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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 16. Mai 2018, 16:48:42 
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Zweiter Prozess im Freiburger Missbrauchsfall

Gutachter rät zu Therapie für den Angeklagten

Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes bei Freiburg plädiert der psychiatrische Gutachter für eine Therapie des Angeklagten. Er müsse dauerhaft betreut werden.

Nach der Vergewaltigung eines Jungen durch einen Soldaten hat ein psychiatrischer Gutachter für den Mann eine Therapie vorgeschlagen. Der 50-Jährige müsse dauerhaft betreut werden, sagte der Sachverständige Hartmut Pleines am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg. Es handele sich bei dem Deutschen um einen Pädophilen, es bestehe ein Rückfallrisiko. Dieses sei jedoch nicht so gravierend, dass Sicherungsverwahrung gerechtfertigt wäre. Auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus komme nicht in Betracht.

Plädoyers ohne Öffentlichkeit – Urteil am Mittwoch öffentlich

Das Landgericht will am Mittwoch um 15:00 Uhr das Urteil verkünden. Hierzu seien Publikum und Presse zugelassen, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Die Plädoyers wurden am Dienstag hinter verschlossenen Türen gehalten. Als Grund nannte das Gericht Persönlichkeitsrechte des Angeklagten.

Die Staatsanwältin forderte nach eigenen Angaben zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung. Die Anwältin der Nebenklage, die das Opfer vertritt, plädierte auf elf Jahre Gefängnis, Sicherungsverwahrung und 12.500 Euro Schmerzensgeld für den Jungen.

"Verstörende und abstoßende Taten" – "Abnorme Sexualität"

Es handele sich um "verstörende und abstoßende Taten", sagte der Gutachter. Der Bundeswehrsoldat habe eine "abnorme Sexualität". Mit einer Therapie könne es gelingen, sie in den Griff zu bekommen. Eine psychische Erkrankung gebe es nicht, der Mann sei voll schuldfähig.

Gutachter: Für Ersttäter sei keine Sicherungsverwahrung angedacht

Die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung, wie sie die Staatsanwaltschaft und die Vertreterin der Nebenklage fordern, seien nicht gegeben, sagte Pleines. Der Mann habe von der Justiz 2007 zwar einen Strafbefehl wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhalten. An Kindern vergangen habe er sich aber vor den Taten in Staufen nicht. Für solche Ersttäter sei Sicherungsverwahrung nicht gedacht.

Festgenommen wurde der Soldat im vergangenen Oktober in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg im Elsass. Er sitzt seither, wie alle Verdächtigen, in Untersuchungshaft. Nach Angaben des Heeres ist er vorläufig des Dienstes enthoben und darf keine Uniform mehr tragen.

Staatsanwältin Nikola Novak sagte, es gebe zwar Hinweise auf mögliche weitere Taten. Beweisen ließen sich diese jedoch nicht. Der Soldat hat zugegeben, den aus Staufen bei Freiburg stammenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal gemeinsam mit der Mutter (48) und deren Lebensgefährten (39) vergewaltigt und Geld gezahlt dafür zu haben.

Lebensgefährte der Mutter nannte Gründe für Missbrauch

Der 39-jährige Lebensgefährte der Mutter – beide sind die Hauptangeklagten – sagte am Montag vor dem Landgericht Freiburg aus, allerdings zunächst als Zeuge. Dabei nannte er erstmals seine Motive: Er habe das Kind nach eigenen Worten aus sexuellen und finanziellen Gründen anderen Peinigern überlassen. Bereits in einem ersten Prozess vor einem Monat in Freiburg hatte der Mann die Taten gestanden, nun nannte er erstmals nähere Details und machte Angaben zu seinem Motiv. Die Mutter des Kindes sei ihm "hörig" gewesen, so habe er ungehindert handeln können. Nach seiner Festnahme habe er sich entschieden zu kooperieren. Er habe alle Täter genannt.

Insgesamt acht Prozesse in diesem Fall

Der neunjährige Junge wurde den Angaben zufolge von seiner Mutter und deren Lebensgefährten mehr als zwei Jahre lang Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen. Es gibt insgesamt acht Tatverdächtige, jeder von ihnen ist einzeln angeklagt. Weitere Prozesse folgen. Die Mutter und ihr Lebensgefährte müssen sich Justizangaben zufolge vom 11. Juni an in Freiburg vor Gericht verantworten.

STAND: 15.5.2018, 17:27 Uhr

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... g-100.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 24. Mai 2018, 16:57:00 
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24.05.2018 15:42

Junge jahrelang missbraucht: Verurteilter Soldat geht in Revision

Freiburg - Der im Staufener Missbrauchsfall zu acht Jahren Gefängnis verurteilte Bundeswehrsoldat hat beim Landgericht Freiburg Revision eingelegt.

Das teilte ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag mit. Zuvor war bereits die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil in Revision gegangen.

Der 50-jährige Soldat war in der vergangenen Woche zu der Freiheitsstrafe und zur Zahlung von 12.500 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden.

Der Mann hatte gestanden, im vergangenen Jahr einen heute neun Jahre alten Jungen aus Staufen bei Freiburg zweimal vergewaltigt zu haben. Dafür soll er der Mutter des Jungen und deren Lebensgefährten Geld gezahlt haben. Es ist das zweite Urteil in dem Missbrauchsfall, der Anfang des Jahres bekannt worden war.

Im Prozess gegen den Soldaten hatte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert, der Verteidiger vier Jahre Haft ohne Sicherungsverwahrung.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang in Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter und ihr Lebensgefährte sollen dafür verantwortlich sein. Sie müssen sich im Juni vor Gericht verantworten.

https://www.tag24.de/nachrichten/stuttg ... dat-598984


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 13:36:10 
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03.06.2018 09:32

Mutter missbraucht jahrelang eigenen Sohn und verkauft ihn

Freiburg - "Pädophilenring zerschlagen". Hinter dem Titel einer Pressemitteilung der Justiz im Januar sollte sich Entsetzliches verbergen. Ein Kind wird über Jahre vergewaltigt und gegen Geld zum Missbrauch angeboten. Nun beginnt der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Haupttäter.

Der Fall liegt jenseits aller Vorstellungskraft und brachte auch erfahrenste Ermittler an ihre Grenzen. Eine Mutter soll ihr eigenes Kind gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten immer wieder missbraucht, vergewaltigt und auch an andere Männer verkauft haben.

Am nächsten Montag (11. Juni) beginnt vor dem Landgericht Freiburg der Prozess gegen die 48 Jahre alte Frau und ihren einschlägig vorbestraften 39 Jahre alten Freund aus Staufen bei Freiburg.

Ihnen wirft die Anklage unter anderem besonders schwere Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, besonders schwere Zwangsprostitution und Verbreitung kinderpornografischer Schriften vor. Beide Angeklagte sitzen seit September vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Der Missbrauch des heute Neunjährigen soll zwischen 2015 und 2017 stattgefunden haben.

Immer wieder hatten Mutter und Lebensgefährte den kleinen Jungen auch anderen Männern überlassen. Gegen Geld. Oder auch mal gratis als Freundschaftsdienst.

Der Junge wurde der Anklage zufolge auch gefilmt während der Vergewaltigungen und das Material zum Teil an Gleichgesinnte weitergegeben. Er wurde während der Taten beschimpft, geschlagen, bedroht und gedemütigt. Reue zeigte der Lebensgefährte der Mutter, der in den vergangenen Wochen auch in Prozessen gegen andere mutmaßliche Vergewaltiger des Kindes als Zeuge aussagte, bisher nicht.

Das Landeskriminalamt bezeichnete die Verbrechen als schwerwiegendsten Fall des sexuellen Kindesmissbrauchs, den die Polizei im Südwesten je bearbeitet hat.

Neben dem Paar wurden weitere sechs Verdächtige festgenommen; gegen jeden von ihnen wird einzeln verhandelt. Zwei Männer sind bereits verurteilt - allerdings nicht rechtskräftig.

Ein 43-Jähriger steht ebenfalls am 11. Juni vor Gericht, allerdings in Karlsruhe.

Der einschlägig vorbestrafte Mann aus Schleswig-Holstein war nach einer von den Ermittlern fingierten Verabredung für den Missbrauch des Jungen angereist und am Hauptbahnhof Karlsruhe festgenommen worden.

https://www.tag24.de/nachrichten/freibu ... ung-620143


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 17:42:20 
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Missbrauchsfall in Staufen

Staatsanwaltschaft wirft Schweizer Maurer schwere Vergewaltigung vor

Mehr als zwei Jahre lang soll ein Junge aus Staufen von Männern aus dem In- und Ausland missbraucht worden sein. Nun muss sich auch ein Maurer aus der Schweiz verantworten.

Mittwoch, 06.06.2018 11:40 Uhr

Knapp fünf Monate nach Bekanntwerden des schweren Missbrauchs eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat der Prozess gegen einen weiteren von insgesamt acht mutmaßlichen Tätern begonnen. Angeklagt ist ein 37 Jahre alter Mann aus der Schweiz: Jürgen W.

Dem gelernten Maurer aus dem Schweizer Kanton St. Gallen werde unter anderem schwere Vergewaltigung zur Last gelegt, sagte Staatsanwältin Nikola Novak zum Prozessauftakt vor dem Freiburger Landgericht. Der Mann soll den Jungen aus Staufen dreimal sexuell missbraucht haben.

Die Mutter, Berrin T., und ihr Lebensgefährte, Christian L., sollen das Kind für den Missbrauch zur Verfügung gestellt und im Internet angeboten haben. Der heute neun Jahre alte Junge aus Staufen wurde den Angaben zufolge mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt. Die Taten wurden der Anklage zufolge gefilmt, die Aufnahmen stellte das Paar auch anderen zur Verfügung.

Der angeklagte Jürgen W. sei von Spätherbst 2016 bis Januar 2017 mehrfach aus der Schweiz ins südliche Baden-Württemberg gereist, um den Jungen zu vergewaltigen, sagte Novak. Die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte hätten dies unterstützt.

Es gibt insgesamt acht Verdächtige. Jeder von ihnen ist einzeln angeklagt. Einer der Täter wurde bereits zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein Bundeswehrsoldat erhielt eine Haftstrafe von acht Jahren.

Christian L. hat in den Verfahren bereits als Zeuge ausgesagt und den Missbrauch des Jungen gestanden. Der Prozess gegen ihn und Berrin T. beginnt am 11. Juni. Ein Urteil gegen Jürgen W. soll es den Angaben zufolge im Laufe des Juni geben.

fok/dpa

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/f ... 11462.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 17:46:58 
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Staufener Missbrauchsfall

Sein falsch geparkter Wagen in Staufen brachte die Ermittler auf die Spur des 37-jährigen Schweizers

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Mi, 06. Juni 2018 um 15:18 Uhr

Staufen

Jürgen W. soll sich unter einem Pseudonym zum Missbrauch des Achtjährigen in Staufen verabredet haben. Die Ermittler kamen nur auf seine Spur, weil er eine Festplatte nicht löschte – und in Staufen falsch parkte.

Von Mittwoch an muss sich der 37-jährige Jürgen W. vor dem Landgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung verantworten.

Der Prozess gegen den 37-jährigen Jürgen W. ist die dritte gerichtliche Aufarbeitung im Staufener Kindesmissbrauchsfall vor dem Landgericht Freiburg. Christian L. und Berrin T. sollen den neunjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen aus ihrem Bekanntenkreis missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Einer von ihnen soll Jürgen W. sein.Das Gericht hat vier Verhandlungstage eingeplant und in der Sache sechs Zeugen und einen psychiatrischen Sachverständigen geladen. Zwei Männer, die das Kind missbraucht haben, wurden bereits verurteilt: Markus K. aus dem Breisgau zu zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung; der Bundeswehrsoldat Knut S. aus dem Elsass zu acht Jahren Haft; Knut S. hat Revision beantragt. Die Verhandlung wird am Donnerstag um 8.30 Uhr fortgesetzt.

Weiterer Gang des Verfahrens

14.30 Uhr: Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin erklärt, wie das Verfahren weiter ablaufen wird. Am Vormittag sei die Vernehmung zur Sache des Angeklagten abgebrochen worden. Diese werde am heutigen Nachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Für die Öffentlichkeit wird die Verhandlung am Donnerstag um 8.30 Uhr fortgesetzt. Dann sollen mehrere Polizeibeamte unter anderem über die Aussagen des Angeklagten und zur Auswertung seines Computer sprechen, außerdem soll Christian L. als Zeuge aussagen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit soll am Nachmittag der forensische Gutachter Hartmut Pleines aussagen.

Aussage des Ermittlers S.

13.45 Uhr: Erster Zeuge im Verfahren ist der Polizeibeamte S., der teilweise die Ermittlungen gegen den Angeklagten geleitet hat. S. beschreibt den Gang der Ermittlungen, zählt die Informationen auf, die Christian L. den Beamten gab: den Codenamen "Alphaville", eine körperliche Beschreibung des Mannes, der sich als Österreicher ausgab, und eine Beschreibung seines Renault Twingos. L. habe auch Tatorte in Staufen gezeigt und die Taten beschrieben, erst zwei, dann noch eine dritte. Kennengelernt hätten L. und der Angeklagte sich im sogenannten Darknet; außerdem hätten Christian L. und Jürgen W. ein Drehbuch für die Taten verabredet. W. habe die Kamera mitgebracht, diese an einem Baum festgemacht, bevor er sich dem Kind gegenüber als Polizist ausgegeben habe.

Der Ermittler beschreibt die Auswertung des Rechners, den der Angeklagte dem Jungen nach dem Missbrauch geschenkt hatte: wiederhergestellte kinderpornographische Bilder und Belege für 30.000 Suchanfragen, die sich auf sexuelle Inhalte bezogen.

Wie schon im Fall Knut S. sei es auch in diesem Fall das Auto des Angeklagten, dass die Ermittler auf die heiße Spur brachte: Am Tag der ersten Tat parkte der Angeklagte unweit des Tatorts in Staufen seinen Renault Twingo in einer Feuerwehreinfahrt und wurde dabei erwischt. Für das Bußgeldverfahren wurde das Auto fotografiert. Christian L. erkannte den Wagen bei Vorlage des Fotos wieder. Daraufhin erging Haftbefehl gegen W. Er wurde in Österreich festgenommen. Auf dem Handy, das er dabei hatte, befand sich ein kinderpornographisches Bild und mehrere Bilder von Kleinkindern.

"Er wollte alles ein bisschen rechtfertigen, erklären, wie er da reingerutscht ist."
Ermittler S. über Jürgen W.

Während der Aussage des Ermittlers sitzt Jürgen W. sehr aufrecht auf seinem Platz, hört zu, kommt zwei Mal mit allen Verfahrensbeteiligten an den Richtertisch, um Beweise anzuschauen.

Dann geht es um Aussagen, die der Angeklagte gegenüber dem Ermittler gemacht hat, unter anderem auf einer Autofahrt. "Er hatte von sich aus viel Redebedarf", sagt der Ermittler. "Er wollte alles ein bisschen rechtfertigen, erklären, wie er da reingerutscht ist." W. habe ihm geschildert, dass er eine Sendung von Stern TV gesehen habe, in der erklärt worden sei, wie man ins Darknet gelange, und es dann erstmals ausprobiert. Als er dann erstmals kinderpornographische Bilder gesehen habe, sei er erschrocken, habe jedoch wieder und wieder die Seiten aufgerufen. In die Treffen habe er "nur eingewilligt".

Staatsanwältin Nikola Novak will wissen, ob es nur durch die Aussage von Christian L. möglich wurde, den Angeklagten zu ermitteln, oder ob die beiden Fehler die er gemacht habe - das schlechte Löschen des verschenkten Laptops und das falsche Parken in Staufen - ausschlaggebend gewesen seien. "Ohne die beiden Fehler hätten wir ihn nur mit den Aussagen von Christian L. nicht ermitteln können."

Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer der Aussage von Jürgen W.

10.20 Uhr: Die Öffentlichkeit wird für die Aussage des Angeklagten zu seiner Person und zur Sache ausgeschlossen. Anschließend will das Gericht die Videos der Tat in Augenschein nehmen. Für 13.30 Uhr ist der erste Zeuge geladen, dann wird die Verhandlung wieder öffentlich.

Verlesung der Anklage

10 Uhr: Staatsanwältin Nikola Novak trägt die Anklage vor, beschreibt kurz, wie Christian L. den achtjährigen Jungen mit Einwilligung und Beteiligung der Mutter zunächst selbst missbrauchte, bevor er ihn dann im so genannten Darknet für Sexualkontakte anbot. Dann beschreibt sie die drei Taten, wegen denen Jürgen W. angeklagt wird. Diese fanden im Dezember 2016 und Januar 2017 statt. Im ersten Fall missbrauchte Christian L. das Kind im Freien, wobei Jürgen W. ihn absprachegemäß überraschte. W. gab sich dem Kind gegenüber als Polizist aus, drohte ihm mit der Unterbringung im Heim und missbrauchte ihn dann selbst. Die Tat wurde gefilmt, anschließend erhielt das Kind Geld und einen gebrauchten Laptop. Zwei weitere Taten fanden in einem Auto statt, auch diese wurden gefilmt. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft Jürgen W. den Besitz kinderpornographischer Schriften vor: auf dem Laptop, den er dem Jungen nach der ersten Tat gab, konnte kinderpornographisches Bildmaterial wiederhergestellt werden.

