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Foren-Übersicht » E ...................................... Ungelöste Mord- und Kriminalfälle » Ercan Hilal (10) Hamburg




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 Betreff des Beitrags: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 26. Oktober 2013, 17:04:23 
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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 26. Oktober 2013, 17:18:17 
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VERMISST!
Hilal (10) ging Kaugummis kaufen und kam nie zurück



18.05.2011 - 23:47 Uhr
Von CLAUDIA WEINGÄRTNER
Es gab mal einen Mann, der gestand, Ayla Ercans Tochter vergewaltigt, getötet und im Park verscharrt zu haben. Die Polizei grub, fand aber nichts. Da überlegte es sich der bereits verurteilte Kinderschänder anders und zog seine Aussage wieder zurück.


Wenn Ayla Ercan (43) könnte, würde sie den ganzen Hamburger Volkspark eigenhändig noch einmal umgraben. Jeden Stein wenden, jede Wurzel ausreißen. Irgendwo muss ihr Mädchen doch sein.

Zwölf Jahre ist es her, dass Hilal Ercan spurlos verschwand. In ihrer Heimatstadt Hamburg kennt jeder die Geschichte der damals 10-Jährigen, auch bundesweit sorgte sie für Aufsehen.
Die meisten wissen das hier: Am 27. Januar 1999 bekam Hilal ihr Zeugnis. Ihr Vater gab ihr eine Mark, Hilal ging zum Einkaufszentrum gegenüber, kaufte sich Kaugummis.
Die Kassiererin war der letzte Mensch, der Hilal lebend sah. Großeinsatz – Hunderte Polizisten suchten das Mädchen, Nachbarn, Familienangehörige, Freunde halfen. Tagelang, wochenlang. Hilal war weg, wie vom Erdboden verschluckt.

Es ist lange her, dass ihre Mutter Ayla Ercan zuletzt mit Reportern sprach. Trotzdem sagt sie heute noch immer das, was sie beim ersten, dritten, zwanzigsten Interview sagte: „Ich wusste sofort, dass Hilal etwas Schlimmes zugestoßen ist. Das sagte mir mein Bauch. Und das Bauchgefühl einer Mutter trügt nicht.“
Die Polizei verfolgte Spuren in sämtliche Richtungen, stürzte sich auf jeden noch so kleinen Hinweis. Da gab es ein Auto, das mit quietschenden Reifen davonfuhr. Verdächtige in der Türkei, die überprüft wurden. Einen Mann, der vier Monate nach Hilals Verschwinden ein anderes Mädchen entführte.

Jede Spur verlief sich im Nichts.
Die Familie zog in einen anderen Stadtteil. Ungewissheit, Trauer und Zorn zogen mit. „Unser Leben plätscherte so vor sich hin, es musste ja weitergehen“, sagt Ayla Ercan. „Aber eigentlich haben wir immer nur auf eine Nachricht von der Polizei gewartet.“

Es war im Winter 2005, als Gewissheit plötzlich ganz nah schien: Dirk A. (31), wegen siebenfachen Kindesmissbrauchs seit 2000 in der Psychiatrie, gestand den Mord. Zog das Geständnis zurück. Gestand wieder. Und zog es wieder zurück.

Ermittler Sönke Quent sagt heute: „Wir haben ihn tagelang verhört, er hat uns immer andere Versionen erzählt. Es waren zu viele, die meisten funktionierten nicht. Die Kriminalpsychologen vermuteten, dass er so krank ist, dass er sich nur wünschte, die Tat begangen zu haben.“
Im Leben der Ercans ist nichts mehr, wie es mal war. Lachen: tut ihnen weh. Große türkische Familienfeste: sind seltener geworden. Freunde: gibt es nur noch wenige.
In der Wohnung der Ercans erinnert nichts mehr an Hilal. Ihre Anziehsachen sind in einem Koffer im Keller. Ihr Spielzeug in Kisten. Fotos im Schrank. „Hilal jeden Tag zu sehen wäre zu schmerzhaft.“

Es gibt einen kleinen Lichtblick, und der heißt Derman.
Derman Ercan kam zwei Jahre nach Hilals Verschwinden zur Welt, er kennt sie nur von Erzählungen. Seine Eltern haben ihm erklärt, dass ein böser Mann seine Schwester mitgenommen hat.

Derman ist jetzt neun Jahre, in ein paar Monaten genauso alt wie Hilal, als sie verschwand.
„Ich habe so große Angst um ihn“, sagt Ayla Ercan. „wir bringen ihn jeden Tag zur Schule und holen ihn ab. Wenn er ausnahmsweise alleine unterwegs ist und sich verspätet, klopft mein Herz jedes Mal bis zum Hals.“

Derman ist ein fröhlicher Junge. Wenn er lacht, sieht seine Mutter ihn an, wie jede Mutter ihr Kind ansieht: voller Liebe. Aber es ist jedes Mal auch ein Stich ins Herz. „Derman läuft wie Hilal. Er lacht wie sie, hat ihre Augen.“

Ayla Ercan sagt, sie habe immer gefühlt, dass Hilal tot ist. Das glauben auch die Experten von der Kripo: Die Chance, dass Hilal noch lebt, geht gegen null.

Die Mutter weint noch immer viel. Sie macht eine Therapie. Es hilft nicht. Der Schmerz bleibt. „Erst wenn wir selbst sterben, haben wir Ruhe, vorher nicht“, sagt sie. „Das Schlimme ist, dass ich nicht trauern kann. Wo auch, im Einkaufszentrum? Ich will endlich ein Grab.“
Genau das hat Chef-Ermittler Reinhard Chedor (58) der Familie einst in die Hand versprochen. „Diese Akte wird nicht geschlossen, bevor wir den Täter haben. Ich weiß, dass wir ihn kriegen“, sagte er immer wieder. Es ist seine Lebensaufgabe, den Fall zu Ende zu bringen.
In zwei Jahren geht der Ermittler in Pension.


http://www.bild.de/news/inland/vermisst/in-hamburg-17964044.bild.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 26. Oktober 2013, 17:20:45 
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http://www.ddpdirect.de/Pressebericht


Die Polizei hat Ermittlungsfehler bei der Suche nach dem Mörder der seit dem 27. Januar 1999 verschwundenen Hilal Ercan eingeräumt. Spur 380, die Spur, die die Ermittler bereits 16 Monate nach der Tat zu Dirk A. führte, wurde im Jahr 2000 offenbar nicht konsequent verfolgt. Das Alibi, das der inzwischen wegen mehrerer Kindesmißhandlungen inhaftierte Maler von seinem Schwager bekommen hatte, ist nicht überprüft worden. Auch nach dem BMW des Mannes - möglicherweise der Tatwagen, wurde damals nicht gesucht. Das Alibi ist inzwischen geplatzt, der Wagen in den Kosovo verkauft.

Seit Beginn des Jahres 2005 war Dirk A. immer wieder im Haus 18 des Klinikums Nord befragt worden. Den Fahndern waren im Rückblick Details aufgefallen, die sie stutzig machten. Mittwoch abend gestand er den Mord an Hilal (wir berichteten). Später widerrief er. Trotzdem gilt er als Hauptverdächtiger. Viele Indizien sprechen dafür, daß er Hilal entführte und tötete. Hätte das Verbrechen schon nach A.'s Inhaftierung im Jahr 2000 aufgeklärt werden können? Auch dafür gibt es Indizien.

Als sich Dirk A. im Mai 2000 bei der Polizei stellte und seine Mißbrauchstaten an Kindern im Raum Osdorf zugab, erfuhren die Ermittler, daß der Verdächtige zwei Wochen nach Hilals Verschwinden einen dunkelblauen 3er-BMW verkauft hatte. So ein Auto hatten Zeugen am Tatort gesehen. Die Fahnder versuchten offenbar nicht, an den Wagen zu gelangen, obgleich Dirk A. seine Opfer meist im Auto mitgenommen und teilweise dort mißbraucht hatte. Polizeisprecherin Ulrike Sweden: "Dirk A. hat das Auto am 12. Februar 1999 verkauft. Inzwischen hat es noch einmal den Besitzer gewechselt, ist wohl in den Kosovo exportiert worden." Mit Hilfe der UN-Polizei wird der Wagen auf dem Balkan gesucht. Die Hoffnung der Ermittler: trotz der langen Zeit, die vergangen ist, noch Spuren von Hilal zu finden. Sweden: "DNA-Spuren können Jahre erhalten bleiben. Die Mittel der Kriminaltechnik sind da fast grenzenlos."

Hatten die Ermittler zu sehr darauf vertraut, in einem anderen Verdächtigen als Dirk A. den Täter zu finden? Das Alibi jedenfalls, das der Schwager Dirk A.'s den Fahndern lieferte, ist offenbar nicht hinterfragt worden. Der Schwager und damalige Arbeitgeber des Malers hatte behauptet, A. sei am Tag von Hilals Verschwinden auf einer Baustelle in Elmshorn gewesen. Weder wurden andere Arbeiter auf der Baustelle von den Ermittlern angesprochen, noch wurde der Schwager befragt, ob er die Angaben mit 100prozentiger Sicherheit machen könne. Sweden: "Da haben sich die Ermittler offenbar vorschnell mit der Antwort zufriedengegeben."

Zweiter Grund für das schnelle Verwerfen von Spur 380: Zeugen, die den BMW am Tatort gesehen hatten, wurde ein Lichtbild des Osdorfers vorgelegt. Doch sie erkannten ihn nicht. Die Spurenakte wurde beiseite gelegt.

Brach Dirk A. nun, Jahre später, unter dem Druck wiederkehrender Befragungen zusammen, nachdem man die alte Akte noch einmal studiert hatte? Vieles spricht dafür. Auch der Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg glaubt: "Es ist wahrscheinlicher, daß ein Täter, der gestanden und widerrufen hat, tatsächlich der Täter ist, als daß sich ein Unbeteiligter ein Geständnis ausdenkt und später zur Besinnung kommt." Dem Verdächtigen den Mord an Hilal, sollte es ihn denn gegeben haben, jetzt nachzuweisen, wird nach sechs Jahren ungleich schwieriger, als das nach 16 Monaten der Fall gewesen wäre. Und: Hilals Eltern leben immer noch mit der Ungewißheit, die sie zeitweise an die Grenzen des Ertragbaren geführt hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 22. Mai 2015, 09:16:50 
 
HAMBURG
Vermisste Hilal – Polizei vermittelt seit 16 Jahren

Das Mädchen verschwand spurlos, als es Süßigkeiten in einem Einkaufszentrum holen wollte. Bis heute bekommt die Polizei Hinweise.


Hamburg. Was geschah mit Hilal? Seit 16 Jahren wird das Mädchen aus Lurup vermisst. Es ist eines der spektakulärsten Vermisstenfälle der vergangenen Zeit in Deutschland.

Im Januar 1999 hatte die damals Zehnjährige ein gutes Halbjahrszeugnis nach Hause gebracht. Der Vater erlaubte ihr deshalb, sich Süßigkeiten im benachbarten Einkaufszentrum "Elbgaupassage" zu kaufen. Seitdem ist Hilal wie von der Erde verschluckt, sagte Polizeisprecher Jörg Schröder.

