eigenen Ruf wiederherzustellen. Vor allem an den Ermittlungen im Fall Birgit Meier gab es Kritik. Der Durchbruch etwa gelang nicht der Polizei, sondern dem Bruder des Opfers: Wolfgang Sielaff. Der ehemaliger Hamburger LKA-Chef und sein Team gruben Meiers Leiche aus. (Lesen Sie hier mehr darüber.)

Große Neuigkeiten verkünden die Ermittler bei der Pressekonferenz nicht. Doch die Arbeiten an Wichmanns Haus förderten eine Leidenschaft des Friedhofgärtners zutage, die den Beamten zu Denken gibt. Jürgen Schubbert, Leiter der "Ermittlungsgruppe Göhrde", formuliert es so: "Warum vergräbt jemand mit Begeisterung Damenschuhe?"

Mehrere Schuhe hätten sie auf dem Grundstück Wichmanns gefunden. Man kann sie sich auf der ? Website der Polizei ansehen. Rote Stiefel, eine Plüschpantoffel und einen braunen Cowboyschuh holten die Ermittler aus der Erde. Die Polizei weiß nicht, wem sie gehören. Und ob sie einst von Mordopfern getragen wurden.

Von einer Sache sind sie überzeugt: dass Wichmann nicht allein handelte. Die Staatsanwaltschaft führt bei den Göhrde-Morden einen Unbekannten als Beschuldigten. "Einen, der noch unter uns ist", sagt Ermittlungsleiter Schubbert.

Der Mann sei schon im September 2017 zu einer Vernehmung eingeladen worden. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er sich nicht äußern wolle.

Anmerkung: Wir haben den Nachnamen Birgit Meiers korrigiert.

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/g...-a-1266236.html

#82 RE: Presseberichte von wetterfrosch 08.05.2019 10:58

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Galerie des Schreckens

Polizei bittet mit Bildern um Hinweise zu Göhrde-Serienmörder

08.05.2019, 10:49 Uhr | jmt, t-online.de, dpa

Hunderte Taten könnten auf das Konto des sogenannten Göhrde-Mörders gehen – nun gehen die Ermittler mit Bildern von Asservaten an die Öffentlichkeit. Sie hoffen, so einige der Verbrechen aufklären zu können.

Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders von Lüneburg bittet die Polizei um Hinweise zu zahlreichen Asservaten, die im Zusammenhang mit Hunderten Verbrechen stehen könnten. An diesem Dienstag veröffentlichte die Polizeidirektion Lüneburg eine Galerie der mutmaßlichen Relikte des Serienmörders Kurt-Werner Wichmann, der 1993 in Haft Suizid beging – ohne jemals zur Aufklärung seiner Taten beigetragen zu haben.

Tötungsdelikte und Vergewaltigungen

Derzeit prüft die Ermittlungsgruppe "Göhrde" weit mehr als 200 Taten, wie t-online.de bereits im April berichtete. Seitdem hat sich die Zahl lediglich um eine weitere mögliche Tat auf 236 erhöht. Dazu gehören Tötungsdelikte und Vergewaltigungen. Man könne von einer Vielzahl von Fällen mit Wichmann als Täter in Deutschland und darüber hinaus ausgehen, sagte die Polizei. Darunter sind aber vermutlich auch viele Fälle, die nicht mit dem ehemaligen Friedhofsgärtner in Verbindung stehen. Geprüft werden alle denkbaren Zusammenhänge, wenn es Parallelen gibt – denn ein Mittäter könnte noch leben.

Zumindest in einigen Fällen soll Wichmann von einem als Beschuldigten geführten möglichen Komplizen unterstützt worden sein. Der Mann schweigt allerdings und will bislang nicht mit der Polizei sprechen. Der Friedhofsgärtner Wichmann selbst beging im April 1993 Suizid, als er wegen anderer Vorwürfe in Untersuchungshaft saß. Er gilt als Verantwortlicher für die zwei Doppelmorde in der Göhrde von 1989, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten.

Vergrabene Leiche und ein Fahrzeug

In dem Waldgebiet östlich von Lüneburg wurden damals zwei Paare ermordet. Sie wurden erschossen, erschlagen und stranguliert. Unter einer Garage auf einem früheren Grundstück Wichmanns wurde im September 2017 am Stadtrand von Lüneburg zudem die Leiche einer seit 1989 verschwundenen Frau gefunden. Auf seinem Grundstück vergrub Wichmann auch zu Lebzeiten ein Fahrzeug, "in dem mit großer Wahrscheinlichkeit ein Leichnam transportiert wurde", teilte die Polizei mit.

Da es Wichmanns Affinität gewesen sei, Dinge zu vergraben, hatten die Ermittler in einer Großaktion 2018 das Wohnhaus und das Grundstück abgesucht – und waren dabei neben dem Pkw auch auf die zahlreichen Asservate gestoßen, mit deren Bildern sie nun an die Öffentlichkeit gehen. Darunter befinden sich Pistolen und Messer, Handtaschen und Schuhe, Ringe, Münzen und Gebrauchsgegenstände. Eine mögliche Verbindung zum Fall Monika Frischholz schließen die Ermittler allerdings mittlerweile aus.

217 der Asservate seien auch an das Landeskriminalamt in Hannover geschickt worden, sagte Ermittlungsgruppenleiter Jürgen Schubbert. Erste Gutachten lägen bereits vor. "Bisher hat sich aus diesen Rückmeldungen kein entscheidender Hinweis ergeben." Die Gegenstände würden noch ausgewertet. Wer etwas auf den Fotos wiedererkenne, möge sich bei der Polizei melden.

https://www.t-online.de/nachrichten/pano...m-hinweise.html

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