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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 26. April 2017, 13:19:31 
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Unterschriftenaktion in Lichtenberg: Bürger und Bürgermeister sprechen von Justizskandal im Fall Peggy
26. April 2017

Einen Justizskandal werfen Lichtenberger Bürger und auch ihr Bürgermeister, Holger Knüppel, der Kriminalpolizei in Bayreuth vor. Es geht um die Ermittlungen um die 2001 verschwundene Peggy Knobloch. In einer Unterschriftenaktion erheben sie schwere Vorwürfe gegen Staatsanwaltschaft und Sonderkommission und rufen öffentlich um Hilfe.

Die Vorwürfe: Im Fall Peggy sei immer nur in eine Richtung ermittelt worden, man habe ein schnelles Ergebnis erzielen wollen.
Er habe den Eindruck, dass etwas vertuscht werde solle, zitiert der Nordbayerische Kurier Bürgermeister Knüppel. Wesentliche Ermittlungs-Ergebnisse würden bis heute außer Acht gelassen. Unbescholtene Bürger würden wieder durch stundenlange Verhöre belastet.

Gudrun Rödel, Unterstützerin des falsch verurteilten und später freigesprochenen Ulvi Kulatsch erneuert ihre Vorwürfe gegen die Mutter von Peggy und den Stiefvater. Hinweise auf deren Tatbeteiligung seien nicht verfolgt worden.

Der Leitende Oberstaatsanwalt in Bayreuth dementierte im Kurier. Es würde nach wie vor Ermittlungen in alle Richtungen geführt, nur eben nicht in der Öffentlichkeit.
Quelle: Radio Plassenburg

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 12. Mai 2017, 10:48:45 
 
Doku "Höllental": Das Rätsel um Peggy als TV-Serie
Der Fall Peggy in sechs Folgen - das plant eine Produktionsfirma im Auftrag des ZDF. Herauskommen soll "Höllental", ein True-Crime-Format nach US-Vorbild.

Lichtenberg - Filmemacherin Marie Wilke (40) aus Berlin kennt den Fall Peggy schon seit vielen Jahren. Sie verfolgt alles, was darüber veröffentlicht wird. Jetzt wird die Dokumentar-Filmerin selbst in den Fall einsteigen. "Höllental" heißt das Projekt, das im Auftrag der Sendereihe "Das kleine Fernsehspiel" des ZDF entsteht. Die Redaktion des Kleinen Fernsehspiels (DKF) plante eine dokumentarische Serie, deren Inhalt zunächst komplett offen blieb. Bei der Ausschreibung hat die Peggy-Idee gewonnen. Zusammen mit der Produktionsfirma Kundschafter-Film sei man "schnell dazu gekommen, einen Kriminalfall zu machen", sagt Wilke.

Gefördert wird das Projekt vom ZDF selbst mit einem Grundbudget und von der Filmförderung Medienboard Berlin-Brandenburg. Bei "Höllental" orientieren sich Wilke, Kundschafter Film und die DKF-Redakteure Jörg Schneider und Lucas Schmidt in Umsetzung und Erzählweise an erfolgreichen US-amerikanischen Serien wie "Making a Murderer" oder "The Jinx".

Das vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit 100 000 Euro geförderte Serienprojekt erzählt in sechs Folgen von dem möglichen Verbrechen an der neunjährigen Peggy Knobloch aus Lichtenberg, die im Mai vor 17 Jahren spurlos verschwand. Erst im Juli vergangenen Jahres hat ein Pilzsammler Teile des Skeletts nur 15 Kilometer von Lichtenberg entfernt gefunden. Der mysteriöse Kriminalfall diente bereits Friedrich Ani, Ina Jung und Dominik Graf als Vorlage für den TV-Film "Das unsichtbare Mädchen".

Die Macher von "Höllental" kommen aber weder aus der erzählerischen noch aus der journalistischen Ecke, sondern vom Dokumentarfilm, den Wilke an der Hochschule auch gelehrt hat. "Wir sind keine Fernseh-Journalisten", sagt Wilke. Dafür habe sie bei ihrer Dokumentation auch wesentlich mehr Zeit. Die Arbeiten zu der Serie sollen im Spätsommer beginnen, auch in Lichtenberg wird gedreht. Ob Laiendarsteller wie bei einem Dreh für die ZDF-Serie Aktenzeichen XY ... ungelöst mitwirken, ist völlig offen, aber eher unwahrscheinlich. Es werde keine Kommentare während der Sendungen geben, nur "eine Präsentation des Falles". Die Macher wollen "nur mit Original-Interviews" arbeiten, also nur mit Dokumenten der Zeit- und Fallgeschichte. Wilke nennt das eine "offene Herangehensweise mit der Idee, sich nicht auf eine Seite zu schlagen".

