Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

Foren-Übersicht » Poddighe Anna (41 ) Amberg




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 18 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. Juli 2014, 11:55:31 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
41-jährige Frau vermisst - Wer hat Hinweise zum Verbleib von Anna Poddighe?



Anna Poddighe (41)
AMBERG. Seit 17.06.2012 ist die 41-jährige Anna Poddighe aus Amberg spurlos verschwunden. Deren Schwester erstattete am 24.06.2012 Anzeige bei der Polizeiinspektion Amberg, woraufhin die polizeiinternen Ermittlungen zum Aufenthalt der Frau eingeleitet wurden.



Name
Poddighe
Vorname
Anna Franca
Geburtsname
Poddighe

Geburtsdatum
24.03.1971
Geburtsort/Geburtsland
Sassari/Italien
Nationalität
italienisch

Größe
153
Figur
55 kg / kräftige Statur
Sprache/Dialekt
Deutsch mit italienischem Akzent

Augenfarbe
Haare
kurz, glatt, schwarz
Geschlecht
weiblich

Besondere Merkmale
Auffällig sind Tätowierungen auf dem Rücken und auf der linken Brust.
Scheinbares Alter: etwa 35 Jahre.



Sachverhalt
Zuletzt lebend gesehen worden war sie am 17.06.2012 von ihrem Lebensgefährten. Seiner Aussage zufolge hatte sie sich von der gemeinsamen Wohnung allein auf den Weg gemacht um das Altstadtfest in Amberg zu besuchen. Seither gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr von der Frau.

Bis dato brachten die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen keinen Erfolg. Konkrete Hinweise auf eine vorliegende Selbstgefährlichkeit oder zu sonstigen Gründen ihres Verschwindens liegen nicht vor.

In die Fahndungsmaßnahmen sind auch die Polizeibehörden in Italien eingebunden, nachdem die Eltern der italienischen Staatsangehörigen dort leben.

Nach dem bisher gewonnenen Kenntnisstand hatte die 41-jährige Frau in der Vergangenheit zwar wiederholt eine wie sie es nannte kurzfristige Auszeit genommen, ist jedoch nie länger als eine Woche weggeblieben.


Für die ermittelnde Kriminalpolizei in Amberg ist es nun von großer Bedeutung zu erfahren, ob und wo die Frau nach dem 17.06.2012 gesehen worden ist. bzw. Hinweise zum derzeitigen Aufenthalt zu erhalten. Diese werden erbeten unter der Telefonnummer 09621/890-0 bei der Kriminalpolizeiinspektion Amberg oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.



Zuständige Dienststelle
Kriminalpolizeiinspektion Amberg
Kümmersbrucker Straße 1a
92224 Amberg

Telefon: 09621/890-0
Fax: 09621/890-299


http://www.polizei.bayern.de/fahndung/p ... tml/162839

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. Juli 2014, 11:56:11 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Ermittlungen zur Vermissung von Anna Poddighe - 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt

AMBERG. Seit Juni 2012 spurlos verschwunden ist die damals 41-jährige Anna Poddighe aus Amberg. Deren Schwester erstattete am 24.06.2012 Vermisstenanzeige bei der Polizeiinspektion Amberg. Mit der nun ausgelobten Belohnung in Höhe von 5000 Euro (in Worten: fünftausend) gehen die Fahnder der Kriminalpolizeiinspektion Amberg in ihrer mehr als eineinhalb Jahre währenden Ermittlungsarbeit einen neuen Weg.


Zuletzt lebend gesehen worden war Anna Podigghe am 17.06.2012 von ihrem damaligen Lebensgefährten. Seiner Aussage zufolge hatte sie sich von der gemeinsamen Wohnung in Amberg allein auf den Weg gemacht, um das Altstadtfest in Amberg zu besuchen. Seither gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr von der Frau.
Bis dato brachten die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen keinen Erfolg. Konkrete Hinweise auf einen Suizid oder einen Unfall oder zu sonstigen Gründen ihres Verschwindens liegen nicht vor. Auch ein umfassender Beitrag in der Sendung „Aktenzeichen XY“ brachte nicht den erhofften Erfolg. Damit muss auch eine mögliche Gewalttat an der Frau in Betracht gezogen werden.

In die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen sind nach wie vor die Polizeibehörden in Italien eingebunden, nachdem sowohl die Eltern als auch die Tochter der italienischen Staatsangehörigen dort leben.

Das Bayer. Landeskriminalamt hat für Hinweise die zur Klärung einer vorliegenden Straftat oder zur Festnahme eines Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5.000,- Euro ausgesetzt, die unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt wird. Diese Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Personenbeschreibung: Ca. 153 cm groß und etwa 55 Kilogramm schwer, sie hat eine kräftige Statur und ein scheinbares Altes von etwa 35 Jahren. Frau Poddighe hatte bei ihrem Verschwinden kurze, glatte, schwarze Haare. Sie spricht Deutsch mit italienischem Akzent. Auffällig sind Tätowierungen auf dem Rücken und an der linken Brust.

Hinweise, ob und wo Anna Poddighe nach dem 17.06.2012 gesehen worden ist, bzw. zu ihrem derzeitigen Aufenthalt nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Medienkontakt: PP Oberpfalz, PHK Michael Rebele, Tel.: 0941/506-1012
Veröffentlicht am: 24.01.2014, 09:25 Uhr;


http://www.polizei.bayern.de/news/press ... tml/193487

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. Juli 2014, 11:57:08 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
"Aktenzeichen XY" half nicht: Polizei sucht Frau
Anna Poddighe ist beim Altstadtfest im Jahr 2012 in Amberg spurlos verschwunden - vor 1 Stunde

AMBERG - Seit Juni 2012 spurlos verschwunden ist die damals 41-jährige Anna Poddighe aus Amberg. Deren Schwester erstattete am 24. Juni 2012 Vermisstenanzeige bei der Polizeiinspektion Amberg. Mit der nun ausgelobten Belohnung in Höhe von 5000 Euro gehen die Fahnder der Kriminalpolizeiinspektion Amberg in ihrer mehr als eineinhalb Jahre währenden Ermittlungsarbeit einen neuen Weg.

Wo ist die seit Juni 2012 vermisste Anna Poddighe? Zuletzt lebend gesehen wurde Anna Podigghe am 17. Juni 2012 von ihrem damaligen Lebensgefährten. Seiner Aussage zufolge hatte sie sich von der gemeinsamen Wohnung in Amberg allein auf den Weg gemacht, um das Altstadtfest in Amberg zu besuchen. Seither gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr von der Frau.

Bis dato brachten die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen keinen Erfolg. Konkrete Hinweise auf einen Suizid oder einen Unfall oder zu sonstigen Gründen ihres Verschwindens liegen nicht vor. Auch ein umfassender Beitrag in der Sendung „Aktenzeichen XY“ brachte nicht den erhofften Erfolg. Damit muss nach Ansicht der Polizei auch eine mögliche Gewalttat an der Frau in Betracht gezogen werden.

In die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen sind nach wie vor die Polizeibehörden in Italien eingebunden, nachdem sowohl die Eltern als auch die Tochter der italienischen Staatsangehörigen dort leben. Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Klärung einer vorliegenden Straftat oder zur Festnahme eines Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt, die unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt wird. Diese Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Alle Polizeimeldungen des Tages
Die Personenbeschreibung: Etwa 153 Zentimeter groß und etwa 55 Kilogramm schwer, sie hat eine kräftige Statur und ein scheinbares Altes von etwa 35 Jahren. Anna Poddighe hatte bei ihrem Verschwinden kurze, glatte, schwarze Haare. Sie spricht Deutsch mit italienischem Akzent. Auffällig sind Tätowierungen auf dem Rücken und an der linken Brust.

Hinweise, ob und wo Anna Poddighe nach dem 17. Juni gesehen worden ist, oder zu ihrem derzeitigen Aufenthalt nehmen die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

http://www.nordbayern.de/region/pegnitz ... e=UmVnaW9u

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. Juli 2014, 11:57:54 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Kaum noch Hoffnung im Fall Poddighe
Seit Juni 2012 wird die Italienerin aus Amberg vermisst. Die Polizei tappt im Dunkeln. Die Schwester glaubt nicht mehr an ein glückliches Ende.

VON ISOLDE STÖCKER-GIETL, MZ

AMBERG. Am 24. März war der 43. Geburtstag von Anna Franca Poddighe aus Amberg. Es war der zweite Geburtstag, den sie nicht mit Familie und Freunden feierte. Die gebürtige Italienerin ist seit 17. Juni 2012 spurlos verschwunden. Die Polizei hat inzwischen Profiler hinzugezogen, im Januar wurde eine Belohnung von 5000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt. Die Hoffnung, dass Anna Franca Poddighe noch am Leben ist, schwindet von Tag zu Tag. Auch bei ihrer Schwester Daniela. Niemals hätte sich Anna Franca über einen so langen Zeitraum nicht gemeldet. „Wir waren ständig in Kontakt, über Telefon und über Facebook.“ Doch seit dem Tag ihres Verschwindens habe sie nichts mehr von sich hören lassen. Die Ermittlungsarbeit der Polizei brachte bislang keine bedeutenden Erkenntnisse. Aufrufe bei „Aktenzeichen xy“ und der italienischen Version „Chi l’ha visto“ blieben ohne konkrete Hinweise.

