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Foren-Übersicht » Erfahrungen bezüglich Kriminalität im Ausland




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 Betreff des Beitrags: Eine Nacht in Bangkok
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 24. August 2016, 17:34:12 
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Fahndung Deutschland - Folge 74 Staffel 1
Top-Thema: Eine Nacht in Bangkok

700.000 Deutsche zieht es jährlich nach Südostasien. Aber aufgepasst: Vor allem im Rotlichtbezirk von Bangkok lauern Gefahren.

23.08.2016 19:00 | 30:25 Min | © Sat. 1

http://www.sat1.de/tv/fahndung-deutschl ... anze-folge


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine Nacht in Bangkok
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 24. August 2016, 19:36:55 
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Abzocke in Thailand: 11 Typische Arten von Betrug
Zuletzt aktualisiert: 9. April 2016 | in Leben

Wenn man ein bisschen in den Forums in Thailand stöbert, stößt man auf unzählige Berichte von Ausländern die sich über alles mögliche beschweren und oft sind sie zurecht der Meinung abgezockt oder betrogen worden zu sein. Was die meisten dieser Fälle gemeinsam haben ist, dass sie von einem oder einer Thai eine Lüge erzählt bekommen die dann Geld einkassieren worauf man allerdings entweder nicht den Service wie vereinbart erhält oder manchmal auch komplett leer ausgeht.

Dabei handelt es sich um sogenannte Scams, auf Deutsch Abzocke oder Betrug, denen nicht nur Touristen in Thailand zum Opfer fallen sondern auch Expats die hier schon für mehrere Jahre gelebt haben und einfach noch nicht die Erfahrung haben, wann man einem Thai glauben kann was er sagt und wann man lieber vorsichtig sein sollte.

Warum gibt es so viele Abzocken und Betrügereien in Thailand? Hängt es damit zusammen, dass der Großteil der thailändischen Bevölkerung nach wie vor extrem arm ist und für 300 Baht am Tag (wenn überhaupt) arbeitet und den Farang nur als Geldautomaten sieht? Oder liegt es daran, dass wir alle ständig den Marketing Slogan „Thailand, das Land des Lächelns“ im Kopf haben und so leichtfertig alles glauben was uns die Thais mit einem charmanten Lächeln verzapfen? Wie so oft muss es wohl eine Kombination aus beidem sein.

Nachfolgend kommen die zehn am meist verbreiteten Abzocken in Thailand und paar von ihnen werden sogar von Ausländern durchgeführt, denen das Geld ausgeht – und die Anzahl dieser Leute steigt momentan beständig an. Sie würden eher solche Wege gehen als „aufzugeben“ und sich in den nächsten Flieger nach Deutschland setzen.

Patpong Sex Show Abzocke
Die bekannte Abzocke, der vor allem Thailand-Neulinge zum Opfer fallen, die glauben eine Ping Pong Show in Bangkoks ältestem Rotlichtbezirk, Patpong, zu erleben sei ein absolutes Muss. Dieser Betrug läuft meist so ab, dass einen Thai Männer am Nachtmarkt vor den Go Go Bars ansprechen und vermeintlich kostenlose Ping Pong Shows anbieten und noch besser: Getränke in der jeweiligen Bar sollen nur 100 Baht kosten.

Diejenigen, die das Angebot annehmen und dem Typ in die Bar folgen erleben dann oft einen Albtraum – nicht während der Show, sondern wenn es an der Zeit ist die Rechnung zu verlangen. Dort stehen dann oft ein paar Tausend Baht anstatt ein paar Hundert. Man hat aber keine andere Wahl als zu bezahlen was auf der Rechnung steht, denn wenn man versucht sich dagegen zu wehren kann die Lage schnell eskalieren.

Bier Tower Betrug
Thai Bier AbzockeDieser hier scheint nirgendwo diskutiert (oder bemerkt?) zu werden, ist aber extrem ärgerlich. Gerade gestern bin ich mit ein paar Freunden aus Deutschland in eine meiner Lieblingsbars hier in Bangkok gegangen (ich erwähne den Namen nicht, habe es schon in verschiedenen Bars gesehen) und so dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre einen Bier Tower zu teilen. Er sollte eigentlich 3 Liter Fassbier fassen und wenn man sich die äußere Röhre ansieht, ist das wohl auch der Fall. Aber dann stecken sie noch eine zusätzliche kleinere Röhre mit Eis innen rein, die mindestens 20-30% des Platzes einnimmt. Und somit bekommt man keine 3 Liter sondern weniger als 2,5 Liter. Ich habe mich nicht einmal beim Manager beschwert – nächstes Mal bestelle ich einfach 3 Krüge (Jugs) und gut ist.

