Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

Foren-Übersicht » Kriminologie & Kriminalistik




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: DNA Untersuchungen
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 18. Juni 2015, 14:20:58 
Online
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 10850
Ein Biologe im Polizeidienst

Auf der Suche nach der entscheidenden Spur

Namen vergisst Harald Schneider nie. Denn er braucht sie, damit er die Spuren, die er untersucht, mit den Personen verbinden kann, um die es geht. Schneider ist Biologe. Seit 17 Jahren arbeitet er im Dienst der Polizei - und bald im modernsten DNS-Labor Europas.
26.10.2008, von KATHARINA ISKANDAR


Namen vergisst Harald Schneider nie. Denn er braucht sie, damit er die Spuren, die er untersucht, mit den Personen verbinden kann, um die es geht. Jasmin Giebermann und Yvonne Herborn, Sebastian Musial und Petra Hübner: dies sind Namen von Opfern, die ihn wochenlang, manchmal monatelang begleitet haben, als er nach jenen Tätern gesucht hat, denen diese Menschen zum Opfer gefallen sind. „Emotionen“, sagt Schneider, „kann man sich in diesem Beruf eigentlich nicht leisten. Aber ohne geht es auch nicht.“

Schneider ist Biologe. Seit 17 Jahren arbeitet er im Dienst der Polizei und leitet das Kriminalwissenschaftliche Institut des hessischen Landeskriminalamts in Wiesbaden, das nächste Woche in einen Neubau umziehen wird – dem dann modernsten DNS-Labor Europas. Auf Schneiders Schreibtisch stapeln sich die Akten. Blaue Ordner, gefüllt mit Tatortbeschreibungen, Obduktionsergebnissen, Analyseberichten. Manchmal findet sich darin ein Hinweis auf den Täter.


Hintergrund: Massenuntersuchungen halfen bei Aufklärung vieler Morde
Delikte teilweise 20 Jahre her

Viele der Fälle, die im Landeskriminalamt (LKA) bearbeitet werden, sind sogenannte Altfälle. Tötungsdelikte, die sich manchmal schon vor mehr als zehn oder zwanzig Jahren ereignet haben und von den zuständigen Polizeidienststellen nie aufgeklärt worden sind. Schneider spricht von „intelligenten Methoden“, die Kriminalwissenschaftler anwenden müssten, dann sei so gut wie jeder Fall zu lösen. Etliche Male schon hat sich das LKA lange zurückliegenden Morden angenommen. Fälle wie der von Sabine Steffen. Die 20 Jahre alte angehende Goldschmiedin wurde im September 1989 in Hanau erschlagen aufgefunden. Schneider und seine Kollegen haben den Fall zehn Jahre später nochmals aufgerollt. Sie haben die Asservate gesichtet und die an der Leiche sichergestellten Spuren abermals untersucht. An einem Kleidungsstück der Toten fanden sie schließlich Genspuren, die einem 41 Jahre alten Mann zugeordnet werden konnten, der wegen anderer Taten schon vorbestraft war.

Nach Angaben des LKA war dies der erste Altfall, der mit Hilfe genetischer Spuren bundesweit aufgeklärt werden konnte. Es folgten weitere Fahndungserfolge, insgesamt 109 Tötungsdelikte wurden von den Wiesbadener Experten aufgeklärt – unter anderem die Frankfurter Morde an „Trixi“ Scheible und Margarethe Buckwitz. Ferner wurden mit Hilfe von DNS-Spuren 157 Sexualstraftäter ermittelt, mehr als 8000 Diebstähle und knapp 700 Erpressungs- und Raubdelikte aufgeklärt.