Auf dem Konzert kam sie nicht an

An jenem Sonntag im Juni 2012 wollte Anna Franca zu einem Konzert in die Schweiz reisen, sagt Daniela Poddighe. Gegen 11 Uhr morgens hatte sie sich bei ihr gemeldet und von der Reise gesprochen. Auch auf Facebook postete sie ihre Pläne. Die damals 41-Jährige wollte noch zur Bank, um ihrer 24-jährigen Tochter, die in Italien lebt, Geld zu überweisen. Für 14 Uhr hatte sie den Aufbruch geplant. Da Anna Franca Poddighe keinen Führerschein besitzt, wollte sie mit ihrem Lebensgefährten fahren. Der sagte in einem Beitrag des italienischen Fernsehsenders RAI, dass er von dieser Konzertreise in die Schweiz nichts wusste, räumte im Verlauf des Gesprächs dann aber doch ein, über die Pläne informiert gewesen zu sein. Anna Franca war in der Schweiz verabredet, sagt ihre Schwester. Doch sie kam nicht an. Auch auf dem Konzert wurde sie von niemandem gesehen, wie die Konzertveranstalter der Familie mitteilten. Anna Franca habe ihre Pläne geändert, meinte der Lebensgefährte in dem Beitrag im italienischen Fernsehen. Sie wollte auf das Amberger Altstadtfest und bei ihrer Schwester oder einer Freundin übernachten. Sich eine Auszeit nehmen, wie sie es auch früher schon für einige Tage getan hatte. Die Polizei geht auch von diesem Ablauf aus. In der Vermisstenanzeige heißt es: „Zuletzt lebend gesehen worden war sie am 17.06.2012 von ihrem damaligen Lebensgefährten. Seiner Aussage zufolge hatte sie sich von der gemeinsamen Wohnung allein auf den Weg gemacht, um das Altstadtfest in Amberg zu besuchen.“ Daniela Poddighe ist überzeugt: „Wäre sie wirklich auf dem Altstadtfest gewesen, dann hätte sie jemand gesehen.“ Doch niemand meldete sich bei der Polizei.

Sie war eine lebensbejahende Frau

Was also ist mit der lebenslustigen Frau passiert, die in Italien Archäologie studierte und in Amberg in einer Kantine als Köchin beschäftigt war? Wie kann sie die Vilsstadt verlassen haben, wenn ihre Tasche mit Ausweispapieren und Bankkarte später in der Wohnung gefunden wurde? Ohne Führerschein und Auto wäre sie nicht weit gekommen, sagt ihre Schwester. Einen Suizid schließt sie aus. „Anna Franca war ein lebensbejahender Mensch und sie war stark, auch wenn es Krisen in ihrem Leben gab.“

In der Sendung Aktenzeichen XY, die sich im März 2013 mit dem mysteriösen Verschwinden der Ambergerin befasste, wurde ein möglicher Streit mit Facebook-Freunden thematisiert. Einen solchen Verdacht hatte der Lebensgefährte gegenüber der Polizei geäußert, so geht aus dem Beitrag in der Sendung hervor. Dass es eine solche Auseinandersetzung gegeben hat, bezweifelt die Schwester. „Ja, sie hatte sehr viele Facebook-Freunde. Sie hat sich auch mit einigen von ihnen getroffen, aber nicht an diesem Tag. Warum hätte sie mir von einer Reise in die Schweiz erzählen sollen? Das macht keinen Sinn.“

Während die Polizei weiterhin in alle Richtungen ermittelt, glaubt Daniela Poddighe, dass der Lebensgefährte womöglich mehr weiß, als er der Polizei sagt. „Als Anna Franca verschwand, konnte ich ihn zehn Tage lang nicht erreichen.“ In dieser Zeit habe er das gemeinsame Auto des Paares verkauft. Für das Auto lief laut der Schwester ein Kredit auf Anna Francas Namen. „Warum macht er das, wenn meine Schwester doch nur eine Auszeit nehmen wollte?“, fragt sich die 40-Jährige.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Amberg will sich zu den Einzelheiten der Ermittlungen nicht äußern, bestätigt aber auf MZ-Nachfrage, dass der Lebensgefährte mehrfach nach dem Verschwinden von Anna Franca Poddighe vernommen wurde. Die Polizei hat oft mit ihm gesprochen, sagt auch Daniela Poddighe. Sie selbst sei später bei der Polizei vorstellig geworden, um Widersprüche in den Aussagen des Lebensgefährten aufzuzeigen, sagt die 40-Jährige. „Ich hatte aber das Gefühl, man hört mir gar nicht richtig zu.“

„Wir ermitteln in alle Richtungen“

Der mögliche Grund, den Daniela Poddighe dafür anführt, wiegt schwer: „Der Lebensgefährte meiner Schwester hat sehr gute private Kontakte zu einem ehemaligen Beamten der Amberger Polizei.“ Daniela Poddighe nennt auch den Namen. Zu dieser Aussage befragt, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Riedl der MZ: „Zu solchen Gerüchten nehmen wir keine Stellung.“ Er weist aber Anschuldigungen von Daniela Poddighe mit Nachdruck zurück, wonach die Polizei sehr zurückhaltend ermittle. „Wir führen sehr intensive Ermittlungen in alle Richtungen durch. Wir arbeiten mit einer verstärkten Mannschaft. Doch zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch immer nichts, was in irgend eine konkrete Richtung geht“, so Riedl. Der Lebensgefährte war, wie die Polizei der MZ bestätigte, einige Zeit nach dem Verschwinden von Anna Franca Poddighe untergetaucht. Sein Aufenthaltsort wurde aber ermittelt. Danach sollten nochmals Gespräche mit ihm stattfinden. Ob diese erfolgten, wurde mit Verweis auf die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft nicht beantwortet.

Daniela Poddighe glaubt, dass Geld der Grund für das Verschwinden von Anna Franca sein könnte. Sie ist der Meinung, dass es zwischen ihrer Schwester und deren Lebensgefährten – das Paar lebte seit sieben Jahre zusammen – an jenem Tag zu einem Streit gekommen sein könnte. „Ich glaube, dass er sich auf Anna Francas Konto bedient hatte und sie das an diesem Tag bemerkte.“ Etwa 1000 Euro sollen vom Ersparten auch noch nach ihrem Verschwinden in kleineren, nicht erklärbaren Beträgen abgebucht worden, will die Familie später festgestellt haben. Das teilten die Angehörigen der Italienerin auch der Polizei mit. Anschuldigungen, zu denen die Staatsanwaltschaft aber keine Angaben macht. „Zu Ermittlungsdetails können wir keine Auskunft geben. Wir müssen Anna Franca Poddighe finden, um zu wissen, was damals passiert ist“, heißt es bei der Ermittlungsbehörde.

Wie im Fall Maria Baumer können die Ermittler nichts ausschließen. Doch während die Familie Baumer zumindest Gewissheit und einen Ort für ihre Trauer hat, ist Daniela Poddighe seit eindreiviertel Jahren auf der Suche. Sie glaubt nicht mehr daran, dass ihre Schwester ihren 43. Geburtstag gefeiert hat. „Ich weiß, dass ihr etwas zugestoßen ist, ich weiß nur nicht, wie wir das beweisen sollen.“

http://www.mittelbayerische.de/region/a ... ml#1044036

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. Juli 2014, 17:07:40 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Wo ist Anna Poddighe?

Ambergerin bleibt spurlos verschwunden

Wo ist Anna Poddighe? Auch zwei Jahre nach dem Verschwinden der Ambergerin gibt es keine Antwort auf diese Frage. Konkrete Hinweise auf den Verbleib der gebürtigen Italienerin gebe es nicht, sagt die Polizei.

Stand: 17.06.2014

Die Ermittlungsgruppe "Sassari" (Anna Poddighe ist in der sardinischen Stadt Sassari geboren) der Kripo Amberg ermittle in dem Fall nach wie vor, sagte Michael Rebele, Sprecher im Polizeipräsidium Regensburg, dem BR.

Poddighe kam nie am Altstadtfest an
Die Polizei stütze ihre Ermittlungen in erster Linie auf die Aussagen des Lebensgefährten. Er gab an, dass sich seine Freundin am Spätnachmittag des 17. Juni 2012 verabschiedet habe, um auf das Altstadtfest zu gehen. Dort kam sie nie an. Auch auf dem Weg dorthin wurde sie nicht gesehen.

"Der Lebensgefährte ist weiter im Focus der Ermittlungen. Er ist die letzte Kontaktperson zu Anna Poddighe und deshalb in vielen Belangen für uns sehr wichtig"
Polizeisprecher Michael Rebele

Auch ein Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" brachte die Ermittler nicht weiter, ebenso wenig die Auslobung einer Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise auf den Verbleib der Frau, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 41 Jahre alt war.

Anna Poddighe
Anne Poddighe ist 154 cm groß, 55 Kilo schwer und hat eine kräftige Statur. Sie spricht Deutsch mit italienischem Akzent. Auffällig sind Tätowierungen am Rücken und auf der linken Brust.

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/ ... n-100.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. August 2014, 12:11:53 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25043
Artikel vom 30. August 2014 10:18, 851 mal gelesen
NiederbayernOberpfalz

Zermürbende Fragen zum Tag der Verschwundenen: Was ist mit diesen Menschen geschehen?

Autor: Rosemarie Vielreicher

Es war ein Montag. Anna Poddighe macht sich auf den Weg zum Altstadtfest in Amberg. Ihr Freund bleibt lieber zu Hause. Die gebürtige Italienerin wirkt lebensfroh, lächelt aufgeschlossen in die Kamera - so zeigt sie zumindest das später veröffentlichte Fahndungsfoto. Vom Altstadtfest kam die damals 41-Jährige nie mehr zurück. Oder: Kam sie dort überhaupt an? Seit Juni 2012 ist sie wie vom Erdboden verschluckt, die Polizei sucht sie seit über zwei Jahren. Bislang ohne Erfolg. Acht weitere Menschen in Ostbayern werden aktuell mit öffentlichen Aufrufen gesucht.

Was ist mit diesen Menschen passiert? Warum sind sie möglicherweise weggegangen? Liegen sie vielleicht irgendwo? Vielleicht nur noch ihr Skelett? Das sind zermürbende Fragen, die nicht nur in den Köpfen der Verwandten herumspuken, sondern auch in denen der ermittelnden Polizisten. Es sind Fragen, wie auch Pressesprecher Stefan Hartl vom Polizeipräsidium Oberpfalz sie sich stellt. Im Fall Brigitte Neumayr zum Beispiel.

