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 Betreff des Beitrags: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 02. September 2013, 18:41:53 
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Weinbergmord – Der Fall Anja A.
28. Februar 2013 blogxy.de Alte Fälle, Muckensturm Ein Kommentar

1987: Mathias Rust landet mit seiner Cessna auf dem Roten Platz in Moskau, Uwe Barschel wird tot in der Badewanne eines Genfer Hotelzimmers gefunden, Claudia Schiffer macht ihre ersten Schritte in der Modewelt – und ein unfassbares Verbrechen erschüttert Stuttgart.

Die 17jährige Gymnasiastin Anja A. lebt mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester in Bad Cannstatt in der Siedlung Muckensturm. Sie geht in die 10. Klasse des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums und plant bereits ihre berufliche Zukunft. Nach der mittleren Reife möchte sie die Schule verlassen und ihre bereits sichere Lehrstelle als Dekorateurin antreten.


Doch dann kommt der 27. März 1987. Es lässt sich nur schwer rekonstruieren, was an diesem Tag zwischen der Straßenbahnendstation „Obere Ziegelei“ und der elterlichen Wohnung passiert ist. Doch der Reihe nach: gegen 18.30 Uhr verlässt Anja nach einem etwas früheren Abendessen als sonst die Wohnung, um an einem Gruppenabend im evangelischen Gemeindehaus teilzunehmen, bei dem sie ihre Mitkonfirmanden trifft, um mit ihnen zu quatschen und Gesellschaftsspiele zu spielen. Spätestens um 22 Uhr soll sie zurück sein. Anjas Familie richtet sich dagegen für einen gemütlichen Fernsehabend ein. In der ARD läuft der Western „Höchster Einsatz in Laredo“ mit Henry Fonda, im ZDF klärt „Der Alte“ einen Mord.

Auf dem Hinweg zum Jugendtreff benutzt Anja eine Abkürzung durch die Weinberge, die sie bei Dunkelheit meidet. Diese Abkürzung führt direkt zur Haltestelle „Obere Ziegelei“ an der auch ein Bus hält, den Anja in der Regel benutzt, um in der Dunkelheit wieder in die Siedlung Muckensturm zu gelangen. Gegen 19 Uhr erreicht Anja das Gemeindehaus, wo sie für 2 Stunden bleibt. Um 21 Uhr löst sich die Gruppe langsam auf und Anja und ein junger Mann aus der Gruppe, welcher in der Nähe wohnt, begeben sich zur Haltestelle „Kursaal“ unweit des Gemeindehauses. Als die Bahn um 21:16 Uhr kommt, ist Anja bereits alleine. Ihr Begleiter hat sich auf den Heimweg gemacht und ein Zeuge gibt später zu Protokoll, dass Anja nicht in die Straßenbahn eingestiegen sei, die sie zur „Oberen Ziegelei“ gebracht hätte. Vielmehr sei sie an der Haltestelle von einer männlichen Person angesprochen worden – bis heute ist nicht bekannt, um wen es sich bei dieser Person handelt.
Eine Viertelstunde später, also um 21:31 Uhr fährt die nächste Bahn von „Kursaal“ in Richtung „Obere Ziegelei“. Es wird vermutet, dass Anja diese Bahn genommen hat und vier Minuten später auch an der Endhaltestelle angekommen ist. Sicher ist aber, dass sie den sieben Minuten nach Ankunft der Straßenbahn abfahrenden Bus in ihre Wohnsiedlung nicht bestiegen hat. Vermutlich hat sie auch zurück den Weg durch die Weinberge gewählt, was sie sonst in der Dunkelheit vermied.
Passierte dies freiwillig? Wurde ihr Gewalt angedroht? Oder war sie einfach mit Personen unterwegs, denen sie vertraute und von denen sie glaubte, nichts zu befürchten zu haben?



Es wird später und später. Immer wieder geht Anjas Mutter an diesem Abend auf den Balkon, von dem sie einen guten Blick über Stuttgart und Umgebung hat. Es ist sonst nicht Anjas Art sich zu verspäten. Später sagt sie aus, dass sie in einem Moment glaubte, in der Entfernung einen Schrei gehört zu haben, aber es könne auch einfach der Wind gewesen sein.

Genau um die Zeit, als an der Haltestelle „Obere Ziegelei“ der Bus Richtung Muckensturm abfährt, in den Anja nicht steigt, weil sie sich vermutlich bereits auf dem Weg durch die Weinberge befindet, führt ein Bewohner der Siedlung seinen Hund spazieren und passiert dabei auch den Weg, der durch den Weinberg führt. Aus einiger Entfernung hört er zwei Männer und eine Frau, die – wie er zunächst glaubt – scheinbar herumalbern. Eine Anwohnerin hört gegen 21:40 Uhr – also zu ähnlicher Zeit – Schreie aus Richtung der Weinberge. Diese Beobachtung teilt sie der Polizei am nächsten Tag mit.

Noch in der Nacht melden Anjas Eltern ihre Tochter als vermisst. Waltraud A. bleibt nicht tatenlos, sondern fährt mit dem Auto die Strecke zur Haltestelle „Kursaal“ ab. Erfolglos!
Drei Tage zwischen Hoffen und Bangen verbringt die Familie bis sie die traurige Gewissheit ereilt. Zunächst meldet sich ein unbekannter Anrufer am Telefon: „Ihre Tochter ist tot!“. Seinen Namen nennt er nicht. Doch kurze Zeit später überbringt auch der Leiter der Sonderkommission die Nachricht vom Tod von Anja. 150 Polizisten waren an der Suche beteiligt. Ein paar von ihnen werden misstrauisch, als sie in einer Schrebergartenanlage nur wenige Meter vom Fußweg Richtung Muckensturm entfernt ein frisch umgegrabenes Blumenbeet entdecken. Der Mörder hat das Mädchen erwürgt und das Beet, nachdem er Anja begraben hatte sogar noch gegossen. Darüber hinaus sollen an der Leiche Stichverletzungen zu sehen gewesen sein.
Bereits vor dem Fund der Leiche mehrten sich die Verdachtsmomente, dass Anja tatsächlich etwas zugestoßen sei. Die Suchtrupps finden unweit der Haltestelle an der Schmidener Straße einen Teil des „Orange Passes“ von Anja – der Fahrkarte der Stuttgarter Verkehrsbetriebe. Darüber hinaus werden an anderer Stelle Teile ihres Mantels gefunden, welchen sie erst 3 Tage vor ihrem Verschwinden anlässlich ihres Geburtstages geschenkt bekommen hatte. Am 3. April 1987 zogen rund 1.200 Menschen nach einer Andacht in der Lutherkirche Richtung Schmidener Straße und legten Blumen und Kerzen an der Stelle nieder, an der Anja einige Tage zuvor gefunden worden war.



Bis heute ist nicht bekannt, warum Anja sterben musste und wer dafür verantwortlich ist. Mehr als 4.000 Hinweise sammeln die 60 Ermittler der Sonderkommission. Jeglichen Spuren wird nachgegangen. Im Neckarstadion wird vor dem Bundesligaspiel VfB Stuttgart – Borussia Dortmund am 4. April 1987 ein Bild der Ermordeten eingeblendet. Aufgrund der Tatsache, dass das Beet so ordentlich hinterlassen und gefegt wurde, wird sogar explizit bei Totengräbern ermittelt. Leider alles ohne Erfolg. So kommt der Fall am 15. Januar 1988 durch Aktenzeichen XY auf den Fernsehbildschirm. Das Ziel des erschreckenden Filmfalles ist es, neue Zeugen zu finden. Die Stuttgarter Kriminalpolizei legt hierbei besonderen Wert auf den Heimweg des Mädchens und ihre Kleidung. Es wird hier zum ersten Mal auch von der Möglichkeit gesprochen, dass Anja in einem Wagen mitgefahren sein könnte. Hier werden vor allem Zeugen gesucht, welche auf einer der Veranstaltungen im Cannstatter Kursaal waren und an der Haltestelle eventuell Beobachtungen gemacht haben. Weiterhin werden Personen gesucht, welche die Straßenbahn um 21:31 Uhr benutzt haben und dort evtl. Anja gesehen haben. Durch die Ausstrahlung des Falls melden sich einige Zeugen, die allerdings keine entscheidenden Anhaltspunkte zur Lösung des Mordes liefern können.
Auch heute wird der Fall „Muckensturm“ – so der XY-Arbeitstitel – immer mal wieder neu aufgerollt. Vor allem wenn sich neue Spuren ergeben, wie z. B. Ende 2008, als eine unbekannte DNA-Spur auf einem Beweisstück sichergestellt werden konnte. Leider blieb auch diese Spur ohne Erfolg obwohl alle Personen aus Anjas Bekanntenkreis sowie mehr als 500 Männer, die 1987 in der Siedlung Muckensturm lebten, zum freiwilligen Speicheltest gebeten wurden. Der Mord ist nun bald 26 Jahre her, doch die Hoffnung bleibt, dass der Mörder irgendwann gefasst wird und für seine Tat zur Rechenschaft gezogen wird. Anjas Eltern haben überlegt aus der Siedlung wegzuziehen. Da die Polizei aber davon ausgeht, dass der Täter Ortskenntnis besitzt und auch heute noch in der Nähe wohnen könnte, wollten sie dem Täter diese „Gefallen nicht tun“. Die Familie hofft, dass der Täter sie in der Siedlung sieht und dass es ihn quält. So gaben sie es in einer Reportage der Stuttgarter Zeitung vom 27. März 2007 zu Protokoll. Diese Reportage endet mit dem Absatz: „Einige Tage bevor ihre Tochter starb, ist im Fernsehen über den Mord an einer Schülerin berichtet worden. Anja saß fassungslos auf dem Sofa in der Stube und sagte: „Wenn die Mutter der Ermordeten das sieht, fällt sie tot um.“ Waltraud A. bekommt diesen Satz nicht mehr aus dem Kopf.“ Auf Anjas Grabstein steht: “Heimtückisch ermordet”


