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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 10. November 2016, 15:26:45 
 
Prozess in Frankenthal

Baby aus dem Fenster geworfen - Vater gesteht Mord an eigener Tochter

Ein wegen Mordes angeklagter Mann hat gestanden, sein zwei Monate altes Baby aus dem zweiten Stock geworfen und damit getötet zu haben.


Bild vergrößern Blick auf ein Wohnhaus in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) am 14.05.2016. Hier soll ein Mann sein zwei Monate altes Baby aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock geworfen und getötet haben. Am 10.11.2016 beginnt in Frankenthal der Prozess. Foto: Klaus Bolte/dpa

von DPA
"Ich habe meine eigene Tochter - unser kleines süßes Baby - mit eigenen Händen umgebracht", hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des 32-Jährigen bei Prozessbeginn am Donnerstag vor dem Landgericht Frankenthal verlas. Darin gestand der heftig schluchzende Mann auch, dass er eine andere Tochter in der Tatnacht schwer mit einem Messer verletzte. Er bereue und bitte um eine gerechte Strafe, ließ er erklären. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben Mord auch versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

Nach Darstellung von Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz ist der Angeklagte extrem eifersüchtig, was sich darin zeige, dass er seiner 20 Jahre alten Freundin vorgeworfen habe, sie verbringe zu viel Zeit mit dem Kind. In der Nacht zum 14. Mai habe er in der Annahme, die Frau betrüge ihn, auf diese eingestochen und einen zu Hilfe eilenden Bekannten verletzt. Um sich an der Mutter zu rächen und aus Eifersucht auf das Baby habe er das Kind vom Balkon geworfen. Zudem habe er gedroht, zwei andere Töchter zu töten. Nachdem er eine von ihnen in den Bauch gestochen hatte, stürmten Beamte die Wohnung.

Der Prozess wird fortgesetzt.

http://www.infranken.de/ueberregional/d ... e_accepted


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 10. November 2016, 17:14:40 
 
10.11.16 09:55

Prozessauftakt am Landgericht
Eigenes Baby getötet! Hier versteckt sich der Täter (32)

Frankenthal – Er soll sein eigenes Baby Senna vom Balkon in den Tod geworfen haben. David L. (32) sitzt wegen Mordes auf der Anklagebank. Sein feiger Auftritt am ersten Prozesstag:

Was geht bloß in einem Vater vor, der sein eigenes Kind tötet?

Der mit Spannung erwartete Prozessauftakt gegen David L. im Landgericht. Dem 32-Jährigen wird vorgeworfen, sein Töchterchen Senna (†zwei Monate) am 14. Mai 2016 nach einem Streit mit seiner Lebensgefährtin Jesmira S. (20) vom Balkon im zweiten Stock in den Tod geworfen zu haben (WIR BERICHTETEN).

LUDWIGSHAFEN24 ist am Donnerstagmorgen in der ersten Reihe im überraschenderweise nur halb gefüllten Saal 20 dabei.

Auffällig: Das hohe Sicherheitsaufkommen bei der Verhandlung! Gleich vier Justizwachtmeister sind im Einsatz – dazu zwei Polizisten. Zeugen und Zuhörer dürfen nur mit Einlasskarte und nach einer ‚Leibesvisitation‘ in den Saal, müssen sogar ihre Handys abgeben und den Personalausweis vorzeigen.

Doch nach nicht einmal einer halben Stunde ist alles vorbei – zumindest für diesen Tag.

Nach Verlesung der Anklage durch Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz, während sich David L. die Ohren zuhält, und der Personalien wendet sich die Vorsitzende Richterin Alexandra Ulrich an den Angeklagten. Weinend und schluchzend sitzt er neben seinem Anwalt, seine Ex-Freundin ihm wenige Meter genau gegenüber! Sie tritt als Nebenklägerin auf.

„Sie wollte ihm unbedingt die Stirn bieten, ihm in die Augen sehen! Das Geständnis des Angeklagten ist in meinen Augen nur pro forma und mehr oder weniger inhaltslos, weil er nichts zum Tathergang sagt. Fraglich, ob seine Tränen aus Selbstmitleid oder echter Reue fließen“, erklärt ihr Anwalt Dr. Frank Peter.


Als der Industriereiniger in Handschellen in den Saal geführt wird, versteckt er sein Gesicht hinter einem blauen Schnellhefter und unter einer Kapuze – seine Hände zittern im Blitzlichtgewitter der Fotografen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben Mord auch versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

Doch David L. selbst schweigt, lässt seinen Anwalt Alexander Klein eine Erklärung mit seinem Geständnis verlesen: „Ich habe unsere süße kleine Tochter mit eigenen Händen umgebracht! Ich trage schwer an dieser Schuld und bedauere die Tat zutiefst. Ich bitte das Gericht um eine gerechte Strafe.“

Darin lässt er wissen, dass er auch bereut, seine andere Tochter Joana lebensgefährlich verletzt und Jesmira S. das alles angetan zu haben.
Die Schreckenstat am Pfingstsamstag

Nach einem heftigen Streit nimmt David L. gegen 1:35 Uhr ein Messer (9,5 Zentimeter Klinge) aus einer Kommode, geht ins Schlafzimmer und umklammert Jesmiras Hals von hinten. Er sticht ihr mehrfach in Rücken und Schulter.

Der unfassbare Grund: Rasende Eifersucht auf das Baby! Er wirft ihr vor, sich mehr um Senna als um ihn zu kümmern, ihn zu vernachlässigen! Und das Jesmira ihn betrügen würde.

Selbst ein anwesender Bekannter, Artur H. (31), kann den Angreifer nicht aufhalten, erleidet Schnittwunden.

Dann nimmt das Drama seinen Lauf: Während die Männer miteinander kämpfen, flüchtet die geschockte Verletzte aus dem Haus. David L. nimmt das Baby des Pärchens mit den Worten „jetzt mach ich den Rest“ aus seinem Kinderbettchen, wirft es laut Oberstaatsanwältin mit der linken Hand „mit einer ausholenden Bewegung“ und voller Tötungsabsicht vom Balkon 7,50 Meter in die Tiefe.

Wie die Rechtsmedizin Mainz später bei der Obduktion des Säuglings feststellt, erleidet Senna mehrere Schädeldach- und Schädelbasisbrüchen, stirbt an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Im Drogenrausch (Kokain) verschanzt sich David L. mit zwei weiteren Töchtern (4/6) aus einer anderen Beziehung in der Wohnung, droht die Schwestern umzubringen!

Und tatsächlich: Als sich die alarmierte Polizei Zutritt verschafft, sticht er der sechsjährigen Joana zwei Mal in den Bauch, nimmt ihren „Tod billigend in kauf“. Nur kanpp verfehlt er die Bauchschlagader – eine Not-OP rettet ihr das Leben! Bei der Festnahme wird auch David L. verletzt, muss ärztlich versorgt werden.

Wie geht‘s Jesmira S. heute?

„Ihre körperlichen Wunden verheilen, aber die seelischen bleiben. Nach solch einem schrecklichen Vorfall braucht jeder Hilfe! Es wird sehr langedauern, dies zu verarbeiten – womöglich ein Leben lang“, so Anwalt Dr. Peter.

Und die ausgebildete Trauerbegleiterin Vanessa Roß ergänzt: „Sie ist sehr angeschlagen und wird psychologisch betreut. Sie empfindet tiefe Trauer und auch Wut. Man kann nur für sie da sein. Zum Glück hat sie viele liebe Menschen um sich, die ihr helfen.“

In der ehemals gemeinsamen Mietswohnung in der Kantstraße lebt die junge Frau längst nicht mehr. Völlig bizarr: Kurz nach seiner Inhaftierung in der JVA Frankenthal stellt David L. seiner Ex, mit der er zwei Jahre zusammen war, in einem Brief einen Heiratsantrag!

