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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 08. Januar 2015, 17:29:33 
 
Wird Mord an Claudia Ruf doch geklärt?

Erstellt 30.04.2010

Vor fast genau 14 Jahren wurde die damals elfjährige Claudia Ruf entführt und brutal ermordet. Noch immer bleibt ungeklärt, wer hinter dem grausamen Verbrechen steckt. Nun konnten jedoch die gefundenen DNA-Spuren entschlüsselt werden. Von Bernd Zimmermann

EUSKIRCHEN.
Fast genau 14 Jahre ist es her, doch dieses Verbrechen beschäftigt die Bevölkerung noch immer: Am 13. Mai 1996 wurde die damals elfjährige Claudia Ruf, die zwei Tage zuvor in Hemmerden in der Nähe von Grevenbroich entführt worden war, auf einem Feldweg bei Oberwichterich tot von einem Spaziergänger aufgefunden. Bis heute ist ungeklärt, wer das Mädchen entführt, missbraucht und bestialisch ermordet hat.

Doch die Ermittlungen der Mordkommission sind in diesen Tagen in ein entscheidendes Stadium getreten. Nachdem die Fahnder mehr als 2000 Spuren gesichert und die meisten auch abgearbeitet haben, setzen sie jetzt alle Hoffnung auf DNA-Spuren, die am verbrannten Leichnam des Mädchens doch noch sichergestellt werden konnten.

Am Niederrhein haben die Ermittler in mühevoller Kleinarbeit etwa 400 Männer als mögliche Tatverdächtige ausfindig gemacht und zur Abgabe einer freiwilligen Speichelprobe gebeten. Nur ein Dutzend der Aufgeforderten, die nach Aussage des Mönchengladbacher Oberstaatsanwalts Peter Aldenhoff früher alle schon einmal im Zusammenhang mit Sexualdelikten auffällig geworden waren, verweigerte die Teilnahme am Massen-Gentest. Jetzt soll eine Richterin in Mönchengladbach entscheiden, ob man diese Personen zwingen kann, Speichelproben abzugeben, um das furchtbare Verbrechen von damals aufzuklären. Aldenhoff rechnet damit, dass in den nächsten 14 Tagen eine Entscheidung fallen wird.

Schon einmal hatte ein Gentest einen ungeklärten Mord in der Region gelöst: In Morenhoven war in der Silvesternacht 1985 die Heilpraktikerin Dorothea Reischl erstochen worden. 21 Jahre später stießen die Ermittler anhand von DNA-Spuren auf einen 50-Jährigen, der im Juni 2007 wegen des Mordes an der Frau zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde.

Hingegen führte ein Massenspeicheltest nach der Vergewaltigung einer 20-jährigen Frau, die sich als Betreuerin im Bildungshaus Steinbachtalsperre aufgehalten hatte, und von einem bewaffneten Mann in ihrem Zimmer vergewaltigt wurde, bislang zu keinem Ergebnis. Seit April 2002 tappen hier die Ermittler im Dunkeln.

http://www.rundschau-online.de/euskirch ... 05610.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 08. Januar 2015, 17:32:37 
 
MORDFALL CLAUDIA RUF
Auch letzter Speicheltest verlief negativ
Von IRIS KLINGELHÖFER

EUSKIRCHEN –
Die Aufklärung des Mordfalls Claudia Ruf (11) schien nach mehr als 15 Jahren zum Greifen nahe: Jetzt müssen die Ermittler wieder von vorne anfangen! EXPRESS erfuhr: Auch der Abgleich der letzten Speichelprobe ist negativ.

So viel Hoffnung, zerplatzt wie eine Seifenblase. „Jetzt müssen wir prüfen, ob es weitere Ermittlungsansätze gibt“, erklärt Staatsanwältin Carola Guddat.

Am 13. Mai 1996 war die nackte Leiche von Claudia Ruf auf einem Feldweg bei Euskirchen-Oberwichterich gefunden worden - missbraucht, ermordet, angezündet.

Die Tat schockierte die Region. Doch trotz intensiver Ermittlungen konnte die Polizei sie jahrelang nicht aufklären. Doch 2009 wurde der Fall neu aufgerollt: Dank neuer Methoden war es gelungen, an den Asservaten eine fremde DNA-Spur zu sichern - vermutlich die des Mörders! Die Aufregung war groß: Wird so endlich das Monster überführt, das das blonde Mädchen brutal umbrachte?

Es kam zum freiwilligen Speicheltest. Die Ermittler luden dazu 350 Männer ein, auf die es damals Hinweise jeglicher Art gab. Nicht alle erschienen, weigerten sich, mussten per Gericht zur DNA-Abgabe gezwungen werden.

Nach und nach konnte die Staatsanwaltschaft immer mehr Männer als mutmaßlichen Mörder von Claudia Ruf ausschließen: Es war nicht ihre DNA. Am Ende spitzte sich alles auf einen zu. Der Mann hatte den Test auch verweigert, wurde dazu gezwungen - und war dann aber plötzlich nicht mehr auffindbar. März 2011 spürten die Ermittler ihn auf. Doch die gesicherte Spur stimmte auch nicht mit seiner DNA überein.

http://www.express.de/bonn/mordfall-cla ... 78790.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 31. Mai 2016, 11:30:31 
 
Ermittlungen Diese Mord- und Vermisstenfälle im Kreis Euskirchen sind ungeklärt
Von Unserer Redaktion 31.05.16, 10:41 Uhr

Eljährige tot aufgefunden


Der Fall eines damals elfjährigen Mädchens (der Vater untersagte später die Namensnennung) schockiert bis heute.