Hautschuppen, Haarfragmente, Sperma

Die Erfolge der Kriminalwissenschaft leben von den Spuren, die immer und überall vorhanden sind, aber halt gefunden werden müssen, wie Schneider sagt. In der Regel seien es Hautschuppen, Haarfragmente, Sperma oder Blut – winzige Mengen reichten heute schon aus, um die genetische Beschaffenheit bestimmen und mit der bundesweiten DNS-Analyse-Datenbank vergleichen zu können. Niemand könne sich nach einem Verbrechen mehr in Sicherheit wiegen: „Früher oder später kriegen wir sie alle.“

Die Zahl der sichergestellten Spuren geht bei einem Tötungsdelikt oft in die Tausende. Leichen werden in der Regel mit mehr als 50 Folien abgeklebt. Jede ist 100 Quadratzentimeter groß, und je Quadratzentimeter werden bis zu zehn „hautähnliche Partikel“ sichergestellt. „Da kann man sich ausrechnen“, sagt Schneider, „wie groß der Analyseaufwand ist.“

Der 47 Jahre alte Biologe hat deshalb eine Methode entwickelt, die es den Ermittlern ermöglicht, in relativ kurzer Zeit den Überblick zu gewinnen, welche Spuren überhaupt tatrelevant sind. „Es geht darum, Hypothesen zu bilden“, sagt Schneider. Seine Arbeit beginne nicht mehr im Labor, sondern am Tatort selbst. „Wir fragen uns: Welche Rolle haben der Teppich, die Möbel, die Wände gespielt? Welche Art von Spuren könnten dort zu finden sein? Was hat der Täter angefasst? Wie ist er vorgegangen? Was ist überhaupt tatrelevant?“

„Manche Fälle lassen einen nie los“

Viele Ermittlungen seien früher gescheitert, weil die schiere Masse an Spuren nicht zu bewältigen gewesen sei. Heute sei das anders, gingen die Kriminalwissenschaftler nach strengen Kriterien vor. Sie seien „Trapper“, sagt Schneider: Denn sie betrieben nichts anderes als eine moderne Form der Spurenleserei.

Und das neue Labor soll dabei helfen. Eine sogenannte DNS-Straße soll automatisiert per Roboterhand Massen-Spurenträger wie etwa Zigarettenkippen untersuchen. Diese beschleunige Abläufe, und die Wissenschaftler hätten mehr Zeit für jene Aufgaben, die menschliche Intelligenz erforderten – beispielsweise die aufwendige Suche nach Asservaten bei einem Tötungsdelikt. In Schneiders Büro hängt das Fahndungsplakat eines alten Falles, den der Biologe von Kollegen aus Baden-Württemberg übernommen hat: der Mord an der 27 Jahre alten Gabriele Pfeiffer aus Erlenbach. Die junge Frau war 1994 nach einem Dorffest tot aufgefunden worden. „Manche Fälle“, sagt Schneider, „lassen einen doch niemals los.“ Das Plakat wird hängenbleiben. So lange, bis auch dieser Mordfall aufgeklärt sein wird.


http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/h ... 09978.html

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  

Bei Christine hat sich 1 Benutzer für diesen Beitrag bedankt: spuehrfux
 Betreff des Beitrags: Re: DNA Untersuchungen
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 24. November 2016, 16:25:55 
 
DNA-Analysen

So kommen Spezialisten vielen Gewalttätern auf die Schliche
Von Jan Schumann 24.11.16, 12:00 Uhr

Magdeburg -
Als die Polizeiwagen im März 2005 durch Möckern im Jerichower Land fuhren, fühlte sich Sven B. noch sicher. Denn mit diesem Wohnhaus-Einbruch hatte er nichts zu tun, sagte er, und auch nicht mit der gestohlenen Flinte.

Die Polizei suchte Täter, suchte Hinweise. Als die Ermittler Sven B. um eine freiwillige Speichelprobe baten, willigte der 23-Jährige ein. Warum nicht? Nichts als seine Unschuld würde das Ergebnis sein.

Drei Monate nach dem Einbruch landete das Plastikröhrchen samt Probe in den Laboren des Landeskriminalamtes (LKA). Wenige Tage später war aus Sven B. schlagartig der Hauptverdächtige im Mordfall Anja Blum geworden.