Konkret wirft die Staatsanwaltschaft Jürgen W. folgende Delikte vor: Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Verbreitung und Erwerb kinderpornographischer Schriften und Zwangsprostitution.

Entscheidung über den Ausschluss der Öffentlichkeit

9.50 Uhr: Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin trägt die Entscheidung vor: Die Öffentlichkeit wird für die Aussage des Angeklagten, die Inaugenscheinnahme der Tatvideos, für die Aussage des psychiatrischen Sachverständigen Hartmut Pleines, die Schlussvorträge und das letzte Wort des Angeklagten ausgeschlossen.

"Die Öffentlichkeit muss sich auch bei Sexualdelikten wie dem hier vorliegenden ein eigenes Bild vom Gang des Verfahrens machen."

Vorsitzender Richter Stefan Bürgelin
So werden einerseits schutzwürdige Interessen des Angeklagten geschützt, andererseits gesichert, dass die Öffentlichkeit in ausreichendem Maße über den Inhalt des Verfahrens informiert werde. Für einen weitergehenden Ausschluss der Öffentlichkeit lägen keine Voraussetzungen vor. "Die Öffentlichkeit muss sich auch bei Sexualdelikten wie dem hier vorliegenden ein eigenes Bild vom Gang des Verfahrens machen", sagt Bürgelin. Auch in den Prozessen gegen Markus K. und Knut S. hatte das Gericht so entschieden.

Beratung über den Ausschluss der Öffentlichkeit

9.05 Uhr: Für die Beratung über den Ausschluss der Öffentlichkeit wird jetzt nicht-öffentlich verhandelt.

Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit

8.40 Uhr: Die Verhandlung beginnt. Angeklagt ist der 37-jährige Jürgen W., der vor seiner Festnahme in Au im Schweizer Kanton St. Gallen wohnte. W., dunkle Haare, Halbglatze, kariertes Hemd, hält sich einen Aktenordner vor das Gesicht, um sich vor den Fotografen und Filmkameras zu schützen. W. befindet sich seit Ende November in Haft. Er wurde in Österreich festgenommen und im Dezember nach Deutschland übergeben. Wie der Verteidiger im zuletzt verhandelten Prozess gegen Knut S. beantragt Jürgen W.s Verteidiger Robert Phleps den Ausschluss der Öffentlichkeit für die gesamte Dauer der Verhandlung, inklusive der Verlesung von Anklage und Urteilsbegründung. Staatsanwältin Nikola Novak tritt dem Antrag entgegen. Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück.

Prozess gegen Mutter und Lebensgefährten

Der Prozess gegen Christian L. und die Mutter des Jungen, Berrin T. beginnt am 11. Juni am Landgericht Freiburg. Auch gegen einen Mann aus Spanien, der für den Missbrauch des Kindes mehrere tausend Euro gezahlt haben soll, soll noch in Freiburg verhandelt werden. Am gestrigen Dienstag wurde ein Mann aus Neumünster, mit dem Christian L. sich zum wechselseitigen Missbrauch der jeweils eigenen Kinder verabredet hatte, wegen Missbrauchs seiner siebenjährigen Tochter zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

http://www.badische-zeitung.de/staufen/ ... 97196.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 17:52:08 
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Prozess

Staufener Missbrauchsfall: Angeklagter entwickelte Drehbuch für Kindesmissbrauch

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Do, 07. Juni 2018 um 16:15 Uhr

Staufen

Zwei Männer verabreden sich zum Missbrauch eines Kindes – und besprechen detailliert, wie dieser ablaufen soll: Am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen Jürgen W. sagte Christian L. als Zeuge gegen den angeklagten Schweizer aus.

Der Prozess gegen den 37-jährigen Jürgen W. ist die dritte gerichtliche Aufarbeitung im Staufener Kindesmissbrauchsfall vor dem Landgericht Freiburg. Christian L. und Berrin T. sollen den neunjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen aus ihrem Bekanntenkreis missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Einer von ihnen soll Jürgen W. sein.Das Gericht hat vier Verhandlungstage eingeplant und in der Sache sechs Zeugen und einen psychiatrischen Sachverständigen geladen. Zwei Männer, die das Kind missbraucht haben, wurden bereits verurteilt: Markus K. aus dem Breisgau zu zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung; der Bundeswehrsoldat Knut S. aus dem Elsass zu acht Jahren Haft; Knut S. hat Revision beantragt.

Weiterer Gang des Prozesses

15.30 Uhr: Da ein Verfahrensbeteiligter einen Termin hat, wird die Verhandlung für heute beendet. "Sie müssen dann noch einmal kommen", sagt der Vorsitzende Richter zu Christian L. "Keine Sorge, ich haue nicht ab", antwortet der. Der Prozess wird am 21. Juni 2018 fortgesetzt.

Aussage von Christian L.

13.10 Uhr: Nächster Zeuge ist Christian L., der mutmaßliche Haupttäter. Der Prozess gegen ihn und gegen Berrin T. beginnt am kommenden Montag in diesem Saal. L. hat seit seiner Aussage im Prozess gegen Markus K. seine Frisur gewechselt, hat keinen kurzen Irokesen-Schnitt mehr, sondern trägt zum Ziegenbart jetzt die Haare gleichmäßig kurz, und ist mit Jeans, T-Shirt und einer Steppweste bezogen. Bevor er seine Aussage beginnt, lässt er sich vom Vorsitzenden Richter noch einmal erklären, welchen Umfang sein Auskunftsverweigerungsrecht nach §55 STPO hat, beziehungsweise ob er in seiner Aussage neue Informationen geben könne.

L. beginnt. "Der Kontakt mit dem Angeklagten besteht schon seit 2015", sagt er. Im April 2016 habe die Kriminalpolizei Freiburg eine Hausdurchsuchung durchgeführt und ihn darüber informiert; er sei nicht im Haus gewesen, habe jedoch einen Laptop bei sich getragen. Er habe noch genug Zeit gehabt, einen Laptop mit reichlich Kinderpornographie und Missbrauch-Videos, die ihn und den Jungen zeigten, bei seiner Schwester zu verstecken. L. beschreibt, wie er danach wieder im Darknet tätig war, und in einem einschlägigen Forum "Alphaville" als Moderator kennenlernte. Moderatoren hatten dort Administratoren-Rechte, posteten Bilder. "Ich war circa drei, vier Monate lang dort tätig", sagt L. "Dann gab es aber wohl eine Polizeiaktion und im Sommer 2015 wurde die Seite geschlossen." Mit dem Betreiber der Seite und anderen Moderatoren habe er Kontakt über Tor-Messenger behalten; einer habe schließlich den Kontakt zu "Alphaville" vermittelt. Da habe Christian L. festgestellt, dass man sich bereits aus dem Forum gekannt habe.

"Es ist schon so, dass es nicht ums Finanzielle geht."Christian L.

L. beschreibt ein erstes Treffen in Staufen, das gescheitert sei, weil man sich gegenseitig nicht erkannt habe. Dann beschreibt er das zweite Treffen im Wald, bei dem der Angeklagte sich als Polizist ausgab und das Kind missbrauchte. "Es war relativ leicht", sagt Christian L. "Man hätte ihm nichts vorspielen müssen. Ich habe mir nur gedacht, vielleicht macht es das ein bisschen leichter."

Der Vorsitzende Richter will mehr über seine Motivation wissen. "Es ist schon so, dass es nicht ums Finanzielle geht", sagt Christian L. Eigentlich "stünde er nicht auf Jungen". Richter Bürgelin fragt nach, warum der Spanier, der als erster Kunde den Jungen missbrauchte, Summen in Höhe von mehreren Tausend Euro zahlte, der heute Angeklagte, der das Kind danach missbrauchte, jedoch nur geringe Summen. Der Spanier habe die hohen Summen gleich selbst angeboten, der Angeklagte sei zur Tatzeit aber wohl arbeitslos gewesen, daher habe er weniger gefordert. Gefilmt worden sei für den Eigenbedarf. Nach der ersten Tat habe "Alphaville" den Zugang zu zwei weiteren Foren ermöglicht. "Er war schon im Darknet bekannt dafür, dass er Kontakt zu pädosexuellen Frauen suchte", sagt Christian L.

Richter Bürgelin fragt detailliert zu den drei Taten nach, will wissen, wer welchen Teil des jeweiligen Drehbuchs bestimmt hatte, welche einzelnen Missbrauchshandlungen abgesprochen waren. Ein Abflauen des Kontakts nach dem ersten Treffen will Christian L. bei Jürgen W. nicht bemerkt haben. "Wir haben noch am gleichen Abend wieder miteinander geschrieben, in den Tagen und Wochen darauf auch mal bis drei, vier Uhr."

Christian L. gefällt sich in seiner Rolle als Zeuge der Anklage. Er hört sich offensichtlich gerne reden, erzählt viele Details, antwortet ausführlich und selbstverständlich die Fragen zur Tatausführung, gibt vor, jetzt zu kooperieren, damit das Kind den Missbrauch irgendwann verarbeiten könne. "Dass ich der Haupttäter bin, ist absolut richtig", sagt er irgendwann. Dass er das Kind im Darknet angeboten habe, sei allerdings so nicht korrekt. "Das klingt, als hätte ich eine Kontaktanzeige aufgegeben. [Junge], 9 Jahre. Ich habe ihn nur im Tor-Messenger angeboten."

Dann wird es kleinteilig; detailliert geht es – meist am Richtertisch - um einzelne Chats, Namen in Buddylisten, Fotos.

Antrag auf Ladung eines weiteren Zeugen

11.55 Uhr: Staatsanwältin Nowak bittet um die Ladung eines BKA-Ermittlers, der zu den Aktivitäten des Angeklagten in Darknet-Foren aussagen kann. Verteidiger Phleps tritt dem Antrag entgegen. Nebenklagevertreterin Ravat unterstützt den Antrag, diese Informationen seien wichtig, um festzustellen, mit welcher Intensität der Angeklagte seinen Interessen nachgegangen sei. Auch Gutachter Pleines unterstützt den Antrag. Bis 13 Uhr ist die Verhandlung für eine Mittagspause unterbrochen.

Rückblick auf den ersten Prozesstag: Sein falsch geparkter Wagen in Staufen brachte die Ermittler auf die Spur des 37-jährigen Schweizers

Aussage des Ermittler W.

10.55 Uhr: Zweiter Zeuge ist der Ermittler W. von der Kriminalpolizei Freiburg. "Ich habe viel in diesem Fall ermittelt", sagt er zu Beginn mit klarer Stimme. Fünf oder sechs Mal habe er den Angeklagten vernommen. "Er hat zugegeben, dass er der Alphaville war", sagt W. "Und mir auch bald gesagt, wo ich die Dateien finde, die für mich wichtig sind." Ein handschriftliches Geständnis des Angeklagten, dass dieser in der Haft in Österreich anfertigte, habe er gesichert und gelesen.

W. erzählt von der Aussagen des Angeklagten über den ersten Missbrauch. "Er hat gesagt, er sei überfordert gewesen", sagt W. "Überfordert, das war sein Lieblingswort." Vor dem zweiten Missbrauch hätten Christian L. und er daher ein Drehbuch entwickelt, und den Missbrauch dementsprechend durchgeführt. Danach hätte Jürgen W. nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr mit Christian L. gehabt.

"Wir müssen davon ausgehen, dass wir nicht von allem Aufnahmen haben."

Ermittler W.
Der Ermittler spricht über die Videoaufnahmen. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir nicht von allem Aufnahmen haben", sagt er. Der Ermittler schildert, wie versucht wurde, die genauen Termine der Taten festzustellen, zu ermitteln, wann welches Video aufgenommen wurde. "Ab der vierten Vernehmung wurde es ein bisschen schwierig", sagt W., dabei habe der Angeklagte Jürgen W. sich geweigert, die Videos der Taten sehen zu wollen.

"In der Zwischenzeit war wohl der Herr Pleines bei ihm gewesen", sagt W. in Bezug auf den psychiatrischen Gutachter. "Da wurde er ein bisschen vorsichtiger." Dem Ermittler gegenüber hatte der Angeklagte behauptet, er habe sich nach den Taten nicht mehr mit Kinderpornographie beschäftigt, das hätten die Ermittlungen nicht bestätigt: Noch kurz vor der Festnahme habe er Kinderpornographie auch mit Babys und Kleinkindern konsumiert und in verschlüsselten Chats auf seinem Smartphone darüber kommuniziert. "Da ist es ganz übel geworden", sagt der Ermittler.

Der Angeklagte habe versucht, weitere Treffen durchzuführen, sei auf der Suche nach pädosexuellen Frauen gewesen, um mit deren Einwilligung ihr Kind zu missbrauchen: "Er wollte unbedingt eine treffen." Hinweise auf tatsächlich erfolgte Treffen und weitere Missbräuche habe es jedoch nicht gegeben. "Es gibt ja gottseidank wenige wie den L., die es durchziehen", sagt der Ermittler.

"Man soll den Eindruck haben, dass die Initiative von ihm ausgeht."
Ermittler W.

Staatsanwältin Nowak fragt nach, was die Mutter des Angeklagten wisse. "Bis vorgestern wusste sie nicht, was genau der Vorwurf hier ist", sagt er. "Da hat er es ihr wohl erzählt." Für sie sei der Angeklagte immer noch "der guter Bub".

Novak stellt eine Nachfrage zum Video der ersten Tat und einer Unterhaltung zwischen dem Angeklagten und dem Jungen. "Es fängt damit an, dass er sich als Polizist ausgibt", sagt W. Später sei es in dem Gespräch um die Mutter gegangen."Mutter ist die Gute, die macht Essen", zitiert W. den Jungen. "Zwei Sätze später sagt er dann allerdings, dass sie es wisse. Er versucht aber, sie herauszuhalten."

Aussage des Ermittlers B.

9.55 Uhr: Erster Zeuge des zweiten Verhandlungstages ist der Polizist B., der das Ermittlungsverfahren für den gesamten Staufener Missbrauchsfall vom LKA übernommen hat; er hat auch in den ersten beiden Verfahren ausgesagt. B. fasst noch einmal den Gang der Ermittlungen zusammen, berichtet vom anonymen Hinweisgeber, der LKA und BKA informierte, die darauf folgende erfolglose Schulfahndung, die Ermittlungen unter bereits straffällig gewordenen Sexualstraftätern und die Festnahme von Christian L. und Berrit T. in Münstertal.

"Der Herr L. war von Anfang an willig, mitzuwirken", sagt der Ermittler; L. habe alsbald von drei weiteren Tätern erzählt - den bereits verurteilten Markus K. und Knut S. sowie "Alphaville", einen Österreicher der Markus hieße und das Kind zweimal missbraucht hätte. Man habe sich im Darknet kennengelernt, "Alphaville" sei Administrator eines Boards gewesen. Unter anderem habe man in einem Pädophilen-Rollenspielchat kommuniziert.

B. beschreibt Christian L.s Aussage zum Missbrauch des Kindes durch Jürgen W., die Absprache, dass W. Christian L. und das Kind überraschen werde, sich als Polizist ausgeben und dem Kind drohen würde. Zunächst habe L. zwei Missbräuche des Kindes durch Jürgen W. angegeben, bei einer Tatortbegehung dann einen dritten. Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin will wissen, ob L. bewusst gelogen habe. "Nein", sagt B. "Es ist eher anzunehmen, dass es ihm entfallen war." Dann will er wissen, was Christian L. motiviert habe, das Kind anzubieten. "Er hat gesagt, dass er eigentlich auf Mädchen stehe," sagt der Beamte. Zu Mädchen hätte er keinen Zugang gehabt. "Es hätte ihn erregt, wenn zuvor andere Männer [das Kind] missbraucht hätten." Finanzielle Interesse habe Christian L. nicht gehabt. Bei Berrin T. sei das anders gewesen. Sie hätte laut Christian L. großes Interesse daran gehabt, dass nur der "Spanier" das Kind missbrauche. Der sei der einzige Mann gewesen, der "richtig hohe Summen" gezahlt habe.

L. kooperiere jetzt, weil er Interesse hätte, seine Strafe gering zu halten – und auch gerne "Teil des Ermittler-Teams" sei. Im Fall Daniel V., der in Karlsruhe festgenommen wurde, habe Christian L. großes Interesse gehabt, dass dieser festgenommen werde: V. habe sich verabreden wollen und hätte Interesse daran bekundet, den Jungen nach dem gemeinsamen Missbrauch grausam zu töten.

Dann werden, wie schon in den ersten beiden Prozessen, Videos von einer Begehung der Tatorte der Polizei mit Christian L. gezeigt; L. zeigt eine Bank am Rand von Staufen vor, beschreibt das Treffen mit und den Missbrauch des Kindes durch "Alphaville" in unmittelbarer Nähe im Wald. Jürgen W. schaut aufmerksam auf den Videoschirm. "(Das Kind) hat geglaubt, dass er tatsächlich Polizist ist", sagt Christian L. an einer Stelle.