Die Leiche des Mädchens wurde am 13 Mai 1996 neben einem Feldweg bei Oberwichterich, einem Ortsteil von Euskirchen, gefunden. Zwei Tage zuvor war die Elfjährige nach einem Spaziergang mit ihrem Hund bei Grevenbroich-Hemmerden nicht nach Hause zurückgekehrt.

Der Mörder wurde nie gefasst.

http://www.ksta.de/region/euskirchen-ei ... 534-seite3


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 Betreff des Beitrags: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 02. Oktober 2016, 14:00:10 
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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 22. Juni 2017, 19:02:39 
 
Das wurde aus Bonns "Aktenzeichen XY"-Fällen


Fall Claudia Ruf: Wer tötete das elfjährige Mädchen?


Als Claudia Ruf am Samstag, 11. Mai 1996, nicht nach Hause zurückkehrt, alarmieren ihre Eltern sofort die Polizei. Sie hatte sich in ihrem Heimatort Hemmerden bei Grevenbroich mit dem Nachbarshund zu einem Spaziergang aufgemacht. Doch das Tier kehrte alleine zurück. Knapp zwei Tage später die traurige Gewissheit: Die Elfjährige wurde ermordert.

Ein Spaziergänger macht am Nachmittag des 13. Mai 1996 eine grausige Entdeckung. Auf einem Acker im Kreis Euskirchen entdeckt er die Leiche der elfjährigen Claudia Ruf. Ihre von Flammen angekohlte Leiche liegt unbekleidet auf einem Feld.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Claudia gewürgt oder erdrosselt und außerdem sexuell missbraucht wurde. Der Mörder hat das Mädchen offenbar mehrere Stunden festgehalten, bevor er es tötet. Erst danach, so glauben die Ermittler, bringt er das Kind zu dem Auffindeort in Euskirchen, vermutlich um die Leiche zu verbrennen.

Die Bonner Kriminalbeamten gehen daraufhin mehr als 2500 Spuren nach. Eine führt die Ermittler sogar nach Belgien. Dort sorgten zuvor die Morde von Marc Dutroux für Entsetzen. Auch in der Aktenzeichen-XY-Sendung vom 4. Juli 1997 wird der Fall vorgestellt. Ohne Erfolg.

2009 setzen die Bonner Ermittler ihre Hoffnung in einen Massen-Gentest. Eine Übereinstimmung mit der DNA des möglichen Mörders finden die Polizisten jedoch nicht.

Aktueller Stand: ungelöst

http://www.general-anzeiger-bonn.de/new ... ichen-XY-Fällen-article3579100.html?page=11


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Dezember 2017, 23:21:57 
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19. Oktober 2011 | 00.00 Uhr

Grevenbroich
Mordfall Claudia Ruf: Gentest ohne Erfolg

Grevenbroich. Die Ermittler haben einen Rückschlag im Fall Claudia Ruf erlitten: Der Massen-Gentest, der mehr als 15 Jahre nach dem Mord an dem elf Jahre alten Mädchen aus Hemmerden eingeleitet wurde, verlief negativ. "Es gab keine Spur zum Mörder", erklärte am Dienstag ein Sprecher der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/gre ... -1.2517374


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Dezember 2017, 23:25:13 
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Spekulationen behindern die Mörderjagd

Von HANS-WERNER LOOSE | Veröffentlicht am 25.05.1996

Bonner Polizei klagt über Verwirrung durch die Medien - Sogar das Phantombild war falsch

Bonn - Der Pressebericht 154/96 des Bonner Polizeipräsidiums ist ein Novum. "Wilde Spekulationen erschweren die Arbeit der Ermittler", beklagt sich die Mordkommission. Falschmeldungen würden "den Bürger davon abhalten, weitere Informationen an die Kommission zu geben". Es geht um einen Mord - und die Polizei tritt auf der Stelle. Am Abend des 11. Mai führte die elfjährige Claudia Ruf in Grevenbroich-Hemmerden bei Neuss den Hund eines Nachbarn aus. Um 19 Uhr kehrte "DJ", ein Dackelmischling, allein zurück. 100 Polizisten suchten vergeblich nach dem Mädchen mit schwarzen Jeans und blauer Kapuzenjacke. Am späten Nachmittag des 13. Mai entdeckte ein Spaziergänger auf einem Feldweg bei Euskirchen die nackte Leiche des Kindes - 70 Kilometer von Grevenbroich entfernt. Claudia war mißbraucht und erdrosselt worden. Die Kriminalisten erkannten, daß der Fundort nicht der Tatort ist, und spulten ihr Routineprogramm ab: Bildung einer Mordkommission in Euskirchen und einer Ermittlungsgruppe in Neuss, Koordination im Polizeipräsidium Bonn, Suche mit dem Hubschrauber nach Kleidungsstücken des Mädchens, Öffentlichkeitsfahndung. Sie destillierten aus 320 Hinweisen 200 Spuren. Die erfolgversprechendsten: ein roter Personenwagen, der in der Nähe der Wohnung von Claudias Eltern gesehen wurde, und vier Autos, die in der Nähe parkten. Doch alle Recherchen mündeten im Nichts. Auch die Medien recherchierten. Ein privater Fernsehsender berichtete, bei der zweiten Obduktion der Leiche seien "gewisse Verletzungen festgestellt worden" - es gab keine zweite Obduktion. Eine Hamburger Illustrierte wollte von der Polizei wissen, ob nächste Verwandte des Opfers in den Kreis der Verdächtigen geraten seien - sind sie nicht. Eine rheinische Boulevardzeitung fragte, ob "Claudias Mörder wieder zugeschlagen hat", und druckte ein Phantombild eines Verdächtigen in einem anderen Fall, der am 14. Mai in Gemünd in der Eifel versucht hat, ein Mädchen in sein Auto zu zerren - kein Zusammenhang. Die Polizei betont in ihrer jüngsten Pressenotiz: "Dies soll keine Medienschelte sein, muß aber einmal gesagt werden." Mögliche Zeugen könnten auf eine falsche Spur gelenkt werden oder glauben, weitere Hinweise seien überflüssig: "Es ergeben sich dadurch Schwierigkeiten in den Ermittlungen." Zum zweiten Mal in der deutschen Kriminalgeschichte arbeitet die Polizei an einem neuartigen Fahndungsplakat: Eine Schaufensterpuppe trägt die Kleidung, die Claudia Ruf zuletzt getragen hat. Die Stücke werden nachgekauft oder eigens hergestellt. Aus einem Urlaubsfoto wird der Kopf des Mädchens per Fotomontage auf die Puppe gesetzt. Indes: Der erste Versuch, mit dieser Methode ein in Düsseldorf verschwundenes Mädchen zu finden, blieb erfolglos.