Zunächst richtete sich der Verdacht gegen die Familie, dann gegen einen Mann, der schon in Hamburg-Lohbrügge ein Kind entführt hatte. Ihm war im Fall Hilal aber nichts nachweisbar.

Dann nahm die Polizei einen anderen Mann fest, der bereits ein Mädchen gewürgt hatte. Er gestand der Mordkommission, Hilal entführt und getötet zu haben. Als die Polizei am nächsten Tag mit ihm zur Suche nach der Leiche in einen Park fuhr, sah der Verdächtige, dass Pressevertreter schon auf ihn warteten. Daraufhin widerrief er sein Geständnis. Die Ermittler gaben nicht auf. Schröder, damals beim Landeskriminalamt für Sexualdelikte zuständig, verhörte ihn insgesamt 100 Stunden lang. Der Mann gestand zum zweiten Mal. Die Leiche suchten die Ermittler unter großem Aufwand in einer Kiesgrube im benachbarten Stadtteil Rissen - ohne Ergebnis. Ob der psychisch kranke Verdächtige die Wahrheit sagte, ist offen.

Vor dreieinhalb Jahren griff die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" den Fall erneut auf. Bis heute gingen immer noch Hinweise ein, sagte Schröder. Die Ermittlungen beim Landeskriminalamt liefen weiter.

http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... ahren.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 08. September 2016, 17:04:04 
 
POL-HH: 160908-6. Ankündigung: Vermisstenfall Hilal ERCAN wird bei Fahndung Deutschland gesendet
08.09.2016 – 14:19

POL-HH: 160908-6. Ankündigung: Vermisstenfall Hilal ERCAN wird bei Fahndung Deutschland gesendet
Foto Polizei Hamburg Bild-Infos Download

Hamburg (ots) - Sendezeit: 09.09.2016, 19:00 Uhr, SAT 1 Fahndung Deutschland

Die damals zehnjährige türkische Schülerin Hilal Ercan verschwand am 27. Januar 1999 in Hamburg-Lurup. Sie hatte ein gutes Schulzeugnis nach Hause gebracht und durfte sich zur Belohnung Süßigkeiten kaufen. Das Kind verließ das Mehrfamilienwohnhaus in der Elbgaustraße (gegenüber des Einkaufszentrums Elbgaustraße), in dem es mit seinen Eltern und zwei Geschwistern wohnte.

Gegen 13.15 Uhr wurde das Mädchen an dem Einkaufszentrum Elbgaustraße zuletzt gesehen. Der Vater Kamil und die Mutter Ayla Ercan glaubten nicht, dass ihre Tochter einfach weggelaufen sein könnte. Die Polizei leitete bereits wenige Stunden nach dem mysteriösen Verschwinden eine zuletzt vergebliche Suche ein. Für die Fahndung nach dem Mädchen ist eine Belohnung von 5000,- Euro ausgesetzt.

Kleidung und Aussehen von Hilal am 27.01.1999:

Sie war ungefähr 145 cm groß und hatte lange schwarze Haare. Hilal war bekleidet mit:

- einer schwarz-grau gemusterten Jacke - einer schwarzen Jeans - einem orangefarbenen Pullover - schwarzen Schuhen mit Plateausohlen - verschiedenen Haarspangen und einem Ohrring
Fragen der Kriminalpolizei:

- Wer hat Hilal am Mittwoch, den 27.01.99 gegen 13:15 Uhr in der unmittelbaren Umgebung der Elbgaupassage in Hmb.-Lurup gesehen? - Wer kann etwas zum Verbleib der Kleidung oder der von Hilal mitgeführten Gegenstände, wie ihren Ohrringen und ihren Haarspangen sagen?
Hinweise nimmt die Verbindungsstelle im LKA Hamburg unter der Telefonnummer (040) 4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Sch.

Rückfragen bitte an:

Polizei Hamburg
Polizeipressestelle, PÖA 1
Andreas Schöpflin
Telefon: 040/4286-56211
Fax: 040/4286-56219
E-Mail: polizeipressestelle@polizei.hamburg.de
www.polizei.hamburg.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 19. Oktober 2016, 17:27:14 
 
amburg – Blaulicht – Vermisste Hilal: Polizei prüft Zusammenhang mit NSU
19.10.16
FALL VON 1999
Vermisste Hilal: Polizei prüft Zusammenhang mit NSU


Mädchen aus Lurup verschwand vor fast 18 Jahren. Nach Hinweisen auf Verbindung des NSU zu Kindermorden nimmt Polizei Fall wieder auf.

Hamburg. Am 27. Januar 1999 verschwand im Stadtteil Lurup die damals zehn Jahre alte Hilal Ercan. Es ist der größte Vermisstenfall der Nachkriegsgeschichte für die Hamburger Polizei. Jetzt ist wieder Bewegung in die Ermittlungen gekommen. Im Zusammenhang mit dem Fund von kinderpornografischem Material auf Computern von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und dem Fund von DNA des Neonazis und NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der 2001 verschwunden und ermordeten Peggy Knobloch, wird auch ein NSU-Zusammenhang im Fall Hilal Ercan geprüft.

Gegenüber dem Abendblatt bestätigte die Polizei, dass sich Hamburger Ermittler aufgrund der Erkenntnisse im NSU-Prozess, die Akten zum Fall Hilal Ercan wieder vorgenommen haben. "Wir schauen schon, ob es Ansatzpunkte in diese Richtung gibt", sagt Polizeisprecherin Heike Uhde. DNA-Proben von Hilal Ercan sind bereits lange in die Datenbank des Bundeskriminalamtes eingestellt. Auch sie werden zum Abgleich mit im Rahmen des Verfahrens gegen den NSU gefundenen Spuren herangezogen. Zudem, so Uhde, werden weitere Vermisstenfälle und Sexualdelikte an Kindern im Zusammenhang mit dem NSU überprüft.

Hilal verschwand am EKZ an der Elbgaustraße

Der Fall Hilal Ercan beschäftigt die Polizei immer wieder. Das Mädchen war verschwunden, nachdem sie im Einkaufszentrum an der Elbgaustraße als kleine Belohnung für ein gutes Zeugnis Süßigkeiten kaufen durfte. Es war das letzte Mal, dass das Mädchen gesehen wurde. Ein letztes Lebenszeichen kam kurz danach. An ihre Schwester hatte sie noch eine SMS geschickt.

Mit 140 Beamten hatte die Polizei damals die Soko "Morgenland" ausgestattet, die fieberhaft nach dem Mädchen suchte. Der Fall wurde bundesweit im Fernsehen ausgestrahlt. Immer wieder wurde über das Verschwinden des Mädchens berichtet. Gefunden wurde Hilal nicht. Nach 390 Hinweisen, die abgearbeitet wurden, ging man davon aus, dass das Mädchen Opfer eines Tötungsdeliktes, möglicherweise verbunden mit einem Sexualdelikt, geworden war. "Den bisherigen Ermittlungen zufolge bleibt nur noch eine mögliche Erklärung für das Verschwinden: Das kleine Mädchen wurde Opfer eines Verbrechens. Es gilt mittlerweile als sicher, dass Hilal unmittelbar nach ihrem Einkauf im Supermarkt von einer unbekannten Person verschleppt wurde", hieß es damals von der Polizei.

Möglicher Täter widerrief Geständnis

2005 meldete sich ein in der geschlossenen Psychiatrie einsitzender Sexualstraftäter, der gegenüber der Polizei behauptete, Hilal Ercan getötet zu haben. Erst gab er an, sie im Volkspark, dann in Rissen vergraben zu haben. Die Suche nach der Kinderleiche blieb erfolglos. Der Mann widerrief anschließend sein Geständnis.

http://www.abendblatt.de/hamburg/polize ... t-NSU.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 20. Oktober 2016, 14:38:53 
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Stand: 20.10.2016 11:31 Uhr

Fall Hilal: Polizei gleicht DNA-Spuren mit NSU-Daten ab

Die Hamburger Polizei rollt einen der größten Vermisstenfälle der vergangenen Jahrzehnte wieder auf. Die Ermittler prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Fall der 1999 im Alter von zehn Jahren verschwundenen Hilal Ercan aus dem Stadtteil Lurup und dem rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gibt. Anlass dafür ist, dass beim Fundort der ermordeten Peggy Knobloch in Thüringen DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt wurden.

Mehrere Fälle werden nochmal untersucht

Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag entsprechende Medienberichte bestätigte, würden DNA-Spuren mit den neuen Daten abgeglichen. Es gebe aber noch keine konkreten Hinweise, dass eine Verbindung besteht. Bereits am Mittwoch hatte eine Polizeisprecherin am Mittwoch im Gespräch mit NDR 90,3 gesagt, dass sich die Ermittler die Akten im Fall Hilal noch einmal genau anschauen und prüfen würden, ob es Spuren gebe, die zum NSU-Terroristen Böhnhardt führen könnten. Sie sprach von einer Routineüberprüfung, denn in allen Bundesländern würden die ungeklärten Fälle von vermissten Kindern wieder aufgerollt.

DNA-Spuren am Fundort von Peggys Leiche

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Böhnhardts DNA-Spuren an dem Fundort der Leiche Peggys sichergestellt wurden. Das Mädchen war im Jahr 2001 im Alter von neun Jahren verschwunden. Ihre Knochen wurden erst 15 Jahre später Anfang Juli in einem Waldgebiet gefunden. Auf dem Computer des NSU-Terroristen war außerdem kinderpornografisches Material gefunden worden.

Hilal jahrelang vergeblich gesucht

Der Fall Hilal ist einer der größten Vermisstenfälle in der Hamburger Kriminalgeschichte. Im Januar 1999 war die damals Zehnjährige in einem Einkaufszentrum an der Elbgaustraße in Lurup verschwunden. Eine 140-köpfige Sonderkommission der Polizei hatte jahrelang vergeblich versucht, den Fall aufzuklären.