Das Foto von der damals 62-Jährigen hat Hartl sofort im Kopf, ihr Fall ist sofort wieder präsent. Denn die Regensburgerin wird schon sehr lange vermisst. Seit sieben Jahren. Die Beschreibung der Frau ist spärlich. Im Internet steht lediglich, gelegentlich trug sie eine Brille, gewöhnlich Armbänder. Sie war geschieden, arbeitete beim Vermessungsamt. Zum letzten Mal wurde sie am 4. Oktober 2007 in der Nähe ihrer Wohnung in Regensburg gesehen. Dann folgen nur noch zermürbende Fragen. Gefunden wurde die Vermisste nie.

"Vermisst" bedeutet aus polizeilicher Sicht: Der Mann oder die Frau hat das gewohnte Umfeld verlassen, niemand weiß, wo sich die Person aufhält, und die Polizei muss davon ausgehen, dass sie in Gefahr ist, erklärt Karin Harbeck, Sprecherin des Präsidiums Niederbayern. Grundsätzlich gibt es laut Hartl vier Szenarien für Vermisstenfälle: Gewalttat, Suizid oder ein Unfall auf der einen Seite, auf der anderen aber auch ein Neustart - Hartl nennt es "sich ausklinken" - ist denkbar. So tauchten andernorts Vermisste, beispielsweise eine 18-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen, 2013 nach eineinhalb Jahren wieder auf. In Amerika gab es ebenfalls einen solchen Fall: Nach elf Jahren war eine 54-Jährige plötzlich wieder da. Die Frau soll Zeitungsberichten zufolge aus einer Laune heraus 2002 ihre Familie verlassen und dann auf der Straße gelebt haben.

http://www.idowa.de/home/artikel/2014/0 ... 69043.html


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 20. September 2014, 21:44:35 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25043
OBERPFALZ & BAYERN 20.09.2014, 08:45 UHR

Spürhunde suchen nach Anna Poddighe

Polizei glaubt, dass die vermisste Ambergerin nicht mehr am Leben ist und hat Gebiete rund um Amberg nach ihrer Leiche abgesucht. Bisher ohne Erfolg.

Seit über zwei Jahren wird Anna Poddighe aus Amberg vermisst. Die Polizei sucht inzwischen intensiv nach ihrer Leiche.

VON ISOLDE STÖCKER-GIETL

AMBERG. Seit Juni 2012 ist Anna Poddighe aus Amberg verschwunden. Die Polizei hat kaum noch Hoffnung, die gebürtige Italienerin lebend zu finden. Die Kripo Amberg bestätigte am Freitag auf MZ-Nachfrage, dass an mehreren Orten im Raum Amberg mit Spürhunden nach der Leiche der Mutter einer erwachsenen Tochter gesucht wurde. „Denn leider müssen wir davon ausgehen, dass Anna Poddighe nicht mehr am Leben ist.“

Altstadtfest oder Konzert?

Die Spur der damals 41-Jährigen verliert sich am 17. Juni 2012. Ihr Lebensgefährte war der Letzte, der sie lebend gesehen hat. Nach seinen Aussagen wollte Anna Poddighe an jenem Abend das Altstadtfest in Amberg besuchen. Gegenüber ihrer Schwester Daniela und auch auf Facebook hatte sie dagegen mitgeteilt, dass sie zu einem Konzert in die Schweiz reisen werde. Doch weder dort, noch in den Straßen der Amberger Altstadt wurde Anna Poddighe noch gesehen. In der Wohnung, die sich die Frau mit ihrem Lebensgefährten teilte, wurden später die Ausweispapiere und die Bankkarte gefunden. Die Schwester der Vermissten sagte bei einem Gespräch mit der MZ, dass sie sich sicher sei, dass diese die Reise zu dem Konzert nie angetreten habe. „Ich glaube, dass sie Amberg nicht mehr verlassen hat.“

Was also ist mit der lebenslustigen Frau passiert, die in Italien Archäologie studierte und nach ihrem Umzug in die Oberpfalz eine Stelle als Köchin in einer Betriebskantine annahm? Die Polizei glaubt nicht an ein freiwilliges Untertauchen. Auch Anna Poddighes Schwester schließt das aus. Niemals hätte sie sich über einen so langen Zeitraum nicht gemeldet. „Wir waren ständig in Kontakt, über Telefon und über Facebook.“ Auch dass sich die 41-Jährige das Leben genommen haben könnte, hält ihre Schwester für undenkbar. „Sie war ein lebensbejahender Mensch.“

Inzwischen haben Profiler mögliche Tathergangshypothesen erarbeitet. Doch solange Anna Poddighe als vermisst gilt und es auch sonst keine Spuren gibt, die auf ein Verbrechen hindeuten, führen diese Ermittlungsansätze wohl nicht ans Ziel. „Wir arbeiten weiterhin sehr intensiv an dem Fall“, heißt es bei der Kripo Amberg. Für die Aufklärung hat die Polizei im Januar eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Dennoch gingen keine neuen Hinweise mehr ein. Niemand, so scheint es, hat Anna Poddighe am Abend des 17. Juni 2012 oder später noch irgendwo gesehen.



Spürhunde suchen nach Anna Poddighe
Polizei glaubt, dass die vermisste Ambergerin nicht mehr am Leben ist und hat Gebiete rund um Amberg nach ihrer Leiche abgesucht. Bisher ohne Erfolg.
Ob es einen Kreis von möglichen Verdächtigen gibt, darüber schweigt die Polizei. Auch zu Einzelheiten der Ermittlungen gibt sie keine Auskunft. Gegenüber dem Fernsehsender RAI 3 hatte der Lebensgefährte in einem Interview für „Chi l’ha visto“, der italienischen Ausgabe von „Aktenzeichen xy“ abgestritten, etwas mit dem Verschwinden von Anna Poddighe zu tun zu haben. Da die 41-Jährige auf Facebook sehr aktiv war, gingen die Ermittler auch möglichen Spuren im Internet nach. Doch die Aussage ihres Lebensgefährten, dass ein vorausgegangener Streit mit einem Facebook-Bekannten der Grund für ihr Verschwinden gewesen sein könnte, verfestigte sich nicht.

Auch das Auto ist verschwunden

Die Schwester führt ganz andere Überlegungen: „Als sie verschwand, konnte ich ihren Lebensgefährten zehn Tage lang nicht erreichen.“ Danach hatte er das gemeinsame Auto verkauft, dessen Kredit auf Anna Poddighes Namen lief. Ob das Auto wirklich einen neuen Besitzer habe, wisse sie nicht. Sicher wisse sie eigentlich nur, dass das Auto nicht mehr da sei, sagt die Schwester. Es ist verschwunden, genauso wie Anna Poddighe.


http://www.mittelbayerische.de


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 14. November 2014, 21:08:15 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25043
AMBERG
866 Tage der Ungewissheit

Amberg. Sie will nach Hause. Zurück nach Sardinien, wo ihre Eltern und ihr Bruder leben. Und dennoch bleibt Daniela Poddighe (41) in Amberg. "Ich muss meine Schwester finden", sagt sie leise. Denn seit Juni 2012 fehlt von Anna Franca jede Spur.


Bundesweit sind knapp 7000 Menschen vermisst. Sie sind spurlos verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Sie heben kein Geld ab, sie tanken nicht, sie kaufen nicht ein. Sie reisen nicht aus und ebenso wenig wieder ein. Sie müssen nicht zum Arzt, sie geraten in keine Polizeikontrolle. Untergetaucht, Suizid, Unfall, Verbrechen: Angehörige leben mit offenen Fragen, auf die es keine Antwort gibt, vielleicht nie geben wird. Eine Ambergerin kennt diese quälende Ungewissheit. Am 15. Juni 2012 hat sie ihre Schwester Anna Franca das letzte Mal gesprochen.

Im Nebenzimmer einer Pizzeria erzählt die zierliche Frau von sich, vom Leben auf Sardinien, von der Familie, die in Sassari, der zweitgrößten Stadt der Insel, zwei Geschäfte hat. Seit zwölf Jahren ist sie in Deutschland. Ihre Schwester folgte ihr drei Jahre später. Daniela Poddighe lacht. "Zuhause, da war ich die kleine Schwester. Hier in Deutschland ist es umgekehrt, da bin ich so was wie die Große." Schließlich sei sie länger hier.

"Ich kenne meine Schwester, sie kennt mich. Das ist eine ganz besondere Beziehung." Wann immer sie von Anna Franca redet, dann nur in der Gegenwart, nie in der Vergangenheit. Dabei sind es über zwei Jahre her, dass sie sie zum letzten Mal gesehen hat. Im Mai 2012, am Tag der Kommunion ihrer jüngsten Tochter. "Kontakt hatten wir aber jeden Tag, entweder haben wir telefoniert oder uns über Facebook geschrieben", erzählt Daniela Poddighe. Sie schildert den Tag, an dem sie zum letzten Mal die Stimme ihrer Schwester hörte. Es war der 15. Juni 2012.

Zu Konzert in die Schweiz?


Daniela Poddighe rief ihre Schwester an, gegen 11 Uhr, als diese in der Arbeit gerade Pause machte. Die Frauen sprachen über den Besuch eines Freundes aus Italien. Daniela Poddighe bat Anna, ihn mit am Flughafen München abzuholen. Ihre Schwester wollte mit ihrem Lebensgefährten übers Wochenende zu einem Konzert in die Schweiz, habe aber versprochen, zur Ankunft des Freundes wieder da zu sein.