https://www.welt.de/print-welt/article6 ... rjagd.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Dezember 2017, 23:35:33 
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NRW
Ein Dorf in Angst
25.05.1996 | 00:00
von T. van Zütphen

Nach dem Mord an einem Mädchen fürchten die Bewohner Hemmerdens ums Leben ihrer Kinder

Zum Abschied las Friedhelm Ruf noch einmal aus Claudias Lieblingsbuch: „Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.“ Vergangenen Mittwoch zitierte der Journalist Ruf die Poesie des französischen Literaten Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz“ ein letztes Mal für seine elfjährige Tochter. Dann wurde das ermordete Mädchen auf dem stillen Friedhof im niederrheinischen Büderich beigesetzt.

Seit zwei Wochen trauert das 1700- Seelen-Dorf Hemmerden am Stadtrand von Grevenbroich um Claudia. Wut und Entsetzen beherrschen die Gefühle der Bewohner in dem idyllischen Bilderbuchdorf. Ein „bestialisches Verbrechen“ („Express“) an dem jungen Mädchen sät Mißtrauen, Abscheu und Vorsicht in den Gassen zwischen Dorfkirche und Lebensmittelladen.

Die kleine Claudia ist einem brutalen Sexgangster in die Hände gefallen, der sie entführte, vergewaltigte und tötete, später halbverbrannt auf einem Ackerweg am Roggenfeld liegenließ.

Die Menschen in Hemmerden haben Angst. „Der war hier aus der Gegend, der kannte sich aus“, ist Dorfschulrektor Klaus Jovi überzeugt. Ein böser Verdacht. Hier kennt jeder jeden, man feierte zusammen und traute einander über den Weg. Das ist vorbei. Der Spielplatz am Schrieverspfad am äußersten Dorfrand wird nun ständig bewacht. „So etwas kann hier nicht noch einmal passieren, da halten wir zusammen und schützen unsere Kinder“, so Jovi.

Kaplan Chuks Ogbuene, 37, erinnerte in seiner Messe an Claudias Tod und mahnte die andächtige Gemeinde in der Sankt-Mauri-Kirche: „Der Rückzug ins Private ist für jeden Menschen gefährlich. Nichts hören, wegsehen, weiterlaufen. Das hat auch Claudia das Leben gekostet.“

Der schwarze Prediger aus Nigeria jagte seinen Zorn wie Giftpfeile in die Herzen der Zuhörer. Mindestens zwei von ihnen hatten gesehen, wie Claudia am Tag ihres Verschwindens auf dem Spielplatz aus einem parkenden Auto heraus angesprochen wurde. Minutenlang konnte der Fremde das ahnungslose Kind, mit dem Nachbarshund D. J. an der Leine, in ein Gespräch verwickeln. Ob heimtückische Überredungskunst oder rohe Gewalt das zierliche Mädchen dann ins Auto steigen ließen, beachtete niemand mehr. Wenig später kehrte der Hund allein zurück nach Hause.

Claudia wurde nach zwei Tagen in Autobahnnähe bei Euskirchen gefunden. Unbekleidet, wahrscheinlich erwürgt mit der Hundeleine. Von dem Mann gibt es kein Phantombild, keiner der 200 Hinweise führte die Fahnder bisher auf die Spur des Killers, der Claudias Vater nicht interessiert: „Ich denke nur an mein Kind, der Mörder ist mir völlig egal.“ Friedhelm Ruf leidet still.

Seit der grauenvollen Tat fürchten Eltern in Hemmerden um das Leben ihrer Kinder. „Wir sind verunsichert. Ich lasse meine Kleinen nicht mehr unbeaufsichtigt auf die Straße“, sagt Elke Oehmen, 35, besorgt.