Böhnhardt 2011 erschossen

Der NSU wird für eine Mordserie mit zehn Toten verantwortlich gemacht, die Opfer waren überwiegend Migranten. Neben Böhnhardt gehörten dem NSU Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe an, die derzeit in München vor Gericht steht. Im November 2011 entdeckte die Polizei in einem ausgebrannten Wohnmobil die Leichen von Böhnhardt und Mundlos. Nach jüngstem Ermittlungsstand hatte Mundlos möglicherweise Böhnhardt erschossen und sich dann selbst getötet.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... al102.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 21. Oktober 2016, 09:25:08 
 
Vermisste Hilal Ercan Ihre Familie leidet immer noch
Von
Wunder_Olaf Olaf Wunder
21.10.16, 06:10 Uhr

Lebt Hilal vielleicht doch noch? Und wenn nicht, wo ist ihre Leiche? Warum musste sie sterben? Es sind diese Fragen, die seit 17 Jahren an den Nerven der Familie Ercan zehren. Jetzt hoffen Vater, Mutter und die Geschwister, dass sie nicht länger darüber nachdenken müssen. Und dass es bald Antworten gibt.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass das LKA Hamburg die Möglichkeit nicht ausschließt, das Terroristen-Duo Böhnhardt und Mundlos könne mit Hilals Verschwinden zu tun haben. DNA-Spuren sollen abgeglichen werden. Für Abbas Ercan, Hilals heute 29-jährigen Bruder, ist das Grund genug, sich nach vielen Jahren erstmals wieder zu dem Fall zu äußern. „Ich traue es diesen Terroristen zu, meine Schwester ermordet zu haben. Ob sie es waren, muss nun die Polizei klären.“

Am 27. Januar 1999 verschwand Hilal spurlos. „Sie kam mit einem guten Zeugnis nach Hause. Mein Vater hat ihr gesagt, sie dürfe sich eine Mark nehmen und sich was kaufen“, erzählt Abbas Ercan. „Sie wollte dann rüber ins Einkaufszentrum. Später hat die Polizei festgestellt, dass zur fraglichen Zeit ein Kunde ein Päckchen ,Hubba Bubba‘-Kaugummis mit Cola-Geschmack an der Kasse bezahlt hat – das war die Lieblingssüßigkeit meiner Schwester. Allerdings konnten sich die Kassiererinnen später nicht an sie erinnern.“ Ein Gemüsehändler hat gesehen, wie Hilal auf dem Heimweg war. Dann beobachtete ein Busfahrer, wie ein schwarzhaariges Mädchen von einem großen rothaarigen Mann in ein Auto gezerrt wurde.

Auch 17 Jahre nach dem Verschwinden Hilals leidet die Familie sehr. „Wir sind immer noch genauso traurig wie am ersten Tag“, sagt Abbas. „Wissen Sie, da ist immer das Gefühl, dass da eine Lücke in der Familie ist. Hilal fehlt uns so sehr. Wir wollen endlich wissen, was genau mit ihr passiert ist.“ Seine Mutter sei bis heute in keinem guten psychischen Zustand. „Früher hat sie bei der Post gearbeitet, aber dazu hatte sie nicht mehr die Kraft. Sie ist jetzt schon lange in Frührente.“

Bis heute hoffen Abbas Ercan, seine Eltern und seine Geschwister, Hilal könnte vielleicht doch noch leben. „Der Fall Natascha Kampusch zeigt ja, dass es auch noch nach so vielen Jahren eine Überlebenschance gibt“, sagt er. Dann fügt er hinzu: „Wenn es allerdings wirklich die NSU-Terroristen waren, dann ist Hilal sicher tot. Da mache ich mir keine Illusionen. Wir rechnen mit allem, auch mit dem Schlimmsten.“

– Quelle: http://www.mopo.de/24950194 ©2016


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 22. Oktober 2016, 09:57:43 
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Wegen Spuren im Fall Peggy

Sachsens Polizei will drei Kindstötungen erneut überprüfen

Die Polizei in Sachsen reagiert auf die neuen DNA-Spuren im Fall Peggy. Die Ermittler kündigten an, die ungeklärten Tode dreier Kinder neu zu untersuchen.


Freitag, 21.10.2016 16:01 Uhr

Im Zusammenhang mit der Entwicklung im Fall Peggy werden auch in Sachsen drei Fälle von Kindstötungen erneut überprüft. "Wir wollen einfach hundertprozentig sichergehen, dass bei den Fällen allen Spuren nachgegangen wurde", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Vor allem gehe es um mögliches genetisches Material, das "vielleicht vor Jahren noch gar nicht ausgewertet werden konnte".


Am Fundort der im vergangenen Juli in Thüringen entdeckten Leiche der aus Oberfranken stammenden kleinen Peggy waren DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt nachgewiesen worden. Das NSU-Trio hatte sich auch in den sächsischen Städten Zwickau und Chemnitz versteckt.

Nach Bekanntwerden des NSU-Zusammenhangs habe man sich ungeklärte Fälle aus ganz Sachsen noch einmal angeguckt, sagte Klein. Unter den drei Fällen, die nun erneut überprüft würden, sei einer noch aus DDR-Zeiten, bei einem weiteren sei nie eine Leiche gefunden worden. Nähere Angaben zu den Fällen wollte er nicht machen.

Auch Thüringen reagierte auf die neue Spur in dem Fall. Der Freistaat gründete eine neue Sonderkommission (Soko), die alle ungeklärten Kindstötungen seit 1990 noch einmal untersuchen soll. In Hamburg kündigten die Ermittler an, den Fall der Vermissten Hilal zu überprüfen.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/s ... 17771.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 07. Mai 2017, 22:33:56 
 
Sie haben nicht einmal ein Grab, an dem sie trauern können

Auf dem Tisch in einem Büro im Hamburger Polizeipräsidium steht eine hohe, hellbraune Papiertüte. Der Ermittler Volker Quast hat sie aus der Asservatenkammer geholt. "LKA 44" und "Verwahrung" steht in roter Schrift auf dem Papier, und in Schwarz: "Ercan, Hilal". Quast zieht einen schwarz-grauen Anorak in Größe 128, eine Jeans und Plateauschuhe in Größe 38 aus der verknitterten Tüte.

"Identische Sachen trug Hilal, als sie verschwand", sagt er. Und in der Tüte liegen zwei Haarspangen, eine gelbe und eine rote. Hilals Mutter hatte sie gefunden und wiedererkannt, als sie nach ihrer Tochter suchte. Neben einem Ohrring das Einzige, was sie fand.

Hilal wird vermisst seit dem 27. Januar 1999. Es war der Zeugnistag, und sie hatte gute Noten mit nach Hause gebracht. Hilal Ercan, 10, wollte nur kurz Süßigkeiten kaufen gehen. Doch sie kam nie zurück. Die Elbgaupassage in Hamburg-Lurup liegt direkt gegenüber dem orangerot getünchten Hochhaus, in dem sie mit ihrer Familie lebte. Der Gemüsehändler sah sie noch auf dem kurzen Heimweg, zwei Zeugen beobachteten einen blonden Mann. Die Mutter fand später zwei Haarspangen und einen Ohrring.

Hilal wollte nur einen Hubba-Bubba-Kaugummi kaufen gehen. Sie kam nie zurück.
Als die Zehnjährige am 27. Januar 1999 von ihren Eltern im Stadtteil Lurup vermisst gemeldet wurde, war Quast im Landeskriminalamt für Sexualdelikte zuständig. Er überprüfte für die eingesetzte "Soko Morgenland" einschlägig Vorbestrafte und war deshalb von Anfang an an den Ermittlungen beteiligt. Seit 2005 ist es ganz sein Fall, und als er vor ein paar Monaten in die neue Einheit des Landeskriminalamtes, die "Cold Case Unit", wechselte, nahm er ihn mit. Längst ist er Teil seiner Biografie geworden.

Volker Quast ist in der Wahl der Worte altmodisch, er spricht lieber von "Altfällen" als von "Cold Cases", doch es läuft aufs Selbe hinaus: Quast kümmert sich um lang zurückliegende, ungeklärte Verbrechen, dreht noch mal jeden Stein um, schaut sich jede Aussage noch mal an. Mehr als 100 Aktenordner gibt es zu Hilal, hinzu kommt jede Menge elektronisch gespeichertes Material. Das meiste davon ist auch in Quasts Kopf gespeichert. Bis heute stehen er und eine Polizeipsychologin in engem Kontakt zur Familie des Mädchens. Der Kriminalhauptkommissar ist nicht der Typ, der Menschen mit ihrem Kummer allein lässt.

Gerade einmal 100 Meter sind es von dem neunstöckigen Haus an der Spreestraße, in dem Hilal mit ihrer Familie wohnte, bis zu dem Supermarkt in der Elbgaupassage. Sie lief hin und verschwand auf dem kurzen Weg nach Hause. Der Gemüsehändler in der Passage sah sie noch, als sie an ihm vorbei Richtung Ausgang lief. Sie musste nur noch den kleinen Parkplatz und die Spreestraße überqueren. Zwei weitere Zeugen meldeten sich, zwei Busfahrer, die an diesem Tag einen großen kräftigen Mann beobachtet hatten, wie er auf dem Parkplatz am Arm eines Mädchens im Alter von Hilal gezogen hatte. Die Szene hatte sich ihnen eingeprägt, weil dieser Wikingertyp so gar nicht zu dem kleinen schwarzhaarigen Mädchen gepasst hatte. War es Hilal? Unweit dieser Stelle entdeckte ihre Mutter die Haarspangen und den Ohrring.

Die Spurensicherung, die den Parkplatz Zentimeter für Zentimeter abkämmte, fand darüber hinaus nichts von Hilal: kein Blut, kein Haar, keine Hautschuppe.

Ermittler Quast sitzt in Jeans und kariertem Hemd hinter seinem Schreibtisch und redet nicht lange drum herum: "Wir nehmen an, dass Hilal einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Täter Hilal in ein Auto gezerrt und sie zunächst in eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe gebracht hat. Möglicherweise wurde sie später vergraben."
617 Hinweise gingen in den vergangenen 18 Jahren ein. Es meldeten sich Zeugen, die das Mädchen in einem Bordell in Belgien gesehen haben wollten, Leute, die ihre Nachbarn denunzieren wollten, Wahrsager und Wünschelrutengänger. Jedem Hinweis ging Quast nach – und erschien er noch so abwegig.

Es gab sogar mal ein Geständnis: 2005 sagte der wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs verurteilte und bis heute in der forensischen Psychiatrie Ochsenzoll einsitzende Dirk A., er habe Hilal ermordet. Doch später widerrief er sein Geständnis, und auch mit modernster Kriminaltechnik konnte ihm nichts nachgewiesen werden. "Es ist nicht auszuschließen, dass er sich nur wichtigmachen wollte", sagt Volker Quast. Über 100 Stunden hatten Beamte Dirk A. nach der Rücknahme des Geständnisses verhört. Vergebens.

Schon wenige Monate nach Hilals Verschwinden war ein anderer Sexualstraftäter in den Fokus der Ermittlungen geraten – er hatte im Mai 1999 ein Mädchen vor einem Supermarkt entführt und missbraucht. Als in seinem Auto Blutspuren gefunden wurden, glichen die Ermittler sie mit der DNA von Hilal ab. Sie stimmten nicht überein. "Wir hatten keine andere Möglichkeit, ihn mit diesem Verbrechen in Verbindung zu bringen", sagt Quast. "Das Fatale ist: Die Gedanken von Hilals Eltern und Geschwistern pendeln seither zwischen diesen beiden Männern. Aber es könnte auch ein unbekannter Dritter gewesen sein."

"Natürlich kann das auch ein Trittbrettfahrer gewesen sein"

Quast und seine Kollegen werden nicht lockerlassen im Fall Hilal: "Wir werden die Ermittlungen nie einstellen, immer wieder bei null anfangen, uns immer und immer wieder die Akten vornehmen. Wir machen weiterhin Recherchen, gehen Datenbanken durch, schauen uns jeden neuen Fall an, ob er Parallelen zu unserem aufweist. Und auch heute noch, 18 Jahre später, suchen wir neue Zeugen und Mitwisser."