"Sie hat mich noch gefragt, ob ich zum Konzert mitkomme, aber Blues ist nichts für mich." Daniela Poddighe erinnert sich, dass sie vorgeschlagen habe, sich später in der Stadt zu treffen. Anna Franca habe abgelehnt - keine Zeit, sie müsse zur Bank, Geld holen und für die Schweiz packen. Einen Tag später, am Altstadtfest-Samstag, versuchte Daniela Poddighe die zwei Jahre ältere Anna zu erreichen. Vergeblich. Ihre Schwester ging an kein Handy, rief nicht zurück. "Wo ist sie?", wunderte sie sich.

Auch auf Facebook bleibt Anna von da an inaktiv - sehr ungewöhnlich, da sie über Internet viele Freundschaften pflegte, unter anderem mit Freunden von früher und Kollegen, die wie sie Archäologie studiert haben. Daniela Poddighe hat recherchiert: Der letzte Post datiert vom Samstag, 16. Juni, um 17 oder 18 Uhr. Anna kommentierte den Post einer Kollegin. Seitdem ist die Italienerin verschwunden, aus der realen Welt ebenso wie aus der virtuellen.

"Anna, wo bist du?"


Hinter Daniela Poddighe liegen 866 Tage der Ungewissheit und unendlich viele möglicherweise vor ihr. Mit dem Verschwinden ihrer Schwester hat sich ihr Leben um 360 Grad gedreht. Sie leidet seitdem an Klaustrophobie, geschlossene und dunkle Räume machen ihr Angst. "Da kriege ich keine Luft mehr", sagt sie und entschuldigt sich für etwas, für das man sich nicht entschuldigen muss: Tränen. Nur noch selten schaut sie sich Fotos von Anna an: "Der Schmerz ist zu groß."

Sie erzählt, wie sie eine Woche nach dem letzten Telefonat zur Wohnung ihrer Schwester und deren Lebensgefährten fuhr, das Auto sah und dachte, die beiden seien daheim. Sie klingelte, doch niemand öffnete. In ihr stieg ein beklemmendes Gefühl auf. "Mir war, als würde jemand am Fenster stehen, aber nicht wollen, dass ich ihn sehe." In der virtuellen Welt klopfen Freunde und Bekannte bei Anna Poddighes Profil an. "Anna, wo bist du?", wollen sie wissen. Eine Frage, die sich auch Daniela Poddighe stellt - und keine Antwort hat.

Die 40-Jährige wartete Annas ersten Arbeitstag nach dem Urlaub ab. Doch sie kehrte nicht in die Betriebskantine von Siemens zurück. Für Daniela Poddighe war der 2. Juli 2012 ein schrecklicher Tag. "Da wusste ich, ich habe meine Schwester verloren, sie kommt nicht zurück." Sie geht alle möglichen Szenarien durch, immer und immer wieder. Fuhr Anna in die Schweiz? Plante sie kurzfristig um? War sie am Sonntag, 17. Juni, auf dem Altstadtfest, wie ihr Freund erzählt hatte oder doch nicht? Alles endet an einem einzigen Punkt: "Egal, wo sie wäre, sie hätte angerufen." Daniela Poddighe glaubt, dass Anna Franca an jenem Freitag im Juni zur Bank gegangen war, entdeckt hatte, dass auf ihrem Konto Geld fehlte und deswegen ihren Freund zur Rede stellte. Sie glaubt, dass das der Schlüssel zum mysteriösen Verschwinden sein könnte. Die Italienerin erzählt wieder von ihrer Familie und wie unterschiedlich die drei Geschwister sind. Sie selbst gehe auf Leute zu, Anna brauche eine gewisse Zeit, werde nicht mit jedem gleich warm, sei geradlinig und sehr direkt. "Und unser Bruder ist die Mischung von uns beiden."

Sie schildert, wie sie und ihr damaliger Freund über 200 Plakate in der Stadt verteilten, um nach Anna zu suchen. Ein einziges existiere noch, in einem Geschäft am Eisberg. Alle anderen seien verschwunden - so wie Anna Franca Poddighe. "Ich sehe nur noch schwarz-weiß, nicht mehr die Farben", sagt die dreifache Mutter über ihr Leben seit Juni 2012. Manchmal wünscht sie sich, alles wäre nur ein schrecklicher Traum und Anna wäre nie verschwunden. In ihren Träumen redet sie mit ihrer Schwester. "Sie sagt mir, dass ich nicht weinen soll, ein anderes Mal hat sie mich in die Arme genommen." Aufzuwachen und in der Realität anzukommen, sei irre schwer.

Das erste Jahr extrem hart


Daniela Poddighe erzählt, dass vor allem das erste Jahr nach dem Verschwinden ihrer Schwester extrem hart war. "Ich war so fertig", gesteht sie und redet über Menschen mit falschem Mitgefühl oder mit extremer Neugier, spricht von einem Ehepaar, das gut mit Anna Franca und deren Lebensgefährten befreundet war. Dieses hatte auf Sardinien die Gastfreundschaft der Familie Poddighe genossen. Und hernach, nach dem Verschwinden, habe es nichts, aber auch gar nichts unternommen, um Anna Franca zu finden.

Die Italienerin ist froh, Menschen zu haben, mit denen sie über die Vermisste und das mysteriöse Verschwinden reden kann, die mit ihr Erinnerungen an Anna Franca teilen und heute noch nach ihr suchen. "Wir machen das für sie", sagt Daniela Poddighe. In Deutschland fehlt ihr vor allem ihre Familie. Sardinien ist weit weg, zuletzt war sie letztes Jahr im Sommer dort, für drei Wochen. Vieles am Verschwinden von Anna Franca Poddighe ist und bleibt mysteriös. Für ihre jüngere Schwester gibt es viele Ungereimtheiten. Zum Beispiel, was mit dem Auto ihrer Schwester passiert ist. Angeblich verkaufte es der Lebensgefährte an einen Unbekannten. Oder: Warum der Mann bei der Polizei angegeben hat, sie habe sich früher öfters eine Auszeit genommen. "Das stimmt nicht, es war nur einmal, nach einem Streit, den die beiden hatten. Da war sie bei mir, das wusste er auch."

An manchen Tagen, wenn ihre Sehnsucht zu groß wird, geht Daniela Poddighe in die Barbarastraße, wo ihre Schwester bis zum Juni 2012 gelebt hat. Sie stellt sich unter die Wohnung, die bis heute nicht wieder vermietet ist und an deren Klingelschild mit dem Namen Poddighe ein schwarzer Klebestreifen pappt. Da steht sie dann, wartet und wartet - in der illusorischen Hoffnung, ein Licht würde angehen, ein Fenster geöffnet, Anna würde ihren Kopf rausstrecken, winken und lachen. "Manchmal muss ich dort hingehen, ich kann nicht anders." In solchen Momenten fühlt sie sich ihr nahe, gesteht sie.

Seit dem Verschwinden gibt es viele harte Tage im Leben von Daniela Poddighe, Weihnachten sind die härtesten. Noch schlimmer sind ihre eigenen Geburtstage. Ihre Schwester habe ihr immer ein ganz besonderes Geschenk gemacht: eine Panna Cotta, das traditionelle puddingartige italienische Vanille-Dessert, in der eine Kerze steckte. Die Erinnerungen an Anna Franca sind bittersüß. Der Facebook-Account der Vermissten ist bis heute online. Daniela Poddighe führt ihn weiter - ein öffentliches Profil, als ein winziger Strohhalm, an den sie sich klammert. "Ich warte darauf, dass jemand was postet, wodurch ich einen Hinweis bekomme."

Es sind so viele Fragen, auf die sie eine Antwort haben möchte, eine Antwort bräuchte, eine Antwort verdient hätte. 1000 Situationen hat sie gedanklich durchgespielt, unendlich viele Möglichkeiten in Betracht gezogen, was passiert sein könnte. Energisch schüttelt die dunkelhaarige Italienerin den Kopf: Anna ist nicht freiwillig weggegangen. Das passe nicht zu ihr. "Sie hätte sich gemeldet, bei mir oder bei ihrer Tochter Andrea, bei unserer Familie - bei irgendjemanden hätte sie sich gemeldet, ganz bestimmt." So denkt auch der große Bruder, Antonello, der wie der Rest der Familie auf Sardinien lebt.

Heimweh nach Sardinien


Weder die Plakate noch soziale Netzwerke, weder ein Beitrag in "Aktenzeichen XY ungelöst" noch einer im italienischen Pendant "Chi l'ha visto" ergaben eine Spur. Nach 866 Tagen der Ungewissheit möchte Daniela Poddighe Gewissheit haben. Längst ziehen sie, ihr Bruder und Annas Tochter Andrea in Betracht, dass die Vermisste nicht mehr lebt. "Meine Mutter sagt, sie fühlt, dass Anna noch lebt. Sie glaubt, jemand hat sie eingesperrt und hält sie gefangen."

Tapfer kämpft Daniela Poddighe gegen die Tränen an. "Ich hoffe, sie musste nicht leiden bei dem, was ihr zugestoßen ist", sagt sie mit bebender Stimme. "Ich will sie finden, ich muss sie finden. Das bin ich ihr schuldig." Zu 90 Prozent glaubt sie, dass jemand aus Anna Francas allerengstem Umfeld etwas mit deren Verschwinden zu tun hat, zu zehn Prozent, dass es ein unbekannter Internet-Kontakt gewesen sein könnte. "Ja", sagt die 40-Jährige und zögert, auszusprechen, was sie befürchtet: "Ich denke, sie ist tot." Und dennoch hofft sie, dass ihre Schwester lebt - nach 866 Tagen ohne Lebenszeichen.

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/436 ... t,1,0.html

Bild


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:01:56 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Wo wird Anna Poddighe versteckt?

Seit drei Jahren ist die Ambergerin verschwunden. Ermittler gehen von einem Verbrechen aus, doch das Opfer ist unauffindbar.

