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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. März 2016, 12:01:34 
 
Mitwitzer Mordfall belastet Familie des Opfers bis heute

Ein Mord reißt bei den Angehörigen des Opfers tiefe Wunden, die nie ganz verheilen. Besonders schwer traf es die Familie des getöteten Mitwitzers Norbert Ottinger, dessen Mörder nach fast acht Jahren noch immer auf freiem Fuß ist.


von MARCO MEIßNER

Wenn Elsbeth Ottinger und ihr Sohn Jan morgens in ihren Laden gehen, ihre Mitarbeiter begrüßen und die Türen für die Kunden aufschließen, scheint das Alltag für sie zu sein. Doch dieser Schein trügt. Mit Alltag hat das für die Ottingers nichts zu tun - nicht mehr seit dem 13. November 2006. An diesem Tag wurde der Familie der Vater auf brutale Art und Weise entrissen - in eben diesem Geschäft.

Elsbeth Ottingers Fingerspitzen wandern unruhig über den Holztisch, an dem sie vor dem Verbrauchermarkt Platz genommen hat. Um über das Geschehene zu sprechen, wollte sie aus dem Laden raus. Weg vom Tatort. Ein Stück weit Distanz aufbauen. Trotzdem spürt man ihre Betroffenheit. Auch nach siebeneinhalb Jahren sind die Narben tief, die der Verlust ihres Ehemannes hinterlassen hat. Der 61-jährige Filialleiter Norbert Ottinger war von Unbekannten kurz nach Ladenschluss in seinem Markt ermordet worden.

Dass die Zeit alle Wunden heilt, glaubt Elsbeth Ottinger nicht. "Das Verarbeiten dauert länger. Ich bin Jahre nicht ... Scheibchenweise tut man das ..." Sie atmet tief durch, kann den Satz nicht zu Ende führen. Jan, der jüngere der beiden Ottinger-Söhne, greift ihre Gedanken auf und meint: "Die Tat hat Wunden hinterlassen. Man sagt immer, sie würden vernarben. Aber immer wieder werden diese Narben aufgerissen." Daher habe die Familie ihren Verlust bis heute nicht verschmerzt. Und Jan Ottinger - so sehr er um Fassung bemüht ist - hat es wohl am wenigsten getan. Er hat seinen toten Vater im Markt aufgefunden, inmitten all des Blutes. "Ich hatte ihn nochmal hingeschickt", blickt seine Mutter zurück. Weil ihr Mann nicht aus dem Markt zurückgekommen war, hatte sie Befürchtungen, er könnte wieder einen Herzinfarkt erlitten haben.


Grausame Bilder gesehen

"Es war eine Schocksituation", schildert Jan Ottinger seine Eindrücke beim Eintreffen im Laden. Dort fand er seinen Vater nicht mit Herzproblemen vor. "Die Situation war plötzlich eine ganz andere. Ich habe das Blut gesehen. Im nächsten Raum siehst Du dann die Füße ..." Elsbeth Ottinger unterbricht ihren Sohn. Sie erinnert sich an die Worte der Polizeibeamten: "Sie sagten, es sei das Brutalste gewesen, was sie je erlebt hätten."

Susanne Bauersachs, Patin von Jan und Patenkind von Elsbeth Ottinger, hat sich inzwischen mit an den Tisch gesetzt. "Bei Jan wird das nie weggehen", vermutet sie. "Die Bilder, mit denen er konfrontiert war, haben wir ja nicht gesehen." Elsbeth Ottinger nickt und verdrückt sich die Tränen.


Wie ein Spießrutenlauf

Aber nicht nur der schreckliche Anblick hat bei der Familie - insbesondere bei Sohn Jan - tiefe Spuren hinterlassen. Was nach der Tat kam, war ein Spießrutenlauf für den Sohn des Opfers. Er rückte als Tatverdächtiger ins Visier der polizeilichen Ermittlungen. "Das war das Grausamste, was es gibt", erinnert sich seine Mutter. Die Familie habe nicht zur Ruhe gefunden, keine Möglichkeit erhalten, den Tod des Vaters zu verarbeiten. "Wir haben einfach nur noch funktioniert", erklärt Susanne Bauersachs, wie die Ottingers diese schlimme Phase überhaupt durchstehen konnten.


Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätten sie wohl auch nicht die Kraft gefunden, ihr Geschäft drei Tage nach der Bluttat wieder zu öffnen. Doch sie mussten. "Sonst wären wir pleite gewesen", sagt die Mutter. Zu viel Geld habe man in den Laden gesteckt, den die Familie inzwischen seit 20 Jahren betreibt. Und zu wichtig war er ihr. Schließlich sehen die Ottingers darin das Lebenswerk des Vaters, das sie nach langen Überlegungen nicht einfach abhaken wollten.