Und nach Zeugen von damals: Am 3. Februar 1999, eine Woche nach ihrem Verschwinden, rief gegen 17 Uhr ein Mann bei Hilals Eltern an und bestellte sie zur Christuskirche in Hamburg-Eimsbüttel. Sie sollten allein kommen, ohne Polizei, er könne ihnen zeigen, wo Hilal sei. Das Treffen ging schief, womöglich, weil an der Kirche wegen eines anderen Einsatzes Polizei war. Der Mann meldete sich nie wieder. "Natürlich kann das auch ein Trittbrettfahrer gewesen sein", sagt Quast. "Aber eben auch ein Zeuge, der tatsächlich etwas weiß."

Eine kleine Wohnung im Hamburger Westen. Schon in den ersten Minuten des Gesprächs wird deutlich, wie ohnmächtig sich Hilals Familie immer noch fühlt, wie schwer es ist, dieses Schicksal in die eigene Biografie zu integrieren, auch nach so vielen Jahren.
In der Wohnung eines Düsseldorfers entdeckten Polizisten einen vermissten Schweizer Jungen

Abbas Ercan war zwölf, als seine Schwester verschwand. "Ich bin mit Schmerz aufgewachsen und einer riesengroßen Wut auf einen unbekannten Täter. Wer hat uns Hilal weggenommen? Und warum? Auch wenn wir nicht die Hoffnung haben, dass Hilal noch lebt – der Täter soll uns endlich sagen, was er mit meiner Schwester gemacht hat. Vielleicht zeigt er doch noch Reue und gibt uns endlich die Antworten, die wir so dringend brauchen. Nichts ist schlimmer als diese Ungewissheit."

Auch Hilals Vater Kamil findet keine Ruhe: "Für meine Frau und mich ist es immer noch so, als sei es gestern passiert. Genauso schmerzhaft. Weil wir uns nie von Hilal verabschieden konnten, bis heute kein Grab haben, an dem wir trauern können. Ich möchte wenigstens ihre Leiche haben."
Die Ercans haben bis heute kein einziges Bild von Hilal in ihrer Wohnung hängen. Weil sie das nicht aushalten würden. Einige ihrer Sachen bewahren sie in einem Koffer. Auch Hilals Gedichte. Sie hat sie für ihre Mutter geschrieben.

Vielen fehlt es an Liebe oder an Halt

Hilal war zehn, als sie verschwand. Noch häufiger als Kinder verschwinden Jugendliche. Und bei ihnen dauert es meist länger, bis sie gefunden werden, wenn überhaupt. Oft sind sie selbst abgehauen, übernachten in Abrisshäusern, in Parks oder vor Bahnhöfen und riskieren, ausgeraubt oder vergewaltigt zu werden.

Jugendliche reißen aus, weil sie keine Lust mehr auf die Schule haben oder Liebeskummer, weil sie im Internet jemanden kennengelernt haben, weil sie Streit mit ihren Eltern haben oder Verbote unterlaufen wollen. Oder weil ihre Eltern sie seit Jahren grün und blau schlagen. Vielen fehlt es an Liebe oder an Halt. Manche sind auch einfach nur abenteuerlustig.

Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr 4027 Jugendliche vermisst gemeldet. Für sie zuständig sind, neben der Polizei in den Bezirken, Ulrike Rohloff und ihre 14 Kollegen von der Vermisstenstelle des Berliner Landeskriminalamtes, dem LKA 124.

Kriminalhauptkommissarin Rohloff, 49, hat selbst zwei Töchter, 15 und 18 Jahre alt, und manchmal hat sie Angst um sie. "Es gibt Situationen, da setzt bei mir das Kopfkino schneller ein als bei anderen Eltern, auch wenn ich ansonsten entspannt bin. Weil ich weiß, was passieren kann." Rohloffs Töchter kannten schon früh die Maschen, mit denen Täter Kinder anlocken, ihre Mutter hat sie ihnen alle aufgezählt. Bis heute müssen sie, wenn sie woanders übernachten wollen, nicht nur den Namen hinterlassen, sondern auch Telefonnummer und Adresse.

Ulrike Rohloff kann viele traurige Geschichten erzählen. Von Kindern und Jugendlichen, die sich überall wohlfühlen, nur nicht zu Hause. Von Eltern, die ihre Kinder nicht einmal vermisst melden, weil es ihnen egal ist, und irgendwann wendet sich die Schule an die Polizei. Rohloff sagt: "Viele der vermissten Teenager leben in schwierigen Verhältnissen oder in Heimen. Aber manchmal haben wir es auch mit wohlstandsverwahrlosten Kindern aus vermeintlich guten Elternhäusern zu tun."

http://www.stern.de/panorama/stern-crim ... 40678.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 24. Mai 2017, 17:41:39 
 
"Der Fall ist nicht abgeschlossen"
Der Welttag der vermissten Kinder soll ein Schlaglicht auf das Schicksal Betroffener werfen. Obwohl das öffentliche Interesse seit Jahren groß ist, stoßen Hilfsinitiativen im Alltag auf Probleme. Eine Gruppe macht ihnen besondere Sorgen.

Artikel veröffentlicht: Mittwoch, 24.05.2017 11:02 Uhr


Hamburg/Kiel. Als Hilal 1999 verschwand, zahlte man in der EU noch mit nationalen Währungen. Eine D-Mark hatte Hilal bekommen, um sich in einem Hamburger Einkaufszentrum für ein gutes Zeugnis zu belohnen. Sie kehrte nie zurück.

Viele Hemmnisse für Organisationen
Mehr als 100 000 Kinder und Jugendliche werden nach Angaben der Hamburger «Initiative Vermisste Kinder» jährlich in Deutschland als vermisst gemeldet. Die meisten tauchen wieder auf. Die Hälfte der Fälle klärt sich laut Bundeskriminalamt innerhalb der ersten Woche auf, nach einem Monat sind 80 Prozent gelöst. Nur etwa drei Prozent der Vermissten sind nach einem Jahr noch verschwunden. Seit 1983 soll der Welttag der vermissten Kinder, eingeführt vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, am 25. Mai auf das Schicksal Betroffener aufmerksam machen.

Obwohl das öffentliche Interesse am Thema groß ist, stoßen Organisationen, die sich in der Suche nach vermissten Kindern engagieren wollen, auf viele Hemmnisse. Davon kann auch Daniel Kroll berichten, Sprecher der Hamburger «Initiative Vermisste Kinder».

Plattform #missingkidsEU
Im vergangenen Jahr hat der Verein die europaweite Plattform #missingkidsEU geschaffen. Auf einer Internetseite und unter einer europaweiten Hotline (116000) können Vermisstenmeldungen aufgegeben werden. Ziel ist eine europaweite Datenbank, die das Wissen von Kinderschützern, Ermittlern und Initiativen zusammenbringen soll.

«Um eine solch große Thematik anzugehen, braucht es ein Engagement aller Stellen auf europäischer Ebene», sagt Kroll und berichtet von Lerneffekten, aber auch von Ernüchterung, die er im vergangenen Jahr erlebt habe: «Mit den uns als Privatinitiative zur Verfügung stehenden Mitteln, können wird uns nur für Einzelfälle einsetzen. Und die Situation ist leider nicht überschaubarer geworden.»

Europäische Ermittlungsbehörden tauschen sich nach dem Schengener Abkommen zwar aus, wenn Vermisstenfälle mehr als ein Land berühren oder zu Kriminalfällen werden. Menschen, nach denen gefahndet wird, werden im Schengen Informationssystem (SIS) erfasst, Fingerabdrücke, Kfz- oder DNA-Daten geteilt. Kriminalakten oder Ermittlungsstände sind aber nicht einsehbar. Öffentlich zugänglich sind die Daten auch nicht.

128 Vermisstmeldungen für Flüchtlinge
In der Hansestadt sei Hilal derzeit der einzige aktuelle Vermisstenfall, teilt das LKA Hamburg mit. Über die Zahl der in Hamburg vermissten minderjährigen Flüchtlinge macht das Kriminalamt zunächst keine Angaben. Dass es aber vor allem sie sind, die in Deutschland vermisst werden, zeigen die Daten aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein. Dort listete das LKA am 22. Mai insgesamt 128 Vermisstmeldungen für Flüchtlinge, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens minderjährig waren. Weitere 115 Einträge finden sich in einer Statistik für Langzeitvermisste.

Deutschlandweit lagen den Behörden zum 1. April fast 1000 Vermisstmeldungen für geflüchtete Kinder vor - und mehr als 6000 für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, wie das Bundeskriminalamt mitteilt. Viele Fälle erklärten sich dadurch, dass Asylsuchende Unterkünfte verließen, ohne sich abzumelden, sagt eine Sprecherin. Das macht es schwerer, kritische Fälle zu identifizieren.

Fall Hilal ist nicht abgeschlossen
Das ist auch aus Sicht des Flüchtlingsrats ein Problem: «Wird unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nicht der ihnen vom Gesetz zustehende Schutz zuteil, laufen sie große Gefahr, Opfer von Menschenhandel zu werden», heißt es beim Vormundschaftsverein des Flüchtlingsrats Schleswig-Holstein. Eine Befürchtung, die man bei der «Initiative Vermisste Kinder» teilt: «Die Gefahr, in den Händen von Organhändlern, Menschenhändlern oder im Drogenmilieu zu landen, ist groß.»

Von den Problemen bei der Suche nach Vermissten wollen sich Kroll und seine Mistreiter nicht entmutigen lassen: «Jedes Kind, das vermisst und nicht gefunden wird, ist eins zu viel.» Das gilt auch für Hilal. «Der Fall ist nicht abgeschlossen», heißt es beim LKA Hamburg.

Von dpa

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-N ... eschlossen


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 27. Januar 2018, 22:37:04 
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Vermisste Hilal: Polizei sucht neue Hinweise
Mit diesem Foto sucht die Hamburger Polizei 1999 nach der vermissten Hilal. Hilal verschwindet am 27. Januar 1999 auf dem Rückweg vom Einkaufszentrum.
19 Jahre nach dem Verschwinden der zehnjährigen Hilal Ercan nehmen die Ermittler einen neuen Anlauf zur Lösung des Falls. Am Jahrestag von Hilals Verschwinden hängten sie in Hamburg-Lurup am Einkaufszentrum Elbgau-Passage eine Tafel mit einem Fahndungsaufruf auf. Hier war das Mädchen am 27. Januar 1999 zur Mittagszeit zuletzt gesehen worden.

Belohnung ausgelobt
Die Polizei hofft, mit dem neuen Fahndungsaufruf Zeugen von damals anzusprechen. Vor allem jene Anwohner seien gefragt, die 1999 bereits im Umkreis des Einkaufszentrums gelebt hätten, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe "Cold Cases" Steven Baack. Möglicherweise erinnere sich der ein oder die andere noch an Geschehnisse, die ihnen bisher entfallen waren. Schon die kleinste Information könne helfen, sagte Baack. Für den entscheidenden Hinweis hat die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt.