Dazu, dass der mysteriöse Fall teilweise hoch umstritten ist, sagt sie: "Ich weiß." Auch dass es viel Zeit kosten werde, sich darin einzuarbeiten. Da stehe man noch "ganz am Anfang". Mit dokumentarischen Mitteln will die Serie "Höllental" minutiös Beweise, Aussagen und Verdachtsmomente rekonstruieren.

http://www.insuedthueringen.de/region/D ... 25,5516763


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Mai 2017, 18:29:26 
 
TV-Serie über "Peggy"
Titel "Höllental" stößt auf Ablehnung
Unter dem Titel "Höllental" plant das ZDF eine Fernsehserie über das schlagzeilenträchtige Verschwinden des kleinen Mädchens Peggy aus Lichtenberg. Der Serien-Name sorgt bereits im Vorfeld für Unmut in der Region.

Von: Annerose Zuber
Stand: 29.05.2017 |

"Die Bezeichnung Höllental ist absolut fehl am Platz", fasst der Hofer CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König die Stimmung in der Region zusammen – und fordert einen anderen Titel für die geplante Fernseh-Serie. Denn dadurch gerate das Höllental, das als eines der schönsten Täler im Frankenwald gelte, in ein falsches Licht, so König. In einem Brief an die Berliner Filmemacherin Marie Wilke betont König, dass die Menschen in der Region die Auseinandersetzung mit dem "Fall Peggy" jedoch grundsätzlich positiv sehen.

"Der Serien-Titel Höllental ist unüberlegt, unpassend und ohne jedes Gespür für den tatsächlichen Sachverhalt."
Alexander König, CSU-Landtagsabgeordneter

Brief an Filmemacherin
In seinem Brief an die Filmemacherin erklärt der Hofer Landtagsabgeordnete König, dass das Höllental ein "absolut positiver Ort" sei. Hier verbringe man Freizeit und das Wochenende, man gehe wandern, genieße die herrliche Natur und kehre anschließend noch ein. Als Teil des Frankenwaldes sei die Region bestrebt, auch bei Touristen und Gästen von außerhalb Begeisterung für das Höllental zu wecken, so König.

"Wenn die Bewohner in Lichtenberg und Umgebung vom Fall Peggy hören, ist es für sie jedoch oftmals eine Belastung. Nimmt man nun noch das naheliegende Höllental her und missbraucht es als Innbegriff für Kindesentführung, Angst und Tod, so tut man den Orten absolut Unrecht."
Alexander König, CSU-Landtagsabgeordneter

König appelliert an die Filmleute, einen "geeigneteren Namen für die Sendereihe" zu suchen und kann sich vorstellen, dass auch die Anwohner den ein oder anderen guten Vorschlag bringen könnten.

http://www.br.de/nachrichten/oberfranke ... l-100.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 31. Mai 2017, 10:31:43 
 
Naila

"Höllental"-Macherin Wilke verwundert über Aufregung
Die Berliner Filmemacherin Marie Wilke reagiert verwundert über die Aufregung in der Region Hof rund um den Namen "Höllental" für ihre geplante ZDF-Serie über den "Fall Peggy".

Hölle -"Wir stehen erst am Anfang der Recherche, das ist ein Arbeitstitel, der sich noch ändern kann", sagte die Dokumentarfilmerin laut Medienberichten.

Zuvor hatte sich auch Landtagsabgeordneter Alexander König zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung forderte er Wilke auf, ihren Serien-Titel zu überdenken. Wilke plant, wie berichtet, eine sogenannte True-Crime-Serie nach amerikanischen Vorbild, die dokumentarisch angelegt und sich an den bisherigen Erkenntnissen entlanghangeln soll. Der bisherige Titel lautete "Höllental". "Ich wohne selbst nur wenige Kilometer von Lichtenberg und vom Höllental entfernt und spreche somit nicht nur als Abgeordneter, sondern auch als Anwohner", schreibt König.

Für die Menschen im Hofer Land sei das Höllental ein absolut positiver Ort. König bezieht sich auf eine Berichterstattung in der Frankenpost, die das Thema vor zwei Wochen öffentlich machte. "Wenn die Bewohner in Lichtenberg und Umgebung vom 'Fall Peggy' hören, ist es für sie oft eine Belastung. Nimmt man nun noch das nahe Höllental her und missbraucht es als Inbegriff für Kindesentführung, Angst und Tod, so tut man den Orten absolut Unrecht", schreibt König. Eine Anfrage der Frankenpost an Wilke und das ZDF ist seit zwei Wochen unbeantwortet.

http://www.frankenpost.de/region/naila/ ... 43,5546525


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 29. Juni 2017, 09:10:12 
 
Soko ermittelt weiter
Ein Jahr nach Leichenfund: Mordfall Peggy weiter ungeklärt
dpa/az
,
29.06.2017 - 07:44 Uhr

Ein Pilzsammler fand vor einem Jahr die Leiche der seit 2001 vermissten Peggy. Es schien der Durchbruch zu sein. Doch die Ermittler haben immer noch keine Spur. Der Fall bleibt unaufgeklärt.
Bayreuth - Die Polizei hat im Mordfall Peggy auch ein Jahr nach dem Fund des toten Mädchens keine heiße Spur. Die Soko mit rund 30 Mitgliedern arbeite weiter intensiv an dem Fall, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel in Bayreuth.