Quelle: http://www.blogxy.de/?p=332

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Hinweise zu den eingestellten Fällen bitte an die zuständige Polizeidienststelle


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 03. September 2013, 11:37:25 
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Einige weiterführende Links zu Presseberichten zum Fall

Aus der Reihe Wendepunkte der Stuttgarter Zeitung
http://content.stuttgarter-zeitung.de/m ... /wende.pdf

DNA vom Täter gefunden
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... afb22.html

Speichelproben sollen Mörder von Anja Aichele überführen
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 68664.html

Ex-DFB Präsident Mayer-Vorfelder beim Speicheltest
http://www.bild.de/regional/stuttgart/g ... .bild.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 06. Mai 2014, 14:27:47 
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Mordfall Anja Aichele
DNA vom Täter gefunden
Jörg Nauke, 02.01.2011 16:07 Uhr

Stuttgart - Beim verstärkten Einsatz der Stuttgarter Kriminalpolizei zur Klärung von etwa 60 ungelösten Altfällen hat es einen Teilerfolg gegeben: Durch eine verfeinerte Analysetechnik gelang es, den genetischen Fingerabdruck von einem der mutmaßlichen Mörder der 1987 in Bad Cannstatt bei der Haltestelle Obere Ziegelei ermordeten Schülerin Anja Aichele auf Asservaten zu identifizieren. Aus winzigsten Spuren gewinnen Molekularbiologen das unverwechselbare Muster der menschlichen Erbsubstanz, die DNA. Der Polizeipressesprecher Jens Lauer bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Lauer sagte, die Spur sei bereits vor zwei Jahren entdeckt worden; man habe sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht an die große Glocke gehängt. Nachdem aber Personen des damaligen Freundes- und Bekanntenkreises von Anja Aichele nun aufgefordert worden seien, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben, sei klar gewesen, dass die Ermittlungen öffentlich würden.

Die DNA wurde mit der Straftäterdatei des Bundeskriminalamts (BKA) abgeglichen. Der Gesuchte ist dort nicht registriert. Unmittelbar nach der grausamen Tat waren rund 500 junge Männer auf ihr Alibi überprüft worden. Auch zwei Berichte in der Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" blieben erfolglos. Bisher 6000 verfolgte Spuren führten nicht zum Täter. Die 17-Jährige war am 27. März 1987 auf dem Nachhauseweg zwischen einem Jugendtreff beim Kursaal und der elterlichen Wohnung im Wohngebiet Muckensturm überfallen worden. Erst drei Tage später fand man ihre in einem Garten vergrabene Leiche. Der oder die Täter hatten mit viel Aufwand alle Spuren verwischt, so dass die Tote beim ersten Durchkämmen des Gartens unentdeckt geblieben war. Die Kripo hat mehrere Altfälle aufgrund exakterer Analysemethoden gelöst; zuletzt wurde 2008 nach 19 Jahren ein 57-Jähriger für den Mord an dem Frührentner Helmut Krach aus Feuerbach verhaftet. Seine DNA war allerdings beim BKA gespeichert.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... afb22.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 06. Mai 2014, 14:30:46 
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30.03.2012

Polizei bittet zum DNA-Test

Speichelproben sollen Mörder von Anja Aichele überführen

Vor 25 Jahren wurde die 17 Jahre alte Schülerin Anja Aichele ermordet. Die Ermittlungen verliefen im Sande. 2008 wurde eine genetische Spur entdeckt. Jetzt sollen 700 Männer eine Speichelprobe geben.


ULI NAGEL
Stuttgart Ganz in der Nähe zu ihrer elterlichen Wohnung in Bad Cannstatt hatte die Polizei die 17 Jahre alte Anja Aichele drei Tage nach ihrem Verschwinden am 27. März 1987 tot aufgefunden. Die Schülerin des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums wurde auf dem Nachhauseweg von einem Jugendtreff der Cannstatter Luthergemeinde ermordet und in einem Gartengrundstück verscharrt. Während der Täter dort alle Spuren verwischt hatte, fand die Polizei im Rahmen von groß angelegten Suchaktionen Kleider von Anja Aichele, unter anderem auf dem Schmidener Feld.

Beamte der Stuttgarter Einsatzhundertschaft durchkämmten am 28. Juli 1987 die Felder zwischen Schmiden und Bad Cannstatt nach neuen Spuren. Fotos: Archiv
Während der Fahndungsapparat der Polizei ins Rollen kam, war die Anteilnahme der Bevölkerung am grauenhaften Schicksal der Schülerin riesig. Nach einer Andacht am 3. April in der Lutherkirche zogen rund 1200 Menschen in einem Schweigemarsch die Schmidener Straße hinauf zur Haltestelle und legten dort, wo Anja gefunden wurde, Blumen nieder. Ein Ort, an dem jahrelang ein Holzkreuz mit dem Namen "Anja" stand, eh das stumme Symbol an die Bluttat dem Stadtbahnbau weichen musste.


Bis zu 60 Ermittler sammelten mehr als 4000 Hinweise, weshalb die Soko teilweise auf bis 250 Mitarbeiter aufgestockt wurde. Allein in den ersten Wochen nach der Tat wurden rund 530 junge Männer aus Anja Aicheles Umgebung nach ihren Alibis befragt. Zeugenaufrufe im damaligen Neckarstadion sollten den Ermittlern ebenso helfen, wie Fernsehfahndungen über "Aktenzeichen XY" im Januar 1988. Ein halbes Jahr zuvor war in der Nähe von Schmiden der Lederfetzen eines Schuhs von Anja Aichele entdeckt worden. Er muss, laut damaliger Polizeiexperten, erst wenige Tage zuvor vom Täter weggeworfen worden sein. Doch in der Folge blieben alle Bemühungen, den Mörder zu überführen, ohne Erfolg. Da jedoch Mord nicht verjährt, wanderten die Ermittlungsakten in die Asservatenkammer der Polizei.

Seit 2008 keimt dort die Hoffnung, einen der bewegendsten, ungeklärten Mordfälle der Landeshauptstadt doch aufklären zu können. Denn dank moderner Technik in den Kriminallabors hatte sich offenbar eine brauchbare Spur auf den Mörder ergeben: Den Code eines so genannten genetischen Fingerabdrucks, der auf einem Asservat gefunden wurde. Entdeckt wurde die DNA-Spur bei einer routinemäßigen Überprüfung der Gegenstände, die im Zuge der Ermittlungen im Mordfall Anja Aichele sichergestellt worden waren.

In der Folge wurden alle Beteiligten, darunter die mit dem Fall betrauten Polizisten, durch einen DNA-Abgleich ausgeschlossen. Zudem sind die Personen aus dem damaligen Freundes- und Bekanntenkreis des Mordopfers aufgefordert worden, freiwillig eine Speichelprobe beim LKA abzugeben. "Die Daten sind ausgewertet - alle überprüften Personen können als Spurenverursacher ausgeschlossen werden", sagt Steffen Gottmann vom Dezernat für Tötungsdelikte. In einer konzertierten Aktion sollen weitere, mehr als 700 Männer überprüft werden.

Aufgrund eines Antrages der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Stuttgart einen Beschluss erlassen, wonach alle zwischen dem 1. Januar 1927 und 31. Dezember 1972 geborenen Männer, die zur Tatzeit im näheren Tatortbereich gewohnt haben, aufgefordert werden, eine Speichelprobe abzugeben. "Auf freiwilliger Basis", betont Steffen Gottmann. Die noch im Tatortbereich wohnhaften Personen werden am 21. oder 22. April in die Tageseinrichtung an der Ferdinand-Hanauer-Straße zu einer DNA-Reihenuntersuchung gebeten. "Die bereits verzogenen Personen werden von ihrer zuständigen Polizeidienststelle angeschrieben", so Gottmann. Die Polizei hofft, nach einem Vierteljahrhundert den Mordfall Anja Aichele doch noch aufklären zu können.