Falsches Wechselgeld
Die verbreitetste Art von Betrug in Thailand: Man erhält vorsätzlich falsches Wechselgeld in einem Restaurant, einer Bar oder sogar in einem 7 Eleven. So bezahlt man beispielsweise mit einem 1.000 Baht Schein und erhält Wechselgeld als ob man mit einem 500 Baht Schein bezahlt hätte. Diese Art von Beschiss findet man fast ausschließlich in den Touristenzentren wie Phuket, Khaosan Road, Sukhumvit Bangkok und den meisten Gegenden in Pattaya.

Die Tempel – Tuk Tuk – Schmuck- und Seidengeschäfte Abzocke
All diese Begriffe stehen sehr eng miteinander in Verbindung. So passiert es sehr oft an beliebten Touristen-Attraktionen wie dem Grand Palace oder Nationalmuseum in Bangkok, dass man von einem lokalen Thai angequatscht wird, bevor man die Sehenswürdigkeit überhaupt erst erreicht hat und er sagt einem, dass der Ort heute geschlossen ist. Meist begründen sie es mit irgendeinem Buddhistischen Feiertag von dem sie glauben dass der Farang davon sowieso keine Ahnung hat.

Sie laden einen dann auf einen Ausflug zu einer anderen Sehenswürdigkeit ein, bei der es sich meist unverhofft um ein Schmuck- oder Seidengeschäft oder irgendeinen anderen meist vollkommen uninteressanten Ort handelt. Sie versuchen einen dann über den Tisch zu ziehen, indem sie Lügen erzählen von wegen man könne dort Waren zu einem sehr günstigen Preis erwerben und dann zu Hause mit einem schönen Gewinn weiterverkaufen. Auch Tuk Tuk Fahrer führen diese Art von Abzocke durch, jedoch auch hier operieren die meisten von ihnen in den touristischen Gegenden wie Sukhumvit, Silom und Khaosan.

Mietbetrug in Thailand
Wenn man in Thailand ein Fahrzeug mietet, sei es ein Motorrad, Auto, Jet Sky oder Boot, dann stelle auf jeden Fall sicher, dass du sämtliche Kratzer und Dellen im Mietvertrag dokumentieren lässt. Außerdem empfiehlt es sich, Fotos vom Fahrzeug zu machen und zwar von verschiedenen Perspektiven. Sehr bekannt sind vor allem die Abzocken im Zusammenhang mit der Ausleihe von Jet Skys in Pattaya und Phuket wo Touristen ständig für Schäden aufkommen sollen die sie gar nicht verursacht haben.

Reisebetrug in Thailand
Einige Abzocken in Thailand finden auch beim Benutzen der verschiedenen Transportmittel statt. So passiert es ständig, dass Touristen vor Bangkoks Hauptbahnhof, Hua Lamphong, von Thai Männern angesprochen werden, die sich als Bahn-Mitarbeiter ausgeben und den Touristen beim Buchen des Zugtickets behilflich sein wollen. Sie bringen die ahnungslosen Ausländer daraufhin zu einem privaten Reiseveranstalter um die Ecke und tun so, als würden sie den offiziellen Ticketschalter anrufen und anschließend verkünden sie, dass der Zug ausgebucht sei und man anstelle ein (überteuertes) Zugticket bei ihnen erwerben könne für welches sie natürlich eine saftige Provision einstreichen.

Es gibt auch eine Vielzahl von Vorfällen, wo ausländische Touristen berichten ausgeraubt worden zu sein, vor allem in Nachtzügen und Nachtbussen. Es passiert allerdings auch beim Reisen tagsüber, wenn die Busse eine Rastpause einlegen und alle Passagiere aufgefordert werden das Fahrzeug zu verlassen. Pass unbedingt auch auf überfreundliche Fremde in Nachtzügen auf, die einem Getränke spendieren, denn es ist schon oft passiert dass Farangs Schlafmittel ins Glas gemischt wurde und wenn sie wieder aufwachen bemerken, dass man ihnen Geld und andere Wertsachen gestohlen hat.