+++

Die Fortsetzungstermine sind für den 28. November, 5., 8. und 16. Dezember sowie 3., 24. und 26. Januar 2017 (je 9 Uhr) angesetzt – stets in Sitzungssaal 20.

http://www.heidelberg24.de/region/frank ... 61930.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 28. November 2016, 12:16:36 
 
Baby-Mordprozess vor Frankenthaler Landgericht
Mutter als Nebenklägerin im Zeugenstand

Der Prozess gegen einen Mann, der im Mai sein Baby aus dem zweiten Stock geworfen und damit getötet haben soll, wird heute fortgesetzt. Im Gerichtssaal soll heute die Mutter zu Wort kommen.

Die Frau tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Außerdem soll laut Gericht ein Zeuge vernommen werden, der zur Tatzeit in der Wohnung des Paares war. Der 32 Jahre alte Angeklagte ist nicht nur wegen Mordes an dem Baby angeklagt, er soll auch die Mutter des Kindes - seine damalige Lebensgefährtin - und den Besucher verletzt haben, außerdem eine weitere Tochter. Die Taten an den Kindern hatte er bei Prozessbeginn gestanden. Sein Anwalt hatte eine entsprechende Erklärung verlesen.

Zweifel an gezeigter Reue
Darin hatte der Mann auch Reue gezeigt und um eine gerechte Strafe gebeten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm auch versuchten Mord an der zweiten Tochter sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor. Der Mann stand laut Anklage während der Tat unter Kokain-Einfluss. Er trage schwer an seiner Schuld, ließ der Angeklagte seinen Verteidiger zum Prozessauftakt vorlesen. Der Anwalt der Nebenklage, der die Kindsmutter vertritt, hat allerdings Zweifel an der Reue des Mannes geäußert.


http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 28. November 2016, 15:45:14 
 
Baby-Mordprozess vor Frankenthaler Landgericht
Mutter berichtet über "Höllenbeziehung"

Im Prozess gegen einen Mann, der im Mai sein Baby aus dem zweiten Stock geworfen und damit getötet haben soll, sagte heute die Mutter des Babys aus. Ihre Schilderungen klingen schockierend.

Die Frau tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Am Vormittag ging es im Gerichtssaal vor allem um ihre damalige Beziehung zu dem Angeklagten. Die Mutter des getöteten Babys sagte aus, sie habe in einer "Höllenbeziehung eine wahre Tortur durchlebt". Immer wieder sei sie von dem Mann geschlagen, getreten und vergewaltigt worden. Deswegen sei sie auch öfter im Krankenhaus behandelt worden. Die Frau sagte weiter aus, die Beziehung zu dem Mann sei "schlimmer als ein Gefängnis" gewesen. Sie habe aber Angst gehabt, sich von ihm zu trennen, weil er für diesen Fall angedroht hatte, der Familie etwas anzutun.

Geständnis zu Prozessbeginn
Am Montag soll außerdem laut Gericht noch ein Zeuge vernommen werden, der zur Tatzeit in der Wohnung des Paares war. Der 32 Jahre alte Angeklagte ist nicht nur wegen Mordes an dem Baby angeklagt, er soll auch die Mutter des Kindes - seine damalige Lebensgefährtin - und den Besucher verletzt haben, außerdem eine weitere Tochter. Die Taten an den Kindern hatte er bei Prozessbeginn gestanden. Sein Anwalt hatte eine entsprechende Erklärung verlesen.

Zweifel an gezeigter Reue

Darin hatte der Mann auch Reue gezeigt und um eine gerechte Strafe gebeten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm auch versuchten Mord an der zweiten Tochter sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor. Der Mann stand laut Anklage während der Tat unter Kokain-Einfluss. Er trage schwer an seiner Schuld, ließ der Angeklagte seinen Verteidiger zum Prozessauftakt vorlesen. Der Anwalt der Nebenklage, der die Kindsmutter vertritt, hat allerdings Zweifel an der Reue des Mannes geäußert.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 08. Dezember 2016, 11:37:51 
 
Baby-Mord vor Frankenthaler Landgericht
Wichtige Zeugenaussage erwartet

Vor dem Landgericht in Frankenthal wird heute der Prozess um den Mord an einem Baby mit weiteren Zeugen fortgesetzt. Angeklagt ist der Vater, der im Mai seine zwei Monate alte Tochter vom Balkon geworfen haben soll.

Am Vormittag sind nach Angaben des Verteidigers acht Polizisten geladen. Bereits am Montag hatten Polizeibeamte vor Gericht ausgesagt, die in der Tatnacht im Mai im Einsatz waren. Sie hatten die dramatischen Umstände bei der Festnahme des Angeklagten geschildert.

Andere Tochter schwer verletzt
Laut ihren Schilderungen soll der Mann ein Messer in der Hand gehabt haben, mit dem er zuvor seine sechs Jahre alte Tochter angegriffen hatte. Den Polizisten gelang es, die sechsjährige und eine weitere Tochter zu befreien und den Mann trotz heftiger Gegenwehr festzunehmen. Mit den Aussagen weiterer Polizisten will das Gericht die Festnahme umfassend klären.

Mit Spannung wird am Nachmittag die Aussage eines Bekannten des Angeklagten erwartet, der während der Tat in der Wohnung war.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 31. Mai 2017, 07:36:07 
 
Befangenheitsantrag abgelehnt: Mordprozess um getötetes Baby in Frankenthal kann fortgesetzt werden
Von Susanne Müller

FRANKENTHAL - Seit November 2016 wird in Frankenthal im Landgericht der Tod des Babys Senna verhandelt. Dem Vater des Säuglings wird vorgeworfen, sein Baby aus Eifersucht aus dem zweiten Stock geworfen zu haben. Außerdem soll er seine Kinder aus einer anderen Beziehung in seiner Wohnung festgehalten und eines der Mädchen mit einem Messer schwer verletzt haben.

Ob das Verfahren fortgesetzt werden kann, hatte auf der Kippe gestanden – bis zum Dienstag. Denn der Verteidiger von David L., Alexander Klein, hatte dem für das Verfahren engagierten psychiatrischen Gutachter vorgeworfen, das Gericht belogen zu haben.

Der Facharzt habe verschwiegen, dass er sich 2015 schon einmal mit der Mutter des getöteten Kindes beschäftigt und sie als unglaubwürdig eingestuft hatte. Dies habe er vor Gericht zunächst nicht erwähnt. Der Jurist hatte deshalb gefordert, den Gutachter vom Prozess abzuziehen.

Der Prozess kann nun fortgesetzt werden

Das Gericht folgte dem am Dienstag nicht. Der Antrag wurde zurückgewiesen, der Prozess kann somit weitergehen. Eine Befangenheit könne bei dem Gutachter nicht festgestellt werden, habe die Vorsitzende Richterin Alexandra Ulrich erklärt, sagte am Dienstag der Verteidiger der Mutter des getöteten Babys, Frank K. Peter.

Dass er sich zunächst nicht erinnert habe, sei nachvollziehbar bei der Vielzahl der Fälle, die er pro Jahr zu bearbeiten habe – rund 70 seien es, habe die Richterin gesagt. Der Gutachter habe Jesmira S. damals zudem nur in seiner Praxis gesehen, sei ihr vor Gericht nicht mehr begegnet.

Gutachter teilte seinen Fehler selbst dem Gericht mit

Auch dem Vorwurf, der Gutachter habe fiskalische Interessen, habe wegen zu erwartender Einnahmen zunächst nichts von der schon einmal vorgenommenen Begutachtung gesagt, folgte das Gericht nicht.

Wie Richterin Alexandra Ulrich weiter ausführte, wäre es umgekehrt ja günstiger für ihn gewesen, wenn er die Begutachtung aus dem Jahr 2015 gar nicht erwähnt hätte. Denn dann hätte er im aktuellen Fall wohl viel mehr Prozesstage abrechnen können, als wenn er durch seine Mitteilung Gefahr laufe, der Prozess werde abgebrochen. Sie habe keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachters.

Der Sachverständige hatte an einem vorangegangenen Verhandlungstag den Vorwurf der Befangenheit zurückgewiesen. Er habe sich den Namen und das Gesicht der jungen Frau nicht in einem wünschenswerten Maß eingeprägt, hatte er gesagt und hinzugefügt, er habe das Gericht aber umgehend informiert, nachdem ihm das Versäumnis bewusst geworden sei. Der Anwalt des Angeklagten versuche, einen Fehler in ein bewusstes Täuschungsmanöver umzudeuten.