Was heute schon gesichert ist: Der mögliche Mörder taucht nicht in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes auf und ist folglich auch noch nicht wegen einer anderen schweren Straftat registriert worden. Und dort lagern mehr als 700 000 Datensätze von Straftätern.

Diese Ermittlungstechnik stand dagegen 1987 noch in den Anfängen. Erst gut zehn Jahre später begann das Landeskriminalamt, ihre DNA-Datenbank aufzubauen. Mittlerweile wurden auch die Analysetechniken immer mehr verfeinert und Ende 2008 stießen die Kriminaltechniker auf einen genetischen Code, der vielleicht vom Mörder der 17-Jährigen stammt. Einzig, was nach Einschätzung der Kriminalpolizei bisher feststand: Der Täter soll etwa 30 Jahre alt gewesen sein und das Opfer möglicherweise gekannt haben. Zudem muss er über gute Ortskenntnisse des Muckensturm-Gebiets verfügt haben.

Dass der DNA-Fund mehr als nur der berühmte Strohhalm sein kann, beweisen andere Erfolge der Stuttgarter Kripo: Der Mord an einem Rentner im Jahr 1989 konnte nach 19 Jahren geklärt werden. Überführt wurde auch der Mörder eines 67-Jährigen im Jahr 1997 in Zuffenhausen. Bei seiner Verhaftung 2008 war der Täter 74 Jahre alt und lebte in einem Altenheim. Dass ein DNA-Fund jedoch nicht zwangsläufig zum Täter führen muss, zeigt der Mord an dem elfjährigen Tobias in Weil im Schönbuch im Jahr 2000. Auch damals wurde ein genetischer Fingerabdruck entdeckt, doch selbst der Abgleich mit 12 700 Personen führten jahrelang nicht zum Mörder.

Erst durch einen Zufall waren Ermittler mehr als ein Jahrzehnt nach der Bluttat bei Recherchen zur Kinderpornografie auf den ledigen Bäcker gestoßen. Ein Abgleich seiner DNA mit Spuren vom Tatort verlief positiv. Der 48-Jährige hat mittlerweile die Tat gestanden, der Prozess ist noch im Gange.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 68664.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 21. August 2014, 12:29:27 
 
Ungeklärte Mordfälle in Baden-Württemberg
Die verbleibenden drei Prozent

Die Quote kann sich sehen lassen: Fast 97 Prozent aller Tötungsdelikte werden aufgeklärt. Wir zeigen die spektakulärsten Fälle, in denen die Polizei noch immer im Dunkeln tappt.

Doppelmord in Mannheim
Am 13. Mai 2013 werden ein 45 Jahre alter Mann aus Italien und seine 42-jährige thailändische Lebensgefährtin im Mannheimer Stadtteil Kirschgartshausen erschossen. Die einst 40 Beamte umfassende Sonderkommission "Kirschgarten" geht über 400 Spuren nach. Ohne Ergebnis. Die Sonderkommission wird nach einiger Zeit aufgelöst, wie eine Sprecherin berichtet. Aber immer noch befassen sich mehrere Beamten mit dem Fall. Geprüft werden sowohl Bezüge zur Organisierten Kriminalität sowie auch ein möglicher familiärer Anlass für die Tat.

Die tote Bankiersgattin aus Heidenheim
Im Mai 2010 wird Maria Bögerl aus ihrem Haus in Heidenheim entführt. Ein bisher Unbekannter fordert von ihrem Mann, einem Sparkassendirektor, 300.000 Euro Lösegeld. Die Geldübergabe an einer Autobahn scheitert, später wird Bögerl tot in einem Waldstück aufgefunden. Die Ermittler treten auf der Stelle. Sowohl die Fahndung im Fernsehen als auch ein Massengentest bringt die Ermittler nicht weiter.

Erwürgt auf dem Heimweg nach Cannstatt
Der Mord an der 17-jährigen Anja Aichele aus Stuttgart-Bad Cannstatt beschäftigt die Ermittler seit fast drei Jahrzehnten. Die Schülerin wird am 27. März 1987 gegen 22.00 Uhr auf dem Nachhauseweg von einem Jugendtreffen erwürgt. Drei Zeugen geben unabhängig voneinander an, sie hätten zu dieser Zeit einen Schrei im Weinberg unterhalb des Wohngebiets Muckensturm gehört. Ihre Leiche wird drei Tage später gefunden - vergraben in einem Beet.
60 Ermittler sammeln mehr als 4.000 Hinweise - ohne Erfolg. Aichele wird zum "Altfall". 2008 keimt Hoffnung auf: Bei einer routinemäßigen Überprüfung von Gegenständen, die sichergestellt worden waren, entdecken Ermittler eine "tatrelevante DNA-Spur". Ein Abgleich mit insgesamt 1.200 Männern aus dem Umfeld der Toten ergibt allerdings keine neuen Ansatzpunkte.


Tod im Karlsruher Hardtwald
Genauso lange zurück liegt der Fall von Antonella Bazzanella. Die 25 Jahre alte Italienerin fährt am 21. Juni 1987 mit dem Rad durch den Hardtwald in Karlsruhe. Dort trifft sie auf ihren Mörder. Der schleift sie ins Dickicht, malträtiert, fesselt und erdrosselt die junge Frau. Für die Ermittler spricht einiges für einen Ritualmord. Eine richtig heiße Spur habe es nie gegeben, erklärt Ralf Minet von der Karlsruher Polizei. Weil zur Tatzeit Tina Turner ein Konzert in der Nähe des Tatorts gab, war es sehr laut, so dass offenbar niemand Schreie hörte. Die Polizei hofft immer noch darauf, den Täter zu finden: "Wir haben den Fall im Hinterkopf."

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/b ... index.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 12. Februar 2015, 14:14:17 
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Registriert: Samstag, 29. November 2014, 15:16:28
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Konnte leider nicht feststellen von wann genau dieser Bericht ist:

Nach 24 Jahren: DNA-Spur im Mordfall Anja Aichele

Bad Cannstatt: Kriminalpolizei hat bereits Ende 2008 genetischen Fingerabdruck auf einem sichergestellten Gegenstand entdeckt


Über 12 Jahre erinnerte ein schlichtes Holzkreuz an den Mord.Fotos: Archiv


Der Tod Anja Aicheles, die am 27. März 1987 ermordet wurde, gilt immer noch als einer der erschütterndsten Fälle in der Stuttgarter Kriminalgeschichte. Alle Ermittlungen nach dem Täter - auch über die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ - verliefen damals im Sande. Doch 24 Jahre später keimt wieder Hoffnung bei der Kriminalpolizei auf. Denn Ende 2008 wurde eine DNA-Spur des mutmaßlichen Täters entdeckt.
Von Uli NagelGanz in der Nähe zu ihrer elterlichen Wohnung hatte die Polizei die 17 Jahre alte Anja Aichele drei Tage nach ihrem Verschwinden am 27. März 1987 tot aufgefunden. Die Schülerin des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums wurde auf dem Nachhauseweg von einem Jugendtreff der Cannstatter Luthergemeinde ermordet und Ecke Steinhalden-/Schmidener Straße in einem Gartengrundstück verscharrt. Während der Täter dort alle Spuren verwischt hatte, fand die Polizei im Rahmen von groß angelegten Suchaktionen Kleider von Anja Aichele unter anderem auf dem Schmidener Feld.
Während der Fahndungsapparat der Polizei ins Rollen kam, war die Anteilnahme der Stuttgarter am grauenhaften Schicksal der Schülerin riesig. Nach einer Andacht am 3. April in der Lutherkirche zogen rund 1200 Menschen in einem Schweigemarsch die Schmidener Straße hinauf zur Haltestelle und legten dort, wo Anja gefunden wurde, Blumen nieder. Ein Ort, an dem auch jahrelang ein Holzkreuz mit dem Namen „Anja“ stand, eh das stumme Symbol an die Bluttat dem Bau der Stadtbahn weichen musste.

Bis zu 60 Ermittler sammelten damals mehr als 4000 Hinweise. Viel Arbeit, weshalb die Soko teilweise auf bis 250 Mitarbeiter aufgestockt wurde. Allein in den ersten Wochen nach der Tat wurden rund 530 junge Männer aus Anja Aicheles Umgebung nach ihren Alibis befragt. Zeugenaufrufe im damaligen Neckarstadion sollten den Ermittlern ebenso helfen, wie Fernsehfahndungen über „Aktenzeichen XY“ im Januar 1988. Ein halbes Jahr zuvor war in der Nähe von Schmiden der Lederfetzen eines Schuhs von Anja Aichele entdeckt worden. Er muss, laut der damaligen Polizeiexperten, erst wenig Tage zuvor dort wohl vom Täter weggeworfen worden sein.

Doch in der Folge blieben alle Bemühungen, den Mörder zu überführen, ohne Erfolg. Allerdings wanderten die Ermittlungsakten rund um das Schicksal der 17-jährigen Schülerin nie gänzlich in den Keller der Mordkommission, denn in Deutschland verjährt Mord nicht.