"Alphaville wollte, dass ich das nicht aufkläre für weitere Treffen." Mit der ihm eigenen Gleichgültigkeit beschreibt Christian L. an einem anderen Tatort eben diese weiteren Treffen, beschreibt mit großer Selbstverständlichkeit grausame Details zwei weiterer Missbräuche. Alle drei Taten wurden gefilmt: sowohl von Jürgen W., als auch von Christian L.

Ermittler B. beschreibt, dass Ermittlungen des BKA in Bezug auf den Rollenspiel-Chat gezeigt hätten, dass der Angeklagte dort mehr Rechte als ein normaler Nutzer gehabt habe.

Staatsanwältin Nikola Novak befragt den Ermittler, will mehr wissen über die Kontaktlisten des Angeklagten im Tor-Chat, seine Kommunikation in Foren, dann stellt sie ihm Fragen zur den Videos, die auf den diversen Festplatten des Angeklagten gefunden wurden. "Das war Kinderpornographie mit extremer Gewalt, Gewaltexzessen", sagt B. "Das ist unbeschreiblich." Selbst der erfahrene Ermittler sei davon erschüttert gewesen.

Prozess gegen Mutter und Lebensgefährten

Der Prozess gegen Christian L. und die Mutter des Jungen, Berrin T. beginnt am 11. Juni am Landgericht Freiburg. Auch gegen einen Mann aus Spanien, der für den Missbrauch des Kindes mehrere tausend Euro gezahlt haben soll, soll noch in Freiburg verhandelt werden. Am gestrigen Dienstag wurde ein Mann aus Neumünster, mit dem Christian L. sich zum wechselseitigen Missbrauch der jeweils eigenen Kinder verabredet hatte, wegen Missbrauchs seiner siebenjährigen Tochter zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

http://www.badische-zeitung.de/staufen/ ... 43756.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 17:58:31 
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Freiburger Missbrauchsfall

09.06.2018

Eine Mutter sieht zu, wie der Freund ihren Sohn vergewaltigt

In Staufen bei Freiburg hat ein Verbrechen die Menschen aufgewühlt. Jetzt beginnt der Prozess. Der Vermieter der Angeklagten hat viel zu erzählen.

Von Mirjam Moll

Das Kind soll für sie wie eine Sache gewesen sein, einen Namen brauchte es da nicht. In den bisherigen Vernehmungen nannten sie es nur „den Jungen“. Was ist das für eine Mutter, die ihr Kind missbraucht und an Pädophile verkauft? Was ist das für ein Lebensgefährte, der den Kleinen vergewaltigt? Die Menschen in Staufen haben sich die Köpfe zerbrochen über diese Fragen. So viel Grausamkeit in ihrem Städtchen, 8000 Einwohner, Breisgau-Romantik. Und jetzt der Prozess.

Woher Goethe seine Inspiration für den Faust nahm, ist leicht nachzuvollziehen. Vor dem Ort erhebt sich die Burgruine, das Wahrzeichen Staufens wenige Kilometer von Freiburg entfernt. An den Hängen wächst Spätburgunder und Chardonnay. Der Wein blüht früh dieses Jahr, das könnte die Lese gefährden. Der Sommerregen droht die Trauben zur Fäule zu bringen, die Ernte wäre dahin. Der historische Kern wird von einem Bach durchzogen, Kopfsteinpflaster ziert die Fußgängerzone, das Goethe-Haus, der Dekoladen Faust & Gretchen und die Faust-Apotheke erinnern an den berühmtesten Einwohner, Doktor Johann Georg Faust, und die wohl bekannteste gleichnamige literarische Aufarbeitung. Doch die malerische Kulisse hat Risse bekommen.

Im Januar wurde das Verbrechen an dem heute neun Jahre alten Jungen bekannt, der von seiner Mutter Berrin T. und ihrem Liebhaber Christian L. zigfach missbraucht und im Darknet, der Internet-Plattform für illegale Geschäfte, pädophilen Männern angeboten wurde. Mehr als zwei Jahre ging das so.

Ein Rückblick. Im März 2017 holte das Jugendamt den Jungen nach ersten Hinweisen auf mögliche Missstände aus der Familie. Doch das Familiengericht Freiburg entschied nach nur einem Monat, dass er wieder zu seiner Mutter zurücksoll. Der Lebensgefährte, ein vorbestrafter Sexualstraftäter, durfte offiziell keinen Umgang mit dem Kind haben. De facto ging er bei der Frau ein und aus. Es muss die Hölle für das Kind gewesen sein. Im September schließlich ging ein anonymer Hinweis beim Landeskriminalamt in Stuttgart ein. Die Polizei fischte eine belastende Festplatte mit Film- und Datenmaterial aus dem Stadtsee. Sie nahm das Paar fest, das Kind kam in staatliche Obhut.

Der Angeklagte spricht - aber Reue ist das nicht

Zwei der Männer, die sich an dem Kind vergangen hatten, standen bereits vor Gericht. Insgesamt gibt es acht Tatverdächtige. In einem Verfahren gegen einen Schweizer, das gerade vor dem Landgericht Freiburg läuft, hat der Lebensgefährte der Mutter am Mittwoch als Zeuge ausgesagt – und eingeräumt: „Dass ich der Haupttäter bin, ist absolut richtig.“ Reue oder Mitgefühl zeigte er trotzdem nicht. Der Hilfsarbeiter, 39, berichtete über seine Taten selbstsicher, fast geschäftsmäßig. „Dazwischen haben wir gelebt wie eine ganz normale Familie.“

Ab Montag steht er im Freiburger Hauptprozess selbst als Angeklagter vor Gericht – gemeinsam mit der 48-jährigen Mutter. Zumindest er will aussagen. Die Staufener werden den Atem anhalten, wenn es so weit ist.

Im Café Faller wird hervorragender Kuchen serviert. Draußen sitzen Motorrad- und Radtouristen, trinken Bier und erfreuen sich an der Beschaulichkeit der Stadt. Die Bedienung empfiehlt Heidelbeerkuchen. „Sind Sie wegen der Risse da?“, will die freundliche Dame wissen. Über dem Café zieht sich ein Riss durch die Fassade, darüber klebt ein Plakat: „Staufen darf nicht zerbrechen!“ Es sieht aus wie ein Pflaster. Dies hier ist das Ergebnis missglückter Geothermie-Bohrungen seit 2007, die zu Schäden an vielen historischen Gebäuden geführt haben. Was eine ziemliche Katastrophe ist, schließlich kommen gerade wegen der Altstadt jedes Jahr gut eine Million Touristen hierher.

Den Riss und das Pflaster kann man auch symbolisch sehen für das, was der Missbrauchsfall mit Staufen gemacht hat. Die Leute reden nicht gerne darüber, erzählt die Bedienung. „Da wird eher hinter vorgehaltener Hand getuschelt“, sagt sie. „Die Leute verdrängen es wohl.“ Der eine oder andere spricht an diesem Tag aber dann doch vergleichsweise offen.

„Furchtbar ist das alles“, sagt eine Frau, die mit ihren drei Freundinnen in der Sonne sitzt und Kaffee trinkt. „Ich habe eine Enkelin, die ist acht Jahre alt. In dem Alter spielt Sexualität doch noch gar keine Rolle.“ „Schrecklich“ findet es auch ihre Sitznachbarin. „Die rechtlichen Mühlen mahlen einfach zu langsam“, findet sie.

Die Frauen sagen: Dieses Kind hat keine Zukunft mehr

Und der Junge? „Dem kann nichts mehr helfen“, sagen sie. „Dieses Kind hat keine Zukunft mehr.“ Der Bub lebt mittlerweile abgeschottet von der Öffentlichkeit in einem anderen Ort. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, sagt eine Polizistin, die ihn regelmäßig besucht. Er sei „ein ganz Süßer“ gewesen, berichten die Frauen im Café. Immer höflich, vielleicht ein bisschen schüchtern. So beschreibt ihn Dietrich Henninges.

Der Mann hatte seine Souterrain-Wohnung an die alleinerziehende Mutter vermietet. Hartz-IV-Empfängerin sei sie gewesen. „Sie wurde von ihren ehemaligen Vermietern zur Besichtigung gebracht, die haben sie über den grünen Klee gelobt“, erzählt der 81-jährige Internist und heutige Rentner. Dabei hätten sie sie nur loswerden wollen. Die Frau habe ihm nie in die Augen blicken können: „Die hatte was zu verbergen.“ Henninges ist wütend. „Sie glauben ja nicht, wie empört ich bin“, sagt er: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Erst, als die Kripobeamten vor seiner Tür standen, wurde er hellhörig. Sie wollten wissen, wie oft Christian L. bei seiner Mieterin sei und ob er auch über Nacht bleibe. „Ja ist der denn pädophil“, habe der lange praktizierende Arzt gefragt. „Da haben die Beamten nur gelächelt. Und da wusste ich es.“ Nichts habe er bis dahin mitbekommen von dem Leid des Jungen. „Das alles hat sich ja auch nicht hier abgespielt. Da gab es einen Wohncontainer am Bahnhof, da hat das alles stattgefunden.“ Das alles.

Angeklagte: Die Mutter des Kindes, Berrin T., 48, und ihr Lebensgefährte Christian L., 39. Beide sitzen seit ihrer Festnahme Mitte September in Untersuchungshaft.

Christian L. hat als Zeuge im Prozess gegen einen der „Kunden“ von „50 bis 60“ Vergewaltigungen des Kindes berichtet. Er selbst habe sich etwa ein Mal wöchentlich an dem Jungen vergangen.

Etwa neun Monate lang lebte die Mutter mit ihrem Kind in der Wohnung. „Die kam meistens mit dem Taxi“, erzählt eine Anwohnerin. Von ihrem Fenster blickt sie direkt auf die Souterrain-Wohnung nebenan. „Da brannte fast die ganze Nacht das Licht, das schien mir immer direkt ins Schlafzimmer“, erinnert sie sich. Der Junge sei „immer lieb und nett“ gewesen: „Da konnte einem nichts auffallen.“

Vielleicht, vermutet sie, hat die Mutter dem Kind eingebläut, nichts zu sagen. Die sei irgendwie „seltsam“ gewesen, machte einen verwirrten Eindruck. Der Mann, der habe was Aggressives gehabt, erzählt die Nachbarin. Sie ist dabei auszuziehen, wie viele in dem Mietkomplex. „Das ist hier ein Kommen und Gehen seit dieser Sache.“

Als Vermieter Henninges mitbekam, dass Christian L. dort ein und aus ging und irgendwann praktisch dort lebte („Der hat getrunken, geraucht und geschnarcht“), versuchte er der Frau zu kündigen. Doch das Gericht lehnte seine Klage auf Eigenbedarf ab, sein erwachsener Sohn durfte nicht einziehen. Inzwischen spitzte sich die Situation zu, häufiger sei es zu „Auseinandersetzungen“ gekommen. Henninges erzählt von Schreien des Kindes. „Ich will nicht“, soll es gerufen haben.

Der Arzt ist sauer - vielleicht auch auf sich selbst

Als das Paar verhaftet wurde, räumte der Arzt die Wohnung. „Sie glauben nicht, wie es da ausgesehen hat.“ Fotos hat er nicht mehr, eine Boulevardzeitung habe seine Speicherkarte unter einem Vorwand ausgeliehen. Als er sie zurückbekam, sei sie leer gewesen. Die Sachen der Frau hat er weggegeben. Inzwischen wohnt ein Bulgare mit seinem Sohn in der Wohnung. „Ein guter Mann“ – er weiß nichts von dem Skandal, der Staufen erschüttert, nichts über das Leid des Kindes, das hier lebte.

Henninges Vertrauen in die Menschheit ist erschüttert. „Wissen Sie“, sagt er, „der stärkste Trieb ist doch der Muttertrieb.“ Wie kann sie so etwas tun? Er will als Zeuge aussagen gegen die Frau, aber eine Ladung des Gerichts habe er noch nicht bekommen. „Ich werde den Mund aufmachen“, sagt er. Sauer sei er, vielleicht auch auf sich selbst. Weil er nicht früher etwas gesagt hat. Und weil „das nie mehr gut zu machen ist“. Der kleine Junge, der werde „nie mehr ein normales Leben führen können“.

Unten im Städtchen geht das normale Leben weiter. Auch der Tourismus. Bürgermeister Michael Benitz, 54, hat „bis jetzt noch keine negativen Auswirkungen feststellen“ können. Die Gäste schlendern durch die Straßen, schlecken Eis, blicken an den Hausfassaden hoch und bewundern das Idyll.

Trotz aller Risse. (mit anf)

https://www.augsburger-allgemeine.de/pa ... 20336.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 18:24:24 
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10. Juni 2018 08:41 Uhr
stern-Gespräch

Missbrauchsfall

Das vergewaltigte Vertrauen – über einen Jungen, dessen Mutter ihn im Darknet an Männer verkaufte

Staufen im Breisgau: Eine Mutter und ihr Freund verkaufen den Sohn über das Darknet an fremde Männer. Nun stehen sie vor Gericht. Wie geht der Junge mit all dem um? Ein Gespräch mit seiner Anwältin.

Interview: Ingrid Eißele und Isabel Stettin

Dank eines anonymen Hinweises kam die Polizei im vergangenen September einem besonders perfiden Pädophilenring auf die Spur. In dessen Zentrum stehen der 39-jährige Christian L. und seine neun Jahre ältere Lebensgefährtin Berrin T. aus der Kleinstadt Staufen im Breisgau. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren sollen sie den heute neunjährigen Sohn von Berrin T. im Internet fremden Männern gegen Geld zur Vergewaltigung und zum Missbrauch angeboten und sich auch selbst an ihm vergangen haben. Die Fahnder ermittelten sechs "Kunden" in verschiedenen Ländern Europas und ließen sie festnehmen. Zwei von ihnen sind mittlerweile zu hohen Haftstrafen verurteilt, die anderen erwarten in U-Haft ihre Gerichtsverhandlung.

Kommende Woche beginnt in Freiburg der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter: den einschlägig vorbestraften Christian L. und Berrin T. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Verbreitung von Kinderpornografie vor, auch Übergriffe auf die dreijährige Tochter einer Bekannten.

Der Sohn von Berrin T. lebt inzwischen in einer Pflegefamilie. Katja Ravat, 42, Rechtsanwältin aus Freiburg, vertritt ihn in allen Strafverfahren als Nebenkläger vor Gericht. Seit 2004 arbeitet sie als Opferanwältin, an mittlerweile fast 200 Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs war sie beteiligt. Der stern sprach mit ihr über die Überlebensstrategie des Kindes und die Abgründe der Mutter.

Frau Ravat, dieser Fall, sagten die Ermittler der Freiburger Kripo, habe sie an ihre Grenzen gebracht. Sie auch?

Bei Staufen kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Fall außergewöhnlich machen: die Brutalität der Taten. Die Vermarktung des Jungen über das Darknet. Viele fremde Täter, die sich an einem Kind vergingen. Und eine Mutter als aktive Mittäterin.

Wie geht es dem Jungen heute?

Den Umständen entsprechend gut. Er fühlt sich wohl in seiner Pflegefamilie.

Welchen Eindruck machte er auf Sie bei der ersten Begegnung?

Freundlich, zurückhaltend, in sich gekehrt. Ein Kind, das funktioniert.

Wie haben Sie sich angenähert?

Ich habe ihm erklärt, was meine Aufgabe ist, dass ich mich um seine Rechte im Strafverfahren kümmere und darauf achte, dass seine Persönlichkeitsrechte respektiert werden. Und ich habe ihm gesagt, dass er mir nichts über die Taten erzählen muss, wenn er das nicht möchte.

Warum das?

Im ersten Gespräch frage ich nie nach dem Tathergang, auch nicht bei Erwachsenen. Es geht zunächst nur um Alltagsdinge – was er braucht, was im Ermittlungsverfahren auf ihn zukommt. Am Anfang sind Kinder eher erleichtert, es nicht noch einmal erzählen zu müssen, auch in diesem Fall. Der Junge war kurz zuvor in Obhut genommen worden. Als Nächstes sollte er zur Vernehmung bei der Staatsanwältin.

Wie lief die ab?

Die Kripobeamtin, die er bereits kannte, durfte dabei sein, ich wartete nebenan.

Das klingt selbstbewusst – er sagt, was er möchte.

Das täuscht, er war sehr angepasst.

Muss er als Zeuge vor Gericht erscheinen?

Das halte ich für unwahrscheinlich, weil ja bereits eine Videovernehmung mit ihm gemacht wurde und es zudem von den vorgeworfenen Taten so viel Bildmaterial gibt.

Der Stiefvater hatte die "Kunden" als Polizisten ausgegeben, er soll dem Jungen in Anwesenheit der Mutter mit dem Heim gedroht haben. Wirkt der Junge verängstigt?

Ich selbst habe ihn nie verängstigt erlebt. Er wirkt aber getrimmt darauf, in vorauseilendem Gehorsam zu erfüllen, was Erwachsene von ihm erwarten.

So, wie er es jahrelang gelernt hat?