Es war einer der grausamsten und spektakulärsten Fälle in Sachsen-Anhalts Kriminalhistorie. Anja Blum, 20, war tot und nackt aus einem See geborgen worden. Vier Kilometer Luftlinie zu ihrem Wohnort. Von einem Discobesuch war sie nicht nach Hause gekommen. Die gefundene Leiche war mit Steinen beschwert, sie sollte am Grund des Sees liegen bleiben.

Dann kam die DNA-Probe im Einbruchsfall. In den Laboren erkannten die Spezialisten in Magdeburg Übereinstimmungen mit Erbgut-Material, das auch an einem Slip von Anja Blum haftete. Sven B. stritt zunächst ab, der Richter urteilte ein Jahr später „lebenslang“. Auf eine Revision verzichtete B.

Ergebnisse von DNA-Analysen werden für Polizeiarbeit immer wichtiger

Gegen die Urteile aus den LKA-Laboren gibt es kaum einen Widerspruch. DNA lügt nicht. „Und die Wichtigkeit der Analyse nimmt in der Polizeiarbeit weiter zu“, sagt Dezernatsleiterin Uta Pich.

Das zeige allein der Anstieg der Fälle, die hier jährlich untersucht werden: 2012 waren es rund 4 200, im Jahr 2016 erwartet sie deutlich mehr als 5 000. Einer der Fälle: der Mord an der Chinesin Yangjie Li in Dessau.

Im Fall Anja Blum wurden Sperma-Spuren untersucht, und auch im Fall Yangjie Li wird dies eine Rolle spielen. Reden dürfen die Experten im Labor darüber nicht. Fünf Sachverständige arbeiten hier, darunter promovierte Biologen, dazu Labormitarbeiter.

„Früher brauchte man noch sehr viel mehr DNA-Material, um eine Spur auswerten zu können“, sagt Andrea Wächter, eine der Experten im Analyseteam. Heute reichen fünf, sechs Körperzellen, um stichhaltige Aussagen zu treffen und Menschen beinahe zweifelsfrei per DNA zu identifizieren, sagt sie.

Um aussagekräftige Gutachten zu schreiben, wird das Analysematerial im LKA-Labor künstlich vervielfältigt. So wird die DNA aus den zuvor isolierten Zellen - Sperma, Blut, Haar- oder etwa Körperzellen - technisch nachgebaut.

Im LKA-Büro stehen dafür Apparate bereit, die quasi mit Erb-Rohmaterial betankt sind und jede erdenkliche Erbgut-Sequenz nachkonstruieren können - so lange sie menschlich ist. „Diese Menge können wir dann analysieren, auslesen und für Datenbank-Abgleiche nutzen“, so Wächter. „Im schnellsten Fall haben wir Ergebnisse in 24 Stunden.“

DNA-Untersuchungen im Landeskriminalamt müssen schnell gehen

Und schnell gehen muss es immer wieder. „Untersucht werden bei uns vor allem Kapitalverbrechen und Fälle, in denen Menschen in Haft sitzen“, sagt LKA-Direktor Jürgen Schmökel. „Oft geht es darum, zügig Entscheidungen fällen zu können.“

Das Geräterepertoire dafür: unter anderem Teststreifen für Menschenblut, Spezial-Licht zur Bestimmung von Sperma und die Computer zum Auslesen der DNA. Dabei reizt die Polizei in Deutschland bei weitem nicht die Möglichkeiten aus, die der Stand der Forschung heute erlauben würde.

„Es gibt hoch entwickelte Verfahren, mit denen man aus DNA theoretisch sehr viele Daten ziehen könnte“, so Wächter, „von Haar- und Augenfarbe zum Alter, der Körpergröße und der Frage, ob derjenige Europäer oder Asiate ist“.

All dies wird jedoch in Deutschland nicht erhoben. „Das sind die ethischen Grenzen, die die Rechtsprechung vorgibt“, sagt LKA-Direktor Schmökel. „Wir hätten ansonsten den gläsernen Menschen.“ Denn was wäre, wenn einfach jeder Mensch schon bei Geburt eine DNA-Probe für die Datenbank abgeben würde?