Jetzt keimt wieder Hoffnung auf, denn dank moderner Technik in den Kriminallabors bei der Täterüberführung hat sich offenbar eine brauchbare Spur auf den Mörder Anja Aicheles ergeben. „Wir verfügen über den Code eines so genannten genetischen Fingerabdrucks, der auf einem Asservat gefunden wurde“, bestätigt Polizeisprecher Jens Lauer den Ermittlungserfolg. Entdeckt wurde die DNA-Spur bei einer routinemäßigen Überprüfung der Gegenstände, die im Zuge der Ermittlungen im Mordfall Anja Aichele sichergestellt worden waren und seitdem in der Asservatenkammer lagerten. Das war Ende 2008.

In der Folge wurden alle Beteiligten, darunter auch sämtliche mit dem Fall betrauten Polizeibeamten, durch einen DNA-Abgleich ausgeschlossen. Zudem sind die Personen aus dem damaligen Freundes- und Bekanntenkreis des Mordopfers aufgefordert worden, freiwillig eine Speichelprobe beim LKA abzugeben. „Wir werten die Daten zur Zeit aus“, bestätigt Lauer die sehr zeitintensive Arbeit. Denn mehr als 500 Menschen sind damals auf ihre Alibis hin überprüft und dadurch aktenkundig geworden. „Mehr dürfen wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen“, so der Polizeisprecher weiter. Allerdings stehe bereits fest, dass der mutmaßliche Täter nicht in der DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes auftaucht und folglich auch noch nicht wegen einer schweren Straftat registriert worden sei. Und dort lagern immerhin mehr als 700 000 Datensätze von Straftätern.

Diese Ermittlungstechnik stand dagegen 1987 noch ziemlich in den Anfängen. Erst gut zehn Jahre später begann das Landeskriminalamt, ihre so genannte DNA-Datenbank aufzubauen. Mittlerweile wurden auch die Analysetechniken immer mehr verfeinert und Ende 2008 stießen die Kriminaltechniker in ihren Labors auf einen genetischen Code, der vielleicht vom Mörder der 17-Jährigen stammt. Einzig, was nach Einschätzung der Kriminalpolizei bisher feststand: Der Täter soll etwa 30 Jahre alt gewesen sein und das Opfer möglicherweise gekannt haben. Zudem muss er über gute Ortskenntnisse des Muckensturm-Gebiets verfügt haben. Dass der DNA-Fund mehr als nur der berühmte Strohhalm sein kann, beweisen auch Erfolge der Stuttgarter Kripo: Der Mord an einem Rentner im Jahr 1989 konnte nach 19 Jahren 2008 geklärt werden. Überführt wurde auch der Mörder eines 67-Jährigen im Jahr 1997 in Zuffenhausen. Als 2008 die Handschellen klickten, war der Täter 74 Jahre alt und lebte bereits in einem Altenheim. Dass ein DNA-Fund jedoch nicht zwangsläufig zum Täter führen muss, zeigt der Mord an dem elfjährigen Tobias in Weil im Schönbuch im Jahr 2000. Auch damals wurde ein genetischer Fingerabdruck entdeckt, doch selbst der Abgleich mit 12 700 Personen führte bisher nicht zum Mörder.

GENETISCHER FINGERABDRUCK

Als genetischer Fingerabdruck wird ein DNA-Profil eines Individuums bezeichnet, das für dieses in hohem Maße charakteristisch ist. Die DNA wird aus Zellen gewonnen, die aus Gewebeteilen, zum Beispiel Sperma, Hautzellen oder Speichel stammen. Das Verfahren wird in der Molekularbiologie auch als Genetic Fingerprinting oder DNA Fingerprinting bezeichnet. Alec Jeffreys war 1984 durch Zufall auf das Verfahren gestoßen. In Deutschland wurde es erstmals 1988, als Beweis in einem Strafprozess, vor Gericht anerkannt. (Quelle: Wikipedia)

Der genetische Fingerabdruck ist ein besonders erfolgreiches Instrument in der Kriminalitätsbekämpfung und Ermittlungsarbeit. Biologische Grundlagen der DNA-Analyse: Die Desoxyribonucleinsäure (DNA) ist ein in jeder Zelle vorhandener Molekülfaden, der wie eine in sich gedrehte Strickleiter aufgebaut ist. Sie ist Träger der Erbinformationen der gesamten belebten Natur. Mit Ausnahme eineiiger Zwillinge weist jeder Mensch unterschiedliche Merkmale auf. Den Abschnitt auf der DNA, der die Information für ein bestimmtes Protein enthält, bezeichnet man als Gen. Es gibt rund 50 000 Gene, die für die Eigenschaften des Menschen verantwortlich sind. Die Gesamtheit aller Gene und sonstiger DNA-Abschnitte nennt man Genom, definierte Stellen eines Genoms bezeichnet man als Genorte. Das menschliche Genom besteht zu über 90 Prozent aus nicht codierender DNA, welche keine Erbinformationen enthält. Die nicht codierende Bereiche enthalten sich wiederholende Abschnitte mit gleicher Basensequenz, Repeats genannt. Der individuelle Unterschied liegt in der Anzahl der Repeats hintereinander.

Die Untersuchungsmethode: Für Untersuchungen auf DNA-Ebene eignen sich alle kernhaltigen Zellstrukturen des menschlichen Körpers: Blut, Speichel, Sperma, Gewebe verschiedener Herkunft, Hautschuppen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Haare. Bei der DNA-Analyse wird nach bundesweitem Standard die Anzahl der Repeats an bestimmten Genorten ermittelt. Mit dieser Untersuchungsmethode wird entsprechend der gesetzlichen Vorgabe der nicht codierende Bereich des menschlichen Genoms untersucht. Erbinformationen sind, bis auf die ausdrücklich zulässige Bestimmung des Geschlechts, damit nicht zu erlangen. Mit der DNA-Analyse werden also das DNA-Identifizierungsmuster, das sich in einem Zahlencode ausdrückt, gewonnen. (Quelle: bayrisches Innenministerium).

http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... CCgQrQMwAg


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 24. März 2017, 09:10:06 
 
Zwei Polizisten im Ruhestand sprechen über ungeklärte Morde
Aktenzeichen ungelöst
Von Hilke Lorenz 23. März 2017 - 16:00 Uhr

Nimmt man Verbrechen wie den Mord an Anja Aichele oder das Verschwinden der kleinen Sabine Hammerich, die auch Jahrzehnte danach noch nicht gelöst sind, gedanklich mit in den Ruhestand? Ein Gespräch mit Josef Kögel, langjähriger Leiter des Morddezernats in Stuttgart, und Werner Knubben, ehemaliger Polizist und Seelsorger.


Stuttgart - Die Statistik sagt, dass 90 Prozent aller Morde aufgeklärt werden. Doch was, wenn nicht? In Stuttgart ist der Mord an Anja Aichele, der sich am 27. März zum 30. Mal jährt, noch immer ungeklärt. Für die Angehörigen ist das eine Katastrophe. Und für die beteiligten Polizisten? Josef Kögel, 82, hat die Ermittlungen damals geleitet, Werner Knubben, 67, war Polizeiseelsorger. Ein Gespräch über Schuldgefühle und die Hoffnung auf ein Geständnis am Lebensende.

Herr Kögel, Herr Knubben, Sie kennen Ihre alten Fälle noch immer aus dem Effeff.

Josef Kögel Sicher nicht alle. Ich habe in meinen 33 Jahren bei der Mordkommission in etwa 350 Fällen von Tötung ermittelt – Totschlag und Mord.

Welche bleiben besonders in Erinnerung?

Kögel Natürlich nicht alle 350. Es sind die großen Fälle – und am eindringlichsten jene, die man jahrelang bearbeitet hat. Ein Kindermörder hat erst zweieinhalb Jahre nach seiner ersten Tat am 10. Januar 1967 gestanden – an meinem Geburtstag. Davor hat er allerdings an Heiligabend noch ein vierjähriges Mädchen am Dachswald zerstückelt. Der Fall war dann zwar aufgeklärt, aber man hat so lange drangehängt. Weihnachten 1966 war für mich das unmöglichste Weihnachten, das es gab. Das prägt sich ein. Ebenso wie die großen Fälle. Der Mord an Sabine Hammerich oder Anja Aichele. Oder der erste Giftmord von 1952. Aufgeklärt haben wir ihn 1964.

Im Gedächtnis bleiben also die langwierigen und spektakulären Fälle haften?

Kögel Oder wenn es einen aus menschlichen Gründen tief bewegt. Rein kriminalistisch sind manche Fälle ja völlig uninteressant. Ich erinnere mich aber an den Tod eines Siebenjährigen, der vom Zug überfahren wurde. Sechs Wochen vorher war seine Mutter tödlich verunglückt. Den Vater habe ich davon abgehalten, aus dem achten Stock zu springen. Mit ihm habe ich bei Cognac die Nacht durch geredet, bis die Angehörigen aus Norddeutschland da waren. Das sehe ich alles noch deutlich vor mir. Das vergisst man nicht und muss es ­irgendwie verarbeiten.