Ja. Das Schlimme ist, wenn ein Kind so viele Übergriffe erlebt hat – wohl fast jede Woche –, dann gehen normale Dinge und die Übergriffe ineinander über.

Das Monströse wird normal?

Nicht ganz, aber es ist eingebettet in den Alltag. Der Übergriff war eklig und brutal, aber jetzt kommt etwas Angenehmeres, beispielsweise Abendessen. Wenn sich das ständig wiederholt, läuft man irgendwann in dieser Spur.

Wie spricht er über seinen Stiefvater?

Er sagt nur, er findet es gerecht, wenn der Christian und die anderen Männer lange ins Gefängnis kommen. Zu seiner Mutter schweigt er.

Obwohl sie Handtücher und Fesselwerkzeug im Kinderzimmer bereitgelegt und ihren Sohn auch selbst missbraucht haben soll?

Man hatte ihm anfangs ein Lügenszenario vorgespielt, an dem auch die Mutter beteiligt war: Er müsse mitmachen, sonst komme er ins Heim und die Mutter ins Gefängnis, sagte der Stiefvater. Das hat er damals geglaubt.

Und heute?

Diese Lügen spielen eine ganz wichtige Rolle. Natürlich hat der Junge unter Gewalt und Demütigung gelitten, aber seit der Verhaftung fühlt er sich in erster Linie von den Erwachsenen betrogen und hintergangen. Es war deshalb ganz wichtig und von Anfang an unser Versprechen – von der Kripo und auch von mir –, dass er von uns nicht belogen wird.

Vermisst er die Mutter?

Am Anfang hat er noch gefragt, ob er zurück zu ihr darf. Jetzt fragt er nicht mehr.

Dürfte er sie besuchen, wenn er es wollte?

Dies zu entscheiden ist Sache der Vormundin, die das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Ich persönlich halte es nicht für sehr sinnvoll.

Warum nicht?

Bisher kann ich nicht erkennen, dass sie empathisch ist mit ihrem Kind, also beispielsweise bereit ist, zur Aufklärung beizutragen, um es zu entlasten.

Erkundigt sie sich nach ihrem Sohn?

Meines Wissens eher selten.

Eine Polizistin berichtete im Prozess gegen einen der "Kunden" von der Verhaftung der Mutter. Berrin T. habe ihren Sohn auf dem Schoß gehabt, ihn fest an sich gedrückt. Als die Beamtin ihr erklärte: "Ich werde ihn jetzt mitnehmen", habe sie ihn gehen lassen. Der Junge sei ganz ruhig mitgegangen. Ohne ein Wort ...

Ich glaube, er ist sich dessen bewusst, dass ihm die Mama erhebliches Leid angetan hat. Aber er lässt keinen hinter seine Fassade schauen. Über alles, was Schule und Alltag betrifft, kann man mit ihm sprechen, da schaut er einen an, zeigt lebhafte Reaktionen. Wenn es aber darum geht, was im Gerichtssaal verhandelt wird, schaut er in sein Buch oder an die Wand.

Wie viele Details berichten Sie ihm aus den Verhandlungen?

Das mache ich ein bisschen von seiner Mimik und Gestik abhängig. Wenn er wegschaut, dann weiß ich: nur ein paar Sätze.

Wie ist sein Verhalten zu verstehen? Er zeigt nicht klar, mit dieser Mutter bin ich fertig. Aber auch nicht, dass er sie liebt.

Diese Ambivalenz erlebe ich ganz häufig bei Kindern, deren Mütter den Missbrauch geduldet haben. Sie stellen sie einerseits nicht infrage. Aber sie wissen zugleich, dass diese Frau sie nicht geschützt hat, dass sie nicht die Mutter ist, die sie gern gehabt hätten.

Berrin T. hat laut Anklage aber nicht nur weggeschaut, sondern mitgemacht. Als er sich über Schmerzen beklagte, soll sie ihm gesagt haben, er solle den Mund halten. Verdrängt er das?

Schwierig zu sagen, wir müssten ganz plump nachfragen: Was denkst du über deine Mutter? Das wagt jetzt keiner von uns, weil wir dadurch das fragile Vertrauen zerstören würden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er das in dieser Deutlichkeit erfasst. Er weiß natürlich, was die Mutter gemacht hat. Aber es bleibt unklar, ob er begriffen hat, dass es vorsätzlich war, oder ob er davon ausgeht, dass sie das alles nicht wollte.

Die Staatsanwältin berichtete im zweiten Staufen-Prozess von einer Videosequenz, auf der Berrin T. zu sehen ist, minutenlang weinend, während sie einen der Täter befriedigte und der andere sich an ihrem Sohn vergeht. Das wirft ein ganz anderes Licht auf die Mutter. Ist sie womöglich auch Opfer?

Ich habe Zweifel. Es gab bisher keine Hinweise auf eine massive Bedrohung durch ihren Lebensgefährten. Allenfalls hatte sie Angst, verlassen zu werden.

Und die Tränen?

Weinen ist interpretationsfähig. Weinte sie um den Sohn? Um sich selbst? Oder war es schlicht ein Würgereiz, wie Christian L. vor Gericht behauptete?

Er sagte als Zeuge aus, sie sei ihm hörig, sie tue das, was er von ihr erwarte.

Das Problem ist, dass sie bisher wenig zur Aufklärung beiträgt.

Auch für das Jugendamt war Berrin T. ein "blinder Fleck". Man habe sie falsch eingeschätzt. Ein Gericht bescheinigte ihr, bevor der Missbrauch offenbar wurde, das "ernsthaft geäußerte Bestreben, das Wohl ihres Sohnes nicht aus dem Blick zu verlieren". Es traute ihr sogar zu, den Jungen vor dem einschlägig vorbestraften Christian L. zu schützen. Wie schaffte sie es, sogar die Richter zu überzeugen?

Das ist genau die Frage. War es wirklich die Überzeugungskraft dieser Frau? Sie ist sicher nicht besonders klug, sie kann sich eher schlecht ausdrücken. Oder war es die Haltung, dass man einer Mutter solche Taten nicht unterstellen mag? Das ist der Bonus, den Frauen genießen.

2016 gab es laut Bundeskriminalamt mehr als 7000 Männer, aber nur 127 Frauen, denen sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde.

Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Auf kinderpornografischen Aufnahmen mit Säuglingen erkennen wir immer wieder ganz eindeutig Frauenhände.

Sind Frauen nicht eher Komplizinnen?

Sie sind häufig schweigende Dulderinnen und Mitwisserinnen. Der Partner wird über alles gestellt. Wenn die Kinder sich irgendwann der Mutter offenbaren, hören sie oftmals den Vorwurf: Erzähl keine Lügen! Viele Geschädigte sagen mir: Der größte Vertrauensbruch waren nicht die Übergriffe, sondern dieses Verhalten.

Der Junge war neun, als es vorbei war, mindestens zwei Jahre hat er unter diesen Bedingungen gelebt. Nun lebt er in einer Pflegefamilie, einer neuen Welt mit anderen Werten. Wie geht so ein Kind mit diesem Bruch in seiner Geschichte um?

Ich glaube, er hat immer gewusst, dass es falsch und eklig ist, was von ihm verlangt wurde. Man kann es auf den Videos an seiner Mimik und Gestik erkennen. Aber weil er so gar nicht darüber redet, vermute ich, dass er das Erlebte eher abspaltet.

Sie sind selbst Mutter. Und hören nun in sieben Prozessen immer wieder schreckliche Details. Wie bekommen Sie die aus dem Kopf?

Ich löse es mit Supervision und mit Reden. Man kann zwar die Taten nicht ungeschehen machen, aber der Junge ist jetzt immerhin in einer geschützten Umgebung, und wir können dazu beitragen, dass er ein bisschen Gerechtigkeit erfährt. Mich belasten viel stärker die vielen unbekannten Kinder auf den Fotos, die wir in diesem Verfahren anschauen müssen, etwa auf den Rechnern der Kunden, und von denen wir wissen: Diese Kinder sind höchstwahrscheinlich noch immer ihren Peinigern ausgesetzt.

Gehen wir zu lax mit diesem Verbrechen um?

Wir gehen falsch damit um: Fingerzeig auf die Täter, angeekelter Aufschrei, das sind alles Bestien, es hat mit uns nichts zu tun ... Aber Missbrauch findet jeden Tag statt, überall.

Was braucht es?

Mehr professionelle Angebote für potenzielle Täter. Wo kann ich denn hin, wenn ich sagen will, ich habe da ein Problem? Die Gesellschaft müsste anerkennen, dass es hier um eine Veranlagung geht, die schicksalhaft ist, von der viele betroffen sind. Nicht um Bestien!

Alle Instanzen, die das Kind schützen sollten, haben in Staufen nicht funktioniert. Alarm schlug ein Unbekannter aus dem schmuddeligen Darknet.

Wir wissen bis heute nicht, wer dieser Informant war. Eine anonyme Kontaktperson, dem das angebotene Material von Christian L. wohl zu hart war.
Wird dieses Kind je wieder einem Erwachsenen vertrauen?

Ich bin keine Therapeutin. Aber ich wehre mich dagegen, einem Opfer abzusprechen, dass es jemals wieder ein normales Leben führen kann.

Was hilft dem Jungen?

Geduld. Dass man ihn nicht zum Sprechen zwingt. Und dass man bei der Wahrheit bleibt. Sein Leben bestand nicht nur aus Missbrauch. Es gab auch ein Leben abseits der Lüge. Etwas, woran er Freude hatte.

Beispielsweise?

Lesen zum Beispiel, das kann er ganz hervorragend. Natürlich gibt es das Risiko, dass er in der Pubertät von Erinnerungen überflutet wird. Dass er süchtig wird oder kriminell. Aber es gibt auch Betroffene, die trotz schwerster Traumatisierung ihr Leben gut meistern.

Sie sind Optimistin.

Ja, denn dieser Junge hat Ressourcen. Gerade die Vorwegnahme, wie düster seine Zukunft sein mag, ist ein zweiter Übergriff.

Werden Sie als Nebenklägerin eine harte Strafe für Berrin T. fordern?

Ich kann sie nicht so hart angehen, wie ich es gern würde. Ich sehe ihre Rolle viel gravierender als die der anderen Täter.

Gravierender als die von Christian L.?

Wenn man das Vertrauensverhältnis von Mutter und Kind betrachtet – ja. Ich werde die Mutter kritisch befragen, das bin ich meinem Mandanten schuldig. Aber ich werde kein Strafmaß beantragen. Das, glaube ich, könnte er nicht verstehen, wenn ich ausgerechnet bei seiner Mutter eine hohe Strafe verlangen würde.

Sicherungsverwahrung?

Erst recht nicht.

Was sagen Sie ihm über die Zukunft seiner Mutter?

Die Kripobeamtin sagte ihm, dass die Mutter womöglich viele Jahre weg sein wird.

Wie hat er darauf reagiert?

Er hat geweint.

https://www.stern.de/panorama/stern-cri ... 16314.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 18:27:33 
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10.06.2018 16:56

Missbrauchsfall Staufen: Die Angeklagten, die Prozesse, die Urteile

Auch hartgesottene Ermittler zeigten sich erschüttert, als sie zu Jahresbeginn einen beispiellosen Fall des sexuellen Missbrauchs öffentlich machten: In Staufen nahe Freiburg im Breisgau bot eine Mutter zusammen mit ihrem pädophilen Lebensgefährten den eigenen Sohn für Vergewaltigungen im Darknet an.

weiterlesen ..............

https://www.suedkurier.de/nachrichten/b ... 30,9770247


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. Juni 2018, 18:40:24 
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Newsblog zum Staufen-Prozess in Freiburg

„Ich war wohl der Schlimmste“

Von Miriam Hesse und Eberhard Wein 11. Juni 2018 - 16:56 Uhr

Am Landgericht Freiburg stehen an diesem Montag die beiden Hauptverdächtigen im Missbrauchsfall von Staufen vor Gericht. Angeklagt sind ein einschlägig vorbestrafter 39-jähriger Mann und seine 48 Jahre alte Lebensgefährtin.

Freiburg - Auf den Tag genau fünf Monate nach Bekanntwerden des jahrelangen Missbrauchs eines Kindes in Staufen bei Freiburg müssen sich die beiden Hauptbeschuldigten von Montag (9 Uhr) an vor Gericht verantworten.

In dem Prozess vor dem Landgericht Freiburg sind die 48 Jahre alte Mutter des Kindes (Berrin T.) und ihr 39-jähriger Lebensgefährte (Christian L.) angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, den heute neun Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie das in Staufen lebende Kind auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben

Das Medieninteresse ist enorm: Wer ist die Frau, wie schaffte sie es, die Behörden zu täuschen? Darüber erhofft sich die Öffentlichkeit Auflärung. Wir berichten von vor Ort:

Letztes Update:
18:22 11.06.2018

Das Jugendamt schöpft Verdacht
17:30
11.06.2018

Nach außen hin sei seine Lebengefährtin forsch aufgetreten, erklärt der Angeklagte auf Nachfrage der Nebenklagevertreterin. Doch tatsächlich habe sie große Probleme gehabt, ihr Leben zu organisieren. "Die Wohnung sah aus wie eine Rumpelkammer." Ob er wisse, dass der Bub für seine Mutter einen Terminkalender geführt habe, fragt die Nebenklagevertreterin. Nein, das habe er nicht gewusst, aber es überrasche ihn nicht. Das Kind sei "ein schlauer Junge".

Als die Sprache auf das Jugendamt kommt, das das Kind im April 2017 erstmals in Obhut nahm, bekommt das Bild des reumütigen Angeklagten erste Risse. Der Mitarbeiter des Amtes sei überhaupt nicht für Gespräche zugänglich gewesen. "Für den war klar: einmal Sexualstraftäter, immer Sexualstraftäter", erregt sich der Angeklagte. Doch der Richter fällt ihm ins Wort. "Die Einschätzung war ja in Ihrem Fall richtig", sagt er.

Seiner Lebensgefährtin habe die Inobhutnahme des Jungen einen schweren Schlag versetzt, berichtet der Angeklagte dann. Sie habe ihn unbedingt zurückhaben wollen. Es sei allerdings kein Anlass gewesen, dass sie generell weitere Missbrauchstaten untersagt hätte. Sie habe lediglich gefordert, das Kind nur noch dem besonders gut zahlenden Spanier zu überlassen.

Dann beendet der Richter den Verhandlungstag. Am 18. Juni soll die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt werden.

Eberhard Wein

Was soll aus dem Angeklagten werden?
17:04
11.06.2018

Die Staatsanwältin kommt auf den springenden Punkt des Verfahrens zu sprechen. "Haben Sie eine Idee, was man mit Ihnen machen kann, um Sie von solchen Taten abzuhalten, außer Sie wegzusperren?" Die Frage stelle sich für ihn im Moment nicht. "Ich habe schon noch Hoffnung, vielleicht noch irgendwie an der Sicherungsverwahrung vorbei zu kommen", sagt der Angeklagte. Aber er mache sich keine Illusionen. "Ich lese auch, was in der Presse steht. Ich habe manchmal das Gefühl, es könnte schon ein Urteil gegen mich feststehen."

Er wolle alles dafür tun, seinem Opfer eine Aussage zu ersparen. Dann bricht er noch eine Lanze für die Mitangeklagte. "Sie ist nicht unschuldig an allem. Aber die treibende Kraft bin ich gewesen. Ich nehme diese Verantwortung auf mich." Es sei ihm auch mittlerweile egal, dass Leute im Saal säßen. Für ihn sei die Aussage hier "der erste Schritt in die richtige Richtung". Was ihn davon abhalten könnte, seine Neigung auszuleben, weiß er aber nicht. "Er kennt ja das psychiatrische Gutachten noch nicht", sagt seine Verteidigerin und beendet damit diesen Exkurs.

Eberhard Wein

Die Staatsanwältin stellt eine intime Frage
16:31
11.06.2018

Jetzt fragt die Staatsanwältin nach. Das Kind sei ihm "nicht egal". Er habe sich ihm gegenüber "teilweise schlecht gefühlt". Deshalb habe er auch immer wieder Missbrauchshandlungen abgebrochen. Er habe sich auch als Vater von ihm gefühlt. Als der Bub erstmals in Obhut genommen worden sei, habe er die Festplatte mit den Filmen in den Stadtsee geworfen, sei zu der Frau gefahren und habe sie getröstet. Dabei sei es auch erstmals zu einem sexuellen Kontakt zwischen ihnen gekommen.

Zahlreiche Filme sind von den Taten angefertigt worden und konnten nach der Hebung der Festplatte aus dem Staufener Stadtsee als Beweismittel gesichert werden. Sie sollen im Verhandlungssaal unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt werden. "Wird es in Ihnen Erregung auslösen, wenn die Filme hier vorgespielt werden?", fragt die Staatsanwältin. Der Angeklagte muss hörbar schlucken, nachdenken und sich erst wieder fassen. "Ich kann das nicht voraussehen", sagt er dann. Aber es sei möglich, räumt er ein.