Noch immer liefen Untersuchungen an den aufgefundenen sterblichen Überresten. "Dies wird auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen." Deshalb sei Peggys Leiche auch noch nicht zur Bestattung freigegeben.

Im Mai 2001 war die damals neun Jahre alte Schülerin im oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwunden. Erst am 2. Juli 2017 entdeckte ein Pilzsammler zufällig ihre sterblichen Überreste im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen. Große Verwirrung entstand kurze Zeit später, als die Ermittler DNA-Spuren des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt an der Fundstelle entdeckten.
DNS-Spur von NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt

Einen Zusammenhang zwischen den NSU-Morden und dem Fall Peggy gibt es freilich nicht, wie sich herausstellte. "Die Vermutungen gehen dahin, dass Böhnhardts DNA durch eine Kontamination unserer kriminaltechnischen Ausrüstungsgegenstände übertragen wurde", erläuterte Thüringens LKA-Vize, Heiko Schmidt. Einige Thüringer Kriminaltechniker, die den Fundort von Peggys Knochen untersucht haben, hatten auch Spuren im ausgebrannten NSU-Wohnmobil in Eisenach gesichert. Wie genau es zu der Verunreinigung kommen konnte, wird weiterhin untersucht.


Die Bayreuther Ermittler halten sich im Fall Peggy bedeckt. Es habe nach dem Fund der Leiche weitere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, sagte Potzel. Denen sei man nachgegangen. "Über die bereits vorliegenden Erkenntnisse hinaus haben sich jedoch hieraus keine grundsätzlichen neuen Ermittlungsansätze ergeben."

Peggys Schulranzen und ihre Regenjacke sind bisher nicht aufgetaucht. Die Schülerin hatte beides dabei, als sie am 7. Mai 2001 das letzte Mal lebend gesehen wurde.

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... 65971.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 04. Juli 2017, 12:54:01 
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Peggy (†9)
Warum wurde sie noch immer nicht beerdigt?

03. Juli 2017 um 13:42 Uhr


2001 verschwand die kleine Peggy Knobloch, im letzten Jahr wurde ihre Leiche gefunden. Die letzte Ruhe findet das ermordete Mädchen allerdings immer noch nicht.

Es ist der 7. Mai 2001. Die damals neunjährige Peggy Knobloch ist auf dem Weg zur Schule. Doch dort sollte sie nie ankommen. 15 Jahre blieb sie verschwunden, 15 Jahre quälte sich ihre Mutter Susanne mit der Ungewissheit, ob ihre Tochter noch lebt. Bis zum 2. Juli 2016, als ein Pilzsammler in einem Wald an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze Knochenreste fand. Kurz später war klar: Es ist die kleine Peggy, die dort liegt. Traurige Gewissheit für die Mutter, das bange Warten auf eine Nachricht hatte damit ein Ende.

Doch mit diesem grausamen Kapitel abschließen kann Susanne Knobloch noch immer nicht, wenn sie es denn jemals kann. Denn bis heute, ein Jahr nach dem Fund von Peggys Leiche, kann das tote Mädchen aus Oberfranken nicht beerdigt werden.

Die Ermittlungen dauern an

Peggys Leiche ist nach wie vor nicht zur Bestattung freigegeben. Noch immer laufen Untersuchungen an den aufgefundenen sterblichen Überresten. „Dies wird auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, verkündete der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel laut der „Bild“-Zeitung. Rund 30 Mitglieder arbeiten immer noch intensiv an dem Mordfall. Doch bislang hat die Soko Peggy noch immer keine heiße Spur.

Neben den sterblichen Überresten des vermissten Mädchens wurden auch persönliche Gegenstände von Peggy gefunden, darunter eine Uhr. Ihre Regenjacke und ihr Schulranzen jedoch sind bislang nicht aufgetaucht. Auch gibt es noch keine heiße Spur. Obwohl nach dem Leichenfund einige Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen waren, fehlte der entscheidende bislang. „Über die bereits vorliegenden Erkenntnisse hinaus haben sich jedoch hieraus keine grundsätzlichen neuen Ermittlungsansätze ergeben“, so Potzel.

Wird vielleicht nie geklärt, wer die Schülerin ermordet hat?

http://www.bunte.de/family/bewegende-ge ... rdigt.html

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Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 08. September 2017, 12:41:26 
 
Peggy: Keine weitere DNA-Spur gefunden
BAYREUTH. Im Fall des 2001 aus Lichtenberg verschwundenen Mädchens Peggy Knobloch ist keine weitere DNA-Spur gefunden worden. Dies geht aus dem nun vorliegenden abschließenden Gutachten hervor, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bayreuth.

Mitte Oktober 2016 war im Zuge der Ermittlungen nach dem Auffinden der sterblichen Überreste von Peggy Knobloch an einem winzigen Textilteilchen eine DNA-Spur desUwe Böhnhardt festgestellt worden.