AMBERG.Anna Franca Poddighe aus Amberg ist spurlos verschwunden. Seit drei Jahren gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Dass sie noch am Leben ist, wagen ihre Angehörigen nicht mehr zu glauben. Auch die Ermittler nicht. „Wir gehen davon aus, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde“, sagt der Amberger Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier der MZ. Denn alles, was über die Vermisste in Erfahrung gebracht wurde, deutet darauf hin. Doch solange die Ermittler das Opfer nicht finden, bleiben wichtige Fragen ungeklärt.

Am 17. Juni 2012, so heißt es im Fahndungsaufruf, wurde Anna Franca Poddighe zuletzt in Amberg von ihrem Lebensgefährten gesehen. Nach seinen Aussagen wollte sie das Altstadtfest besuchen. Zeugen gibt es dafür nicht. Ihre Tasche mit den Ausweispapieren und der Bankkarte ließ Anna Franca Poddighe in der Wohnung zurück. Völlig untypisch, wie ihre ebenfalls in Amberg lebende Schwester Daniela sagt. Mit ihr hatte die Vermisste zuletzt am 15. Juni Kontakt. Dabei hatte die 41-Jährige das Altstadtfest nicht erwähnt, sondern angekündigt, dass sie am 17. Juni zu einem Konzert in die Schweiz reisen wolle. Am späten Nachmittag des 16. Juni war die gebürtige Italienerin noch einmal im Sozialen Netzwerk „Facebook“ aktiv und kommentierte den Beitrag einer Kollegin. Es war das möglicherweise letzte Lebenszeichen der Frau.

Ermittlungen in der Schweiz und Polen

Die Staatsanwaltschaft will den Tag des Verschwindens von Anna Franca Poddighe nicht an einem bestimmten Datum festsetzen. „Der 17. Juni basiert auf Aussagen, die möglicherweise in Frage zu stellen sind“, so Oberstaatsanwalt Strohmeier. Momentan sei die Polizei damit beschäftigt, die letzten Tage und Wochen im Leben der Mutter einer erwachsenen Tochter zu rekonstruieren. Zudem liefen Recherchen im Ausland. Denn die reiselustige 41-Jährige hatte vor, nach ihrem angekündigten Besuch in der Schweiz auch noch nach Polen zu reisen. „Für uns stellt sich allerdings die Frage, ob sie Deutschland überhaupt noch verlassen hat.“

Wie im Fall der 16 Monate lang verschwundenen Maria Baumer ist vor allem die lange Zeit, in der es keinen konkreten Hinweis auf den Verbleib gibt, für die Ermittler ein großes Problem. Es ist die Zeit, die einem möglichen Täter in die Hände spielt.

In der Vermisstensache Poddighe richtet sich aber bislang kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Ein Haftbefehl besteht nicht“, betont der Oberstaatsanwalt.

Bereits vor eineinhalb Jahren wurden Profiler in den Fall eingeschaltet, um eine mögliche Tathergangshypothese zu erstellen. Über deren Inhalt drang nichts an die Öffentlichkeit. Die Polizei ließ Waldstücke in der Umgebung von Amberg mit Spürhunden absuchen – ergebnislos. Ebenso brachte ein Auftritt in der Sendung „Aktenzeichen xy“ im März 2013 die Ermittler nicht weiter. In der Sendung wurden die vielen Internetbekanntschaften von Anna Franca Poddighe thematisiert. Dass ein solcher Facebook-Kontakt mit dem Verschwinden zu tun haben könnte, schließen die Ermittler nicht aus.

Gab es Streit ums Geld?

Die Schwester glaubt allerdings „zu 90 Prozent“, dass ein möglicher Täter aus dem allernächsten Umfeld stammt. Sie erzählt, dass das Verhalten des Lebensgefährten nach dem Verschwinden auffällig war. „Ich konnte ihn zehn Tage lang nicht erreichen“, sagte sie der MZ bei einem Gespräch. Auch sei für sie nicht erklärbar, warum er das Auto, das ihre Schwester finanziert habe, so schnell an einen angeblich unbekannten Käufer abgegeben habe. Zudem tauchte er einige Zeit unter und war für die Polizei nicht für Befragungen erreichbar. Nach MZ-Informationen heuerte der Mann neben seiner stundenweisen Tätigkeit als Busfahrer auch als Hilfsarbeiter am Bau an, worüber er die Polizei ebenfalls im Unklaren ließ. Für die Polizei könnten diese Baustellen aber möglicherweise von besonderem Interesse auf der Suche nach Anna Franca Poddighe sein.

Die Gedanken der Schwester kreisen um einen Streit, den es zwischen dem Paar gegeben haben könnte. Möglicherweise um Geld. „Ich glaube, dass er sich auf Anna Francas Konto bedient hat und sie das am Tag ihres Verschwindens bemerkte.“ Etwa 1000 Euro sollen vom Ersparten der Frau in kleineren, nicht erklärbaren Beträgen abgehoben worden sein, will die Familie festgestellt haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt auf MZ-Nachfrage, dass die Vorgänge auf dem Bankkonto Teil der Ermittlungen sind. Ebenso betont sie aber auch, dass es in dem Fall derzeit keine heiße Spur gibt.

Für Daniela Poddighe und ihre Familie sind die drei Jahre Ungewissheit nur schwer auszuhalten. Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an ihre Schwester denke, sagt sie. Sie ist überzeugt: „Wenn Anna Franca noch am Leben wäre, dann hätte sie sich ganz bestimmt bei mir oder ihrer Tochter in Sardinien gemeldet.“ Davon ist auch die Staatsanwaltschaft überzeugt. (ig)


http://www.mittelbayerische.de/bayern/o ... 43865.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 23. Oktober 2015, 08:19:25 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
„Erst müssen wir sie finden...“

Im Fall Anna Poddighe aus Amberg hat die Polizei alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Auch Kerstin Langley bleibt unauffindbar.

AMBERG.Im Fall der seit fast dreieinhalb Jahren vermissten Ambergerin Anna Franca Poddighe sind die Ermittlungen in den vergangenen Monaten keinen Schritt vorangekommen. „Niemand hat sie gesehen, niemand hat sich an uns gewandt. Einen neuen Ansatzpunkt haben wir wohl erst, wenn sie gefunden wird“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier am Donnerstag auf MZ-Anfrage.

Die gebürtige Italienerin war am 17. Juni 2012 verschwunden. Nach Angaben ihres Lebensgefährten wollte die Frau das Altstadtfest in Amberg besuchen. Der Lebensgefährte war auch die letzte Person, die die damals 41-Jährige lebend gesehen hat. Nach dem Verschwinden von Anna Franca Poddighe gab es keine Bewegungen mehr auf ihrem Bankkonto. Sie meldete sich weder bei ihrer ebenfalls in Amberg wohnenden Schwester, noch bei ihrer erwachsenen Tochter Andrea, die in Italien lebt. Ermittlungen der Polizei im Ausland, die zuletzt mögliche Aufenthaltsorte der gebürtigen Italienerin in der Schweiz und Polen überprüfte, haben wohl ebenfalls keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Die Ermittlungen im Fall Poddighe werden wegen mutmaßlichen Mordes geführt, bestätigt die Staatsanwaltschaft der MZ. „Bislang gibt es aber niemanden, dem wir etwas nachweisen konnten.“ Daniela Poddighe, die Schwester der Vermissten, schrieb kürzlich in einem Facebook-Beitrag: „Dass Anna Franca vermisst wird, gerät in der Öffentlichkeit in Vergessenheit. Aber für mich und meine Familie ist und bleibt es ein Alptraum.“ Daniela Poddighe glaubt nicht mehr daran, ihre Schwester lebend zu sehen. Sie geht „zu 90 Prozent“ davon aus, dass ein möglicher Täter aus dem allernächsten Umfeld stammt.

Auch im Fall der seit 2007 vermissten Regensburgerin Kerstin Langley haben die 2012 erneut eingeleiteten Ermittlungen bislang keine heiße Spur gebracht. Damals hatte ein 44-jähriger Mann bei seiner Anzeige den Verdacht eines Tötungsdeliktes geäußert. Er gab bei der Polizeiinspektion Neumarkt zu Protokoll, dass eine Bekannte im Gespräch geäußert habe, dass ihr früherer Ehemann im Jahr 2007 zwei Frauen getötet habe. Bei einer der Toten soll es sich um die vermisste Kerstin Langley gehandelt haben. Dieser Spur ging die Polizei nach, stellte aber die Ermittlungen gegen den ehemaligen Lebensgefährten von Langley aufgrund mangelnder Beweise wieder ein. Nachdem die Frau vor ihrem Verschwinden Pläne geäußert hatte, sie wolle in die USA auswandern, hatte die Polizei auch dort ermittelt – aber keine Hinweise auf Langleys Verbleib gefunden. „Wenn jemand schon so lange vermisst ist, dann kann wohl nur noch Kommissar Zufall helfen“, sagte Polizeisprecher Albert Brück. (ig)


http://www.mittelbayerische.de/bayern/o ... 97533.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 15. Juni 2016, 08:33:52 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
13. Juni 2016

Schicksal

Die rastlose Suche nach der Schwester

Seit vier Jahren wird Anna Franca Poddighe aus Amberg vermisst. Die Familie will endlich einen Ort für ihre Trauer.

Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Amberg. Daniela Poddighe läuft. Die Absätze ihrer hochhakigen Stiefeletten klackern auf dem Granitpflaster in der Amberger Altstadt. Sie hinterlassen Spuren im regennassen Gras im ehemaligen Landesgartenschaugelände, hallen durch die Unterführung vor dem Polizeigebäude bis sie schließlich vom lauten Verkehr an der Regensburger Straße verschluckt werden. Daniela Poddighe läuft. Sie will verstehen. Schritt für Schritt. Der Rhythmus in dem sie ihre Füße auf den Boden setzt, macht den Kopf frei, sagt sie. Vier Jahre. Hunderte, nein tausende Kilometer ist sie seitdem gelaufen. Doch der Schmerz folgt ihr. Sie kann íhm nicht davonlaufen. Was ist mit ihrer Schwester passiert? Warum ist Anna Franca Poddighe am 17. Juni 2012 verschwunden?