Dass Jan im Zuge der Ermittlungen mehrfach von der Polizei mitgenommen, das Haus durchsucht und die Familie abgehört worden sei, habe diesen Weg noch viel steiniger gemacht, erzählen die Ottingers. Und der Sohn erinnert sich an die Vernehmungen bei der Polizei, die für ihn einem Martyrium glichen. "Dann war die DNA entschlüsselt, und es war klar, dass ich nicht der Täter war." Von einem Tag auf den anderen war Jan Ottinger aus der Schusslinie der Polizei, doch der Druck der auf ihn eingewirkt hat, ist noch immer zu spüren, wenn er über seine Zeit als Tatverdächtiger spricht. In jedem Blick, in jeder Handbewegung spürt man, wie es in ihm brodelt. "Die Kunden in unserem Laden hatten mehr Feingefühl als die Polizisten", sagt er.


Lebenswerk fortgeführt

Natürlich ließ es sich nicht vermeiden, dass - gerade nach der Hausdurchsuchung - auch die Gerüchteküche in Mitwitz gebrodelt hat, wie Elsbeth Ottinger erzählt. Doch letzten Endes hat die Dorfgemeinschaft zusammengehalten. Auch die Stammkunden sind fast alle wieder in den Verbrauchermarkt gekommen. Das und der familiäre Zusammenhalt haben die Ottingers stark genug gemacht, das Lebenswerk von Vater Norbert fortführen zu können.

Zur Ruhe sind sie aber bis heute nicht gekommen. Ein Mosaikstein fehlt noch, um wieder zu einer gewissen Normalität zu finden. Der Täter.

"Ich bin hundertprozentig überzeugt, das war kein geplanter Mord", sagt Elsbeth Ottinger. Sie denkt, ihr Mann habe sich gewehrt, als die Täter die etwa 38 000 Euro erbeuteten. Sie blickt hinüber zu Susanne Bauersachs. Und die teilt die Meinung ihrer Patin. Sie erinnert sich an Norbert Ottinger als jemanden, der seinem Personal immer gesagt habe, im Ernstfall solle es das Geld herausgeben - aber er selbst wäre dazu wohl nicht so einfach bereit gewesen. Und er war es an jenem Abend ihrer Überzeugung nach auch nicht. "Er war ein Held", beschreibt sie ihn. "Er hat sich in seinem Leben immer wieder aufgerappelt." Doch gerade das könnte ihn an jenem Abend im November 2006 zum Verhängnis geworden sein.


Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen sind laut Jan Ottinger inzwischen offiziell eingestellt. Eine DNA-Spur liefert der Familie noch die Hoffnung, eines Tages vielleicht doch zu erfahren, was genau am 13. November 2006 geschehen ist. Und wer Norbert Ottinger und seiner Familie dieses grausame Schicksal aufgebürdet hat. Susanne Bauersachs weiß auch, was sie dann tun würde: "Unser Wunsch ist es, dass irgendwann der Täter ermittelt wird. Ich möchte diesen Menschen sehen und ihn fragen: Warum?"

http://www.infranken.de/regional/kronac ... 219,663166


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. März 2016, 12:02:33 
 
600 Zeugen, 700 Spuren - aber keine zum Mörder
Aktualisiert: 08.03.09 - 23:43


Mitwitz - Werden sie ihn nie bekommen? Zwei Jahre nach dem Raubmord an dem Filialleiter eines Supermarktes im oberfränkischen Mitwitz (Kreis Kronach) fehlt vom Täter, der Beute von rund 38 000 Euro und den Tatwaffen noch immer jede Spur.

Der 61-jährige Norbert Ottinger war am Abend des 13. November 2006 erschlagen und erstochen worden. Vor dem offenen Tresor fand Ottingers Sohn kurz vor Mitternacht die blutüberströmte Leiche seines Vaters.


Die Sonderkommission Kreisel ließ nichts unversucht. Rund um die Marktgemeinde suchten Taucher 19 Teiche ab – in der Hoffnung, die Tatwaffen, einen Baseballschläger und ein Messer sowie die fünf gestohlenen Geldkassetten zu finden. Auf einer Mülldeponie wurden 100 Tonnen Abfall durchkämmt. „Wir haben mehr als 5000 Leute befragt“, berichtet der Coburger Kripochef Reinhard Müller. Im Frühjahr 2007 rief die Polizei 2300 Männer zu einem freiwilligen Speicheltest auf. Am Tatort hatten die Kriminaltechniker eine DNA-Spur gefunden, die nur vom Täter stammen kannn. Doch auch das umfangreichste Massenscreening, das es bis dahin in ganz Franken gab, brachte die Ermittler nicht weiter.

Auf dem Höhepunkt der Ermittlungen arbeiteten rund 50 Beamte in der Soko. In den ersten zwölf Monaten nach der Bluttat leisteten sie mehr als 26 000 Stunden. Die Überprüfung von mehr als 700 Spuren und die Vernehmungen von rund 600 möglichen Zeugen füllen allein 80 Aktenordner.

Im Mai dieses Jahres gingen erfahrene Beamte, die zuvor nicht in die Ermittlungen eingebunden waren, noch einmal die 25 000 Datensätze durch. Doch auch sie stießen nicht auf eine heiße Spur. Dabei gehen die Ermittler aufgrund ihrer Erkenntnisse davon aus, dass das Opfer seinen Mörder kannte. Das Controlling hatte nur einen Effekt: 20 weitere Aktenordner.