Vorsicht allerorten, die kindliche Unbeschwertheit des Hemmerder Nachwuchses bremsen die Erwachsenen jetzt. Selbst die Büdchenverkäuferin Mechthild Spiekermann warnt immer wieder ihre Stammkundschaft am Kirchplatzkiosk. „Paßt auf, laßt euch nicht von Fremden ansprechen.“ Die 68jährige bemerkt die Veränderung im Dorf. „Die Kinder sind scheu, können nicht mit so einem Verbrechen umgehen.“

„Hier bei uns war doch heile Welt“, erinnert sich Rektor Klaus Jovi. Noch zwei Tage vor ihrem Tod besuchte Claudia die Grundschule, in der ihre Geschwister das kleine Einmaleins lernen. Jetzt erlebt der Schulleiter Augenblicke, die ihn an die Grenzen seiner Pädagogik bringen: „Nach einer solchen Tat fehlen mir die Worte, um Trost zu spenden. Die Tatsache, daß ich meine Schüler nicht rund um die Uhr beschützen kann, läßt mich verzweifeln.“

Verzweifelt warten auf die Tochter Deborah Sassen, aus der ersten Ehe der Mutter, im nahen Düsseldorfer Stadtteil Wersten Dagmar und Jürgen Funke. Seit dem 13. Februar hoffen sie auf die Rückkehr ihrer achtjährigen Tochter Deborah. Das fröhliche blonde Mädchen kam von der Schule nicht nach Hause. Zeugen beobachteten einen fremden Autofahrer in der Nähe ihres Elternhauses.

War es der gleiche Mann, der Claudia tötete? Die Polizei erkennt Parallelen, vergleicht die beiden Fälle und sucht das vermißte Kind. Das Schicksal des Düsseldorfer Mädchens bewegt die Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen. Auf Bitten der hilflosen Mutter ließ Hamburger-Koch McDonalds landesweit Suchplakate in seinen 150 NRW-Restaurants aushängen – bisher ohne Erfolg.

Andere Eltern warten seit Jahren auf ihre verschwundenen Kinder, alles Mädchen. Am 28. November 1981 verschwand die dreijährige Katrice Lee spurlos in Paderborn. Ramona Herling, 12, aus Höxter kehrte am 11. Mai 1989 vom Schulschwimmen nicht zurück. Und seit dem 24. April 1995 gibt es kein Lebenszeichen mehr von Sandra Niemczyk, 11, aus Dortmund. Ermordet wie die kleine Claudia?

Ihre Eltern lassen sie weiterleben. Dechant Jochen Koenig sagte bei der Meßfeier zum Begräbnis: „Kinder sind uns von Gott in die Mitte gestellt wor-den, so will es die Familie auch mit Claudia halten.“

Kein Wort von Mord und Totschlag.

Sie kehrten nicht mehr heim

DEBORAH SASSEN, 8 aus Düsseldorf, vermißt seit 13.02.1996

SANDRA NIEMCZYK, 11 aus Dortmund, vermißt seit 24.04.1995

RAMONA HERLING, 12 aus Höxter, vermißt seit 11.05.1989

KATRICE LEE, 3 aus Paderborn, vermißt seit 28.11.1981

https://m.focus.de/politik/deutschland/ ... 56654.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Dezember 2017, 23:40:31 
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"Notfalls geht dieser Mord mit mir in Pension"