Eberhard Wein

"Ich war wohl der Schlimmste", sagt der Angeklagte
16:12
11.06.2018

Der Richter arbeitet nach und nach die Missbrauchsfälle ab. Dabei kommt er auch auf einen Mann zu sprechen, der sich gegenüber dem Angeklagten im Darknet offenbar als Kinderarzt aus Belgien ausgegeben hatte, aber in Wirklichkeit aus Spanien stammte. Er habe mitgeteilt, dass er an einer "längerfristigen Freundschaft" interessiert sei. Außerdem habe er sich als finanzstark dargestellt. Er habe im nördlichen Breisgau ein Ferienhaus gebucht. Dorthin sei man gemeinsam aufgebrochen. Der Junge habe erst aber nicht so gewollt, wie der Freier wohl wollte. "Er sah lieber fern", sagt der Angeklagte. Daraufhin habe er ihn noch einmal klar gemacht, dass es um 10000 Euro gehe. Nach dem Wochenende sei das Geld auch tatsächlich geflossen, sagt der Angeklagte.

Es war der erste fremde Mann, der sich an dem Buben vergehen durfte. "Wer war nach Ihrer Ansicht der Schlimmste?", fragt der Vorsitzende Richter. "Waren das vielleicht sogar Sie, weil er Ihnen vertraute und von Ihnen am häufigsten missbraucht wurde?" "Wenn man es so sieht, wäre ich wohl der Schlimmste für ihn gewesen. Aber das Verhältnis war zwischen uns wirklich sehr gut. Ich glaube, dass er gegen mich keinen Hass empfunden hat. Er kam oft zu mir und hat mich angesprochen: Papa dies und Papa das."

Die Mitangeklagte sei oft überfordert mit dem Kind gewesen und habe sich nicht genug um ihn gekümmert. Sie gehe schnell in die Luft und habe ihn in sein Zimmer geschickt, wenn ihr etwas nicht gepasst habe.

Dann spricht der Angeklagte über die Motivation seiner Aussage: "Letztendlich bin ich der Haupttäter. Den Schuh ziehe ich mir an. Ich habe nie ein Entgegenkommen gefordert. Letztendlich ist mir egal, was über mich geurteilt wird. Es geht mir nur darum, dass dem Buben Gerechtigkeit geschieht und er das aufarbeiten kann. Ich möchte klar stellen, dass ich die springende Kraft bin."

"Woher kommt dieser Sinneswandel? Ohne Verhaftung wäre es doch weiter gegangen?", entgegnet der Richter. Er habe in der U-Haft viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken, was er verkehrt gemacht habe. "Ich habe auch gelesen, wie der Junge sich geäußert hat. Das geht mir nah", sagt der Angeklagte.

Doch der Richter stutzt: "Sie waren mehr als vier Jahren in Strafhaft. Warum hat das kein Umdenken gebracht?" Da habe er auch keine Antwort.

Eberhard Wein

Heimlichtuerei ist nicht seine Art
16:06
11.06.2018

Die Verhandlung wird fortgesetzt. Der Angeklagte berichtet nun, wie der Sohn der angeklagten zum Opfer wurde. Zuvor habe die Mutter des Mädchens offenbar Verdacht geschöpft, nachdem sie entsprechende Hinweise aus dem Kindergarten erhalten habe. Zum Zerwürfnis zwischen den Frauen sei es allerdings wegen eines Streits um Geld gekommen.

Er habe dann den Sohn der Angeklagten missbrauchen wollen. Sie habe ihn gebeten, ihrem Sohn dabei nicht weh zu tun. Allerdings könne er sich an den ersten Fall konkret nicht erinnern. "Davon habe ich auch kein Video gemacht", sagt der Angeklagte.

Bei dieser und allen folgenden Taten habe die Mutter Bescheid gewusst. "Warum haben Sie das nicht heimlich gemacht, wie das sonst üblich ist", fragt der Richter. "Das ist nicht meine Art", sagt der Angeklagte.

Eberhard Wein

Ein Geständnis ohne jede Emotion
14:57
11.06.2018

Der Angeklagte spricht sachlich und mit eintöniger Stimme. Jetzt kommt er zu den Tatvorwürfen. Bis auf kleine Details bei den angegebenen Geldsummen und der Reihenfolge der Taten stelle die Anklageschrift den Sachverhalt richtig dar, sagt er. Weil die Lebensgefährtin ihren Sohn schützen wollte, sei zunächst das dreijährige Mädchen missbraucht worden. Begeistert sei die Frau nicht gewesen. Deshalb habe er sie während der Übergriffe in ein anderes Zimmer geschickt. "Sie hat erst nicht mitmachen wollen. Sie hat schon versucht, mir das auszureden. Aber ich habe damit Druck gemacht, dass ich dann nicht mehr zu ihr komme."

Beim vierten und letzen Übergriff auf das Mädchen habe sie sich dann beteiligt. "Ich wollte sie schon bei den Taten mit einbeziehen." Die Initiative sei aber immer von ihm ausgegangen, auch als der Sohn der Frau zum Opfer geworden sei. Möglicherweise habe sie sich ihm zuliebe beteiligt. "Es kann schon sein, dass sie geglaubt hat, dass sie mir dann besser gefällt."

An dieser Stelle unterbricht der Richter die Sitzung für eine Viertelstunde. Anschließend soll der Angeklagte mit seiner Aussage fortfahren.

Eberhard Wein

Der Angeklagte spricht über seine Sexualität
14:22
11.06.2018

Der Angeklagte berichtet über seine Vorstrafe, wegen der er im Jahr 2010 verurteilt worden war. Damals habe er am Staufener Bahnhof ein Mädchen kennengelernt und sei mit ihr eine sexuelle Beziehung eingegangen. Er habe den Verkehr mit dem Mädchen auch gefilmt und habe damals bereits Kinderpornografie auf seinem Computer gehabt. Allerdings habe er nicht gewusst, dass das Mädchen erst 13 gewesen sei. Einmal sei außerdem die kleine Schwester auf eines der Sexvideos geraten. "Die ist aber nur durchs Bild gelaufen."

Nach der vollständigen Verbüßung der Haft sei er in eine Wohngruppe gekommen und habe auch eine Therapie begonnen, allerdings habe er sich gegenüber dem Psychologen nicht öffnen können. "Ich habe ihn irgendwas erzählt. Ich bin auch oft nicht zur Therapiesitzung gegangen." Seine eigenen Missbrauchserfahrungen seien nicht thematisiert worden.

"Ich wollte mir selber nicht eingestehen, dass ich diese Probleme habe. Mit Frauen ging es ja auch", berichtet der Angeklagte. Zwar habe er sich Kinderpornovideos angeschaut, dass er pädophil ist, sei ihm aber erst 2015 so richtig klar geworden.

Bei der Tafel habe sie dann die heute 48-Jährige kennengelernt. "Mir hat imponiert, dass sie sich nichts gefallen ließ." Er habe ihr gleich von seiner Vorstrafe erzählt. Sie habe erklärt, er habe dafür gebüßt. "Nach ein paar Wochen hat sie mich eingeladen, obwohl ich gesagt habe, dass ich an einer Beziehung kein Interesse habe."

Dass sie einen Sohn hatte, habe er zunächst gar nicht gewusst. Beim ersten Aufeinandertreffen sei der Bub zurückhaltend gewesen, später habe er den Eindruck gehabt, dass der Junge ihn mag. Damals habe er noch nichts mit dem Buben anfangen wollen.

Der Richter fragt ihn, wie er seine sexuelle Orientierung einordnen würde. "Eigentlich würde ich schon sagen, eher weiblich", auch wenn seine Partnerinnen immer jünger geworden seien. Er habe auch zweimal homosexuelle Erfahrungen gesammelt. "Mittlerweile würde ich sagen, ich bin bisexuell."

Mit seiner Lebensgefährtin habe er zunächst gar keinen Sex gehabt. Sexuell hat es zwischen uns erst angefangen nach der ersten Inobhutnahme im März 2017."

Eberhard Wein

Der Angeklagte berichtet von seiner Kindheit
14:12
11.06.2018

Nach der Beratung mit seiner Anwältin entscheidet sich der Angeklagte Christian L., doch öffentlich Angaben zu machen. Er berichtet von seiner Kindheit. Die Mutter war chronisch krank. Der Stiefvater sei Alkoholiker gewesen und habe ihn als Kind sexuell belästigt. "Freunde hatte ich eigentlich groß nicht. Nur drei oder vier Leute, denen ich bis heute vertraue."

Zusammen mit seiner sechs Jahre jüngeren Halbschwester sei er zwischenzeitlich in eine Pflegefamilie gekommen. "Ich war nie ein leichtes Kind. Es ist verständlich, dass meine Mutter zum Teil enttäuscht von mir ist." Auch seine Mutter sei als Kind in Pflegefamilien gewesen, in der sie missbraucht worden ist.

Eberhard Wein

Es geht um den Ausschluss der Öffentlichkeit
13:47
11.06.2018

Die Verhandlung wird fortgesetzt. Der Vorsitzende Richter erklärt, dass die Kammer kein Interesse an einem Ausschluss der Öffentlichkeit habe, es sei denn, die Angeklagten seien nur bereit sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu öffnen. Für die Angeklagten sei ihre Vernehmung auch die Chance, den Fall aus ihrer Sicht darzustellen.

Der Verteidiger der Mutter erneuert daraufhin seinen bereits im Vorfeld gestellten Antrag, die Öffentlichkeit für den gesamten Prozess auszuschließen. Seine Mandantin wolle aussagen, aber es berühre intimste Bereiche: ihr Sexualleben, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn und zu ihrem Lebensgefährten. Die Verteidigerin des 39-jährigen Angeklagten bittet daraufhin um eine kurze Auszeit, um die Frage noch einmal mit ihrem Mandanten zu besprechen.

Eberhard Wein

Sicherungsverwahrung für beide?
12:31
11.06.2018

Nach dreieinhalb Stunden ist die Anklage verlesen. Der vorsitzende Richter Bürgerlin belehrt die Angeklagten über ihr Recht zu schweigen. Beide Anwälte erklären, dass ihre Mandanten sowohl zu ihrer Person als auch zur Sache aussagen wollen. Allerdings beantragen sie dafür den Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch bei den anderen Prozessen zu diesem Komplex wurde so verfahren. Danach geht es in die Mittagspause. Anschließend wird das Gericht seine Entscheidung zum beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit mitteilen.

Im Zuschauerraum, wo dreieinhalb Stunden geschwiegen wurde, beginnen erregte Gespräche. Beide Angeklagte hätten überhaupt keine Regung gezeigt. "Die Frau sah aus, als ob sie die Gehilfin ihrer Anwältin wäre", sagt ein Mann und schüttelt den Kopf. "Täter werden mehr geschützt als die Opfer", erregt sich eine Frau. Die Staatsanwältin erklärt auf dem Flur des Landgerichts, dass sich die Frage der anschließenden Sicherungsverwahrung auch für die Frau stelle.

Eberhard Wein

Tränen auf der Zuschauertribüne
12:00
11.06.2018

Die Verlesung der Anklageschrift gegen die beiden Angeklagten zieht sich bereits über mehr als drei Stunden hin. Allein die rechtliche Würdigung der Taten nimmt mehr als eine Stunde in Anspruch. Die Staatsanwältinnen lesen im Staccato. Auf der Zuschauertribüne gibt es Tränen. Die Angeklagten zeigen keine äußerliche Regungen.

Angeklagt sind 53 Einzeltaten. Es geht um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch die Herstellung von kinderpornografischem Filmmaterial und kinderpornografischer Schriften, der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, Beleidigung

Eberhard Wein

"Mama kocht mir gutes Essen"
11:10
11.06.2018

Der sexuelle Missbrauch wurde offenbar auch durch massive sexuelle Beleidigungen begleitet. Als ihn seine Mutter sexuell missbrauchte und dabei für den sexuellen Missbrauch durch ihren Lebensgefährten vorbereitete, musste der Bub, der sich offensichtlich ekelte, weinte und über Schmerzen klagte, dennoch sagen, dass er all das gern habe.

Wenn er wieder einmal nicht wie gewünscht mitmachte, sei ihm damit gedroht worden, ins Heim zu kommen. Der Junge räumte ein, dass auch seine Mutter von allem wisse, aber "eigentlich damit nichts zu tun" habe. "Die ist lieb, die kocht mir gutes Essen", soll der Junge gesagt haben.

Eberhard Wein

Die Polizei erhält einen anonymen Tipp
10:53
11.06.2018

Die Staatsanwaltschaft nennt auch Details zur Festnahme. Demnach habe ein anonymer Anzeigeerstatter über das Darknet mit den Angeklagten und dem Opfer ein Treffen für den 24. September 2017 vereinbart. Dieses sollte im Wald bei Münstertal stattfinden. Es sei im Vorfeld auch die Möglichkeit von Analverkehr besprochen worden. Die Mutter sollte das Kind zur Beruhigung begleiten, Christian L. machte zur Bedingung, die Tat filmen zu dürfen. Als Bezahlung seien 200 Euro vereinbart worden.

Über all dies habe der anonyme Anzeigeerstatter das Landeskriminalamt im Vorfeld informiert, die Polizei konnte daher die Mutter, die mit ihrem Sohn im Zug vom Wohnort Staufen nach Münstertal fuhr, am dortigen Bahnhof festnehmen. Das Kind "wurde in Obhut genommen und bemüht sich, in seinem Leben ohne Übergriffe Fuß zu fassen". Christian L., der zu Fuß von der Wohnung seiner Mutter nach Münstertal unterwegs war, wurde an einem Supermarkt festgenommen.

Eberhard Wein

Das Opfer flüchtet sich in eine Scheinwelt
10:38
11.06.2018

Ausführlich schildern die Staatsanwältinnen die Vergewaltigungen des Buben, der auch anderen Kinderschändern überlassen wurde. Die meisten Kontakte stellte Christian L. über das Darknet her. Dort firmierte er unter anderem unter dem Pseudonym "Geiler Daddy". Der Bub wurde von den fremden Männern in der Wohnung der Mutter, in einer Ferienwohnung oder unter freiem Himmel missbraucht. In einem Fall sollen die Angeklagten 5000 Euro von einem gesondert verfolgten spanischen Tatverdächtigen erhalten haben. Meist seien es wenige hundert Euro gewesen. Das Kind habe einen gebrauchten Computer oder etwas Geld erhalten. Es wurde ins Schnellrestaurant ausgeführt. Auch ein Besuch des Europaparks in Rust ist aufgelistet.

Auf den Videos ist sichtbar, wie sich das Kind ekelte. Der geschädigte Junge habe sich in eine Scheinwelt geflüchtet, während der Taten begann er sichtbar zu fantasieren. Als ihm erklärt wurde, jetzt komme noch sein Vater an die Reihe, habe er erwidert, dass er das wisse. Es sei aber nicht sein Vater. Sein Vater sei gestorben. Tatsächlich ist sein leiblicher Vater kurz nach seiner Geburt gestorben - offenbar an einer Überdosis.

Eberhard Wein

Die Mutter bereitet den Jungen vor
10:13
11.06.2018

Das Mädchen habe im Kindergarten ein altersuntypisches sexualisiertes Verhalten gezeigt und zeige dies in Teilen auch noch heute, sagt die Staatsanwältin. Als eine Kindergärtnerin Berrin T. darauf angesprochen habe, habe sie alle Vorwürfe entrüstet zurückgewiesen. Allerdings hätten in dieser Zeit die Übergriffe auf das Mädchen geendet. Offenbar habe auch die Mutter der Dreijährigen ihr Kind nicht mehr bei Berrin T. gelassen. Stattdessen sei spätestens seit dieser Zeit der heute neunjährige Sohn von Berrin T. missbraucht worden.

Die Staatsanwältin nennt einen Fall vom Mai 2015, bei dem es zum Oralverkehr zwischen dem Angeklagten und dem Opfer gekommen sein soll. Die meisten Taten, die die Staatsanwaltschaft vorträgt, sind von den Angeklagten und anderen Beteiligten, denen das Kind zum Missbrauch überlassen worden sein soll, auf Video dokumentiert worden.

Eberhard Wein

Wusste die Mutter von Anfang an Bescheid?
09:58
11.06.2018

Zwei Staatsanwältinnen sind nötig, um die Anklageschrift zu verlesen. Im 20-Minuten-Rhythmus lösen sie sich ab. Demnach ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, dass die angeklagte Mutter von Anfang an über die Neigungen ihres Lebensgefährten und dessen Interesse an ihrem Sohn Bescheid gewusst habe.

Ende 2014 oder Anfang 2015 habe man sich bei der Staufener Tafel kennengelernt. Christian L., der unter Führungsaufsicht stand und dem der Umgang mit Kindern und Jugendlichen verboten war, habe die "Akzeptanz seiner Neigung" zur Bedingung einer Beziehung gemacht. Nach kurzzeitigem Überlegen habe sie zugestimmt.

Zunächst sei allerdings ein damals dreijähriges Mädchen zum Opfer geworden, das Berrin T. gelegentlich für eine Bekannte hütete und auch öfter bei ihr übernachtete. So sei das nackte Mädchen einmal im Schlaf von den beiden Angeklagten missbraucht worden. Dabei erwachte das Kind. "Während Christian L. auf Gesicht und Oberkörper ejakulierte, weinte das Mädchen bitterlich."