Das Verfahren wird am 12. Juni fortgesetzt.


http://www.echo-online.de/lokales/nachr ... 930417.htm


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 24. Juli 2017, 21:00:07 
 
Prozess um Babymord in Frankenthal: Verteidiger will die Glaubwürdigkeit der Mutter erschüttern

Von Susanne Müller
FRANKENTHAL - Im Prozess um den Tod des Babys Senna, das sein Vater David L. am Samstag vor Pfingsten 2016 aus dem zweiten Stock in den Tod geworfen hat, bemüht sich Anwalt Alexander Klein weiter, die Glaubwürdigkeit der Mutter des Mädchens, Jesmira S., zu erschüttern.

Auf sein Betreiben hin wurden in der Fortführung des Prozesses in der Verhandlung am Freitag erneut Whatsapp-Chats verlesen – dieses Mal mehrheitlich solche, die zeigten, dass die Mutter nicht selten Probleme damit hatte, dass David L. schon weitere Kinder aus einer vorangegangenen Beziehung hat. Weil er die beiden Mädchen regelmäßig am Wochenende zu sich holte, hatte sich seine neue Lebensgefährtin beschwert. Vermehrt dann, als sie ein gemeinsames Kind hatten – das Baby Senna.


„Ich werde ständig nach hinten geschoben, das merk’ ich mir“, schrieb sie, oder auch „wenn du nur Kinder willst, anstatt mich, dann verzichte ich lieber auf dich“. Einmal drohte sie gar: „Ich mache nichts mehr für Kinder, die mir meinen Mann wegnehmen – heirate doch deine Kinder.“ Sie wolle doch zwei Mal im Monat an zwei Wochenenden ihren Lebensgefährten für sich haben.

Ein Kommissar des Polizeipräsidiums Westpfalz beschrieb den Angeklagten unterdessen als „sprunghaft, aufgelöst und dann plötzlich wieder ganz bei sich“. Er bezog sich dabei auf die Gemütslage von David L. im Juni 2016, als dieser sich aus einem Fenster seiner damaligen Wohnung stürzen wollte. Bei diesem Einsatz sei er vor Ort gewesen, schilderte der Beamte die Stunden, David L. habe damals von Eheproblemen gesprochen, von Trennungsabsichten seiner damaligen Frau berichtet, von seiner Angst, die beiden Kinder dann nicht mehr sehen zu dürfen. Erst einem Spezialeinsatzkommando der Polizei war es gelungen, ihn zu greifen und vom Fenster wegzuziehen.

Fortsetzung des Prozesses am 14. August

In der Fortsetzung des Prozesses am 14. August will die Kammer auch über Anträge entscheiden, die Verteidiger Alexander Klein gestellt hat. Er forderte unter anderem, den Leiter der Kindertagesstätte, die die Töchter des Angeklagten besuchen, zu befragen – um darzustellen, dass David L. ein guter Vater und um seine Kinder immer bemüht gewesen sei. Ein Polizeibeamter soll helfen zu erhellen, welche Angaben Jesmira S. in einem Verfahren 2011 gemacht hatte: „Das waren ähnliche Vorwürfe wie jetzt gegenüber dem Angeklagten“, so Klein – aber die Mutter des Babys habe ja in der jetzigen Hauptversammlung eine Auskunft darüber verweigert. Durch diese Befragung könne er diese Aussagen in die Verhandlung einführen.

http://www.wormser-zeitung.de/lokales/n ... 055006.htm


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 21. Oktober 2017, 09:38:01 
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19.10.2017 | Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken
Fortdauer der Untersuchungshaft für Angeklagten im Strafverfahren um getötetes Baby angeordnet

Der 1. Strafsenat des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken hat durch Beschluss vom heutigen Tage die Fortdauer der Untersuchungshaft gegen den 33- jährigen Angeklagten aus Frankenthal angeordnet, welcher sich seit 14. Mai 2016 in Untersuchungshaft befindet.

Die Entscheidung war im Rahmen einer besonderen Haftprüfung zu treffen, nachdem die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankenthal (Pfalz) die bereits am 10. November 2016 begonnene Hauptverhandlung wegen Erkrankung der Vorsitzenden Ende September hatte aussetzen müssen und die Hauptverhandlung in anderer richterlicher Besetzung am 12. Dezember 2017 wieder beginnen soll.

Der Senat hat ausgeführt, dass der Angeklagte der in der Anklage vom 18. August 2016 beschriebenen Straftaten (u.a. des Mordes) weiterhin dringend verdächtig sei. Durch die Beweisaufnahme in der ausgesetzten Hauptverhandlung habe sich für das Schwurgericht keine veränderte Einschätzung des Tatverdachts ergeben. Es bestehe weiterhin ein Haftgrund (§ 112 Abs. 3 Strafprozessordnung) aufgrund des sich aus der hohen Straferwartung ergebenden Fluchtanreizes.
Die besonderen Voraussetzungen für die Fortdauer der Untersuchungshaft lägen vor. Die Staatsanwaltschaft habe ohne Verzögerung Anklage erhoben, und die Hauptverhandlung sei vor der Erkrankung der Vorsitzenden mit der erforderlichen Beschleunigung geführt worden. Die ursprünglich angesetzten acht Hauptverhandlungstage seien zu Beginn realistisch gewesen. Deshalb habe kein Ergänzungsrichter hinzugezogen werden müssen. Die nächste besondere Haftprüfung findet spätestens am 18. Januar 2018 statt.

_________________
Admin und Foren Moderatorin
Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 12. Dezember 2017, 14:41:47 
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Baby aus dem Fenster geworfen: Vater erneut vor Gericht

am 12.12.2017 um 11:06 Uhr

Ein 34-Jähriger soll seine Tochter aus dem Fenster geworfen haben. Ein erster Prozess war geplatzt, weil die Richterin erkrankt war.

Frankenthal. Ein Vater, der sein neugeborenes Mädchen ermordet haben soll, steht zum zweiten Mal vor dem Landgericht Frankenthal. Er habe das Kind aus dem Fenster im zweiten Stock geworfen und so getötet haben.

Nach Darstellung von Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz war er eifersüchtig auf das Kind, weil dessen Mutter viel Zeit mit dem Baby verbracht habe. Der angeklagte 34-Jährige soll deshalb im Kokainrausch das zwei Monate alte Mädchen in der Nacht zum 14. Mai 2016 in Frankenthal aus dem Fenster geworfen haben.

Angeklagter gab Tat zu

Wie beim Beginn des ersten Prozesses gab der Angeklagte am Dienstag zu, dass er das Mädchen mit eigenen Händen umgebracht hat. Das ging aus einer Erklärung hervor, die sein Anwalt Alexander Klein verlas. „Er verzweifelt an seiner Schuld“, sagte der Verteidiger. Nach seiner Darstellung lässt sich aber keine vorsätzliche Tat ableiten.

Bei der Ermittlungsrichterin habe der Mann bestritten, das Kind absichtlich vom Balkon geworfen zu haben. Der Mutter des Kindes, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, warf der Anwalt vor, ihre Aussagen seien von Rachegelüsten getragen.