Veröffentlicht am 11.03.1998

Am 13. Mai 1996 wurde neben einem Feldweg am Niederrhein die Leiche der elfjährigen Claudia Ruf gefunden. Alle Hinweise auf den potentiellen Mörder des Mädchens führten ins Nichts. Aufgeben wollen die Kripobeamten dennoch nicht. Bonn - Metallregale mit 160 prallvollen Aktenordnern engen das kleine Zimmer 130 zusätzlich ein. An einer Wand hängen Fotos, Phantomzeichnungen, Fahndungsplakate und Landkarten. Auch die Diskette auf dem Schreibtisch ist mit Fakten und Spuren eines Falles gefüllt, der Kriminalhauptkommissar Andreas Müller seit fast zwei Jahren nicht losläßt. "Vielleicht", sinniert er, "gibt es das perfekte Verbrechen ja doch." Aber er verspricht trotzig: "Dieses geht notfalls mit mir in Pension." Müller ist 36 Jahre alt. Claudia Ruf war elf Jahre jung, als sie sexuell mißbraucht und dann umgebracht wurde - einer von 1184 Morden, die 1996 in Deutschland gezählt wurden. In 58 Fällen waren Mädchen, 29mal Jungen unter 14 Jahren die Opfer. 88 Prozent aller Morde wurden bundesweit aufgeklärt, dazu 94 Prozent der 2316 Totschlagdelikte. Der "Fall Claudia" ist für Andreas Müller jedoch mehr als eine statistische Größe. Sein Chef im Kommissariat 11/13 des Bonner Polizeipräsidiums, der Erste Kriminalhauptkommissar Rolf Müller (54), sagt: "Wir haben im Jahresschnitt etwa 350 Todesfälle; am Ende von jeweils 15 Ermittlungen steht ein Fall von Mord oder Totschlag. Aber kein Fall war so mysteriös wie der Mord an diesem Mädchen." Rolf Müller ist gleichzeitig Leiter einer der sieben Mordkommissionen der Kriminalhauptstelle Bonn, zuständig für ein 600 Quadratkilometer großes Gebiet mit 500 000 Menschen zwischen dem Bergischen Land und der belgischen Grenze. Fünf Gruppen mit je drei Beamten wechseln einander im Fünf-Wochen-Turnus bei Schichtdienst und Rufbereitschaft ab. Müller "biß gerade in ein Brötchen", als ihn die Kriminalwache anrief, um mitzuteilen: "Wir haben eine Kinderleiche." Es war Montag, der 13. Mai 1996, 17.10 Uhr. Der "große Müller" alarmierte den Rest seines Teams, einen Erkennungsdienstler und den Tatortexperten Andreas Müller, den Kollegen den "kleinen Müller" nennen. Um 19 Uhr stoppten sie ihren Dienstwagen auf einem Feldweg in Euskirchen-Oberwichterich. Dort wartete die Schutzpolizei, deren Funkruf abgehört worden war; uniformierte Beamte versuchten den Kameras privater Fernsehjäger den Blick zu verstellen. Der Notarzt bekam einen Schock. Neben dem Weg lag ein totes Mädchen, nackt und angekohlt. Ein Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war, hatte Claudia Ruf um 16.15 Uhr gefunden. Die Polizei mühte sich, den Faden bis zum Ende aufzuspulen. Die Bonner Mordkommission wurde auf 17 Beamte aus verschiedenen Kommissariaten aufgestockt. Rolf Müller koordinierte die Recherchen der "Soko Ruf" und der parallelen Ermittlungsgruppe aus 21 Beamten, die sein Kollege Heinz Erpenbach im angrenzenden Neuss leitete. Ein Bonner Gerichtsmediziner erkannte als Todesursache des Kindes "schwere Gewalteinwirkungen im Halsbereich" und deutete die Leichenflecken. Der Fundort war demnach nicht der Tatort; die Tote, die am Feldweg auf dem Bauch lag, war auf dem Rücken liegend zum Feldweg transportiert worden. Die Polizei verschweigt, ob Claudia erdrosselt oder erwürgt worden ist. Rolf Müller erklärt die Taktik: "Das weiß außer uns nur der Täter. Und wenn wir ihn kriegen, wollen wir es von ihm hören." Schließlich gebe es "kriminaltechnische Möglichkeiten im Grenzbereich" - und konserviertes DNS-Material. Der Zeitpunkt des Todes von Claudia blieb vage. Auch die Untersuchung des Mageninhalts, per Kurier zum Gerichtsmedizinischen Institut nach München gebracht, führte kaum weiter: "Frühestens vier bis sechs Stunden nach der letzten Mahlzeit", lautete das Ergebnis. Müller ist sicher: "Der Mörder hat das Mädchen mehrere Stunden festgehalten, bevor er es umbrachte." Wilde Spekulationen wucherten schon bald. Ein privater Fernsehsender berichtete von einer zweiten Obduktion, die es aber nie gegeben hat. Eine Illustrierte wollte wissen, ob tatsächlich engste Verwandte des Opfers in den Kreis der Verdächtigen geraten seien. Eine Kölner Boulevardzeitung druckte das Phantombild eines Mannes, der in der Eifel versucht hatte, ein Mädchen in seinen Wagen zu zerren, und formulierte die Schlagzeile: "Hat Claudias Mörder wieder zugeschlagen?" Schließlich stoppte die Mordkommission den Unfug. "Dies soll keine Medienschelte sein", hieß es im Pressebericht 154/96, "muß aber einmal gesagt werden: Es ergeben sich dadurch Schwierigkeiten in den Ermittlungen." Falsche Nachrichten "könnten die Bürger davon abhalten, weitere Informationen an die Kommission zu geben". Die Sonderkommission verdichtete Hinweise und eigene Ermittlungen aus alten Fallakten zu rund 2500 Spuren. Sie überprüfte etwa 8500 Personen und untersuchte 2000 Autos. Doch die Fahnder kamen nicht weiter. Vergeblich verglichen sie die Sexualmorde an der elfjährigen Kim aus Varel im Emsland, der siebenjährigen Nathalie aus dem bayerischen Epfach und der elfjährigen Jennifer aus dem westfälischen Versmold auf mögliche Übereinstimmungen mit ihrem Fall. Bonner Beamte reisten nach Belgien, wo die Kindermorde des Marc Dutroux entdeckt worden waren. Sie fanden auch dort keine Verbindung zu Claudia. Die dürren Fakten: Claudia verließ am 11. Mai, einen Tag vor Muttertag, ihr Elternhaus in Grevenbroich-Hemmerden. Sie schellte bei Nachbarn, um den schwarzen Dackelmischling "DJ" auszuführen. Der Hundebesitzer, dem später ein Video des Senders Sat 1 vorgeführt wurde, erinnerte sich genau: Er sah am Samstag in der Sendung "ran" das Fußballspiel Schalke 04 gegen Bayern München, das 1:0 endete; Claudia hatte beim ersten Werbeblock um 18.15 Uhr geklingelt. Gegen 18.30 Uhr war das Mädchen einer Hundebesitzerin auf dem Feldweg nach Oberwichterich begegnet und nach einem "Hallo" mit "DJ" weitergegangen. Um 18.45 Uhr war Borussia Dortmund deutscher Meister. Beim dritten Werbeblock hatte der Mischling bei seinem Besitzer um Einlaß gebellt. "DJ" war allein zurückgekommen - mit Halsband, aber ohne die Leine mit dem automatischen Rückholmechanismus. Claudias Eltern - sie haben noch zwei Kinder - erstatteten Vermißtenanzeige. Hundertschaften von Polizisten durchkämmten an jenem Mai-Wochenende die Felder und einen stillgelegten Braunkohlentagebau bei Grevenbroich. Die Neusser Kripo bildete sofort eine Sonderkommission. Am Montag wurde Claudias Leiche entdeckt - auf dem kürzesten Weg 80 Kilometer von dem Ort entfernt, wo sie vermutlich entführt worden ist. Die Mordkommission schickte unter http:/www.nrw.de./im/lka/ruf2/htm einen Aufruf ins Internet. Die Staatsanwaltschaft bat die Bevölkerung um Hinweise und lockte mit 20 000 Mark Belohnung. Eduard Zimmermann fahndete in seiner Fernsehsendung "Aktenzeichen XY . . .". Alles führte keinen Schritt weiter. Die "Soko Ruf" kaufte in Geschäften und direkt bei Herstellern die Sachen nach, die das Mädchen zuletzt getragen hatte: eine dunkelblaue Kapuzenjacke mit Streifen, schwarze Jeans, karierte Leinensportschuhe der Größe 36. Die Beamten bekleideten damit eine 145 Zentimeter große Schaufensterpuppe, montierten den Kopf des Mädchens von einem farbigen Urlaubsfoto auf die Puppe und klebten dann 36 000 Fahndungsplakate an Gebäude, Busse und Bahnen - ohne Echo. "Der Fall Claudia ist unser teuerstes Verbrechen", hat Kriminaloberrat Hans-Willi Kernenbach (42), Leiter der Kriminalgruppe 1 in Bonn, ausgerechnet. Bis zum Jahresende 1996 wurde in Neuss 24 000 und in Bonn 16 775 Stunden lang ermittelt; in Neuss wurden 6550 Überstunden aufgeschrieben, in Bonn 4742. Kernenbach: "Der Versuch, diesen Mord aufzuklären, hat bisher allein Personalkosten von etwa vier Millionen Mark verursacht." Die Ermittler mußten in Computern, die wegen Überfütterung zusammengebrochen waren, zwei Festplatten wechseln. Schließlich wurden die Hinweise zum Rinnsal. Die Mordkommission schrumpfte auf je zwei Männer in Bonn und Neuss, die nicht auf Kommissar Zufall warten wollen. Andreas Müller, Vater zweier Kinder, sucht den Schlüssel zum Verbrechen selbst in Akten, die bis ins Jahr 1979 zurückreichen: "Theoretisch könnte ja ein verurteilter Kindermörder, der nach 15 Jahren freigekommen ist, unser Mann sein." Er schaut von seinem Schreibtisch auf die Regale mit den Protokollen, die er wieder und wieder vergleicht: "Es würde schon weh tun, wenn wir den Täter überprüft und nichts gefunden hätten."