Eberhard Wein

Die Angeklagten würdigen sich keines Blickes
09:43
11.06.2018

Im Blitzlichtgewitter und vor zahlreichen Kameras werden die beiden Angeklagten in den Gerichtssaal geführt. Beide versuchen nicht, ihr Gesicht zu verdecken. Christian L. ist ein großer sportlicher Mann. Er hat einen Ziegenbart, hervorstechende Wangenknochen und eine Kurzhaarfrisur. Er trägt ein schwarzes Hemd, darüber eine helle Weste. Im Verlauf des Prozesses setzt er sich eine Lesebrille auf.

Eine Minute später folgt Berrin T. Die 48-Jährige ist untersetzt und hat schütteres Haar. Sie setzt sich erst einmal in die hintere Reihe, blickt zu Boden. Auch später folgt sie dem Prozess mit gesenktem Haupt. Beide Angeklagten würdigen sich keines Blicks.

Der Richter überprüft die Personalien. Beide Angeklagten sind arbeitslos und deutsche Staatsangehörige. Auch die Nebenklägervertreterin ist anwesend.

Eberhard Wein

Eine lange Anklageschrift
08:30
11.06.2018

Die Vorwürfe gegen den 39-jährigen Christian L. und seine Lebensgefährtin Berrin T. sind umfangreich. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb angekündigt, nach dem Verlesen der Anklageschrift eine Zusammenfassung an die Presse auszuteilen - ein eher ungewöhnlicher Akt.

Zeugen sind für diesen ersten Prozesstag nicht geladen. Stattdessen sollen die Angeklagten gehört werden. Dass Christian L. Aussagen macht, gilt als sicher. Er hat bereits bei den anderen Prozessen gegen Mittäter dieses Missbrauchsfalls umfangreiche Aussagen gemacht und sich geständig gezeigt. Seine Zeugenvernehmungen erfolgten auch öffentlich. Ob dies auch heute der Fall ist, wenn er selbst auf der Anklagebank sitzt, muss abgewartet werden.

Seine Komplizin Berrin T. hat dem Vernehmen nach bisher hingegen nichts zur Aufklärung beigetragen. Ob sie diese Taktik heute ändert, ist die spannende Frage des ersten Prozesstags. Es sei für das Missbrauchsopfer, ihren neunjährigen Sohn, eine weitere schwere Belastung, dass ausgerechnet die Mutter sich in Schweigen hülle, erklärte im Vorfeld dessen Rechtsanwältin Katja Ravat.

Eberhard Wein

Die ersten Zuschauer warten drei Stunden
08:22
11.06.2018

Bereits um 6 Uhr morgens haben die ersten Zuschauer vor dem Landgericht gestanden. Dennoch ist das Interesse nicht ganz so groß wie zuletzt bei dem Prozess gegen Hussein K., der wegen Vergewaltigung und Mord an einer Freiburger Studentin im Frühjahr zu lebenslänglicher Haft mit dem Vorbehalt der anschließenden Sicherungsverwahrung verurteilt worden ist.

Um die Verhängung einer Sicherungsverwahrung geht es auch jetzt. Zumindest Christian L., der bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist, muss damit rechnen, auch nach dem Absitzen seiner voraussichtlichen Haftstrafe nicht frei zu kommen.

Eberhard Wein

Prozessbeginn um 9 Uhr
07:36
11.06.2018

Berrin T. soll ihren Sohn gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Christian L. über Jahre sexuell missbraucht und zur Vergewaltigung an Kinderschänder verkauft haben. Christian L. ist bereits als Zeuge in Verfahren gegen andere Verdächtige aufgetreten. Berrin T. wird erstmals vor Gericht erscheinen.

Redaktion

Prozessauftakt im Missbrauchsfall Staufen
07:05
11.06.2018

Willkommen zu unserem Liveticker! Wir berichten live aus dem Landgericht Freiburg. Es geht um den schwerwiegendsten Fall von Kindesmissbrauch, den die Polizei im Südwesten je bearbeitet hat.

Miriam Hesse

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... rytlpage=0


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 17. Juni 2018, 15:41:32 
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Missbrauchsfall Staufen

Strafanzeigen gegen Jugendamt und Justiz

Freiburg / lsw 17.06.2018

Die Staatsanwaltschaft Freiburg prüft die Arbeit von Jugendamt und Justiz im Missbrauchsfall Staufen. Anlass sind mehrere Strafanzeigen von Bürgern. Der Prozess gegen die beiden Hauptbeschuldigten in dem Fall wird unterdessen fortgesetzt.

Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg prüft die Staatsanwaltschaft die Arbeit von Jugendamt und Justiz in dem Fall. Es seien knapp 15 Strafanzeigen von Bürgern eingegangen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in Freiburg. Sie richteten sich gegen Verantwortliche des Jugendamtes und Richter an den zwei beteiligten Gerichten. Diese hatten im Frühjahr 2017 entschieden, dass der heute neun Jahre alte Junge bei seiner Familie bleiben soll - obwohl es Anzeichen für eine Gefährdung des Kindes gab. Hinweise auf die Vergewaltigungsserie, die den Angaben zufolge von Anfang 2015 bis Herbst 2017 dauerte, hatten die Beteiligten demnach damals nicht.

Junge im Darknet angeboten

Der Junge wurde den Ermittlungen zufolge von seiner Mutter (48) und deren Lebensgefährten (39) im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland für Vergewaltigungen überlassen. Dafür habe das Paar Geld kassiert. Der Lebensgefährte ist laut Landgericht Freiburg wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft. Er durfte sich Kindern nicht nähern und stand unter so genannter Führungsaufsicht. Dennoch lebte er den Angaben zufolge bei der Frau und ihrem Kind.

Jugendamt und Justiz wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben. Dieser ist inzwischen bei einer Pflegefamilie.

Konkrete Hinweise auf strafrechtlich relevante Versäumnisse von Behörden und Gerichten habe die Staatsanwaltschaft bislang nicht, sagte der Sprecher. Es werde jedoch weiter ermittelt. Zudem werde das Ende aller Strafprozesse in dem Fall abgewartet. Aus den Prozessen könnten sich neue Erkenntnisse ergeben. Strafanzeigen von Bürgern seien in solchen Fällen, die derart in der Öffentlichkeit stehen, nicht ungewöhnlich, sagte der Sprecher weiter.

Der am vergangenen Montag begonnene Prozess gegen die Mutter und den Lebensgefährten wird an diesem Montag fortgesetzt. Der Lebensgefährte hat die Taten gestanden, die Mutter hat bislang geschwiegen. Sie hat angekündigt, sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern zu wollen. Ein Urteil in dem Prozess wird es Gerichtsangaben zufolge frühestens Mitte Juli geben (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17).

In dem Fall gibt es insgesamt acht mutmaßliche Täter. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beides Deutsche, sind die Hauptbeschuldigten.

https://www.swp.de/panorama/missbrauchs ... 95238.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 17. Juni 2018, 15:45:27 
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Freiburg

Ekel und Gewalt - Paar im Missbrauchsfall von Staufen vor Gericht

Freiburg / dpa 11.06.2018

Seine eigene Mutter und ihr Lebensgefährte sollen einen Jungen jahrelang missbraucht und an Freier verkauft haben. Nun stehen die beiden gemeinsam vor Gericht. Über die Rolle der Frau rätseln die Juristen. Bislang hat sie geschwiegen.

Auf den Tag genau fünf Monate nach Bekanntwerden des jahrelangen Missbrauchs eines Jungen in Staufen bei Freiburg müssen sich die beiden Hauptbeschuldigten von Montag (9.00 Uhr) an vor Gericht verantworten. In dem Prozess vor dem Landgericht Freiburg sind die 48 Jahre alte Mutter des Kindes und ihr 39-jähriger Lebensgefährte angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, den heute neun Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie das Kind auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17). In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Jeder von ihnen ist einzeln angeklagt.

„Der Lebensgefährte der Mutter hat umfassend gestanden und den Ermittlern Hinweise gegeben“, sagte Staatsanwältin Nikola Novak vor Beginn des Prozesses der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gebe es von den Taten zahlreiche Filmaufnahmen und Dokumente, die von den Tätern stammten und die nun als Beweismittel dienten. In dem Prozess werde es nun auch darum gehen, die Rolle der Mutter zu beleuchten. Die Frau hat sich den Angaben zufolge bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie soll, gemeinsam mit ihrem Freund, auch ein drei Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht haben.

„Ich erhoffe mir, auch wenn es vielleicht unrealistisch ist, von der angeklagten Kindsmutter vielleicht mal eine Erklärung zur Motivation“, sagte die Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Katja Ravat. Sie vertritt in dem Prozess den missbrauchten Jungen. Die Schwere und Vielzahl der Verbrechen sowie die Rolle der Mutter machten diesen Fall außergewöhnlich.

Ziel von Anklage und Nebenklage sei neben langjährigen Haftstrafen eine anschließende Sicherungsverwahrung, vor allem für den wegen schwerer Kindesmisshandlung vorbestraften Lebensgefährten der Mutter. „Dass ich dem Kind rückmelden kann, dass der Mann auf absehbare Zeit nicht mehr aus der Haft entlassen werden wird“, sagte Ravat.

Die Taten haben sich den Angaben zufolge von 2015 bis Herbst 2017 ereignet, geplant habe sie das Paar von Anfang 2014 an. Seit den Festnahmen der mutmaßlichen Täter im Herbst 2017 ist der Junge in staatlicher Obhut. Er wird in dem Prozess nicht aussagen müssen, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin.

Parallel zum Strafverfahren in Freiburg beginnt in Karlsruhe am Montag der Prozess gegen einen Mann aus Schleswig-Holstein. Der heute 44-Jährige hat laut Anklage den Jungen missbrauchen, töten und sich an der Leiche vergehen wollen (Az.: 1 Ks 260 Js 37672/17). Als er anreiste, wurde er in Karlsruhe festgenommen.

https://www.swp.de/suedwesten/landespol ... 57466.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 20. Juni 2018, 00:05:37 
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Aus dem Artikel vom 11.06. - Stuttgarter Nachrichten:

Zitat:
Der Verteidiger der Mutter erneuert daraufhin seinen bereits im Vorfeld gestellten Antrag, die Öffentlichkeit für den gesamten Prozess auszuschließen. Seine Mandantin wolle aussagen, aber es berühre intimste Bereiche: ihr Sexualleben, ihr Verhältnis zu ihrem Sohn und zu ihrem Lebensgefährten.


Bei ihrem Sohn war sie nicht so zimperlich. Aber wenn es um einen selbst geht, hat man plötzlich Befindlichkeiten!
Die beiden Angeklagten sind wirklich das Allerletzte.

Warum soll die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden? Soll sie doch mal am eigenen Leib erfahren, wie es ist, intimste Bereiche fremden Menschen preiszugeben. Wobei das, was man von ihr verlangt ein Klacks ist gegenüber den Widerwärtigkeiten, die diese beiden Monster dem Jungen abverlangten! Pfui!


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 24. Juni 2018, 13:52:07 
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Missbrauchsfall Staufen
Angeklagter in Freiburg: Mutter hat bei Missbrauch mitgewirkt

Von red/lsw -18. Juni 2018 - 14:45 Uhr

Tag zwei im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg: Der Lebensgefährte der Mutter sagt aus. Er habe die Frau unter Druck gesetzt, ihr gedroht und sich an dem Kind vergangen. Das Motiv der Frau bleibt ein Rätsel - zumindest vorerst.

Freiburg - Im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat der Angeklagte Drohungen gegenüber der Mutter des Jungen eingeräumt. „Ich habe Druck ausgeübt“, sagte der 39 Jahre alte langjährige Lebensgefährte der Frau am Montag vor dem Landgericht Freiburg. So habe er erreicht, dass die Mutter des heute neun Jahre alten Jungen mit den Verbrechen einverstanden gewesen sei und sich selbst aktiv beteiligt habe. Er habe der Frau gedroht, sie zu verlassen und das Jugendamt zu informieren. Die heute 48-Jährige habe von allen Misshandlungen gewusst und sie unterstützt.

Der Frau und ihrem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Lebensgefährten wird vorgeworfen, das Kind mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie das in Staufen lebende Kind auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17). Auch sollen sie ein drei Jahre altes Mädchen gemeinsam sexuell missbraucht haben. Die Taten wurden laut Anklage gefilmt.

Frage nach dem Motiv bleibt unbeantwortet

Die Mutter hat bislang geschwiegen. Nach Angaben ihres Anwalts Matthias Wagner will sie sich im Laufe des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern. Die Frage nach dem Motiv der Frau sei heute unbeantwortet, sagte Rechtsanwältin Katja Ravat, die das Missbrauchsopfer vor Gericht als Vertreterin der Nebenklage vertritt. Der Junge lebt inzwischen bei einer Pflegfamilie.

In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beides Deutsche, gelten den Angaben zufolge als Hauptbeschuldigte. Ein Urteil wird es Gerichtsangaben zufolge frühestens Mitte Juli geben.

Er habe mit der Frau und dem Kind gelebt „wie eine Familie“, sagte der Lebensgefährte: Für ihn sei es „bequem“ gewesen, sich von der Frau „bedienen zu lassen“. Die Mutter sei mit ihrem Leben und dem Jungen „überfordert“ gewesen. Er habe dies genutzt und sich an dem Jungen vergangen. Die Frau habe bei den Verbrechen mitgewirkt. „Das Gefühl, dass sie ihn liebt, hat die Mutter dem Jungen nie gegeben“, sagte der Mann. Sie habe sich nicht gut um ihn gekümmert.

15 Jahre Haft drohen den Angeklagten

Die Anklage geht davon aus, dass beide Angeklagten gleichermaßen an Misshandlungen und der Zwangsprostitution des Jungen beteiligt waren, sagte Staatsanwältin Nikola Novak. Beiden drohten bis zu 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung. Das Paar habe für Vergewaltigungen von Männern Geld kassiert. Die Mutter habe den Jungen vorbereitet, sich an ihm vergangen, habe gefilmt und sei bei den meisten Taten der Männer dabei gewesen - oder habe sich in der Nähe aufgehalten.

Das Paar hatte sich den Angaben zufolge an der örtlichen Tafel, einem Lebensmittelversorger für Bedürftige getroffen. Neben einem sexuellen Interesse habe es ein finanzielles Motiv gegeben, sagte der Hauptangeklagte. Mit dem Geld, das Männern für Vergewaltigungen zahlten, „haben wir unseren Lebensunterhalt bestritten.“ Dies sei auch dem Jungen gegenüber deutlich gemacht worden, damit dieser sich nicht wehre oder sich weigere.

Die Filmaufnahmen dienen nun als Beweis. „Es sind heftige Filme“, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Gezeigt würden sie im Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 63db7.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 24. Juni 2018, 13:58:06 
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Staufener Missbrauchsfall

Christian L. sagt aus: Die verstörende Routine eines Sexualstraftäters

Von Carolin Buchheim

Mo, 18. Juni 2018 um 17:50 Uhr

Am zweiten Prozesstag gegen die mutmaßlichen Haupttäter im Staufener Missbrauchsfall inszeniert sich der redselige Angeklagte zeitweise als besorgter Stiefvater. Am morgigen Dienstag soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit die angeklagte Mutter des Opfers aussagen.

17:20 Uhr: Entscheidung über Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Vorsitzende Richter Bürgelin trägt die Entscheidung vor: Die Öffentlichkeit wird für die Dauer der Aussage der Angeklagten und die Schlussvorträge ausgeschlossen. Bürgelin kündigt an, dass am morgigen Dienstag wahrscheinlich für die gesamte Dauer des Verhandlungstags die Öffentlichkeit ausgeschlossen sein wird, da die angeklagte Mutter des Opfers, Berrin T., aussagen wird. Anschließend werden die Videos gemeinsam mit dem Ermittler B. in Augenschein genommen. Die Öffentlichkeit wird daher wohl erst am kommenden Dienstag, 26. Juni, wieder zugelassen werden.

16:15 Uhr: Die Prozessbeteiligten besprechen den weiteren Verlauf des Verfahrens

Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin fragt den Verteidiger von Berrin T., Matthias Wagner, wie die Aussage von Berrin T. aussehen wird; Wagner kalkuliert etwa einen halben Tag dafür. "Sie wird einiges sicher einfach bestätigen", sagt er. Seine Mandantin sei nicht so "wortgewandt" wie Christian L..

Berrin T.s Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit bleibe jedoch bestehen. Bürgelin regt an, dass Berrin T. am Dienstagmorgen ihre Aussage beginnt. Anschließend erfolgt eine Abstimmung über zu ladende Zeugen: verschiedene Polizeibeamte, die Führungsaufsicht, Vermieter von Wohnungen, Bezugspersonen des Jungen, aber auch - auf Wunsch der Verteidigung - Richterin Eva Voßkuhle. Dann wird besprochen, welche Tatvideos in Augenschein genommen werden müssen - man einigt sich auf 18 Videos unterschiedlicher Tatkomplexe. Das soll auf Wunsch des Vorsitzenden Richters am Dienstagmittag geschehen. Dann wird schließlich noch über den Antrag von Berrin T. auf Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer ihrer Aussage verhandelt. Staatsanwältin Novak tritt diesem nicht entgegen. Über den Antrag wird in nicht-öffentlicher Sitzung verhandelt.