34-Jähriger ging auch auf Mutter los

Der 34-Jährige soll in der Tatnacht außerdem die Mutter des Kindes, einen Bekannten und eine weitere Tochter verletzt haben, letztere mit zwei Stichen in den Bauch. Die Anklage wirft ihm neben Mord auch versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

Ein erster Prozess gegen den 34-Jährigen hatte im November 2016 begonnen, war im September aber geplatzt, weil eine Richterin schwer erkrankte. Deshalb beginnt das Verfahren nun von vorn. (dpa)

https://www.derwesten.de/panorama/baby- ... 12273.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. Dezember 2017, 00:43:34 
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VIDEO

Babymord Frankenthal – Prozess neu gestartet

12. Dezember 2017

Alles auf Anfang – vor dem Frankenthaler Landgericht wurde der so genannte Babymord-Prozess komplett neu aufgerollt. Eigentlich hätte in diesem Prozess, der am 10.November letzten Jahres begann, schon längst das Urteil fallen sollen. Doch dann kam alles ganz anders.Wegen einer langfristigen Erkrankung der Vorsitzenden Richterin ist der Prozess geplatzt und muss nun von vorn beginnen. Angeklagt ist ein mittlerweile 34-jähriger Deutscher, der Pfingsten 2016 seine zwei Monate alte Tochter von einem Balkon geworfen und getötet haben soll.

http://www.rnf.de/mediathek/video/babym ... gestartet/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. Dezember 2017, 00:46:10 
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Babymord-Prozess Frankenthal

Vater streitet Vorsatz ab

Der neu aufgerollte Prozess um den Vater, der sein Baby vom Balkon geworfen haben soll, begann ähnlich wie der erste: Der Angeklagte ließ eine Art Geständnis von seinem Anwalt vorlesen.

Der Angeklagte ließ am Dienstagvormittag am Frankenthaler Landgericht über seinen Anwalt erklären, er habe seine Tochter umgebracht und seine Lebensgefährtin und eine weitere Tochter verletzt. Allerdings sagte der Verteidiger, die Tötung des Babys sei unbeabsichtigt gewesen. Der Zeuge, der angeblich beobachtet habe, wie das zweimonatige Baby vom Balkon in den Hinterhof fiel, habe gelogen. Es stimme nicht, dass der Angeklagte das Baby absichtlich über die Balkonbrüstung geworfen habe. Dafür gebe es keine Beweise.

Mutmaßlicher Tathergang

Der Vorfall geschah im Mai 2016. Nicht nur soll der Mann seine zwei Monate alte Tochter vom Balkon geworfen und dadurch getötet haben. Außerdem soll er zuvor seine Lebensgefährtin - die Mutter des Babys - mit einem Messer schwer verletzt haben. Anschließend habe er sich mit seinen beiden Töchtern aus einer vorherigen Beziehung in der Tatwohnung verschanzt. Seiner sechsjährigen Tochter habe er mit einem Messer in den Bauch gestochen. Schließlich hätten Polizisten die Wohnung gestürmt. Die Mutter und die sechsjährige wurden durch Operationen gerettet. Als Motiv für die Tat nimmt die Staatsanwaltschaft Eifersucht auf das Baby an.

Die Mutter des toten Babys wird wahrscheinlich erst Ende Februar gehört werden. Nach Angaben des Landgerichts ist sie nicht verhandlungsfähig. Auch dieser zweite Prozess wird länger andauern. Ursprünglich sollte das Urteil im kommenden März verkündet werden, jetzt dauert es nach vorläufiger Einschätzung des Gerichts bis zum kommenden August.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

Der ursprüngliche Prozess hatte im November 2016 begonnen und musste schließlich abgebrochen werden, weil die Vorsitzende Richterin dauerhaft erkrankt war. Dadurch konnten die maximal zulässigen Fristen für eine Unterbrechung nicht eingehalten werden. In solchen Fällen sieht das Gesetz vor, dass der Prozess neu beginnen muss.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor. Eine Rolle spielte im ersten Prozess auch der Drogenkonsum des Mannes, der vor der Tat Kokain genommen haben soll. Ein Gutachter geht nach Angaben des Anwalts wegen des Kokains von verminderter Steuerungsfähigkeit aus. Ein abschließendes Gutachten steht noch aus.

Stand: 12.12.2017, 12.22 Uhr

https://www.swr.de/swraktuell/rp/ludwig ... index.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. Dezember 2017, 00:49:06 
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Grausamer Tod der kleinen Senna

„Ich kann nicht mehr!“: Emotionaler Auftakt im Babymord-Prozess

12.12.17 - 16:48

Frankenthal - Mit den Worten „Ehrlich, ich kann nicht mehr“ äußert sich der Opa des getöteten Babys beim Babymord-Prozessauftakt am Dienstag.

Der Großvater des kleinen Opfers wirkt erschöpft. Vor dem Landgericht Frankenthal hat er am Dienstag (12. Dezember) wieder den mutmaßlichen Täter gesehen, jenen Mann, der die zwei Monate alte Senna aus dem zweiten Stock eines Hauses geworfen und damit getötet haben soll

Der Angeklagte ist der Vater des Kindes. Oft wird der Großvater gefragt, was er fühlt und wie es seiner Tochter, der Mutter des Babys, geht. Er hat sich geäußert, aber nun ist Schluss.

„Ehrlich, ich kann nicht mehr“, sagt der 49-Jährige. Sein weißes Sweatshirt ziert vorne das Foto des Säuglings. Auf der Rückseite steht: „Unser Engel Senna ist immer mit uns.“

Zum zweiten Mal hat am Dienstag der Prozess um Sennas Tod begonnen - und für die Angehörigen reißen damit alte Wunden anscheinend wieder auf.

>>> Das erste Verfahren gegen den Vater ist geplatzt, weil eine Richterin erkrankt ist.

Während bei der Neuauflage manches wie ein Déjà-vu erscheint, wirkt der Angeklagte komplett anders als beim Prozessbeginn im November 2016. War der jungenhaft wirkende Mann damals - ebenso wie die Mutter des Kindes - in Tränen aufgelöst, so scheint der 34-Jährige nun gefasst, als er in den Gerichtssaal geführt wird.

Der Vorsitzende Richter erteilt den rechtlichen Hinweis, es komme in Betracht, dass er im Zustand erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit gehandelt habe. Der Angeklagte erklärt erneut, dass er die Tochter mit eigenen Händen umgebracht und die andere eigenhändig verletzt habe, heißt es dann in einer Erklärung, die Anwalt Alexander Klein verliest.

Er verzweifle an seiner Schuld gegenüber Frau und Töchtern. Die neue Verhandlung sei auch für ihn eine „enorme Belastung“. Klein weist aber auch darauf hin, dass der Mann vor der Ermittlungsrichterin bestritten habe, das Kind absichtlich vom Balkon geworfen zu haben.

Er zweifelt erneut die Glaubwürdigkeit der Mutter an, deren Aussagen von Rachegelüsten und glühendem Belastungseifer getragen seien. Dabei sei ihre Aussage letztlich der „tragende Pfeiler“ der Staatsanwaltschaft, das Mordmerkmal niedrige Beweggründe anzunehmen.

Der Anwalt der Frau, Frank Peter, sagt, der Vorwurf der Rachegelüste werde immer diskutiert, wenn sich Nebenkläger an einem Verfahren beteiligten. Dabei sei es einfach der Wunsch, dass der Täter verurteilt werde. Zum Thema Glaubwürdigkeit sagt er: „Ich sehe hier keine Lüge meiner Mandantin.“

Die Vorwürfe haben nichts von ihrer Wucht verloren.

Wie in seiner vorherigen Beziehung sei er „extrem eifersüchtig“ gewesen, was sich darin gezeigt habe, dass er der Frau vorgeworfen habe, sie verbringe zu viel Zeit mit dem Kind und dies nehme ihm die Frau weg. Grundlos habe er angenommen, die Lebensgefährtin betrüge ihn.

Schließlich sei er in das Zimmer gegangen, in dem sie mit den Kindern schlief, habe ein Messer gegriffen und ihr mehrfach in Rücken und Schulter gestochen. Ein vom Lärm alarmierter Bekannter habe der Frau helfen wollen, was ihm diverse Schnittwunden einbrachte.