https://www.welt.de/print-welt/article5 ... nsion.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 10. März 2018, 14:26:16 
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Nach 22 Jahren

Elfjährige an A1 ermordet aufgefunden – neue Spuren im Fall Claudia Ruf


Von Bernd Zimmermann 10.03.18, 11:15 Uhr


Euskirchen/Grevenbroich -
Der fast 22 Jahre alte Mordfall Claudia Ruf wird wieder aufgerollt. „Es gibt neue Beweise und neue Spuren“, bestätigte der Erste Kriminalhauptkommissar der Polizei Euskirchen, Edgar Völl, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Das Mädchen aus dem kleinen Dorf Hemmerden nördlich von Grevenbroich war am 11. Mai 1996 entführt, missbraucht und zwei Tage später am Rand eines Wiesenwegs bei Oberwichterich im Kreis Euskirchen an der A 1 ermordet aufgefunden worden.

Fall Claudia Ruf: DNA-Material ausgewertet

Nach Informationen Völls sei es nun gelungen, DNA-Material aus den Spuren, die am Tatort oder am Leichnam des Mädchens gesichert worden waren, mit neuen Methoden zu extrahieren. Dabei wurde demnach Spurenmaterial an die Rechtsmedizin der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität geschickt, die ein neues, präziseres Verfahren zur DNA-Bestimmung von Mischspuren entwickelt hat.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse erscheinen jetzt offenbar so vielversprechend, dass die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft, die den Fall federführend bearbeitet, eine gerichtliche Anordnung erwirkt hat, mit deren Hilfe eine „größere Überprüfung“ eingeleitet werden soll.
Es handele sich dabei um ein Verfahren, das einem Massen-Gentest ähnele.

Laut Strafverfolgungsbehörde erstreckt sich der Beschluss auf einen bestimmten Kreis von Personen, der noch einmal überprüft werden soll. Wie viele Personen das umfasst, wurde nicht bekannt.

Profiler mit Fall Claudia Ruf beschäftigt

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger” wurde zudem wieder ein Profiler mit dem fast 22 Jahren alten Fall beschäftigt.

Dabei handelt es sich wohl um den mittlerweile beim Landeskriminalamt in Düsseldorf tätigen Andreas Müller, der vor 22 Jahren als einer der ersten Tatortbeamten in der seinerzeit tätigen Mordkommission den Fundort unter die Lupe genommen hatte.