Zur Abklärung des überraschenden Fundes wurden die Abläufe der Spurensicherung und der Spurenauswertung von der Soko Peggy und der Staatsanwaltschaft Bayreuth eingehend nachvollzogen und hinterfragt.

Hierbei ergab sich, dass die DNA-Spur eindeutig einem Kopfhörer des Uwe Böhnhardt zugeordnet werden konnte und bei der Spurensicherung am Fundort übertragen worden sein muss.



Der konkrete Übertragungsweg der DNA von Uwe Böhnhardt an den Auffindeort in Rodacherbrunn kann allerdings nicht mehr geklärt werden.

Denn aus dem nun vorliegenden abschließenden Gutachten des hierfür beauftragten Instituts geht hervor, dass an den untersuchten Gerätschaften der Tatortgruppe des LKA Thüringen, darunter auch ein Winkelmaßstab, keine DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt oder von Peggy Knobloch festgestellt werden konnten.

Die DNA-Spur des Uwe Böhnhardt steht nicht im Zusammenhang mit dem Tod von Peggy Knobloch. Die gutachterlichen Ergebnisse sind mittlerweile an das LKA Thüringen für weitere qualitätssichernde Maßnahmen übergeben worden.

Die Ermittlungen der Soko Peggy und der Staatsanwaltschaft Bayreuth zur Aufklärung des Falles Peggy Knobloch dauern weiterhin an, hieß es abschließend.

http://www.nordbayerischer-kurier.de/na ... den_603955


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 08. September 2017, 12:42:24 
 
Verunreinigung die Ursache für den Spurenfund?

Übertragungsweg der Böhnhardt-DNA im Mordfall Peggy bleibt ein Rätsel
Aktualisiert: 08.09.17 12:38


Wie kam eine Genspur des NSU-Mitglieds Böhnhardt auf die Kleidung der ermordeten neunjährigen Peggy? Das abschließende Gutachten lässt die Frage offen.

Bayreuth - Auch ein abschließendes Gutachten zu einer DNA-Verbindung zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt hat den genauen Übertragungsweg nicht klären können. An den untersuchten Gerätschaften einer Tatortgruppe des Landeskriminalamts Thüringen seien keine Genspuren von Böhnhardt oder der 2001 verschwundenen Schülerin festgestellt worden, teilten die Polizei in Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Freitag mit. Über den Fall hatten wir bereits berichtet*.

„Die gutachterlichen Ergebnisse sind mittlerweile an das LKA Thüringen für weitere qualitätssichernde Maßnahmen übergeben worden“, hieß es. Die Ermittler hielten noch einmal fest, dass die DNA-Spur von Böhnhardt nicht im Zusammenhang mit dem Tod von Peggy stehe.

Mordfall bis heute nicht aufgeklärt

2001 war die damals neun Jahre alte Schülerin im oberfränkischen Lichtenberg spurlos verschwunden. Der Mordfall ist bis heute nicht aufgeklärt. Im vergangenen Sommer entdeckte ein Pilzsammler zufällig die sterblichen Überreste des Mädchens im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen. Bei der Auswertung des gesicherten Materials wurde an einem Textilteilchen Genmaterial von Böhnhardt gefunden.

Die DNA-Spur stammt zwar von einem Kopfhörer Böhnhardts, der Mitglied im „Nationalsozialistischen Untergrund“ war - muss aber erst bei den Ermittlungen am Fundort der Knochen übertragen worden sein, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Dass eine Verunreinigung Ursache für den Spurenfund war, hatten die Ermittler bereits vermutet.

https://www.tz.de/welt/uebertragungsweg ... 65482.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 09. September 2017, 08:48:18 
 
Abschließendes Gutachten
Keine weitere Böhnhardt-Spur im Fall Peggy
Wie die DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt an den Fundort der sterblichen Überreste von Peggy Knobloch im thüringischen Rodacherbrunn gekommen ist, wird wohl nicht aufgeklärt werden können. Ein abschließendes Gutachten liegt nun vor.

Von: Kristina Kreutzer
Stand: 08.09.2017
Wie die oberfränkische Polizei in einer gemeinsamen Pressmittelung mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Freitag (08.09.17) mitteilt, könne der konkrete Übertragungsweg nicht mehr geklärt werden.

Abläufe wurden rekonstruiert

Pressekonferenz Bayreuth
Böhnhardt-DNA ohne Zusammenhang zum Tod Peggys

Mitte Oktober 2016 war im Zuge der umfangreichen Ermittlungen nach dem Auffinden der sterblichen Überreste von Peggy Knobloch an einem winzigen Textilteilchen eine DNA-Spur von Uwe Böhnhardt festgestellt worden. Zur Aufklärung des überraschenden Fundes wurden die Abläufe der Spurensicherung und der Spurenauswertung von der SOKO Peggy und der Staatsanwaltschaft Bayreuth eingehend nachvollzogen und intensiv hinterfragt, heißt es in der Mitteilung.