„Ciao, wie geht’s?“ Immer wieder bleibt die 42-jährige Italienerin auf ihrem Weg durch die Stadt stehen. Umarmt Freunde, grüßt Bekannte. „Schmerzen im Fuß?“, fragt sie mitfühlend einen älteren Mann, der sie vom sehen kennt. „Treffen wir uns später?“, ruft sie einem italienischen Freund entgegen. Einem hupenden Cabriofahrer winkt sie zu, den Wirt vom „Arena“ fragt sie nach den Kindern. „So aufgeschlossen gegenüber Menschen ist auch meine Schwester.“ Dann korrigiert sie sich. „So war sie.“ Bisher sprach Daniela Poddighe nie in der Vergangenheit von Anna Franca. Jetzt, nach vier Jahren, schleicht sich das Wörtchen „war“ immer häufiger in ihre Sätze. „Ich muss akzeptieren, dass sie nicht mehr lebt.“

Das Geheimnis am Bankautomaten

In der Bahnhofstraße steht der Geldautomat der Deutschen Bank. „Ich glaube, dass hier etwas Entscheidendes passiert ist. Dass hier der Schlüssel für das Verschwinden von Anna Franca liegt“, sagt die zierliche Frau mit den langen schwarzen Haaren. Bei ihrem letzten Telefonat hatte die Schwester, die in Amberg als Wirtin und Köchin arbeitete erzählt, dass sie noch zur Bank müsse, um Geld zu holen. „Sie wollte ihrer Tochter Andrea, die in unserer Heimat Sardinien lebt, Geld überweisen und danach zu einem Blues-Konzert in die Schweiz fahren. So hat sie es mir erzählt.“ Daniela Poddighe glaubt, dass die 41-Jährige bei ihrem Bankbesuch feststellte, dass es Unregelmäßigkeiten auf ihrem Konto gibt. Es fehlte Geld in vierstelliger Höhe, wie die Familie nach dem Verschwinden der Frau herausgefunden haben will. „Ich glaube, dass Anna Francas Lebensgefährte sich an ihrem Ersparten heimlich bedient hatte“, sagt die Schwester. Ein solches Verhalten hätte Anna Franca nicht geduldet. „Wenn sie es bemerkt hat, dann hat sie ihn zur Rede gestellt.“ Vielleicht kam es dabei zu einem Streit mit fatalen Folgen? Eine Frage, die Daniela Poddighe sich und der Polizei immer wieder gestellt hat.

Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier sagt der MZ, dass es in dem Fall derzeit keine heiße Spur gibt. „Aber die Schwester soll die Hoffnung nicht aufgeben, auch wir haben einen langen Atem.“ Derzeit sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Im Lebensumfeld des Lebensgefährten wurde umfassend ermittelt. Er war der letzte, der Anna Franca Poddighe lebend sah.

Auf seiner Aussage basiert auch die Vermisstenmeldung. Sie wollte am Abend des 17. Juni 2012 das Altstadtfest in Amberg besuchen und danach bei ihrer Schwester übernachten, hatte der Mann bei der Polizei angegeben. Doch niemand hat sie dort an jenem Abend gesehen. „Viele Amberger kennen meine Schwester und mich. Wäre sie tatsächlich auf dem Altstadtfest gewesen, dann hätte sie auch jemand erkannt und mir davon berichtet“, ist Daniela Poddighe überzeugt. Die Familie hat auch recherchiert, ob die Frau zu dem Konzert in die Schweiz gefahren war. Aber auch hier erkannte kein Besucher auf den Bildern die dunkelhaarige Italienerin mit dem Kurzhaarschnitt wieder. Bei den Bekannten, mit denen sie sich in der Schweiz dort treffen wollte, kam sie nie an.

Die Polizei schaut auch nach Höxter

Viel Zeit hat die Polizei für die vielen Internetbekanntschaften, die Anna Franca Poddighe pflegte, aufgewendet. Sie war in den Sozialen Netzwerken sehr aktiv. Doch auch hieraus ergaben sich keine Hinweise auf ihren Verbleib, heißt es seitens der Ermittler. Im Moment verfolgt man bei der Polizei in Amberg die Entwicklungen nach der Festnahme eines Paares in Höxter, das zwei Frauen zu Tode gefoltert haben soll. Auch in der Mittelbayerischen Zeitung hatte das Paar nach potenziellen Opfern gesucht. „Hinweise, dass es eine Verbindung zu Anna Franca Poddighe gibt, haben wir derzeit nicht. Aber wir begleiten das sehr aufmerksam“, sagt Oberstaatsanwalt Strohmeier.

Am Salzstadelplatz bleibt Daniela Poddighe stehen. Sie zeigt auf das gelbe Gebäude. „Hier in diesem Café hat Anna Franca gearbeitet.“ Das „Amadeus“ ist ein Treffpunkt für die Amberger Nachtschwärmer. Wenige Schritte weiter in einer Pizzeria haben sie viele gemeinsame Abende verbracht, sagt Daniela Poddighe. Sie macht auf dem Absatz kehrt und läuft zurück in die Fußgängerzone. Ihre Haare flattern im Wind. Die Schuhe klackern im strammen Marschtakt. Neugierig drehen sich Passanten um.

Sehen Sie zum Thema auch ein Video:

Zweimal hat die jüngere Schwester geträumt, dass Anna Franca wieder da ist. Einmal seien sie zusammen auf einem Mofa unterwegs gewesen, einmal trafen sie sich in einem Haus, das wie eine urige Holzhütte aussah. „Wir haben nicht mit dem Mund gesprochen, sondern mit unseren Gedanken“, beschreibt Daniela Poddighe den Traum. Sie habe von Anna Franca wissen wollen, was passiert war. „Denn im Innersten habe ich auch im Traum gewusst, dass sie nicht mehr da ist.“ Im zweiten Traum habe sie sich von zwei Augen beobachtet gefühlt. „Ich kannte diese Augen. Es war der Mann, der Anna Franca nahestand.“ Sie hätte das Gefühl gehabt, dass sie in Gefahr sei und Anna Franca sie vor etwas warnen wollte. „Dann bin ich aufgeschreckt.“

Es ist wärmer geworden. Daniela Poddighe hängt ihre Jacke um die Handtasche. „Ich laufe, laufe, laufe. Jeden Tag“, sagt sie, als sie vom Kurfürstenring zum ehemaligen Gelände der Landesgartenschau abbiegt. Ob die hohen Absätze an den Füßen schmerzen? Sie spürt es nicht. „Ich muss einfach, immer weiter.“ Die Suche nach Spuren hat sie rastlos gemacht. Sie hat so viele Menschen gefragt. Niemand will etwas gesehen, niemand etwas gehört haben. „Ich glaube das nicht, es muss jemanden geben, der etwas weiß.“ Flott setzt sie den Weg fort. Denn ganz in der Nähe ist ein Ort, an dem sie so schöne Tage mit ihrer Schwester verbracht hat.

Anna Franca Poddighe war ein Jahr Mitpächterin in der Sportgaststätte, die heute „Arena“ heißt. Rundherum sind Sportanlagen. Hier trifft man sich anschließend auf ein Bier und eine Brotzeit. An vielen Tagen half Daniela Poddighe hier ihrer Schwester im Service. „Wir hatten so viel zu lachen, wenn ich mal wieder nicht verstand, was die Leute bestellen wollten.“ An diesem Ort lernte Anna Franca auch ihren Lebensgefährten kennen, sagt die Schwester. Sieben Jahre führte das Paar eine Beziehung. Ob sie gut war? Da muss die 42-Jährige kurz überlegen. „Ich weiß es nicht. Einmal hatte Anna Franca blaue Flecken am Arm, aber sie hat sich rausgeredet. Ich glaube, dass er sehr reizbar war und dann auch grob wurde.“

Das ungute Gefühl war sofort da

Als Anna Franca verschwand, da war es Daniela Poddighe, die am 24. Juni 2012 zur Polizei ging und eine Vermisstenanzeige erstattete. Der Lebensgefährte, der als Busfahrer, als Hilfsarbeiter auf dem Bau und als freier Sportjournalist arbeitete, versuchte sich damals dem Gespräch mit der Schwester zu entziehen. „Er wollte nicht mit mir reden, sondern tat so, als wüsste ich, wo Anna Franca steckt.“ Doch Daniela Poddighe wusste es nicht. Sie stellte stattdessen Fragen: „Warum kontrollierte der Lebensgefährte alle Internet-Kontakte von Anna Franca? Warum verkaufte er unmittelbar nach dem Verschwinden das Auto und konnte der Polizei später keinen Käufernamen nennen? Warum tauchte er eine gewisse Zeit vor der Polizei unter? Sie hat keine Antworten erhalten.

In Sichtweite zur Gaststätte „Arena“ liegt Siemens. Hier arbeitete Anna Franca zuletzt als Köchin. Mit einer Kollegin hatte sie via Facebook am 16. Juni gegen 17 Uhr den letzten Kontakt. „Wir haben jeden Tag telefoniert oder uns Nachrichten geschickt. Dass sie ab Samstagabend nicht mehr erreichbar war, hat bei mir ein ungutes Gefühl erzeugt, sagt die Schwester. Am 2. Juli hätte Anna Franca Poddighe nach ihrem Urlaub an ihren Arbeitsplatz zurückkehren sollen. „Sie war sehr zuverlässig. Als sie an diesem Tag nicht zurück war, da wusste ich, dass sie nicht mehr kommt“, sagt Daniela Poddighe.