Vermisstenfall Hilal: Polizei nimmt neuen Anlauf
NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell - 27.01.2018 13:30 Uhr
Vor 19 Jahren verschwand die damals zehnjährige Hilal spurlos aus Hamburg-Lurup. Die Polizei unternimmt jetzt einen Versuch, um das Schicksal des Mädchens doch noch zu klären.


Noch immer ungeklärt
Hilal Ercan war vor 19 Jahren spurlos aus dem Einskaufszentrum verschwunden. Sie hatte mit ihrer Familie ganz in der Nähe gewohnt. 2005 hatte ein verurteilter Straftäter gestanden, Hilal entführt und getötet zu haben. Er zog sein Geständnis später aber wieder zurück. Nach Angaben der Polizei ist bis heute unklar, ob sich der Mann wichtig machen wollte oder es sich bei ihm wirklich um einen Tatverdächtigen handele. Die Ermittler betonen, es werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Definitiv ausgeschlossen werden könne nur eine Verstrickung der Familie von Hilal.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... al108.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 01:42:24 
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Vor 19 Jahren

Sie hörte einen fruchtbaren Schrei, dann war Hilal weg

Von Denis Fengler | Stand: 28.01.2018

Vor 19 Jahren verschwand die zehnjährige Hilal Ercan in Hamburg. Nun hat sich die Einheit „Cold Cases“ des Falles angenommen und hofft auf neue Erkenntnisse - dank einer Belohnung und einer Fahndungserinnerung.

Als sie das Foto sieht von dem hübschen Mädchen mit den langen dunklen Haaren, den Plateauturnschuhen und dem orangefarbenen Pullover unter der gemusterten Winterjacke, ist auf einmal alles wieder da – als wäre es nicht schon Jahrzehnte her, sondern erst gestern passiert. Monika Vietzen ist aufgeregt. Es bricht förmlich aus der 75-Jährigen heraus. Sie will loswerden, was ihr auf der Seele liegt – was sie sah, an jenem Tag vor genau 19 Jahren, als die zehnjährige Hilal Ercan in Lurup verschwand.

Vietzen stellt ihre beiden Einkaufstüten ab. Läuft aus der Elbgaupassage, einem in die Jahre gekommenen Einkaufszentrum, auf den Parkplatz davor. Dann blickt sie auf das Hochhaus gegenüber. Es ist das Haus, in dem Hilal und ihre Familie wohnten. Vietzen selbst steht fast genau an jenem Punkt, an dem die Zehnjährige damals das allerletzte Mal gesehen wurde.

Fahndungserinnerung im Elbgau-Center soll sensibilisieren

Am 27. Januar 1999 hört Vietzen einen „furchtbaren“ Schrei durch ihr Küchenfenster. Den Schrei eines Kindes. Weil der Enkel längst aus der Schule zurück sein sollte, läuft sie zum Fenster. Von ihrer Wohnung hat sie freien Blick auf den Parkplatz. „Ich sah auf einmal einen alten BMW, in Dunkelblau oder Schwarz, mit Schnelligkeit hier hinten rausfahren, die Spreestraße und linksrum weg“, erinnert sie sich. Doch dann kam der Enkel und alles war gut – bis sie am Tag darauf vom Verschwinden Hilals erfuhr. Sie ist sich sicher, dass sie ihre Schreie hörte.

Vietzens Aussage wurde längst von der Polizei aufgenommen, vor Jahren schon. Doch der Fall hat sie nie losgelassen – wie auch die zuständigen Ermittler nicht: Kriminalhauptkommissar Volker Quast etwa oder Polizeipsychologin Claudia Brockmann, deren Karrieren von dem Vermisstenfall begleitet wurden. Am Sonnabend brachten sie zusammen mit Steven Baack, dem Leiter der „Cold Cases“-Abteilung, eine Tafel im Elbgau-Center an: „Vermisst!“, heißt es darauf. „Wir suchen Hilal Ercan.“

Es sei „die erste und bislang einzige Fahndungserinnerung“, die die Polizei in Hamburg aufgestellt habe, erklärte Ermittler Quast. „Hilal Ercan ist aber auch, und das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das einzige langzeitvermisste Kind in Hamburg. Und deshalb haben wir uns zu dieser Maßnahme entschlossen.“ Die Hoffnung, dass Hilal, die heute 29 Jahre alt wäre, noch lebt, ist wohl verschwindend gering. Dennoch: Für die Verwandten des Mädchens sei die Tafel eine Art „Festhaltepunkt“, erklärt Baack, der in engem Kontakt mit der Familie steht. Zeit heile keine Wunden, sondern sie mache sie schlimmer.

Baacks Einheit bearbeitet Fälle von Mord oder anderen schweren Gewaltverbrechen, die bislang nicht aufgeklärt werden konnten. In mindestens einem Fall waren sie bereits erfolgreich, konnten nach 36 Jahren einen Mörder überführen. Es waren insbesondere neue Zeugenaussagen, die die Ermittler auf die entscheidende Spur brachten. Darauf hoffen sie im Fall Hilal Ercan auch – auch wenn er kein typischer für die Einheit sei, wie Baack betont.

„Der Fall war ständig in Bearbeitung und deshalb nie ein klassischer Cold Case“, sagt der 37-Jährige. „Seit dem Verschwinden Hilals haben unterschiedliche Sonderkommissionen oder Ermittlungsgruppen versucht, dieses Schicksal zu klären.“ Und auch nachdem die Ermittlungseinheiten eingestellt worden seien, habe es immer einen festen Ermittler gegeben, der unmittelbar Hinweise bearbeitet habe, sagt Baack. Als der letzte Fallführer Volker Quast jedoch mit deren Gründung zur „Cold Cases“-Einheit stieß, habe diese sich auch des Falls Hilal Ercan angenommen.

„Wir können nicht alles wieder aufschlüsseln, was unheimlich viele engagierte Kollegen schon gemacht haben“, sagt Baack. „Sondern wir betrachten die Ermittlungsergebnisse und überlegen, ob der Partner Zeit Unterstützung ist.“ Möglicherweise habe sich der Täter in den letzten 19 Jahren doch Mitwissern anvertraut. Und möglicherweise würden die mit Blick auf die 5000 Euro Belohnung oder aufgrund „ihrer moralischen Verantwortung“ mittlerweile doch eine Aussage machen.

Ein Verdächtiger gestand die Tat sogar

Insbesondere zwei Männer waren im Fall Hilal Ercan in den Fokus der Polizei gerückt: Joachim Q., der vier Monate nach ihrem Verschwinden in Lohbrügge eine Elfjährige auf dem Nachhauseweg abgefangen und missbraucht hatte. Nach der Tat hatte er die Schülerin wieder freigelassen. Auf seine Spur war die Polizei gekommen, weil sich ein misstrauischer Autofahrer das Kennzeichen seines Wagens gemerkt hatte.

Und Dirk A., ein verurteilter Kinderschänder, der heute in der forensischen Abteilung einer psychiatrischen Klinik lebt. Er galt lange als der Hauptverdächtige: Schließlich hatte er die Entführung und den Mord an Hilal Ercan 2005 gestanden. Seine Aussagen konnten jedoch nie bestätigt werden.

Polizeipsychologin Claudia Brockmann hat die Familie betreut und die Täterpersönlichkeit analysiert, hat die Vernehmungen unterstützt. „Es ist ganz wichtig, den Eltern endlich Gewissheit zu geben“, sagt sie. „Diese Ungewissheit ist so zermürbend und die Trauer so groß, sie können überhaupt nicht Abschied nehmen.“ Der Familie durch diese Dauerfahndung Unterstützung zu geben, das finde sie sehr wichtig. „Wir wollen der Familie das Signal geben, dass wir als Polizei alles tun, was man nur machen kann.“

https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... l-weg.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 02:09:05 
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02.11.11

Fahndung im TV

Mit Hilal verschwand der Lebensmut

Jan-Eric Lindner

Seit 1999 wird das Mädchen aus Lurup vermisst. Die Familie hofft immer noch auf den entscheidenden Hinweis. Thema bei "XY ungelöst".

Hamburg. Das Bild, das sich in das Gedächtnis so vieler Hamburger eingebrannt hat, zeigt ein Mädchen mit dunklen dichten Locken, tiefdunklen Augen und schelmischem Lächeln. Es trägt einen roten Pullover, dazu ein passendes Haarband. Es ist ein süßes, ein hübsches Mädchen, das fröhlich in die Kamera schaut. Ein ganz typisches Bild für Hilal, findet ihre Mutter, Ayla Ercan. Aufgenommen wurde es im Januar 1999, kurz bevor Hilal Ercan spurlos verschwand. Seitdem, seit mehr als zwölf Jahren, fehlt jede Spur von ihr.

Sollte sie noch leben, dann wäre sie heute 23 Jahre alt. Doch Polizei und Familie glauben nicht mehr daran, Hilal Ercan noch einmal wiederzusehen. Ihr Verschwinden und ihr mutmaßlicher Tod machen es der Familie bis heute unmöglich, so etwas wie Freude oder Ruhe zu finden. "Die Bitterkeit bleibt", sagt Hilals Schwester Fatma. "Der Hass auf den Mann, der ihr und uns das
angetan hat, wächst", sagt ihr Bruder Abbas. Mutter Ayla sitzt oft einfach nur da und schweigt.

Am 27. Januar 1999 hatte Hilal, damals zehn Jahre alt, ein tolles Halbjahreszeugnis nach Hause gebracht. Zur Belohnung durfte sich das Mädchen etwas Süßes im Einkaufszentrum Elbgaupassage kaufen. 50 Meter waren es von der damaligen Wohnung der Familie bis zum Laden. Mit dem Fahrstuhl nach unten, über die Straße, über einen Parkplatz, hinein ins Geschäft. Ein Weg, den sie schon hundertmal gegangen war. Hilal kaufte sich Hubba Bubba, der Gemüsehändler aus der Passage sah sie noch um 13.25 Uhr. Schnurstracks war sie wieder auf dem Heimweg, erinnerte er sich. Auf dem Parkplatz endete mit dem Heimweg auch das Leben der Zehnjährigen, wie sie es bis dahin kannte - wie dieses Leben endete, weiß bis heute vermutlich nur ein Mann. Hilal war wie vom Erdboden
verschluckt. Alles spricht dafür, dass sie entführt wurde. Und dann?