„Während der Auseinandersetzung hatte das Kind Senna zu schreien begonnen“, so die Oberstaatsanwältin. Mit den Worten „Jetzt mache ich den Rest“ habe der Angeklagte sein Kind aus der Wiege genommen, sei mit ihm auf den Balkon gegangen und habe es - "um sich an der Mutter zu rächen" und es zu töten - „in einer ausladenden Bewegung“ auf die Straße geworfen. Das Baby starb an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Der Angeklagte habe sich danach mit den älteren Töchtern in der Wohnung verschanzt und einer Tochter zwei Mal in den Bauch gestochen haben. Daraufhin hat die Polizei die Wohnung gestürmt. Der 34-Jährige steht während der Tat unter Drogen.

jab/dpa

https://www.mannheim24.de/region/franke ... 43914.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 07. Januar 2018, 23:34:19 
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03. Januar 2018

Pfalz-Ticker

Babymord-Prozess: Juristen streiten im Treppenhaus weiter

Von Christoph Hämmelmann

Frankenthal. Einen harten Schlagabtausch haben sich am Mittwoch Verteidiger und Opfer-Anwalt im Frankenthaler Babymord-Prozess geliefert. Anlass dafür: Der eine Jurist machte öffentlich, dass gegen den anderen ein Ermittlungsverfahren läuft. Ihren Kollegen-Streit setzten beide noch nach dem Verhandlungsende vor dem Gerichtssaal fort.

Eigentlich ist Alexander Klein schon ein paar Treppenstufen hinabgeeilt. Doch dann steigt der Verteidiger eines mutmaßlichen Babymörders wieder nach oben: Ein weiteres Mal will er seinem noch vor dem Gerichtssaal plaudernden Kollegen Frank Peter die Meinung sagen. Denn der hat als Opfer-Anwalt gerade öffentlich gemacht, dass die Staatsanwaltschaft seinen juristischen Gegenspieler einer Straftat verdächtigt. Und Klein ärgert sich über den Grund, den Peter dafür angeführt hat.

Es geht um einen anderen Frankenthaler Prozess

Eingehandelt hat sich der Verteidiger die Ermittlungen durch einen anderen Frankenthaler Prozess. In dem stand er vor Monaten einem deutschen Staatsbürger mit arabischen Vorfahren bei, der bezichtigt wurde, seine Frau massiv misshandelt zu haben. Auf einem der Schöffen-Stühle saß in jenem Verfahren ein Kommunalpolitiker aus dem Kreis Bad Dürkheim, den Klein nach 17 Verhandlungstagen als befangen einstufen lassen wollte. Begründung: Der Laienrichter habe bei Facebook ausländerfeindliche Hetze präsentiert, er sei also offenbar voreingenommen.

Facebook-Profil des Schöffen soll manipuliert worden sein

Das Gericht allerdings zeigte sich unbeeindruckt. Wichtigstes Argument: Der Internet-Auftritt des Schöffen erlaube keine Rückschlüsse auf dessen Haltung, weil er die anstößigen Beiträge nicht selbst verfasst, sondern sie lediglich weiterverbreitet hatte. Obendrein geht die Staatsanwaltschaft inzwischen davon aus, dass sein Profil manipuliert wurde. Ihr Verdacht: Um den Laienrichter loszuwerden, habe der mittlerweile zu mehreren Jahren Haft verurteilte Angeklagte auf dessen Facebook-Seite ausländerfeindliche Internet-Verweise platzieren lassen.

Auch gegen den Anwalt wird ermittelt

Gegen Kleins Mandanten wird deshalb jetzt erneut ermittelt. Und den Anwalt führen die Staatsanwälte ebenfalls als Beschuldigten. Schließlich ist davon auszugehen, dass der Jurist auch untergeschobene Belege anführte, als er den Schöffen der Ausländerfeindlichkeit bezichtigte. Was sich vielleicht als Verleumdung einstufen lässt. Doch Klein beteuert: Als Anwalt sei er dazu verpflichtet, Dinge vorzubringen, wenn sie einem Mandanten nutzen könnten. Und er sei davon ausgegangen, dass der Laienrichter alle Facebook-Beiträge tatsächlich selbst veröffentlicht habe.

Klein stuft sich als unschuldig ein

Also stuft sich der Jurist als unschuldig ein. Und spielt wieder auf den Grund an, den Peter für seien Vorstoß angeführt hat: „Ich wünsche Ihnen, dass man mit Ihnen auch mal so umgeht wie Sie eben mit mir“, ruft Klein seinem Kollegen zu, ehe er die Treppenstufen hinabeilt, um gleich darauf umzukehren. Doch der Opfer-Anwalt antwortet: „Denken Sie daran, wie Sie mit meiner Mandantin umgegangen sind.“ Schließlich betreut Peter die Mutter des getöteten Babys, und der hat Klein im Prozess tatsächlich schon stundenlang bohrende Fragen gestellt.

Der Opfer-Anwalt greift das geplatzte Verfahren auf

Denn die Frau stellt ihren als Mörder des eigenen Kindes angeklagten Ex-Partner als bösartigen Wüterich dar. Der Verteidiger hingegen zielt erkennbar darauf ab, den tödlichen Sturz des Säuglings vom Balkon als tragischen Unfall darzustellen. Ein erster Prozess gegen seinen Mandanten zog sich daher immer weiter in die Länge – bis das Verfahren schließlich
platzte, weil eine Richterin schwer erkrankt war. Und genau diese Vorgeschichte hat Opfer-Anwalt Peter nun aufgegriffen, um zu begründen, warum er die Ermittlungen gegen seinen Gegenspieler anspricht.

Klein spricht von Vorwand für Rufschädigung

Schließlich will er anregen, dem Angeklagten einen zweiten Pflichtverteidiger zur Seite zu stellen. Falls Klein für schuldig befunden würde und deshalb seine Anwaltszulassung verlöre, könnte, so behauptet Peter, auch das zweite Verfahren scheitern. Die Staatsanwaltschaft allerdings scheint so eine Gefahr bislang nicht zu sehen. Und so wirft der Verteidiger dem Opfer-Anwalt nun vor, bloß einen Vorwand für eine rufschädigende und schlagzeilenträchtige Attacke gesucht zu haben. „Ihnen ist wirklich jedes Mittel recht“, sagt er seinem Kollegen noch, ehe er zum zweiten Mal die Treppen hinuntereilt.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel ... us-weiter/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 04. Februar 2018, 23:15:08 
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22. Januar 2018 - 13:47 Uhr

Frankenthal-Ticker

Babymord-Prozess in Frankenthal: Verteidigung kritisiert Verhandlungsführung

Im zweiten Frankenthaler Prozess um den Tod der wenige Wochen alten Senna im Mai 2016 hat am Montagmorgen die Terminplanung und Verhandlungsführung der Kammer im Mittelpunkt eines juristischen Scharmützels gestanden. Alexander Klein, Verteidiger des wegen Mordes an seiner Tochter angeklagten 34-Jährigen, hatte beantragt, die geplante Vernehmung zweier Polizeibeamten abzusetzen und auf später zu verschieben.

Kammer lehnt Antrag ab

Sein Argument: Deren Aussage könnte das Bild des Gerichts vom wichtigsten Tatzeugen beeinflussen. Der Mann hatte sich zum Zeitpunkt in der Wohnung aufgehalten, als von deren Balkon der Säugling in die Tiefe stürzte und tödliche Verletzungen erlitt. Die Kammer lehnte Antrag und Widerspruch Kleins gegen ihre Entscheidung allerdings ab, die Zeugen wie geplant aufzurufen. |örg

https://www.rheinpfalz.de/lokal/franken ... er-kammer/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 04. Februar 2018, 23:19:30 
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23.01.2018

Rhein-Neckar

Frankenthal: Im „Babymord“-Prozess berichtet Polizistin, wie sie die kleine Senna retten wollte

Von Susanne Müller

FRANKENTHAL - Was geschah am 14. Mai 2016? In der Nacht des Samstags vor Pfingsten, als die Polizei in die Kantstraße gerufen worden war wegen „Gewalt im engen sozialen Bereich“? Mehrere Menschen wurden durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt, ein wenige Monate altes Baby starb – nachdem es aus dem zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses in den Hinterhof gefallen war. Sein Vater, David L., hat zugegeben, dass er seine Lebensgefährtin, eine seiner Töchter aus einer vorherigen Beziehung und einen Freund durch Stiche verletzt, dass er sein Baby getötet hat – ob es ihm aus den Händen geglitten, ob er es bewusst in die Tiefe geworfen hat, soll nun zum zweiten Mal vor Gericht geklärt werden.

Geschah alles aus Eifersucht?