„Meine Mama braucht ein Grab“

Auf einer aus Paletten zusammengezimmerten Bank nimmt die 42-Jährige Platz und zündet sich eine Zigarette an. Sie hält zwei Fotos ihrer Schwester in der Hand, die kurz vor dem Verschwinden bei einem Ausflug aufgenommen wurden. Nur noch selten schaut sie sich solche Aufnahmen an. Denn dann kommen die Gefühle hoch. Die Angst, die Wut, die Traurigkeit. Seitdem Anna Franca weg ist, könne sie nicht mehr durchschlafen. Manchmal läuft sie sogar nachts entlang der Straßen, die sie an ihre Schwester erinnern. Zwei, auch drei Stunden, bis sie müde genug ist, um in den Schlaf zu finden. Sie muss stark sein, sagt sie. Für ihre drei Kinder. Wenn sie könnte, dann würde sie wohl zurück nach Sardinien gehen. Doch ihre jüngste Tochter will nicht aus Amberg weg. Die 14-Jährige hat hier ihre Freunde, ihre Sportkameraden, ihre Schule. Und so bleibt Daniela Poddighe und läuft weiter gegen die Ungewissheit an...........


http://www.mittelbayerische.de/region/a ... 90881.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 17. Juli 2016, 10:39:21 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Dienstag, 19. Mai 2015, 22:37:53
Beiträge: 1213
VIDEO

https://youtu.be/-KMbxK04JGg


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 30. August 2016, 19:07:07 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25043
Fall Anna Poddighe

Die Italienerin Anna Poddighe hatte seit mehr als zehn Jahren in Amberg gelebt. Im Juni 2012 verschwand sie, seither gilt die damals 41-Jährige als vermisst.

Der letzte Mensch, der sie gesehen haben will, war ihr damaliger Freund.

Seiner Aussage zufolge hatte sie sich von der gemeinsamen Wohnung allein auf den Weg gemacht, um das Altstadtfest in Amberg zu besuchen.

Seither gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr von Poddighe. Auch ein Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" verlief erfolglos.

Die Polizei hat 5.000 Euro Belohnung für Hinweise, die zu der Vermissten führen, ausgesetzt.

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/ ... n-100.html


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Chatraum für alle Themen
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 21. September 2016, 04:47:24 
Offline
***** Top Forenposter *****
Benutzeravatar

Registriert: Montag, 03. Februar 2014, 01:12:41
Beiträge: 1757
http://www.wochenblatt.de/nachrichten/s ... 170,392763


Spurlos verschwunden
Kripo startet groß angelegte Suchaktion nach der Vermissten Anna Poddighe aus Amberg

Im Zusammenhang mit der Vermissung von Anna Poddighe suchten im Laufe des Dienstagvormittages, 20. September, Einsatzkräfte ein größeres Waldstück sowie ein Gewässer südöstlich von Amberg ab.

Wie bereits mehrfach berichtet, ist seit Mitte Juni des Jahres 2012 Anna Poddighe aus Amberg spurlos verschwunden. Zuletzt lebend gesehen wurde sie am 17. Juni 2012 von ihrem damaligen Lebensgefährten. Laut seinen Angaben, verließ sie an diesem Tag alleine die gemeinsame Wohnung, um das Amberger Altstadtfest zu besuchen. Seit dieser Zeit gibt es kein Lebenszeichen von der Frau. Alle bis dato durchgeführten Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen verliefen ergebnislos.



Am Dienstag fand eine erneute Suche nach der Vermissten statt. Polizeibeamte mit Leichensuchhunden suchten sowohl das genannte Waldstück als auch mit Unterstützung einer technischen Sondereinheit der Bereitschaftspolizei einen Baggersee ab. Die Suchmaßnahmen verliefen ergebnislos, werden jedoch am Mittwoch fortgesetzt.



Abschließend sei erwähnt, dass das Bayerische Landeskriminalamt bereits im Jahr 2014 für Hinweise, die zur Klärung einer vorliegenden Straftat oder zur Festnahme eines Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5.000 (in Worten: fünftausend) Euro ausgesetzt hat, die unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt wird. Diese Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

_________________
Jeder meiner Beiträge beruht auf meinem persönlichen Eindruck / Spekulation.


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 21. September 2016, 20:56:51 
Offline
***** Top Forenposter *****

Registriert: Mittwoch, 23. April 2014, 19:09:34
Beiträge: 25043
Fahndung Deutschland
Top-Thema: Neue Spur im Fall Anna Poddighe?

Folge 96 Staffel 1
Seit vier Jahren wird die damals 41-Jährige vermisst. Nun durchkämmt die Polizei ein Waldstück nahe ihres letzten Wohnorts.

21.09.2016 19:00 | 41:55 Min | © Sat.1

http://www.sat1.de/tv/fahndung-deutschl ... anze-folge


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 22. September 2016, 04:40:16 
Offline
***** Top Forenposter *****
Benutzeravatar

Registriert: Montag, 03. Februar 2014, 01:12:41
Beiträge: 1757
http://www.wochenblatt.de/nachrichten/s ... 170,392875

[i]Suche nach vermisster Anna Poddighe: Polizei durchkämmt Waldstück bei Amberg [/i]


Am Mittwoch, 21. September, hat die Polizei erneut nach Hinweisen zum Verschwinden von Anna Poddighe aus Amberg gesucht. Hunderschaften durchkämten ein Waldstück bei Amberg. Polizeitaucher gingen in einem Baggersee zu Wasser.

Wo ist Anna Poddighe? Das fragen sich die Oberpfälzer Ermittler der Kripo Amberg bereits seit vier Jahren. Am 17. Juni 2012 wurde sie von ihrem damaligen Lebensgefährten zuletzt gesehen. Laut seinen Angaben verließ Anna an diesem Tag alleine die gemeinsame Wohnung, um das Amberger Altstadtfest zu besuchen. Seit dieser Zeit gibt es kein Lebenszeichen von der Frau. Alle bis dato durchgeführten Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen verliefen ergebnislos.

Nun sucht die Polizei wieder nach der Vermissten. Bereits am Dienstag, 20. September, waren in einem Waldstück bei Amberg Leichenspürhunde im Einsatz. Auf einem Baggersee setzte die Bereitschaftspolizei Boote mit Sonargeräten ein. Die Suche am Dienstag verlief aber ergebnislos, weshalb sich die Polizei dazu entschieden hat, die Maßnahmen fortzusetzen. Seit den Vormittagsstunden ist die technische Sondereinheit der Bereitschaftspolizei wieder im Einsatz. Bereitschaften suchen ein weiteres Waldstück ab, im See gehen Polizeitaucher zu Wasser.

_________________
Jeder meiner Beiträge beruht auf meinem persönlichen Eindruck / Spekulation.


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 22. September 2016, 10:16:17 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Anna Poddighe: Ermittler geben nicht auf
Die Polizei verfolgt bei der Suche nach der Ambergerin einen neuen Ansatz – motiviert durch die Entwicklung im Fall Peggy.
Von Isolde Stöcker-Gietl, mZ

AMBERG.Ein Schuh in Größe 40, eine leere Gummibärchentüte, zwei blaue Säcke mit Müll. Die rund 30 Beamten der Bereitschaftspolizei, die am Mittwochvormittag ein Waldstück an der B 85 südöstlich von Amberg durchkämmen, stochern sich Zentimeter um Zentimeter durch den sandigen Waldboden. Von Planquadrat zu Planquadrat. Sie suchen nach Kleidungsfetzen, nach Knochen, nach irgendeinem Hinweis, ob hier die seit über vier Jahren vermisste Anna Franca Poddighe sein könnte. Doch sie suchen vergeblich, wie schon am Tag zuvor.

Man sei in dem ungeklärten Vermisstenfall nun einen neuen Ermittlungsweg gegangen, sagt Dr. Thomas Strohmeier, Sprecher der Staatsanwaltschaft Amberg, auf Nachfrage unserer Zeitung. Maria Baumer sei in einem Waldstück bei Bernhardswald von Pilzsammlern gefunden worden, eine seit acht Jahren vermisste Studentin bei einer Abholzungsaktion nahe ihrem letzten Aufenthaltsort in Trier und zuletzt Peggy aus Lichtenberg in einem Wald in der Nähe ihres Wohnortes – ebenfalls entdeckt von Pilzsammlern. „Aus diesem Grund haben auch wir überlegt, wo eine Suche nach Anna Poddighe Sinn machen würde.“

Gelände ist schwer einsehbar

Es ist inzwischen die sechste Suchaktion nach der seit Juni 2012 vermissten Ambergerin. Die Polizei durchforstete neben dem Wohnhaus, in dem die gebürtige Italienerin mit ihrem Lebensgefährten wohnte unter anderem den Mariahilfberg und mehrere Waldstücke im Landkreis Amberg-Sulzbach. Auch Taucher waren bereits einmal in einem Baggersee bei Happurg im Einsatz. Am Dienstag und Mittwoch reisten sie erneut nach Amberg. Diesmal um ein Privatgewässer, versteckt an der B 85 gelegen, abzusuchen. Die Eigentümerin des bewaldeten Geländes, in dem früher Sand abgebaut wurde, wacht streng darüber, dass ihr See nicht als Badesee genutzt wird. Auch das ein Grund, warum die Polizei gerade hier nach Anna Franca Poddighe sucht. „Das Gelände ist nur schwer einsehbar. Hier könnte jemand relativ ungestört eine Leiche ablegen“, sagt Polizeisprecher Stefan Hartl, der bei der Suchaktion vor Ort ist.

„Zurück zur Linie“, dirigiert der Gruppenführer seine Suchmannschaft. Als zwei Polizisten noch einmal zurücksetzen, fragt er sofort nach, ob sie etwas gefunden haben. „Nein, nichts“, kommt wenig später die Antwort. Baum um Baum, Busch um Busch werden mit langen Stöcken abgetastet. Alles, was zwischen den gelb gefärbten Herbstblätterteppichen auffällig erscheint, wird in Augenschein genommen.