Darüber hinaus wird geprüft, ob es Parallelen zwischen dem vor wenigen Tagen in Weimar aufgeklärten Mordfall aus dem Jahr 1991 an der damals zehnjährigen Schülerin Stephanie gibt. Der mutmaßliche Mörder soll Berufskraftfahrer gewesen und könnte damit auch im Rheinland aktiv gewesen sein. Die Fälle werden jetzt miteinander abgeglichen.

– Quelle: https://www.express.de/29847528 ©2018Euskirchen/Grevenbroich -

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 11. März 2018, 02:01:42 
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Ermittlungen in Bonn und Euskirchen

Nach 22 Jahren: Neue Beweise im Fall Claudia Ruf

Euskirchen/Bonn. Wer tötete Claudia Ruf? Vor fast 22 Jahren wurde die damals Elfjährige aus Grevenbroich ermordet, der Täter ist bis heute nicht gefasst. Doch offenbar kommt der Fall jetzt erneut ins Rollen. So soll es neue Beweise und neue Spuren geben.

Von Michael Wrobel, 10.03.2018

Offenbar ist es gelungen, DNA-Material aus den Spuren, die am 13. Mai 1996 am Tatort oder am Leichnam des Mädchens gesichert worden waren, mit neuen Methoden zu extrahieren. Dies bestätigte der Erste Kriminalhauptkommissar Edgar Völl am Rande einer Pressekonferenz der Euskirchener Polizei.

Führen diese neue Spuren nun endlich zum Mörder von Claudia Ruf? Das Mädchen hatte sich am Samstag, 11. Mai 1996, in ihrem Heimatort Hemmerden bei Grevenbroich mit dem Nachbarshund zu einem Spaziergang aufgemacht - und war nicht wieder nach Hause zurückgekehrt. Die Eltern verständigten daraufhin die Polizei, die nach dem Mädchen suchte. Knapp zwei Tage später dann die traurige Gewissheit: Die Elfjährige wurde ermordert. Auf einem Acker an einem Wirtschaftsweg in der Nähe der Ortschaft Euskirchen-Oberwichterich hatte ein Spaziergänger das Kind entdeckt. Die von Flammen angekohlte Leiche lag unbekleidet auf einem Feld.

Elfjährige wurde vergewaltigt und verbrannt

Der Täter hatte Claudia gewürgt oder erdrosselt und außerdem sexuell missbraucht. Ermittlungen hatten damals ergeben, dass Claudia Ruf bereits tot war, als der Täter sie zu dem Feldweg brachte. Dort hatte er die Leiche mit Benzin übergossen und angezündet - wohl, um Spuren zu vernichten.

Doch offenbar konnte der Täter nicht alle Spuren zerstören. Damals sichergestelltes Spurenmaterial wurde nun an die Rechtsmedizin der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität geschickt. Dort wurde ein neues, präziseres Verfahren zur DNA-Bestimmung von Mischspuren entwickelt, mithilfe dessen nun neue Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Und diese scheinen vielversprechend zu sein. So wurde von einem Gericht auf Antrag der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft, die den Fall federführend bearbeitet, eine neue, "größere Überprüfung" angeordnet.

Neuer Gentest könnte Klarheit schaffen

Eine entsprechende Bestätigung kommt von der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft. Demnach soll ein Kreis von Personen in einer Art Massengentest nochmals überprüft werden.

Einen solchen Test hatte es bereits schon einmal in dem Fall gegeben: 14 Jahre nach dem Mord an der damals Elfjährigen hatten die Ermittler mit Hilfe verbesserter DNA-Analysemethoden an den Asservaten des Mordfalls Täter-DNA festgestellt. Insgesamt 348 Männer wurden schließlich zu einer Speichelprobe aufgefordert - der Täter konnte dabei jedoch ebenfalls nicht ermittelt werden.

Offenbar stehen nun aber einige Personen aus diesem damals überprüften Kreis erneut im Fokus der Ermittlungen. Wie viele Personen tatsächlich nun erneut überprüft werden, ist bisher nicht bekannt.

Ehemaliger Bonner Profiler vergleicht Mordfälle

Bekannt ist dagegen, dass ein Profiler, der bereits 1996 in dem Fall tätig war, nun erneut ermittelt: Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" soll der ehemalige Bonner Kriminalbeamte Andreas Müller, der mittlerweile beim Landeskriminalamt in Düsseldorf tätig ist, den Fall Claudia Ruf mit einem ähnlichen Mordfall vergleichen. So wurde kürzlich der Mord an der damals zehnjährigen Schülerin Stephanie in Weimar aus dem Jahr 1991 aufgeklärt. Der mutmaßliche Mörder soll Berufskraftfahrer gewesen sein und könnte damit auch im Rheinland aktiv gewesen sein.

Für die Angehörigen von Claudia Ruf wäre es sicher eine riesige Erleichterung, wenn der Mord an dem Mädchen nun doch noch aufgeklärt werden würde. Und auch die Ermittler könnten nach der fieberhaften Suche, bei der sie unter anderem auf Suchaufrufe bei "Aktenzeichen XY, ungelöst..." und erstmals in Nordrhein-Westfalen auch auf die Fahndung in einem Mordfall im Internet gesetzt hatten, endlich die Akte schließen. Nach 22 langen Jahren.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/reg ... 03624.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 12. März 2018, 22:49:10 
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12.03.2018 16:57

Elfjährige vergewaltigt, erdrosselt und angezündet: Täter seit 22 Jahren auf der Flucht

Mönchengladbach/Grevenbroich - Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem ungeklärten Sexualmord an der elfjährigen Claudia im rheinischen Grevenbroich soll ein erneuter Massen-Gentest zum Täter führen.