Wie?

Kögel Ich weiß es nicht. Ich bilde mir ein, eine relativ stabile Psyche zu haben. Ich bin vermutlich ein Meister im Verdrängen.

Hilft das, Herr Knubben?

Werner Knubben Im Vergleich zu Sepp Kögel bin ich ein Waisenknabe. Ich war nach 15 Jahren bei der Polizei noch 35 Jahre Seelsorger. Aber auch bei mir sind die Erinnerungen sofort da. Ich habe ja viele Polizeibeamte betreut, die schwer traumatisiert waren. In Seminaren hat dann jeder seine Geschichte mit den Worten „Es war am . . .“ angefangen.

Kögel Aber wie kommst du denn als Seelsorger damit klar? Allein mit dem Glauben ist das ja alles nicht mehr zu fassen.

Knubben Die Frage wird mir oft gestellt. Aber dafür gibt es oft keine Erklärung. Ich träume selbst noch von schweren Geschichten. Es gibt ja verschiedene Traumatypen. Den Feuerwehrmann etwa, der schon Hunderte Leichen rausgesägt hat. Aber irgendwann ist die Kapazität der Seele erschöpft. Dann braucht er dringend Erholung: Sport, Supervision, Meditation und auch Gebet.

Nagt der Mord an Anja Aichele weiter an Ihnen?

Kögel Solche Fälle wie Sabine Hammerich, Anja Aichele oder Sabine Binder belasten einen natürlich. Es gibt Mädchen, die steigen jeden Abend nach der Disco in ein Auto, und ihnen passiert nichts. Und dann geht ein Mädchen wie Anja Aichele einmal allein fort, weil sie an diesem Abend vermutlich noch jemanden sehen will, und wird umgebracht. Oder Sabine Binder, die im Behindertenheim arbeitet, wird auf dem Heimweg umgebracht. Oder ein Kind wie Sabine Hammerich geht mitten in der Großstadt im Berufsverkehr ein paar Meter für den Vater Zigaretten holen, verschwindet spurlos und wird anderthalb Jahre später als Skelett im Raum Bamberg gefunden. Da hat man unendlich viel Energie rein investiert. Bei Anja Aichele habe ich drei Jahre Sonderkommissionen geführt. Immer wieder haben wir mit neuen Leuten neu angefangen. Profiler aus ganz Deutschland haben sich mit dem Fall beschäftigt.

Sind das Morde, die für Sie anders sind?

Kögel Ein Mord im Milieu belastet einen weniger, auch wenn man den natürlich genauso aufklärt und keine Opferhierarchie aufmacht. Bei einem Kindermord sind die Menschen bei der Aufklärung entgegenkommender. Obwohl man ja kein Recht hat, in fremde Wohnungen zu gehen, haben wir im Fall Sabine Hammerich im Umkreis von 250 Metern alle Wohnungen nach dem Kind abgesucht. Jeder hat uns reingelassen. Nicht jeder ungeklärte Mord belastet. Aber wenn man so viel Zeit damit verbracht hat, trägt es sich unauslöschbar ins Gedächtnis ein. Denn gleichzeitig hat man ja auch ständig mit den Angehörigen zu tun.

Knubben Ich habe einen unaufgeklärten Mord. Das war ein jugoslawischer Gastarbeiter. Ich kannte die Angehörigen nicht, nicht das Kind und nicht die Witwe. Das verändert etwas. Da bleiben weniger Erinnerungen.

Ist eine Verurteilung wichtig, um abschließen zu können?

Knubben Mir kam es wenig auf die Strafe an. Mich hat immer interessiert, was passiert ist. Wo ist die Wahrheit? Das war meine Frage.

Kögel Das ist bei mir ähnlich, wenngleich mich ein adäquates Urteil gefreut hat.

Sind Sie auf Beerdigungen gegangen?

Kögel Bei ungeklärten Tötungsdelikten sehr häufig.
Um zu sehen, ob auch der mögliche Täter dort auftaucht?

Kögel Bei einem ungeklärten Fällen hat das auch eine Rolle gespielt. Aber bei Fällen wie Anja Aichele auch aus Anteilnahme.

Wie stark darf man sich emotional auch auf die Angehörigen einlassen?

Kögel Das darf man nicht, wenn es auch manchmal schwerfällt.

Gibt man ein unausgesprochenes Versprechen ab, den Fall zu lösen, wenn man die Todesnachricht selbst überbringt?

Knubben Ich glaube schon, dass da eine tiefere Beziehung entsteht. Man hat eine gewisse Kämpfernatur. Wenn ein Mensch getötet wird, ist das die größte Verletzung göttlicher, universeller Ordnung. Dann ist etwas sehr in Unordnung geraten.

Kögel Ja. Der Bezug entsteht natürlich. Zu einem Vater habe ich mal gesagt, ich habe fast ein Schuldgefühl, dass wir den Fall nicht gelöst haben. Obwohl ich keine Schuld habe. Aber ich weiß, dass alle Eltern erwarten, dass man den Täter findet. Aber wenn man nach drei Jahren alles getan hat und nicht weiterkommt, dann irgendwann in Pension geht und der Fall noch ungelöst ist, dann ist das nicht nur sportlicher Ehrgeiz, dass man den Täter finden will.

Objektiv haben Sie alles getan, und trotzdem bleibt dieses Gefühl?

Kögel Das bilde ich mir ein. Es sind ja auch noch andere über den Fall gegangen.

rotzdem bleibt eine Wunde?

Kögel Ja.

Knubben Wenn man so viel Energie reingesetzt hat, so viele Spuren verfolgt hat, dann ist es einfach menschlich, dass man glaubt, der Erfolg müsste auch folgen. Deshalb behaupte ich, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die nicht klärbar sind. Es bleibt aber immer eine Restchance. Man weiß nie. Da halte ich mich dran fest.
Herr Kögel, halten Sie sich auch daran?

Kögel Das stimmt schon. Ein Täter kann einen Mord noch so toll planen, er kann nie garantieren, dass nicht nachts jemand am Fenster steht und doch etwas sieht, das aber gar nicht einordnen kann. Wir müssen den Zeugen bloß finden. Darum haben wird in der Stadt die Hausbefragungen gemacht. Im Fall Aichele haben wir im Sommerrain, in Steinhaldenfeld und Teilen Cannstatts alle Männer zwischen 15 und 30 Jahren überprüft.

Sie glauben, ziemlich genau zu wissen, was passiert ist: Zwei junge Männer haben Anja ­Aichele getötet, und ein Erwachsener hat beim Vergraben ihrer Leiche in der Nacht geholfen. Trotzdem . . .
Kögel . . . kommt man nicht weiter, hängt man.

Macht einen das dann nicht wahnsinnig?

Kögel Natürlich. Ich war von Anfang an der Überzeugung, dass wir einen der beiden Täter überprüft haben. Wir haben alle Alibis im Muggensturm, einem sozial gehobenen Viertel in Stuttgart-Bad Cannstatt, überprüft. Ich bin überzeugt, einer der Täter wohnt da oben und Vater oder Mutter haben ihm ein falsches Alibi gegeben aus Angst, dass sonst ihre gesamte Existenz den Bach runtergeht. Auch als wir später die DNA auswerten konnten, sind wir nicht weitergekommen. Wir wissen, um 21.40 Uhr war die Tatzeit, weil man die Stimmen von zwei jungen Kerlen gehört hat. Dann kommt die Beseitigung der Leiche – wahrscheinlich durch den Vater. Wir sind überzeugt, dass Anja mindestens einen der Täter gekannt hat, sonst wäre sie nicht über den Weinberg mitgegangen. Trotzdem kommt man nicht weiter, obwohl man 160 Leitz-Ordner voll mit Spuren hat. Und jetzt sitzt hier ein alter Mann, der jede Sekunde in diesem Fall kennt, und ärgert sich immer noch.

Knubben Das kann noch rauskommen.

Haben Sie die Hoffnung?

Kögel Ich glaub’s nicht mehr. Getötet hat ja nur einer der beiden. Meine einzige Hoffnung ist, dass der andere auf seinem Sterbebett sein Gewissen erleichtern möchte. Ein Giftmord wurde nur gelöst, weil die damals 15-jährige Tochter beim Tod der Großmutter beim Erbe zu kurz gekommen ist und dann kam und sagte: „Meine Mutter, meine Schwester und mein Schwager haben meinen Vater vergiftet.“

Knubben Das kann auch im Fall Aichele passieren.

Kögel Ich glaub nicht dran.

Also müssen eher Sie Ihren Frieden mit dem Fall machen?


Kögel Den hab ich. Ich weiß, ich habe alles gemacht. Aber es ist trotz allem unbefriedigend. Immer wenn ich an der Ecke vorbeifahre, werde ich daran denken.

Die Belastung durch ungeklärte Fälle taucht in keiner Untersuchung auf.