„Dann hätten wir einen Staat mit Generalverdacht“, sagt Schmökel. Stattdessen werden in der DNA-Datei nur Personen gespeichert, bei denen eine Prognose vorliegt, nach der sie künftig weitere Straftaten begehen könnten. (mz)


– Quelle: http://www.mz-web.de/25158374 ©2016


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: DNA Untersuchungen
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 03. Juni 2017, 09:56:42 
 
Verbrechensbekämpfung
Durch DNA-Spur zum Phantombild
An Tatorten werden häufig DNA-Spuren gefunden, die helfen, einen Täter zu überführen. Doch es ist noch mehr möglich: Man kann aus der DNA auf das Aussehen des Verbrechers schließen, so könnte ein Fahndungsbild erstellt werden. Das dafür nötige Gesetz soll in Kürze angeschoben werden.

| Artikel veröffentlicht: 02. Juni 2017 19:06 Uhr

Berlin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will als Beweismittel in Strafverfahren das „genetische Phantombild“ zulassen. Künftig sollen Ermittler DNA-Proben aus Speichel, Blut oder Haaren auch zur Vorhersage des äußeren Erscheinungsbildes, der biogeografischen Herkunft sowie des Alters einer Person heranziehen dürfen. Das geht aus einer Beschlussvorlage zur Innenministerkonferenz (IMK) Mitte Juni in Dresden hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Ziel sei es, den Kreis potenzieller Verdächtiger besser als bislang eingrenzen zu können „und somit zielgerichtete Ermittlungen beziehungsweise Fahndungen“ zu ermöglichen. Eine „Erweiterung der Analysemöglichkeiten von DNA-Proben“, dem sogenannten Phänotyping, sei „sinnvoll und notwendig“, heißt es in dem Antrag de Maizières weiter.

Gesetzentwurf ist in Arbeit

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) unterstützt diese Forderung. Das Justizministerium erarbeitet einen Gesetzentwurf, der die erweiterte Rolle von DNA-Proben in der Strafprozessordnung verankern soll. Dieser wird aber nicht mehr in den verbleibenden Wochen bis zur Bundestagswahl ins Parlament eingebracht, sondern soll möglichst bald in der nächsten Legislaturperiode verabschiedet werden – zumindest, wenn auch dann Union und SPD die Regierung stellen.

Eine treibende Kraft hinter der Reform ist der badische SPD-Rechtspolitiker Johannes Fechner. Zwei grausame Mordfälle in seiner Region im vergangenen Jahr haben die Diskussion um neue technische Möglichkeiten „zwar nicht ausgelöst, aber beschleunigt“, sagt Fechner. Die Morde an der 19-jährigen Freiburger Studentin Maria L. und an einer 27 Jahre alten Joggerin im nahe gelegenen Endingen haben auch in seinem Wahlkreis viele Menschen verunsichert. Bei der Suche nach den Tätern kam schnell die Frage auf, ob neue technische Möglichkeiten zu schnelleren Fahndungserfolgen führen könnten.

Recht hinkt der Technik hinterher

In Freiburg allerdings führte klassische Ermittlerarbeit die Beamten auf die Spur des Verdächtigen Hussein K.: Am Tatort wurde ein auffällig gefärbtes Haar gefunden, das zu ihm passte. Im Fall Endingen führte klassische DNA-Analyse dazu, dass eine Verbindung zu einem ähnlichen Fall im 400 Kilometer entfernten Kufstein hergestellt werden konnte.

Laut Fechner ist die Technik weit genug entwickelt, um mit hoher Sicherheit aus der DNA äußere Merkmale herauszulesen. „Und zwar so hoch, dass es sich für die Polizei lohnt, diese Ermittlungskriterien bei der Fahndung einzusetzen. Daher sollte sie diesen Hinweis erhalten und nutzen dürfen.“ Das Recht hinke der technischen Entwicklung hinterher.