Es gebe eine gerichtliche Anordnung für den Test, bei dem ein erweiterter Personenkreis von Männern überprüft werden solle, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach am Montag. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

Ein früherer DNA-Test von 2010 mit den Speichelproben von etwa 350 Männern hatte die Ermittler damals nicht weitergebracht. Neuere technische Möglichkeiten und Untersuchungen an alten Beweismitteln hätten nun zu neuen Erkenntnissen geführt, sagte der Sprecher.

Die damals 11 Jahre alte Schülerin Claudia aus Grevenbroich war am 11. Mai 1996 von einem Unbekannten entführt worden, als sie mit dem Hund eines Nachbarn unterwegs war.

Zwei Tage später wurde ihre Leiche etwa 50 Kilometer entfernt bei Euskirchen an einem Feldweg gefunden.

Der Täter hatte das Kind vergewaltigt, gefesselt, erdrosselt, anschließend mit Benzin übergossen und angezündet.

https://www.tag24.de/nachrichten/moench ... 50#article


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 09. April 2018, 01:05:26 
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Polizei ermittelt weiter in "kalten Fällen"

Ungeklärte Mordfälle in Bonn und der Region

Seit den 70er Jahren gibt es 20 ungeklärte Tötungsdelikte im Raum Bonn.

Von Elena Sebening, 04.12.2017

Mord verjährt nie, dieser Grundsatz gilt auch für Fälle in der Region. Die Polizei behält deshalb stets einen Blick auf die alten, ungeklärten Fälle. Regelmäßig gehen die zuständigen Ermittler die Asservatenhefte der "kalten Fälle" durch. Polizeisprecher Frank Piontek erklärt: "Akten werden selten für immer geschlossen. Sobald sich bei uns neue Untersuchungsmethoden ergeben und diese erfolgversprechend für ältere Fälle sind, werden diese Hinweise verfolgt und erneut untersucht - egal wie alt die Fälle sind."

Zuletzt soll ein Mord in Lohmar dank eines neuen DNA-Abgleichs aufgeklärt worden sein. Polizeihauptkommissar Robert Scholten ergänzt: "Es gibt immer wieder herausragende Fälle, die uns beschäftigen, beispielsweise der Fall Claudia Ruf." Im jeweiligen Fachkommissariat werde jedem Polizisten einer dieser älteren Fälle zugeteilt und somit nicht aus den Augen verloren....

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bon ... 17078.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 12. Juli 2018, 18:11:06 
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Grevenbroich

DNA-Tests im Mordfall Claudia Ruf laufen

11. Juli 2018 um 19:00 Uhr

Grevenbroich/Bonn. Die aktuelle DNA-Test-Reihe zu dem Mordfall befindet sich in der abschließenden Phase. Rund 100 Menschen, auch aus dem Rhein-Kreis Neuss, sollen dafür eine Speichelprobe abgeben

Von Carsten Sommerfeld

Die Suche nach dem Mörder von Claudia Ruf dauert an – auch nach 22 Jahren. Die aktuelle DNA-Test-Reihe zu dem Mordfall befindet sich in der abschließenden Phase. Rund 100 Menschen, auch aus dem Rhein-Kreis Neuss, sollen dafür eine Speichelprobe abgeben. Bislang hat sich aber noch keine Übereinstimmung ergeben, die auf einen Tatverdächtigen schließen lasse, heißt es bei der Polizei in Bonn. Im Mai 1996 war das elf Jahre alte Mädchen nach einem Spaziergang mit einem Nachbarshund nicht mehr nach Hause gekommen, später fand ein Spaziergänger das Mädchen tot auf einem Feldweg in Oberwichterich bei Euskirchen. Ein damaliger Gentest, bei dem 350 Männer zur Untersuchung aufgefordert worden waren, blieb ohne Ergebnis. Mittlerweile gelang es, aus Beweismitteln eine DNA-Spur mit neuen Methoden zu extrahieren, eine neue Überprüfung wurde eingeleitet. „Weit über die Hälfte der Personen hat bereits teilgenommen“, berichtet Robert Scholten, Pressesprecher der Polizei in Bonn, der zuständigen Kriminalhauptdienststelle. „Wir kooperieren eng mit der Neusser Polizei“, erklärt Scholten.

Eine Hürde: „Nach so langer Zeit sind einige Menschen verzogen, es ist nicht immer leicht, ihren aktuellen Wohnort festzustellen.“ Wie sich der Personenkreis, der zur Probe aufgefordert wird, zusammensetzt, sagt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Robert Scholten rechnet damit, dass die Testreihe im Sommer abgeschlossen wird. Finde sich dabei keine Spur, „werden wir uns weitere Ermittlungsschritte überlegen.“ Er betont: „Wir werden die Arbeit nicht einstellen, Mordermittlungen hören nicht auf.“ Gerade ein solcher Fall, bei dem ein Kind betroffen sei, „macht uns bei aller Professionalität betroffen“. Auch weitere Hinweise zu dem Mordfall werden angenommen – bei der Polizei Bonn unter der Rufnummer 0228 150.

https://rp-online.de/nrw/staedte/greven ... d-23898643


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