Die Hauptanklage im Staufener Missbrauchsprozess

Christian L. und Berrin T. sollen den heute neunjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Haupttäter im Staufener Missbrauchsfall ist die vierte gerichtliche Aufarbeitung des Falls. Zwei Männer, die das Kind missbraucht haben, wurden bereits verurteilt: Markus K. aus dem Breisgau zu zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung; der Bundeswehrsoldat Knut S. aus dem Elsass zu acht Jahren Haft; Knut S. hat Revision beantragt. Gegen einen dritten, den Schweizer Jürgen W., wird seit vorvergangener Woche ermittelt. Gegen einen vierten Mann wurde vergangene Woche Anklage erhoben.

15.10 Uhr: Christian L. setzt seine Aussage fort und geht auf weitere Angebote seiner "Kunden" ein

Nach einer zehnminütigen Pause wird die Verhandlung fortgesetzt; Christian L. ist in seiner Aussage bei der Tatziffer #48 angelangt. Es geht um weitere Missbrauchstaten von und mit G.-D., wieder geht es um Tatdetails, die wir zum Schutz des Opfers nicht nennen.

Eine sehr weitgehende Tat von Javier G.-D. will Christian L. weder gekannt noch gefilmt oder gar geduldet haben. Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgerlin weist darauf hin, dass L.s Aussage nicht stringent ist. Bürgelin meint stattdessen, dass der weitergehende Missbrauch des Kindes durch G.-D. eine logische Folge der bereits erfolgten Missbräuche durch Berrin T. zu sein scheint.

"Sie hatten mit zwei Männern fortlaufenden Kontakt, die extreme Phantasien hatten, bis hin zu Tötungen."

Staatsanwältin Nikola Novak auf die Behauptung des Hauptangeklagten hin, er habe solche Kontakte meiden wollen

Christian L. erweckt durch seine Aussage den Eindruck, dass G.-D.s Missbrauch des Kindes "ohne Absprache" ihn vor allem gekränkt habe – nicht aber, dass er sich tatsächlich um das Wohlergehen des Jungen gesorgt habe. Christian L. beschreibt die weitergehenden Pläne von Javier G.-D. mit der Familie: Er habe in Bad Krozingen ein Haus kaufen wollen, die Familie dort mietfrei leben lassen, zusätzlich jeden Monat 2000 Euro zahlen wollen - und im Gegenzug das Kind missbrauchen wollen, wann immer er wolle. Christian L. erscheint geradezu traurig, dass sich dies nie verwirklicht hat.

L. ist mit seiner Aussage fast am Ende der langen Liste der vorgeworfenen Taten angekommen. Es spricht nun über den Kontakt mit Daniel V., der in Bezug auf den Jungen Tötungsphantasien geäußert hatte. L. beschreibt, wie V. vorgeschlagen hatte, mit ihm gemeinsam ein fremdes Kind zu entführen, zu vergewaltigen und zu töten. "Nach meiner Festnahme war das mein Hauptsorgenthema", sagt L.. "Ich hab darum gebeten, dass dieser Mann aus dem Verkehr gezogen wird." Staatsanwältin Novak zweifelt: "Sie hatten mit zwei Männern fortlaufenden Kontakt, die extreme Phantasien hatten, bis hin zu Tötungen", sagt die Staatsanwältin. "Warum haben sie den Kontakt nicht abgebrochen?" L. behauptet, er hätte die Kontakte gelöscht, hätte versucht, sie klein zu halten, und behauptet, Frau und Kind wären weggezogen.

Dann geht es noch einmal um Javier G.-D. und das Video, das dieser Christian L. vom sexuellen Missbrauch und der Tötung eines Mädchens gezeigt habe. Dieses zeige G.-D. mit einem anderen Mann. Das Tatwerkzeug aus dem Film - ein eigentlich harmloses medizinisches Instrument - habe G.-D. dem Jungen als Spielzeug geschenkt. So richtig klar wird nicht, warum L. zwar geschockt gewesen sei, aber dennoch keine Vorsichtsmaßnahmen für notwendig hielt. Schließlich geht es noch um die Verbrechensverabredung mit dem anonymen Anzeigeerstatter, dessen Hinweise an BKA und LKA zur Festnahme von Berrin T., Christian L. und ihren "Kunden" führten und das Martyrium des Jungen beendeten.

13.40 Uhr: Christian L. setzt seine Aussage zum Missbrauch mit anderen Tätern und der angeklagten Mutter fort

Die Verhandlung wird nach der Mittagspause fortgesetzt, es soll jetzt um die Anklagepunkte 33ff gehen. Zunächst geht es aber noch einmal um grundsätzliche Fragen: Welche Videos waren Auftragsarbeiten, wann fand welche Tat statt?

Staatsanwältin Nikola Novak wird deutlich: "Wann sind Sie auf die Idee gekommen, dass man damit Geld verdienen kann? Was war der Anlass?", fragt sie Christian L.. "2015 habe ich begonnen, (den Jungen) zu missbrauchen. Es war die ganze Zeit nicht geplant gewesen, den Jungen irgendwelchen Leuten auszuhändigen. Die Grundidee kam erst durch die Kontaktaufnahme von G.-D.." "Ist es in den Kreisen in denen sie waren, üblich, dass man da zahlt?", fragt Novak nach. "Es gibt Leute, die eins zu eins tauschen oder eben diese Leute, die keine eigenen Kinder haben, die Geld zur Verfügung stellen wollen und auf der Suche sind nach entgeltlichen Missbräuchen." "Und das war bei allen so, mit denen wir hier zu tun haben?", fragt Novak und listet die Kunden auf. "W., S., G.-D.?" L. bejaht.

Berrin T.s Verteidiger Matthias Wagner will von Christian L. wissen, warum die Preise für die Kunden so unterschiedlich hoch gewesen seien. "G.-D. hat das so angeboten", sagt L.

Es geht in L.s Aussage im Folgenden um eine Reihe von Missbräuchen des Jungen durch seine Mutter; um Details, die wir hier zum Schutz des Kindes nicht berichten wollen. Christian L. sagt aus, dass das Kind den Wünschen von G.-D. entsprechend von Berrin T. missbraucht worden sei und Videoaufnahmen der Taten an G.-D. weitergeleitet worden seien. "Hat Frau T. den Jungen vorher informiert, was auf ihn zukommt?", will Nebenklagevertreterin Katja Ravat wissen. "Ich bin schon der Meinung, dass er Kenntnis hatte", sagt Christian L. auf seine scheinbar auskunftsfreudige, distanzierte Art.. "Auch, dass sie ihn beleidigen würde?" "Das glaube ich nicht", sagt L..

"Da haben (der Junge) und ich unterbrochen, weil Frau T. und Herr G. mit Essen heimkamen."
L. zum schweren Missbrauch in einem eigens angemieteten Ferienhaus

Dann geht es um weitere Missbräuche des Kindes von Christian L. mit G.-D. in einem extra für den Missbrauch angemieteten Ferienhaus. Es sind schwere und sehr schwere sexuelle Missbräuche. Zwei einzelne Fälle will L. nicht als getrennte Handlungen sehen. "Da haben (der Junge) und ich unterbrochen, weil Frau T. und Herr G. mit Essen heimkamen." Eine Tat sei seiner Meinung nach "nicht vollendet" worden. "Das sehen wir ja dann auch noch auf dem Video", sagt er lapidar.

Die Details dieser schweren Missbräuche sind kaum zu ertragen, die selbstverständliche, neutrale Art, in der Christian L. darüber spricht, ist durch und durch abstoßend. Es sind nicht nur die schon erwähnten Passivkonstruktionen, L. deklariert vorhergehende Missbräuche für den Jungen als "Erfahrungen", verharmlost das Grauen auf diese Art.

Nebenklagevertreterin Katja Ravat stellt in ihrer klaren, ruhigen Art eine Nachfrage, will wissen, ob der Junge über die schwere Art des Missbrauchs informiert wurde. L. redet einige Minuten vor sich hin, sagt dann aber: "Ich glaube nicht." Richterin Schmenger fragt nach, ob der Junge nicht auch von Berrin T. gezielt auf diesen Missbrauch durch vorhergehende Taten vorbereitet wurde. L. will das nicht so recht zugeben, simuliert wieder den – man mag es kaum schreiben – vermeintlich fürsorglichen Missbrauchstäter, der sich um das Wohl seines Opfers sorge.

Im Folgenden sagt Christian L. zu den Taten von und mit Markus K. aus; K. wurde als erster "Kunde" bereits zu zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Es geht eine Weile um die Frage, wer Markus K. dem Kind gegenüber als Polizist ausgegeben habe und wer konkret die Drohung ausgesprochen habe, dass er ins Heim käme, wenn er nicht gefügig sei.

11:25 Uhr: Christian L. setzt seine Aussage fort – bis zum 20. von 58 Anklagepunkten

Sehr langsam werden die einzelnen Tatvorwürfe abgehandelt. Nach rund zwei Stunden und einer kurzen Pause ist Christian L. mit seiner Aussage erst bei Tatworwurf 20ff angekommen, es geht um den Missbrauch des Opfers durch den Schweizer Jürgen W., gegen den separat verhandelt wird, dann um den Missbrauch durch den bereits verurteilten Bundeswehrsoldaten Knut S..

Von der Kammer gibt es wieder detaillierte Nachfragen zu einzelnen konkreten Tatabläufen, über die wir zum Schutz des Jungen nicht berichten. Christian L. sagt zum wiederholten Male aus, die Filme seien nur zum jeweils wechselseitigen Eigenkonsum entstanden. "Wir müssen überprüfen, ob das immer so stimmt, was sie hier sagen", sagt der Vorsitzende Richter Bürgelin. "Sie sagen, die Filme seien nicht zur Verbreitung gedacht gewesen, aber dann haben sie sie doch verbreitet?" Christian L. legt dar, dass er ein anderes Verständnis des Worts "verbreiten" habe als das Gericht. Das Versenden als "Fake-Check" scheint für ihn nicht dazu zu gehören. "Hätte ich es gewollt, hätte ich Möglichkeiten gefunden, sie für Geld zu verbreiten", sagt L. Die Videos bezeichnet der mutmaßliche Haupttäter lapidar als "Andenken" an den Missbrauch.

Noch einmal geht es um das Geld, das das Kind erhalten hat, einmal waren das nach einem Missbrauch 50 Euro. "Die haben Frau T. und ich dann aber bekommen, um Lebensmittel zu kaufen", sagt Christian L. zu deutlichem Raunen aus dem voll besetzten Zuschauerraum. Geräusche der Entrüstung folgen von dort, als der Angeklagte von Handschellen und einem Seil spricht, die zu seiner "Erregung" gedient hätten. "Herr L., was soll ein Kind denn bitte denken, wenn es Handschellen und ein Seil sieht?", entgegnet Staatsanwältin Novak scharf.

"Es gab ja nicht nur Übergriffe, die gefilmt worden sind."

Der Hauptangeklagte Christian L. über den Missbrauch in 58 Anklagepunkten
L.s Sprache bleibt auffällig: Er gesteht die Taten, aber tut dies mit passiven Formulierungen. Missbräuche "passieren", "finden statt", "wurden durchgeführt", als wäre er selbst nicht beteiligt. Auf die Frage von Richter Bürgelin, warum die Taten nach der Inobhutnahme nicht stoppten, sondern plötzlich vom Paar gemeinsam und in immer schlimmerer Form durchgeführt wurden, antwortet L. "Darauf habe ich jetzt keine Antwort."

T. habe mitgemacht, weil er sie darum gebeten habe; dass es zuvor Absprachen über den Ablauf des Missbrauchs mit Dritten gegeben hatte, die die Filme erhalten würden, habe T. nicht gewusst. Dass Berrin T. bei einem Missbrauch des Kindes mit Knut S. geweint habe, wie es laut Anklage auf einem Video zu sehen ist, will L. nicht bemerkt haben.

"Wie kam das, dass Frau T. mitgemacht hat?" fragt Staatsanwältin Novak in Bezug auf diese gemeinschaftliche Tat mit Knut S. "Ich habe da Druck ausgeübt, ihr gedroht, sie zu verlassen", sagt L.; sie habe das nur "ihm zuliebe" gemacht.

"In den Videos nach der Inobhutnahme kann man schon den Eindruck haben, dass es heftiger wird", sagt Christian L. - und sagt, nebulös weitere Taten gestehend: "Es gab ja nicht nur Übergriffe, die gefilmt worden sind." Eine Erklärung für das noch schlimmere Ausmaß habe er nicht; einige der gefilmten Taten seien jedoch entsprechend der Wünsche etwa von Javier G.-D. gedreht worden.

Rückblick: Unerträgliche Details eines Kindesmissbrauchs: Angeklagter Christian L. gesteht am ersten Prozesstag eine Vielzahl von Taten

9:15 Uhr: Christian L. setzt seine Aussage fort

Der zweite Verhandlungstag beginnt, die erste Runden Nachfragen an Christian L. zu seiner Person und zur Sache wird fortgesetzt.

"Sie hat mich bei jeder Tat darum gebeten, (dem Jungen) nicht wehzutun."
Christian L. über die Mutter des Opfers Berrin T.

Richterin Schmenger stellt detaillierte Nachfragen zum Missbrauch der Dreijährigen - zum Schutz des Kindes berichten wir über diese nicht. Wie schon am ersten Prozesstag beantwortet Christian L. die Fragen ausführlich und in einem fast klinisch-distanzierten Tonfall.

Schmenger will dann wissen, ob Berrin T. jemals während des Missbrauchs eingegriffen habe. "Sie hat mich bei jeder Tat darum gebeten (dem Jungen) nicht wehzutun," antwortet der Angeklagte. Die Richterin stellt Nachfragen zur sexuellen Beziehung zwischen den beiden Angeklagten; Christian L. beschreibt diese als einseitig auf ihn orientiert. "Sie war da auch nicht so anspruchsvoll", sagt L.; auf seine Neigung sei das jedoch nicht zurückzuführen. Schmenger will wissen, nach Kindern welchen Alters Christian L. gesucht habe, lässt bei ihrer Befragung nicht locker. Nach einigem Ausweichen wird L. deutlich: "Sieben oder acht bis vielleicht elf Jahre", sagt er. Anderes Foto- und Videomaterial, auch mit sehr viel jüngeren Kindern, habe er etwa gehabt, weil ihm ganze Pakete mit Kinderpornographie zugesandt worden seien.

Berrin T.s Verteidiger Matthias Wagner will mehr zum Familienleben der beiden Angeklagten mit dem Jungen wissen; Christian L. beschreibt dieses in Grundzügen und nutzt die Gelegenheit, T. als "faul" und "überfordert" zu beschreiben, ihr vorzuwerfen, sie habe sich nicht um das Kind gekümmert und es nicht geliebt. Berrin T., die heute etwas weniger verwahrlost aussieht als vor einer Woche, lehnt die Unterarme auf die Anklagebank, guckt aufmerksam an den beiden Verteidigern vorbei auf L.

Der behauptet derweil, er sei sich sicher, dass das Kind bereits von einem anderen Partner von T. missbraucht worden sei. "Das Verhalten (des Jungen), dass er da sofort mitgemacht hat, war für mich schon ungewohnt." Dann behauptet er wieder, er würde Berrin T. lieben. In der Psychologie nennt man solches Verhalten, wie L. es hier zeigt, "Gaslighting" - eine Form psychischer Misshandlung, bei der Realitäts- und Selbstbewusstsein eines Opfers zerstört werden soll.

"Ich habe mir eingeredet, dass das völlig normal ist."

Mutmaßlicher Haupttäter Christian L. über den Missbrauch

Staatsanwältin Novak will wissen, wie L., der ja angibt, selbst missbraucht worden zu sein, den Missbrauch des Jungens vor sich selbst gerechtfertigt hat. L. druckst herum, sagt irgendwann: "Ich habe mir eingeredet, dass das völlig normal ist. Dadurch sind diese Taten dann entstanden", sagt L., wieder eine auffällige Passivkonstruktion nutzend.

Direkter antwortet er auf eine Nachfrage von Nebenklagevertreterin Ravat: "Wer kam auf die Idee, (das Mädchen) zu missbrauchen?" "Ich", antwortet L. Ravat will wissen, warum Berrin T. sich beteiligt habe. "Ich hab ihr schon erklären müssen, was ich filmen wollte", sagt L.; T. Habe Angst gehabt, seine Erwartungen nicht zu erfüllen. Für den alleinigen Missbrauch des Jungen durch Berrin T. habe er Vorgaben gemacht, auch einzelne Beschimpfungen des Jungen vorgegeben.

Dann geht es um die Zeit der Inobhutnahme des Kindes durch das Jugendamt; Christian L. schildert - insgesamt wenig stimmig - man habe um den Jungen gekämpft, nicht etwa weil man Angst hatte, dass der Missbrauch ans Licht käme, sondern weil man das Kind vermisst hätte.