Betrug und Abzocke in Thailand

Farangs zahlen mehr
Anscheinend reicht es nicht, dass Ausländer brav und regelmäßig ihre Visagebühren bezahlen und die thailändische Wirtschaft mit viel Geld für moderne Unterkünfte, westliche Produkte und Lebensmittel unterstützen, ganz zu schweigen von all den Familien im Isaan, die durch großzügige Farangs stets gut um die Runden kommen. Nein, die Thais verlangen von Ausländern sogar noch höhere Preise für Eintritte.

Beispiele? Der Königspalast in Bangkok – freier Eintritt für Thais, 400 Baht für Ausländer. Studiengebühren an Universitäten sind für ausländische Studenten mindestens 30% teurer im Vergleich zu Thais. Und eine der extremsten Preisdiskriminierungen die ich in Thailand bisher gesehen habe: Ein Ticket für einen Besuch im Muay Thai Boxstadion in Bangkok kostet 180 Baht für Thais, während Ausländer 2.000 Baht für die günstigste Karte hinlegen müssen.

Abzocke im Nachtleben
Egal ob Bierbar, Go Go Bar, Karaoke Bar oder Nachtclub – wenn man als Farang diese Orte besucht kann es immer passieren, dass die Bedienung die einem zugewiesen ist ein Bier extra notiert, das man gar nicht bestellt hat, den Lady Drink mit dem man nicht einverstanden war oder stellt ein paar Billiard Spiele mehr in Rechnung als man wirklich verloren hat und steckt das zusätzlich verdiente (bzw. abgezockte) Geld in ihre eigene Tasche. Das passiert vor allem, wenn man mehr als nur ein oder zwei Bierchen getrunken hat, sodass der Betrug nicht so leicht auffliegt.

Es ist auch mir schon einige Male in meiner Lieblings-Billiard-Bar in Bangkok passiert, dass ich die Rechnung verlangt habe und sie aus 11 einfach 13 Billiard Spiele machte. Was ich mittlerweile mache ist, dass ich die Bedienung die Zettel direkt an meinem Tisch zählen lasse um diesen, wenn auch kleinen aber trotzdem ärgerlichen, Betrug zu vermeiden.

Abgezockt und Ausgenommen von Thai Barmädchen
Die Geschichten sind bekannt: Unzählige Farangs machen in Thailand Urlaub und verlieben sich in ein Thai Barmädchen. Wenn sie ein paar Wochen später die Rückreise antreten versuchen sie oft, die Beziehung aufrecht zu erhalten, indem sie ihr regelmäßig nicht nur für thailändische Verhältnisse stattliche Beträge überweisen, worauf sie ihm verspricht nicht mehr in der Bar zu arbeiten und „nicht mit anderen Männern zu gehen“, was natürlich fast immer gelogen ist.

Die Barmädchen gehen nach wie vor ihrer Arbeit nach während sie nicht selten mehrere Farangs gleichzeitig haben, die ihnen alle Geld senden. Jeder kennt diese Geschichten aber es kommen immer wieder neue Männer nach Thailand, die in die Thai Bar Girl Falle tappen und jeglichen Unsinn glauben, sei es dass der Wasserbüffel der Familie tragisch verstorben ist oder dass die Eltern ein wenig Geld brauchen um eine Krankenhaus Rechnung zu bezahlen.

Der Time-Share Betrug
Es ist gut möglich, dass du davon noch nicht gehört hast, aber bei dieser Art von Betrug oder vielmehr krimineller Machenschaft die meistens von Ausländern durchgeführt wird verlieren Touristen am meisten Geld. Es läuft so ab, dass man auf der Straße von einem Mann angesprochen wird, eine Karte ziehen darf und überraschend etwas gewinnt. Um authentisch zu wirken, ruft er einen ein paar Stunden später an und erklärt man soll ihm zu einem Hotel folgen um den Gewinn zu erhalten.