Knubben Das ist nicht nur Belastung, das ist auch eine erhöhte Motivation. Dahin kann man es ummünzen. Wahrscheinlich müssen wir mit der Erkenntnis leben, dass ein Täter so ein Verbrechen nicht nur verdrängen, sondern auch abspalten kann. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Aber es müssen im Fall Aichele gleich mehrere Menschen schon sehr lange schweigen.

Knubben Das funktioniert.

Kögel Es gibt viele Menschen nicht nur in den Gefängnissen, die können exzellent über Straftaten schweigen. Es gibt Menschen, die sind gewissenlos und können offensichtlich gut damit leben.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... dd4f2.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 27. März 2017, 09:00:04 
 
Ungeklärter Mordfall in Stuttgart
Die Akte Aichele bleibt auch nach 30 Jahren offen
Von Christine Bilger 27. März 2017 - 06:00 Uhr


Am 27. März 1987 wurde in Bad Cannstatt eine 17-jährige Schülerin getötet. Ihre Mörder sind noch nicht gefasst, doch die Polizei schließt die Akte nicht.

Stuttgart - Der Satz „Mord verjährt nicht“ ist mehr als eine Drohung an die Täter. Der Satz ist auch ein Versprechen an die Hinterbliebenen: Die Ermittler vergessen ungelöste Fälle nicht. „Die Fälle werden immer ­wieder hervorgeholt, die Kriminaltechniker untersuchen die Asservate, die wir aufbewahren“, sagt der Polizeisprecher Stephan Widmann.

So sei es auch beim Fall der Anja Aichele, die vor 30 Jahren, am 27. März 1987, in Bad Cannstatt umgebracht wurde. „Die Technik macht immer Fortschritte, die eine neue Auswertung zulassen“, erläutert der Polizeisprecher. Deswegen ist ein Fall nie zu Ende, wird eine Akte nie geschlossen.


Anja Aichele wurde in Bad Cannstatt ermordet. Die Täter – die Polizei geht davon aus, dass nicht einer alleine handelte – erdrosselten sie und verscharrten ihre Leiche in einem Beet. Damals war man weit von dem entfernt, was die moderne Kriminaltechnik heute kann. Auch die in diesem Fall gesicherten Spuren, Kleidungsstücke der getöteten 17-Jährigen zum Beispiel, liegen noch in den Asservatenkammern der Polizei. Im Jahr 2008, 21 Jahre nach ihrem Tod, fanden die Ermittler verwertbare Spuren. Zu den Mördern führten sie damals nicht.

An einer Stadtbahnhaltestelle wird Anja zum letzten Mal gesehen

Als Anja Aichele starb, gab es noch keine Internetforen, in denen Bilder vermisster Kinder innerhalb von Minuten die Welt umrunden. Und dennoch: Das Gesicht der 17-jährigen Anja kennt man in Stuttgart. Auch 30 Jahre später wissen viele, wer die junge Frau ist, die so zuversichtlich in die Kamera zu schauen scheint. Das Foto ging damals durch alle Zeitungen, und immer wieder war es zu sehen, wenn ein neuer Ansatz, eine neue Spur, ein neuer winzig kleiner Keim der Hoffnung aufkam.

Ein Zeuge sieht Anja um 21.16 Uhr an einer Haltestelle in Bad Cannstatt. Um 21.40 Uhr hören Anwohner an ­jenem Freitag einen gellenden Schrei aus den Weinbergen unterhalb des Stadtteils Muckensturm. Wahrscheinlich war dieser Schrei das allerletzte Lebenszeichen der jungen Cannstatterin, die auf dem Heimweg vom Jugendclub der Kirchengemeinde ihre Mörder traf. Erst am Montag nach der Tat fand man sie nach einer groß angelegten Suchaktion.

Eine DNA-Reihenuntersuchung brachte vor fünf Jahren keinen Treffer

Steffen Gottmann leitet bei der Kriminalpolizei den Arbeitsbereich Tötungsdelikte. Vor fünf Jahren hatten er und seine Kollegen einen kleinen Hoffnungsschimmer. Sie griffen erneut auf jene 2008 gefundene winzig kleine DNA-Spur zurück. „Das ist vielleicht unsere letzte Chance“, sagte Gottmann, als Anfang April Männer zur Speichelprobe ­gebeten wurden, die zur Tatzeit zwischen 16 und 60 Jahre alt waren.

Einen Treffer landeten die Ermittler nicht. Die Spur war 2012 bereits zum zweiten Mal Gegenstand der ­Ermittlungen. 2008 hatten die Spezialisten im Landeskriminalamt sie mit 500 Datensätzen in der Kartei der Behörde abgeglichen. „Das wird man sicher immer wieder machen“, sagt der Polizeisprecher, schließlich wachse die Datei mit jeder Erfassung des DNA-Profils festgenommener Täter oder Tatverdächtiger.

Im Landeskriminalamt werden zentral für das ganze Land DNA-Spuren ausgewertet. Das Kriminaltechnische Institut der Behörde umfasst 270 Mitarbeiter in fünf Fachbereichen, die wiederum in 16 Fachgruppen gegliedert sind. Einer der fünf Fachbereiche sind die Mitarbeiter, welche molekulargenetische Untersuchungen vornehmen.

Sie und ihre Kollegen in den anderen Fachbereichen untersuchen pro Jahr rund 11 000 Asservate auf jede noch so kleine Spur, die ein Täter hinterlassen hat. Durch ihre Hände gingen auch die Proben nach der – vorerst – letzten DNA-Reihenuntersuchung im Fall Aichele. Auch hier gilt: Sobald es einen neuen Ansatz gibt, nehmen sie ebenfalls die Arbeit wieder auf, um Anjas Mörder doch noch zu finden.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... f40df.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 28. März 2017, 19:14:01 
 
Der Mörder soll uns jeden Tag sehen“

Der Fall Anja Aichele – vor 18 Jahren ist in Bad Cannstatt eine Gymnasiastin umgebracht worden

STUTTGART.
Durch moderne Kriminaltechnik können immer mehr alte Mordfälle geklärt werden, die früher unlösbar schienen. Aber es gibt noch viel zu tun: In der Region sind seit Kriegsende 92 Morde ungesühnt. Mit diesen Verbrechen befasst sich die Stuttgarter Zeitung in einer Serie.

Von Michael Ohnewald und Markus Heffner

Draußen legt der Herbst sein rostfarbenes Laken über den Muckensturm. Das Wohnviertel liegt auf einem Hügel über der Stadt. Von dort hat man tiefe Einsichten. Und doch bleibt hier manches verborgen. Drinnen sitzen Waltraud und Heinrich Aichele und blättern im Fotoalbum ihrer Tochter. Schnappschüsse dokumentieren ein kurzes Leben. Anja mit den Eltern. Anja verträumt auf einer Bank. Anja im Urlaub. Anja an Weihnachten. Es sind keine besonderen Fotos, aber das Schicksal hat sie besonders wertvoll gemacht. Die letzten Aufnahmen im Album zeigen ein Grab auf dem Hauptfriedhof in Steinhaldenfeld. Es gibt keine Ruhe, dieses Grab. „Anja“, steht auf dem Stein. „Heimtückisch ermordet.“

Waltraud Aichele betrachtet die Fotos nicht lange, weil sie noch immer ein Kraftfeld haben, das Besitz ergreift von ihr und den Schmerz verstärkt. Sie schläft ein mit diesem Schmerz, und sie wacht auf mit ihm. Seit 18 Jahren schon. „Hier ist das letzte Foto, das Anja in der Hand hatte“, sagt die Mutter. Ein Foto vom Tanzkurs.

An jenem Abend hat sie es eingeklebt. Am 27. März 1987. Es ist ein stürmischer Freitag, kalt und ohne großartige Versprechen. Plötzlich fällt Anja ein, dass sie noch in den Konfirmandenclub sollte, weil sie jemand fünf Mark schuldet. Sie hatten eine Woche zuvor Pizza gebacken und die Kosten der Zutaten auf alle in der Gruppe umgelegt. Also macht sie sich auf zur Luthergemeinde unweit des Kursaals. Der Tag hat sich schon davongestohlen und ihre Eltern wundern sich. Es ist das erste Mal, dass Anja ohne ihre Freundin aus der Nachbarschaft zum Treffen der Jugendgruppe fährt. Sie will um 21.30 Uhr zurück sein. Waltraud und Heinrich Aichele bleiben mit ihrer zweiten Tochter Stefanie, die sechs Jahre jünger ist als Anja, zu Hause in der Wohnung. Das Fernsehprogramm lässt hoffen an diesem tristen Tag. Im Ersten läuft um 20.15 Uhr ein Western mit Henry Fonda. „Höchster Einsatz in Laredo“. Im Zweiten klärt „Der Alte“ seinen nächsten Mord.

Anja verbringt die letzten Stunden ihres Lebens mit Freunden im christlichen Jugendclub. Sie ist beliebt und weiß, was sie will. Nach der zehnten Klasse möchte sie das Cannstatter Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums verlassen und eine Lehre machen. Den Ausbildungsplatz als Dekorateurin hat sie sicher.