DNA-Spur von Böhnhardts Kopfhörer
BR-Montage: Uwe Böhnhardt/DNA-Analyse | Bild: picture alliance/dpa
Das Ergebnis: Die DNA-Spur ist eindeutig einem Kopfhörer des mutmaßlichen NSU-Terroristen zuzuordnen und muss bei der Spurensicherung am Fundort übertragen worden sein. Der konkrete Übertragungsweg kann allerdings nicht mehr geklärt werden, heißt es weiter.

Aus dem nun vorliegenden abschließenden Gutachten geht hervor, dass weder an einem Maßstab noch an weiteren Gerätschaften des Landeskriminalamts Thüringen DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt oder von Peggy Knobloch festgestellt werden konnten.

Keine Verbindung zwischen Peggy und NSU
Die DNA-Spur von Böhnhardt steht nicht im Zusammenhang mit dem Tod von Peggy Knobloch. Der Fall Peggy und der NSU haben also nichts miteinander zu tun. Die Ergebnisse der Gutachter sind mittlerweile an das Landeskriminalamt Thüringen für weitere qualitätssichernde Maßnahmen übergeben worden.

Ermittlungen der SOKO gehen weiter
Die umfangreichen Ermittlungen der SOKO Peggy und der Staatsanwaltschaft Bayreuth zur Aufklärung des Falles Peggy Knobloch dauern aber weiterhin an. Am 2. Juli vergangenen Jahres fand ein Pilzsammler in einem Wald in Südthüringen die Leiche der 2001 verschwundenen Peggy aus Lichtenberg. Die Hoffnung, dass der Fall endlich aufgeklärt werden könnte, war groß. Doch über ein Jahr später fehlt noch immer eine heiße Spur.

http://www.br.de/nachrichten/oberfranke ... r-100.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 14. Oktober 2017, 13:37:58 
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14.10.17

DIE FÜNF SPEKTAKULÄRSTEN UNGEKLÄRTEN MORDE AUS BAYERN, DIE IN DER ZDF-SENDUNG GEZEIGT WURDEN

Diese Fälle sind bis heute ungelöst


Der Mordfall Michaela Eisch. Anfang Juli 2011 forderte die Münchner Polizei insgesamt 1750 Männer zu einem Speicheltest auf – es war die erste DNA-Reihenuntersuchung überhaupt in der Landeshauptstadt.

Die Ermittler wollten 26 Jahre nach dem Mord an der achtjährigen Michaela Eisch endlich den Täter überführen. Das Kind sollte am 17. Mai 1985 seine Mutter von der Arbeit abholen, durfte erstmals alleine mit der U-Bahn fahren, vom Michaelibad zum Hauptbahnhof. Doch das Mädchen kam nie bei der Mutter an. Die Achtjährige wurde missbraucht und erdrosselt, vier Wochen später fand man ihre Leiche an einem Bahndamm unweit der Braunauer Eisenbahnbrücke. Der Fall wurde mehrmals in der Sendung behandelt, unter anderem in der Ausgabe vom 25. September 2013, in der zwei Phantombilder eines Mannes gezeigt wurden, mit dem Michaela damals von zwei Zeuginnen gesehen worden war. Doch bis heute gibt es keine heiße Spur.

Der Mordfall Peggy Knobloch

Am 7. Mai 2001 verschwand die damals neunjährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg im Landkreis Hof. Ihre sterblichen Überreste wurden erst 15 Jahre später, am 2. Juli 2016, in einem Waldstück in Thüringen entdeckt, rund zwölf Kilometer Luftlinie von Lichtenberg entfernt. Vermutlich starb Peggy noch im Jahr 2001. Der geistig behinderte Ulvi K. wurde nach Peggys Verschwinden verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Das aufsehenerregende Verfahren endete am 30. April 2004 am Landgericht Hof mit einem Schuldspruch und einer lebenslangen Haftstrafe. Außergewöhnlich daran war, dass die Verurteilung allein aufgrund eines Geständnisses von K. erfolgte, das dieser jedoch widerrufen hatte. Eine Leiche oder sonstige Beweise für den ihm vorgeworfenen Mord gab es damals nicht. Am 9. Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an, am 14. Mai 2014 wurde K. freigesprochen. Nach dem Auffinden der Leiche war der Fall Peggy am 13. Juli 2016 zuletzt Thema in „Aktenzeichen“, ohne Erfolg.


Der Mordfall Luise Zimmermann

Am 7. Juni 2009 brach die 73-jährige Münchnerin Luise Zimmermann zu einer Wanderung nach Aying im Kreis München auf. Zuletzt wurde die Rentnerin an einem Rastplatz im Egmatinger Forst gesehen, danach muss sie ihrem Mörder begegnet sein. Ihre unbekleidete Leiche wurde zwei Wochen später im Wald gefunden, offenbar mit Benzin übergossen und verbrannt. Die Kripo stellte Parallelen zu dem Fall einer 67-jährigen Münchnerin fest. Diese war 2006 zu einer Wanderung aufgebrochen und am Brauneck bei Lenggries (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) überfallen worden. Der Täter missbrauchte die Frau, fesselte sie an einen Baum und ließ sie halbnackt in der Kälte zurück. Ein zufällig vorbeikommender Jäger rettete sie. Beide Fälle blieben bis heute ungeklärt.