Es dauerte eine Zeit, bis die Fahndungsmaschinerie anlief, erinnert sich Ayla Ercan. "Zuerst haben die Polizisten gesagt, Hilal komme ganz gewiss wieder. Sie habe eine Freundin getroffen und sei bestimmt mit ihr spielen gegangen. Sie haben gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, aber ich habe sofort gewusst, dass etwas nicht stimmt. Ich habe es im Magen gespürt." Für die Hamburger Polizei begann, nachdem klar war, dass das Kind nicht mit einer Freundin spielen gegangen war, die größte Suchaktion der Kriminalgeschichte. 400 Hinweisen ging die Soko "Morgenland" nach, doch eine Spur zum Täter war nicht darunter. Für die Familie, Ayla und Kamil Ercan und die damals neun und zwölf Jahre alten Kinder Fatma und Abbas begann ein Leben, das eigentlich keines ist. Die Verwandtschaft wurde durchleuchtet, auch in der Türkei. Denn meist finden sich die Täter bei Kindesentführungen in den Familien. Nicht so im Fall Hilal. Zweimal gestand der im Maßregelvollzug in Ochsenzoll einsitzende Delinquent Dirk A., Hilal getötet und verscharrt zu haben. Zweimal widerrief er sein Geständnis. Dann vermutete die Polizei, dem einschlägig vorbestraften Kinderschänder Hans-Joachim Q. könne die Tat nachgewiesen werden. Doch auch dieser Versuch misslang. Einmal rief ein Mann bei der Familie an und bestellte Kamil Ercan zur Christuskirche. Er solle allein kommen, sagte der Anrufer. Dann werde er erfahren, was mit seiner Tochter geschehen sei. Kamil Ercan fuhr hin, mit der Polizei im Rücken. Der Anrufer blieb weg. "Wir haben nichts", sagt die Mutter der vermissten Hilal. Und gibt damit wohl auch den heutigen Stand der Ermittlungen wieder.

Fatma Ercan, damals neun, war die Letzte aus der Familie, die Hilal gesehen hat. An jenem 27. Januar war sie mit ihrer großen Schwester ins Erdgeschoss des Hochhauses gefahren, in dem die Familie wohnte. "Seitdem mache ich mir Vorwürfe, dass ich nicht mit ihr zum Kiosk gegangen bin", sagt die junge Frau, in deren Gesicht man die Züge Hilals zu erahnen glaubt. "Ich weiß, dass es unsinnig ist, aber diese Gedankenspiele wird man nicht los." Auch Abbas macht sich Vorwürfe, weil er an dem Tag, als seine kleine Schwester verschwand, nach der Schule noch bei einem Freund war: "Wäre ich sofort nach Hause gegangen, hätte ich vielleicht gesehen, wie der Täter versucht, Hilal in ein Auto zu zerren." Ein Busfahrer hatte eine solche Szene zur betreffenden Zeit an der Elbgaupassage beobachtet.

In den Jahren nach Hilals Verschwinden hat die Mutter schwere gesundheitliche Schäden hinnehmen müssen. Wenn sie auf dem Sofa über Hilal spricht, kommen ihr die Tränen. Sie weint stumm, so, wie es schon in den Tagen war, als Hilal noch von einem Großaufgebot gesucht wurde. Sie leidet heute unter Panikattacken und Depressionen. Die Zahl der schlaflosen, durchweinten Nächte ist nicht zu beziffern. Kamil Ercan frisst zu viel von der Trauer in sich hinein, findet seine Tochter Fatma. "Männer sind da ja anders. Aber wir als Familie halten zusammen in unserem Schmerz, den sowieso kein anderer nachvollziehen kann. Das ist die größte Stütze", sagt die 22-Jährige.

Der durchtrainierte Abbas malt sich manchmal aus, was er mit dem Mann machen würde, der seine Schwester auf dem Gewissen hat - wenn er denn nur sicher sein könnte. "Wenigstens ein Grab, an dem wir trauern können", wünscht sich Ayla Ercan. "Und wieder: Wir haben nichts. Nicht einmal die Knochen." Ihre Tage seien dunkel, sagt sie mit verweinten Augen. Sehr dunkel. Die ganz schwarzen Tage, das sind Hilals Geburtstage und die Jahrestage des Verschwindens. Hilals Geschwister sind mit der Trauer aufgewachsen. Wenn sie an sie denken, dann sehen sie sie lächeln. "Sie hat viel gelacht", sagt Fatma. "Sie war ein selbstbewusstes Mädchen, das sich nichts gefallen ließ", sagt Abbas.

Bilder von Hilal sucht man in der Wohnung der Familie Ercan vergebens. Vermutlich, weil Hilal sowieso und auch nach all den Jahren noch überall präsent ist. Das Ehepaar hat nach ihrem Verschwinden noch einen Sohn bekommen. Er fragt oft nach Hilal, von der er nur weiß, dass sie eigentlich auch zur Familie gehört. Wenn seine Mutter weint, weint auch er. Sein Vorname bedeutet auf Türkisch Hoffnung und Kraft. Er ist jetzt so alt wie Hilal, als sie aus dem Leben verschwand.

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... nsmut.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 02:31:11 
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24.04.06

Vermißte Hilal: Leichensuche in Kiesgrube

Christian Denso

Fahndung: Psychiatrie-Insasse will das Mädchen getötet haben - zweites Geständnis führte Polizei nach Rissen. Zwei Tage lang grub die Polizei das Areal um. Wie vor einem Jahr im Volkspark wurde auch dieses Mal nichts gefunden.

Der Fall der vermißten Hilal Ercan - wird ihre Leiche nie gefunden? Zwei Tage lang hat die Polizei am Freitag und Sonnabend in Rissen ein 70 mal 70 Meter großes Areal im Waldpark Marienhöhe umgegraben. Die Suche wurde jedoch eingestellt, die Leiche der damals Zehnjährigen aus Lurup wieder nicht gefunden. Auf die Spur Rissen hatte die Beamten erneut Dirk A. (32) gebracht, ein im Maßregelvollzug in Haus 18 in Ochsenzoll einsitzender psychisch Kranker. Bereits vor einem Jahr hatte A. die Ermittler der Soko Hilal in den Volkspark geführt. Nach der Kinderleiche suchten die Beamten dort aber vergeblich.

Die erneute Suche: Sie begann Anfang Januar, knapp sieben Jahre nach Hilals Verschwinden, als Dirk A., der wegen Mißbrauchs von sieben Jungen und Mädchen verurteilt wurde, plötzlich ein zweites Mal gestand, die Zehnjährige getötet zu haben. Er "widerrief den Widerruf des ersten Geständnisses", so

heißt es in den Akten der Polizei. Diesmal nannte A. einen anderen Ort, an dem er die Leiche versteckt haben wollte: eine alte Kiesgrube in Rissen - dem Stadtteil, in dem der 32jährige vor seiner Festnahme gelebt hatte. Hilal war im Januar 1999 auf dem Heimweg vom Elbgau-Einkaufszentrum spurlos verschwunden, wo sie Süßigkeiten gekauft hatte.

Viermal wurde A. von Beamten der Soko Hilal in die Kiesgrube geführt, dort habe er schließlich die Stelle gezeigt, an dem er die Leiche abgelegt haben wollte. Unbemerkt von der Öffentlichkeit, durchkämmten Beamte der Bereitschaftpolizei das Gelände, als das Wetter Anfang April wieder wärmer wurde. Suchhunde wurden eingesetzt, doch sie schlugen nicht an. "Darauf wollten wir uns nicht verlassen", sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Am Freitag rückte ein Bagger an, der die Erdschichten auf dem Areal umwühlte, bis zu drei Meter tief. Ein hinzugezogener Gerichtsmediziner sollte bei Knochenfunden beurteilen, ob es sich um menschliche Überreste handelt. Hilals Eltern wurden über das erneute Geständnis informiert.

Trotz des Fehlschlags halten die Ermittler Dirk A. weiter für den Hauptverdächtigen. Ralf Meyer: "Wir ermitteln aber weiter in alle Richtungen."

( cd, kj )

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... grube.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 02:45:36 
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Polizei Hamburg

Vermisst: Hilal ERCAN

Vermißt wird seit Mittwoch, dem 27. Januar 1999, gegen 13:30 Uhr aus Hamburg-Lurup (Raum Elbgaustraße/Spreestraße) die 10-jährige türkische Schülerin HILAL ERCAN

Sie ist ungefähr 145 cm groß und hat lange schwarze Haare.

Hilal ist bekleidet mit:

einer schwarz-grau gemusterten Jacke
einer schwarzen Jeans
einem orangefarbenen Pullover
schwarzen Schuhen mit Plateausohlen
verschiedenen Haarspangen und einem Ohrring

Fragen der Kriminalpolizei

Wer hat Hilal am Mittwoch, den 27.01.99 gegen 13:15 Uhr in der unmittelbaren Umgebung der Elbgaupassage in Hmb.-Lurup gesehen?
Wer kann etwas zum Verbleib der Kleidung oder der von Hilal mitgeführten Gegenstände, wie ihren Ohrringen und ihren Haarspangen sagen?

Wer kann sich an einen Mann erinnern, der in der Nähe der Elbgaupassage an einem Pkw stand, im Fahrzeug hantierte oder den Eindruck vermittelte, auf jemanden zu warten?
Wem ist am Mittwoch, den 27.01.99 nach 13:30 Uhr ein abgestellter oder umherfahrender Pkw in einer abgelegenen Gegend des Hamburger Randgebietes aufgefallen?

Darüber hinaus bittet die Polizei den Mann, der am 3.Februar 1999 bei der Familie Ercan anrief und angab, Informationen über das Verschwinden von Hilal zu haben, sich zu melden.

Belohnung

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat bzw. zur Festnahme der/des Täter(s) führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Hinweise nimmt die Verbindungsstelle im LKA Hamburg unter der Telefonnummer
(040) 4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

http://web.archive.org/web/201405230637 ... fah-202842


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 02:51:30 
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Registriert: Dienstag, 19. Mai 2015, 22:37:53
Beiträge: 5894
Hilals Mutter - Sah sie den Mörder ihrer Tochter?

Von Deborah Knür | Veröffentlicht am 10.11.1999

Ayla Ercan im Prozess gegen mutmaßlichen Kinderschänder Hans-Joachim Q. - Polizeipsychologin belastet Angeklagten schwer

Sie wollte ihn sehen, den Mann, der im Verdacht steht, möglicherweise auch etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben. Im Prozess gegen den Computerfachmann Hans-Joachim Q., der sich derzeit wegen sexuellen Missbrauchs einer Elfjährigen verantworten muss, erschien am Dienstag auch die Mutter der seit Januar vermissten Hilal Ercan als Zuhörerin im Gerichtssaal. Zuvor war bei Zeugenaussagen bekannt geworden, dass gegen den 31-Jährigen auch im Fall der verschwundenen Türkin ermittelt wird.

Begleitet von Mitarbeitern der Opferschutzorganisation "Weißer Ring" kam Ayla Ercan zu dem Prozess, dunkle Schatten unter den geröteten Augen. Noch seien das ja alles nur Vermutungen, sagte sie, bemüht, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Natürlich habe sie Hoffnung, dass das Verschwinden ihrer Tochter jetzt endlich aufgeklärt werde, erklärte sie, sichtlich mitgenommen von den langen Monaten des Bangens und von der Ungewissheit, vielleicht den Entführer ihrer Tochter gesehen zu haben. "Wir müssen aber erst das Ergebnis der Blutuntersuchung abwarten", sagte Ayla Ercan.