Dort angekommen, wird man in einen Konferenzraum geführt – zusammen mit einigen anderen Touristen die anscheinend auch alle gewonnen haben. Es folgt eine Präsentation von gewieften Farangs, alle von ihnen gut ausgebildete Verkäufer. Der Betrug besteht nun darin, dass man ein Angebot für Time-Share (auf deutsch Teilzeitnutzung) von Immobilien wie Luxus Hotels, Resorts oder Apartments erhält, in denen man an einigen Wochenenden bzw. mehreren Wochen im Jahr wohnen kann – für einen „extrem günstigen Preis“.

Wenn man eines dieser scheinbar guten Angebote annimmt und eine Anzahlung von mehreren tausend Dollar geleistet hat, kann es gut sein dass man ein paar Tage später die Küste entlangfährt und nach einer Immobilie sucht, die gar nicht existiert. Time-Share Unternehmen sind illegal genauso wie ihre Angestellten, die nur in wenigen Fällen ein Arbeitsvisum und eine Arbeitserlaubnis vorweisen können.

Betrug bei Thai Dating Seiten
Es gibt viele Männer, die Geschenke oder sogar Geld an Thai Frauen senden, die sie durch eine der beliebten Thai Online Dating Seiten kennenlernen. Meine Ex-Studenten-Freundin hat mir erzählt, dass sie einmal von einem Amerikaner ein großes Paket voll mit Süßigkeiten und Plüschtieren erhalten hat – und sie hat mit ihm noch nicht einmal über Skype gesprochen, sie hatten lediglich ein wenig gechattet und an einem Punkt hat er sie nach ihrer Postadresse gefragt.

Wo sind nun die Betrüger in den Online Dating Seiten? Es gibt einige Farangs, die ihre Thai Freundinnen dazu bringen ein Profil auf den Seiten anzulegen und auf die Nachrichten von Männern zu antworten, in dem sie ihnen versprechen sie zu treffen aber da sie momentan nicht so viel Geld hat bittet sie darum, dass sie doch den Preis für ein Bus- oder Flugticket überweisen, damit sie von ihrer Provinz zu ihnen nach Bangkok reisen kann. Kaum zu fassen, aber es gibt wirklich viele Typen, die darauf reinfallen, ihr die Kohle senden und daraufhin nie wieder ein Wort von dem Mädchen hören.

Wie man in Thailand NICHT abgezockt wird
Nun, wenn du diesen Artikel gelesen hast, bist du ja schon gewarnt und vertraut mit den am meist verbreiteten Betrügereien und Abzocken in Thailand. Im Grunde ist es so, dass je unerfahrener und unvertrauter man auf die Thais mit ihrem Land und ihrer Kultur wirkt, desto wahrscheinlicher ist es dass sie es „versuchen“.

Die meisten Thais sind eher zurückhaltend und schüchtern und wenn dich jemand sehr selbstbewusst und mit gutem Englisch anspricht, solltest du immer vorsichtig sein. Dasselbe gilt übrigens auch für Thai Frauen – auch in Thailand sind es die Männer die den „ersten Schritt“ machen.

http://german.thailandredcat.com/abzock ... on-betrug/


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine Nacht in Bangkok
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 24. August 2016, 19:38:49 
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NGKOK
26. August 2014
In den schmalen Gassen der Altstadt von Marrakesch? Nichts. Nachts in den Straßen von Rio? Alles bestens. Im Alltags-Stress von Kairo? Kein Problem. Doch dann kam Bangkok. TRAVELBOOK-Autor Torsten Johannknecht berichtet, wie er in die Fänge der Touri-Mafia geriet.



Von TORSTEN JOHANNKNECHT

Als Tourist sollte man ja auf einiges gefasst sein. In den Souks von Marrakesch sind die Händler verärgert, wenn man nicht um die Ware feilscht. Wenn man nach Rio reist, weiß man, dass man vorsichtig sein sollte, besonders in den Favelas. Und bei den Pyramiden von Kairo wird jedem fast alles angeboten. Egal wo: Aufgepasst, was mit eurem Geld und den Wertsachen passiert, liebe Touristen!

Aber dann kam Bangkok. Wahnsinn, was meiner Frau und mir da passiert ist. Für uns eine neue Dimension der Abzocke. Nahezu perfekt gemacht. Mit Liebe zum Detail. Und zum Geld. Was für eine Inszenierung! Ein Stück in drei Akten.