Erneut versuchen die Richter, die dieses Mal begleitet werden von einem Ersatz-Schöffen und einem Ersatz-Richter, die Geschehnisse zu klären. Das erste Verfahren zum gleichen Fall war geplatzt, weil die Vorsitzende Richterin länger erkrankte und so Fristen nicht mehr eingehalten werden konnten.

Der inzwischen 35 Jahre alte Vater der kleinen Senna sitzt seither in Untersuchungshaft, seine Ex-Lebensgefährtin Jesmira S., so hat ihr Verteidiger Frank K. Peter erklärt, werde nur noch zu Prozesstagen erscheinen, wenn sie als Zeugin gehört werden soll. Zu sehr belaste sie es, dass sie das einschneidende Geschehen nochmals durchleben müsse.

In der Fortsetzung des Verfahrens berichtete am Montag die Polizistin, die den Säugling fand, wie sie versuchte, ihn wiederzubeleben, und scheiterte. Die Verletzungen waren zu schwer, das Mädchen starb noch am gleichen Tag. Sie sei mit Kollegen ausgerückt wegen eines Notrufs „häusliche Gewalt“, doch was die Beamten vor Ort dann feststellten, überstieg das Erwartete bei Weitem. Auf der Straße habe sie die blutüberströmte Mutter vorgefunden, die aus der Wohnung geflohen war, ein Mann habe aus dem Hausflur gerufen: „Der hat das Baby aus dem Fenster geworfen“. Sie sei sofort in den Hof geeilt und habe dort das leblose Mädchen gefunden: „Es schaute nach oben, in den Himmel“. Milch sei ihm aus dem kleinen Mund gelaufen, sie habe keinen Herzschlag mehr gespürt. Sie habe es an einen anderen Ort gebracht, wo mehr Licht war, und versucht, es wiederzubeleben. Eine Kollegin übernahm dies dann, weil sie sich der völlig verzweifelten Mutter annehmen, sie zurückdrängen musste, die realisierte, was geschehen war.

Mehrere Polizeibeamte, die in der Tatnacht vor Ort waren oder später Vernehmungen vorgenommen hatten, berichteten, was der Freund Arthur H., der in der Tatnacht Gast des Paares in der Wohnung war, geschildert hatte – er soll am 31. Januar erneut als Zeuge aussagen.

Die Richterin des Amtsgerichts Ludwigshafen, die am 14. Mai 2016 David L. darüber informierte, dass er in Haft muss und ihn anhörte, berichtete, dass der junge Mann damals zwar sehr redselig gewesen sei, dass er sich aber „vage“ dazu geäußert habe, ob er sein Kind fallen ließ oder ob es ihm aus den Händen geglitten war. Er habe sich während der langen Vernehmung immer mehr verschlossen, sie habe den Eindruck gewonnen, dass alles aus Eifersucht geschehen sei: „Er hatte Angst, dass Jesmira S. ihn mit dem Baby verlässt, wie dies schon seine vorherige Partnerin mit den Kindern getan hatte – er wollte, dass sie die Wahrheit sagt, ob sie ihn betrügt“. Er habe an diesem Abend „Klarheit haben wollen“ – mehrere Polizisten berichteten, der Freund Arthur H. habe ausgesagt, David L. habe gerufen, als er sein Kind im Arm hatte und auf den Balkon ging: „Jetzt mache ich den Rest“.

Der Prozess wird am 24. Januar, 9 Uhr, fortgesetzt.

http://www.lampertheimer-zeitung.de/lok ... 471018.htm


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 04. Februar 2018, 23:22:08 
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30. Jan 2018 um 16:23 Uhr

Am Mittwoch sollte der Hauptbelastungszeuge aussagen - Termin verschoben

Er ist der einzige der sagen kann, ob David L. seine kleine Tochter vom Balkon geworfen hat - am Donnerstag sollte der Hauptbelastungszeuge im Frankenthaler Babymordprozess aussagen, doch der Richter ist krank

Seine Aussage wurde mit Spannung erwartet: im Frankenthaler Babymord-Prozess sollte am Donnerstag der Hauptbelastungszeuge aussagen. Doch der Richter wurde krank, der Gerichtstermin abgesagt. Nun soll der Prozess am Dienstag weitergehen. Dann geht es weiter darum, ob David L. im Mai 2016 sein eigenes Baby vom Balkon geworfen hat. Er bestreitet das. Als Hauptbelastungszeuge gilt ein Freund von David L.. Er war mit dem Beschuldigten alleine in der Wohnung, als Sennas Mutter schon schwer verletzt auf der Straße um Hilfe rief. Über die schreckliche Nacht haben wir mit ihr gesprochen. Das Interview findet ihr hier:

Der Prozess läuft inzwischen schon zum zweiten Mal. Der erste Prozess musste abgebrochen werden, weil die Richterin zu lange krank war. Seit Dezember 2017 wird am Frnakenthaler Landgericht nun erneut untersucht, ob David L. sein zwei Monate altes Kind Senna vom Balkon geworfen hat oder ob ihm das Baby aus dem Arm fiel. Beim erneuten Prozessauftakt ließ David L. von seinem Anwalt erklären, den Tod von Senna habe er nicht beabsichtigt.

Das soll in der Nacht im Mai 2016 passiert sein

David L., der in der Beziehung mit der Mutter des kleinen Mädchens mehrfach gewalttätig gewesen sein soll und seine Expartnerin überwacht haben soll, wird vorgeworfen, er sei nach dem Konsum von Kokain ausgerastet. Er soll auf seine Expartnerin mit einem Messer losgegangen sein, habe sie mehrfach verletzt und soll sich dann mit der schreienden kleinen Senna auf den Balkon gestellt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft David L. Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

http://www.regenbogen.de/nachrichten/re ... ungszeugen


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 04. Februar 2018, 23:24:23 
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Babymord-Prozess von Frankenthal - Exklusiv-Interview mit der Mutter von Senna

10.12.2017 veröffentlicht

VIDEO:

https://youtu.be/Hk2eSFHlxeE


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 04. Februar 2018, 23:27:10 
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31. Jan 2018 um 15:18 Uhr

Er war ein Freund des Angeklagten David L.

Einer der Hauptzeugen im Frankenthaler Babymordprozess ist tot - er starb unter bislang noch nicht geklärten Umständen

An Mittwoch sollte einer der Freunde von David L., dem Angeklagten im Babymord-Prozess, vor dem Landgericht Frankenthal aussagen. Doch jetzt ist Frank E. tot. Er starb unter noch ungegeklärten Umständen. Letzte Woche war ein Mann aus dem 17. Stock eines Hochhauses in der Nähe des Strandbades in Frankenthal gestürzt. Erst konnte die Leiche nicht identifiziert werden. Nach einer aufwendigen Obduktion steht nun fest: bei dem Mann handelt es sich um Frank E.

Was passierte mit Frank E.?

Gleich mehrere Anwohner alarmierten am Mittwoch, den 24. Januar 2018 gegen 19:15 Uhr die Polizei - sie hatten einen leblosen Körper vor ihrem Haus entdeckt. Am Tatort entdeckten die Ermittler einen zerbrochene, aber verschlossene Glastür. Hier hat sich wohl Frank E. Zugang zum Hochhaus verschafft, in dem er nicht wohnte. Seltsam ist, dass am Tatort kein Gegenstand gefunden wurde, mit dem Frank E. das Glas hätte durchbrechen können. Nun gibt es die Vermutung, das der junge Mann mit großer Wucht durch die Glasscheibe gesprungen sein muss. An den Scherben fand man Blut, ob es das Blut von Frank E. ist, müssen weitere Untersuchungen klären. Auf jeden Fall zieht sich die Blutspur von der Scheibe bis zum Aufzug. Und dann im 17. Stockwerk vom Lift bis zu einem Balkon, zu dem jeder im Haus Zugang hatte. Hier endet die Spur. Bei Frank E.s Tod wird bislang ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Das sogenannte Todesermittlungsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen, wie die Frankenthaler Oberstaatsanwaltschaft gegenüber Radio Regenbogen bestätigte.