Schon bei den ersten Vernehmungen hatten die Ermittler Hans-Joachim Q. auch zu Hilal befragt, weil sie Parallelen beim Verschwinden der beiden Mädchen gesehen hatten. Beide wurden mittags vor einem großen Supermarkt entführt. Bei den Durchsuchungen entdeckten die Ermittler in dem Wagen, mit dem der Computerfachmann die Elfjährige im Mai dieses Jahres in Lohbrügge entführt hatte, eine winzige Menge Blut, welches nicht von diesem Mädchen stammt. Die bei Hilals Verschwinden eigens
gegründete Sonderkommission "Morgenland" lässt nun eine DNA-Analyse erstellen und klären, ob es möglicherweise Hilals Blut ist.

Unterdessen beschrieb die Polizeipsychologin ihre Eindrücke aus einem zweistündigen Gespräch mit dem Angeklagten, der vor Gericht sein Geständnis wiederholte und aussagte, er habe die Elfjährige im Mai auf einem Feld sexuell missbraucht und sie anschließend gefesselt ausgesetzt. Direkt nach der Verhaftung habe Q. den Wunsch geäußert, mit einem Polizeipsychologen zu sprechen, sagte sie. Er habe für seine Tat Erklärungsansätze finden wollen, habe das Geschehen geschildert und aus seinem Leben erzählt.

Mit ihrer Einschätzung belastete die Psychologin den Angeklagten schwer: Das Vorgehen des Q. habe planvolle Anteile gehabt, auch mögliche Vortaten oder Versuche könne sie nicht ausschließen. Sie attestierte ihm eine narzistische Persönlichkeitsstruktur und "hohe Manipulationsfähigkeit". Auch sei er ein chronischer Lügner mit dem Ziel, Anerkennung zu bekommen, so die Polizeipsychologin.

Mit den Händen vor dem Gesicht brach Hans-Joachim Q. am Nachmittag sein bisheriges Schweigen. Stockend berichtete er von dem Tattag, als er die Elfjährige in sein Auto zwang. "Ich schäme mich", begründete er schließlich unter Tränen die langen Pausen zwischen den Schilderungen. Der Angeklagte befindet sich derzeit unter ständiger Aufsicht auf der Beobachtungsstation des Untersuchungsgefängnisses, da nach Angaben seiner Anwältin bei einer Durchsuchung seiner Zelle eine Rasierklinge und Abschiedsbriefe gefunden worden sein sollen. Schon einmal, nach der Trennung von seiner Frau, stand er kurz vor einem Selbsttötungsversuch.

https://www.welt.de/print-welt/article5 ... chter.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 29. Januar 2018, 13:09:15 
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Sie hörte einen furchtbaren Schrei, dann war Hilal weg
Von Denis Fengler | Stand: 09:22 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten
Die Luruperin Monika Vietzen kann sich noch gut an den Tag von Hilals Verschwinden erinnern Die Luruperin Monika Vietzen kann sich noch gut an den Tag von Hilals Verschwinden erinnern
Die Luruperin Monika Vietzen kann sich noch gut an den Tag von Hilals Verschwinden erinnern
Quelle: dpa

Vor 19 Jahren verschwand die zehnjährige Hilal Ercan in Hamburg. Nun hat sich die Einheit „Cold Cases“ des Falles angenommen und hofft auf neue Erkenntnisse - dank einer Belohnung und einer Fahndungserinnerung.
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Als sie das Foto sieht von dem hübschen Mädchen mit den langen dunklen Haaren, den Plateauturnschuhen und dem orangefarbenen Pullover unter der gemusterten Winterjacke, ist auf einmal alles wieder da – als wäre es nicht schon Jahrzehnte her, sondern erst gestern passiert. Monika Vietzen ist aufgeregt. Es bricht förmlich aus der 75-Jährigen heraus. Sie will loswerden, was ihr auf der Seele liegt – was sie sah, an jenem Tag vor genau 19 Jahren, als die zehnjährige Hilal Ercan in Lurup verschwand.

Vietzen stellt ihre beiden Einkaufstüten ab. Läuft aus der Elbgaupassage, einem in die Jahre gekommenen Einkaufszentrum, auf den Parkplatz davor. Dann blickt sie auf das Hochhaus gegenüber. Es ist das Haus, in dem Hilal und ihre Familie wohnten. Vietzen selbst steht fast genau an jenem Punkt, an dem die Zehnjährige damals das allerletzte Mal gesehen wurde.

Fahndungserinnerung im Elbgau-Center soll sensibilisieren
Am 27. Januar 1999 hört Vietzen einen „furchtbaren“ Schrei durch ihr Küchenfenster. Den Schrei eines Kindes. Weil der Enkel längst aus der Schule zurück sein sollte, läuft sie zum Fenster. Von ihrer Wohnung hat sie freien Blick auf den Parkplatz. „Ich sah auf einmal einen alten BMW, in Dunkelblau oder Schwarz, mit Schnelligkeit hier hinten rausfahren, die Spreestraße und linksrum weg“, erinnert sie sich. Doch dann kam der Enkel und alles war gut – bis sie am Tag darauf vom Verschwinden Hilals erfuhr. Sie ist sich sicher, dass sie ihre Schreie hörte.

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Vietzens Aussage wurde längst von der Polizei aufgenommen, vor Jahren schon. Doch der Fall hat sie nie losgelassen – wie auch die zuständigen Ermittler nicht: Kriminalhauptkommissar Volker Quast etwa oder Polizeipsychologin Claudia Brockmann, deren Karrieren von dem Vermisstenfall begleitet wurden. Am Sonnabend brachten sie zusammen mit Steven Baack, dem Leiter der „Cold Cases“-Abteilung, eine Tafel im Elbgau-Center an: „Vermisst!“, heißt es darauf. „Wir suchen Hilal Ercan.“

Auch Kriminalkommissar Volker Quast lässt der Fall nicht los. Hier schraubt er die Fahndungserinnerung an eine Hauswand
Auch Kriminalkommissar Volker Quast lässt der Fall nicht los. Hier schraubt er die Fahndungserinnerung an eine Hauswand
Quelle: dpa

Es sei „die erste und bislang einzige Fahndungserinnerung“, die die Polizei in Hamburg aufgestellt habe, erklärte Ermittler Quast. „Hilal Ercan ist aber auch, und das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das einzige langzeitvermisste Kind in Hamburg. Und deshalb haben wir uns zu dieser Maßnahme entschlossen.“ Die Hoffnung, dass Hilal, die heute 29 Jahre alt wäre, noch lebt, ist wohl verschwindend gering. Dennoch: Für die Verwandten des Mädchens sei die Tafel eine Art „Festhaltepunkt“, erklärt Baack, der in engem Kontakt mit der Familie steht. Zeit heile keine Wunden, sondern sie mache sie schlimmer.

Baacks Einheit bearbeitet Fälle von Mord oder anderen schweren Gewaltverbrechen, die bislang nicht aufgeklärt werden konnten. In mindestens einem Fall waren sie bereits erfolgreich, konnten nach 36 Jahren einen Mörder überführen. Es waren insbesondere neue Zeugenaussagen, die die Ermittler auf die entscheidende Spur brachten. Darauf hoffen sie im Fall Hilal Ercan auch – auch wenn er kein typischer für die Einheit sei, wie Baack betont.

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„Der Fall war ständig in Bearbeitung und deshalb nie ein klassischer Cold Case“, sagt der 37-Jährige. „Seit dem Verschwinden Hilals haben unterschiedliche Sonderkommissionen oder Ermittlungsgruppen versucht, dieses Schicksal zu klären.“ Und auch nachdem die Ermittlungseinheiten eingestellt worden seien, habe es immer einen festen Ermittler gegeben, der unmittelbar Hinweise bearbeitet habe, sagt Baack. Als der letzte Fallführer Volker Quast jedoch mit deren Gründung zur „Cold Cases“-Einheit stieß, habe diese sich auch des Falls Hilal Ercan angenommen.

„Wir können nicht alles wieder aufschlüsseln, was unheimlich viele engagierte Kollegen schon gemacht haben“, sagt Baack. „Sondern wir betrachten die Ermittlungsergebnisse und überlegen, ob der Partner Zeit Unterstützung ist.“ Möglicherweise habe sich der Täter in den letzten 19 Jahren doch Mitwissern anvertraut. Und möglicherweise würden die mit Blick auf die 5000 Euro Belohnung oder aufgrund „ihrer moralischen Verantwortung“ mittlerweile doch eine Aussage machen.

Ein Verdächtiger gestand die Tat sogar
Insbesondere zwei Männer waren im Fall Hilal Ercan in den Fokus der Polizei gerückt: Joachim Q., der vier Monate nach ihrem Verschwinden in Lohbrügge eine Elfjährige auf dem Nachhauseweg abgefangen und missbraucht hatte. Nach der Tat hatte er die Schülerin wieder freigelassen. Auf seine Spur war die Polizei gekommen, weil sich ein misstrauischer Autofahrer das Kennzeichen seines Wagens gemerkt hatte.

Und Dirk A., ein verurteilter Kinderschänder, der heute in der forensischen Abteilung einer psychiatrischen Klinik lebt. Er galt lange als der Hauptverdächtige: Schließlich hatte er die Entführung und den Mord an Hilal Ercan 2005 gestanden. Seine Aussagen konnten jedoch nie bestätigt werden.

Polizeipsychologin Claudia Brockmann hat die Familie betreut und die Täterpersönlichkeit analysiert, hat die Vernehmungen unterstützt. „Es ist ganz wichtig, den Eltern endlich Gewissheit zu geben“, sagt sie. „Diese Ungewissheit ist so zermürbend und die Trauer so groß, sie können überhaupt nicht Abschied nehmen.“ Der Familie durch diese Dauerfahndung Unterstützung zu geben, das finde sie sehr wichtig. „Wir wollen der Familie das Signal geben, dass wir als Polizei alles tun, was man nur machen kann.“

https://www.welt.de/regionales/hamburg/ ... l-weg.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 30. Januar 2018, 18:15:31 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
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Hamburg
Vor 19 Jahren verschwand die zehnjährige Hilal. Dieser Polizist will den Fall jetzt lösen.
Das mysteriöse Verschwinden der zehnjährigen Hilal Ercan aus Hamburg sorgte vor 19 Jahren bundesweit für Aufsehen. Die Polizei nimmt sich den Fall jetzt noch einmal vor – und hat eine Hoffnung.

Daniel Wüstenberg
Daniel Wüstenberg
Nachrichtenredakteur

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Steven Baack und seine Kollegen greifen zum Schraubenzieher. Vier Schrauben halten das Bild – im Behördendeutsch eine "dauerhafte Fahndungserinnerung" – an einer Backsteinfassade im Hamburger Stadtteil Lurup. "Vermisst!", steht in roten Buchstaben hinter Plexiglas. "Wir suchen Hilal Ercan." Daneben: Das Bild eines dunkelhaarigen, lächelnden Mädchens, orangefarbener Pullover, schwarz-grau gemusterte Jacke.

In dem Stadtteil im Nordwesten Hamburgs kennen die Menschen dieses Bild, seit 19 Jahren. Damals verschwand das Mädchen spurlos und die Polizei suchte mit der Fotomontage nach Hilal – erfolglos, bis heute.