Als Anna Franca Poddighe verschwand, soll sie jenen Pulli getragen haben, mit dem sie auch auf den Polizeifotos zu sehen ist. Ein Kapuzenpulli mit schwarz-weißen Blockstreifen. „Als wir ihren Kleiderschrank durchsuchten, fehlte er. Deshalb habe ich dieses Foto an die Polizei gegeben“, hatte die Schwester Daniela Poddighe einmal in einem Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Aber wie so vieles im Fall der verschwundenen Frau ist auch das nicht mit Sicherheit geklärt. In der Vermisstenmeldung nennt die Polizei keine Bekleidung, sondern weist lediglich darauf hin, dass die gebürtige Italienerin auffällige Tätowierungen am Rücken und auf der linken Brust trägt.

Inzwischen ist es kurz vor 12 Uhr geworden. Noch eine Viertelstunde, so schätzt Polizeisprecher Stefan Hartl, dann ist die Bereitschaftspolizei mit der Absuche fertig. Die vage Hoffnung, Anna Franca Poddighe zu finden oder zumindest eine neue Spur zu erhalten, hat sich nicht erfüllt. Denn auch die Polizeitaucher haben nichts entdecken können, was im Zusammenhang mit einem möglichen Verbrechen an der Frau steht. Bereits am Tag zuvor war der See mit Sonargeräten abgesucht worden. Auch, um nach einem Kleinwagen zu suchen, den Anna Poddighe und ihr Lebensgefährte besaßen. Der Lebensgefährte will das Auto kurz nach dem Verschwinden der damals 41-Jährigen ins osteuropäische Ausland verkauft haben. Einen Beleg dafür habe er laut der Schwester der Vermissten aber nicht vorlegen können. Doch in dem See löst sich dieses Rätsel nicht. Auch die vier Leichensuchhunde, die bereits am Dienstag durch das Gelände geführt wurden, nahmen keine Fährte auf, sagt Polizeisprecher Hartl.

„Der Radius ist nicht unendlich“

Für die Staatsanwaltschaft Amberg war es „ein Versuch“ wieder Bewegung in den Fall zu bringen. Oberstaatsanwalt Strohmeier schließt nicht aus, dass man in nächster Zeit noch weitere Waldstücke in der Umgebung absuchen werde. „Sollte Anna Poddighe in Amberg getötet worden sein, dann ist der Radius, in dem sich ihre sterblichen Überreste befinden, nicht unendlich weit von Amberg entfernt.“ Strohmeier appelliert zudem an Pilzsammler und Wanderer im Raum Amberg. „Sie sollen sich unbedingt an die Polizei wenden, wenn ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt.“

Die Schwester der Vermissten, Daniela Poddighe, hatte im Juni in einem Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, dass sie die Hoffnung nahezu verloren habe, dass sich das Schicksal von Anna Franca noch klären lasse. Sie habe mit so vielen Menschen gesprochen, so vieles unternommen, um sie zu finden. Doch niemand habe etwas gesehen oder gehört. Jede Spur, die die Polizei seit dem 17. Juni 2012 untersucht habe, habe nicht weitergeführt. „Anna Franca wird nicht mehr zurückkommen. Aber meine Mama braucht ein Grab, an dem sie trauern kann, weil der Schmerz auch in ihr jeden Tag etwas sterben lässt.“

Vier Jahre und drei Monate. Eine lange Zeit. „Auch wir haben einen langen Atem“, hat Oberstaatsanwalt Strohmeier im Juni versprochen. Jetzt ließ er Taten folgen. Ein Zeichen an einen möglichen Täter, sich nicht in Sicherheit zu wiegen?

http://www.mittelbayerische.de/bayern/o ... 32812.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 04. März 2017, 14:25:00 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10840
Ungelöste Mordfälle 360 Grad Reportagen Hackathon
UNGELÖSTE MORDFÄLLE

NINA SCHELLKOPF, MARIO GEISENHANSLÜKE
03. März 2017

Ihr Schicksal ist noch ungeklärt
Drei weitere mysteriöse Fälle beschäftigen die Polizei in Ostbayern: Maria Baumers Leiche wird im Herbst 2013 gefunden. Von Anna Poddighe und Kerstin Langley fehlt seit Jahren jede Spur.


Maria Baumer, Kerstin Langley und Anna Poddighe – eine ist tot, die andere beiden Frauen werden seit Jahren vermisst. Was sie gemeinsam haben: Ihr ungeklärtes Schicksal beschäftigt die Kripo-Beamten in der Oberpfalz. Ihre Fälle gehören zu jenen, die bis heute noch ungelöst sind. Im Fall Maria Baumer gerät ihr Verlobter ins Visier der Ermittler. Das letzte Lebenszeichen von Kerstin Langley stammt aus dem Sommer 2007. Anna Poddighe aus Amberg verschwindet im Juni 2012 spurlos. Sind auch sie Opfer eines Verbrechens geworden?

Diese Fälle wurden von uns bewusst in der Serie "Ungelöste Mordfälle in Ostbayern" nicht einzeln und im Detail aufbereitet, weil nicht mit letzter Gewissheit sicher ist, dass es sich um ungelöste Mordfälle handelt. Im Fall von Maria Baumer laufen außerdem noch sehr konkret die Ermittlungen. Ein "cold case" ist dieser Fall daher nicht. Im Folgenden haben wir die Fälle deshalb kurz zusammengefasst und zum jeweils aktuellen Bericht auf mittelbayerische.de verlinkt.

Im Jahr 2012 verschwindet die gebürtige Italienerin Anna Franca Poddighe aus Amberg von einem Tag auf den anderen. Am späten Nachmittag des 16. Juni ist die 41-Jährige noch einmal bei Facebook aktiv und kommentiert den Beitrag einer Kollegin. Es war das möglicherweise letzte Lebenszeichen der Frau. Am 17. Juni, so heißt es im Fahndungsaufruf, wird sie zum letzten Mal von ihrem Lebensgefährten gesehen. Sie will das Altstadtfest besuchen, so seine Aussage. Zeugen gibt es dafür keine. Ihre Tasche mit den Ausweispapieren und der Bankkarte ließ Anna Franca Poddighe in der Wohnung zurück. Völlig untypisch, wie ihre Schwester Daniela sagt. Sie ist es auch, die am 24. Juni schließlich Vermisstenanzeige erstattet.

Dass die damals 41-Jährige noch lebend gefunden werden kann, daran glauben auch die Ermittler inzwischen nicht mehr. Sie gehen von einem Gewaltverbrechen aus, einen Suizid schließen sie aus. Nur wo sie nach den sterblichen Überresten suchen sollen, wissen sie nicht. Doch solange die Ermittler keine Leiche finden, bleiben wichtige Fragen ungeklärt.

Die Polizei ließ Waldstücke in der Umgebung von Amberg mit Spürhunden absuchen – ergebnislos. Ebenso brachte ein Bericht in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im März 2013 die Ermittler nicht weiter. In der Sendung wurden die vielen Internetbekanntschaften von Anna Franca Poddighe thematisiert. Dass ein solcher Facebook-Kontakt mit dem Verschwinden zu tun haben könnte, schließen die Ermittler nicht aus.

Auch das mysteriöse Verschwinden von Anna Poddighe wird im März 2013 in der Sendung "Aktenzeichen XY" thematisiert

In der Vermisstensache richtet sich aber bislang kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Ein Haftbefehl besteht nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier.

Poddighes Familie hingegen hegt einen konkreten Verdacht gegen den damaligen Lebensgefährten der 41-Jährigen. Sein Verhalten nach dem Verschwinden von Anna kommt Schwester Daniela verdächtig vor. Eventuell habe es einen verhängnisvollen Streit gegeben: Möglicherweise ging es um Geld. Etwa 1000 Euro sollen vom Ersparten der Frau in kleineren, nicht erklärbaren Beträgen abgehoben worden sein, will die Familie festgestellt haben.

Im Video: Schwester Daniela Poddighe sucht seit Jahren verzweifelt nach ihrer Schwester. Sie glaubt inzwischen nicht mehr daran, dass Anna Franca noch lebt.


Im September 2016 wollen die Ermittler wieder Bewegung in den ungeklärten Fall bringen. Ein Waldstück an der B 85 südöstlich von Amberg wird durchsucht – ohne Ergebnis. Doch Oberstaatsanwalt Strohmeier schließt nicht aus, dass man in nächster Zeit noch weitere Gebiete in der Umgebung absuchen werde: „Sollte Anna Poddighe in Amberg getötet worden sein, dann ist der Radius, in dem sich ihre sterblichen Überreste befinden, nicht unendlich weit von Amberg entfernt.“

Hinweise im Fall Anna Poddighe

Die Italienerin Anna Poddighe ist seit dem 16. Juni 2012 spurlos verschwunden. Zuletzt wohnte die Frau in der Barbarastraße in Amberg.

Die damals 41-Jährige wird wie folgt beschrieben: kräftige Statur, ca. 153 cm groß, kurze, schwarze Haare. Sie spricht Deutsch mit einem italienischen Akzent. Auffällig sind Tätowierungen auf dem Rücken und auf der linken Brust.

Das Landeskriminalamt hat für Hinweise die zur Klärung einer vorliegenden Straftat oder zur Festnahme eines Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Hinweise, ob und wo Anna Poddighe nach dem 17.06.2012 gesehen worden ist, bzw. zu ihrem derzeitigen Aufenthalt nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer (09621) 890-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.


http://stories.mittelbayerische.de/mord ... ungeklaert

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 18 Beiträge ] 

Foren-Übersicht » Poddighe Anna (41 ) Amberg


 
Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de