Waren Drogen im Spiel?

Es ist möglich, dass Frank E. bei seinem Sturz unter Drogen stand, eine toxikologische Untersuchung steht noch aus. Denn auch im Babymordprozess geht es um Drogen. Offenbar war Frank E. noch nachmittags bei David L. zu Gast, bevor der dann am Abend im Mai 2016 auf seine Expartnerin einstach und sein kleines Baby vom Balkon geworfen haben soll. Die beiden Männer sollen zusammen mit dem Hauptbelastungszeugen in dem Prozess, Arthur H., Kokain konsumiert haben. Frank E. verließ dann die Wohnung. Zusammen mit Arthur H. war er am Mittwoch als Zeuge vor das Frankenthaler Landgericht geladen worden. Der Prozesstermin fiel aus, weil der Richter krank war. Nun soll es am kommenden Dienstag weitergehen - ohne die Aussage von Frank E.

http://www.regenbogen.de/nachrichten/re ... ge-ist-tot


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 13. Februar 2018, 01:18:42 
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Die Tragödie von Frankenthal - Der Babymord-Prozess

06. Feb 2018 um 21:24 Uhr

Wie erlebten die Nachbarn die Nacht in der Senna starb?

Am Dienstag ging der spektakuläre Babymord-Prozess vor dem Landgericht in Frankenthal weiter. Die direkten Nachbarn des mutmaßlichen Mörders David L. mussten noch einmal die Ereignisse aus der Nacht im Mai 2016 schildern.

Der sogenannte Babymordprozess von Frankenthal ist eigentlich die Tragödie von Frankenthal. Denn alle direkten Nachbarn haben gewusst, dass David L. immer wieder laut mit seiner damaligen Freundin stritt und dass die beiden ein gemeinsames Baby hatten. Das sagten durch die Bank alle am Dienstag befragten Zeugen aus. Doch warum schaffte es keiner, die junge Frau auf ihren aggressiven Partner anzusprechen, obwohl doch allen offenbar klar war, dass es in deren Wohnung oft Streit gab. Mindestens eine Zeugin hörte, dass die junge Frau einmal schrie: "Lass das, Du tust mir weh!". Als die Nachbarn am Dienstag befragt wurden, waren sie alle bewegt, manche sogar zu Tränen gerührt und alle waren immer noch fassungslos, das die kleine Senna mit nur zwei Monaten sterben musste.

Warum griff keiner ein?

„Da war es oft laut. Laute Musik, laut Filme geguckt. Ich hab dann David L. angesprochen und er meinte, im Gegensatz zu früher sei er schon viel leiser geworden“, sagte einer der Nachbarn. Er und seine Partnerin hätten sich einige Male bei der Hausverwaltung über den Krach beschwert. In der Nacht als Senna starb, wurden die beiden, so wie vier andere Nachbarn, die am Dienstag vor Gericht aussagten, durch den lauten Streit in der Wohnung von David L. wach. Manche früher, manche später. Wand an Wand wohnte das eine Paar mit dem mutmaßlichen Mörder. In dieser Nacht am 14. Mai 2016 lauschten sie erst - vom lauten Streit geweckt - und dann entschied sich die Frau, ein Video mit dem Handy aufzunehmen. Warum? Damit sie endlich einen Beweis für die Hausverwaltung hätte, um zu zeigen, dass ihre Beschwerden wegen dem Lärm aus der Wohnung von David L. nicht übertrieben seien.

Der Audiobeweis - nur schwer zu ertragen

Die Tonspur dieser Videoaufnahme gilt als ein wichtiges Beweisstück in dem Prozess. Lange beraten Staatsanwaltschaft, beide Verteidiger, Gericht und die Nachbarin selbst, ob sie im Saal bleiben will, wenn der die Tonspur vorgespielt wird. Die Zeugin will bleiben, obwohl sie beim ersten Prozess bewusst nicht dabei sein wollte, als sie abgespielt wurde. Über die Aufnahme sagt sie weinend vor Gericht, sie habe ja nicht wissen können, dass sie "das" mit ihrem Handy festhalten würde - sie meint den Tod der kleinen Senna. Aufgenommenb wurde das Video im Wohnzimmer der Zeugin, mitten in der Nacht und vor allem: bei geschlossenen Fenstern. Dennoch ist ein lauter Streit zwischen zwei Männern zu hören. Die Stimme des einen Mannes identifizierten mehrere Zeugen als die Stimme von David L. Das Wort "Hure" ist mindestens zwei Mal zu hören. Die Stimme des Mannes klingt dabei merkwürdig, abgehackt, wie von Sinnen. Es scheppert und rappelt - eine Zeugenaussage erklärt die Geräusche. Es habe geklungen, als habe jemand gegen Möbel getreten. Neben einem beständigen Uhrticken ist auf der Aufzeichnung auch immer wieder das Schreien des Babys von David L. zu hören. Die Mutter von Senna hatte sich zu dem Zeitpunkt schon schwer verletzt aus der Wohnung gerettet, um Hilfe zu holen. David L. hatte sie in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, beschimpft, bedroht und dann vier Mal mit einem Messer auf sie eingestochen. Dann auf eine seiner beiden Töchter aus erster Ehe, die in der Nacht zu Besuch waren. Das Mädchen konnte nur durch eine Not-Operation gerettet werden. In der Wohnung befand sich außer David L. auch der Hauptbelastungszeuge in dem Prozess, Arthur H. Ihm wird die zweite Männerstimme auf der Aufnahme zugeordnet.

Wenige Sekunden, die den Prozess entscheiden

Mehrere Zeugen sagten aus, diese zweite Stimme habe beruhigend auf David L. eingeredet. Dann ist ein lautes Geräusch zu hören. Hier wird offenbar der Balkon-Rolladen in der Wohnung von David L. hochgerissen. Das Schreien des Säuglings verstummt und der Rolladen knallt wieder nach unten. Was passierte in diesen Sekunden? Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob David L. ein Mörder ist. Fiel ihm das Kind vom Balkon oder warf er es "wie ein Kissen", wie es Arthur H. im ersten Prozess aussagte. Dieser platzte, weil die Richterin zu lange krank war. Seit Dezember 2017 läuft das Verfahren mit neuem Richter und diesmal mit Beisitzern, falls er ebenfalls erkrankt.

Eine weitere Nachbarin schilderte am Dienstag vor dem Frankenthaler Landgericht wie sie die Nacht erlebte, in der die zwei Monate alte Senna starb. Sie wachte von "bedrohlichem Lärm" auf, wie sie es nannte. Ihre Katzen hätten geknurrt, "das machen die sonst nie". Eigentlich riss sie ihre Balkontür zum Garten nur auf, weil sie schreien wollte "jetzt langt es aber mal". Sie sei genervt gewesen, dass es "mal wieder" so laut war. Dann bemerkte sie, dass das Licht vom Bewegungsmelder im Garten brannte. "Oder gerade an ging", wollte der Richter wissen. So genau könne sie das nach fast zwei Jahren nicht mehr sagen. Sie weiß nur noch, dass sie da "eine Babypuppe" liegen sah. Ohne Brille konnte sie aber nicht so genau sehen. "Dann habe ich noch mal geschaut mit Brille, da weiß ich auch bis heute nicht, wo ich die dann auf einmal her hatte", erinnert sich die Zeugin. Nun sah sie, dass da tatsächlich ein Baby lag. Wie sie dann reagierte, wollte das Gericht wissen. Sie griff zum Handy und wählte die 112. Dann hörte sie im Treppenhaus "Polizei, legen Sie die Waffe weg". Daraufhin wählte sie die Nummer einer anderen Nachbarin und fragte sie: "In was für einem Haus leben wir hier denn?" Die Nachbarin erwiderte daraufhin: "Komm, wir verschwinden hier". Die Zeugin beschrieb, wie sie mit zwei anderen Nachbarn dann das Haus verließ. "Wir liefen stundenlang nachts durch Frankenthal". Auch der Verteidiger von David L. wollte am Dienstag von diesen Zeugen wissen, warum sie nicht zu den Beamten vor Ort gingen und meldeten, dass sie Zeuge der Tat geworden waren. Einer dieser Zeugen gab an, er habe Angst gehabt. Er habe immer mal befürchtet, "dass da vielleicht auch was mit Waffen mal passiert". ​Eine andere Zeugin bestätigte am Dienstag vor dem Frankenthaler Landgericht, dass sie kurz nach Sennas Tod aussagte, dass sie schon Monate vor der Tat Informationen über David L. hatte. Eine ehemalige Kollegin habe ihr gesagt, dass David L. seine Exfrau mit einem Messer bedroht oder angegriffen hätte und dass er mit Drogen zu tun habe.