Birgit M. verschwand 1989, Wolfgang Sielaff gab nie auf und half, den Mordfall nch 28 Jahren zu lösen
"COLD CASE"
Sie wurde 28 Jahre vermisst. Die Polizei stellte Ermittlungen ein. Doch einer gab nie auf
Von Daniel Wüstenberg
Steven Baack war 1999 gerade volljährig geworden. Jetzt ist der dunkelblonde Mann Kriminalhauptkommissar und leitet die Ermittlungsgruppe "Cold Cases" der Hamburger Polizei. Die Aufgabe des Beamten und seiner Kollegen ist es, alte, ungelöste Fälle neu aufzurollen und sie zu lösen. Dass das klappen kann, hat die Spezialeinheit schon mehrfach bewiesen. Jetzt hoffen die Ermittler, dass sie Ayla und Kamil Ercan Gewissheit über das Schicksal ihrer Tochter geben können. Nach 19 Jahren.

Das rätselhafte Verschwinden von Hilal Ercan
Rückblick: Es ist der 27. Januar 1999, ein kalter, feuchter Mittwoch in der Hansestadt. Hilal besucht die vierte Klasse der Grundschule, am Vormittag gibt es Zeugnisse. Die Zehnjährige bringt gute Noten nach Hause, Hilal ist stolz auf ihre Leistung. Zur Belohnung bekommt sie von ihrem Vater eine D-Mark, sie will sich Süßigkeiten kaufen. Von dem neunstöckigen Hochhaus, in dem die Familie wohnt, sind es nur rund 100 Meter zu dem "Spar"-Supermarkt in dem kleinen Einkaufszentrum "Elbgaupassage", einmal über die Straße. Gegen 13.15 Uhr macht sich das Mädchen auf den Weg, der Gemüsehändler in der Passage will sie noch kurz gesehen haben – danach verliert sich ihre Spur. Um 13.22 Uhr wird in dem Supermarkt eine Packung "Hubba Bubba", Hilals Lieblingssüßigkeit, für eine D-Mark verkauft, das belegt die Kassenabrechnung des Ladens. Ob es die Zehnjährige war, die die Süßigkeiten bezahlt hat, daran kann sich die Kassiererin nicht erinnern. Hilal Ercan kommt nie wieder zu ihren Eltern zurück. Das Verschwinden der Zehnjährigen gehört bis heute zu den rätselhaftesten Fällen in der Hamburger Kriminalgeschichte.

Das Leid der Eltern
Für Hilas Eltern Ayla und Kamil, ihren Bruder Abbas und die Schwester Fatma begann eine jahrelange und bis heute andauernde Leidenszeit. Im vergangenen Jahr besuchte sie der stern, sie schilderten, dass sie auch knapp 20 Jahre nach dem Verschwinden keine Ruhe finden: "Für meine Frau und mich ist es immer noch so, als sei es gestern passiert. Genauso schmerzhaft", sagte der Vater. "Ich bin mit Schmerz aufgewachsen", ihr Bruder. Ein Bild von ihrer Tochter und Schwester stand nicht in der Wohnung, die Familie würde das nicht aushalten. Persönliche Gegenstände Hilals bewahrt sie in einem Koffer auf.

+++ Lesen Sie die Einzelheiten hier: "Ungeklärte Verbrechen: Wenn Kinder spurlos verschwinden" +++

Täglich werden bei der Polizei 250 bis 300 Menschen als vermisst gemeldet, fast die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. "Für ihr Verschwinden gibt es die unterschiedlichsten Gründe: Probleme in der Schule oder mit den Eltern, Liebeskummer", so das Bundeskriminalamt. 2016 wurden 94 Prozent der Fälle vermisster Kinder aufgeklärt. Die meisten davon schon nach wenigen Stunden oder Tagen. Laut der Hamburger Polizei ist Hilal Ercan das "einzige langzeitvermisste Kind" der Hansestadt.


Dass das Mädchen einfach abgehauen ist, kann sich niemand vorstellen. Die Eltern nicht, der Bruder nicht, die Schwester nicht und auch die Polizei nicht. "Wir nehmen an, dass Hilal einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist", sagte Volker Quast, Mitarbeiter der "Cold Case"-Einheit dem stern. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Täter Hilal in ein Auto gezerrt und sie zunächst in eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe gebracht hat. Möglicherweise wurde sie später vergraben."

Die jahrelangen Ermittlungen
Der Verdacht eines Verbrechens kam schon kurz nach dem Verschwinden des Mädchens auf. Zwei Busfahrer beobachteten an dem Tag einen großen kräftigen Mann mit rötlichen Haaren, der auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums am Arm eines dunkelhaarigen Mädchens im Alter der Vermissten gezogen hatte. Ganz in der Nähe wurden später die Haarspangen und ein Ohrring Hilals entdeckt – von ihrer eigenen Mutter, die verzweifelt nach ihrer Tochter suchte. Eine Zeugin hörte zum Zeitpunkt des Verschwindens Schreie eines Mädchens.

Weil ihre Tochter von dem Süßigkeiteneinkauf nicht zurückkehrte, begannen die Eltern früh, sich Sorgen zu machen. Sie riefen Bekannte an, fragten nach Hilal. Ohne Erfolg. Sie meldeten das Kind bei der Polizei als vermisst. Schon gegen 18 Uhr waren dutzenden Beamte in Hamburg-Lurup im Einsatz, suchten nach dem Kind, befragten mögliche Zeugen, verteilten Suchblätter. Ohne Erfolg. In den kommenden Tagen wurde die Suche verstärkt: Hundertschaften durchkämmten die Umgebung, ein Sonderkommission wurde gebildet, die Öffentlichkeit im großen Stil ins Boot geholt. Bald kannte fast jeder Hamburger das Bild von Hilal Ercan und doch blieb sie verschwunden. Die Familie ging durch die Hölle.

Sechs Tage nach dem Verschwinden kam Bewegung in den Fall. Ein anonymer Anrufer bestellte Ayla und Kamil Ercan zur Christuskirche im Hamburger-Stadtteil Eimsbüttel, sechs Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Er wisse etwas über den Verbleib von Hilal, ließ er die Familie wissen. Doch das Treffen platzte, der Grund war womöglich ein Polizeieinsatz in der Nähe der Kirche, der den Mann abgeschreckt haben könnte. Wer war der Anrufer? Ein Mitwisser? Ein Wichtigtuer? Das bleibt ungewiss, bis heute.

Es gab später sogar einen Tatverdächtigen: Der wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafte Dirk A. geriet sechs Jahre nach dem Verschwinden ins Visier der Fahnder. Doch auch diese Spur verlief ins Leere. Geständnisse wurden widerrufen, an den vermeintlichen Ablageorten fanden die Beamten nichts. Es gab keine Beweise für eine Schuld des Mannes. "Ob der verurteilte Sexualstraftäter die Ermittler damals täuschte, um sich in kruder Selbstwahrnehmung als wichtig erscheinen zu lassen oder ob er sich aus Feigheit über eventuelle strafrechtliche Konsequenzen zum Zurückziehen des Geständnisses entschloss, ist bis heute fraglich", sagt Ermittlungsgruppenleiter Baack.

2011 wandte sich die Polizei dann via ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" erneut an die Öffentlichkeit – jedoch ebenfalls ohne Erfolg.


In den 19 Jahren nach dem Verschwinden der Zehnjährigen haben die Ermittler über 600 Hinweise abgearbeitet, legten mehr als 100 Aktenordner an, doch der Fall bleibt ungelöst. "Hilal ist verschwunden wie ein Luftballon, ohne Spuren zu hinterlassen", stellte Polizist Quandt fest.

Die Hoffnung der Polizei
Jetzt hoffen die Ermittler um Kriminalhauptkommissar Steven Baack, dass sie den einen, entscheidenden Hinweis bekommen. "Die kleinste Information mag ein riesiges Puzzleteil darstellen, das ein Bild komplettiert", sagt der Beamte. Mit seinen Kollegen wird er sich erneut durch die Aktenordner wühlen, wieder Menschen befragen, neue Theorien aufstellen und wieder verwerfen. Vielleicht plagen den anonymen Anrufer von 1999 Gewissensbisse, vielleicht meldet er sich.

"Wir ermitteln in alle Richtungen! Definitiv ausgeschlossen ist einzig die Familie Hilals", sagt Baack mit Blick auf mögliche Täter. Die "dauerhafte Fahndungserinnerung" an dem Backsteinbau ist bei den Ermittlungen ein Baustein. Möglicherweise erinnert sich doch noch ein Zeuge, der im Umkreis des kleinen Einkaufszentrums wohnt, an Begebenheiten, die entfallen sind oder die bisher nicht der Polizei gemeldet wurden – das ist die große Hoffnung.

Das Plakat ist auch ein Signal an die Eltern des Mädchens und an den möglichen Täter. Die Ermittlungsbehörden versprechen: "Wir vergessen nicht und werden nicht aufgeben, Hilals Schicksal doch noch aufzuklären."

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verschwindens von Hilal Ercan führen, ist eine Belohung von 5000 Euro ausgelobt. Meldungen nimmt die Hamburger Polizei unter (040) 428656789 oder jede andere Polizeidienstsstelle entgegen.

https://www.stern.de/panorama/stern-cri ... e=standard


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 14. April 2018, 11:53:51 
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VERMISST
Neue Zeugenhinweise im Fall Hilal Ercan

Die damals zehn Jahre alte Hilal war vor 19 Jahren in Lurup spurlos verschwunden. Jetzt hat die Polizei neue Hinweise erhalten.

Hamburg. Die Hamburger Polizei hat 13 neue Hinweise im Fall der verschwundenen damals zehn Jahre alten Hilal Ercan erhalten. Fahnder hatten vor einigen Wochen an dem Ort, wo das Mädchen vor 19 Jahren zuletzt gesehen worden war, eine Hinweistafel angebracht.

Eine heiße Spur habe sich bislang nicht ergeben, sagte eine Polizeisprecherin. Die Ermittlungsgruppe Cold Cases sei aber noch dabei, die Hinweise abzuarbeiten. Genau 19 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens hatte die Polizei eine sogenannte Fahndungserinnerung an dem Einkaufszentrum in Lurup angebracht.

Tatverdächtiger zog Geständnis zurück
Dort war Hilal am 27. Januar 1999 zuletzt gesehen worden. Auf der Tafel ist ein Bild des Mädchens sowie ein Zeugenaufruf zu sehen. Für den entscheidenden Hinweis hat die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt.

Hilal ist das einzige Kind in Hamburg, das seit langer Zeit vermisst wird. 2005 hatte ein Tatverdächtiger bei der Polizei gestanden, Hilal entführt und getötet zu haben. Dann zog er jedoch sein Geständnis zurück und weigerte sich, den Ort zu zeigen, an dem er angeblich die Leiche abgelegt hatte.

Die Polizei ermittelt seit Januar erneut in alle Richtungen. "Definitiv ausgeschlossen ist einzig die Familie Hilals", hatte der Leiter der Ermittlungsgruppe Cold Cases, Steven Baack im Januar erklärt.

( lno )

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... Ercan.html


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