Der Mordfall Maria Baumer

Von der 26-jährigen Maria Baumer aus Regensburg fehlte seit dem 26. Mai 2012 jede Spur. In ganz Europa wurde nach ihr gesucht, nachdem zunächst vermutet worden war, die junge Frau, seit wenigen Tagen Landesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), könnte auf dem Jakobsweg unterwegs sein. Am 8. September 2013 fanden Pilzsammler jedoch die skelettierte Leiche Baumers in einem Wald bei Donaustauf. Bereits am 12. September 2013 wurde der damalige Verlobte Marias, Christian F., unter dringendem Tatverdacht festgenommen, am 6. November 2013 jedoch wieder aus der Haft entlassen. Fünf Monate nach Baumers Verschwinden, am 28. Oktober 2012, war der 28-Jährige in einem Einspieler der ZDF-Reihe zu sehen gewesen, in dem er die Hoffnung äußerte, seine Maria bald wieder in die Arme schließen zu können. Ende vergangenen Jahres wurde F. unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs zweier Schüler des „Domspatzen“-Gymnasiums schuldig gesprochen. Bis heute bestreitet er, etwas mit dem Verschwinden und dem Tod Maria Baumers zu tun zu haben.

Der Mordfall Domenico Lorusso

In der Sendung vom 3. August 2016 war der als „Isarmord“ bekannte Fall des Münchners Domenico Lorusso nachgespielt worden. Lorusso (31) holte am Nachmittag des 28. Mai 2013 seine Freundin, ebenfalls aus Italien stammend, in einem Café am Gärtnerplatz ab. Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad wurde die Verlobte auf dem Isarradweg zwischen Patentamt und Deutschem Museum plötzlich grundlos von einem Mann angespuckt. Er war etwa 1,80 Meter groß und trug einen dunklen Mantel sowie eine schwarze Umhängetasche. Als Lorusso den Spucker zur Rede stellen wollte, zog dieser ein Messer. Ein Stich traf den jungen Mann mitten ins Herz und verletzte ihn tödlich. Trotz etlicher Zeugen fehlt vom Täter bisher jede Spur. Der Fall Lorusso habe ihn in seiner Zeit als Moderator von „Aktenzeichen“ am meisten bewegt, so Rudi Cerne im Gespräch mit unserer Zeitung: „Jeder Mord ist einer zu viel. Aber dieser war besonders sinnlos. Da wurde von einer Sekunde auf die andere ein Leben ausgelöscht, wegen nichts.“

https://www.ovb-online.de/politik/diese ... 73054.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:07:32 
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15. Oktober 2017

Die Böhnhardt-Peggy-Spur

Thomas Moser

Die Behörden können nicht erklären, wie die DNA des mutmaßlichen Terroristen an den Fundort des ermordeten Kindes kam, schließen aber eine Manipulation aus

Ende einer Spur - oder Fortsetzung eines Verdachtes? Im Schatten von Sommerferien und Bundestagswahlkampf ist eine Nachricht fast untergegangen, die ein Jahr zuvor bundesweit Wellen geschlagen hat. Am 8. September 2017 erklärte die Staatsanwaltschaft Bayreuth, zwischen dem mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und dem Tod der neunjährigen Peggy K. gebe es keinen Zusammenhang.

Nicht erklären kann die Behörde aber, wie die DNA des NSU-Mitgliedes Böhnhardt auf einem Stofffetzen an den Fundort der sterblichen Überreste des Mädchens gelangte. Denn dass das Asservat inklusive der Genspur dort gesichert wurde, bleibt unstrittig.

Es ist eine der bizarrsten und abenteuerlichsten Geschichte der an Bizarrheiten reichen Mordserie, deren Hintergründe auch nach sechs Jahren nicht aufgeklärt sind. Das Besondere hier: Die Handelnden sind fast ausschließlich Sicherheitsbehörden. Sie sind es, die einen Zusammenhang zwischen Böhnhardt und dem ermordeten Kind hergestellt haben - insgesamt dreimal, wenn auch zweimal in der Negation.

Affäre noch nicht beendet

Mit der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bayreuth vom 8. September sollte die Affäre beendet werden. Tatsächlich gelingt das aber nicht. Zunächst bestätigt die Behörde noch einmal, dass am Fundort von Peggy eine "DNA-Spur Böhnhardts festgestellt" wurde, an einem Textilteilchen. Und weiter: Dieses Textilteilchen, immerhin so groß wie ein halber Fingernagel, habe einem Kopfhörer Böhnhardts zugeordnet werden können und "muss bei der Spurensicherung am Fundort übertragen" worden sein.