Die rechtsmedizinischen Institute lieferten mit der Analyse grundsätzlich eine Angabe der Wahrscheinlichkeit mit. Ein 80-prozentiger Nachweis wäre zwar nicht vor Gericht verwendbar, könnte aber für die Ermittlung wertvoll sein. Wichtig wäre, klare Datenschutz-Vorgaben zu machen: „Es darf keine Gendatei entstehen und keine Vorratsdatenspeicherung mit DNA-Merkmalen betrieben werden“, forderte Fechner.

Von Jörg Köpke und Jan Sternberg/RND

http://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/D ... hantombild


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: DNA Untersuchungen
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 17. Juli 2017, 07:36:44 
 
Verdacht auf Busen-Mord: Kriminalbiologe Mark Benecke führt unterhaltsam in sein Fach ein

MAINZ - (fkoe). Wenn es eine Sache gibt, die sich sicher über Dr. Mark Benecke sagen lässt, dann ist es diese: Er liebt seinen Job. Benecke ist Kriminalbiologe. Sprich: Er geht an Tatorte und sucht nach Spuren, um Kriminaldelikte zu lösen. Auch am Freitag berichtete er dem Publikum im ausverkauften Frankfurter Hof in Mainz von seiner Arbeit. Dass der Abend nichts für schwache Nerven werden würde, erklärte er schon vorab. Man dürfe keine Fotos von der Bildpräsentation, die Tatortfotos enthält, machen und solle auch potenziell anwesende Jugendliche vorwarnen, dass das, was sie hier sehen werden, auch verstörend wirken könne.

Fälle am Rande des Möglichen

Aus einem beachtlichen Themenpool wählte Benecke „Kriminalfälle am Rande des Möglichen“ als Sujet des Abends aus. Dies sei, so der Kriminalbiologe, ein Thema „weit jenseits des Tellerrands“, bei dem man weiterdenken müsse – und eben jene absurden Zugänge zu Mordfällen sollte Benecke noch mehrere Stunden erörtern.

Absurd wurde es auch direkt zum Einstieg: Als ersten Fall „jenseits des Tellerrands“ wählte Benecke den berüchtigten „Busen-Mord“ aus, der Anfang der 2010er Jahre durch die Medien ging. Der Erstickungstod durch Brüste sei „ein Delikt, das unterberichtet ist“, so der gebürtige Kölner. Benecke wirkte damals gar an Versuchen mit, die die Erstickungspraktiken untersuchten und die auch anhand von Aufnahmen der Tests ausführlich erklärt wurden. Die folgenden Fälle klangen weit weniger angenehm als der „Busen-Mord“: Ob versehentliches Strangulieren bei fehlgeschlagenen Sadomaso-Maßnahmen, Tod durch einen umfallenden Getränkeautomaten oder das Aufklären einer Schießerei im Bordell: So etwas ist sicher schwer aufzubereiten – und angenehm ist es schon gar nicht. Ein Fakt, der in Benecke Sorgen um den Nachwuchs in seinem Berufsfeld wachsen lässt: „Keiner will es machen.“

Dass man in Benecke einen extrem tauglichen Kriminalbiologen hat – daran lässt sich nach dem Abend noch viel weniger zweifeln. Es war eine One-Man-Show, routiniert abgeliefert, die es schaffte, dieses morbide, zeitweise eklige Nischenthema für ein breites Publikum aufzubereiten. Sicherlich hatte der Vortrag auch Längen, aber Dr. Mark Benecke – der sich gelegentlich selbst schlicht als „Der Benecke“ bezeichnet – vermochte es dennoch, Leute für ein Thema zu gewinnen, dem sie sich sonst wohl eher nicht gewidmet hätten. Ob aus dem Saal nun ein Nachwuchs-Kriminalbiologe hervorgehen wird, ließ sich allerdings nicht klären.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokale ... 043267.htm


Nach oben 
  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 

Foren-Übersicht » Kriminologie & Kriminalistik


 
Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de