Gegen 21 Uhr begibt sich Anja mit Andreas vom Konfirmandenclub zur Haltestelle am Kursaal. Um 21.15 Uhr trennen sich die beiden, denn Andreas muss nicht zur Straßenbahn, sondern wohnt in der Nähe. Er lässt Anja an der Haltestelle zurück. Von hier geht ihr Weg in den Tod. Ein Weg, bis heute mit Ungewissheit gepflastert, weil niemand mit letzter Sicherheit sagen kann, was in der Nacht wirklich passiert ist.

Um 21.16 Uhr wäre am Kursaal die nächste Straßenbahn der Linie 2 zur damaligen Endhaltestelle an der Oberen Ziegelei gefahren. Von dort ist es für Anja nicht mehr weit nach Hause. Sie kann entweder mit dem Bus ins Wohngebiet Muckensturm fahren oder einen unbeleuchteten Fußweg nehmen, der von der Schmidener Straße hinaufführt, entlang an Weinbergen und Kleingärten. Aber noch steht sie am Kursaal.

Ein Zeuge meint, dass er Anja kurz vor Abfahrt der Straßenbahn gesehen habe mit einem Mann, dessen Stimme freudig überrascht klang. Vielleicht ist sie also gar nicht eingestiegen. Vielleicht ist sie mit dem Bekannten im Auto gefahren. Vielleicht hat sie die nächste Straßenbahn um 21.31 Uhr genommen.

Sicher ist, dass drei Zeugen gegen 21.40 Uhr unabhängig voneinander einen Schrei hören im Weinberg unterhalb des Muckensturms, einen Schrei, scharf wie ein Skalpell, der die Nacht durchschneidet. Diese Zeugen melden sich später bei der Polizei. Später, nicht gleich. Die Aicheles ahnen davon nichts. Sie warten. Immer wieder geht die Mutter hinaus auf den Balkon, um auf die Straße zu schauen. Anja kommt nicht. Dann rufen sie bei einem Schulfreund an und auch beim Leiter des Konfirmandenclubs. Noch in der Nacht alarmiert der Vater die Polizei.

Am nächsten Morgen müssen sie aufstehen, wie jeden Morgen, als wäre nichts gewesen. Dabei fehlt jemand, mit dem sie 17 Jahre ihres Lebens geteilt haben. Die Polizei vermutet das Schlimmste, als auf dem Brachgelände der Ziegelei Anjas Foto aus dem Verbundpass entdeckt wird. Suchmannschaften durchkämmen die Weinberge und die Kleingärten. Die Eltern warten zu Hause.

Irgendwann klingelt das Telefon. Es ist Gerhard Mayer-Vorfelder, der um die Ecke wohnt. „Er hat uns gesagt, dass seine Frau in der Nacht einen Schrei gehört habe, als sie den Sohn ins Bett brachte“, erzählt Heinrich Aichele. Das Warten nimmt kein Ende.

Erst am Montag wird Anja gefunden, in einem Gemüsebeet wenige Meter vom Fuß- weg zum Muckensturm entfernt. Die Hundestaffel war Stunden zuvor durch dieses Gebiet gezogen und hatte keine verdächtigen Spuren gefunden.

Der Leichnam wäre wahrscheinlich nie entdeckt worden, wenn später nicht ein aufmerksamer Gartenbesitzer im Beisein eines Polizeibeamten seinen in der Freizeit angelnden Nachbarn gefragt hätte, ob er wieder mal in einer Rabatte nach Würmern gesucht habe.

Die Polizei geht mit Schaufeln ans Werk, ohne damit zu rechnen, in diesem Beet eine Tote zu finden, weil alles so sauber wirkt, fast besenrein. Plötzlich taucht ein lebloser Körper auf. Die Obduktion ergibt, dass Anja erwürgt worden ist.

Stuttgart ist schockiert über den Tod des Mädchens. Tausende nehmen teil am Schicksal der Familie – und an einem Trauermarsch. „Anja wurde aus dem Leben herausgerissen“, sagt der Pfarrer bei der Beerdigung. „Gottes Wille war das nicht.“

Wessen Wille war es dann? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, zieht die Polizei alle verfügbaren Kräfte zusammen. Bis zu 60 Kriminalbeamte ermitteln in dem Fall, viele von ihnen gehen bis an den Rand der Erschöpfung. Auf den Feldern zwischen Cannstatt und Waiblingen werden Teile von Anjas zerschnittener Kleidung gefunden.

Wahrscheinlich sollten die Fetzen vom wahren Tatort ablenken. Als sich ein Zeuge meldet, der am Freitagabend beim Spaziergang zwei junge Männer im erregten Gespräch mit einer jungen Frau gehört haben will, überprüfen die Fahnder 531 junge Männer aus der Umgebung im Alter von 15 bis 27 Jahren auf ihre Alibis.

Sie verteilten Fahndungsplakate, bestückten eine Puppe mit nachgekauften Kleidern, die Anja in der Tatnacht getragen hat, und veröffentlichten die Bilder. Im Neckarstadion wird vor dem Bundesligaspiel des VfB gegen Dortmund auf der Videowand ein Bild der Ermordeten gezeigt. Weil der Täter sein Opfer eingegraben, alles aufge räumt und kein Werkzeug am Beet hinterlassen hat, befragen die Beamten gezielt Totengräber. Auch bei Anglern suchen sie nach Spuren.

Zeitweise setzen die Fahnder sogar einen weiblichen Lockvogel ein, weil sie nicht ausschließen können, dass sich der Täter nochmals an einer Frau vergreift. Trotz der aufwendigen Ermittlungen kommt die Mordkommission nicht entscheidend weiter.

Die Mannschaft wird nach Monaten durch frische Kräfte ergänzt, der Fall auch in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ platziert. Als Belohnung werden außerdem 36 000 Mark ausgesetzt, der zweithöchste Betrag in der Stuttgarter Fahndungsgeschichte. All das führt nicht zum Täter.

Auch wenn der Mord an Anja schon 18 Jahre zurückliegt, und die Sonderkommission längst aufgelöst ist, und die Beamten alles getan haben, was mit Tüchtigkeit und Fleiß zu tun war, ist der Nachhall dieses Falls bis heute zu spüren in den langen Fluren des Stuttgarter Polizeipräsidiums. Vor drei Jahren haben sich Spezialisten nochmals durch mehr als 90 Ordner gekämpft und eine operative Fallanalyse gemacht, wie das im Jargon der Kriminalisten heißt.

Sie haben ein Täterprofil erstellt und eine Hypothese erarbeitet. Danach war der Täter nicht unter 30 Jahre alt, verfügte über intime Kenntnisse der Kleingartenanlage, war im Muckensturm mit der Örtlichkeit vertraut und kannte Anja so gut, dass er für sie „positiv besetzt“ war.

Daraus ergeben sich für Kriminaloberkommissar Maximilian Bruns, der heute Pate des Falls ist, trotz der langen Zeit weitere Ansätze für polizeiliche Ermittlungen. Auch die Aicheles tun das ihre, damit nicht vergessen wird, was geschehen ist, und damit vor allem der Mörder nicht vergisst. Sie vermuten ihn irgendwo in der Nähe. Und deshalb sind sie auch nicht weggezogen. „Es muss jemand sein, hier aus dem Umkreis, der uns kennt“, sagt der Vater. „Wir kneifen nicht. Er soll uns jeden Tag sehen und immer wieder erinnert werden.“

Viele Jahre lang hat Heinrich Aichele als Architekt gearbeitet. Von seinem Büro aus hat er auf jenen Garten geschaut, in dem Anja verscharrt worden ist. Er hat das ausgehalten, auch wenn das nur schwer auszuhalten ist. Und jetzt als Rentner, ist es nicht anders. Manchmal begegnen ihm Männer beim Spaziergang auf der Straße und er denkt sich: „Die könnten es gewesen sein.“
Stille liegt in der Wohnung, für einen Augenblick ist es, als hätten die Zimmer aufgehört zu atmen.

„Freitags ist es am schlimmsten“, sagt Waltraud Aichele, und dann holt sie das Poesiealbum ihrer Tochter und deutet auf Zeilen, die Anjas Lehrerin geschrieben hat, lange vor dieser grausamen Nacht. „Ein Wunsch, du Menschenkind, ich hoffe für dich, für uns, dass deine jetzt weit geöffneten fragenden lachenden Augen sich nicht weiten müssen vor Entsetzen in den kommenden Zeiten über die Zeit.“ Die Zeit heilt alle Wunden, sagt der Volksmund. Aber der Volksmund hat kein Kind verloren.

Waltraud und Heinrich Aichele können nicht verstehen, dass in jener Nacht keiner ihrer Tochter geholfen hat, die selbst immer hilfsbereit gewesen sei. Sie können nicht glauben, dass der Täter alleine war. Sie können auch nicht begreifen, wie es ihm gelungen sein soll, den Leichnam zu vergraben, alles zu kehren und herzurichten, und vielleicht auch übrige Erde abzutransportieren, ohne dass es jemand gesehen hat. Sie können nicht glauben, dass die Familie des Mörders, der völlig verdreckt gewesen sein muss, nichts gemerkt hat.