Die am besten bewerteten Hotels in Bangkok

AKT 1: DER PROLOG – ANPIRSCHEN, VERTRAUEN GEWINNEN

Was für ein prächtiger Palast in Bangkok. Kennt man ja sonst gar nicht, diese ganzen Buddha-Statuen, Gold-Verzierungen und so 'nen Zeug. Toll. Ganz toll! Wir sind gerade fertig mit der Besichtigung des Großen Palastes in Bangkok. Ein Muss für jeden Touri. Das aber weiß auch die Touri-Mafia.

Szene 1: Mitten auf einer Kreuzung vor den Toren des Großen Palastes – uuuuund action!

Wir stehen mit einem Stadtplan in der Hand an der Kreuzung direkt vor dem Haupteingang des Großen Palastes. Unser nächstes Ziel: der berühmte Liegende Buddha. Plötzlich werden wir von einem Fremden angequatscht. Erste Reaktion: Misstrauen! Wie sich rausstellen sollte: zurecht.

Wir haben mal gelesen, dass die Mentalität der Asiaten eher zurückhaltend sein soll. Sie sind schüchtern und sehr hilfsbereit. Also solle man immer misstrauisch sein, wenn auf einmal Thailänder aktiv auf jemanden zugehen und ihn ansprechen. Dann könnten sie unter Umständen etwas anderes im Sinn haben: etwa Geld! Uns ist genau das widerfahren. An der besagten Kreuzung in Bangkok beginnt unsere härteste Lehrstunde.

Anscheinend (im Nachhinein: offensichtlich) macht der Kollege, der uns anspricht, das nicht zum ersten Mal. Er fragt höflich auf Englisch, wo wir denn hinwollten. „Schon gut, wir kommen schon klar“, ist unsere Reaktion. Vorbildlich. Wir sind stolz auf uns, ihn abgewimmelt zu haben.

Von wegen! Er wolle nur helfen, sagt er. Er sei Lehrer und helfe ehrenamtlich den Touristen. Lehrer und ehrenamtlich? Dem MUSS man ja vertrauen! Der ist ja gar kein Abzocker. Toll! Also fragen wir ihn, wie wir zum Buddha kommen. Diesem liegenden. „No problem.“ Der sei fast um die Ecke. 20 Minuten zu Fuß. Oder wir nehmen einfach das Tuk-Tuk. Da ringen sofort die Alarmglocken.

Tuk-Tuk sind in Bangkok die motorisierten Gefährte, die durch die ganze Stadt düsen. Eine Art Taxi auf drei Rädern. Tuk-Tuks stehen eigentlich für: Abzocke! Denn die meisten ziehen ihren Kunden einfach nur das Geld aus den Taschen.

Aber unser neuer Freund belabert einen Tuk-Tuk-Fahrer, spricht laut und energisch. Auf Thailändisch. Er versichert uns, der Fahrer bringe uns zum großen, stehenden Buddha UND anschließend zum Liegenden Buddha. Für umgerechnet 20 Cent. Watt?

Wir haben davon gehört, dass es solche Tuk-Tuks geben soll, die lizenziert und nicht überteuert sind. Sollten wir etwa so viel Glück haben – dank unseres neuen Freundes? Nein! Das merken wir aber erst später. Noch ist alles eitel Sonnenschein.

Wir steigen ein. Ins Tuk-Tuk und somit in die fiesen Machenschaften der Touri-Mafia. Die Falle schnappt zu. Können wir uns befreien?



Szene 2: Vor dem stehenden Buddha (wo wir ja eigentlich nie hinwollten...)

Angekommen bei Buddha Nr. 1 schießen wir ein paar Fotos, kehren zurück zu unserem Tuk-Tuk-Fahrer. Der lächelt immer freundlich, spricht kaum Englisch. Fährt mit uns fünf Meter in eine Seitenstraße, hält an und sagt nur: „Toilet.“ Jau, alles klar. Wir warten hier.

Direkt neben uns sitzt ein Thailänder, liest Zeitung. Ha! „Das ist doch kein Zufall“, denke ich mir. Auf den gehen wir nicht ein, der kann uns nichts! Aber: Der Typ spricht nicht mit uns. Kein Wort! Bestimmt ein, zwei Minuten schweigt er, liest einfach Zeitung. Okay, ich bin wohl zu voreingenommen. Der sitzt wohl wirklich zufällig da. Denkste!