Der "konkrete Übertragungsweg der DNA" habe allerdings "nicht mehr geklärt" werden können. Dann heißt es noch - was im Verlauf der Geschichte eine Rolle gespielt hat, - dass an den untersuchten Gerätschaften der Tatortgruppe des LKA Thüringen, "darunter ein Winkelmaßstab", keine DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt oder von Peggy Knobloch festgestellt werden konnten.

Akte zu - alle Fragen offen.

Pilze und DNA

Begonnen hatte die Geschichte am 2. Juli 2016, als ein "Pilzsucher", so die offizielle Angabe, im Wald bei Rodacherbrunn in Südthüringen auf die Knochen stieß, die einen Tag später als die sterblichen Überreste des Mädchens Peggy identifiziert wurden. Die Neunjährige war im Mai 2001 spurlos verschwunden. Sie lebte nur wenige Kilometer entfernt. Vermutlich wurde sie bereits damals ermordet. Der oder die Mörder wurden bis heute nicht gefunden. Ein geistig behinderter Deutsch-Türke war 2004 fälschlicherweise verurteilt und jahrelang eingesperrt worden, ehe er zehn Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde.

Am 13. Oktober 2016 kam dann die Nachricht, die bundesweit für Aufsehen sorgte, dass bei dem toten Mädchen DNA-Material von Uwe Böhnhardt gesichert worden sei. Veröffentlicht wurde die Nachricht vom Polizeipräsidium Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bayreuth, die die Todesermittlungen im Falle Peggy führen. Abgespeichert ist die Pressemitteilung unter dem 14. Oktober 2016, verfasst wurde sie aber am Tag davor.

Im heiklen, von Ungereimtheiten und Widersprüchen angereicherten NSU-Komplex musste man davon ausgehen, dass eine solche Information amtlicherseits nicht ungeprüft und fahrlässig verbreitet wird. Zumal die beiden bayrischen Behörden unter anderem den Generalbundesanwalt erwähnen, der über die "neuen Erkenntnisse unterrichtet" und in die Ermittlungen "eingebunden" sei. Das konnte man nicht anders werten, als dass jene Instanz, die federführend das NSU-Verfahren betreibt, die Herausgabe der Information mitträgt.

Niemand anderes als Sicherheitsbehörden stellten damit also einen Zusammenhang zwischen dem ermordeten Mädchen und dem toten mutmaßlichen Terroristen her.

Aufgeregtes Zurückrudern

Es waren dieselben Behörden, die wenig später begannen, aufgeregt zurück zu rudern. Was folgte, war eine Geschichte selbst verantworteter Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten - bis heute.

So hieß es im Herbst 2016, die DNA-Spur sei bei einer Nachsuche am Fundort im Oktober 2016 entdeckt worden. Einige Monate später, im März 2017, und schließlich jetzt im September 2017 wurde verlautbart, das Stoffteilchen mit der DNA sei am 3. Juli 2016, dem ersten Tag der Spurensicherung, sichergestellt worden. Zugleich schließt die Staatsanwaltschaft aus, dass das Stück vor und nach dem 3. Juli an die Stelle kam. Zusätzlich verneint sie, dass die DNA Böhnhardts vorsätzlich, also mit einem Manipulationsinteresse gelegt worden sei. Worauf sie ihre Erkenntnisse stützt, kann sie nicht sagen. Die entsprechenden Fragen beantwortet sie nicht.

Die zeitliche Eingrenzung auf den 3. Juli 2016 wurzelt in der Hergangsversion der Ermittler. Sie ist die Voraussetzung, um behaupten zu können, das Stoffteilchen sei in den Wald von Rodacherbrunn verschleppt worden, mutmaßlich von der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) Thüringen - und zwar versehentlich.

Eine reine Hypothese, für die die Behörde keinen Beleg erbringen kann. Auch auf Nachfrage teilt sie lediglich schriftlich knapp mit, das sei Ergebnis einer "Gesamtbewertung der eigenen Untersuchungen, der eingeholten Sachverständigengutachten und der Feststellungen aus anderen Ermittlungsakten." (Email an den Autor vom 10.10.17)

https://www.heise.de/tp/features/Die-Bo ... 60773.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseartikel
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:09:42 
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Die Böhnhardt-Peggy-Spur

Kehrtwende um 180 Grad

Damit vollzieht die Staatsanwaltschaft Bayreuth gleichzeitig gegenüber ihrem zunächst an den Tag gelegten Auskunftsverhalten eine Kehrtwende um 180 Grad. Anfänglich hatte der für den Fall zuständige Staatsanwalt mündlich einige Antworten gegeben und gebeten, weitere Fragen schriftlich einzureichen. Eine Woche danach meldete er sich von sich aus, um mitzuteilen, die Auskünfte würden noch mit der SoKo Peggy abgestimmt werden, er bitte darum, sich noch ein paar Tage zu gedulden.