Und sie können nicht verstehen, warum er gedeckt wird. Waltraud und Heinrich Aichele sitzen mit ihren Fragen allein im Wohnzimmer. Sie haben Anjas Bilder vergrößern lassen und an die Wand gehängt. Damit sie sehen, wie sie war, wenn sie schon nicht wissen, wie sie vielleicht geworden wäre. Unterstützt von Staatsanwaltschaft und Kripo berichtet die Stuttgarter Zeitung in einer Serie über ungeklärte Mordfälle in der Region.

Die Autoren sichten Unterlagen, befragen Zeugen, sprechen mit Angehörigen. Alle Beiträge werden jeweils aktuell ins Internet gestellt, nachzulesen unter www.stuttgarter-zeitung.de/mordfaelle. Die Polizei hofft auf neue Erkenntnisse. Wer kann sich in dem Fall noch an Details erinnern? Wer hat den Mörder in der Nacht gesehen? Wem hat er sich anvertraut? Hinweise, auch vertrauliche, werden von der Kripo in Stuttgart unter der Telefonnummer 07 11/89 90-63 33 rund um die Uhr entgegengenommen. Der Pate im Fall Aichele ist Maximilian Bruns.

Quelle Stuttgarter Zeitung vom 17.09.2005


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 09. Oktober 2017, 23:40:26 
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Von Kerstin Rech | 25.03.2017

Historischer Mordfall: Die Frage nach dem Täter bleibt

Freitag, 27. März 1987. Anja Aichele verbringt den Abend bei einer Jugendgruppe der evangelischen Luthergemeinde im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Um zehn Uhr abends will die 17-jährige Schülerin wieder daheim sein, doch ihre Eltern warten vergebens. Was sie an diesem Abend noch nicht wissen: Ihre Tochter wird den Weg nach Hause nicht mehr finden.

Die Polizei, die die Eltern noch am selben Abend verständigen, geht aber zunächst von einem Vermisstenfall aus, auch wenn die Kollegen schon ahnen: Es könnte etwas Schlimmeres passiert sein. Am folgenden Tag werden die Weinberge rund um die Wohngegend Muckensturm, jenem Teil von Bad Cannstatt, in dem die Aicheles wohnen, von einer Hundertschaft der Polizei mit Spürhunden durchsucht, ebenso wie die an die Weinberge angrenzenden Schrebergärten und der Fußweg, der von der Straßenbahnhaltestelle „Obere Ziegelei“ durch die Weinberge hinauf zum Muckensturm führt. Selbst Hubschrauber mit Videokameras an Bord überfliegen das Areal.

Als es nach dieser intensiven Suche noch immer keine Spur des Mädchens gibt, dafür jedoch am Montagmorgen ein Teil ihres Verbundpasses in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle „Obere Ziegelei“ gefunden wird, verdichtet sich die Befürchtung, dass es sich um ein Kapitalverbrechen handeln könnte. Am selben Tag fällt einem Schrebergartenbesitzer auf, dass auf dem Nachbargrundstück offensichtlich ein Beet neu angelegt wurde – die Erde ist frisch umgegraben. Die Beamten der Einsatzhundertschaft, die die Gegend bereits mit Spürhunden vergeblich abgesucht hatten, beginnen zu graben – fast einen Meter tief, als aus der Befürchtung Gewissheit wird. Sie treffen auf einen leblosen, unbekleideten Körper, der etliche Stichverletzungen aufweist. Die Suche nach Anja Aichele ist in diesem Augenblick zu Ende. Die Suche nach ihrem Mörder beginnt.

Es ist eine Suche, die bis heute andauert. Auch 30 Jahre, nachdem die junge Stuttgarterin umgebracht wurde, ist ihr Tod ungesühnt. Vom Täter fehlt jede Spur. Immer wieder hat es die Polizei mit ungeklärten Mordfällen zu tun. Doch dieser sei besonders spektakulär gewesen, sagt Polizeisprecher Olef Petersen, der als junger Beamter damals bei der Suche nach Anja Aichele dabei war.

Blutspuren in den Weinbergen

Die Obduktion ergibt seinerzeit, dass Anja Aichele nicht an den Stichverletzungen gestorben ist, sondern erwürgt wurde. Obwohl sie unbekleidet war, wird eine Vergewaltigung ausgeschlossen. Auf dem Fußweg durch die Weinberge werden Blutspuren gefunden, die Polizei geht davon aus, hier den Tatort gefunden zu haben. Doch viele Fragen bleiben offen. Warum benutzte Anja Aichele an diesem Abend die Abkürzung durch die Weinberge? Warum nahm sie nicht, wie sonst bei Dunkelheit, den Bus ins Wohngebiet Muckensturm?

Bis heute geht die Kripo davon aus, dass das Mädchen an jenem Abend in Begleitung von jemandem war, den sie kannte, den sie für ungefährlich hielt. Josef Kögel, heute 82, der die Ermittlungen damals leitete, wird einem aktuellen Interview mit der Stuttgarter Zeitung wahrscheinlich so deutlich wie nie zuvor. Er gehe davon aus, dass Anja von zwei Jugendlichen ermordet wurde, und ein Erwachsener, wahrscheinlich der Vater eines der beiden, bei der Beseitigung der Leiche geholfen habe. Nur der Beweis fehlt.

Eine Anwohnerin sagt damals aus, dass sie an jenem Abend, an dem Anja Aichele starb, um 21.40 Uhr einen Hilfeschrei gehört hat. Ein weiterer Anwohner, der zur Tatzeit seinen Hund auf dem Muckensturm ausgeführt hat, gibt später zu Protokoll, er hätte die Stimmen zweier Männer und einer Frau im Weinberg gehört, die sich offenbar gestritten haben.

Die Kripo versucht die letzten Stunden im Leben Anja Aichele zu rekonstruieren: Nachdem sie die Jugendgruppe verlassen hatte, geht sie zur Haltestelle „Kurhaus“, um auf ihre Straßenbahn zu warten. Ein Freund, der in der Nähe der Haltestelle wohnt, begleitet sie noch dorthin und geht dann weiter nach Hause. Es wird als sicher angenommen, dass Anja gegen 21.35 Uhr an der Haltestelle „Obere Ziegelei“ ankommt, wo wenige Minuten später der Bus zum Muckensturm abgefahren wäre. Doch was von diesem Zeitpunkt an geschieht, bleibt im Dunkeln.

Einen Tag, nachdem die Leiche gefunden worden ist, wird auf dem Schmidener Feld, einer Freifläche zwischen Schmiden und Bad Cannstatt, ein Fetzen von Anjas Mantel sichergestellt. Später findet man dort auf einer Strecke von mehreren Kilometern verteilt weitere Teile jenes Mantels. Ein Zeuge sagt aus, dass er in der Mordnacht, kurz vor ein Uhr, zwei Männer auf dem Schmidener Feld beobachtet habe. Anjas Mörder?

Über 500 Alibis von jungen Männern aus dem Umfeld und der Nachbarschaft Anja Aicheles werden im Laufe der Ermittlungen überprüft – vergebens. Anfang April 1987 entdeckt ein Spaziergänger beim Ortsausgang Schmiden verschiedene Stofffetzen und benachrichtigt die Kriminalpolizei. Es handelt sich tatsächlich um weitere zerschnitte Teile von Anja Kleidung. Im Juli 1987 stößt ein Spaziergänger in derselben Gegend auf einen abgeschnittenen Lederfetzen von Anjas Schuh. Die Kriminaltechniker finden heraus, dass dieser im Gegensatz zu den vorherigen Funden nicht in der Mordnacht, sondern erst kurz vor dem Auffinden abgelegt wurde.

So kommen Spuren um Spuren zusammen, doch der entscheidende Beweis fehlt. Die Kripo kommt keinen Schritt weiter und entschließt sich im kommenden Jahr, den Fall in der Januarsendung von „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorzustellen. Doch auch dieser bundesweite Fahndungsaufruf bringt keine neuen Erkenntnisse.

Erst 20 Jahre später, im Jahr 2008, ergibt sich endlich ein Lichtstrahl. Bei einer routinemäßigen Untersuchung der Beweisstücke wird ein Hautschüppchen und damit DNA-fähiges Material entdeckt. Daraufhin wird Anfang 2011 sowie Anfang 2012 jeweils eine DNA-Reihenuntersuchung durchgeführt, aber auch dieses Mal hat die Kripo kein Glück. Neue Ansatzpunkte haben sich seitdem nicht ergeben.

„Alle Hinweise und Spuren“, heißt es von der Kripo auf Nachfrage, „wurden von der Ermittlungsgruppe Anja beim Dezernat 11 abgearbeitet, und dann wurde im Jahr 2016 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Abschlussbericht vorgelegt.“ Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren daraufhin ein – aber nur vorläufig, denn Mord verjährt nicht.

https://www.swp.de/ulm/nachrichten/stut ... 67904.html


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