Plötzlich, nach einer halben Ewigkeit, fragt er auf Englisch: „Wo kommt ihr her?“ Aus Deutschland. Ach, sagt er, er habe einen Cousin in Deutschland, in der Nähe von Frankfurt. Echt? Witzig. So klein ist die Welt. Von wegen! Später erfahren wir, dass das (natürlich) zur Masche gehört. Es entsteht ein kleiner, unverbindlicher Small-Talk. Ohne dass wir es so richtig mitbekommen, gewinnt er mehr und mehr unser Vertrauen.

Wie ein Luchs achte ich darauf, dass er uns nicht einlullt. Klappt auch. Zu Beginn. Dann fragt er, wohin wir denn als nächstes Reisen. Och, sag ich, in den Süden von Thailand. Wohin denn genau? „Wissen wir noch nicht“, ist unsere (leider viel zu) ehrliche Antwort.

Die Mafia-Spinne webt ihr Netz immer enger um uns – und wir merken es noch nicht einmal. Im Nachhinein betrachtet war alles sooo offensichtlich. Oh man, wie dumm kann man sein? Wie dämlich waren wir?

Denn auf einmal fängt er an zu erzählen. Aufgrund der Bombe, die vor Tagen hier in Bangkok explodiert sei, würden alle in den Süden wollen. Alles sei voll, auch auf den Inseln sei schon alles ausgebucht. Oha. Wir werden stutzig. Ja, da war was mit einer Bombe. Vor längerer Zeit.

Wir sollten uns beeilen, etwas zu buchen, so sein Tipp. Wohin wir denn jetzt gerade auf dem Weg seien? Zum Liegenden Buddha? Oh, das sei schlecht, denn die Mönche beten gerade, der hat geschlossen. UNFASSBAR. Was für einen Schwachsinn wir auf einmal glauben.

Aber unser neuer Freund kennt ein Insider-Reisebüro. Da gehen nur Thais hin, wegen der niedrigen Preise. Und ja, die Leute da sprechen sogar Englisch. Eigentlich ist die Masche offensichtlich. Nicht jedoch für uns, die wir im Tuk-Tuk sitzen. Warum auch immer scheinen wir im Kopf komplett zugenagelt.

Das Gespräch dauert recht lange. Der Typ quatscht uns gut zu. Am Ende bietet er uns an, dem Tuk-Tuk-Fahrer (wo ist der eigentlich abgeblieben?) zu sagen, er solle uns erst zum Reisebüro fahren und dann zum Liegenden Buddha. Und dann das: Wir stimmen zu. Krass. Im Nachhinein nicht nachvollziehbar. Aber in der Situation logisch.

Und auf einmal taucht – wie in einem Drehbuch – der Tuk-Tuk-Typ wieder auf. Seine Blase und der Redeschwall des Zeitung lesenden Typen scheinen überraschend synchronisiert zu sein.

Weiter geht unsere Fahrt. Plötzlich lautes Gefluche an einer Kreuzung. Mehrere Tuk-Tuk-Fahrer gucken nach links, wo sie anscheinend alle hinfahren wollen. Aber die Armee hat die Straße gesperrt. Mit einem Panzer. Die Tuk-Tuk-Typen unterhalten sich, scheinen extrem ungehalten zu sein, weil sie nicht links abbiegen können. Erst später erfahren wir, warum.

Also fahren wir rechts weiter, kommen an dem Reisebüro an.

AKT 2: DIE AKTIVE ABZOCKE. DER HAUPTTEIL. DER ABSOLUTE HÖHEPUNKT.

Kaum sind wir durch die Tür gegangen, werden wir in Empfang genommen und von einer jungen Dame an ihren Schreibtisch gebeten. Herzlich willkommen und blablabla. Ich gucke mich um: Anscheinend nur Touristen. Passt zu den Dutzenden vor der Tür parkenden Tuk-Tuks. Erscheint irgendetwas verdächtig? Uns nicht. Natürlich nicht.

Szene 3: Am Schreibtisch im Reisebüro, vor einer deutschen Landkarte von Thailand sitzend

Wohin wir denn wollen? In den Süden? Super. Dann also ab nach Phuket und/oder Koh Samui. Soll traumhaft sein, und da ist auch zufällig noch was frei. HALT! Stopp!