Richter Stefan Bürgelin stellt Christian L. nun Detailfragen zu einzelnen Taten aus der Anklage; zu genauen Tattagen und einzelnen Missbräuchen. L. behauptet, die zeitliche Einordnung mancher Taten in der Anklage sei fehlerhaft, manche beschriebene Taten von Berrin T. alleine will L. bisher nicht gekannt haben.

Auch die Buchung einer Ferienwohnung für den Missbrauch unter seinem Namen durch Javier G.-D. habe er nicht durchgeführt, sondern stattdessen G.-D. seinen Namen genannt. Zudem habe dieser nicht 3000 Euro gezahlt, sondern zwei Mal 5000 Euro, ein anderes Mal nicht 9000 Euro, sondern 3000 Euro. In Nebensätzen sagt L. ganz beiläufig immer wieder Unerträgliches, beschreibt etwa, wie er das Kind während des Missbrauchs durch G.-D. unter Druck setzte, indem er es an das ausstehende Geld erinnerte.

Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin stellt viele Nachfragen zur Beziehung mit G.-D., will wissen, wann genau Christian L. ein Video von G.-D. gezeigt bekam, das den sexuellen Missbrauch und die Tötung eines Kindes zeigt - denn schließlich habe Christian L. den Jungen mit G.-D. alleine gelassen. L. geriert sich einmal mehr als Beschützer des Jungen, gibt an, er habe den Missbrauch durch G.-D. zum Teil beobachtet, um vermeintlich für die "Sicherheit" des Kindes zu sorgen. "Nachdem Sie das Tötungsvideo gesehen haben, hat er danach (den Jungen) noch mal zum Missbrauch bekommen?" Christian L. behauptet, danach hätten keine Missbräuche mehr stattgefunden. Dagegen scheint er jedoch nichts gehabt zu haben: Wenige Minuten später sagt Christian L., drei weitere Treffen seien geplant gewesen, hätten aber nicht stattgefunden, weil G.-D. nicht gekommen sei.

http://www.badische-zeitung.de/christia ... raftaeters


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 24. Juni 2018, 14:02:09 
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18.06.2018 20:52 Uhr

Missbrauchsfall in Staufen

Die Welt des Christian L.

Vor Gericht sagt der Angeklagte Christian L. umfassend zum dutzendfachen Missbrauch an einem Jungen aus - ungerührt und ausschweifend korrigiert er die Anklage in Details. Seine Worte sind verstörend.

Von Beate Lakotta, Freiburg

Es ist der Ton dieser Aussage, der so ungemein verstört - er ist ungerührt, sachlich, monoton. Dazu die Akribie, die Christian L. an den Tag legt: Über Stunden spricht er an diesem zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Freiburg über die Missbrauchstaten, die er an einem Jungen beging. Manche verübte er gemeinsam mit dessen Mutter, seiner Lebensgefährtin Berrin T., 49 Jahre alt, andere gemeinsam mit Freiern, die er über das Darknet kannte. Mehr als drei Jahre ging das so. Die Schilderungen sind kaum zu ertragen.

In der vergangenen Woche brauchten zwei Staatsanwältinnen am ersten Verhandlungstag mehr als drei Stunden, um die Anklageschrift gegen Christian L. und Berrin T. vorzulesen: Es geht um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, besonders schwere Zwangsprostitution, Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie - unter anderem. Seither hat Christian L. die über hundert Seiten noch mal durchgearbeitet, 58 Taten sind darin aufgelistet: "Im Prinzip stimmt alles so", sagt er. Aber an vielen Punkten habe er die Darstellung der Anklägerinnen "verfeinert", wie er sagt.

Christian L. müsste nicht reden, schon gar nicht so ausführlich. Die Frage ist: Warum tut er es trotzdem?

"Das fehlt in der Anklage"

Er blättert geschäftig in der Anklageschrift, er wippt mit dem Fuß, es drängt ihn offenkundig, sich zu äußern. In bisher drei Verfahren hat er gegen Freier, die anreisten um den Jungen zu missbrauchen, umfassend als Zeuge ausgesagt.

Nun geht es um ihn selbst, um seine Korrekturen: Also, bei der Tat unter Anklageziffer 52 sei nicht verzeichnet, dass der Junge nicht nur den Freier zu befriedigen hatte, sondern anschließend auch noch ihn selbst. "Das fehlt in der Anklage." Ein anderes Treffen hingegen mit einem Mann aus Spanien, Anklageziffer 44, sei korrekt wiedergegeben: "Was aber falsch ist, ist die Preisangabe, die drunter steht, es waren nicht 5000, sondern nur 3000 Euro."

Insgesamt bezahlte der Mann mehrere zehntausend Euro für den Jungen. "Er bot uns an, ein Haus für uns zu kaufen, dazu eine Förderung von 2000 Euro im Monat", ergänzt L. die Anklage. Im Gegenzug dazu hätte er den Jungen missbrauchen können, wann immer er wollte. Die Verhaftung kam dazwischen.

Seit Christian L. begonnen hat, auszupacken, nimmt er die Hauptschuld auf sich. In einem der Verfahren gegen einen Freier etwa ließ das Gericht Videos vorführen, die Christian L. bei der Tatortbegehung zeigen: Am Rande eines Maisfelds, an einer Bank, am Waldrand. Man sieht Christian L. in lilafarbenen Sportklamotten, Hände in Handschellen, wie er die Polizisten beinahe beflissen zu einem Baumstamm führt und beschreibt, wie er den gefesselten Jungen dort missbrauchte. Berrin T. stand daneben und feuerte ihn an.

Christian L. nimmt sie in Schutz: "Ich hab sie schon unter Druck gesetzt. Indem ich ihr gesagt hab, ich würde sie verlassen, wenn sie nicht einwilligt in die Sachen mit dem Jungen." Dabei sei der Mutter nicht egal gewesen, was mit dem Kind passiert. "Vor jeder Tat hat sie mich gebeten, dem Kind nicht wehzutun. "Da bin ich dann schon drauf eingegangen, teilweise."

Und die selbstgedrehten Missbrauchs-Videos? Auf manchen ist die Mutter allein in Aktion zu sehen. Das, sagt L., seien "Auftragsarbeiten" gewesen. Die Kunden des Paars hätten gesagt, was sie sehen wollten - "und das habe ich dann durchgeführt oder habe die Frau T. angewiesen, was sie machen soll." Obwohl: Als er den Jungen zum ersten Mal missbrauchte, habe er sich gewundert, wie leicht der sich fügte: "Ich habe mich gefragt, ob da vorher schon was war."

Besonders verstörend wird es, als L. über seine Rolle dem Kind gegenüber spricht. In der vergangenen Woche hatte er von Vatergefühlen gegenüber dem Jungen gesprochen. Er habe versucht, sich um ihn zu kümmern. Er wolle, dass das Kind abschließen könne mit den Taten. Und dass alle ihre gerechte Strafe bekommen.

"Er hat mir ja auch ziemlich vertraut"

Die Schlimmsten, sagte L. in der Vorwoche, seien die Freier K. und W. gewesen. "Sie haben ihn am häufigsten missbraucht", hielt ihm der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin entgegen. "Was waren denn dann Sie?" - "Wenn man das so sieht, wär ich wohl der Schlimmste gewesen", antwortet L. "Wobei ich sagen muss, das Verhältnis zwischen uns war sehr gut. Er kam auch tatsächlich auf mich zu, wenn was war." Als der Junge zum Beispiel weinte, weil er ihm ankündigte, mit dem Kunden aus Spanien sei Oralverkehr geplant, habe er ihm erklärt, "dass es da um hohe Geldbeträge geht."

Wie soll man so einen Menschen verstehen?

Manchmal habe er sich beim Missbrauch dem Jungen gegenüber schlecht gefühlt, sagt L. "Es gibt auch Videos wo ich doch Mitleid entwickelt hab und sofort aufgehört hab."

"Hat der Junge auch mal geweint bei einem Missbrauch durch Sie?", will die Beisitzerin wissen. "Ein, zwei Mal kam das vor." - "Wie sind Sie damit umgegangen?" - "Es gab Situationen, wo ich nicht drauf geachtet hab, sondern weitergemacht." Normalerweise sei es aber so gewesen: "Man hat mit ihm abgesprochen, was passieren soll und warum. Dann wusste er Bescheid. Und da hat er dann nicht geweint." Er glaube nicht, dass der Junge einen Hass gegen ihn hege: "Er hat mir ja auch ziemlich vertraut, sonst hätte er ja nicht mitgemacht."

Manchmal erscheint Christian L., nach eigenem Bekunden selbst ein Missbrauchsopfer, schonungslos offen. Die Sicherungsverwahrung steht im Raum. "Die ganze Zeit während des Verfahrens hab ich nie gesagt, es geht um meinen Arsch", sagt er. "Ich hab nie was gefordert", außer Schutz für seine Familie vielleicht.

Also, warum redet er dann?

Ein Kommissar, dem Christian L. stundenlang Rede und Antwort stand, hat dazu in einem Verfahren gegen einen der Freier eine Vermutung geäußert: "Ich habe ihn so verstanden, dass er zum Team gehören will." Zum Ermittlerteam. Zu den Aufklärern, zu den Guten.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/m ... 13663.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 24. Juni 2018, 14:05:32 
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Missbrauchsfall in Staufen

"Es wurde immer noch schlimmer"

Jahrelang wurde ein Kind im Breisgau schwer missbraucht. Vor Gericht ging es nun um das Opfer: Einer Polizistin zufolge geht es ihm so schlecht, dass es nicht einmal psychologisch betreut werden kann.

21.06.2018 17:59 Uhr

Im Missbrauchsfall von Staufen hat eine Polizistin vor Gericht die aktuelle Situation des neunjährigen Opfers geschildert. Der Junge sei derzeit damit beschäftigt, "in seinem neuen Leben anzukommen". Dabei werde er auch von der Polizei unterstützt. Den Angaben zufolge lebt das Kind inzwischen bei einer Pflegefamilie.

Die Beamtin betreut den Jungen, der im Juli zehn Jahre alt wird. Sie sagte als Zeugin im Prozess gegen einen der Angeklagten aus, einen 37-Jahre alten Mann aus der Schweiz. Auf die Verbrechen angesprochen, sei der Junge "verschlossen", sagte die Polizistin. Er höre zwar zu, äußere sich aber nicht zu Taten oder mutmaßlichen Tätern. Vor Gericht aussagen wolle er nicht.

Nach seiner Mutter frage er inzwischen nicht mehr. Die 48-Jährige und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte sind Hauptbeschuldigte in dem Fall. Das Paar soll den Jungen auch selbst jahrelang missbraucht haben, in der vergangene Woche begann der Prozess (mehr zu dem Fall lesen Sie hier).

Der Junge wurde laut Ermittlungen mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt. Die Mutter und ihr Lebensgefährte sollen ihn hierfür im Internet angeboten und Geld kassiert haben. Es gibt insgesamt acht Verdächtige. Der 37-jährige Schweizer hat gestanden, den Jungen dreimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Ein Urteil in diesem Fall soll es im Juli geben, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin.

Die Polizistin sagte, der Junge benötige wohl noch jahrelang Hilfe. Für eine psychologische Betreuung des Kindes sei es nach Ansicht von Experten noch zu früh, sagte die Beamtin. "Es braucht noch ein bis zwei Jahre, bis er eine Therapie ansatzweise beginnen kann."

Vor Gericht äußerte sich auch ein weiterer Beamter, der Aufnahmen der Taten ausgewertet hat. "Es ist schwer und schlimm, diese Sachen zu sehen", sagte er. "Ich dachte, es kann nicht noch schlimmer werden. Und es wurde immer noch schlimmer."

mxw/dpa

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/f ... 14286.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 29. Juni 2018, 11:26:13 
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29.06.2018 08:10

44-Jähriger fragt Freund der Mutter, ob er Jungen vergewaltigen und töten kann

Karlsruhe - Im Missbrauchsprozess gegen einen 44 Jahre alten Mann aus Schleswig-Holstein will das Karlsruher Landgericht am Freitag sein Urteil sprechen.

Wann, wird sich erst im Laufe des Vormittags entscheiden. Zunächst stehen die Plädoyers (9 Uhr) auf dem Plan. Die Öffentlichkeit wird dafür - wie schon bei der Aussage des Mannes zu Beginn des Prozesses - ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte den Ausschluss beantragt, weil der Angeklagte in seiner Aussage persönliche Dinge wie sein Sexualleben erläutern wollte.

Der einschlägig vorbestrafte Mann steht im Zusammenhang mit dem Fall des schwer missbrauchten Neunjährigen aus Staufen vor Gericht. Er soll den Partner der Mutter des Jungen gefragt haben, ob er das Kind vergewaltigen und dann töten könne (Az.: 1 Ks 260 Js 37672/17).

Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Sichbereiterklärens zum Mord, zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zur Vergewaltigung sowie wegen Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften angeklagt. Sie zieht eine Sicherungsverwahrung in Betracht. Der Angeklagte tappte im vorigen Herbst in Karlsruhe in eine Falle der Polizei.

https://www.tag24.de/nachrichten/freibu ... eil-662594


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 05. Juli 2018, 12:09:38 
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Freiburg

Missbrauchsprozess Freiburg: Motiv der Mutter weiter unklar

Freiburg / DPA 26.06.2018

Im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg vermissen Ermittler und die Vertreterin der Nebenklage bei der angeklagten Mutter den Willen zur Aufklärung. Die 48-Jährige habe bislang keine echte Reue gezeigt und sich nur widerwillig geäußert, sagten Polizeibeamte am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg. Nach ihrem Sohn habe sie sich seit ihrer Festnahme im vergangenen Herbst nicht erkundigt. Dies belaste auch den heute neun Jahre alten Jungen, der Opfer der Verbrechen wurde.

„Eine Entlastung kann nur durch die Mutter erfolgen, nicht durch die weiteren Beschuldigten“, sagte die Anwältin des Kindes, Katja Ravat: „Aber eine solche Entlastung bietet die Mutter leider nicht.“ Sie lehne es ab, sich an der Aufarbeitung des Falles zu beteiligen.

Angeklagt sind die Frau sowie ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte, beide Deutsche. Ihnen wird vorgeworfen, das in Staufen bei Freiburg lebende Kind mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie den Jungen sowie ein damals drei Jahre altes Mädchen auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben. Ein Urteil wird es Gerichtsangaben zufolge frühestens Mitte Juli geben (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17). Der Junge lebt mittlerweile in einer Pflegefamilie.

Die zwei Angeklagten haben die Taten gestanden. Im Gegensatz zu ihrem Lebensgefährten äußerte sich die Frau jedoch nur nicht-öffentlich. „Sie hat angegeben, von ihrem Lebensgefährten zu den Taten gezwungen worden zu sein“, sagte ihr Anwalt Matthias Wagner.

Hinweise, dass die Frau bedroht oder anderweitig unter Druck gesetzt wurde, seien jedoch nicht gefunden worden, erklärte Staatsanwältin Nikola Novak. Das Motiv der Frau bleibe unklar. Der Fall sei ungewöhnlich, weil Frauen als Sexualstraftäterinnen äußert selten seien und sie sich am eigenen Kind meist nicht vergriffen.

In dem Missbrauchsfall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter des Kindes und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte sind die beiden Hauptbeschuldigten.

Im Gegensatz zu der Frau habe der Mann seit seiner Festnahme kooperiert und der Polizei wertvolle Hinweise gegeben, sagte der Chefermittler in dem Fall. Ohne ihn hätte die Polizei einige der weiteren Tatverdächtigen nicht ermitteln können.

Dem 39-Jährigen gehe es wohl darum, die ihm drohende Sicherungsverwahrung zu vermeiden, sagte der Beamte auf die Frage nach dem möglichen Motiv des Angeklagten. So habe er angeboten, dem Jungen eine Videobotschaft zu schicken. Dieser habe das aber abgelehnt, sagte seine Anwältin. Er wolle von den mutmaßlichen Tätern „nichts mehr sehen und hören“.

Pressemitteilungen des Gerichts zu den Prozessen

Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zweite Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

https://www.swp.de/panorama/im-missbrau ... 45163.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 05. Juli 2018, 12:11:30 
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Freiburger Missbrauchsprozess prüft Rolle von Jugendamt und Justiz

Aktualisiert am 27. Juni 2018, 15:16 Uhr

In Baden-Württemberg wird einem Jugendamt und zwei Gerichten vorgeworfen im Falle eines missbrauchten Jungen aus Staufen nicht genug unternommen zu haben. Mitarbeiter sollen nun vernommen werden.

ach einer Debatte um mögliches Behörden- und Justizversagen im Missbrauchsfall in Staufen sollen Mitarbeiter von Jugendamt und Gerichten vernommen werden. Das kündigte das Freiburger Landgericht am Mittwoch an.

Junge nicht geschützt

Jugendamt und zwei beteiligten Gerichten in Baden-Württemberg wird vorgeworfen, einen aus Staufen stammenden Jungen nicht geschützt zu haben. Sie hatten im Frühjahr 2017 entschieden, dass er bei seiner Familie bleiben solle, obwohl es Anzeichen für eine Gefährdung des Kindes gab.

Die Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte haben gestanden, den heute neun Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. In dem Kriminalfall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige.

https://www.gmx.ch/magazine/panorama/fr ... z-33033424


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