Erinnerungen, die schmerzen

​Natürlich fiel es allen Zeugen schwer, sich hundertprozentig an diese Nacht im Mai 2016 zu erinnern. Sicherlich war es zermürbend nach mindestens einer Aussage bei der Polizei kurz nach der Tat, dann im ersten Prozess vor Gericht und nun erneut die Erinnerungen an den Tod des Säuglings wieder wachzurufen. Selbst wer die Tonbandaufnahme nicht gehört und erst recht jeder, der sie gehört hat, mag sich vorstellen, wie sehr allein die Geräusche, das Geschrei und der Streit in dieser Nacht den unmittelbaren Nachbarn durch Mark und Bein gegangen sind. Auch der Angeklagte David L. begann am Dienstag zu weinen und verbarg sein Gesicht, als die Tonspur aus dieser Nacht vor Gericht erneut abgespielt wurde. Es ist auch verständlich, dass das mehr oder weniger Miterleben dieser Tat instinktiv Angst um das eigene Leben auslöste. Bei fast allen Nachbarn fiel unabhängig voneinander immer wieder dieser eine Satz, wenn sie den Charakter dieser einen Auseinadersetzung in der Wohnung von David L. beschreiben sollten: "So etwas habe ich noch nie gehört". Ein Satz, der sich leicht ließt, einem aber ausgesprochen von den Zeugen fast das Blut in den Adern gefrieren lässt.

​Was hätte man tun können?

Und auch ein anderer Satz fällt immer wieder: "Ich will mich eigentlich gar nicht mehr daran erinnern und ich bin froh, je mehr ich das alles vergessen kann." Doch hätte man etwas im Vorfeld tun können? Weil man weiß, hier zieht ein Mann mit einer gewalttätigen Drogen-Vergangenheit ein. Weil man immer wieder hört, dass die damals 20- jährige Frau angeschrien wird. "Du betrügts mich" soll David L. öfter gebrüllt haben. Sie soll "Scheiß Drogen, Scheiß Drogen" ihm in einem Streit vorgeworfen haben. Weil man vielleicht nie ein Wort verstanden, aber doch immer wieder Beziehungsstreitereien aus der Wohnung des Paares mitbekommen hat. Von deren Säugling weiß und sich hin wieder mal Sorgen oder Gedanken um das Baby gemacht hat. Vielleicht nicht in dieser Nacht, aber vielleicht Tage oder Wochen zuvor hätte man der jungen Frau Hilfe anbieten können. Oder wenigstens das Gespräch suchen können.

http://www.regenbogen.de/nachrichten/re ... rd-prozess


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 02. März 2018, 22:28:35 
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22.02.2018

Mordprozess in Frankenthal: Polizisten erinnern sich vor Gericht an die Nacht, in der Baby Senna starb

Von Gerhard Bühler

FRANKENTHAL - In Mordprozess gegen einen 34-Jährigen Frankenthaler, der nach einem Streit mit seiner damaligen Partnerin ein zwei Monate altes Baby aus dem Fenster geworfen haben soll, standen vor dem Landgericht Frankenthal am Mittwoch Aussagen von beteiligten Polizeibeamten im Mittelpunkt. Sie schilderten noch einmal detailliert die dramatischen Ereignisse in der Nacht zum 14. Mai 2016, bei denen auch eine weitere kleine Tochter des Angeklagten von ihm mit Messerstichen in den Bauch verletzt wurde.

Langsam verblassen die Erinnerungen der Zeugen

Nach Eingang von zwei Notrufen der Ex-Partnerin und einer Nachbarin seien mehrere Streifenwagen zur Frankenthaler Kantstraße gefahren, erzählt der 37-jährige Polizeibeamte Christian S.. Schon an der Straßenecke habe man die Ex-Freundin mit stark blutender Wunde gefunden, im Treppenhaus einen ebenfalls blutenden Bekannten des Paares. Als er mit drei weiteren Kollegen vor der Wohnungstür stand, habe der Mann gerufen: „Wenn ihr reinkommt, töte ich die Kinder.“ „Wir riefen, wir kommen nicht rein, er soll ruhig bleiben“, erinnert sich der Beamte. „Dann haben wir Kinder schreien hören ‚Aua Papa‘ und beschlossen, sofort in die Wohnung hinein zu gehen. Der Mann saß in einem Zimmer auf dem Boden und hatte links und rechts ein kleines Kind im Arm, mit einem Messer in der rechten Hand am Kinderbauch. Für mich sah es so aus, als ob das Messer im Kinderbauch steckt“, schildert der Beamte die dramatische Szene. Er habe dann den rechten Arm mit dem Messer gepackt, ein Kollege den linken Arm. Es sei gelungen, die Kinder zu befreien. Er habe dann auf den Arm geschlagen, bis das Messer zu Boden fiel. Der Mann habe weiter geschrien und getreten. Nur mit vereinten Kräften sei es dann gelungen, ihn zu fesseln.

„Er sagte: Wenn ihr nicht gekommen wärt, hätte ich das Kind nicht heruntergeworfen. Vielleicht sagte er auch heruntergeschmissen“, korrigiert sich der 37-jährige auf Nachfrage des Richters. Diese Aussage eines aktiven Hinunterwerfens kommt einem Mord-Geständnis gleich, wie Strafverteidiger Alexander Klein sofort feststellt. Die Strategie seiner Verteidigung zielt an diesem Verhandlungstag darauf ab, die Glaubwürdigkeit diesbezüglicher Aussagen des 37-jährigen Polizisten und seiner eingesetzten Kollegen zu erschüttern. Ob es nicht sein könne, dass er gesagt habe, „wenn ihr nicht gekommen wärt, wäre das nicht passiert“, fragt Klein. Doch der Polizist bleibt bei seiner Aussage mit „heruntergeworfen“.

Auch bei anderen Punkten und Einzelheiten der Ereignisse in dieser Nacht versucht der Anwalt in seiner zweistündigen, harten Befragung immer wieder, Widersprüche zwischen heutigen Erinnerungen und den früheren Aussagen des Polizeibeamten zu den Ereignissen im Mai 2016 auszumachen.

An manches, was sich damals in nur wenigen Sekunden abspielte, hat der 37-jährige keine exakte Erinnerung mehr, wie er einräumen muss. Etwa ob er allein die Hand mit dem Messer vom Bauch des Kindes wegzog oder der Angeklagte hier mitgemacht hat.

Auch in der Befragung einer weiteren 31-jährigen Polizeibeamtin, die in vorderster Linie an dem Einsatz in der Wohnung beteiligt war, konzentriert sich der Verteidiger auf das vorgebliche Geständnis seines Mandanten. Die Beamtin ist sich heute nicht mehr sicher, ob der Mann gesagt hat „wärt ihr nicht gekommen, wäre es nicht passiert“ oder „wärt ihr nicht gekommen, hätte ich das Kind nicht heruntergeworfen“. „Das ist meine Erinnerung heute. Die verblasst halt. Wenn ich das damals gesagt habe, wird es so gewesen sein“, verweist sie auf ihre früheren Angaben.
____________________________________

WAR ES MORD?

Für den Angeklagten macht eine Verurteilung wegen Mordes oder „nur“ wegen fahrlässiger Tötung vom Strafrahmen her einen gewaltigen Unterschied. Der gepflegt gekleidete 34-Jährige verfolgt die Aussagen im Gericht aufmerksam, aber ohne sichtliche Regung.

http://www.buerstaedter-zeitung.de/loka ... 541445.htm


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