Wir haben zwar noch nichts gebucht, aber wir haben eine Vorstellung von dem, wo wir hinwollen. Nämlich auf keinen Fall nach Phuket oder Koh Samui. Viel zu überlaufen. Wir wollen bitte nach Koh Phangan und Koh Tao. Die Reisebüro-Tussi widerspricht uns plötzlich. Wir sollten doch besser ihre Tour nehmen, die sei schöner und billiger. Wie bitte?

Nein. Wollen wir aber nicht. Verhandlungen beginnen. Wir überzeugen die Dame von unserer Tour, und sie sucht uns Busticket und Unterkunft raus. Und nennt uns einen Preis, in thailändischen Baht. Der erscheint uns wahnsinnig hoch. Ich unterhalte mich mit meiner Frau auf Deutsch. Dass das doch zu teuer ist.

Zum ersten Mal ein Hauch von Misstrauen. Na endlich! Wurde auch Zeit. Aber wir sitzen schon im Epi-Zentrum der Touri-Mafia.

Wir erzählen der Reisebüro-Tussi, dass wir gerade versuchen, den Preis in Euro umzurechnen. Kein Problem, sagt sie, das könne sie auch. Wir kommen auf einen Betrag um etwa 370 Euro für den kompletten Trip. Sie hackt minutenlang (!) auf ihren Taschenrechner ein und am Ende steht dort die Zahl: 87. Hä? Die ganze Reise soll 87 Euro kosten? Dabei liegt der tatsächliche Umrechnungs-Betrag bei knapp unter 400 Euro.

Spätestens jetzt wird uns einiges klar. Meine Frau sagt zu mir: „Wir sitzen in einem Reisebüro, in das wir nie reinwollten. Und wir sollen hier den Rest unseres Urlaubs bezahlen? Nein!“ Sie hat recht.

Und jetzt passiert etwas, das leider etwas zu spät kommt und bei – wie wir später feststellen werden – vielen anderen Touristen gar nicht passiert: Wir widersprechen und wehren uns, wollen nur noch hier raus. Wir brechen alles ab. Wir sagen, wir wollen da noch mal drüber nachdenken und am nächsten Tag wiederkommen.

Aber – auch darauf ist die Mafia vorbereitet: Das ginge nicht. Denn schließlich sei schon alles gebucht. Wir müssten jetzt bezahlen. Jetzt wird's mir aber zu bunt!

Zum Glück haben wir tatsächlich keine Kreditkarte dabei. „Kein Problem“, sagt die Reise-Tussi. Das Büro könne einen Mann mitschicken, der uns zum Hotel begleitet, und wir können ihm dann am Geldautomaten das Geld geben. Damit er mitkommt, müssten wir auch nur 10 Euro extra bezahlen.

Ein unfassbarer Vorschlag. Zum Glück sind wir wieder bei Verstand! Innerlich raste ich komplett aus. Wir sagen zu allem Nein! Die Reisebüro-Tussi verschwindet kurz. Als sie wiederkommt, sagt sie, wir sollen mal bitte in ein Büro kommen. Aha. Machen wir. Mehr als skeptisch. Mit Wut geladen betreten wir das Büro der Chefin. „Wot is se probläm?“ Die will uns die ganze Reise noch mal von vorne verkaufen, erneut beginnen Verhandlungen. Außerdem sei ja schon alles gebucht, wir sollten bezahlen. Unser Standpunkt bleibt klar: Wir kommen morgen wieder! Okay, sagt sie. Wenn wir eine Anzahlung machen.

Meine Frau und ich gucken uns an. Wir wissen beide, dass das Geld dann weg ist. Aber: Hauptsache raus hier! Wir zahlen am Ende umgerechnet etwa 50 Euro an und „verabreden“ uns für den Folgetag. Beide Parteien wissen zu dem Zeitpunkt, dass wir uns nie wieder sehen werden.

Um 50 Euro erleichtert dürfen wir das Reisebüro verlassen. Unser Tuk-Tuk-Fahrer ist immer noch da. Und will uns weiterfahren. Zum Liegenden Buddha.

Bock haben wir eigentlich keinen mehr. Weil wir aber gar nicht wissen, wo genau wir uns in Bangkok befinden, akzeptieren wir sein Angebot. Erzürnt über das, was uns zuvor passiert war, quatschen wir während der Tuk-Tuk-Fahrt nur darüber.