Die Hoffnung, dass die Festnahme des Täters lediglich eine Frage der Zeit sei, hat sich nicht erfüllt. Nach dem anfänglichen Optimismus bei der Suche nach dem Mörder macht sich mehr und mehr Resignation breit. Das Verfahren läuft weiter. Gezielte Ermittlungen werden aber erst wieder aufgenommen, wenn es neue Hinweise oder Spuren gibt. „Es ist nicht so, dass wir jetzt die Akten in den Keller stellen“, erklärt Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein. „Wo wir noch den Hauch einer Chance sehen, werden wir weiter machen.“

http://www.tz.de/bayern/600-zeugen-700- ... 71404.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 29. März 2016, 12:07:39 
 
Hinweise aus Sendung "Aktenzeichen XY"
03. August 2007


MITZWITZ, LKR. KRONACH. Bereits während der Ausstrahlung der Sendung "Aktenzeichen XY" im ZDF am Donnerstagabend im Zusammenhang mit dem Mordfall Ottinger gingen erste Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Die Fernsehzuschauer wurden gebeten, insbesondere Hinweise zu den noch fehlendem orangefarbenen Softballschläger und den grauen Einsätzen der Registrierkassen zu geben. Bei der Soko "Kreisel" in Coburg und dem Aufnahmestudio in München gingen in der Nacht einige Hinweise ein. Insgesamt muss die Zuschauerresonanz aber als sehr gering bewertet werden. Die Hinweise werden im Laufe des heutigen Freitags überprüft. Eine heiße Spur zeichnet sich derzeit allerdings nicht ab.

Nach dem brutalen Raubmord an dem 61-jährigen Marktleiter Norbert Ottinger im November des vergangenen Jahres in Mitwitz, führte die SOKO Kreisel erstmalig in Oberfranken Ende Februar eine DNA-Reihenuntersuchung zur Aufklärung dieses Verbrechens durch.

Die Oberstaatsanwältin Frau Ursula Haderlein stimmte nun einer Veröffentlichung des Ergebnisses dieser mit einem enormen logistischen Aufwand durchgeführten Aktion zu.

Insgesamt wurden 2270 Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren aufgefordert, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Dieser Einladung kamen bereits am Wochenende vom 23. bis 25. Februar 1691 Personen nach. Weitere 510 Mundhöhlenabstriche konnten in der Folgezeit, teilweise über das gesamte Bundesgebiet verteilt, eingeholt werden.

Zur Auswertung an das Landeskriminalamt nach München gelangten somit 2201 Proben die mittlerweile alle analysiert und typisiert sind. Eine Übereinstimmung mit dem DNA-Muster des Täters konnte jedoch in keinem Fall festgestellt werden.

24 der eingeladenen Männer verweigerten die Abgabe einer Speichelprobe. Gegen sie werden weitere Ermittlungen geführt, um die Beantragung von Beschlüssen beim Amtsgericht Coburg zur erforderlichenfalls zwangsweisen Abgabe eines Mundhöhlenabstriches zu ermöglichen.

Als problematisch erweist sich die Einholung der insgesamt 27 Vergleichsproben von ausländischen Staatsangehörigen, die mittlerweile in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind bzw. von Deutschen, die inzwischen dauerhaft im Ausland leben. Gegen diese Personen, die sich u.a. in Litauen, Polen, Slowenien, USA und China aufhalten, werden die Ermittlungen über das sehr zeitaufwändige Verfahren eines Rechtshilfeersuchens an die jeweiligen Landesregierungen weitergeführt.

18 weitere Personen konnten auf Grund eines wasserdichten Alibis als Täter ausgeschlossen werden.

Obwohl derzeit immer noch die Abarbeitung von verschiedenen Spurenkomplexen läuft, setzt die SOKO Kreisel große Hoffnungen in die Ausstrahlung des Falles in „Aktenzeichen XY“. Der brutale Raubmord wird in einem Filmbeitrag umfassend geschildert und über bislang noch unveröffentlichte Hinweise, mögliche Tatwerkzeuge und Spuren berichtet. In der Sendung ist der Mordermittler der Coburger Kripo anwesend und wird die Zuschauer mit bestimmten Fragen um Hinweise zu dem Fall bzw. zu Gegenständen aus diesem Fall bitten. Die Staatsanwaltschaft Coburg hat bereits zugesichert, dass eingehende Hinweise vertraulich behandelt werden. Die Ausstrahlung der Sendung erfolgt am Donnerstag dem 2. August um 20.15 Uhr im ZDF.

http://www.mittelbayerische.de/polizei/ ... 15454.html


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 Betreff des Beitrags: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 06. November 2016, 15:23:51 
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Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 12. November 2016, 09:54:19 
 
Rückblick auf den Mord in Mitwitz

Nach einem der brutalsten Verbrechen in Mitwitz ist der Täter trotz akribischer Ermittlungen noch immer nicht gefasst: Am Sonntag jährt sich der Mord an Norbert Ottinger zum zehnten Mal.

https://www.np-coburg.de/lokal/coburg/c ... 23,5200659


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