Statt konkreter Antworten kam dann eine Email des Leitenden Oberstaatsanwaltes Herbert Potzel, in der im wesentlichen auf die drei Pressemitteilungen von Oktober 2016 sowie März und September 2017 verwiesen wird, inklusive der zitierten Passage über die "Gesamtbewertung" der Behörde. "Nähere Einzelheiten zu den weiteren Fragen können nicht mitgeteilt werden", so der Behördenleiter abschließend.

Unter diesen weiteren Fragen waren beispielsweise folgende:

* Wo wurde das Textilteilchen mit den Böhnhardt-DNA sichergestellt? Laut Medien soll das "im Waldboden" "unter dem ermordeten Kind" gewesen sein.

* Laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft v. 8.9.2017 kann der "konkrete Übertragungsweg" der Böhnhardt-DNA an den Auffindeort in Rodacherbrunn "nicht mehr geklärt werden". Warum ist die Behörde dann sicher, dass die Übertragung ausschließlich am 3. Juli 2016 und nicht vorsätzlich stattgefunden haben muss?

* In der Pressemitteilung v. 8.3.2017 heißt es, bei der Spurensicherung "ergaben sich Hinweise, dass der Spurenübertrag bei der Spurensicherung am Fundort stattgefunden haben muss". Um welche Art Hinweise handelte es sich?

Wenn die DNA-Spur Böhnhardts am 3. Juli 2016 zum Fundort Peggy verbracht wurde, muss das durch die Thüringer Tatortgruppe, die für die Spurensicherung verantwortlich war, geschehen sein. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth formuliert das zwar nicht explizit, legt es aber nahe, auch weil sie die "Tatortgruppe" namentlich erwähnt. Damit liegt der ´Schwarze Peter also bei der Thüringer Kriminalpolizei.

Standard gründliche Reinigung

Ein Kriminalbeamter, der früher einmal Mitglied der Tatortgruppe war, wehrt sich entschieden gegen diese simple Schuldzuweisung. Alle Geräte, die zur Spurensicherung verwendet werden, würden nach jedem Einsatz gründlich gereinigt, erklärt er. Das sei Standard und quasi sankrosankt, etwas anderes undenkbar.

Wer den Erklärungen von der unabsichtlich verschleppten Spur Glauben schenken will, muss sich tatsächlich einen monströsen Vorgang vorstellen.

Denn bei der DNA-Spur geht es nicht etwa nur um eine Hautschuppe oder ein Haar, sondern um ein 12 mal 4 Millimeter großes Textilteilchen. Das gehörte, so wieder die Staatsanwaltschaft Bayreuth, zu einem Kopfhörer, der am 4. November 2011 im ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach auf dem Fahrersitz lag. In dem Fahrzeug wurden am selben Tag auch die Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefunden.

Kopfhörer und Kopfhörerteilchen

Dass Kopfhörer und Kopfhörerteilchen an jenem Novembertag, als der NSU aufflog, dort in Eisenach lagen, würden Anschmelzungen belegen, die durch die Hitzeentwicklung im Wohnmobil nach der Brandlegung entstanden seien. Bei ihrer Pressekonferenz am 8. März 2017, als Staatsanwaltschaft und SoKo Peggy bereits einen Zusammenhang zwischen Böhnhardt und dem Mädchen ausschlossen, erwähnten die Ermittler die "Anschmelzungen" nicht.

Das tat einen Tag später im Bundestag der Generalstaatsanwalt von Bamberg in nicht-öffentlicher Sitzung gegenüber den Mitgliedern des NSU-Untersuchungsausschusses. Es ist ein wichtiges Detail, weil es belegt, dass der Kopfhörerfetzen erst nach November 2011 an den Fundort der Leiche Peggy gekommen sein kann. Also frühestens etwa zehn Jahre nach ihrem Tod. Die "Anschmelzungen" sind nebenbei das einzige Detail, das Oberstaatsanwalt Potzel in seiner Email an den Autor bestätigt.

Doch wo war das angeschmolzene Teilchen mit der Böhnhardt-DNA all die Jahre? Der Kopfhörer wurde asserviert und kam in die Obhut des Bundeskriminalamtes (BKA). Das Kopfhörerteilchen aber besitzt keine eigene Asservatennummer, wie man aus dem NSU-Untersuchungsausschuss in Berlin erfuhr. Ist es irgendwann vom Kopfhörer abgefallen - oder bekam es von Anfang gezielt keine eigene Asservatennummer? Sollte jemand oder eine Stelle etwa ein Asservat mit Böhnhardt-DNA zurückgehalten haben, um es irgendwann "einsetzen" zu können, spekuliert ein Abgeordneter und mag eine solche Vorstellung gleichzeitig nicht glauben.

Wie soll das Teilchen dann, nächste Frage, vom BKA zurück zur Thüringer Tatortgruppe gelangt sein? Oder lag es etwa die ganze Zeit, nämlich vier Jahre und acht Monate, bei den Spezialisten in Erfurt unbemerkt? Und ohne dass es in dieser langen Zeit an andere Tatorte, wo die Spurensicherer tätig wurden, verschleppt worden wäre?

https://www.heise.de/tp/features/Die-Bo ... ml?seite=2


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