AKT 3 – WIR SIND NOCH NICHT AUS DEM SCHNEIDER, IM GEGENTEIL! DER ABSPANN

Auf dem Weg dahin – kein Scherz! – hält er noch mal am Straßenrand an, sagt: „Toilet.“ Ist uns völlig egal. Mach, was du willst, denken wir uns. Wir wurden gerade abgezockt. Langsam wird uns alles klar. Der Mann am Großen Palast. Der Mann mit der Zeitung. Womöglich auch der arme Tuk-Tuk-Fahrer? Alles eine Mafia. Alles abgesprochen.

Und plötzlich das. Während der Tuk-Tuk-Typ auf dem Klo ist, taucht der Mann mit der Zeitung wieder auf. Der vom 1. Buddha. Er fragt, wie es war. Ob wir gebucht hätten. „Ja“, sagen wir. Was es gekostet hat. „Fast 400 Euro für die Tour.“ Das ist günstig sagt er, gratuliert uns zu unserem Deal, dreht sich um und telefoniert. Jetzt will er seinen Anteil vom Reisebüro haben. Viel Spaß dabei.

Der Tuk-Tuk-Fahrer kommt wieder, fährt uns zu einem Schneider. Kein Buddha, ein Schneider. Hat er sie noch alle? Er gibt uns zu verstehen, wenn wir da reingehen, bekommt er einen Tank-Gutschein. Wir weigern uns. Er bittet uns, mit leichter Verzweiflung.

Szene 4: Beim persönlichen Schneider des Vertrauens

Okay, wir gehen rein. Weil er die wahrscheinlich ärmste Sau in der Abzock-Maschinerie der Mafia ist, tun wir Tuk-Tuk-Pilot den Gefallen. Wir schlendern durch den Schneider-Laden, lassen uns ausnahmsweise keinen Anzug, kein Kleid – was alles bis zum nächsten Morgen fertig wäre – aufschwatzen. Nach anderthalb Minuten sind wir wieder raus aus dem Laden.

Szene 5: Der Liegende Buddha, eigentlich eines DER Höhepunkte Bangkoks

Und jetzt passiert, was eigentlich vor vier Stunden hätte passieren müssen: Der Tuk-Tuk-Typ fährt uns zum Liegenden Buddha. Dafür will er umgerechnet 20 Cent haben. Wir geben ihm 40. Er strahlt. Wir nicht.

Auf den Fotos vom Liegenden Buddha haben wir wütende, enttäuschte Gesichter. Eigentlich haben wir auch keinen Bock mehr auf Sightseeing, wollen nur noch zurück ins Hotel.

Szene 6: Die Auflösung im eigenen Hotelzimmer

Dort recherchieren wir. Wir googlen das Reisebüro. Sofort wird uns klar: Wir sind sehr, sehr glimpflich davongekommen. Genau unsere Geschichte ist vielen Menschen passiert. Wir lesen etwas vom Cousin aus Deutschland, von dem Besuch beim Schneider und beim Juwelier. Juwelier? Da waren wir nicht. Stimmt! Weil auf dem Weg zum Juwelier ein Panzer stand und kein Tuk-Tuk uns dort abliefern konnte.


Aber die Horror-Märchen, die wir im Internet lesen, sind schrecklich. Ganze Urlaube wurden versaut, weil Busse nicht kamen, Unterkünfte grausam waren oder Geld plötzlich verschwand. Darum Warnung an alle Bangkok-Touristen: Meidet Suphanaphumi Travel Co. – das sind mehr als miese Abzocker.



Die Geschichte, dass der Süden wegen einer Bombe in Bangkok überbucht sei, stimmte natürlich auch nicht. Zufällig aber sind wir auf Koh Phangan an einer von dem Reisebüro vorgeschlagenen Unterkunft vorbeigekommen. Ein heruntergekommener Schuppen, ekelhaft.



Zum Glück haben wir Thailand auf eigene Faust entdeckt. Und ein faszinierendes Land kennengelernt. Nur mit Bangkok haben wir noch eine Rechnung offen. Vorhang zu.

http://www.travelbook.de/welt/Die-Touri ... 99653.html


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